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	<title>Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie - Benutzerbeiträge [de]</title>
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	<updated>2026-06-22T06:12:27Z</updated>
	<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Almosenbeutel&amp;diff=1129968</id>
		<title>Almosenbeutel</title>
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		<updated>2021-06-25T19:46:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;141.70.26.144: /* Herstellung im Mittelalter */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:D v aist.jpg|mini|[[Codex Manesse]], Dietmar von Aist: Sortiment Almosenbeutel]]&lt;br /&gt;
Als &#039;&#039;&#039;Almosenbeutel&#039;&#039;&#039; („aumônières sarrazinoises“, „bourse“, „gibecière“, gipser, nach Chaucer) bezeichnet man kleine, meist aufwendig verzierte Beutel aus kostbaren Materialien, die spätestens ab der [[Hochgotik]] in Mitteleuropa ein wichtiges Kleidungsaccessoire bildeten. Almosenbeutel sind meist flächig mit [[Seide]] und [[Gold]]lahn bestickt und waren damit nicht nur praktischer Ersatz für die in der [[Kleidung im Mittelalter|mittelalterlichen Kleidung]] fehlenden [[Tasche (Kleidung)|Taschen]], sondern auch kostbarer Repräsentationsgegenstand. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte und Herkunft ==&lt;br /&gt;
Zu den ersten schriftlichen Quellen, die den &#039;&#039;Almosenbeutel&#039;&#039; erwähnen, zählen die Reglementierungen der französischen [[Seidenstickergilde]]n aus dem frühen 13. Jahrhundert. Obwohl die verwendete Bezeichnung „sarrazinoises“ eine Herkunft aus dem arabischen Raum nahelegt, lassen sie sich bereits im 12. Jahrhundert in Europa nachweisen. Frühere Exemplare aus dem byzantinischen Raum geben jedoch Hinweis darauf, dass es sich tatsächlich um eine Tradition aus dem Mittelmeerraum handelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seiner Namensgebung spiegelt der Almosenbeutel die biblisch gebotene Freigiebigkeit der Christen für Bedürftige wider, die im Mittelalter in Wort und Bild zahlreiche Entsprechungen findet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendung ==&lt;br /&gt;
Es wird angenommen, dass der Almosenbeutel im [[Mittelalter]], das keine Taschen in der [[Kleidung]] kannte, Aufbewahrungsort für zahlreiche kleine Dinge des täglichen Lebens war, die oft mitgeführt wurden – sicher jedoch für [[Geld]], das den am [[Gürtel]] frei hängenden Beutel Ziel für die sprichwörtlichen [[Beutelschneider]] werden ließ. Im Verlaufe des 14.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts führte dies offenbar dazu, dass der dekorative, aber auffällige Beutel zunehmend unter der zweiten Oberbekleidung, dem [[Surcot]], der [[Schaube]] oder der [[Houppelande]] getragen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der Möglichkeit, den eigenen Wohlstand durch eine besonders reich gearbeitete Tasche zur Schau zu stellen, belegen Textquellen ab dem 12.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert, dass die oft mit [[Minne|Minneszenen]] gestalteten Taschen beliebte Liebesgaben waren. Das im höfischen Umfeld stark mit Ruf, Ansehen und Werben verbundene Streben, möglichst aufwendige Geschenke zu machen, zeigte sich in vielerlei Ausprägung im Rahmen der [[ritter]]lichen Kultur, die in [[Frankreich]] insbesondere im 14.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert eine Blüte erlangte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herstellung im Mittelalter ==&lt;br /&gt;
Besonders viele Exemplare sind aus französischer Fertigung erhalten, was zusammen mit den Zunftregeln in [[Paris]], und einigen anderen Hinweisen deutlich macht, dass Paris vor weiteren Zentren der dekorativen Stickerei wie z.&amp;amp;nbsp;B. [[Köln]] ein starker Produzent solcher Taschen ab dem 13. Jahrhundert war. Zu dieser Zeit wird auch zunehmend das „[[opus anglicanum]]“, der figürliche, englisch beeinflusste Stickstil profaner und Minne darstellender Szenen beliebt. Im 14.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert bringt die französische Produktion, die laut Handelsregistern in ihrem Zentrum Paris teilweise über 124 meist weibliche Spezialistinnen beschäftigte, die „nue“ genannte Anlegetechnik von [[Goldlahn]], der durch die Befestigungsfäden dekorative Muster bildet, zur Perfektion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Seidenhandwerkerinnen und -handwerker, die in bestimmten Teilen von Paris wohnten und arbeiteten, mussten sich strengen Prüfungen unterwerfen, die eine gleichbleibende Qualität dieses Produkts gewährleisten sollten. Die Berufszweige, die sich oft Läden und Werkstätten teilten, stellten hohe Anforderungen an ihre [[Lehrling]]e, und entwickelten Regeln, um Techniken und Material vor Spionen anderer Werkstätten aus anderen Städten zu schützen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Formen und Konstruktionsdetails ==&lt;br /&gt;
Almosenbeutel sind in verschiedenen Formen nachweisbar. Dominant sind Beutel kleinerer Dimensionen, mit rechteckiger oder leicht trapezoider Form. Erhaltene Beutel weisen primär Verschlüsse in Form von durch [[Nestellöcher]] gezogenen [[Nestelband|Nestelbändern]] auf, jedoch auch der [[Tunnelzug]] wird verwendet. Gemeinsam ist die beidseitige Bestickung mit figürlichen Motiven oder Mustern, wobei diese jeweils fast ausschließlich flächig ausfallen, d.&amp;amp;nbsp;h. der gesamte Untergrund bestickt ist. Die Materialien sind fast ausschließlich, bis auf den Stickgrund aus [[Flachsfaser|Leinen]], edlerer Natur, d.&amp;amp;nbsp;h. [[Seide]] mit [[Gold]], [[Silber]] und [[Perle]]n sowie [[Schmuckstein|Edelsteinen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Geoff Egan, Frances Pritchard: &#039;&#039;Dress Accessories. c. 1150 – c. 1450&#039;&#039; (= &#039;&#039;Medieval finds from Excavations in London&#039;&#039; 3). New Edition. Boydell Press, London 2008, ISBN 0-85115-839-0.&lt;br /&gt;
* [[Marie Schuette]], Sigrid Müller-Christensen: &#039;&#039;Das Stickereiwerk.&#039;&#039; Ernst Wasmuth, Tübingen 1983, ISBN 3-8030-5023-5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Alms purses|Almosenbeutel}}&lt;br /&gt;
* [http://medieval.webcon.net.au/period_14th_c.html Beispiele von Nadelmalerei-Stickereien aus dem 14ten Jahrhundert]&lt;br /&gt;
* [http://www.diu-minnezit.de/realien_kategorie.php?catid=5&amp;amp;lid=0&amp;amp;tid=3&amp;amp;sid=0 Verschiedene rekonstruierte Almosenbeutel mit weitergehenden Informationen]&lt;br /&gt;
* [http://www.larsdatter.com/pouches.htm Sammlung von Darstellungen in mittelalterlichen Handschriften und Bilder von erhaltenen Originalen]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kostümkunde des Hochmittelalters]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kostümkunde des Spätmittelalters]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geldbehälter]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>141.70.26.144</name></author>
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