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	<title>Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie - Benutzerbeiträge [de]</title>
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		<title>Paulskirche (Hermannstein)</title>
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		<updated>2024-06-01T16:44:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;2.200.111.241: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Hermannstein Paulskirche (38).jpg|mini|hochkant|Paulskirche von Nordosten]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Hermannstein Paulskirche (04).jpg|mini|hochkant|Blick in den Chor]]&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;&#039;Paulskirche&#039;&#039;&#039; wurde 1491 bis 1492 im heutigen [[Wetzlar]]er Stadtteil [[Hermannstein]] in [[Mittelhessen]] errichtet. Die [[Gotik|spätgotische]] [[Saalkirche]] hat einen [[Fünfachtelschluss|Dreiachtelschluss]] und einen Westturm aus den 1520er Jahren. Zu den bedeutenden Ausstattungsstücken aus der Erbauungszeit gehören ein [[Triumphkreuz]], ein Sandstein[[relief]] aus dem Jahr 1492 und ein Taufbecken aus rotem Sandstein, das die Geburt Christi darstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Hermannstein Paulskirche (27).jpg|mini|hochkant|Sandsteinrelief von 1492]]&lt;br /&gt;
Im Jahr 1279 ist ein Geistlicher und 1308 ein [[Leutpriester|Pleban]] in Hermannstein nachgewiesen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Lagis&amp;quot;&amp;gt;{{LAGIS|titel=Hermannstein|DB=OL |ID=8361|datum= |zugriff=2021-06-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine bereits 1472 erwähnte Kirche mit dem Patrozinium des hl. [[Paulinus von Trier]] zu [[Hermannstein#Mulenheim|Mulenheim]]/Hermannstein bezieht sich auf die Vorgängerkirche („parrochialis ecclesia sancti Paulini in Molnheym nunc Hermensteyn“ = „Pfarrkirche St. Paulini in Mulenheim, jetzt Hermannstein“).&amp;lt;ref&amp;gt;Wagner: &#039;&#039;Zur Geschichte von Kirche und Pfarrhaus in Hermannstein.&#039;&#039; 2007, S. 12.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Bauherr und Stifter der heutigen Kirche und des Pfarrhauses ist nicht nachweisbar, aber ohne Zweifel Johann [[Schenck zu Schweinsberg]].&amp;lt;ref&amp;gt;Wagner: &#039;&#039;Zur Geschichte von Kirche und Pfarrhaus in Hermannstein.&#039;&#039; 2007, S. 16.&amp;lt;/ref&amp;gt; Denn im Jahr 1500 bestätigt der Trierer Erzbischof „des Johann Schenk von Sweynsberg stiftung einer klause für schwestern der dritten regel des heil. Franziskus bei der Paulinspfarrkirche zu Hermannstein und ertheilt für dieselbe und die bruderschaft in der pfarrkirche ein [[ablass]]privilegium“.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Adam Goerz]] (Hrsg.): &#039;&#039;Regesten der Erzbischöfe zu Trier von Hetti bis Johann II. 814–1503.&#039;&#039; Fr. Lintz, Tier 1861, S. 312, {{Google Buch|BuchID=yhQtEh3pwtcC|Seite=312}}.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die im Torbogen der Turmtür eingemeißelte Jahreszahl 1491 lässt darauf schließen, dass dies das Erbauungsjahr ist. 1493/1494 wurde für [[Beginen und Begarden|Beginen]] nördlich der Kirche eine [[Einsiedelei|Klause]] errichtet. Im Jahr 1498 bestätigte der Trierer Bischof einen Heiligkreuzaltar. In den 1520er Jahren erfolgte der Anbau des Westturms. Hermannstein gehörte im ausgehenden Mittelalter zum Dekanat (Archipresbyterat) Wetzlar im [[Archidiakon]]at [[St. Lubentius (Dietkirchen)|St. Lubentius Dietkirchen]] im [[Bistum Trier]].&amp;lt;ref&amp;gt;Kleinfeldt, [[Hans Weirich]]: &#039;&#039;Die mittelalterliche Kirchenorganisation im oberhessisch-nassauischen Raum.&#039;&#039; 1984, S. 200.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Einführung der Reformation unter Landgraf [[Philipp I. (Hessen)|Philipp&amp;amp;nbsp;I.]] wurde die [[Landgrafschaft Hessen]], zu der Hermannstein gehörte, 1526 infolge der [[Homberger Synode]] protestantisch. Der Beginen-[[Konvent (Kloster)|Konvent]] wurde nach etwa 30 Jahren aufgelöst und das Gebäude in ein Pfarrhaus umgewandelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Wagner: &#039;&#039;Zur Geschichte von Kirche und Pfarrhaus in Hermannstein.&#039;&#039; 2007, S. 35.&amp;lt;/ref&amp;gt; 1567 kam Hermannstein zum weiterhin protestantischen [[Hessen-Marburg]], 1604 zur [[Landgrafschaft Hessen-Kassel]]. Landgraf [[Moritz (Hessen-Kassel)|Moritz von Hessen-Kassel]] war 1605 zum [[Reformierte Kirchen|reformierten]] Bekenntnis übergetreten und führte dies bis 1619 in seinem Land ein. Dabei wurden allein im [[Hessisches Hinterland|Hinterland]] 20 Pfarrer abgesetzt. Hermannstein blieb bis 1619 lutherisch. Spätestens seit dem Auftreten der neuen Patrone Schenck von Schweinsberg Ende des 15. Jahrhunderts besaß Hermannstein eine gewisse Eigenständigkeit und wurde erst 1619 zur Pfarrkirche erhoben.&amp;lt;ref&amp;gt;Diehl: &#039;&#039;Pfarrer- und Schulmeisterbuch für die acquirierten Lande und die verlorenen Gebiete.&#039;&#039; 1933, S. 241.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es dürfte die letzte Gemeinde gewesen sein, die das reformierte Bekenntnis annahm. 1624 wurde das lutherische Glaubensbekenntnis wieder eingeführt. Seitdem ist Hermannstein ohne Unterbrechung eine lutherische Kirchengemeinde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 1624 liegen Urkunden über die Pfarrpräsentation durch die Schencken zu Schweinsberg vor, die seit dem 15. Jahrhundert das [[Kirchenpatronat|Patronatsrecht]] innehatten und schon 1527 das Präsentationsrecht hatten.&amp;lt;ref&amp;gt;1427 ist ein Schreibfehler, siehe Wagner: &#039;&#039;Zur Geschichte von Kirche und Pfarrhaus in Hermannstein.&#039;&#039; 2007, S. 16.&amp;lt;/ref&amp;gt; 1637 traten die von Schenck das Besetzungsrecht für die Pfarrstelle an den Landesherrn ab.&amp;lt;ref name=&amp;quot;KDM&amp;quot;&amp;gt;{{DenkXweb|objekt=25348|titel=Burgstraße 5. Evangelische Pfarrkirche, ehemals St. Paulus}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Dreißigjährigen Krieg wurde das [[Kirchengestühl]] stark zerstört, so dass die Kirche 1687 ein neues Gestühl bekam. Ein Teil der Stühle im Kirchenschiff, die den Frauen vorbehalten waren, wurden durch Los verkauft. Zunächst wurden in jedem Stuhl sieben Plätze ausgewiesen, später acht. Die Namen der Käufer sind in der Pfarrkompetenz von 1741 eingetragen. Die Kaufsumme eines Platzes betrug einen [[Reichstaler]], zehn [[Albus (Münze)|Albus]] Einschreibgebühr mussten noch an den Pfarrer gezahlt werden. Die Schencken besaßen links im unteren Kirchenschiff und auf der Empore je einen geschlossenen Kirchenstuhl.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um 1700 erhielt die Kirche auf ihrer Nordseite einen Anbau für ein Treppenhaus, das zum Schenckschen Kirchstuhl auf der Empore führte. Ursprünglich stand an der Nordseite des Chors eine Sakristei auf quadratischem Grundriss, dessen Fundamentmauern bei der Kirchenrenovierung 1910 entdeckt wurden. Sie war mit dem Chor durch eine jetzt noch sichtbare spitzbogige Tür verbunden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;KDM&amp;quot; /&amp;gt; Das Abbruchmaterial wurde für das Treppenhaus wiederverwendet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wagner22&amp;quot;&amp;gt;Wagner: &#039;&#039;Zur Geschichte von Kirche und Pfarrhaus in Hermannstein.&#039;&#039; 2007, S. 22.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1710/1711 erhielt das Kirchenschiff einen neuen Dachstuhl; Schiff und [[Chor (Architektur)|Chor]] wurden neu gedeckt. Das stark beschädigte Dach des Turms wurde aus Kostengründen erst 1775 erneuert. Dabei wurde das ehemals achteckige Dach in ein [[Pyramidendach]] umgewandelt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;KDM&amp;quot; /&amp;gt; Das Schiff erhielt statt der Holzbalkendecke ein flaches Tonnengewölbe Gauben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wagner23&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1747 wurde eine Kirchenstuhlordnung eingeführt, die die Weitergabe der verkauften Plätze in den Frauenstühlen regelte. Sie war noch 1922 gültig. Die letzte Eintragung im Register trägt das Datum 20. Juni 1920.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um 1840 reichten die Plätze in der Kirche nicht mehr aus. Durch eine Verlängerung der Südmpore in Richtung Kanzel und Umwandlung der südlichen Eingangstür in ein Fenster wurde bis 1843 Platz für 40 Personen geschaffen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;KDM&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Hermannstein Paulskirche (51).jpg|mini|hochkant|Teils vermauertes Südportal mit Kopie des Sandsteinreliefs]]&lt;br /&gt;
1857 erhielt die Kirche einen neuen Fußboden, mehrere neue Frauenstühle und eine neue Tür in der Nordwand. Die Empore wurde im Süden in Richtung Kanzel erweitert und das Südportal in ein Fenster umgewandelt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wagner27&amp;quot;&amp;gt;Wagner: &#039;&#039;Zur Geschichte von Kirche und Pfarrhaus in Hermannstein.&#039;&#039; 2007, S. 27.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Renovierungsarbeiten kosteten 700 [[Gulden]] und wurden von der Zivilgemeinde bezahlt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine große Innenrenovierung stand 1910 an.&amp;lt;ref name=&amp;quot;KDM&amp;quot; /&amp;gt; Pfarrer Hammann gelang es, den für die Restaurierung des [[Wetzlarer Dom]]s verantwortlichen Regierungsbaumeister Biermann und den Dombaumeister Dr. Steumer für die Kirche zu interessieren. Sie entdeckten die Weihekreuze, die Ornamentmalerei um das Fenster auf der Südseite und die Reste des Christophorus-Bildes an der westlichen Nordseite. Der Chor, das Chorgestühl, der [[Prospekt (Orgel)|Orgelprospekt]], die äußere Brüstung und die Säulen der [[Empore]], der Freiherrenstuhl und die Sakristei erhielten einen neuen Anstrich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1962/1963 wurden die Orgel aus dem Chorraum auf die Westempore umgesetzt, der seit 1730 nachweisbare Patronatsstuhl an der Nordseite des Schiffs entfernt, da das Patronat abgelöst wurde, und die bisher von der Orgel verdeckten Chorfenster neu verglast, Wände und Holzteile gestrichen und die alte Malerei freigelegt und restauriert. Die meisten Fenster erhielten neue Gewände aus rotem Sandstein, während die originalen Maßwerkfenster und die teilweise erhaltenen [[Fensterbank|Sohlbänke]] aus hiesigem grünem Kalkstein gefertigt sind.&amp;lt;ref&amp;gt;Wagner: &#039;&#039;Zur Geschichte von Kirche und Pfarrhaus in Hermannstein.&#039;&#039; 2007, S. 28.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den 1970er Jahren erforderten Risse im Kircheninnern und im Außenmauerwerk eine Untersuchung durch einen Statiker, der feststellte, dass sich die Südseite nach außen wölbte. Dem Kirchenbau wurde ein Ringpanzer aus Beton verpasst, der unter dem Dachstuhl um Schiff und Chor gezogen wurde. Im Kircheninnern musste das Mauerwerk zusätzlich durch zwei Stahltrossen gesichert werden. Die Renovierungsarbeiten im Herbst 1977 umfassten außerdem die Trockenlegung der Kirche, die Ausbesserung des Dachstuhles, einen Innenanstrich und die Reinigung des äußeren Mauerwerks mit Hilfe eines [[Sandstrahlgebläse]]s. Gleichzeitig wurde das Steinrelief ins Innere der Kirche verlegt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wagner29&amp;quot;&amp;gt;Wagner: &#039;&#039;Zur Geschichte von Kirche und Pfarrhaus in Hermannstein.&#039;&#039; 2007, S. 29.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach umfangreichen Renovierungsarbeiten im Innenraum über einen Zeitraum von zehn Monaten wurde die Paulskirche am 31. März 2019 mit einem feierlichen Gottesdienst neu eingeweiht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Architektur ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Hermannstein Paulskirche (55).jpg|mini|hochkant|links|Turm von Südwest]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Hermannstein, Burgstraße 5, Kirche, Grundriss.jpg|mini|Grundriss der Kirche]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Hermannstein Paulskirche (48).jpg|mini|Westportal des Turms]]&lt;br /&gt;
Die [[Ostung|geostete]] Kirche ist im Baustil der Spätgotik im Ortszentrum aus Bruchsteinmauerwerk erbaut. Der schlichte Bau besteht aus Westturm, [[Kirchenschiff]] und einem Dreiachtelchor. Schiff und Chor sind unverputzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der polygonale Chor ist gegenüber dem Schiff nur etwas einbezogen und wird unter einem gemeinsamen verschieferten Dach vereint. Die ehemalige Priesterpforte mit spitzbogigem [[Gewände]] aus grünem Kalkstein an der Südseite ist seit dem 16. Jahrhundert vermauert und der fast baugleiche ehemalige Durchgang zur Sakristei an der Nordseite seit dem frühen 18. Jahrhundert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wagner22&amp;quot; /&amp;gt; Über der Südpforte des Chors wurde ein Rundfenster eingelassen, als 1838 beim Einbau der Orgel die Chorfenster verdeckt wurden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wagner27&amp;quot; /&amp;gt; Das Chorinnere hat ein [[Gewölbe#Netzgewölbe|Netzgewölbe]] mit hohlprofilierten Rippen in roter [[Fassung (Bemalung)|Fassung]] und Rankenmalereien auf den hell abgesetzten Gewölbekappen. Die zweibahnigen, Spitzbogenfenster mit spätgotischem [[Maßwerk]] haben [[Nonnenkopf|Nonnenköpfe]] und zeigen im östlichen Bogenfeld einen [[Vierpass]], im Nordosten einen [[Dreipass]] und im Südosten [[Fischblase (Ornament)|Fischblasen]]. Der spitzbogige [[Bogen (Architektur)|Chorbogen]] hat nach Osten eine [[Fase]] und nach Westen eine profilierte Hohlkehle.&amp;lt;ref&amp;gt;Luthmer (Bearb.): &#039;&#039;Die Bau- und Kunstdenkmäler der Kreise Biedenkopf, Dill, Oberwesterwald und Westerburg.&#039;&#039; 1910, S. 45 ([https://www.dilibri.de/rlb/content/pageview/1043283 online]).&amp;lt;/ref&amp;gt; Unter dem Chor mit Zugang unter der Kanzel lag das Grabgewölbe, in dem Mitglieder der Freiherren Schenck zu Schweinsberg vom Beginn des 18. Jahrhunderts bis 1785 begraben wurden. An der Nordseite des Chors sind die Lüftungsöffnungen des Gewölbes erhalten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wagner23&amp;quot;&amp;gt;Wagner: &#039;&#039;Zur Geschichte von Kirche und Pfarrhaus in Hermannstein.&#039;&#039; 2007, S. 23.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Schiff auf rechteckigem Grundriss hat eine im [[Bogen (Architektur)#Segmentbogen|Segmentbogen]] gewölbte Holztonne mit [[Unterzug (Bauwesen)|Unterzug]] von 1711, in der die Gauben liegen. Im westlichen Teil der Nordwand ist ein hochrechteckiges Fenster aus dem 17./18. Jahrhundert eingelassen,&amp;lt;ref&amp;gt;Wagner: &#039;&#039;Zur Geschichte von Kirche und Pfarrhaus in Hermannstein.&#039;&#039; 2007, S. 24.&amp;lt;/ref&amp;gt; das mit einem kleinen hochsitzenden Fenster in der Südwand korrespondiert. Der östliche Teil des Schiffs wird an beiden Seiten durch ein Maßwerkfenster belichtet; das nördliche befindet sich seit Anfang des 18. Jahrhunderts im Treppenanbau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der weiß verputzte, massiv aufgemauerte Turm mit Eckquaderung aus den 1520er Jahren wird durch umlaufende Gesimse in drei Stockwerke gegliedert. Die architektonischen Gliederungselemente und [[Gewände]] sind vom Verputz ausgespart. Das oberste Geschoss dient als Glockenstube und hat vier spitzbogige Schallöffnungen für das Geläut. Der Turm wird von einem spitzen [[Zeltdach]] mit vier kleinen Gauben bedeckt, das von einem Turmknauf, Kreuz und Wetterhahn bekrönt wird. Das spitzbogige Westportal aus grünem Kalkstein führt in die Turmhalle und hat ein [[Rundstab]]-Profil zwischen Kehlen mit Überstabung und spätgotische Sockel.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Luthmer46&amp;quot;&amp;gt;Luthmer (Bearb.): &#039;&#039;Die Bau- und Kunstdenkmäler der Kreise Biedenkopf, Dill, Oberwesterwald und Westerburg.&#039;&#039; 1910, S. 46 ([https://www.dilibri.de/rlb/content/pageview/1043284 online]).&amp;lt;/ref&amp;gt; Das ehemalige Portal aus rotem Sandstein mit Stabprofil in der Südmauer wurde kurz nach der Errichtung des Turms in ein Fenster umgebaut.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wagner25&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Zur Geschichte von Kirche und Pfarrhaus in Hermannstein.&#039;&#039; 2007, S. 25.&amp;lt;/ref&amp;gt; Erhalten sind noch die steinerne Angel und die Maueröffnung für den Sperrbalken.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Luthmer46&amp;quot; /&amp;gt; Die umrahmende Architekturbemalung an der Innenseite stammt aus der Zeit um 1600.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dehio&amp;quot;&amp;gt;Dehio: &#039;&#039;Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Hessen I.&#039;&#039; 2008, S. 409.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausstattung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Hermannstein Paulskirche (06).jpg|mini|hochkant|Barockkanzel]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Hermannstein Paulskirche (10).jpg|mini|hochkant|links|Spätgotisches Taufbecken]]&lt;br /&gt;
Die Kirche muss ehemals ausgemalt gewesen sein. Reste der vorreformatorischen Bemalung sind noch heute sichtbar. Erwähnenswert ist vor allem das große [[Christophorus]]bildnis an der Nordseite des Kirchenschiffes, das 1910 bei einer Renovierung entdeckt wurde. Bei dieser Renovierung wurden außerdem zwölf [[Weihekreuz]]e unter dem Anstrich entdeckt, die wahrscheinlich nach der Reformation übertüncht wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Westteil des Schiffs ist eine dreiseitig umlaufende, hölzerne Empore in grauer Fassung auf viereckigen Pfosten eingebaut, deren Brüstung schlichte viereckige, profilierte Füllungen hat. Das Kirchengestühl von 1892  lässt einen Mittelgang frei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der Erbauungszeit der Kirche stammt das Steinrelief der früheren Südpforte, das die Geburt Christi mit der Anbetung der Engel darstellt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;KDM&amp;quot; /&amp;gt; Es ist mit der Jahreszahl 1492 bezeichnet. Da das Relief infolge der Luftverschmutzung gelitten hatte, wurde es 1977 im Innern der Kirche über dem Taufstein angebracht. An der alten Stelle wurde es durch einen Abguss ersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein hölzernes [[Triumphkreuz]], das im Chorbogen hängt, wurde um 1520 gefertigt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dehio&amp;quot; /&amp;gt; An den Enden der Kreuzbalken befinden sich Medaillonbilder, auf denen die Namen und Symbole der vier Evangelisten dargestellt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenfalls aus mittelalterlicher Zeit ist der [[Taufbecken|Taufstein]] erhalten, der eine achteckige Pokalform mit Blendmaßwerk aus [[Nonnenkopf|Nonnenköpfen]] hat. Um 1700 wurde er aus der Kirche entfernt und in den Klausegarten gebracht. Er wurde durch einen Tauftisch aus Marmor ersetzt. 1951 wurde der Taufstein wieder in die Kirche zurückgebracht. Taufschüssel und -kanne wurden 1974 neu angefertigt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wagner30&amp;quot;&amp;gt;Wagner: &#039;&#039;Zur Geschichte von Kirche und Pfarrhaus in Hermannstein.&#039;&#039; 2007, S. 30.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der massiv aufgemauerte Altar, der von einer überstehenden Mensaplatte aus rotem Sandstein bedeckt wird, entstand um 1705.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wagner22&amp;quot; /&amp;gt; Die barocke, hölzerne [[Kanzel]] im südlichen Bereich des Chorbogens stammt wahrscheinlich von einem Schreiner aus Tirol aus dem Jahr 1723.&amp;lt;ref name=&amp;quot;KDM&amp;quot; /&amp;gt; Der polygonale Kanzelkorb wird durch gedrehte Freisäulen über Auskragungen mit [[Volute]]n gegliedert. Die Kanzelfelder haben hochrechteckige Füllungen mit vergoldeten Profilen, die vergoldete Fruchtgehänge umschließen. Der sechsseitige Schalldeckel hat eine vergoldete Sonne an der Unterseite, vergoldete hängende Girlanden mit Früchten am auskragenden Kranzgesims und als Bekrönung durchbrochenes Rankenwerk und einen Pelikan, der sich die Brust aufreißt und mit dem Blut seine Jungen nährt, was traditionell als Symbol für den Opfertod Jesu gedeutet wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Wagner: &#039;&#039;Zur Geschichte von Kirche und Pfarrhaus in Hermannstein.&#039;&#039; 2007, S. 26.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Epitaphien ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Hermannstein Paulskirche (30).jpg|mini|Epitaph für Philipp Conrad Schenck zu Schweinsberg und seine Frau Dorothea geb. von Schwalbach]]&lt;br /&gt;
Die Kirche war [[Grablege]] für Angehörige des Geschlechts Schenck zu Schweinsberg.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dehio&amp;quot; /&amp;gt; In ihr befinden sich sechs [[Epitaph]]ien aus rotem Sandstein, von denen ein Teil ursprünglich im Boden des Chors eingelassen war.&lt;br /&gt;
* An der Südseite des Kirchenschiffs: Philipp Conrad Schenck zu Schweinsberg († 15. Mai 1605) und seine Frau Dorothea geb. [[Schwalbach (Adelsgeschlecht)|von Schwalbach]] († nach 1614). Das Epitaph misst 2,20 × 3,00 Meter. Der Mann wird in voller Rüstung mit abgelegtem Helm, Rüschenkragen, Schwert im Gurt und schärpenartiger, doppelter Gliederkette dargestellt. Seine linke Hand, die ursprünglich wohl einen [[Kommandostab]] hielt, ist abgeschlagen. Die Frau mit abgeschlagener Nase ist in ihrer Witwenkleidung mit Haube, Rüschenkragen, Rückenschleier, Kleid und Mantel zu sehen. Die lebensgroßen Bildnisse werden an beiden Seiten von je fünf Vollwappen mit Namensbeischriften auf [[Ionische Ordnung|ionischen]] [[Pilaster]]n flankiert. Die obere Reihe mit sechs weiteren Wappen und der mutmaßliche Aufsatz mit Namen und Jahreszahl werden durch die Südempore verdeckt. Acht Wappen stehen für die Vorfahren von Philipp Conrad Schenck zu Schweinsberg: 1) Schenck zu Schweinsberg, 2) von Schwalbach, 3) von Steinebach, 4) [[Herren von Wallbrunn|von Wallbrunn]], 5) [[Plettenberg (Adelsgeschlecht)|von Plettenberg]], 6) von Stockheim, 7) von Rodheim und 8) [[Riedesel]] von Camberg. Die acht Ahnenwappen der Dorothea von Schwalbach sind: 1) von Schwalbach, 2) von Wildungen, 3) [[Weitershausen (Adelsgeschlecht)|von Weitershausen]], 4) Stapel von Paderborn, 5) Döring, 6) Gieswein, 7) [[Rau von Holzhausen]] und 8) [[Haxthausen (Adelsgeschlecht)|von Haxthausen]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{LAGIS |ref=nein |DB=GD |ID=1420 |titel=Philipp Conrad Schenk zu Schweinsberg, gest. 1605, und seine Frau Dorothea geb. von Schwalbach (sie lebt noch 1614), Hermannstein |datum=2008-06-04}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Links daneben: Stein für Heinrich Christoph Schenck zu Schweinsberg (* um 1674; † 23. Dezember 1730) und seine Frau Catharina Susanna (* 21. Februar 1687; † 10. Dezember 1730). Das zentrale Schriftfeld wird von 32 Ahnenwappen gerahmt und von den beiden Vollwappen im Bogenfeld bekrönt.&lt;br /&gt;
* Südwand Chor: Stein für Wilhelm Burkhardt Schenck zu Schweinsberg (* um 1627; † 19. August 1694) und seine Frau Anna Elisabeth (* 3. November 1634; † 7. April 1702). Das zentrale, zweispaltige Schriftfeld wird mit einem geflügelten Engelkopf verziert und von 16 Wappen umgeben. Im geschwungenen Bogenfeld, das mit der Jahreszahl 1696 bezeichnet ist, flankieren zwei geflügelte Engelköpfe ein Rankenmedaillon mit dem [[Allianzwappen]] des Ehepaares.&lt;br /&gt;
* Ostwand des Chores: hochrechteckiger Stein für Caspar Magnus Schenck zu Schweinsberg (* 20. Februar 1545; † 5. Mai 1610). Die Mitte des Steins ziert das Schencksche Wappen. Über und unter demselben sieht man die Wappen seiner vier Frauen.&lt;br /&gt;
* Im Turm: hochrechteckiger Stein für Herman Adolf Schenck zu Schweinsberg († 26. August 1570) und Stein für seinen Sohn Friderich Heinrich Schenck zu Schweinsberg († 23. August 1588).&lt;br /&gt;
Außen an der Nordwand des Chors ist die graue Grabplatte von Pfarrer Johann Rudolph Münch (1707–1772) angebracht. Ein Schriftfeld in einem großen Oval wird von Ranken und Blumen verziert. Links daneben, an der Westwand der Kirche, erinnert eine querrechteckige Platte an Pfarrer Josef Framps († 10. Juni 1575). Es zeigt den Vater mit seinen sechs Töchtern, die etwa zeitgleich an der Pest starben, in kniender Haltung unter dem Gekreuzigten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wagner31&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Orgel ==&lt;br /&gt;
Die Kirche erhielt erst 1837 eine [[Orgel]]. Samt Orgelbühne kostete sie 1100 Gulden, die von der Zivilgemeinde aufgebracht wurden. Die Orgel wurde von der Firma [[Daniel Raßmann]] aus [[Möttau]] erbaut und im Chor aufgestellt. Zur 400-Jahr-Feier der Kirche erhielt die Orgel 1891 ein weiteres [[Register (Orgel)|Register]]. [[Pedal (Orgel)|Pedal]] und [[Manual (Musik)|Manual]] wurden erneuert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] wurden die [[Prospekt (Orgel)|Prospektpfeifen]] eingezogen und erst 1920 wieder eingesetzt. Auch im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] waren sie melde- und abgabepflichtig, wurden aber nicht angefordert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Organistenamt war mit der Stelle des ersten Lehrers (später Hauptlehrer) verbunden. Da dieser bei Anschaffung der Orgel nicht in der Lage war, die Orgel zu spielen, übernahm der Lehrer aus Kleinaltenstädten als erster Organist das Amt in der Kirche. Bis 1949 wurde die Orgel dann immer vom ersten Lehrer gespielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Hermannstein Paulskirche (21).jpg|mini|Klassizistische Raßmann-Orgel von 1837]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Hermannstein Paulskirche (24).jpg|mini|Spieltisch der Orgel]]&lt;br /&gt;
Die Orgel war mehr als hundert Jahre lang mit einem mechanisch betriebenen [[Windwerk|Balg]] versehen. Der Balgtreter wurde von der Gemeinde bezahlt. Später mussten die Konfirmanden den Balg treten. Erst 1954 wurde eine elektrische Windmaschine eingebaut. Die heutige [[Disposition (Orgel)|Disposition]] lautet wie folgt:&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Franz Bösken]] |Titel=Quellen und Forschungen zur Orgelgeschichte des Mittelrheins |Band=Band 2: &#039;&#039;Das Gebiet des ehemaligen Regierungsbezirks Wiesbaden.&#039;&#039; Teil 1: &#039;&#039;A–K&#039;&#039; |Reihe=Beiträge zur Mittelrheinischen Musikgeschichte |BandReihe=7,1 |Verlag=Schott |Ort=Mainz |Datum=1975 |ISBN=3-7957-1307-2 |Seiten=430}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;toptextcells&amp;quot; style=&amp;quot;border-collapse:collapse;&amp;quot; border=&amp;quot;0&amp;quot; cellspacing=&amp;quot;0&amp;quot; cellpadding=&amp;quot;10&amp;quot;&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
{| border=&amp;quot;0&amp;quot;&lt;br /&gt;
|colspan=&amp;quot;3&amp;quot;| &#039;&#039;&#039;I Manual&#039;&#039;&#039; C–f&amp;lt;sup&amp;gt;3&amp;lt;/sup&amp;gt;&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Gedakt || 8′&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Salicional || 8′&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Octave || 4′&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Flöte || 4′&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Spindelflöte || 4′&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Quinte || 3′&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Octave || 2′&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mixtur III ||&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Cromorne || 8′&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
{| border=&amp;quot;0&amp;quot;&lt;br /&gt;
|colspan=&amp;quot;3&amp;quot;| &#039;&#039;&#039;Pedal&#039;&#039;&#039; C–c&amp;lt;sup&amp;gt;1&amp;lt;/sup&amp;gt;&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Subbass || 16′&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Oktavbass || 8′&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Violoncello || 8′&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Koppel (Orgel)|Koppel]]:&#039;&#039; I/P&lt;br /&gt;
* Windauslass&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Glocken ==&lt;br /&gt;
Die älteste erwähnte Glocke stammte noch aus vorreformatorischer Zeit. Sie war auf den Namen &#039;&#039;Maria&#039;&#039; getauft. Eine kleinere Glocke ließ die Gemeinde vor 1787 in Kleinaltenstädten umgießen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1811 wurde die große Glocke von der Firma W. Otto umgegossen.&amp;lt;ref&amp;gt;Hellmut Schliephake: &#039;&#039;Glockenkunde des Kreises Wetzlar.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Heimatkundliche Arbeitsgemeinschaft Lahntal e.&amp;amp;nbsp;V. 12. Jahrbuch.&#039;&#039; 1989, {{ISSN|0722-1126}}, S. 5–150, hier S. 136.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Die kleinere wurde 1842 von [[Glocken- und Kunstgießerei Rincker|Rincker]] in Leun ebenfalls umgegossen. Diese musste 1899 wegen eines Sprungs erneut von der Firma Rincker in Sinn umgegossen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Ersten Weltkrieg musste die große Glocke abgeliefert werden. Sie wurde am 16. Juli 1917 aus dem Glockenturm herabgelassen und am nächsten Morgen zum Bahnhof gebracht. 1920 erhielt die Gemeinde Ersatz für ihre Bronzeglocke. Am 22. August wurde die bei [[Buderus]] gegossene Gussstahlglocke eingeweiht. Die Firma Buderus benötigte zu dieser Zeit Land von der Zivilgemeinde Hermannstein. Für das Entgegenkommen erhielt die Gemeinde unter anderem die Glocke. Sie trägt die Inschrift: „Steh fest im Sturm der Zeit! Gesegnet sei dein Leid! Denk an die Ewigkeit!“ Am 31. März 1942 wurde die kleine Bronzeglocke vom Turm geholt und abgeliefert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wagner25&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 16. November 1955 konnten zwei neue in Karlsruhe gegossene Bronzeglocken am Bahnhof Wetzlar in Empfang genommen und in einem feierlichen Zug zur Kirche gebracht werden. Am 1. Advent 1955 waren die drei Glocken zum ersten Mal zusammen zu hören.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kleinere ist die Gebetsglocke. Sie ist mit den [[Betende Hände|Betenden Hände]] von Dürer verziert und trägt oben die Inschrift: „Haltet an am Gebet“ und am unteren Rand die Worte „[[Verleih uns Frieden gnädiglich]]“. Die große Glocke, die Totenglocke, ist dem Gedächtnis der Gefallenen und Vermissten der beiden Weltkriege gewidmet. Sie trägt als Verzierung das „Vivit-Kreuz“ von Rudolf Koch, neben dem der Spruch &#039;&#039;„Ich lebe und ihr sollt auch leben“&#039;&#039; steht. An ihrem oberen Rand ist die Mahnung des Jeremia „O Land, Land, höre des Herrn Wort!“ angebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=text-align:center&lt;br /&gt;
! Glocke&lt;br /&gt;
! Name&lt;br /&gt;
! Gussjahr&lt;br /&gt;
! Material&lt;br /&gt;
! [[Schlagton]]&lt;br /&gt;
! Inschrift&lt;br /&gt;
|- &lt;br /&gt;
| 1 || || 1920 || Gussstahl || &#039;&#039;&#039;a¹&#039;&#039;&#039; || &#039;&#039;Steh fest im Sturm der Zeit! Gesegnet sei dein Leid! Denk an die Ewigkeit!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|- &lt;br /&gt;
| 2 || align=left | &#039;&#039;Totenglocke&#039;&#039; || 1955 || Bronze || &#039;&#039;&#039;h¹&#039;&#039;&#039; || align=left | &#039;&#039;Ich lebe und ihr sollt auch leben&#039;&#039;  {{0}}●{{0}}  &#039;&#039;O Land, Land, höre des Herrn Wort!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|- &lt;br /&gt;
| 3 || &#039;&#039;Gebetsglocke&#039;&#039; || 1955 || Bronze || &#039;&#039;&#039;fis²&#039;&#039;&#039; || align=left | &#039;&#039;Haltet an am Gebet&#039;&#039;  {{0}}●{{0}}  &#039;&#039;Verleih uns Frieden gnädiglich&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das in Hermannstein übliche Läuten um 10 und um 17 Uhr geht auf eine Verordnung des [[Georg II. (Hessen-Darmstadt)|Landgrafen Georg II.]] während des Dreißigjährigen Krieges zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kirchhof ==&lt;br /&gt;
Der Platz um die Kirche war schon in früheren Jahrhunderten von Mauern umgeben und wurde als [[Friedhof|Kirchhof]] genutzt. Nachdem ab 1785 die Totenbestattung in Kirchen verboten war, wurden auch drei Angehörige der Familie Schenck zu Schweinsberg auf dem Kirchhof begraben. Dies waren im Oktober 1785 die Frau von Eberhard Schenck zu Schweinsberg, Louise Friderike, sowie 1778 und 1791 zwei Kinder von Eberhard Schenck. Im Nordosten des Chors erinnert ein Grabstein an Gottfried Wilhelm Seidensticker († 1814), einen Pächter des Gutshofes.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wagner31&amp;quot;&amp;gt;Wagner: &#039;&#039;Zur Geschichte von Kirche und Pfarrhaus in Hermannstein.&#039;&#039; 2007, S. 31.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Kirchhof nicht erweiterungsfähig war, wurde Anfang des 19. Jahrhunderts ein neuer Friedhof erforderlich, der vor dem Dorf (gegenüber dem jetzigen Friedhofs) angelegt wurde. Dieser Friedhof musste 1844 und 1873 erneut erweitert werden. Auf diesem Friedhof wurden vier Mitglieder der Familie Schenck zu Schweinsberg beerdigt: Freiherr Ludwig Ernst Karl Schenck zu Schweinsberg im Jahr 1847, sein Sohn Wilhelm Schenck zu Schweinsberg 1874, dessen Frau Elisabeth 1906 und Freiherr Ferdinand Schenck zu Schweinsberg 1920. Diese Gräber blieben vorhanden, als der Friedhof in eine öffentliche Anlage umgestaltet und die noch vorhandenen Gräber eingeebnet wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der jetzige Friedhof wurde Anfang 1904 eingeweiht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Pfarrhaus ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Hermannstein Pfarrhaus (02).jpg|mini|Pfarrhaus im Norden der Kirche]]&lt;br /&gt;
Das [[Pfarrhaus (Hermannstein)|Pfarrhaus]] wurde 1494 als Witwensitz von Johanns Schwester Anna von Schenck zu Schweinsberg verwitwete [[Riedesel]] zu Eisenbach direkt neben der Kirche gebaut und diente als [[Einsiedelei|Klause]] für [[Beginen und Begarden|Beginen]]. Anna von Schenck zu Schweinsberg war von Anfang an Vorsteherin des Konvents. Vom ersten Geschoss der Giebelseite des südlichen Anbaus führte ein gedeckter Brückengang zur Nordwestempore der Kirche, der in den 1770er Jahren entfernt wurde. Die vermauerten Zugangstüren sind heute noch erkennbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wagner23&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wilhelmsheim ==&lt;br /&gt;
1886 ließ Freifrau Elisabeth Schenck zu Schweinsberg ein Gebäude vor den Toren des Dorfes (heute in der Falltorstraße) erbauen, welches sie an das [[Elisabethenstift (Darmstadt)|Diakonissen-Mutterhaus Elisabethenstift]] zu Darmstadt übergab, mit der Verpflichtung, der Gemeinde Hermannstein eine Kinder- und eine Krankenschwester zur Verfügung zu stellen. Zur Unterhaltung der Station stiftete sie ein Kapital von 30.000 Mark. Das Haus wurde am 10. Juli 1887 eingeweiht. Am nächsten Tag nahmen 41 Kinder ihre &amp;quot;Kleinkinderschule&amp;quot; in Besitz. 1924 war die Zahl der Kinder auf 69 angewachsen, sodass der Kinderschwester eine Hilfskraft beigegeben werden musste. Das Wilhelmsheim war der älteste [[Kindergarten]] des [[Landkreis Wetzlar|Kreises Wetzlar]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1939 übernahm die [[Nationalsozialistische Volkswohlfahrt]] das Elisabethenstift in Darmstadt. Am 11. August 1941 wurde der Kindergarten im Wilhelmsheim ebenfalls von der NSV übernommen. Die Krankenpflegestation durfte zunächst weitergeführt werden. Im August 1942 wurde die Zivilgemeinde Hermannstein Eigentümerin des Wilhelmsheimes. Nach Kriegsende konnte es nicht mehr mit [[Diakonisse]]n besetzt werden, diente aber weiterhin als Kindergarten und Schwesternstation. Heute befindet sich das Gebäude in Privatbesitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gemeindehaus ==&lt;br /&gt;
Das Wilhelmsheim diente auch als kirchlicher Versammlungsraum, in dem Sing- und Leseabende, Kindergottesdienste und [[Katechumenat|Katechumenenunterricht]] stattfanden. Nach dem Zweiten Weltkrieg stand diese Einrichtung nicht mehr zur Verfügung, sodass die Kirchengemeinde einen neuen Raum für die Gemeinde- und Jugendarbeit benötigte. Im Juli 1958 konnte mit dem Bau, der mit 40.000 DM veranschlagt war, im Pfarrhof begonnen werden. Durch Haussammlungen, einen Zuschuss der Kirchenleitung und Spenden der Zivilgemeinde, der Wetzlarer Industrie, des Patronats sowie Privatpersonen kamen 25.000 DM zusammen. Am 25. Januar 1959 wurde der Gemeindesaal eingeweiht. Dieser Neubau war schon Ende der 1960er Jahre an seiner Kapazitätsgrenze angelangt, der Baubeginn des neuen Gemeindezentrums zog sich aber noch lange hin. Zwischenzeitlich wurden der alte Gemeindesaal und die Pfarrscheune wegen des Ausbaus der neuen Blasbacher Straße abgerissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das neue Gemeindehaus wurde am 23. Oktober 1977 eingeweiht und erfüllt seither die räumlichen Anforderungen an das kirchliche Gemeindeleben in Hermannstein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Pfarrer ==&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|- class=&amp;quot;hintergrundfarbe5&amp;quot;&lt;br /&gt;
! |Name&lt;br /&gt;
! |Amtszeit&lt;br /&gt;
! |Anmerkungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Caspar Drecul († 1527)&lt;br /&gt;
|um 1500&lt;br /&gt;
|Erster namentlich nachgewiesener und wahrscheinlich einziger [[Römisch-katholische Kirche|katholischer]] Pfarrer.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Gerlach Reuter&lt;br /&gt;
|1545–?&lt;br /&gt;
|Gehörte ab 1527 in [[Philipps-Universität Marburg|Marburg]] zu den ersten Studenten der evangelischen Theologie.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Josef Framps († 1575)&lt;br /&gt;
|?–1575&lt;br /&gt;
|Starb mit seinen sechs Töchtern an der [[Pest]].&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Johannes Ockershausen&lt;br /&gt;
|1607–1619&lt;br /&gt;
|War gleichzeitig Pfarrer in Wetzlar.&amp;lt;br/&amp;gt;Wurde abgesetzt, da er das [[Reformierte Kirchen|reformierte Glaubensbekenntnis]] nicht einführen wollte.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Justus Unckelius&lt;br /&gt;
|1619–1624&lt;br /&gt;
|Einziger [[Reformierte Kirchen|calvinistischer]] Pfarrer in Hermannstein.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Burkhard Liebenthal&lt;br /&gt;
|1624–1625&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Johann Caspar Krause († 1636)&lt;br /&gt;
|1625–1631&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Caspar Schlesinger&lt;br /&gt;
|1631–?&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Conrad Ruppel (* 1609; † 1673)&lt;br /&gt;
|?–1638&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Johannes Löhr&lt;br /&gt;
|1656–1661&lt;br /&gt;
|Vor seinem Übertritt zur evangelischen Kirche soll er 13 Jahre [[Jesuiten|Jesuit]] gewesen sein.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Jakob Halgans (* 1637)&lt;br /&gt;
|1662–1673&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Johann Philipp Burkhard Lantz (* 1644)&lt;br /&gt;
|1674–1691&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Johann Helfrich Schräling&lt;br /&gt;
|1692–1693&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Johann Daniel Drullmann († 1726)&lt;br /&gt;
|1693–1708&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Georg Simon Giller&lt;br /&gt;
|1708–1727&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Christoph Ernst Raabe († 1773)&lt;br /&gt;
|1727–1732&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Johannes Eusebius Roth (* 1675; † 1732)&lt;br /&gt;
|1732&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Johann Rudolf Münch (* 1707; † 1772)&lt;br /&gt;
|1732–1772&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Gottlieb Christian Bähr (* 1748)&lt;br /&gt;
|1772–1779&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Philipp Carl Fischer (* 1746; † 1817)&lt;br /&gt;
|1779–1785&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Johann Joachim Friedrich Görtz († 1828)&lt;br /&gt;
|1785–1794&lt;br /&gt;
|1794–1807 Pfarrer der [[Aegidienkirche (Hannover)]], danach Pfarrer in Melbach (Wetterau)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Johann Jacob Waldeck&lt;br /&gt;
|1795–1799&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Ludwig Wilhelm Steinberger (* 1766; † 1827)&lt;br /&gt;
|1799–1827&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Johann Heinrich Spamer (* 1803; † 1886)&lt;br /&gt;
|1828–1869&lt;br /&gt;
|Wegen schwerer Schicksalsschläge und einem rheumatischen Leiden bat er 1857 um einen Vikar.&amp;lt;br/&amp;gt;War bis zu seinem Tod 1886 Inhaber der Pfarrstelle.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Friedrich Ernst Krauss&lt;br /&gt;
|1857–1859&lt;br /&gt;
|Vikar zur Unterstützung von Pfarrer Spamer&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Wilhelm Georgi&lt;br /&gt;
|1859–1860&lt;br /&gt;
|Vikar&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Christian Wilhelm Emil Schwan&lt;br /&gt;
|1860–1861&lt;br /&gt;
|Vikar&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Johann Gottfried Karl Koch&lt;br /&gt;
|1861–1865&lt;br /&gt;
|Vikar&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Karl Wilhelm Reitz (* 1839)&lt;br /&gt;
|1865–1869&lt;br /&gt;
|Vikar&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Karl Wilhelm Reitz&lt;br /&gt;
|1869–1872&lt;br /&gt;
|Pfarrverweser&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Karl Ernst August Philipp Engel&lt;br /&gt;
|1872–1886&lt;br /&gt;
|Pfarrverweser&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Karl Wilhelm Reitz&lt;br /&gt;
|1886–1902&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Gustav Otto Philipp Emanuel Hammann (* 1859; † 1916)&lt;br /&gt;
|1902–1916&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Otto Alfred Hasselmann († 1937)&lt;br /&gt;
|1916–1921&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Gustav Karl Hanstein (* 1874)&lt;br /&gt;
|1922–1939&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Karl Zulauf (* 1907; † 1941)&lt;br /&gt;
|1939–1941&lt;br /&gt;
|Meldete sich freiwillig zum Heer und konnte seinen Dienst in Hermannstein nur während der kurzen Urlaubszeiten versehen.&amp;lt;br/&amp;gt;Er fiel am 6. Juli 1941 in Nordfinnland.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Hermann Schmidt (* 1913)&lt;br /&gt;
|1947–1967&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Wolfgang Höhler (* 1936)&lt;br /&gt;
|1968–1974&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Ernst-Wolfgang Credner (* 1944)&lt;br /&gt;
|1974–1978&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Sepp Scheerer (* 1942)&lt;br /&gt;
|1978–1982&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Gerhard Failing (* 1954)&lt;br /&gt;
|1983–&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Wolfgang Grieb&lt;br /&gt;
|1995–&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Georg Dehio]]: &#039;&#039;[[Dehio-Handbuch|Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler]], Hessen I. Regierungsbezirke Gießen und Kassel.&#039;&#039; Bearbeitet von [[Folkhard Cremer]], Tobias Michael Wolf und anderen. Deutscher Kunstverlag, München u.&amp;amp;nbsp;a. 2008, ISBN 978-3-422-03092-3, S. 409.&lt;br /&gt;
* [[Wilhelm Diehl]]: &#039;&#039;Pfarrer- und Schulmeisterbuch für die acquirierten Lande und die verlorenen Gebiete&#039;&#039; (= &#039;&#039;Hassia sacra.&#039;&#039; Bd. 7). Selbstverlag, Darmstadt 1933, S. 241.&lt;br /&gt;
* Gerhard Kleinfeldt, [[Hans Weirich]]: &#039;&#039;Die mittelalterliche Kirchenorganisation im oberhessisch-nassauischen Raum&#039;&#039; (= &#039;&#039;Schriften des Instituts für geschichtliche Landeskunde von Hessen und Nassau 16&#039;&#039;). N. G. Elwert, Marburg 1937, ND 1984, S. 200.&lt;br /&gt;
* [[Landesamt für Denkmalpflege Hessen]] (Hrsg.); Reinhold Schneider (Bearb.): &#039;&#039;Kulturdenkmäler in Hessen. Stadt Wetzlar&#039;&#039; (= &#039;&#039;[[Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland]]&#039;&#039;). Theiss, Stuttgart 2004, ISBN 3-8062-1900-1, S. 410–412.&lt;br /&gt;
* [[Ferdinand Luthmer]] (Bearb.): &#039;&#039;Die Bau- und Kunstdenkmäler der Kreise Biedenkopf, Dill, Oberwesterwald und Westerburg.&#039;&#039; Heinrich Keller, Frankfurt am Main 1910, S. 45–46 ([https://www.dilibri.de/rlb/content/pageview/1043283 online]).&lt;br /&gt;
* Maria Mack: &#039;&#039;Chronik der Gemeinde Hermannstein – Teil I.&#039;&#039; Herausgegeben von der Ev. Kirchengemeinde Hermannstein, Hermannstein 1991.&lt;br /&gt;
* Frank Wagner: &#039;&#039;Zur Geschichte von Kirche und Pfarrhaus in Hermannstein.&#039;&#039; Herausgegeben von der Kirchengemeinde Hermannstein. Hermannstein 2007.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Paulskirche (Hermannstein)}}&lt;br /&gt;
* [http://kirchengemeinde-hermannstein.de/ Homepage der Kirchengemeinde]&lt;br /&gt;
* {{DenkXweb|objekt=25348|titel=Evangelische Pfarrkirche}}&lt;br /&gt;
* {{LAGIS|titel=Hermannstein|DB=OL |ID=8482|datum=}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Kirchen in Wetzlar}}&lt;br /&gt;
{{Coordinate |NS=50/34/45.77/N |EW=8/29/30/E |type=landmark |region=DE-HE}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Hermannstein, Paulskirche}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kirchengebäude des Dekanats Biedenkopf-Gladenbach]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kirchengebäude in Wetzlar|Paulskirche]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kulturdenkmal in Wetzlar|Paulskirche]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pauluskirche]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hermannstein|Paulskirche]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kirchengebäude in Europa]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Saalkirche in Hessen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Erbaut in den 1490er Jahren]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Disposition einer Orgel]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geläut]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>2.200.111.241</name></author>
	</entry>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Evangelische_Kirche_Blasbach&amp;diff=2473159</id>
		<title>Evangelische Kirche Blasbach</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Evangelische_Kirche_Blasbach&amp;diff=2473159"/>
		<updated>2024-06-01T16:34:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;2.200.111.241: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Blasbach Kirche (17).jpg|mini|Kirche in Blasbach von Süden]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Blasbach Kirche (14).jpg|mini|hochkant|Kirche in Blasbach von Osten]]&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;&#039;Evangelische Kirche&#039;&#039;&#039; ist ein [[Denkmalschutz|denkmalgeschütztes]] Kirchengebäude in [[Blasbach]], einem Stadtteil von [[Wetzlar]] im [[Lahn-Dill-Kreis]] ([[Hessen]]). Die im Kern [[Gotik|gotische]] [[Saalkirche]] mit Schopf[[walmdach]] erhielt in den Jahren 1712–1716 ihre heutige Gestalt samt der [[barock]]en Ausstattung und dem zweigeschossigen [[Dachreiter|Haubendachreiter]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dehio&amp;quot;&amp;gt;Dehio: &#039;&#039;Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Hessen.&#039;&#039; 1982, S. 96.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Eine Kirche in Blasbach wird bereits im Jahr 787 im [[Lorscher Codex]] erwähnt,&amp;lt;ref&amp;gt;Kleinfeldt, [[Hans Weirich|Weirich]]: &#039;&#039;Die mittelalterliche Kirchenorganisation im oberhessisch-nassauischen Raum.&#039;&#039; 1937, S. 203.&amp;lt;/ref&amp;gt; als ein Eberhart von Blasbach eine [[Eigenkirche]] und weiteren Besitz samt vier Leibeigenen dem [[Kloster Lorsch]] schenkte: „pago Logenehe in uilla Blasbach mansum I et Ecclesiam que ibidem constructa est“ (im Gau Lahnau im Dorf Blasbach eine Hofreite, eine Kirche, die dort errichtet ist).&amp;lt;ref&amp;gt;Karl Glöckner, Historische Kommission für den Volksstaat Hessen (Hrsg.): &#039;&#039;Codex Laureshamensis.&#039;&#039; Band 3/2: &#039;&#039;Kopialbuch.&#039;&#039; Historischer Verein für Hessen, Darmstadt 1936, Nr. 3087, S. 210 ([https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/gloeckner1936bd3/0222/image online]). In Nr. 3721 wird er Ebur genannt.&amp;lt;/ref&amp;gt; Damit gehört die Blasbacher Kirche zu den ältesten im Lahn-Dill-Gebiet.&amp;lt;ref&amp;gt;Kube: &#039;&#039;Chronik der Kirchengemeinde.&#039;&#039; 1987, S. 87.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das ursprüngliche [[Patrozinium]] ist nicht bekannt. Bauliche Reste dieser fränkischen Kirche sind nicht nachgewiesen. Das [[Kloster Schiffenberg]] hatte hier im Jahr 1150 zwei Leibeigene.&amp;lt;ref&amp;gt;Abicht: &#039;&#039;Der Kreis Wetzlar, historisch, statistisch und topographisch dargestellt.&#039;&#039; Bd. 2. 1836, S. 190, {{Google Buch|BuchID=3_w2AAAAYAAJ|Band=2|Seite=190}}.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Kirche der Herren von Blasbach ging im 13. Jahrhundert an die Grafen von [[Solms (Adelsgeschlecht)|Solms]] über. Für das Jahr 1307 ist ein Pfarrer namens Werner und für 1365 ein [[Leutpriester|Pleban]] nachgewiesen. Ab 1432 ging das [[Kirchenpatronat|Patronatsrecht]] an die Grafen von [[Solms-Hohensolms]] über. Blasbach gehörte im ausgehenden Mittelalter zum Dekanat (Archipresbyterat) Wetzlar im [[Archidiakon]]at [[St. Lubentius (Dietkirchen)|St. Lubentius Dietkirchen]] im [[Bistum Trier]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Lagis&amp;quot;&amp;gt;{{LAGIS|titel=Blasbach|DB=OL |ID=8361|datum= |zugriff=2018-10-10}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Einführung der [[Reformation]] ab 1526 wechselte die Kirchengemeinde zum evangelischen Bekenntnis. Erster Pfarrer des neuen Glaubens war Anton Thönges Schuler, der von 1558 bis 1574 in Blasbach wirkte. Weder vor noch nach der Reformation hatte Blasbach eine Filialkirche.&amp;lt;ref&amp;gt;Diehl: &#039;&#039;Pfarrer- und Schulmeisterbuch.&#039;&#039; 1933, S. 237.&amp;lt;/ref&amp;gt; Um 1606 nahm die Gemeinde das reformierte Bekenntnis an, um 1624 endgültig zum lutherischen zurückzukehren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Lagis&amp;quot; /&amp;gt; Möglicherweise hielt die Gemeinde aber auch ununterbrochen an der lutherischen Tradition fest, während das benachbarte [[Evangelische Kirche Hohensolms|Hohensolms]] reformiert wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;Kube: &#039;&#039;Chronik der Kirchengemeinde.&#039;&#039; 1987, S. 95.&amp;lt;/ref&amp;gt; Pfarrer Justus Hannewaker musste 1624 Blasbach verlassen, weil er das reformierte Bekenntnis vertrat.&amp;lt;ref&amp;gt;Diehl: &#039;&#039;Pfarrer- und Schulmeisterbuch.&#039;&#039; 1933, S. 237–238.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die eingreifende Erneuerung der Kirche, deren gotisches Mauerwerk zum Teil einbezogen wurde, wurde am 11. November 1712 mit einer Kirchweihe gefeiert. Weitere Arbeiten folgten bis 1716 und wurden im Jahr 1717 abgeschlossen. Eine Renovierung der Kirche oder gar eine Erweiterung nach Osten wurde im Jahr 1785 durchgeführt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;KDM&amp;quot;&amp;gt;{{DenkXweb|objekt=25280|titel=Evangelische Pfarrkirche}}, abgerufen am 10. Oktober 2018.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Jahr 1817 trat die Kirchengemeinde der [[Evangelische Kirche der altpreußischen Union|Evangelischen Kirche der altpreußischen Union]] bei. An der Ostseite wurde 1851 eine Empore samt Orgel eingebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1923 wurden Kirche und Dorf elektrifiziert.&amp;lt;ref&amp;gt;Kube: &#039;&#039;Chronik der Kirchengemeinde.&#039;&#039; 1987, S. 112.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bis 1925 ermöglichte ein schmaler Brettervorbau an der Westseite, der bis in den Giebel reichte, den Zugang zum Dachboden. Eine Innenrenovierung im Jahr 1962 schloss den Einbau einer neuen Orgel und die Freilegung der Deckenmalereien ein. Seit 1971 sind die Kirchengemeinden in Blasbach und Hohensolms pfarramtlich verbunden.&amp;lt;ref&amp;gt;Kube: &#039;&#039;Chronik der Kirchengemeinde.&#039;&#039; 1987, S. 126.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Zuge der Außenrenovierung im Jahr 1982 erhielt die Nordseite einen Vorbau für das Treppenhaus zu den Emporen und für den Geräteschuppen. An der Südseite entstand ein Vorbau, der als [[Windfang (Architektur)|Windfang]] dient.&amp;lt;ref name=&amp;quot;KDM&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kirchengemeinde Blasbach gehört zum [[Evangelischer Kirchenkreis an Lahn und Dill|Evangelischen Kirchenkreis an Lahn und Dill]] in der [[Evangelische Kirche im Rheinland|Evangelischen Kirche im Rheinland]]. Die Pfarrstelle für die Evangelischen Kirchengemeinden Hohensolms und Blasbach wurde Ende 2019 aufgehoben. Seit dem 1. Januar 2020 besteht eine [[pfarramtliche Verbindung]] mit der evangelischen Kirchengemeinde [[Aßlar]] (Bezirk 2).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://evangelisch-an-lahn-und-dill.de/kirchengemeinden/asslar-blasbach/ Evangelischer Kirchenkreis an Lahn und Dill], abgerufen am 20. Januar 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichzeitig gibt es Zusammenarbeit mit der evangelischen Kirchengemeinde [[Hermannstein]], die zur [[Evangelische Kirche in Hessen und Nassau|Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau]] gehört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Architektur ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Blasbach Kirche (37).jpg|mini|hochkant|Innenraum mit Längsunterzug]]&lt;br /&gt;
Der [[Ostung|geostete]] Saalbau aus weiß verputztem Bruchsteinmauerwerk ist im Ortszentrum an der Hauptstraße auf einer Anhöhe errichtet. Dem im Westen und Osten abgewalmten [[Satteldach]] ist etwa mittig ein zweigeschossiger Haubendachreiter aufgesetzt. Die Südseite ist mit zwei kleinen Gauben bestückt. Dach, Dachreiter und Giebel sind vollständig verschiefert. Konstruiert ist der Dachstuhl als [[Dachstuhl#Liegender Stuhl|liegender Stuhl]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der achtseitige Dachreiter hat in beiden Geschossen kleine Schallöffnungen mit Stichbogen für das Geläut. Die Welsche Haube wird von einem vergoldeten Wetterhahn mit einem verzierten Kreuz und Turmknauf bekrönt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Innenraum wird durch an der Nordseite und an beiden Giebelseiten durch je ein Rechteckfenster und an der Südseite durch mehrere Rechteckfenster unterschiedlicher Größe und in unterschiedlicher Höhe belichtet. Die Kirche wird durch ein spitzbogiges Südportal erschlossen, dessen [[Türblatt]] erhalten ist. Beide Vorbauten von 1982 sind verschiefert und haben ein Pultdach. Der nördliche Anbau dient als Nebeneingang und als Außenzugang zu den Emporen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;KDM&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausstattung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Blasbach Kirche (04).jpg|mini|links|Altarbereich]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Blasbach Kirche (05).jpg|mini|hochkant|Kanzel]]&lt;br /&gt;
Die Spiegeldecke mit [[Unterzug (Bauwesen)|Längsunterzug]] ruht auf einem achtseitigen Mittelpfosten mit [[Kopfband|Kopfbändern]]. Die Inschrift „DEN 25 T · AVGV 1712“ weist auf das Datum der Errichtung des Dachstuhls durch den Licher Zimmermeister Johann Conrad Paar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;KDM&amp;quot; /&amp;gt; Der Längsunterzug wird im Osten von einem Querbalken gestützt, der an der Südwand von einem Wandpfosten getragen wird, an dem die Kanzel angebracht ist. Die [[Stuck]]decke wird optisch durch gemalte Säulen gestützt und durch acht Bildmedaillons und geometrische Figuren verziert. Zwei runde Spiegel zeigen über der Westempore Mond und Sterne und die nächsten beiden ovalen Spiegel Adam und Eva und einen Engel. Weiter östlich sind in zwei runden Spiegeln plastische Traubengehänge mit Weinlaub gestaltet. Zwei ovale Spiegel über der Orgel stellen Sonne und Sterne dar. Vermutlich datiert die Stuckdecke von 1775.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dehio&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Westen und Norden wurde 1712 eine Winkelempore eingebaut, die auf viereckigen Pfosten mit Kopfbändern ruht. Der mittlere Pfosten der Nordempore trägt die Inschrift „G · E · ABE PFARR 1712“, die auf Pfarrer Georg Eberhard Abeckern hinweist, der von 1704 bis 1741 die Gemeinde betreute. Die Brüstung hat kassettierte Füllungen mit schlichten Wolkenmalereien. Die Ostempore von 1851 dient als Aufstellungsort für die Orgel. Eine gemalte [[Kreuzigungsgruppe]] an der Ostwand (heute hinter der Orgel) hat eine datierte Inschrift: „DOMVS RENOVATA / ANNO CHRISTI DIE 16. / SEPTEMBER 1775 / SVB PASTORATV… / CHRISTIANI PAVLI COLERI / G . W . [?]“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;KDM&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ältestes Ausstattungsstück ist das hölzerne Taufbecken in Form einer achteckigen Säule mit der Inschrift „1611 den 27 julius“. Der schlichte Blockaltar mit überstehender Platte ist um eine Stufe erhöht und aus Holz gefertigt. Die hölzerne [[Kanzel]] entstand im 18. oder 19. Jahrhundert, vielleicht 1851 im Zusammenhang mit dem Bau der Ostempore und der Orgel.&amp;lt;ref name=&amp;quot;KDM&amp;quot; /&amp;gt; Der polygonale Kanzelkorb ruht auf einem profilierten viereckigen Fuß. Die Kanzelfelder haben kleine hochrechteckige Füllungen in zwei Ebenen. Der Kanzelkorb hat oben und unten profilierte umlaufende Gesimskränze. Ihm entspricht ein achtseitiger profilierter Schalldeckel. Der Kanzelaufgang geht in einen hölzernen [[Pfarrstuhl]] über, der bis an die Ostwand reicht und im unteren Bereich kassettierte Füllungen und im oberen Bereich durchbrochenes Rautenwerk hat. Der Pfarrstuhl verbirgt den Treppenaufgang zur Ostempore. Das hölzerne [[Kirchengestühl]] bildet einen Mittelblock und ist auf Altar und Kanzel ausgerichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Orgel ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Blasbach Kirche (52).jpg|mini|Orgelprospekt von 1851]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Blasbach Kirche (44).jpg|mini|hochkant|Blick ins Orgelinnere]]&lt;br /&gt;
Die [[Orgel]] wurde im Jahr 1851 mit neun [[Register (Orgel)|Registern]] auf einem [[Manual (Musik)|Manual]] und [[Pedal (Orgel)|Pedal]] gebraucht erworben und von Friedrich Ziese auf der neuen Ostempore eingebaut.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dehio&amp;quot; /&amp;gt; Der Orgelbauer empfahl 1853 die Erweiterung um ein zweites Manual, was aber nicht ausgeführt wurde. Die Licher Firma [[Förster &amp;amp; Nicolaus Orgelbau]] baute 1962 hinter dem historischen [[Prospekt (Orgel)|Prospekt]] ein neues Orgelwerk mit sieben Registern. Im Jahr 1963 erfolgte die Einweihung. Die [[Disposition (Orgel)|Disposition]] lautet wie folgt:&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Franz Bösken]] |Titel=Quellen und Forschungen zur Orgelgeschichte des Mittelrheins |Band=Band 2: &#039;&#039;Das Gebiet des ehemaligen Regierungsbezirks Wiesbaden.&#039;&#039; Teil 1: &#039;&#039;A–K&#039;&#039; |Reihe=Beiträge zur Mittelrheinischen Musikgeschichte |BandReihe=7,1 |Verlag=Schott |Ort=Mainz |Datum=1975 |ISBN=3-7957-1307-2|Seiten=82}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;toptextcells&amp;quot; style=&amp;quot;border-collapse:collapse;&amp;quot; border=&amp;quot;0&amp;quot; cellspacing=&amp;quot;0&amp;quot; cellpadding=&amp;quot;10&amp;quot;&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
{| border=&amp;quot;0&amp;quot;&lt;br /&gt;
|colspan=&amp;quot;3&amp;quot;| &#039;&#039;&#039;Manual&#039;&#039;&#039; C–f&amp;lt;sup&amp;gt;3&amp;lt;/sup&amp;gt;&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Gedackt || 8′&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Prinzipal || 4′&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Rohrflöte || 4′&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Spitzflöte || 2′&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mixtur III–IV || {{Bruch|1|1|3}}′&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
{| border=&amp;quot;0&amp;quot;&lt;br /&gt;
|colspan=&amp;quot;3&amp;quot;| &#039;&#039;&#039;Pedal&#039;&#039;&#039; C–f&amp;lt;sup&amp;gt;1&amp;lt;/sup&amp;gt;&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Subbass || 16′&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Oktavbass || 8′&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Koppel (Orgel)|Koppeln]]:&#039;&#039; I/P&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geläut ==&lt;br /&gt;
Der neue Dachreiter erhielt 1717 durch Umguss einer älteren Glocke eine kleine Glocke. Da die große Glocke aus der alten Kirche nicht mehr in den Dachreiter passte, wurde sie 1728 von [[Glocken- und Kunstgießerei Rincker|Rincker]] umgegossen. Sie ging in den Kriegswirren des 18. Jahrhunderts verloren, sodass die Gemeinde 1767 eine neue Glocke von Henschel anschaffte. Die kleine Glocke wurde 1805 durch eine ersetzt, die Rincker 1803 gegossen hatte (155 kg). Sie hatte folgende Inschrift: „Ich nehme Deil an Freud und Leid und rufe euch zur Seligkeit. Rincker von Leun goss mich 1803“. 1917 an die Rüstungsindustrie abgeliefert, wurde sie 1922 durch Rincker ersetzt, 1940 abgeliefert und 1949 wiederum ersetzt.&amp;lt;ref&amp;gt;Hellmut Schliephake: &#039;&#039;Glockenkunde des Kreises Wetzlar.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Heimatkundliche Arbeitsgemeinschaft Lahntal e.&amp;amp;nbsp;V. 12. Jahrbuch.&#039;&#039; 1989, {{ISSN|0722-1126}}, S. 5–150, hier S. 132.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die kleine Glocke trägt die Inschrift der 1922 abgelieferten Glocke.&amp;lt;ref name=&amp;quot;KDM&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|- class=&amp;quot;hintergrund5&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Nr.&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;amp;nbsp;&lt;br /&gt;
! Gussjahr&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;amp;nbsp;&lt;br /&gt;
! Gießer, Gussort&lt;br /&gt;
! Masse&amp;lt;br /&amp;gt;(kg)&lt;br /&gt;
! [[Schlagton]]&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;amp;nbsp;&lt;br /&gt;
! Inschrift&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;amp;nbsp;&lt;br /&gt;
! Bild&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;amp;nbsp;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1 || 1767 || Jakob Henschel || align=&amp;quot;right&amp;quot;| ||  &#039;&#039;&#039;h&amp;lt;sup&amp;gt;1&amp;lt;/sup&amp;gt;&#039;&#039;&#039; || {{&amp;quot;|Text=&#039;&#039;In Gottes Namen floß ich / Jakob Hunschel goß mich&#039;&#039; [+ Namen]}} || [[Datei:Blasbach Kirche (48).jpg|140x140px]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 2 || 1949 || [[Glocken- und Kunstgießerei Rincker|Rincker]], Sinn || align=&amp;quot;right&amp;quot;|170 ||  &#039;&#039;&#039;d&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt;&#039;&#039;&#039; || {{&amp;quot;|Text=&#039;&#039;Den fürs Vaterland Gefallenen: / Ich gab mein Erz. Sie gaben ihr Herz. / Geh’ himmelwärts. / W. Rinker goß mich AD 1922&#039;&#039;}} || [[Datei:Blasbach Kirche (49).jpg|140x140px]]&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Friedrich Kilian Abicht]]: &#039;&#039;Der Kreis Wetzlar, historisch, statistisch und topographisch dargestellt.&#039;&#039; Band 2. Wetzlar 1836, S. 190–191, {{Google Buch|BuchID=3_w2AAAAYAAJ|Band=2|Seite=190}}.&lt;br /&gt;
* [[Georg Dehio]]: &#039;&#039;[[Dehio-Handbuch|Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler]], Hessen&#039;&#039;. 2. Auflage Deutscher Kunstverlag, München 1982, ISBN 3-422-00380-0, S. 95–96.&lt;br /&gt;
* [[Wilhelm Diehl]]: &#039;&#039;Pfarrer- und Schulmeisterbuch für die acquirierten Lande und die verlorenen Gebiete&#039;&#039; (= &#039;&#039;Hassia sacra.&#039;&#039; Bd. 7). Selbstverlag, Darmstadt 1933, S. 237–238.&lt;br /&gt;
* Gerhard Kleinfeldt, [[Hans Weirich]]: &#039;&#039;Die mittelalterliche Kirchenorganisation im oberhessisch-nassauischen Raum&#039;&#039; (= &#039;&#039;Schriften des Instituts für geschichtliche Landeskunde von Hessen und Nassau 16&#039;&#039;). N. G. Elwert, Marburg 1937, ND 1984, S. 193.&lt;br /&gt;
* Hanna Kube: &#039;&#039;Chronik der Kirchengemeinde.&#039;&#039; In: Ingrid Lamm, Klaus Lamm (Hrsg.): &#039;&#039;1200 Jahre Blasbach. Vorgestellt in Wort und Bild.&#039;&#039; Arbeitsgemeinschaft 1200 Jahre Blasbach, Blasbach 1987, S. 87–132.&lt;br /&gt;
* [[Landesamt für Denkmalpflege Hessen]] (Hrsg.); Reinhold Schneider (Bearb.): &#039;&#039;Kulturdenkmäler in Hessen. Stadt Wetzlar&#039;&#039; (= &#039;&#039;[[Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland]]&#039;&#039;). Theiss, Stuttgart 2004, ISBN 3-8062-1900-1, S. 368–370.&lt;br /&gt;
* Heinrich Läufer (Bearb.): &#039;&#039;Gemeindebuch der Kreissynoden Braunfels und Wetzlar.&#039;&#039; Herausgegeben von den Kreissynoden Braunfels und Wetzlar. Lichtweg, Essen 1953, S. 25–26.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Evangelische Kirche (Blasbach)}}&lt;br /&gt;
* [https://evangelisch-an-lahn-und-dill.de/kirchengemeinden/asslar-blasbach/ Webpräsenz des Evangelischen Kirchenkreises an Lahn und Dill]&lt;br /&gt;
* [https://www.wetzlar.de/leben-in-wetzlar/stadtportraet/stadtteile/blasbach.php Blasbach auf wetzlar.de]&lt;br /&gt;
* {{DenkXweb|objekt=25280|titel=Evangelische Pfarrkirche}}&lt;br /&gt;
* {{LAGIS|titel=Blasbach|DB=OL |ID=8361|datum= |zugriff=2018-10-10}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Kirchen in Wetzlar}}&lt;br /&gt;
{{Coordinate|NS=50.610043|EW=8.519052|type=landmark|dim=400|region=DE-HE}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gotische Kirche|Blasbach]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kirchengebäude des Evangelischen Kirchenkreises an Lahn und Dill|Blasbach]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kirchengebäude in Europa]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Erbaut in den 1710er Jahren|Blasbach]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kulturdenkmal in Wetzlar|Blasbach]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kirchengebäude in Wetzlar|Blasbach]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Barockisierte Kirche|Blasbach]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Disposition einer Orgel|Blasbach]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geläut]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>2.200.111.241</name></author>
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