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	<title>Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie - Benutzerbeiträge [de]</title>
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	<updated>2026-06-26T19:26:05Z</updated>
	<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Konversion_(Linguistik)&amp;diff=115672</id>
		<title>Konversion (Linguistik)</title>
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		<updated>2022-02-11T15:08:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;77.185.10.132: Zusätzliche Informationen zu Konversionsstruktur&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der Ausdruck &#039;&#039;&#039;Konversion&#039;&#039;&#039; (auch: &#039;&#039;&#039;Nullableitung&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;&#039;Nullderivation&#039;&#039;&#039;) bezeichnet in der linguistischen [[Wortbildung]]s&amp;amp;shy;lehre einen Wortbildungstyp, bei dem ein [[Wortstamm]] oder auch ein [[Flexion|flektiertes]] [[Wort]] ohne Veränderung der Form in eine neue [[Wortart]] übertragen wird („[[Wortartwechsel]] ohne Wortbildungselemente“&amp;lt;ref&amp;gt;Naumann 1986:23, zitiert in Eisenberg 2006:295&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Morphologische Konversion ==&lt;br /&gt;
{{Beispiel|Beispiele für Wortartwechsel des Stammes ohne weitere Änderung der Form&amp;lt;ref name=&amp;quot;Notation&amp;quot;&amp;gt;[[Flexionsmorphem|Flexionsmorphe]] sind in geschweifte Klammern eingefasst, Artikel sind zum besseren Verständnis in Klammern angegeben&amp;lt;/ref&amp;gt;|&lt;br /&gt;
; Substantiv ↔ Verb&lt;br /&gt;
: &#039;&#039;Öl&#039;&#039; – &#039;&#039;öl{en}&#039;&#039;&lt;br /&gt;
; Verb ↔ Substantiv&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;treff{en}&#039;&#039; – &#039;&#039;(der) Treff&#039;&#039; &lt;br /&gt;
; Adjektiv ↔ Verb&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;locker&#039;&#039; – &#039;&#039;locker{n}&#039;&#039;&lt;br /&gt;
; Substantiv ↔ Adjektiv&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;(der) Ernst&#039;&#039; – &#039;&#039;ernst&#039;&#039;&lt;br /&gt;
; Adjektiv ↔ Substantiv&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;rot&#039;&#039; – &#039;&#039;(das) Rot&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;französisch&#039;&#039; – &#039;&#039;(das) Französisch&#039;&#039;&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Wenn der Wortartwechsel des Stammes ohne weitere Änderung der Form erfolgt, sprechen manche Autoren auch von &#039;&#039;&#039;morphologischer Konversion&#039;&#039;&#039; oder &#039;&#039;paradigmatischer Umsetzung&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;siehe z.&amp;amp;nbsp;B. Eisenberg 2006:297ff, ähnlich: Fleischer 2000:894&amp;lt;/ref&amp;gt; Es wird dabei ein striktes Einfachheitskriterium angenommen: morphologische Konversion ist auf einfache Basen beschränkt, d.&amp;amp;nbsp;h., als Basis kommen nur Stämme infrage, die kein Ableitungs[[Affix (Linguistik)|affix]] (wie z.&amp;amp;nbsp;B. &#039;&#039;-ung&#039;&#039;, &#039;&#039;-heit&#039;&#039;, &#039;&#039;-keit&#039;&#039; usw.) aufweisen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ableitungsrichtung (Input und Output der Konversion) wird in der obigen Tabelle offen gelassen (gekennzeichnet durch den Doppelpfeil). Oft wird jedoch auch explizit eine Ableitungsrichtung postuliert. So könnte der Verbstamm &#039;&#039;öl&#039;&#039; aus dem Substantiv &#039;&#039;Öl&#039;&#039; abgeleitet sein, weil die Bedeutung von &#039;&#039;Öl&#039;&#039; im Verb enthalten ist: &#039;&#039;ölen&#039;&#039; bedeutet &#039;mit Öl versehen&#039;. Ähnlich für &#039;&#039;locker – lockern&#039;&#039;, denn das Verb bedeutet &#039;locker machen&#039;. In manchen morphologischen Theorien wird für die Konversion ein Nullsuffix, also ein Suffix ohne Lautform, oder ein leerer Kopf in der morphologischen Struktur angenommen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Stefanie Eschenlohr |Titel=Vom Nomen zum Verb: Konversion, Präfigierung und Rückbildung im Deutschen |Verlag=Georg Olms Verlag |Ort=Hildesheim |Datum=1999}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Richard Wiese |Titel=A model of conversion |Hrsg=Ingrid Kaufmann &amp;amp; Barbara Stiebels |Sammelwerk=More than Words: A Festschrift for Dieter Wunderlich |Verlag=Akademie Verlag |Ort=Berlin |Datum=2002 |Seiten=47-67}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Syntaktische Konversion ==&lt;br /&gt;
{{Beispiel|Beispiele für Wortartwechsel eines flektierten Wortes&amp;lt;ref name=&amp;quot;Notation&amp;quot;/&amp;gt;|&lt;br /&gt;
; Verb im Infinitiv → Substantiv&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;leben&#039;&#039; – &#039;&#039;(das) Leben&#039;&#039;&lt;br /&gt;
; Adjektiv → Substantiv&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;gut&#039;&#039; – &#039;&#039;(der / die / das) Gute&#039;&#039; (schwach), &#039;&#039;ein Guter / eine Gute / ein Gutes&#039;&#039; (stark)&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;besser&#039;&#039; – &#039;&#039;(der / die / das) Bessere&#039;&#039; (schwach), &#039;&#039;ein Besserer / eine Bessere / ein Besseres&#039;&#039; (stark)&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;(am) besten&#039;&#039; – &#039;&#039;(der / die / das) Beste&#039;&#039; (schwach), &#039;&#039;ein Bester / eine Beste / ein Bestes&#039;&#039; (stark)&lt;br /&gt;
; Verb im [[Partizip#Bildung des Partizips I|Partizip I]] → Substantiv&lt;br /&gt;
: &#039;&#039;entscheidend&#039;&#039; – &#039;&#039;(der / die / das) Entscheidende&#039;&#039;&lt;br /&gt;
; Verb im [[Partizip#Bildung des Partizips II|Partizip II]] → Adjektiv&lt;br /&gt;
: &#039;&#039;gestrichen&#039;&#039; – &#039;&#039;gestrichen&#039;&#039;&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Wenn ein flektiertes Wort die Wortart wechselt, ordnen dies manche Autoren nicht der [[Morphologie (Sprache)|Morphologie]], sondern der [[Syntax]] zu.&amp;lt;ref&amp;gt;siehe z.&amp;amp;nbsp;B. Olsen 1986:112&amp;lt;/ref&amp;gt; Entsprechend wird dies dann auch als &#039;&#039;&#039;syntaktische Konversion&#039;&#039;&#039; bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Partizipien können im Deutschen allgemein als spezieller Fall der Adjektive behandelt werden, damit wäre das letzte Beispiel keine Konversion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Substantive im Deutschen normalerweise nicht gesteigert werden können und das Genus nur durch zusätzliche Morpheme, häufig das Suffix {{Morph|-in}}, ändern können, ist die Behandlung der entsprechenden Konversionen als Wortbildungsprodukt problematisch, und obwohl sie eine weitgehend unabhängige Bedeutung annehmen können, bleibt die transparente unidirektionale Ableitung des Substantivs vom Adjektiv stets möglich. Analoges gilt für die [[Substantivierung]] der Verben ohne Endmorph {{Morph|-ung}}. Beide Varianten sind also anders als die meisten morphologischen Konversionen synchron produktiv.&lt;br /&gt;
Eisenberg&amp;lt;ref&amp;gt;Eisenberg 2006:296f&amp;lt;/ref&amp;gt; identifiziert entsprechend bei der syntaktischen Konversion das Prinzip „Endstation Hauptwort“: Verben und Adjektive können als Nomen verwendet werden (z.&amp;amp;nbsp;B. &#039;&#039;fahren&#039;&#039; → &#039;&#039;das Fahren&#039;&#039;, &#039;&#039;gut&#039;&#039; → &#039;&#039;(der/die/das) Gute)&#039;&#039;, Verben können über das Partizip als Adjektive und damit auch wieder als Substantive verwendet werden (&#039;&#039;erwählen&#039;&#039; → &#039;&#039;erwählt&#039;&#039; → &#039;&#039;(der/die/das) Erwählte)&#039;&#039;; andere Verwendungsmöglichkeiten kommen hingegen nicht vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weitergefasste Konversion – Implizite Ableitung ==&lt;br /&gt;
{{Beispiel|Beispiele für Wortartwechsel mit Ablaut oder Umlaut im Stamm&amp;lt;ref name=&amp;quot;Notation&amp;quot;/&amp;gt;|&lt;br /&gt;
: &#039;&#039;w&#039;&#039;&#039;e&#039;&#039;&#039;rf{en}&#039;&#039; – &#039;&#039;W&#039;&#039;&#039;u&#039;&#039;&#039;rf&#039;&#039;&lt;br /&gt;
: &#039;&#039;fl&#039;&#039;&#039;ie&#039;&#039;&#039;g{en}&#039;&#039; – &#039;&#039;Fl&#039;&#039;&#039;u&#039;&#039;&#039;g&#039;&#039;&lt;br /&gt;
: &#039;&#039;S&#039;&#039;&#039;au&#039;&#039;&#039;m&#039;&#039; –&#039;&#039;s&#039;&#039;&#039;äu&#039;&#039;&#039;m{en}&#039;&#039;&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Manche Autoren definieren &#039;&#039;Konversion&#039;&#039; weniger restriktiv als Wortartwechsel eines Stamms ohne Zuhilfenahme eines [[Affix (Linguistik)|Affix]]es. Entsprechend werden zusätzlich zu den obigen Fällen auch Wortartwechsel mit einer Änderung des Stammvokals als Konversionen angesehen. Andere Autoren bezeichnen diese Fälle hingegen als &#039;&#039;&#039;implizite Ableitung&#039;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;siehe z.&amp;amp;nbsp;B. Eisenberg 2006:295, Fleischer 2000:893&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=[[Peter Eisenberg (Linguist)|Peter Eisenberg]] |Titel=Grundriss der deutschen Grammatik |Band=Band 1: Das Wort |Auflage=3. |Verlag=Metzler |Ort=Stuttgart / Weimar |Datum=2006 | ISBN=3-476-02160-2 |Kapitel=7.3 Konversion |Seiten=294–300}}&lt;br /&gt;
* Andreas C. Hofmann: Zu den Konzepten des Merkmallosen Wortartwechsels und der Rückbildung im Deutschen und Englischen im Vergleich. Stud.arb. München 2004, erscheint in: GOEDOC. Dokumentenserver der Georg-August-Universität Göttingen, langzeitarch. bei Open-Access LMU, [https://epub.ub.uni-muenchen.de/13923/ https://epub.ub.uni-muenchen.de/13923/]&lt;br /&gt;
* {{Literatur | Autor = Wolfgang Fleischer | Titel = Die Klassifikation von Wortbildungsprozessen | Herausgeber = Booij et al. | Sammelwerk = Morphologie. Ein internationales Handbuch zur Flexion und Wortbildung &amp;lt;!--| WerkErg = Morphology.  An International Handbook on Inflection and Word-Formation--&amp;gt; | Nummer = 17 | Band = 1. Halbband | Reihe = Handbücher zur Sprach- und Kommunikationswissenschaft | Kommentar=Sigel: HSK 17.1 | Verlag = de Gruyter | Ort = Berlin / New York | Jahr = 2000 | Seiten = 886-897 }}&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=Susan Olsen |Titel=Wortbildung im Deutschen |Verlag=Kröner |Ort=Stuttgart |Datum=1986}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|Konversion}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|Nullableitung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4240103-3}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Linguistische Morphologie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>77.185.10.132</name></author>
	</entry>
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