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	<title>Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie - Benutzerbeiträge [de]</title>
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	<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Gro%C3%9Fe_Siechenbande&amp;diff=1150375</id>
		<title>Große Siechenbande</title>
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		<updated>2022-08-07T11:08:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;93.209.86.162: kein apostroph&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die &#039;&#039;&#039;Große Siechenbande&#039;&#039;&#039; war eine Räuberbande im [[Rheinland]] zur Zeit des Übergangs vom 17. ins 18. Jahrhundert. Die meist durch [[Verwandtschaft]] miteinander verbundenen Mitglieder tarnten sich als [[Lepra|Leprosen]] und lebten überwiegend in den [[Leprakolonie|Siechenhäusern]] des Rheinlandes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen 1698 und 1710 verübte die Siechenbande nebst einer großen Zahl minder schwerer Verbrechen mindestens 18 Morde und Mordversuche, die ihr in Strafverfahren zwischen 1710 und 1712 nachgewiesen wurden.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Martin Uhrmacher]]: Bericht über die Aktivitäten der „großen Siechenbande“ während der Tagung &#039;&#039;Recht, Religion und Lebenslaufperspektiven. Unterschiedliche Strategien im Umgang mit Armut im frühneuzeitlichen Europa&#039;&#039;, 20. Oktober 2006-21. Oktober 2006, Trier, [http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/tagungsberichte/id=1501&amp;amp;count=154&amp;amp;recno=26&amp;amp;sort=datum&amp;amp;order=down&amp;amp;geschichte=63 Tagungsbericht]&amp;lt;/ref&amp;gt; Dabei handelte es sich um [[Raub]] und um [[Raubmorde]] nach Straßenüberfällen mit geringer Ausbeute, weil zumeist nur die Kleidung des Opfers und geringe Geldbeträge erbeutet wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bandenmitglieder bewohnten trotz ihrer Gesundheit die Leprosenheime in [[Hof Melaten#Geschichte|Köln]], [[Aachen]], [[Düsseldorf]] und [[Ratingen]], wobei sie den dazu erforderlichen [[Siechenbrief]] erwarben oder fälschten und die Krankheit selbst recht professionell simulierten. Da die Lepra am Ende des 17. Jahrhunderts kaum noch auftrat, stellte die Mitglieder der Bande in manchen der Heime die gesamte Belegung.&amp;lt;ref&amp;gt;Angaben nach Uhrmacher&amp;lt;/ref&amp;gt; Obwohl Spuren der Verbrechen in der Nähe der abseits gelegenen Leprosenheime gefunden wurden, blieben die Räuber aufgrund ihres Leprosenstatus lange Zeit unbehelligt von den Ermittlungen der Justiz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bande flog nach der Festnahme einiger Enkel des damals 68-jährigen Anführers der Bande, Peter Schieper, auf: Die Kinder wurden beim Obstdiebstahl erwischt und prahlten mit den Taten ihrer Familie, was zur weitgehenden Aufdeckung der Machenschaften der Siechenbande führte: Unter Anwendung von [[Folter]] gestanden zahlreiche Familienmitglieder ihre Taten. In Strafprozessen nach der [[Constitutio Criminalis Carolina|peinlichen Halsgerichtsordnung Karls V.]] wurden sie zu schweren Strafen, bei den Haupttätern war es stets die [[Todesstrafe]], verurteilt. Das Bandenoberhaupt Schieper nahm sich vor deren Vollstreckung im [[Kerker]] das Leben.&amp;lt;ref&amp;gt;Udo Fleck: &#039;&#039;Diebe – Räuber – Mörder&#039;&#039;, S. 28&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Infolge der Prozesse und aufgrund der Erkenntnis über die tatsächlichen Größenordnungen der Lepraerkrankungen wurden die Leprosenhäuser im [[Herzogtum Jülich]] und in Stadt Köln und [[Kurköln]] ganz geschlossen. Die verbliebenen „echten“ Leprosen des kurkölnischen Gebietes wurden ins Leprosenhaus nach [[Bonn]] verbracht.&amp;lt;ref&amp;gt;Fleck, S. 29&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
 |Autor=Udo Fleck&lt;br /&gt;
 |Titel = „Diebe – Räuber – Mörder“. Studie zur kollektiven Delinquenz rheinischer Räuberbanden an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert&lt;br /&gt;
 |Datum=2003&lt;br /&gt;
 |Kommentar=Dissertation an der Universität Trier&lt;br /&gt;
 |Online=http://ubt.opus.hbz-nrw.de/volltexte/2007/399/pdf/Raeuber_01_Text.pdf&lt;br /&gt;
 |Abruf=2007-10-21&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
 |Autor=[[Norbert Finzsch]]&lt;br /&gt;
 |Titel=Obrigkeit und Unterschichten. Zur Geschichte der rheinischen Unterschichten gegen Ende des 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts&lt;br /&gt;
 |Ort=Stuttgart&lt;br /&gt;
 |Verlag=Steiner&lt;br /&gt;
 |Datum=1990&lt;br /&gt;
 |ISBN=3-515-05459-6&lt;br /&gt;
 |Kommentar=Zugleich: Köln, Univ., Habil.-Schr., 1988/89&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Grosse Siechenbande}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Räuberbande]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte (Rheinland)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>93.209.86.162</name></author>
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