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	<title>Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie - Benutzerbeiträge [de]</title>
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	<updated>2026-06-13T00:22:58Z</updated>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Ochlokratie&amp;diff=37204</id>
		<title>Ochlokratie</title>
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		<updated>2025-05-30T22:14:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;95.90.207.200: Änderung 256504888 von Standspurtänzer rückgängig gemacht; Mag sein dass die Sendung &amp;quot;kaputtgewählt&amp;quot; wird, aber bitte nicht die validen Informationen zum Lemma für ne WL in die Tonne kloppen.&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Ochlokratie&#039;&#039;&#039; ({{grcS|ὀχλοκρατία}}, aus {{lang|grc|ὄχλος|óchlos|de=Menschenmenge}}, ‚Masse‘, ‚[[Pöbel]]‘, und [[-kratie]]), deutsch auch &#039;&#039;&#039;Pöbelherrschaft&#039;&#039;&#039;, ist ein abwertender Begriff für eine [[Herrschaftsform]], bei der eine [[Masse (Soziologie)|Masse]] ihre politischen Entschlüsse als Mehrheit oder durch Gewalt eigennützig durchsetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;float-right&amp;quot; padding=&amp;quot;1em&amp;quot;&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable zebra center&amp;quot; cellpadding=&amp;quot;10&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|colspan=&amp;quot;2&amp;quot; rowspan=&amp;quot;2&amp;quot;|&lt;br /&gt;
|colspan=&amp;quot;2&amp;quot; class=&amp;quot;hintergrundfarbe6&amp;quot;|Orientierung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
!Gemeinwohl&lt;br /&gt;
!Eigennutz&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|rowspan=&amp;quot;3&amp;quot; class=&amp;quot;hintergrundfarbe6&amp;quot;|Zahl der&amp;lt;br /&amp;gt;Herr-&amp;lt;br /&amp;gt;schenden&lt;br /&gt;
![[Monokratie|einer]]&lt;br /&gt;
| [[Monarchie]] || [[Tyrannis]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
!einige&lt;br /&gt;
|[[Aristokratie]] || [[Oligarchie]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
![[Polyarchie|alle]]&lt;br /&gt;
|[[Demokratie]] || Ochlokratie&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
!Herrschaftsformen nach Polybios&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff wurde durch den Historiker [[Polybios]] (um 200–118 v.&amp;amp;nbsp;Chr.) in die antike griechische [[Staatstheorie]] eingeführt. In seinem [[Verfassungskreislauf]] stellt er die Ochlokratie als Verfallsform oder „Entartung“ der [[Demokratie|demokratischen Staatsform]] dar. Dabei gehe die Orientierung am [[Gemeinwohl]] verloren, stattdessen würden Eigennutz und Habsucht das Handeln der Bürger bestimmen.&amp;lt;ref&amp;gt;Erich Bayer (Hrsg.): &#039;&#039;Wörterbuch zur Geschichte. Begriffe und Fachausdrücke&#039;&#039; (= &#039;&#039;[[Kröners Taschenausgabe]].&#039;&#039; Band 289). 4., überarbeitete Auflage. Kröner, Stuttgart 1980, ISBN 3-520-28904-0, S. 383; [[Bernd Guggenberger]]: &#039;&#039;Demokratie/Demokratietheorie&#039;&#039;. In: [[Dieter Nohlen]] (Hrsg.): &#039;&#039;Lexikon der Politik, Band 1: Politische Theorien&#039;&#039;. Directmedia, Berlin 2004, S. 36; Tobias Bevc: &#039;&#039;Politische Theorie&#039;&#039;. UTB Basics, 2012, S. 60 u.ö.; in einem Aufsatz des Bandes [[Reinhart Koselleck]], [[Heinrich Lutz (Historiker)|Heinrich Lutz]], [[Jörn Rüsen]] (Hrsg.): &#039;&#039;Formen der Geschichtsschreibung&#039;&#039;. dtv, München 1982, S. 398, ist statt von Entartung von „Verfallsformen“ der guten Verfassungen die Rede.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon [[Verfassungsdebatte bei Herodot|Herodot]] unterschied zwischen einer guten und einer schlechten Form der Herrschaft aller Bürger. Auch [[Platon]] (427–347 v.&amp;amp;nbsp;Chr.) unterschied eine gelungene von einer misslungenen Demokratie, führte aber hier noch keine eigene Terminologie ein.&amp;lt;ref&amp;gt;Platon, &#039;&#039;[[Politikos]]&#039;&#039;, 292a.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Aristoteles]] (384–322 v.&amp;amp;nbsp;Chr.) beschrieb später die [[Politie]] (gr. {{lang|grc|πολιτεία|politeia|de=Verfassung}}) als die „gute“ und die [[Demokratie]] (gr. {{lang|grc|δῆμος|dēmos|de=Volk}}) als die „schlechte“ Ausprägung einer [[Staatsform]], in der das Volk herrscht.&amp;lt;ref&amp;gt;Aristoteles: &#039;&#039;[[Nikomachische Ethik]]&#039;&#039;, 1160a.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Polybios]] schließlich differenzierte terminologisch und bezeichnet mit &#039;&#039;Ochlokratie&#039;&#039; die negative Variante der Volksherrschaft, während der Begriff „Demokratie“ bei ihm positiv besetzt ist.&amp;lt;ref&amp;gt;Polybios 6,4,6; 6,4,10; 6,57,9.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundsätzlich herrschte in der antiken Staatstheorie seit Platon die Vorstellung, dass jede am Gemeinwohl orientierte Herrschaftsform ein entartetes, nur an den Interessen der Herrschenden orientiertes Gegenstück habe.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Nippel, &#039;&#039;Politische Theorien der griechisch-römischen Antike&#039;&#039;, S. 30.&amp;lt;/ref&amp;gt; Aus der Ansicht heraus, dass die Grundformen der Verfassungen notwendigerweise instabil sind, hat zunächst Polybios die Idee des [[Verfassungskreislauf]]s entwickelt, die diese Herrschaftsformen zueinander in Beziehung setzt.&amp;lt;ref&amp;gt;Polybios 1,1,6,3–10.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Laokratie ==&lt;br /&gt;
Selten wird in der älteren Literatur als [[Synonymie|Synonym]] das Wort &#039;&#039;&#039;Laokratie&#039;&#039;&#039; verwendet (griech.: {{lang|grc|λαός|laos|de=Volk}}, ‚Volksmenge‘ und {{lang|grc|κράτος|kratos|de=Macht}}, ‚Herrschaft‘). Wörtlich übersetzt heißt Laokratie ‚[[Volksherrschaft]]‘.&amp;lt;ref&amp;gt;Carl Venator: &#039;&#039;Die in unserer Sprache gebräuchlichen Fremdwörter, mit Angabe ihrer Aussprache, ihrer Verdeutschung und Erklärung, in alphabetischer Ordnung sowohl zum Hausgebrauch für Jedermann, als auch für Schulen.&#039;&#039; Darmstadt 1838, S. 273 ({{Google Buch |BuchID=WudIAAAAcAAJ |Seite=273 |Linktext=Digitalisat }}).&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Conversations-Hand-Lexikon von 1831 wurde Laokratie ebenfalls mit &#039;&#039;Pöbelherrschaft&#039;&#039; übersetzt.&amp;lt;ref&amp;gt;Verwendung als „die Pöbelherrschaft“ in: &#039;&#039;Conversations-Hand-Lexikon. Ein Hülfswörterbuch für diejenigen, welche über die beim Lesen sowohl, als in mündlichen Unterhaltungen vorkommenden mannigfachen Gegenstände näher unterrichtet seyn wollen&#039;&#039;, Reutlingen 1831, S. 411 ({{Google Buch |BuchID=sd5TAAAAYAAJ |Seite=411 |Linktext=Digitalisat }}); „die Volksherrschaft“ in: Otto Friedrich Rammler: &#039;&#039;Universal-Briefsteller oder Musterbuch zur Abfassung aller im Geschäfts- und gemeinen Leben, sowie in freundschaftlichen Verhältnissen vorkommenden Aufsätze. Ein Hand- und Hülfsbuch für Personen jeden Standes.&#039;&#039; Leipzig 1840, S. 364 ({{Google Buch |BuchID=KHgHAAAAQAAJ |Seite=364 |Linktext=Digitalisat }}); „ungeregelte Demokratie“ in: Joseph Meyer: &#039;&#039;Das große Conversations-Lexicon für die gebildeten Stände. Neunzehnter Band. Erste Abtheilung.&#039;&#039; Hildburghausen 1851, S. 1036 ({{Google Buch |BuchID=e7BGAAAAcAAJ |Seite=1036 |Linktext=Digitalisat }}); Synonym für „Demokratie“ in: Christian Daniel Voß: &#039;&#039;Handbuch der allgemeinen Staatswissenschaft nach Schlözers Grundriß bearbeitet&#039;&#039;, Leipzig 1802, S. 72 ({{Google Buch |BuchID=huNLAAAAcAAJ |Seite=PT53 |Linktext=Digitalisat }}); Synonym für Ochlokratie oder &#039;&#039;Cheirokratie&#039;&#039; In: [[Karl Friedrich Vollgraff]]: &#039;&#039;Erster Versuch einer wissenschaftlichen Begründung sowohl der allgemeinen Ethnologie durch die Anthropologie wie auch der Staats- und Rechts-Philosophie durch die Ethnologie oder Nationalität der Völker. In drei Theilen.&#039;&#039; Teil 3, Marburg 1855, S. 347 ({{Google Buch |BuchID=gRtBAAAAcAAJ |Seite=347 |Linktext=Digitalisat }}); „Begünstigung des Volkes, wenn die Plebs mehr Macht besitzt, was man gemeinhin Laokratie oder Ochlokratie nennt, wie es sich einst in [[Römisches Reich|Rom]] verhielt, als die Plebs, indem sie gegen die patres in Wehrstreik trat“, in: [[Christoph Besold]]: &#039;&#039;Synopse der Politik.&#039;&#039; Insel Verlag, 2000, S. 115 ({{Google Buch |BuchID=NkIUAQAAIAAJ |Seite=115 }}).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Reinhold Bichler]]: &#039;&#039;Politisches Denken im Hellenismus&#039;&#039;. In: [[Iring Fetscher]], [[Herfried Münkler]] (Hrsg.): &#039;&#039;Pipers Handbuch der politischen Ideen.&#039;&#039; Band: 1: &#039;&#039;Frühe Hochkulturen und europäische Antike.&#039;&#039; Piper, München [u.&amp;amp;nbsp;a.] 1988, ISBN 3-492-02951-5, S. 439–484.&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=[[Egon Braun]] |Titel=Eintrag „Ochlokratie“ in Band „Mo-O“ |Hrsg=Joachim Ritter, Karlfried Gründer |Sammelwerk=Historisches Wörterbuch der Philosophie (HWPH) |Band=6 |Auflage=2. |Verlag=Schwabe |Ort=Basel |Datum=2022 |Umfang=709 |ISBN=978-3-7965-4491-0 |DOI=10.24894/HWPh.2833}}&lt;br /&gt;
* [[Wilfried Nippel]]: &#039;&#039;Politische Theorien der griechisch-römischen Antike.&#039;&#039; In: [[Hans-Joachim Lieber]]: &#039;&#039;Politische Theorien von der Antike bis zur Gegenwart&#039;&#039; (=&amp;amp;nbsp;&#039;&#039;Bundeszentrale für Politische Bildung. Schriftenreihe&#039;&#039; 299, &#039;&#039;Studien zur Geschichte und Politik&#039;&#039;). 2. durchgesehene Auflage. Bundeszentrale für Politische Bildung, Bonn 1993, ISBN 3-89331-167-X, S. 17–46, insbes. S. 30.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle |url=https://www.spektrum.de/lexikon/philosophie/ochlokratie/1465 |titel=Metzler Lexikon Philosophie – Ochlokratie |werk=spektrum.de |hrsg=Springer-Verlag Deutschland |datum=2008 |abruf=2022-05-15 |abruf-verborgen=1}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Demokratietheorie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Staatsform]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Herrschaftsform]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Antike Verfassungstheorie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>95.90.207.200</name></author>
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