20 Minuten
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| Datei:20Min logo GE positive rgb.png Datei:20Min logo FR positive rgb.svg Datei:20Min logo IT positive rgb.svg | |
| Beschreibung | Schweizer Pendlerzeitung |
| Verlag | 20 Minuten AG (de) / 20 minutes SA (fr, beide im Besitz der TX Group) / 20 minuti Ticino SA (it, Joint Venture von TX Media und laRegione) |
| Erstausgabe | 1999 (de) / 2006 (fr) / 2011 (it) |
| Einstellung | 23. Dezember 2025<ref name="swissinfo20251223">«20 Minuten» feiert sich zum Abschied der Printausgabe selbst. In: swissinfo.ch. 23. Dezember 2025, abgerufen am 23. Dezember 2025.</ref> |
| Erscheinungsweise | Mo–Fr |
| Verbreitete Auflage | 330'704 (Vj. 325'884) (de) / 137'190 (Vj. 134'210) (fr) / 23'733 (Vj. 25'512) (it) Exemplare |
| (WEMF-Auflagebulletin 2023<ref name="wemf">WEMF-Auflagebulletin 2023 (PDF; 712 kB).</ref>) | |
| Reichweite | 0,866 (Vj. 0,886) (de) / 0,355 (Vj. 0,355) (fr) / 0,066 (Vj. 0,066) (it) Mio. Leser |
| (MACH Basic 2023-II) | |
| Chefredaktoren | Désirée Pomper (de) / Philippe Favre (fr) / Sal Feo<ref>20 minuti. Salvatore Feo wird neuer Chefredaktor. In: persoenlich.com. 25. Juni 2014.</ref> (it) |
| Herausgeberin | TX Group AG |
| Geschäftsführer | Bernhard Brechbühl |
| Weblink | 20min.ch (de) 20 minutes (fr) 20 minuti / Tio (it) |
20 Minuten bzw. französisch 20 minutes und italienisch 20 minuti war eine kostenlose Schweizer Boulevard- und Pendlerzeitung, welche 1999 bis 2025 auf Papier erschien. Seither wird ein Onlineportal weitergeführt.
Die deutschsprachige Ausgabe 20 Minuten wurde 1999 vom norwegischen Medienkonzern Schibsted gegründet. 2005 wurde sie vom Schweizer Medienunternehmen Tamedia (seit 1. Januar 2020 TX Group) übernommen. 2006 gründete Tamedia die französischsprachige Ausgabe 20 minutes und 2011 zusammen mit laRegione die italienischsprachige 20 minuti.
Die Pendlerzeitung erschien bis zur letzten Ausgabe am 23. Dezember 2025 im Tabloidformat und präsentierte Nachrichten in kürzester und stark vereinfachter Form. Einen grösseren Stellenwert hatten boulevardeske Geschichten und der Serviceteil. Die Zeitung wurde in Zeitungsboxen an Bahnhöfen und in den Kernstädten sowie Agglomerationen nach dem Selbstbedienungsprinzip vertrieben. Sie war im Vergleich zu anderen Titeln vor allem bei der jüngeren Leserschaft gefragt. Nicht minder beliebt war die Onlineausgabe von 20 Minuten, für die es auch eine mobile App gibt. Die neue nationale Redaktion konzentriert sich seit Ende 2025 komplett aufs Digitalgeschäft.<ref name="SRF170625">«20 Minuten» stellt tägliche Printausgabe ein, SRF, 17. Juni 2025.</ref>
Der Name «20 Minuten» entstand in Bezug auf die Zeit, die ein Pendler durchschnittlich auf seinem Weg zur Arbeit im öffentlichen Verkehr verbringt und dabei Gelegenheit hat, Zeitung zu lesen.
Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden. 20 Minuten
Geschichte
Die Herausgebergesellschaft «20 Minuten (Schweiz) AG» bildeten Schibsted, die von Ernst Müller-Möhl gegründete «A&A Actienbank» und die britische Beteiligungsgesellschaft Apax<ref>History. The development of Apax Partners. In: Website von Apax.</ref> zu gleichen Teilen.<ref>Haas: «Die geschenkte Zeitung». 2005, S. 135.</ref> Die «A&A Actienbank» wurde 2002 wegen Verschuldung zwangsliquidiert.<ref>A&A Actienbank: 200 Millionen Franken vernichtet. 31. März 2002, abgerufen am 11. Februar 2024. In: Bilanz. 31. März 2002.</ref> Ihren Anteil an 20 Minuten hatten nach dem Tod Müller-Möhls 2000 die Erben Müller-Möhl übernommen.<ref>Aus von A&A Actienbank betrifft «20 Minuten» nicht. In: Klein Report. 14. August 2002.</ref> 20 Minuten wurde erstmals am 13. Dezember 1999 im Raum Zürich veröffentlicht und verdrängte die kurz darauf gestartete Konkurrenzzeitung Metropol im Februar 2002 vom Markt. 20 Minuten wurde aber auch für die wichtigste Zeitung des Tamedia-Verlags, den Tages-Anzeiger, der erhebliche Einbussen an Abonnements und Lesern hinnehmen musste, zu einer Gefahr insbesondere für das Anzeigengeschäft.<ref name="nzz2003" />
2003 drohte Tamedia, auf Basis des zu 60 bzw. 40 % im Besitz von Tamedia und NZZ befindlichen, 1999 aus dem Amtsblatt Tagblatt der Stadt Zürich hervorgegangenen Zürich Express eine Pendlerzeitung unter dem Namen Express aufzubauen, und stellte dafür die Redaktoren an. Die Berner Zeitung übernahm 17,5 % der Herausgebergesellschaft «Express Zeitung AG». Die NZZ wollte sich nicht beteiligen (der Plan sah vor, den Zürich Express in das Tagblatt der Stadt Zürich zurückzuverwandeln und dem Express beizulegen). Gleichzeitig verhandelte Tamedia mit Schibsted über eine Beteiligung und Übernahme von 20 Minuten. Kurz bevor der Express am 24. März 2003 erscheinen sollte, gab Schibsted mit der Erfahrung aus dem Kölner Zeitungskrieg, wonach ein Verdrängungskampf kostspielig und gegen den lokalen Konkurrenten kaum zu gewinnen ist, nach. Tamedia und Berner Zeitung konnten sich beteiligen<ref name="nzz2003">Pascal Ihle: Das Ende vor dem Start – Keine neue Pendlerzeitung «Express» am Montag. In: Neue Zürcher Zeitung. 22. März 2003.</ref> und die Zeitung 2005 ganz übernehmen.<ref name="tamedia2005" />
Ab dem 15. Mai 2006 wurde 20 Minuten von der ebenfalls kostenlosen Abendzeitung von Ringier heute bzw. von deren am 2. Juni 2008 lancierter Nachfolgezeitung Blick am Abend konkurrenziert.<ref>Rainer Stadler: Pinkfarbene Apéro-News. In: Neue Zürcher Zeitung. 2. Juni 2008.</ref> 2007 startete als weitere Konkurrenz zu 20 Minuten die Gratiszeitung .ch,<ref>David Vonplon: So sieht die neue Gratiszeitung aus. In: persoenlich.com. 3. Juli 2007.</ref><ref name="sda"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Start der neuen Gratiszeitung ist fast gelungen ( vom 2. Oktober 2007 im Internet Archive). In: Nachrichten.ch. 19. September 2007.</ref> worauf Tamedia als Gegenmassnahme zusammen mit Basler und Berner Zeitung die Gratiszeitung News lancierte.<ref>Fünfte Deutschschweizer Gratiszeitung erstmals erschienen. In: Neue Zürcher Zeitung. 5. Dezember 2007.</ref> Zwei Jahre später wurden nach dem Scheitern von .ch beide Zeitungen wieder eingestellt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Pendlerzeitung «.ch» wird eingestellt – 69 Angestellte entlassen ( vom 7. Mai 2009 im Internet Archive). In: Tages-Anzeiger. 4. Mai 2009.</ref><ref>«News» wird eingestellt. In: Neue Zürcher Zeitung. 4. Dezember 2009.</ref>
Ab 2018 bezog 20 Minuten den überregionalen Sport von der neuen Tamedia-Mantelredaktion unter Arthur Rutishauser (der weiterhin Chefredaktor der SonntagsZeitung war) und betrieb neu auch den Newsexpress, der alle deutschsprachigen Newsportale von Tamedia mit Breaking News, kurzen Agentur-Meldungen, Bildstrecken sowie Live-Tickern versorgte.<ref name="tamedia"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Tamedia: neue Organisation der Zeitungsredaktionen und Wachstumsinitiativen ( vom 24. August 2017 im Internet Archive). Tamedia, 23. August 2017 (Medienmitteilung).</ref><ref>Umbau bei Tamedia. Zwei konzentrierte Tamedia-Redaktionen ab 2018. In: persoenlich.com. 23. August 2017.</ref> Per 1. Juni 2021 gründete 20 Minuten ein eigenes Sportressort, die Leitung übernahm Tobias Wedermann.<ref>20 Minuten. Neuer Leiter für das Sport-Ressort. In: persoenlich.com. 19. Januar 2021, abgerufen am 4. August 2023.</ref>
Im Juli 2019 gab die Zeitung bekannt, dass Marco Boselli ab 2020 in die Unternehmensleitung von Tamedia (neu: TX Group) wechselt. Sein Nachfolger als Chefredaktor wurde Gaudenz Looser, der ab 2012 Blattmacher und ab 2016 stellvertretender Chefredaktor der Zeitung war. Auch Désirée Pomper und Lorenz Hanselmann waren Teil der dreiköpfigen Chefredaktion.<ref>Tamedia. Gaudenz Looser ist «20 Minuten»-Chefredaktor. In: persoenlich.com. 3. Juli 2019, abgerufen am 3. Juli 2019.</ref> Der als stellvertretender Chefredaktor tätige Lorenz Hanselmann verliess das Unternehmen per Ende März 2021.<ref>Lorenz Hanselmann verlässt 20 Minuten. TX Group, 5. Februar 2021, abgerufen am 11. März 2024 (Medienmitteilung).</ref>
Seit August 2022 ist Bernhard Brechbühl Geschäftsführer der 20-Minuten-Gruppe. Er kehrte nach zehn Jahren in das Unternehmen zurück, in dem er seine Laufbahn als Reporter begann und das er während rund zwölf Jahren mitgeprägt hatte<ref>20 Minuten. Bernhard Brechbühl wird Geschäftsführer. In: persoenlich.com. 17. Januar 2022, abgerufen am 1. März 2023.</ref>. Als CEO löste er Marcel Kohler ab, der ab dem Übergabe-Zeitpunkt im Verwaltungsrat Einsitz nahm.<ref>20 Minuten. Marcel Kohler wird Verwaltungsrat. In: persoenlich.com. 7. Juli 2022, abgerufen am 1. März 2023.</ref>
Am 1. Februar 2023 tauschten der bisherige Chefredaktor Gaudenz Looser und seine Stellvertreterin Désirée Pomper die Rollen. Désirée Pomper wurde die neue Chefredaktorin, und Gaudenz Looser wurde stellvertretender Chefredaktor. Die Führungsübergabe erfolgte auf Initiative von Gaudenz Looser.<ref>Désirée Pomper wird Chefredaktorin von 20 Minuten. TX Group, 10. November 2022, abgerufen am 1. März 2023 (Medienmitteilung).</ref> Am 25. Oktober 2023 kündigte die TX Group wegen der anhaltend tiefen Werbeeinnahmen Sparmassnahmen an, welche einen Stellenabbau von 35 Stellen enthalten.<ref>20 Minuten Gruppe baut Stellen ab. TX Group, 25. Oktober 2023, abgerufen am 31. Oktober 2023 (Medienmitteilung).</ref><ref>Medien in der Schweiz. Pendlermedium «20 Minuten» gibt Stellenabbau bekannt. In: SRF News. 25. Oktober 2023, abgerufen am 31. Oktober 2023.</ref> In der Folge protestierten am 31. Oktober 2023 mehr als 100 Mitarbeitende vor den Büros in Zürich und Lausanne.<ref>Sparprogramme und Stellenabbau. «20 Minuten»: Ist die Gratiszeitung ein Auslaufmodell? In: SRF News. 31. Oktober 2023, abgerufen am 31. Oktober 2023.</ref> Sie forderten von der TX Group einen Sparstopp bis mindestens 2025.<ref>Aktion in Zürich und Lausanne. Tamedia-Angestellte protestieren gegen Stellenabbau und Sparübung. In: SRF News. 31. Oktober 2023, abgerufen am 31. Oktober 2023.</ref>
Erscheinen und Auflage
Es gab fünf regionale Ausgaben, Basel, Bern, Luzern, St. Gallen und Zürich (2020 während der COVID-19-Pandemie kurzzeitig eingestellt<ref name="regional">20 Minuten. Regionalausgaben erscheinen wieder. In: persoenlich.com. 11. Mai 2020.</ref>). Der Mantelteil der Zeitung wurde zentral in Zürich produziert; die Lokalredaktionen in den fünf Städten gestalteten je zwei Seiten für ihre Regionalausgabe. Insgesamt hatte die Zeitung rund 100 redaktionelle Mitarbeiter, je etwa 50 in der Print- und der Onlineredaktion.<ref name="tamedia2005" />
Ab dem 30. Oktober 2008 lag jeweils am Freitagmittag das von «tilllate.com» produzierte People-Magazin 20 Minuten Friday in etwa 900 20-Minuten-Boxen sowie bei Vertriebspartnern auf. 2012 wurde «tilllate.com» zu 100 % in die «20 Minuten AG» integriert. Ende 2019 wurde die Printausgabe von 20 Minuten Friday eingestellt.<ref>Tamedia. Aus für gedrucktes «20 Minuten Friday». In: persoenlich.com. 24. Oktober 2019, abgerufen am 28. Oktober 2019.</ref> Per 1. Juni 2020 wurde auch die Onlineausgabe von 20 Minuten Friday eingestellt und mit dem Lifestyle-Ressort von 20 Minuten verschmolzen.<ref>20 Minuten. Friday wird in Lifestyle-Ressort integriert. In: persoenlich.com. 21. April 2020, abgerufen am 4. August 2023.</ref>
20 Minuten war ab September 2004 die meistgelesene Tageszeitung der Schweiz mit einer WEMF-beglaubigten Auflage 2023 von 330'704 (Vj. 325'884) Exemplaren<ref name="wemf" /> und einer Reichweite von 0,866 (Vj. 0,886) Mio. Lesern.
Wie alle gedruckten Tageszeitungen musste 20 Minuten seit einigen Jahren eine sinkende Auflage hinnehmen, wenn auch weniger stark als die Kaufzeitungen. Die Auflage fiel seit 2008 um 198'914 von 529'618 auf 330'704 Exemplare. Das entspricht einem Minus von 37,56 %. Besonders stark fiel die Auflage 2021 aufgrund der COVID-19-Pandemie, seither stieg sie wieder leicht.
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- Entwicklung der verbreiteten Auflage nach WEMF-Auflagebulletins (s. Details 2008<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />WEMF-Auflagenbulletin 2008 ( vom 21. Mai 2009 im Internet Archive), S. 4 (PDF; 216 kB).</ref> und 2023<ref name="wemf" />)
Online
Die meisten Artikel werden auch auf der Website von 20min.ch veröffentlicht. Die Texte sind manchmal identisch, manchmal aber auch erweitert oder verkürzt. In sogenannten Bildstrecken wird oft zusätzliches Bildmaterial veröffentlicht. Auch erscheinen regelmässig Publireportagen (Werbung, die durch redaktionelle Aufmachung den Anschein eines redaktionellen Beitrages erwecken soll, in 20min.ch aber als «Publireportage» gekennzeichnet ist); möglich war eine Kombination mit 20 Minuten Friday, als dieses noch existierte.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Publireportage – Stand Februar 2014 ( vom 1. August 2014 im Internet Archive). In: Verlagsprofil 20 Minuten AG (PDF; 4 kB).</ref> Die Besucher der Website haben manchmal die Möglichkeit, Artikel zu kommentieren.
Die Website wurde am 1. Dezember 2000 aufgeschaltet und erreichte 2021 gemäss der Nutzungsstudie WEMF Total Audience 2021-1 1,251 (Vj. 1,206) Mio. Unique Users/Tag.<ref name="online"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Total Audience 2021-1 ( vom 8. Dezember 2021 im Internet Archive). WEMF AG für Werbemedienforschung (PDF; 1,0 MB).</ref> Es ist damit das meistgenutzte Newsportal der Schweiz.
Als Applikation ist 20 Minuten für iOS, Android und Windows Phone kostenlos herunterladbar. Seit November 2021 können Beiträge in der App durch eine automatisierte Übersetzung in englischer Sprache angezeigt werden, andere Sprachen folgten.<ref>20 Minuten gibt es jetzt auf Ukrainisch. In: persoenlich.com. 28. April 2022, abgerufen am 19. Mai 2022.</ref> Die App unterstützte von 2019 bis 2021 unter anderem die Werbefunktion Beem von der Swisscom.<ref>Thomas Zemp: Swisscom lüftet Geheimnis um schwarze Boxen am HB Zürich. In: Tages-Anzeiger. 27. Mai 2019, abgerufen am 30. Mai 2019.</ref> Ebenso gibt es für iOS-Geräte die TV-Screen-App von 20 Minuten Online.
Seit dem 1. November 2017 wird Benutzern von Desktop-Browsern mit eingeschaltetem Werbeblocker der Zugang zum Online-Angebot von 20 Minuten verwehrt. Dafür besteht die Möglichkeit, den Zugang für eine Woche ohne Werbung zu kaufen oder ein Werbevideo anzuschauen und somit Artikel für 60 Minuten freizuschalten.<ref>Markus Knöpfli: Tamedia. Für 2 Franken pro Woche gibt’s die Gratiszeitung «20 Minuten» werbefrei. In: Horizont. 31. August 2017, abgerufen am 9. November 2017.</ref><ref>20Minuten und Co. sperren Leser mit Werbeblocker – watson nicht. In: watson.ch. 31. Oktober 2017, abgerufen am 9. November 2017.</ref>
Kooperationen
Tamedia kooperiert auch im Bereich Kleinanzeigen mit Schibsted. 2013 wurden die entsprechenden Portale von Tamedia, die 2005 gegründete «piazza.ch», und von Schibsted, das 2010 gegründete «tutti.ch», unter dem Namen «tutti.ch» zusammengelegt. Tamedia übernahm dabei 50 % des bisherigen Herausgebers von «tutti.ch», Schibsted Classified Media Switzerland AG, und Schibsted im Gegenzug 50 % des 1997 gegründeten und 2011 vollständig von Tamedia übernommenen «car4you.ch», des Anzeigenportals für Fahrzeuge.<ref>piazza.ch und tutti.ch fusionieren. In: 20 Minuten. 11. Juli 2013.</ref>
Anfang 2013 übernahm 20 Minuten AG von den Medienhäusern Metro International S.A., A-Pressen und JP/Politikens Hus 100 % der MetroXpress A/S, die die kostenlose dänische Pendlerzeitung Metroxpress sowie das dazugehörige Nachrichtenportal betreibt. Mitübernommen wurde deren 60-%-Tochtergesellschaft Soundvenue A/S.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Tamedia: Kurzbericht 2013 ( vom 24. September 2015 im Internet Archive). In: Tamedia, Kurzversion des Geschäftsberichts 2013, S. 27 (PDF; 8,7 MB).</ref>
Im August 2020 wurde in Zusammenarbeit mit der Coopzeitung die «Coopzeitung Weekend» lanciert, die jeweils freitags in der Bundmitte von 20 Minuten erschien.<ref>Jeden Freitag im Print. Coop und 20 Minuten lancieren gemeinsam «Coopzeitung Weekend». In: 20 Minuten. 18. August 2020, abgerufen am 10. April 2022.</ref>
Kontroversen
Zum 25-jährigen Jubiläum im Jahr 2024 druckte 20 Minuten eine Sonderausgabe, die an 3,26 Millionen Deutschschweizer Haushalte verteilt wurde. Auf einer Seite kamen neun Porträtbilder und Aussagen von Lesern vor, die kurz formulierten, warum sie 20 Minuten lesen. Zwei der neun Personen waren keine echten Personen, beide Bilder und ein Statement waren KI-generiert. Die Chefredaktion entschuldigte sich für die Aktion zweier Redaktoren, von der sie nichts gewusst habe und die fundamental gegen die publizistischen Leitlinien verstosse.<ref>Nick Lüthi: Fake-Leser und erfundenes Eigenlob für 3,2 Millionen Haushalte. In: Persoenlich.com, 23. September 2024, abgerufen am 25. September 2024.</ref><ref>«Auf der 20-Minuten-App findet man das Wichtigste auf den Punkt gebracht». In: 20 Minuten, Klarstellung vom 22. September 2024.</ref>
Einstellung der gedruckten Ausgabe Ende 2025
Am 17. Juni 2025 kündigte der Verlag an, die gedruckte Fassung auf Ende 2025 einzustellen. Durch die Einstellung wurden über 80 Vollzeitstellen abgebaut, die Regionalbüros Basel, Genf, Luzern und St. Gallen geschlossen.<ref>Noemi Hüsser: «20 Minuten» stellt Print-Ausgabe ein. In: blue News. 17. Juni 2025, abgerufen am 17. Juni 2025.</ref> Die letzte gedruckte Ausgabe erschien am 23. Dezember 2025.<ref name="swissinfo20251223" /> Das Unternehmen wollte prüfen, ob und wie das Boxen-Distributionsnetz weiter genutzt werden könnte,<ref name="SRF170625"/> fand aber keine Lösung. Die rund 2800 blauen Verteilboxen sollten Anfang Januar 2026 abgebaut werden.<ref>Christian Beck: 20 Minuten: Verteilboxen verschwinden Anfang Januar. In: persoenlich.com. 9. Oktober 2025, abgerufen am 1. Januar 2026.</ref>
Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden.20 minutes
20 minutes wurde am 8. März 2006 von Tamedia lanciert, nachdem Edipresse eine Minderheitsbeteiligung daran abgelehnt und stattdessen am 31. Oktober 2005 die eigene Pendlerzeitung Le Matin Bleu herausgegeben hatte.<ref>Christophe Büchi: Der Platzhirsch markiert das Revier. In: Neue Zürcher Zeitung. 15. September 2005.</ref> 2009, nach der Übernahme des Schweizer Geschäfts von Edipresse durch Tamedia, wurde Le Matin Bleu eingestellt. 20 minutes beschäftigte rund 40 Mitarbeiter, davon 30 in der Redaktion.<ref name="tamedia2005"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Tamedia: Chronik 2005 ( vom 5. April 2016 im Internet Archive). In: Website der Tamedia.</ref> Die Zentralredaktion befand sich in Lausanne, Chefredaktor war seit Erscheinen der Zeitung Philippe Favre. Die letzte Ausgabe erschien am 23. Dezember 2025.
20 minutes hatte 2023 eine WEMF-beglaubigte Auflage von 137'190 (Vj. 134'20) Exemplaren<ref name="wemf" /> und eine Reichweite von 355'000 (Vj. 355'000) Lesern. Es gab zwei regionale Ausgaben, Genf und Lausanne (2020 während der COVID-19-Pandemie kurzzeitig eingestellt<ref name="regional" />). Wie alle gedruckten Tageszeitungen musste 20 minutes seit einigen Jahren eine sinkende Auflage hinnehmen. Die verbreitete Auflage fiel seit 2008 um 84'370 von 221'560 auf 137'190 Exemplare, das ist ein Minus von 38,08 %. Besonders stark fiel die Auflage 2021 aufgrund der COVID-19-Pandemie, seither stieg sie wieder leicht.
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- Entwicklung der verbreiteten Auflage nach WEMF-Auflagebulletins<ref name="wemf" />
Das Online-Konzept entspricht weitgehend dem von 20min.ch. 20minutes.ch (mittlerweile 20min.ch/fr) wurde am 8. März 2006 aufgeschaltet. Es erreichte 2021 456'000 (Vj. 333'000) Unique Users/Tag.<ref name="online" />
Anfang 2018 wurden die Redaktionen der 20 minutes und des defizitären, ebenfalls von Tamedia herausgegebenen Le Matin zusammengelegt und von den beiden Chefredaktoren, Philippe Favre und Grégoire Nappey, gemeinsam geführt. Die Zusammenlegung führte zu einem Abbau von sechs Stellen, darunter vier Journalisten.<ref>Tamedia legt die Redaktionen von «20 minutes» und «Le Matin» zusammen. In: Neue Zürcher Zeitung. 22. August 2017.</ref> Die zusammengelegte Redaktion bezieht ausserdem seither den überregionalen Sport von der neuen Tamedia-Mantelredaktion unter Ariane Dayer (die weiterhin Chefredaktorin von Le Matin Dimanche ist) und betreibt neu auch den Newsexpress, der alle französischsprachigen Newsportale von Tamedia mit Breaking News, kurzen Agentur-Meldungen, Bildstrecken sowie Live-Tickern versorgt.<ref name="tamedia" /><ref>Umbau bei Tamedia. Zwei konzentrierte Tamedia-Redaktionen ab 2018. In: persoenlich.com. 23. August 2017.</ref> Am 21. Juli 2018 wurde die Print-Ausgabe von Le Matin eingestellt. Grégoire Nappey verliess das Unternehmen, neuer Chefredaktor von Le Matin Online ist Laurent Siebenmann.<ref>Printausgabe von «Le Matin» wird eingestellt. In: persoenlich.com. 7. Juni 2018.</ref>
Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden. 20 minuti
Am 14. September 2011 lancierte Tamedia in einem Joint Venture zusammen mit laRegione die italienische Ausgabe 20 minuti.<ref name="minuti" /> Die letzte Ausgabe erschien am 23. Dezember 2025.
20 minuti hatte 2023 eine WEMF-beglaubigte Auflage von 23'733 (Vj. 25'512) Exemplaren<ref name="wemf" /> und eine Reichweite von 66'000 (Vj. 66'000) Lesern. Die Redaktion befand sich in Lugano-Breganzona. Die Zeitung beschäftigte 12 Mitarbeiter in der Redaktion, leitender Redaktor war ab September 2014 Sal Feo.
Den Online-Bereich betreibt 20 minuti seit dem 14. September 2011 zusammen mit der bereits vor ihrer Gründung bestehenden Newsplattform tio.ch, die von der TicinOnline SA betrieben wird. tio.ch ist auch unter 20minuti.ch erreichbar; das Logo von 20 minuti wurde dort integriert.<ref name="minuti"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Stefano Pianca wird leitender Redaktor von 20 minuti ( vom 23. April 2018 im Internet Archive). Tamedia, 2. September 2011 (Medienmitteilung).</ref> tio.ch/20minuti.ch erreichte 2021 188'000 (Vj. 102'000) Unique Users/Tag.<ref name="online" />
Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden. Andere Zeitungen mit den Namen 20 Minuten / 20 minutes / 20 minutos
Schibsted beteiligte sich 2001 an dem spanischen Unternehmen Multiprensa y Más, das in Madrid und Barcelona je eine Gratiszeitung herausgab. Später übernahm sie die Firma ganz und benannte die Zeitungen in 20 minutos um. In Frankreich gibt Schibsted seit 2002 in einem Joint Venture mit SIPA Ouest-France, dem Herausgeber der Zeitung Sud-Ouest, eine Gratiszeitung unter dem Namen 20 minutes heraus; 2016 verkaufte Schibsted jedoch seinen Anteil an den Joint-Venture-Partner. Ende 1999 lancierte Schibsted eine Gratiszeitung unter dem Namen 20 Minuten Köln auch in Köln. Diese wurde aber Mitte 2001 – nach einer heftigen Abwehrschlacht durch die Kölner Medien – wieder eingestellt (→ Kölner Zeitungskrieg). Nach diesem verlorenen Verdrängungskampf stornierte Schibsted die Ausbaupläne für Deutschland und Österreich.<ref name="beucker">Pascal Beucker, Sebastian Sedlmayr, Frank Überall: In die Tonne gekloppt. In: taz Köln. 12. Juli 2001 (archiviert auf der Website von Pascal Beucker).</ref>
Literatur
- Marcus Haas: «Die geschenkte Zeitung»: Bestandsaufnahme und Studien zu einem neuen Pressetyp in Europa. LIT Verlag, Münster 2005, ISBN 978-3-8258-8632-5.
- Karl Lüönd: War einmal ein Maoist in der Journalistenschule (= 20 Jahre «20 Minuten». Teil 1). In: Medienwoche. 10. Dezember 2019.
Weblinks
Einzelnachweise
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