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5. Arrondissement (Paris)

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(Weitergeleitet von 5. Pariser Arrondissement)
Wappen des Pariser Arrondissements
Wappen des Pariser Arrondissements
5. Arrondissement (Panthéon)
Arrondissement municipal von Paris
<imagemap>

Datei:Paris 5e arr jms.gif|300x375px|center|Karte der Pariser Arrondissements

poly 377 323 397 285 402 284 407 291 496 325 472 378 444 354 1. Arrondissement poly 407 281 453 269 511 287 496 320 414 290 2. Arrondissement poly 516 286 552 298 565 327 571 371 538 360 527 346 499 332 3. Arrondissement poly 497 336 521 346 536 361 571 375 572 388 562 425 555 432 531 411 476 382 4. Arrondissement poly 475 385 521 407 559 443 544 473 502 493 441 475 5. Arrondissement poly 471 383 437 472 357 431 399 403 406 400 427 354 444 360 6. Arrondissement poly 243 356 272 327 361 321 419 350 418 357 423 361 403 397 392 399 343 434 328 420 315 424 7. Arrondissement poly 297 319 293 312 286 308 266 256 280 229 398 196 398 256 392 283 371 322 363 319 8. Arrondissement poly 403 194 412 191 453 204 493 195 494 210 488 239 486 276 453 267 396 280 402 257 400 235 9. Arrondissement poly 497 194 571 191 579 200 579 230 607 270 555 295 489 276 492 248 10. Arrondissement poly 559 298 611 273 653 329 661 358 678 370 702 423 638 407 618 404 577 389 11. Arrondissement poly 557 434 565 431 578 392 620 410 633 409 690 425 769 436 762 475 759 478 755 516 769 518 799 504 802 502 792 461 801 454 810 466 846 471 846 591 818 574 757 570 736 557 715 539 680 553 664 563 12. Arrondissement poly 464 486 502 497 549 476 560 446 661 565 619 592 556 623 521 623 509 615 495 616 482 625 472 625 474 601 461 580 461 528 13. Arrondissement poly 386 453 458 485 458 584 468 602 467 625 423 620 423 613 287 567 371 468 14. Arrondissement poly 128 509 241 358 314 430 327 424 340 438 354 434 383 452 375 462 370 465 285 566 193 520 165 549 146 550 145 528 158 516 145 507 15. Arrondissement poly 124 509 96 504 81 480 79 455 84 438 41 421 27 406 2 397 2 280 32 267 54 239 95 256 111 215 188 229 198 227 264 257 283 311 230 365 177 423 16. Arrondissement poly 202 223 205 196 223 175 267 149 314 114 371 83 411 82 392 168 399 193 276 227 265 253 17. Arrondissement poly 413 82 583 77 580 110 585 119 580 125 565 174 557 188 453 203 412 188 402 190 395 167 18. Arrondissement poly 564 187 569 177 585 127 592 118 586 106 586 77 643 76 666 84 685 98 696 126 704 166 701 186 717 208 744 221 750 229 705 245 664 245 653 251 611 267 583 230 583 198 573 189 19. Arrondissement poly 613 272 660 255 664 250 705 250 752 234 758 243 766 298 762 308 766 350 772 416 769 432 704 424 699 399 682 368 663 356 654 325 20. Arrondissement </imagemap>

Koordinaten 48° 50′ 42″ N, 2° 20′ 46″ OKoordinaten: 48° 50′ 42″ N, 2° 20′ 46″ O
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Höhe 59 m (27–61 m)
Fläche 2,54 km²
Einwohner 55.252 (1. Jan. 2023)
Bevölkerungsdichte 21.753 Einwohner/km²
INSEE-Code 75105
Postleitzahl 75005
Website mairie05.paris.fr
Gliederung
Quartiers
  • Saint-Victor
  • Jardin-des-Plantes
  • Val-de-Grâce
  • Sorbonne
Datei:Logo Arrondissement de Paris - Mairie 05 - Panthéon.svg
Logo der mairie des 5. Arrondissements
Datei:Mairie du 5e arrdt de Paris - 2008.jpg
Rathaus des 5. Arrondissements
Datei:Paris 5th.png
Karte des 5. Arrondissements
Datei:Pantheon Paris.jpg
Das 5. Arrondissement mit dem Panthéon

Das 5. Pariser Arrondissement, das Arrondissement du Panthéon, ist das älteste der 20 Pariser Arrondissements. Es geht auf das in der römischen Antike errichtete Lutetia zurück und bedeckt den größten Teil des Quartier Latin, des traditionellen Universitätsviertels.

Geographische Lage

Das 5. Arrondissement liegt am linken Ufer der Seine. Es grenzt im Norden – abgetrennt durch die Seine – an das 4. Arrondissement, im Westen an das 6., im Süden an das 14. und im Osten an das 13. Arrondissement. Sein Umriss ähnelt grob einem leicht nach rechts gekippten Quadrat – wobei die Seiten nach Süden und Osten hin eher die Form eines sanft geschwungenen Bogens einnehmen. Begrenzt wird es im Westen vom Boulevard Saint-Michel, im Norden von der Seine, im Osten vom Boulevard de L'Hôpital und im Südosten und Süden vom Boulevard Saint-Marcel und Boulevard de Port Royal.<ref name = "gm">Siehe Umriss des Arrondissements bei Google Maps; aufgerufen am 11. Dezember 2024</ref>

Das Straßenraster ist großteils unregelmäßig und entspricht stärker als in anderen Bezirken den Straßenführungen vor den Stadterneuerungsaktivitäten des Baron Haussmann. Der Fall ist dies vor allem im historischen Quartier Latin, einem der ältesten Pariser Viertel.<ref name = "gm" /> Es nimmt, von der Seine ausgehend, rund zwei Drittel des Arrondissements ein und reicht – so die Umrissmarkierung bei Google Maps – im nordwestlichen Bereich hinüber in die Seine-nahen Altstadtquartiere des benachbarten 6. Arrondissements.<ref name = "ql">Siehe Umriss des Quartier Latin bei Google Maps; aufgerufen am 11. Dezember 2024</ref> Markantester Punkt des 5. Arrondissements ist das Pantheon, dessen Bezeichnung es auch im Namen trägt. Weitere hervorstechende Punkte sind die auf das Mittelalter zurückgehenden Gebäude der Sorbonne westlich des Pantheon, die Universität Pierre und Marie Curie und der Jardin des Plantes im Osten des Bezirks sowie Palais und Jardin du Luxembourg in unmittelbar angrenzender westlicher Nachbarschaft im 6. Arrondissement.<ref name = "gm" />

Wichtige Verkehrswege sind die Quais entlang der Seine (Quai de Montebello, Quai de la Tournelle und Quai Saint-Bernard). Durch den Seine-nahen Teil des Quartier Latin hinein ins 6. Arrondissement führt der Boulevard Saint-Germain. Zentrale Straßen im alten Quartier Latin sind die Rue Mouffetard und die Rue Monge; beide verlaufen östlich des Panthéon in Nord-Süd-Richtung. Seine-Brücken, an denen das 5. Arrondissement partizipiert, sind von West nach Ost: Pont Saint-Michel, Petit Pont-Cardinal Lustiger, Pont de l’Archevêché (alle drei zur Île de la Cité), Pont de la Tournelle, Pont de Sully (beide zur Île Saint-Louis) und Pont d’Austerlitz (einzige direkt zur rechten Uferseite führende Brücke).<ref name = "gm" />

Die Topografie des Bezirks ist vor allem im Kerngebiet des alten Quartier Latin von ansteigendem und abfallendem Terrain geprägt. Mittelpunkt hier ist der Montagne Sainte-Geneviève – ein Hügel, dessen Nordhang bereits von der antiken Siedlung Lutetia genutzt wurde, und auf dem heute das Panthéon steht. Am Fuß des Hügels befand sich früher der Unterlauf der in die Seine einmündenden Bièvre; im 19. Jahrhundert wurde diese allerdings überbaut. Im südwestlichen Teil steigt das Terrain stetiger an in Richtung zu den höher gelegenen Straßenzügen von Montparnasse.<ref name = "quartier">Quartier Latin, 22places.de, aufgerufen am 11. Dezember 2024</ref>

Geschichte

Die Ursprünge des heutigen 5. Arrondissements reichen zurück bis in die Antike, als die Römer um 52 v. Chr. Lutetia auf dem linken Ufer der Seine errichteten. Das nahegelegene gallische Dorf der Parisier lag auf der strategisch geschützten Île de la Cité. Die beiden Ansiedlungen erfüllten unterschiedliche Funktionen: Die gallische diente als Handelszentrum, die römische auf dem linken Seine-Ufer wurde als städtisches und administratives Zentrum nach römischen Plänen entwickelt. Im Verlauf des 2. und 3. Jahrhunderts entstanden auf dem linken Seine-Ufer Bauwerke wie die Cluny-Termen (siehe: Hôtel de Cluny), ein Amphitheater und ein Forum. Wichtigste Straße war die – parallel zum heutigen Boulevard Saint-Michel verlaufende – Rue Saint-Jacques. Handelsstraßen sorgten darüber hinaus für den Austausch mit anderen römischen Zentren wie Lyon, Rouen und Trier.<ref name = "lutetia">Lutetia: Auf den Spuren der Römer in Paris, Hilke Maunder, meinfrankreich.com, aufgerufen am 18. Januar 2025</ref>

Der Ausbau der römischen Siedlung endete um 250. 486 fiel das Gebiet an die Franken. Während der fränkischen Zeit bürgerte sich erstmals der Name „Paris“ ein. Barbareneinfälle und politische Unsicherheiten zwangen die Bevölkerung, sich auf die leichter zu verteidigende Île de la Cité zurückzuziehen. Das linke Seine-Ufer wurde größtenteils aufgegeben.<ref name = "lutetia" /> Einige religiöse Zentren blieben bestehen – insbesondere die Abtei Sainte-Geneviève, die im frühen Mittelalter eine wichtige geistige Rolle innehatte. Im Zug der Wikingerüberfälle im 9. Jahrhundert wurde auch das linke Seineufer in Mitleidenschaft gezogen.<ref name = "middleage">Paris im Mittelalter, leben-im-mittelalter.net, aufgerufen am 20. Januar 2025</ref>

Datei:Jacquerie meaux.jpg
Unruhen in Paris zur Zeit der Jacquerie (1358)
Datei:Interior of the Studio of Van Dael and his students at the Sorbonne by Philippe Jacques van Bree.jpg
Malkurs-Atelier innerhalb der Sorbonne. Gemälde von 1816

Parallel mit der allmählichen Konsolidierung von Paris als Zentrum der französischen Monarchie vollzog sich auch eine Aufwertung der Stadtgebiete auf dem linken Seine-Ufer. Ein markanter Einschnitt war die von Philipp-August errichtete Stadtmauer Ende des 12. Jahrhunderts, die große Teile des nördlichen Arrondissement-Gebiets mit einschloss.<ref name = "mauermap">Siehe Stadtmauern von Paris, de.map-of-paris.com, aufgerufen am 20. Januar 2025</ref> Mit der 1257 erfolgten Gründung der Sorbonne avancierte das als „lateinisches Viertel“ bekannte Gebiet zu einem bedeutenden Teil innerhalb der gesamtstädtischen Infrastruktur.<ref name = "müller">Ralf Nestmeyer: Paris. Michael Müller Verlag, Erlangen 2017, ISBN 978-3-956-54424-8; S. 72.</ref> Die Entwicklung im Hundertjährigen Krieg mit seinen wechselnden Fronten schlug sich auch im Quartier Latin nieder. Der im Juli 1358 dort seinen Ausgang nehmende Aufstand gegen die Präsenz englischer Söldner griff schnell auf große Teile des Stadtgebiets aus. Die Anzahl der Todesopfer im Quartier Latin belief sich auf rund dreißig.<ref name = "parisrebellen-1">Ramón Chao und Ignacio Ramonet: Paris. Stadt der Rebellen – ein Kulturführer. Rotpunktverlag, Zürich 2010, ISBN 978-3-85869-418-8, S. 128–129.</ref>

Die Sorbonne – zunächst ein Kolleg für die Absolvierung theologischer Studien – entwickelte sich bis zur Frühneuzeit zu einer Bildungsinstitution mit großer Ausstrahlkraft. Verstärkt wurde diese Entwicklung dadurch, dass sich in ihrem räumlichen Umfeld ein wichtiges Zentrum der europäischen Druckkunst etablierte. Robert Estienne, Geoffroy Tory, Antoine Augereau und sein Schüler Claude Garamond spielten nicht nur eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung des Buchdrucks sowie leicht lesbarer Schriftarten. Das in diesem Milieu verbreitete humanistische Gedankengut führte auch zu Konflikten mit der Obrigkeit – vor allem den kirchlichen Leitungsebenen der Sorbonne.<ref name="typolexikon">Wolfgang Beinert: Garamond, Claude typolexikon.de, aufgerufen am 20. Januar 2025</ref> Die Auseinandersetzungen zwischen Monarchie und katholischer Kirche einerseits und den calvinistischen Hugenotten vertieften die schwelenden Konflikte. Eine Folge davon war ein im Zug der späten Hugenottenkriege ausgebrochener Aufstand im Jahr 1588, in dessen Zug sich die Bevölkerung des Quartiers auf die Seite des katholischen Herzogs von Guise schlug.<ref name = "parisrebellen-2">Ramón Chao und Ignacio Ramonet, Paris. Stadt der Rebellen, S. 130–132.</ref>

Im Rahmen der Urbanisierung unter Ludwig XIII. und Ludwig XIV. wurden die Straßen des Viertels weiter ausgebaut. Gleichzeitig entstanden klarere Quartiersgrenzen zwischen dem geistlichen, intellektuellen und handwerklichen Teil des Arrondissements. Die Französische Revolution hinterließ hier – anders als im benachbarten Bezirk Saint-Germain, wo sich der einflussreiche Club des Cordeliers formierte – vor allem repräsentative Spuren: Das unweit der Sorbonne errichtete Panthéon, im 18. Jahrhundert als Kirche errichtet, wurde erstmals zu einer republikanisch-nationalen Ruhmeshalle umgewidmet – eine Funktion, die es, mit Unterbrechungen, bis heute einnimmt.<ref name = "brilmayer">Paris 1793: Johann Jakob Hauer und Charlotte Corday, brilmayer-gesellschaft.de, aufgerufen am 20. Januar 2025</ref><ref name = "pantheon">Panthéon, paris360.de, aufgerufen am 20. Januar 2025</ref>

Im Zug der bürgerlichen Revolutionen 1830 und 1848 war das Quartier Latin ein wichtiger Schauplatz. Im Juni 1848 fanden unweit des Panthéon heftige Barrikadenkämpfe statt, in deren Zug Militär gegen aufständische Arbeiter vorging, die sich gegen die Schließung der Nationalwerkstätten zur Wehr setzten.<ref name = "juni">Barrikadenkampf in der Rue Soufflot in Paris am 25. Juni 1848, Deutsches Historisches Museum Berlin (Webseite), aufgerufen am 20. Januar 2025</ref> Bei der Niederschlagung der Pariser Kommune im Verlauf der blutigen Maiwoche fanden um das Panthéon herum ebenfalls erbitterte Kämpfe statt; von den vorrückenden Regierungstruppen exekutiert wurde in deren Zug unter anderem der Kommune-Sicherheitsdelegierte Raoul Rigault.<ref name = "72tage">Thankmar von Münchhausen: 72 Tage. Die Pariser Kommune 1871 – die erste »Diktatur des Proletariats«. Deutsche Verlags-Anstalt, München 2015, ISBN 978-3-421-04440-2, S. 371–373.</ref>

Die Haussman’schen Stadterneuerungsaktivitäten zur Zeit des Zweiten Kaiserreichs umsäumten den historischen Arrondissement-Kern eher, als dass sie massiv in ihn eingriffen. Breite Boulevards wie die Nord-Süd-Verbindung Boulevard Saint-Michel sowie die West-Ost-Achse Boulevard Saint-Germain entstanden. Die Bièvre, ein seit dem Mittelalter von Färbern und Gerbern genutztes und entsprechend stark verschmutztes Gewässer, wurde im Verlauf des 19. Jahrhunderts überbaut.<ref name = "marville">Siehe Foto von Charles Marville Verlauf der Bievre in Paris mit Gerbereien, 1858-78, meisterdrucke.de, aufgerufen am 20. Januar 2025</ref> Die kulturellen Trends der Belle Epoque tangierten das Gebiet des 5. Arrondissements eher in randständiger, indirekter Form. Als Studentenviertel und Zentrum des intellektuellen Lebens war das Quartier Latin zwar eine namhafte Komponente im Gefüge der Hauptstadt. In der Zwischenkriegszeit avancierten jedoch vor allem das benachbarte 6. Arrondissement (Saint-Germain-des-Prés) sowie Montparnasse zu neuen Zentren von Bohème und kulturellem Leben. Zeitweilig Quartier im 5. Arrondissement bezogen die beiden Schriftsteller Ernest Hemingway (in der Rue du Cardinal Lemaine) und George Orwell (in der Rue Mouffetard).<ref name = "parisrebellen-3">Ramón Chao und Ignacio Ramonet, Paris. Stadt der Rebellen, S. 146–158 und 164–167.</ref>

Die deutsche Besatzung 1941–44 betraf das Universitätsviertel sowie benachbarte Gebiete eher in durchschnittlichem als in herausragendem Ausmaß; die logistischen Zentren der Besatzung befanden sich vorwiegend auf dem rechten Seine-Ufer. Zu einem umkämpften Gebiet im Zug der Befreiung von Paris im August 1944 wurde die Kreuzung von Boulevard Saint-Michel und Boulevard Saint-Germain.<ref name = "tvm-paris">Thankmar von Münchhausen: Paris. Geschichte einer Stadt seit 1800. Deutsche Verlags-Anstalt, München 2007, ISBN 978-3-570-55064-9, S. 438 ff. und S. 503.</ref> Internationale Aufmerksamkeit erhielt das Quartier Latin im Zug der Ereignisse um den Pariser Mai 68. Die Studentenunruhen, deren ursprünglicher Ausgangspunkt in Nanterre lag (konkret: den dorthin mittlerweile ausgelagerten Teilen der Universität), griffen rasch auf das Gebiet der Sorbonne und die umliegenden Viertel über. In der ersten Maiwoche 1968 avancierte das Quartier Latin zu einem Epizentrum des Aufstands, dessen weitere Umgebung tagelang von Barrikaden und Straßenkämpfen geprägt war.<ref name = "zeit">Paris im Mai, Norbert Frei, Die Zeit, 14. Februar 2008, aufgerufen am 20. Januar 2025</ref>

Datei:Paris July 1968.jpg
Wandanschläge im Juli 1968

Die Entwicklung des Bezirks danach wurde von unterschiedlichen Entwicklungen geprägt. Eine davon war die weitere räumliche Diversifizierung der Universität – zu Tage tretend unter anderem im neuen UPMC-Komplex im Ostteil des Arrondissements.<ref name = "müller" /> Ungeachtet dessen behielt das alte Sorbonne-Zentrum einen Großteil seines herausragenden Renommées bei.<ref name = "uni">Quartier Latin: Pariser Studentenviertel, Hilke Maunder, meinfrankreich.com, aufgerufen am 20. Januar 2025</ref> Eine bis heute renommierte Einrichtung in ihrem Gefüge ist das für die Allgemeinheit zugängliche Collège de France – eine Einrichtung, in deren neuerer Geschichte unter anderem Roland Barthes, Michel Foucault, Pierre Bourdieu und Claude Lévi-Strauss Vorlesungen abhielten.<ref name = "müller" /> Dem im Quartier Latin noch befindlichen Teil der Sorbonne machten im neuen Jahrtausend Probleme wie Überfüllung sowie ein organisatorisch teils kaum noch zu gewährleistender Lehrbetrieb zu schaffen. Die prekäre Lage vieler Studierender zeigte sich in den Studentenprotesten 2006, deren Auslöser die Aufweichung des Kündigungsschutzes war.<ref name = "proteste2006">Tränengas gegen Studenten in Paris, Neue Zürcher Zeitung, 11. März 2006, aufgerufen am 20. Januar 2025</ref>

Wie das Gros der Altbau-geprägten Bezirke in der Innenstadt kämpft auch das 5. Arrondissement mit Gentrifizierungs-Tendenzen sowie, damit verbunden, ansteigenden Mieten.<ref name = "uni" /> Zu Vergnügungsmeilen für ein vorwiegend hippes, jüngeres Publikums haben sich die Straßenzüge um Rue Mouffetard sowie die Seine-nahe Rue de la Huchette entwickelt. Auch am allgemeinen Paris-Tourismus partizipiert das Arrondissement. Ein Grund hier: die zahlreichen, zum Teil bis in die Antike zurückreichenden Sehenswürdigkeiten im Bezirk.<ref name = "uni" />

Viertel im 5. Arrondissement

Datei:Paris 5e arrondissement - Quartiers.svg
Die Stadtviertel im 5. Arrondissement

Das 5. Arrondissement besteht aus den folgenden vier Stadtvierteln:

Nach der offiziellen Zählung der Pariser Stadtviertel handelt es sich dabei um die Quartiers 17 bis 20.

Bevölkerung

Den Zahlen des Statistik-Portals citypopulation.de von 2021 zufolge leben in dem 2,54 Quadratkilometer großen Arrondissement 56.841 Menschen. Das entspricht einer Bevölkerungsdichte von 22.378 Personen pro Quadratkilometer. Die Bevölkerungsabnahme zwischen 2015 und 2022 verlief mit −0,71 % eher moderat. 25.975 der aufgeführten Bewohner waren männlich, 30.866 weiblich, 7743 jünger als 18 Jahre, 37.916 zwischen 18 und 65 und 11.182 über 65 Jahre. Die französische Staatsbürgerschaft besaßen 49.736, eine andere 7105. Als Nichtimmigranten führte die Statistik 47.238 Bewohner auf, als Immigranten 9603.<ref name="population">Paris 5e arrondissement, citypopulation.de, aufgerufen am 20. Januar 2025</ref>

Die Einwohnerentwicklung verzeichnete ein anhaltendes Hoch bis in die 1950er Jahre, um bis zur Jahrtausendwende dann auf weniger als die Hälfte derjenigen im Jahr 1911 zu sinken. 1861 wurden in dem neu begründeten Arrondissement 107.326 Einwohner gezählt. Einen (kurzzeitigen) Einbruch auf knapp 97.000 ergab die Zählung von 1872. Einen Zenit erreichte die Einwohneranzahl 1911 mit 121.377. 1954 lebten in dem Bezirk 106.443 Einwohner; danach verringerte sich die Einwohnerzahl in Sprüngen auf den Wert 58.849 im Jahr 1999. Seit der Jahrtausendwende hat sich der Trend abgeflacht; die Zahlen von 2021 liegen nur noch geringfügig unter denen von 1999.<ref name="demographia">Paris Arrondissements: Post 1860 Population & Population Density, demographia.com, aufgerufen am 18. Januar 2025 (englisch)</ref>

Bei der Bevölkerungsverteilung innerhalb der vier Quartiere warten die beiden südlichen (Val-de-Grâce und Jardin des Plantes) mit deutlich höheren Einwohnerzahlen auf als die beiden nördlichen im „alten“ Teil des Quartier Latin (Saint-Victor und Sorbonne). Konkret verteilten sich die Einwohnerzahlen 2021 wie folgt:<ref name="population" />

  • Saint-Victor: 11.480 Einwohner
  • Jardin des Plantes: 17.180 Einwohner
  • Val-de-Grâce: 19.013 Einwohner
  • Sorbonne: 9.099 Einwohner

Rathaus

Das Rathaus des 5. Arrondissements befindet sich am Place du Panthéon 21, 75005 Paris.

Politik

Das 5. Arrondissement ist intellektuell und bürgerlich-konservativ geprägt (viele Universitätsangehörige, Journalisten und Schriftsteller leben im Viertel). Es war das Arrondissement der Wahl von Jacques Chirac und von Jean Tiberi, der von 2001 bis 2014 Bürgermeister des Arrondissements war. Seither bekleidet dieses Amt Florence Berthout (UMP bzw. Les Républicains).

Sehenswürdigkeiten

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Datei:Lycee-henri-4-tour-clovis.jpg
Tour Clovis des Lycée Henri IV
Datei:Cour aux Ernests sous la neige.jpg
Innenhof der École normale supérieure
Datei:Eglise Saint-Julien-le-Pauvre - Côté sud-est - Paris - Médiathèque de l'architecture et du patrimoine - APMH00007261.jpg
Chor und Südkapelle der Kirche St-Julien-le-Pauvre (vor 1926)
Datei:P1010455 Paris V Place A.Laveran reductwk.JPG
Place Alphonse Laveran an der Rue Saint-Jacques

Weltliche Bauten

Sakralbauten

Parks und Gärten

Wichtige Straßen und Plätze

Einzelnachweise

<references />

Weblinks

Commons: Paris 5e arrondissement – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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