Aérospatiale SA-319
| Aérospatiale SA.319 Alouette III | |
|---|---|
| Alouette III des Österreichischen Bundesheeres Alouette III des Österreichischen Bundesheeres | |
| Typ | Leichter Mehrzweckhubschrauber |
| Entwurfsland | |
| Hersteller | Aérospatiale |
| Erstflug | 28. Februar 1959 |
| Indienststellung | 1960 |
| Produktionszeit | 1961 bis 1985 |
| Stückzahl | mehr als 2000 |
Die Aérospatiale SA.319 Alouette III (französisch für Lerche) ist ein leichter einmotoriger Mehrzweckhubschrauber. Er wurde vom französischen Hersteller Sud Aviation (später Aérospatiale) ab 1959 in über 1400 Exemplaren sowohl für militärische als auch für zivile Zwecke hergestellt. Außerdem wurde er in Indien, Rumänien (als IAR.316B) und der Schweiz in Lizenz gefertigt. Viele der einfachen und robusten Maschinen werden heute noch geflogen.
Geschichte
Sud Aviation hatte mit der fünfsitzigen Alouette II den laut Flugrevue „ersten echten Turbinenhubschrauber in Serie auf den Markt gebracht“. Bei der Entwicklung des größeren Musters dachte man insbesondere an den Einsatz in Bergregionen. Im Juni 1960 landete der erste Prototyp<ref name="Airbus2020"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />The 60th anniversary of the Alouette III ( vom 19. August 2022 im Internet Archive), Airbus, 28. Februar 2019</ref> der Alouette III mit 7 Personen an Bord „mühelos“<ref name="Flugrevue">Die Geschichte der Alouette III, Flugrevue, 27. April 2018</ref> auf dem Mont Blanc auf 4806 Metern über Meer. Der zweite Prototyp flog nur Monate später, im November 1960 im Himalaya mit zwei Piloten und 250 Kilogramm Nutzlast<ref name="Flugrevue" /> auf den Gipfel des Deo Tibba in Indien auf 6000 Meter Höhe. Diese Leistungsfähigkeit im Gebirge blieb lange unübertroffen.
Am 25. Juni 1961 wurde der erste Serienhubschrauber an einen Kunden in Burma ausgeliefert. Der Serienbau fand in Marignane statt, von wo aus der Hubschrauber an 120 verschiedene Kunden in 80 Ländern ausgeliefert wurde.<ref name="Airbus2020" />
1973 folgte ein Demonstrationsfliegen in Afrika, wobei die Alouette sowohl auf dem Kilimandscharo als auch auf dem Mount Kenya landete.<ref name="Airbus2020" />
Konstruktiv war die Alouette von der erfolgreichen Alouette II abgeleitet und konnte in der gegenüber der Alouette II vergrößerten Kabine sieben Passagiere oder bei zwei Krankentragen noch drei Passagiere befördern. Die nun als Schiebetüren ausgeführten Seitentüren der hinteren Kabine erlaubten das Öffnen der Türen auch im Flug.<ref name="Flugrevue" /> Die bei der linken Türe montierte Rettungswinde der Alouette III brachte für die Schweizerische Rettungsflugwacht den Durchbruch bei Hochgebirgsrettungen; die Helikopter des Typs bilden von 1971 bis 1995 das Rückgrat der Flotte.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Durchbruch der Helikopterrettung im Hochgebirge, Schweizerische Rettungsflugwacht ( vom 11. August 2020 im Internet Archive)</ref> Das österreichische Bundesheer setzte ebenfalls die Alouette III für den militärischen Such- und Rettungsdienst in Österreich ein wie dies zeitweise auch der Schweizerische Militär-Helikopter-Rettungsdienst tat. In der Schweiz wurden erstmals die Cockpits Anfang der 90er-Jahre für den Einsatz von Nachtsichtgeräten umgebaut.<ref name="Flugrevue" />
Laut dem Hersteller hatten die Alouettes bis im Jahr 2018 insgesamt über sieben Millionen Flugstunden absolviert. Im Februar 2019 sollen noch 180 Hubschrauber des Typs im Einsatz gestanden haben.<ref name="Airbus2020" /> Bei der französischen Marinefliegern war der Typ ab 1962 für 60 Jahre im weltweiten Einsatz und verfügte dabei laut Beteiligten über eine außergewöhnliche Klarstandsquote.<ref name="zuverl" />
Versionen
- SE.3160
Die erste Version der Alouette III war die SE.3160. Sie flog am 28. Februar 1959 zum ersten Mal. Angetrieben wurde sie von einer Gasturbine Turbomeca Artouste IIIB mit maximal 551 kW (750 PS). Diese Version wurde bis 1969 produziert.
- SA.316A
Neuere Bezeichnung der SE.3160.
- SA.316B
Die SA-316 nutzte ebenfalls eine Turbomeca-Turbine Artouste IIIB, hatte aber ein höheres Abfluggewicht.
- SA-316C
Die SA-316C war mit den leistungsfähigeren Turbomeca-Artouste-IIID-Triebwerk ausgerüstet.
- SA.319B
Die SA.319 war anders als die älteren Versionen der Alouette III mit einer Astazou-XIV-Turbine ausgerüstet, die besonders in tropischen und alpinen Regionen die Leistung des Hubschraubers verbesserte. Parallel mit der SA.316 blieb dieser Typ bis in die frühen 1980er-Jahre in Produktion.
- SA.3164
Der auch als „Alouette-Canon“ bezeichnete Versuchshubschrauber ist 1964 von Sud Aviation mit einer 20-mm-Maschinenkanone im Bug sowie Waffenstationen seitlich des Rumpfes modifiziert worden.
- Atlas XH-1 Alpha
Für die Entwicklung des Rooivalk ist zuerst eine Zelle einer Alouette III mit hintereinanderliegenden Cockpits zum Atlas XH-1 Alpha umgerüstet worden.
- Chetak
Indischer Lizenzbau ab 1965
Staatliche Nutzer
- Datei:Flag of Abu Dhabi.svg Abu Dhabi<ref>004849</ref>
- Datei:Flag of Equatorial Guinea.svg Äquatorialguinea<ref>008540 F-WKQH Eurocopter SA316B Alouette III MSN 1970, Republica Guinea Ecuatorial</ref>
- Datei:Flag of Ethiopia.svg Äthiopien: 11, 5 SE.316A, 6 in Rumänien gebaute SA.316B<ref name="Andrade 1982, S. 157">Andrade 1982, S. 157.</ref><ref>Andrade 1982, S. 63.</ref>
- Datei:Flag of Albania.svg Albanien 1995 gingen vier Alouette III von der Schweizerischen Rettungsflugwacht (REGA) an das albanische Gesundheitsministerium. Die für Krankentransporte und Hilfslieferungen eingesetzten Maschinen wurden von der Schweiz unterhalten und in Tirana Laprake betrieben.<ref>Aktive Alouettes in Tirana, SkyNews Oktober 2007, S. 38</ref>
- Datei:Flag of Angola.svg Angola: 20 SA.316B<ref>Andrade 1982, S. 11.</ref>
- Datei:Flag of Argentina.svg Argentinien
- Marine: 14, 3 SE.316A, 7 SA.316B, 4 SA.319B<ref>Andrade 1982, S. 15.</ref>
- Royal Australian Air Force 3
- Im Jahr 1964 wurden drei Alouettes an die Australische Marine geliefert. Alle drei Maschinen flogen ab 1967 mit zivilen Kennzeichen für das Department of Supply, sie wurden dabei von der Short Bros & Harland Air Services betrieben. Zirka 1980<ref>Aerospatiale SE3160 / SA316A Alouette III C/N 1167 Built 1964</ref> wurden die Maschinen in die USA an den Betreiber Roberts Aircraft Inc of Arizona verkauft. Eine Maschine stürzte beim Feuerlöschen im 1998 ab, eine Maschine ging an die Rocky Mountain Helicopters und später nach Chile, wo sie 2009 verunfallte, die dritte Maschine ging ebenfalls an Rocky Mountain Helicopters und wurde in den 1980er-Jahren als erster Ambulanzhelikopter für das Stanford Life Flight program eingesetzt. Dieser Hubschrauber wurde 2007 aus dem Flugezeugregister ausgetragen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Australian & New Zealand Military Aircraft Serials & History - RAAF A5 Sud Aviation SA.316B Alouette III ( vom 5. Februar 2014 im Internet Archive)</ref><ref>N145SU; "Stanford's first helicopter was an Alouette III, N607RM, operated by Rocky Mountain Helicopters in May-August 1984"</ref>
- Datei:Flag of Bangladesh.svg Bangladesch: 4 ex-indische HAL Chetak<ref>Andrade 1982, S. 22.</ref>
- Datei:Flag of Belgium (civil).svg Belgien
- Marine: 3 SA.316B
- Am 8. Juli 2021 wurden die zwei noch eingesetzten Alouettes der belgischen Marine verabschiedet, nachdem die dritte Maschine rund 11 Monate zuvor aus dem Dienst ausgeschieden war. Der Typ war 1972 eingeführt worden.<ref>Aérospatiale SE-316B Alouette III withdrawn from service for Belgian Air Force, aviation24be, 8. Juli 2021</ref>
- Datei:Flag of Biafra.svg Biafra
- Datei:Flag of Bolivia.svg Bolivien
- Datei:Flag of Bophuthatswana (1972–1994).svg Bophuthatswana<ref>Hatch 1990, S. 39.</ref>
- Datei:Flag of Burkina Faso.svg Burkina Faso: 2 SA.316B<ref>Andrade 1982, S. 335.</ref>
- Datei:Flag of Burundi.svg Burundi: 4, 1 SE.316A, 3 SA.316B<ref name="Andrade 1982, S. 36">Andrade 1982, S. 36.</ref>
- Datei:Flag of Chile.svg Chile
- Marine: 10 SA.319Bs
- Datei:Flag of the People's Republic of China.svg Volksrepublik China
- Datei:Flag of Germany.svg Deutschland
- Polizeifliegerstaffel NRW, 2 SA 319B (1972 bis 1979)<ref>Bilder zur Geschichte der Polizeifliegerstaffel NRW / 15 von 34. In: https://lzpd.polizei.nrw. Ministerium des Innern des Landes Nordrhein-Westfalen, 2026, abgerufen am 27. Februar 2026.</ref>
- Polizeihubschrauberstaffel Niedersachsen: 1 SA 319B (1973 bis 1995)<ref>ZPD: Polizeihubschrauberstaffel Niedersachsen (PHuStN): Das "Phoenix-Team" feiert 50 erfolgreiche Jahre und stellt sich neuen Herausforderungen. In: https://www.presseportal.de. news aktuell GmbH, 14. Juli 2021, abgerufen am 13. März 2026.</ref>
- Kongelige Danske Marine: 8 SE.316A<ref>Andrade 1982, S. 55.</ref>
Dominikanische Republik: 1 SE.316A<ref>Andrade 1982, S. 56.</ref>
Ecuador<ref>005319 F-WKQF/ANE-301 Eurocopter SA319B Alouette III Astazou MSN 2067, Armada del Ecuador</ref>- Datei:Flag of El Salvador.svg El Salvador: 1 SA.316B<ref>Andrade 1982, S. 188.</ref>
- Datei:Flag of Côte d'Ivoire.svg Elfenbeinküste: 4, 3 × SE.316A, 1× SA.316B<ref>Andrade 1982, S. 126.</ref>
- Datei:Flag of Eswatini.svg Eswatini: 3 (ex-südafrikanische)<ref>SAAF Alouettes for Swaziland</ref>
- [[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: Frankreich
- Armée de l’air
- Aéronavale Die Alouette III verblieb 60 Jahre im Dienste der französischen Marineflieger, am 9. Dezember 2022 wurde der Typ offiziell auf dem Militärflugplatz Lanvéoc-Poulmic verabschiedet.<ref>Marine nationale</ref> 1962 war der Typ in den Dienst eingetreten, 37 Maschinen waren insgesamt auf den Schiffen der Marine im Einsatz. Anfänglich wurde die Alouette auch für Kampfaufgaben, namentlich für den Abwurf von leichten Torpedos eingesetzt worden. Diese Aufgabe übernahm später die Lynx.<ref name="zuverl" /> Von den Alouettes blieben ab 2021 noch ein Dutzend im Dienst.<ref>Alouette III leaves active service after 60 years of loyal service in the French Navy, 10. Dezember 2022</ref> Die letzten drei Maschinen flogen bis zur Verabschiedung 2022,<ref name="zuverl">French armed forces wave goodbye to the Alouette, The Vertical Mag, 9. Januar 2023</ref> obschon offenbar rund 20 Jahre zuvor mit einer Ausmusterung im Jahr 2003 gerechnet worden war. Eine einzige Maschine, die 997, war mit einem Wetterradar vom Typ OMERA ORB-32 ausgestattet.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Aérospatiale SA-316B/ VSV/ -319B Alouette III ( vom 7. April 2016 im Internet Archive). fffaa.net</ref>
- Armée de Terre
- Sécurité Civile 6 SA.316<ref>Helicopters of the Securite Civile (in French)</ref>
- Datei:Flag of Gabon.svg Gabun: 5, 1 SE.316A, 1 SA.316B, 3 SA.319B<ref>Andrade 1982, S. 77.</ref>
- Datei:Flag of Ghana.svg Ghana: 4 SA.316B<ref>Andrade 1982, S. 91.</ref>
- Datei:Flag of Greece.svg Griechenland
- Griechische Marine: 2 SA.319B<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Greek military aviation OrBat ( vom 12. September 2011 im Internet Archive) abgerufen am 17. Mai 2023</ref>
- Datei:Flag of Guinea.svg Guinea: 1 SA.316B<ref>Andrade 1982, S. 95.</ref>
- Datei:Flag of Guinea-Bissau.svg Guinea-Bissau
- Datei:Flag of Hong Kong (1959-1997).svg Hongkong
- Royal Hong Kong Auxiliary Air Force: 3, 2 SE.316A, 1 SA.316B<ref>Andrade 1982, S. 98.</ref>
- Datei:Flag of India.svg Indien<ref>Andrade 1982, S. 102, 103.</ref>
- Indische Luftstreitkräfte: 87+
- Indische Marine: 18+
- Indische Armee: 120+
- Die Inder benutzen die Chetak voraussichtlich bis 2030 für die Grundausbildung aller Dienste, also Army, Air Force, Navy und Coast Guard. Zusammen mit der Lama flogen 2022 noch 400 solcher Lizenzbauten,<ref>https://www.mobilityoutlook.com/features/indian-armed-forces-chetak-helicopter-fleet-completes-60-years-in-service/</ref> im 2024 noch 190 alleine bei der Army.<ref>https://www.thehindu.com/news/national/as-army-awaits-new-utility-helicopters-cheetah-cheetal-remain-lifelines-in-high-altitude-areas/article68683203.ece</ref>
- [[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: Indonesien: 7 SE.316A
- Datei:Flag of Iraq.svg Irak 44 SA.316C<ref>Andrade 1982, S. 111.</ref>
- Datei:Flag of Iran.svg Iran
Irland: 8, 3 SE.316A, 5 SA.316B (1963–2007)<ref>Andrade 1982, S. 61.</ref>- Datei:Flag of Jordan.svg Jordanien: 16 SA.316B<ref>Andrade 1982, S. 139.</ref>
- Datei:Flag of Cameroon.svg Kamerun: 5 SA.319<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Cameroonian military aviation OrBat ( vom 7. März 2012 im Internet Archive) abgerufen am 17. Mai 2023</ref>
- Datei:Flag of Laos.svg Laos
- Datei:Flag of Lebanon.svg Libanon: 18, 11 SE.316A, 7 SA.316B<ref>Andrade 1982, S. 147.</ref>
- Datei:Flag of Libya (1977-2011).svg Libyen: 13 SA.316B<ref>Andrade 1982, S. 149.</ref>
- Datei:Flag of Madagascar.svg Madagaskar: 2 SE.316A (1 ex-französische)<ref name="Andrade 1982, S. 151" />
- Datei:Flag of Malawi.svg Malawi: 1 SA.316<ref name="Andrade 1982, S. 151">Andrade 1982, S. 151.</ref>
- [[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: Malaysia: 43, 26 SA.316B, 10 SA.319B + 7 SA.316B (ex-singapurische)<ref>Andrade 1982, S. 153.</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Malaysian military aviation OrBat ( vom 4. September 2011 im Internet Archive) abgerufen am 17. Mai 2023</ref>
- Datei:Flag of Malta.svg Malta
- (Air Wing): 3 SA.316B (ex-libysche)<ref>Andrade 1982, S. 154.</ref>
Mexiko<ref name="Andrade 1982, S. 157" />
- Datei:Flag of Morocco.svg Marokko: 2 SA.316B<ref>Andrade 1982, S. 159.</ref>
- Datei:Flag of Mozambique.svg Mosambik: 4 SA.316B (ex-portugiesische)<ref name="Andrade 1982, S. 161">Andrade 1982, S. 161.</ref>
- Datei:Flag of Myanmar.svg Myanmar: 14, 13 SE.316A, 1 SE.316B<ref>Andrade 1982, S. 35.</ref>
- Datei:Flag of Namibia.svg Namibia: 12<ref>South African Alouette IIIs apparently destined for Namibia, not Zimbabwe. Defence Web, 18. Februar 2014 abgerufen am 20. Februar 2014.</ref>
- Datei:Flag of Nepal (with spacing).svg Nepal: 5, 1 SE.316A, 4 HAL Cheetak<ref name="Andrade 1982, S. 161" /><ref>Air Combat Information Group – Nepal</ref>
Nicaragua: 2<ref>Andrade 1982, S. 166.</ref>- Datei:Flag of the Netherlands.svg Niederlande: Niederlande 77
- Die niederländische Armee kaufte 77 Alouette III Hubschrauber im 1962 und erhielt diese ab 1964.<ref name="Auslieferung64" /> Ab 1973 wurde das Kunstflugteam Grasshoppers betrieben.<ref name="Flugrevue" /> Von den ursprünglichen 77 Einheiten wurden 73 im Jahr 1995 außer Betrieb genommen, während die letzten vier für VIP-Transport bis Ende 2015 in Gebrauch blieben.<ref>Dutch military aviation OrBat</ref> Die Maschinen hatten insgesamt rund 450.000 Flugstunden absolviert. Internationale Missionen hatten Einsätze in Kambodscha und im früheren Jugoslawien umfasst.<ref name="Auslieferung64">Netherlands retires last Alouette III helicopters, Flightglobal, 17. Dezember 2015</ref>
- [[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: Österreich: 26, 12 SE.316A, 14 SA.316B (1 Verlust bei Absturz im Juni 2018) 2018 waren noch 24 Einheiten im Einsatz, ab 2005 waren durchgehend drei Helikopter im Kosovo und in Bosnien präsent,<ref name="Flugrevue" /> in Bosnien und Herzegowina im Rahmen von EUFOR/ALTHEA. Am 24. Mai 2024 wurde die Alouette feierlich aus dem Bundesheer verabschiedet. Der operationelle Flugbetrieb war Ende 2023 beendet worden.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Alouette III flog ihren letzten Einsatz ( vom 24. Mai 2024 im Internet Archive), Bundesheer.at.</ref>
- Datei:Flag of Pakistan.svg Pakistan<ref>Andrade 1982, S. 173, 174.</ref>
- Luftwaffe: 13, 7 SE.316A, 4 SA.316B, 2 SA.319B
- Marine: 12, 11 SE.316A, 1 SA.316B
- Armee
- Der Zivilschutz Pakistans (National Disaster Management Authority) erhielt im Jahr 2010 die noch flugtüchtigen Schweizer Alouette III der Luftwaffe<ref name="Zivilschutz" />
Peru<ref>Andrade 1982, S. 178, 179.</ref>
- Luftwaffe: 12, 4 SE.3160, 8 SA.316C
- Marine: 6 SA.316B
Portugal: 12 SA.316B<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Portuguese military aviation OrBat ( vom 14. März 2012 im Internet Archive) abgerufen am 17. Mai 2023</ref>
Republik Kongo: 4 SA.316B<ref>Andrade 1982, S. 50.</ref>- Datei:Flag of South Vietnam.svg Südvietnam: SA.319
- Datei:Flag of Rwanda.svg Ruanda: 2 SE.3160<ref>Andrade 1982, S. 187.</ref>
- Datei:Flag of Romania.svg Rumänien: (IAR 316)<ref name="afmonthly">Young at 95!, Air Forces Monthly magazine, Dirk Jan de Ridder & Menso van Westrhenen, February 2009 issue, S. 54.</ref>
Sambia
Saudi-Arabien: 5, 4 SE.3160, 1 SA.316B<ref>Andrade 1982, S. 190.</ref>- Datei:Flag of Switzerland within 2to3.svg Schweiz
- Schweizer Luftwaffe: 84, davon 24 SE.316A und 60 SA.316B im Einsatz von 1964 bis 2010.
- Ab 1960 sah die Truppenordnung «Leichte Fliegerstaffeln» vor. Zehn ab 1959 vorhandene Alouette II wurden 1961 der Leichtfliegerstaffel zugeteilt. Für deren weitere Ausrüstung wurde im Frühjahr 1963 ein Kredit beantragt für die Beschaffung von weiteren 20 Alouette II sowie neun Stück Alouette III.<ref>Beschaffung von Helikoptern, Schweizer Soldat : Monatszeitschrift für Armee und Kader mit FHD-Zeitung, Band 38 (1962–1963), Heft 19, S. 493</ref> 1966 wurden fünfzehn Alouette III nachbeschafft und ab 1972 folgte der Teil-Lizenzbau von weiteren 60 Helikoptern.<ref name="Zivilschutz" /> 14 Helikopter des Typs stürzten während der Einsatzzeit ab.<ref>Alouette lll SE-3160, Hermann Keist</ref> Nach dem Einsatzende und 316.000 absolvierten Flugstunden<ref>Goodbye Alouette III, Schweizer Soldat Band 86 (2011), Heft 3, S. 25</ref> wurden die verbliebenen Maschinen 2010 dem Pakistanischen Zivilschutz übergeben.<ref name="Zivilschutz">Alouette III – nach 46 Jahren ausgemustert. Eidgenössisches Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport, 10. Dezember 2010, abgerufen am 3. Dezember 2021.</ref>
- Datei:Flag of Seychelles.svg Seychellen
- Datei:Flag of Sierra Leone.svg Sierra Leone
- Datei:Flag of Zimbabwe.svg Simbabwe
- Air Force of Zimbabwe: SA.316
- Ejército del Aire: 5 SA.319B<ref>Andrade 1982, S. 206.</ref>
- Ejército de Tierra: 3 SA.319B<ref>Andrade 1982, S. 208.</ref>
- Südkoreanische Marine: 12 SA.319B (1977–2019)<ref>RoKN retires final Alouette III naval helicopters, Janes, 3. Dezember 2019</ref>
Südafrika: 120+, 58 SE.316A, 40 SA.316B und andere<ref>Andrade 1982, S. 197.</ref>- Datei:Flag of Suriname.svg Suriname: SA.316
- Datei:Flag of Chad.svg Tschad: 10 SE.316A (ex-französische)<ref>Andrade 1982, S. 43.</ref>
- Datei:Flag of Tunisia.svg Tunesien: 8, 4 SE.316A, 4 SA.316B<ref>Andrade 1982, S. 227.</ref>
- Datei:Flag of Venezuela.svg Venezuela: 20<ref>Andrade 1982, S. 338.</ref>
- Datei:Flag of Zaire (1971–1997).svg Zaire: 10 SE.316A, SA.316B<ref>Andrade 1982, S. 343.</ref>
Zwischenfälle
Am 4. Juni 1978 stürzte eine Alouette III (Kennzeichen D-HAMS) der Polizeifliegerstaffel NRW etwa 80 Meter neben der Autobahn A1 in der Nähe des Kamener Kreuzes ab, nachdem der Hauptrotor und das Hauptrotorgetriebe ausgefallen waren. Zwei Beamte kamen ums Leben.<ref>Sunday 4 June 1978 // D-HAMS. In: https://aviation-safety.net. Flight Safety Foundation, 2025, abgerufen am 27. Februar 2026.</ref>
Am 29. Juni 2018 verunfallte eine Alouette III des österreichischen Bundesheeres in Kärnten. Nach einer harten Landung im Gebirge in rund 2000 Metern Seehöhe in der Nähe der Wolayerseehütte kippte die Maschine um, geriet in Brand und brannte aus. Von den vier Insassen wurde niemand verletzt.<ref>Bundesheer-Hubschrauber abgestürzt. 29. Juni 2018, abgerufen am 21. September 2020.</ref>
Seit der Einführung der Alouette III im Bundesheer im Jahr 1968 sind 7 Hubschrauber abgestürzt; bei drei Flugunfällen gab es Tote.<ref>Bundesheer-Hubschrauber abgestürzt orf.at, 29. Juni 2018, abgerufen am 29. Juni 2018.</ref>
Technische Daten
(Quelle: Flugzeuge der Welt, Ausgaben 1960 und 1979/80)
| Kenngröße | Daten SE-3160 | Daten SA-319B |
|---|---|---|
| Rumpflänge | 10,11 m | 10,03 m |
| Rotordurchmesser | 10,93 m | 11,02 m |
| Höhe | 2,95 m | – |
| Zuladung | maximal 7 Sitze | ein Pilot und sechs Passagiere, Außenlasten bis 750 kg |
| Leermasse | 1042 kg | 1108 kg |
| Startmasse | 2100 kg | 2250 kg |
| Antrieb | eine Gasturbine Turbomeca Artouste IIIB mit 570 Wellen-PS | eine Gasturbine Turbomeca Astazou XIVH mit 789 Wellen-PS |
| Höchstgeschwindigkeit | 200 km/h auf Meereshöhe | 220 km/h auf Meereshöhe |
| Reisegeschwindigkeit | 190 km/h auf Meereshöhe | 197 km/h auf Meereshöhe |
| max. Schwebehöhe | 3000 m | 3100 m mit Bodeneffekt |
| Reichweite | 605 km mit 6 Passagieren |
Bewaffnung
In der Kabine (Schiebetür) lafettiert:
- 1 × schwenkbare Lafette für je 1 × 20-mm-Maschinenkanone Matra MG 151/20 mit 450 Schuss Munition
- 1 × schwenkbare Lafette für je 1 × 7,62-mm-Maschinengewehr Manufacture d’armes de Saint-Étienne AA-52 mit 1000 Schuss Munition
- 1 × schwenkbare Lafette für je 2 × 7,62-mm-Maschinengewehre Browning .303 Mark II (M1919) mit je 400 Schuss Munition (nur rhodesische SE.3164)
Kampfmittel für maximal 600 kg an zwei bis vier Außenlastenträgern
Torpedo
- 1 × AST/General Electric Mk.44 324-mm-Torpedo
Luft-Boden-Lenkflugkörper
- 4 × Nord Aviation/Aerospatiale AS.11 (AGM-22) – drahtgesteuerter Panzerabwehr-Lenkflugkörper
- 2 × Nord Aviation AS.12 – drahtgesteuerter Panzerabwehr-Lenkflugkörper
- 4 × Kolomna 9M14 „Maljutka“ (AT-3 „Sagger“) – funkferngesteuerter (SACLOS) Panzerabwehr-Lenkflugkörper (nur IAR 316)
Ungelenkte Luft-Boden-Raketen
- 2 × Matra RL-181-Raketen-Rohrstartbehälter für je 18 × ungelenkte SNEB-Luft-Boden-Raketen; Kaliber 37 mm
- 2 × Matra RL-361-Raketen-Rohrstartbehälter für je 36 × ungelenkte SNEB-Luft-Boden-Raketen; Kaliber 37 mm
- 2 × TBA 68-7-Raketen-Rohrstartbehälter für je 7 × ungelenkte SNEB-Luft-Boden-Raketen; Kaliber 68 mm
- 2 × TBA 68-12C-Raketen-Rohrstartbehälter für je 12 × ungelenkte SNEB-Luft-Boden-Raketen; Kaliber 68 mm
- 2 × Matra F4 (Matra 155)-Raketen-Rohrstartbehälter für je 18 × ungelenkte SNEB-Luft-Boden-Raketen; Kaliber 68 mm
- 2 × TBA 100-4-Raketen-Rohrstartbehälter für je 4 × ungelenkte Luft-Boden-Raketen SNEB; Kaliber 100 mm
- 2 × L-57-16MD-Raketen-Rohrstartbehälter (Lizenzkopie der UB-16-57M) für je 16 × ungelenkte S-5-Luft-Boden-Raketen; Kaliber 57 mm (nur IAR 316)
Zusatzbehälter
- 2 × FN ETNA TMP-5-MG-Behälter mit je 2 × 7,62-mm-Maschinengewehren FN MAG 58P mit je 500 Schuss Munition
Selbstverteidigungssysteme
Aufgrund der Erfahrungen aus dem Einsatz im südlichen Afrika versah die rhodesische Luftwaffe ihre Alouette III mit Selbstschutzsystemen.
Passive Maßnahmen
- 1 × Lufteinsauggitter
- 1 × Abgaskühldiffusor (Infrarotunterdrückungs-Abgasluftkühler) am Ende des Abgasrohres, durch den die Abgase mit Umgebungsluft vermischt und zerstreut wurden.
- matter Farbanstrich, um die Infrarotsignatur zu reduzieren
Siehe auch
- Aéreospatiale SA.318 „Alouette II“
- Aérospatiale SA.315 „Lama“
- Eurocopter AS.550 „Fenec“
- Aérospatiale SA.342 „Gazelle“
- Bell OH-58A „Kiowa“ (Model 206)
- MBB PAH-1 (BO-105P)
- Hughes OH-6A „Loach“ (Modell 269)
- Liste der Hubschraubertypen
Literatur
- John Andrade: Militair 1982, Aviation Press Ltd, 1982, ISBN 0-907898-01-7.
- William Green, Gerhard Pollinger: Die Flugzeuge der Welt. Werner Classen Verlag, Zürich und Stuttgart 1960.
- William Green, Gerhard Pollinger: Die Flugzeuge der Welt. Werner Classen Verlag, Zürich und Stuttgart 1979.
- Harald Dorner: 50 Jahre Alouette III beim Bundesheer. In: öfh Nachrichten – Informationen der Österreichischen Flugzeug-Historiker 4/17, S. 14–19.
Weblinks
- Musterzulassung des SA 315, SA 316, SE 316 und SA 319 – EASA-TCDS-R.123 (PDF; 407 kB, englisch)
- Alouette III im Hubschraubermuseum Bückeburg
Einzelnachweise
<references responsive />
- Seiten mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Mehrzweckhubschrauber
- Aérospatiale
- Luftfahrzeug (Bundesheer)
- Militärluftfahrzeug (Frankreich)
- Militärluftfahrzeug (Belgien)
- Militärluftfahrzeug (Portugal)
- Militärluftfahrzeug (Albanien)
- Militärluftfahrzeug (Rumänien)
- Wikipedia:Artikel mit Video
- Sud Aviation
- Erstflug 1959
- Militärluftfahrzeug (Schweiz)
- Luftfahrzeug im Falklandkrieg