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Wilhelm Adolph von Trützschler

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Datei:Paulskirche Trützschler.jpg
Porträt
Datei:Erschiessung Wilhelm Adolph von Trützschler.jpg
Erschießung Wilhelm Adolph von Trützschlers 1849 in Mannheim
Datei:Denkmal1848ergross.JPG
Steleninschrift des sog. Märtyrer­steins auf dem Hauptfriedhof von Mannheim

Wilhelm Adolph von Trützschler (* 20. Februar 1818 in Gotha; † 14. August 1849 in Mannheim) war deutscher Politiker, Demokrat und Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung sowie des Sächsischen Landtags.

Leben und Wirken

Familie

Wilhelm Adolph stammte aus dem vogtländischen Geschlecht der von Trützschler. Seine Eltern waren der Geheime Regierungsrat, Politiker und Ehrenbürger von Gotha Franz Adolf von Trützschler (1792–1873)<ref>Vater Franz Adolf von Trützschler (1792-1873)</ref> und seine Gattin Elisabeth geb. von Wangenheim.

Er heiratete am 15. Oktober 1843 Gabriele von Mandelsloh<ref>Ehefrau Gabriele von Mandelsloh (1790-1871)</ref>, Tochter des Friedrich Maximilian von Mandelsloh, (* 1790 in Dresden; † 1871 ebenda) ⚭ Mathilde Gräfin von Rüdiger (* 1804 in Dresden; † 1872 ebenda). Das Ehepaar hatte zwei Kinder.

Werdegang

Wilhelm Adolph studierte 1835/1836 Medizin in Leipzig und 1836–1840 Jura in Jena, Göttingen und Leipzig. In Jena schloss er sich vermutlich 1836 der burschenschaftlichen Gesellschaft auf dem Burgkeller an, in Leipzig stiftete er 1839 das Corps Montania. Er trat 1843 in den sächsischen Justizdienst ein. Durch sein freimütiges Auftreten erwarb er sich während der Märzrevolution große Beliebtheit und wurde im Mai zum Abgeordneten der Frankfurter Nationalversammlung gewählt. Er schloss sich der Donnersberg-Fraktion an. Auf dem Anfang des Jahres 1849 tagenden Sächsischen Landtag gehörte er als Vertreter des 46. Wahlbezirks der II. Kammer an<ref>Josef Matzerath: Aspekte sächsischer Landtagsgeschichte – Präsidenten und Abgeordnete von 1833 bis 1952, Dresden 2001, S. 132</ref> und saß in der Verfassungsdeputation.<ref>T. Tonndorf: Die sächsischen Abgeordneten der Frankfurter Vor- und Nationalversammlung, Diss. Dresden 1993, S. 248 ff.</ref>

Am 26. Mai 1849 trat er in den Dienst der badischen Revolutionsregierung und amtierte zunächst als Zivilkommissär in Mannheim und dann als Regierungsdirektor des Unterrheinkreises.

Nach der Niederschlagung der Revolution durch preußische Truppen versuchte er – angeblich unter Mitnahme der Kreiskasse – zu fliehen. Nach der Konterrevolution in Mannheim, wurde er von einigen Mannheimer Bürgern und Dragonern festgehalten und den einrückenden preußischen Truppen übergeben. Als er verraten und von einer preußischen Streife gefangen genommen wurde, vertraute er auf seine Unantastbarkeit als Mitglied der Deutschen Nationalversammlung. Dennoch wurde ihm der Prozess gemacht. Die Anklage lautete unter anderem auf Majestätsbeleidigung, Aufruhr und Hochverrat. Am 13. August 1849 verkündete ein preußisches Standgericht das bereits vorher feststehende Urteil (Tod durch Erschießen), das schon am folgenden Tag, den 14. August 1849, durch ein preußisches Erschießungskommando auf dem Mannheimer Hauptfriedhof vollstreckt wurde.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Zur Vita Wilhelm Adolph von Trützschler (1818-1849) (Memento des Vorlage:IconExternal vom 5. Juli 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ms-falkenstein.de</ref> Dutzende weitere Todesurteile wurden von Kriegsgerichten im badischen Land gefällt und mit standrechtlicher Erschießung vollzogen. Tausende wurden zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Fast 80.000 Menschen flüchteten aus Baden, viele davon als Auswanderer nach Amerika. Unter ihnen war auch Gustav Struve, einer der Führer der Revolution in Baden, der im Amerikanischen Bürgerkrieg dann auf Seiten der Nordstaaten kämpfte. Ein Großteil der badischen Soldaten wurde in Strafkompanien versetzt. Eine Kriegssteuer, Einquartierungskosten und „freiwillige“ Zwangsanleihen wurden von der Bevölkerung erhoben. Alle Männer über 21 Jahre mussten in Kirchen den Huldigungseid auf den Großherzog leisten. Auch die Justiz und die Verwaltung wurden einer politischen Säuberung unterzogen. Am 18. August 1849 schließlich kehrte Großherzog Leopold endgültig wieder in seine Residenz Karlsruhe zurück, wo er drei Jahre später verstarb.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Militärische Aktionen der Konterrevolution in Deutschland, besonders in Baden (Memento des Vorlage:IconExternal vom 23. Juni 2012 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/m.schuelerlexikon.de</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Liste erschossene Freiheitskämpfer 1949 (Memento des Vorlage:IconExternal vom 23. Mai 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/web1.karlsruhe.de</ref>

Sonstiges

Datei:Gedenktafel Adolf von Trützschler auf dem Wendelstein in Grünbach (Vogtl.) (3).jpg
Gedenktafel Adolf von Trützschler auf dem Wendelstein in Grünbach/Vogtl.

Trützschler war wahrscheinlich Mitglied im Bund der Freimaurer.<ref>„Die Zugehörigkeit Wilhelm Adolf von Trützschlers zum Bund der Freimaurer erschließt sich lediglich durch einen Eintrag im Matrikel der Leipziger Loge Apollo. Danach war Trützschler 1840 das maurerische Licht erteilt worden“; Roland Hoede: Die Paulskirche als Symbol. Frankfurt am Main 1999, S. 141</ref> Er ist Namensgeber des Trützschler-Platzes in Gotha. Die Stadt Mannheim ehrte ihn durch das Namenspatronat der Trützschlerstraße. In Chemnitz OT Rabenstein und in Plauen im Vogtland ist eine Straße nach ihm benannt. Auf dem Hauptfriedhof von Mannheim erinnert eine Gedenksäule als Märtyrerstein an die Erschossenen von 1849.<ref>Der Märtyrerstein auf dem Mannheimer Hauptfriedhof</ref> In Falkenstein im Vogtland wurde die Wilhelm-Adolph-von-Trützschler-Oberschule nach ihm benannt.<ref>http://www.os-falkenstein.de/unsere-geschichte-und-unser-namensgeber/</ref> Seit 2013 verleiht diese Schule am Schuljahresende den "Trützschler-Preis" an Schülerinnen und Schüler, welche sich durch besondere Leistungen ausgezeichnet haben.<ref>http://www.os-falkenstein.de/2020/07/21/truetzschler-preis-2020/</ref>

Literatur

  • Carl Rosen: Adolph von Trützschler, sein Leben und Ende. Ein Kriminalfall für das Volk. Dresden, 1849. (Digitalisat).
  • (Wilhelm Liebknecht): Wilhelm Adolf von Trützschler …. In: Demokratisches Wochenblatt. Nr. 36 vom 1. September 1869.
  • Adolf Wiesner: Herr Heinrich Laube gegen Friedrich Hecker, Robert Blum, Adolph von Trütschler, die Wiener Studentenlegion. Einige Streiflichter über das Pamphlet "Das erste deutsche Parlament". Matthes, Leipzig 1850 (Digitalisat).
  • Franz Schnorr von CarolsfeldTrützschler, Adolf von. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 38, Duncker & Humblot, Leipzig 1894, S. 691 f.
  • Gunther Hildebrandt: Trützschler, Wilhelm Adolf v. In: Biographisches Lexikon zur deutschen Geschichte. Von den Anfängen bis 1945. Deutscher Verlag der Wissenschaften, Berlin 1970, S. 701.
  • Egbert Weiß, Corpsstudenten in der Paulskirche, Einst und Jetzt, Sonderheft 1990 des Vereins für corpsstudentische Geschichtsforschung, S. 43, 55 (mit Auszug aus den Annalen des Corps Lusatia Leipzig).
  • Peter Kaupp: Burschenschafter in der Paulskirche. Broschüre der Gesellschaft für burschenschaftliche Geschichtsforschung, 1999, S. 111 (mit Kopfbild und Abbildung der Erschießung).
  • Helge Dvorak: Biographisches Lexikon der Deutschen Burschenschaft. Band I: Politiker. Teilband 6: T–Z. Winter, Heidelberg 2005, ISBN 3-8253-5063-0, S. 64–67.
  • Helmut Orpel: Wilhelm Adolph von Trützschler am 14. August 1849 in Mannheim erschossen. In: Badische Heimat, Jg. 91 (2011), Heft 1, S. 127–130 (Digitalisat).

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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