Zwerg-Gauchheil
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| Zwerg-Gauchheil | ||||||||||||
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| Datei:Anagallis spp Sturm60.jpg
Illustration vom Zwerg-Gauchheil (rechts) und Acker-Gauchheil (links) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Anagallis minima | ||||||||||||
| (L.) E.H.L.Krause |
Der Zwerg-Gauchheil oder (Acker-)Kleinling (Anagallis minima, Synonym: Centunculus minimus) gehört zur Gattung Gauchheil (Anagallis) in der Unterfamilie der Myrsinengewächse (Myrsinoideae).
Erkennungsmerkmale
Der Zwerg-Gauchheil ist eine unscheinbare, einjährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von nur 2 bis 8 cm erreicht. Der Stängel ist aufrecht und einfach oder ästig mit niederliegenden Zweigen.<ref name="Hegi1966" /> Die wechselständigen Laubblätter sind eiförmig-zugespitzt und 3 bis 6 Millimeter lang. Grundblätter fehlen meist.
Er kann den ganzen Sommer (zwischen Mai und September) blühen. Die meist vierzähligen Blüten sitzen einzeln in den Blattachseln. Die 1,5 mm langen weißen oder rosafarbenen Kronblätter sind bis etwa zur Mitte geteilt. Sie sind kürzer als der Kelch und fallen oft früh ab. Der Kelch ist 2 bis 3 Millimeter lang mit lanzettlich-linealen, pfriemlich zugespitzten Zipfeln.<ref name="Hegi1966" /> Die Staubblätter treten aus der Kronröhre hervor, sind aber kürzer als die Krone. Die Fruchtkapsel ist kürzer als der Kelch.<ref name="Hegi1966" /> Die Samen sind 0,4 Millimeter lang, 0,3 Millimeter breit und fein warzig.<ref name="Hegi1966" />
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 22.<ref name="Oberdorfer2001" />
Vorkommen
Der Zwerg-Gauchheil kommt in fast ganz Europa, in Algerien, Tunesien, Kamerun, Ostafrika, im Jemen, in Indien, in Nord- und Südamerika vor.<ref name="POWO" /> Der Zwerg-Gauchheil kam zerstreut in ganz Deutschland vor, im Westen verbreiteter als im Osten. Durch Intensivierung des Ackerbaus, Entwässerung von Äckern und stärkere Düngung ist er überall selten geworden. Daher steht er in den meisten Bundesländern auf der Roten Liste gefährdeter Arten. In Deutschland steht der Zwerg-Gauchheil in der Roten-Liste-Kategorie 3 (gefährdet).
Der Zwerg-Gauchheil kommt in krumenfeuchten, sauren Äckern oder an feuchten Wegrändern vor. Er bevorzugt dabei kalkarme, wenig humose, sandige Lehm- und Tonböden. Er ist in Mitteleuropa eine Charakterart des Centunculo-Anthocerotetum, kommt aber auch in anderen Gesellschaften des Verbands Nanocyperion vor.<ref name="Oberdorfer2001" /> Er erreicht im Schwarzwald Höhenlagen bis zu 450 Metern.<ref name="Oberdorfer2001" /> In Südtirol bei Brixen steigt er bis 1150 Meter auf.<ref name="Hegi1966" />
Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 4w+ (sehr feucht aber stark wechselnd), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 2 (sauer), Temperaturzahl T = 4 (kollin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 2 (subozeanisch).<ref name="InfoFlora" />
Taxonomie
Der Zwerg-Gauchheil wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, S. 116 als Centunculus minimus <templatestyles src="Person/styles.css" />L. erstbeschrieben.<ref name="POWO" /> Die Art wurde von U. Manns und Arne A. Anderberg in Willdenowia, vol. 39, S. 52 (2009) als Lysimachia minima <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) U.Manns & Anderb. in die Gattung Lysimachia gestellt. Synonyme sind Anagallis minima <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) E.H.L.Krause, Centunculus erectus <templatestyles src="Person/styles.css" />Phil. und Centunculus lanceolatus <templatestyles src="Person/styles.css" />Michx.<ref name="POWO" />
Trivialnamen
Für den Zwerg-Gauchheil bestehen bzw. bestanden auch die weiteren deutschsprachigen Trivialnamen: Kleinling (Mecklenburg) und Klinker (Sachsen).<ref>Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, Seite 87. (online).</ref>
Literatur
- Werner Rothmaler: Exkursionsflora – Kritischer Band., Spektrum Akademischer Verlag, 2005, ISBN 3-8274-1600-0.
Einzelnachweise
<references> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Hegi1966">Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 1. Auflage, unveränderter Textnachdruck Band V, Teil 3, Seite 1873–1874. Verlag Carl Hanser, München 1966.</ref> <ref name="POWO">Datenblatt Lysimachia minima bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science.</ref> <ref name="InfoFlora"> Anagallis minima (L.) E. H. L. Krause In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> </references>
Weblinks
- Zwerg-Gauchheil. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum
- Zwerg-Gauchheil. In: BiolFlor, der Datenbank biologisch-ökologischer Merkmale der Flora von Deutschland.
- Anagallis minima (L.) E. H. L. Krause In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.
- Verbreitung des Zwerg-Gauchheil auf der Nordhalbkugel
- Thomas Meyer: Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben)
- Abbildung des Zwerg-Gauchheil.