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Wald-Engelwurz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Angelica sylvestris)

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Wald-Engelwurz
Datei:AngelicaSylvestris.jpg

Wald-Engelwurz (Angelica sylvestris)

Systematik
Euasteriden II
Ordnung: Doldenblütlerartige (Apiales)
Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
Unterfamilie: Apioideae
Gattung: Engelwurzen (Angelica)
Art: Wald-Engelwurz
Wissenschaftlicher Name
Angelica sylvestris
L.

Die Wald-Engelwurz (Angelica sylvestris) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Engelwurzen (Angelica) innerhalb der Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Sie wird selten als Heilpflanze genutzt.

Beschreibung

Datei:Prof. Dr. Thomé's Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz, in Wort und Bild, für Schule und Haus; mit ... Tafeln ... von Walter Müller (Pl. 376) (7982397903).jpg
Illustration aus Thomés Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz, in Wort und Bild, für Schule und Haus; mit ... Tafeln ... von Walter Müller, Tafel 376
Datei:20180812Angelica sylvestris3.jpg
Oberes Stängelblatt mit Blattscheide
Datei:Angelica sylvestris 2.jpg
Doppeldoldiger Blütenstand
Datei:Angelica sylvestris flowers - Keila.jpg
Döldchen mit Blüten
Datei:Angelica sylvestris L. (8070565292).jpg
Fruchtstand

Vegetative Merkmale

Die Wald-Engelwurz ist eine mehrjährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 50 bis 150, selten bis zu 200 Zentimetern erreicht.<ref name="Thellung1965" /> Sie stirbt meist nach einmaligem Blühen und Fruchten ab.<ref name="Thellung1965" /> Die Grundachse ist dick, spindelförmig, im Frühjahr von gelblichem Saft gefüllt und hat einen möhrenartigen Geruch.<ref name="Thellung1965" /> Die oberirdischen Pflanzenteile sind dunkel-grün. Der Stängel ist aufrecht, im Querschnitt rund aber im oberen Bereich etwas kantig, röhrig, kahl und weißlich bereift und ist meist verzweigt.<ref name="Thellung1965" />

Die am Grund und wechselständig am Stängel angeordneten Laubblätter sind in Blattscheide, Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Von den relativ großen Laubblättern können die Grundblätter eine Länge von 30 bis 60 Zentimeter aufweisen. Die Blattscheiden sind sehr groß, bauchig aufgeblasen und kahl.<ref name="Thellung1965" /> Die Blattstiele sind nach oben hin rinnig vertieft; sie sind hohl und im Querschnitt halbmondförmig.<ref name="Thellung1965" /> Die Blattspreiten sind rau, die Blattunterseite ist behaart, zwei- bis dreifach gefiedert und im Umriss dreieckig.<ref name="Thellung1965" /> Die Blattfiedern sind bei einer Länge von 2,5 bis 7,5 Zentimetern und einer Breite bis 4 Zentimetern eiförmig-länglich mit Stachelspitzen am oberen Ende. Die oberen Stängelblätter sind kleiner als die unteren, weniger stark zerteilt und auf den Blattscheiden sitzend.<ref name="Thellung1965" />

Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht von Juni bis September. Der doppeldoldiger Blütenstand besitzt einen Durchmesser von bis zu 20 Zentimetern. Die Doppeldolden haben 20 bis 30, selten bis zu 40 Doldenstrahlen.<ref name="Thellung1965" /> Die Doldenstrahlen sind flaumig behaart. Eine Hülle fehlt oder ist ein- bis drei-blättrig.<ref name="Thellung1965" /> Die zahlreichen Hüllchenblätter sind linealisch-borstlich.<ref name="Thellung1965" />

Die weißen oder rosafarbenen Blüten mit etwa 2 Millimetern relativ groß. Die Kronblätter sind 1 bis 1,5 Millimeter lang sowie 0,75 bis 1 Millimeter breit und am oberen Ende schwach ausgerandet.<ref name="Thellung1965" /> Die Staubfäden sind mehr als doppelt so lang wie die Kronblätter.<ref name="Thellung1965" /> Die zwei Griffel sind zuletzt 1,5 bis 2,5 Millimeter lang und über das Griffelpolster zurückgekrümmt.<ref name="Thellung1965" /> Die Frucht ist vorn und hinten stark zusammengedrückt, meist 4 bis 5,5 Millimeter lang und 3 bis 5 Millimeter breit.<ref name="Thellung1965" />

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 22.<ref name="Oberdorfer2001" />

Ökologie

Die bauchigen Blattscheiden können mit Wasser gefüllt sein und sind dann Lebensraum von Tieren. Es wurden darin Rhizopoden, Ciliaten, Rotatorien, eine Pinnularia-Art, Nematoden, Tardigraden, Nacktschnecken, Collembolen, Maden von Dipteren und eine Ohrwurm-Art beobachtet.<ref name="Thellung1965" />

Vorkommen

Die Wald-Engelwurz kommt in ganz Europa, in der Türkei, in Syrien, Georgien, in Sibirien und in Xinjiang vor.<ref name="GRIN" /> In Europa hat sie Vorkommen in allen Ländern.<ref name="Euro+Med" /> In Kanada kommt Angelica sylvestris in den Provinzen Ontario, Québec und Neuschottland als Neophyt vor.<ref name="USDA" />

Sie gedeiht in Auwäldern, Schluchten, Flachmooren, nährstoffreichen Sumpf- und Feuchtwiesen, Saumgesellschaften, und Staudenfluren in Höhenlagen von 0 bis 1800 Metern.<ref>Wald-Engelwurz - gestalte deinen Garten ökologisch & pflegeleicht. Abgerufen am 19. März 2024.</ref> Sie ist in Mitteleuropa hauptsächlich in Pflanzengesellschaften des Calthion – z. B. im Angelico-Cirsietum oleracei oder des Filipendulion-Verbandes zu finden.<ref name="Oberdorfer2001" /> In den Allgäuer Alpen steigt sie in Vorarlberg zwischen Warth und Hochkrumbach bis in Höhenlagen von 1600 Metern auf.<ref name="Dörr-Lippert2004" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 4w+ (sehr feucht aber stark wechselnd), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 3 (montan), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).<ref name="InfoFlora" />

Systematik

Die Erstveröffentlichung von Angelica sylvestris erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, S. 251. Synonyme für Angelica sylvestris <templatestyles src="Person/styles.css" />L. sind Angelica brachyradia <templatestyles src="Person/styles.css" />Freyn, Angelica pancicii <templatestyles src="Person/styles.css" />Vandas und Angelica illyrica <templatestyles src="Person/styles.css" />K. Malý.<ref name="Euro+Med" />

Bei manchen Autoren gibt es in Europa zwei Unterarten:<ref name="Euro+Med" />

  • Angelica sylvestris <templatestyles src="Person/styles.css" />L. subsp. sylvestris (Syn.: Angelica sylvestris subsp. montana <templatestyles src="Person/styles.css" />(Brot.) Nyman)<ref name="Euro+Med" />
  • Angelica sylvestris subsp. bernardiae <templatestyles src="Person/styles.css" />Reduron: In Europa gibt es Fundortangaben für Portugal, Frankreich, Korsika, Italien, das Vereinigte Königreich, Island, Deutschland, Österreich, Tschechien, Rumänien und die Ukraine vor.<ref name="Euro+Med" />

Nutzung

Die jungen Stängel und Blätter wurden gelegentlich als Gemüse genutzt.<ref name="Thellung1965" /> Die unterirdischen Pflanzenteile waren als „Radix Angelicae silvestris“ ein Mittel gegen Brustkrankheiten.<ref name="Thellung1965" /> Nach Hieronymus Harder konnte im 16. Jahrhundert Pflanzenteile zusammen mit gesottenem Sanikel als „hochgelobtes und hailsames Badkraut“ verwendet werden und hat einen schwer verwundeten Fechter in 14 Tagen „sauber fertig und hail“ gemacht.<ref name="Thellung1965" />

Trivialnamen

Für die Wald-Engelwurz sind oder waren, zum Teil nur regional, auch die Bezeichnungen wild Angelica, Angeliken (Mecklenburg), Angolkenwörtel (Altmark), Baumtropfen (Graubünden), Beeriblosa (St. Gallen, Werdenberg), Blasröre (Bern, Glarus), Brustwurzel, Büchel (Graubünden), Buchalter, Dudla (St. Gallen, Oberrheintal), Geißfuß, Giers, Guga (St. Gallen bei Sargans), Hirtenpfiff (mittelhochdeutsch), Läuskraut (Eifel bei Kerpen), Ledepapencruyd, Ledepipencrud, Ledespypenkrud, Ledpfeifenkraut, Luftwurz, Piffencrud, Pipencrud, Schoter (Henneberg), Spickrohr (Bern, Glarus), Spitzguga (St. Gallen, Sargans), Spritze (Bern, Glarus), Sprotza (St. Gallen), Waldröre (St. Gallen) und Wundkraut gebräuchlich.<ref name="Pritzel-Jessen1882" />

Literatur

  • Bruno B. Kremer: Wildblumen (= Steinbachs Naturführer.). 1. Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-4278-3.

Weblinks

Commons: Wald-Engelwurz – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="InfoFlora"> Angelica sylvestris L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Pritzel-Jessen1882"> Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, S. 30 (online). </ref> <ref name="USDA"> Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig United States Department of Agriculture Natural Resources Conservation Service.] , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 6. Juli 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Dörr-Lippert2004"> Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, IHW, Eching 2004, ISBN 3-930167-61-1, S. 282. </ref> <ref name="Euro+Med"> Ralf Hand (2011+): Apiaceae. Angelica sylvestris In: Euro+Med Plantbase – the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Berlin 2011. </ref> <ref name="Thellung1965"> Albert Thellung: Umbelliferae. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 1. Auflage, unveränderter Textnachdruck Band V, Teil 2. Verlag Carl Hanser, München 1965. S. 1333–1338. </ref> </references>