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La Argentina

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(Weitergeleitet von Antonia Mercé)

Vorlage:Hinweisbaustein La Argentina, eigentlich Antonia Rosa Mercé y Luque (* 4. September 1890 in Buenos Aires, Argentinien; † 18. Juli 1936 in Bayonne,<ref>José Luis Navarro García: Historia del Baile Flamenco. Volumen II, S. 90.</ref> Frankreich), war eine in Argentinien geborene spanische Tänzerin, virtuose Kastagnettenspielerin und Choreografin.<ref>Kersten Knipp: Flamenco. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2006, ISBN 3-518-45824-8, S. 183.</ref>

Ihr künstlerisches Werk gilt als Verbindung zwischen Tradition und Neoklassizismus im spanischen Tanz und als maßgebliche Erneuerung des spanischen modernen Balletts. Für ihre Tanzkreationen arbeitete sie mit Musikern wie Manuel de Falla, Enrique Granados, Isaac Albéniz und José Padilla, sowie mit Flamenco-Künstlern wie Carlos Molina oder dem Tänzer Vicente Escudero zusammen.

Datei:La Argentina (Antonia Mercé) 1930 (1).jpg
La Argentina, 1930

Leben

Antonia Mercé y Luque war das einzige Kind des spanischen Ehepaares Josefa Luque und Manuel Mercé. Ihre Geburt in Argentinien während einer Tournee ihrer Eltern inspirierte sie zu ihrem späteren Künstlernamen.<ref>José Luis Navarro García: Historia del Baile Flamenco. Volumen II. Signatura Ediciones de Andalucía, Sevilla 2010, ISBN 978-84-96210-71-4, S. 57.</ref> Bereits zwei Jahre nach ihrer Geburt zogen die Eltern, beide Berufstänzer, zurück nach Madrid. Ihr Vater unterrichtete sie in klassischem Ballett am Teatro Real, dem Opernhaus in Madrid.

Schon mit elf Jahren war sie Primaballerina am Teatro Real. Als sie vierzehn Jahre alt wurde, starb der Vater. Sie gab das klassische Ballett auf und wurde von ihrer Mutter in traditionellen spanischen Tänzen unterrichtet. Darauf folgten Auftritte in Varietés und Music Halls.<ref>La Argentina. In: www.britannica.com. Abgerufen am 18. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> 1905 tanzte sie im Teatro Ateneo und fünf Jahre später in der Operette L'Amour en Espagne im Moulin Rouge in Paris. 1912 tanzte sie in La Rose de Grenade im Pariser Olympia. Ab 1912 tourte sie unter anderem durch Deutschland, Belgien und England. Ihre Tournee durch Russland wurde vom Ausbruch des Ersten Weltkriegs unterbrochen.

Von Anfang an interessierte sich La Argentina für die Kultur der Gitanos in Andalusien und stand gemeinsam mit dem Flamencogitarristen Carlos Montoya, dem Flamencosänger Miguel de Molina und dem Tänzer Vicente Escudero auf nationalen und internationalen Bühnen.<ref>Antonia Mercé. El flamenco y la vanguardia española. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 8. Dezember 2015; abgerufen am 18. Januar 2026.</ref>

1915 choreographierte sie die Tänze für Manuel de Fallas El amor brujo.<ref name=":0">Les Ballets Espagnols de "La Argentina", ballets by Julián Bautista and Isaac Albéniz | Fundación Juan March. Abgerufen am 18. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im selben Jahr brach ihr Tanzensemble nach Amerika auf, wo sie drei Jahre lang auf einer langen Tournee blieb, die in ihrer Heimatstadt Buenos Aires begann und dann durch ganz Südamerika führte. Im folgenden Jahr debütierte sie am 10. Februar 1916 im Maxine Elliott's Theater in New York. Aus diesem Anlass hatte der Komponist Enrique Granados für sie die Danza de los ojos verdes geschrieben, ein posthumes Werk des Komponisten. Bis zum Ende des Ersten Weltkriegs absolvierte sie mehrere Gastspiele in Mexiko und kehrte dann nach Paris zurück.

Nach ihrer Rückkehr nach Spanien brachte La Argentina die Jardines de Aranjuez zur Uraufführung, ein Ballettfassung mit Musik von Isaac Albéniz, Maurice Ravel, Gabriel Fauré und Emmanuel Chabrier sowie Kostümen und Bühnenbildern von Sert. Ihr nationaler und internationaler Ruhm wuchs dadurch weiter.

Zwischen 1926 und 1936 folgten Auftritte und Tourneen, die sie bis in die Philippinen führten. 1928 gründete sie, dem Vorbild von Sergei Pawlowitsch DjagilewsBallets Russes“ folgend, mit „Ballets Espagnols“ ihr eigenes Tanzensemble in Paris. In ihre Werke ließ sie wie Djagilew verschiedene folkloristische Strömungen einfließen.<ref>Kersten Knipp: Flamenco. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2006, ISBN 3-518-45824-8, S. 183.</ref>

Ihr letzter Auftritt in Madrid fand am 22. Juni 1935 im Teatro Español im Rahmen eines Festivals für künstlerischen Flamenco statt. Am Tage des Ausbruchs des spanischen Bürgerkrieges, dem 18. Juli 1936, starb die an einer Herzschwäche leidende Tänzerin, die trotz ärztlicher Warnungen viele Auftritte absolviert hatte,<ref>Kersten Knipp: Flamenco 2006, S. 184.</ref> nach einem Herzanfall. Sie war knapp 46 Jahre alt.

Rezeption

Datei:Slevogt La Argentina.jpg
Portrait La Argentina von Max Slevogt, 1926, Nationalmuseum Stettin

La Argentina gilt als Erneuerin des spanischen Balletts und erlebte große Erfolge und Anerkennung beim Publikum und der Presse.<ref name=":0" /> Im Jahr 1926 schuf der Maler Max Slevogt ein Portrait der Tänzerin in andalusischem Kostüm. 1930 wurde ihr der Orden der französischen Ehrenlegion verliehen. Vom damaligen spanischen Ministerpräsidenten Manuel Azaña wurde sie mit dem Orden Isabellas der Katholischen dekoriert. 1977 erinnerte der japanische Butoh-Tänzer Kazuo Ono mit dem Tanz Admiring La Argentina an die legendäre Tänzerin.<ref>Antonia Mercé `La Argentina´ — Danza.es. Abgerufen am 18. Januar 2026.</ref>

Federico García Lorca widmete ihr sein Prosagedicht „Elogio a Antonia Mercé, La Argentina“ (Lobeshymne auf Antonia Mercé, La Argentina), in dem die folgenden Zeilen zu lesen sind:<ref></ref>

„Eine spanische Tänzerin, ein Flamencosänger oder ein Stierkämpfer erfinden; sie lassen nichts wiederauferstehen, sie schaffen etwas Neues. Sie schaffen eine einzigartige Kunst, die mit jedem von ihnen verschwindet und die niemand nachahmen kann.“

– <templatestyles src="Person/styles.css" />Federico Garcia Lorca

In einer Studie aus dem Jahr 2022 untersuchte die Kulturhistorikerin Idoia Murga Castro den Aufenthalt von La Argentina in Manila, der Hauptstadt einer ehemaligen spanischen Kolonie, im Jahr 1929 und die Entstehung ihrer Solochoreografie La Cariñosa als Fallstudie zum spanischen Tanz unter postkolonialer Perspektive. Murga Castro interpretierte dieses Solo, das einen Tanz aus der spanischen kolonialen Vergangenheit der Philippinen stilisierte und für ein westliches Publikum aufgeführt wurde, als Ausdruck kolonialer und exotischer Machtverhältnisse.<ref>Idoia Murga Castro: Antonia Mercé “La Argentina” in the Philippines: Spanish Dance and Colonial Gesture. In: Dance Research Journal. Band 54, Nr. 3, Dezember 2022, ISSN 0149-7677, S. 45–67, doi:10.1017/S014976772200033X (cambridge.org [abgerufen am 18. Januar 2026]).</ref>

Nachlass

Ein Großteil des künstlerischen Nachlasses von La Argentina befindet sich in der Fundación Juan March. Auf der Webseite des digitalen Archivs befinden sich zahlreiche Fotografien, Dokumente und Audiodateien ihrer Schallplatten aus den 1920er und 1930er Jahren, auf denen auch ihr virtuoses Spiel mit Kastagnetten zu hören ist. Daneben besitzt das Centre de documentació i Museu de les Arts Escèniques in Barcelona eine Sammlung mit Fotografien, Dokumenten und anderen Objekten.<ref>Special collection: Fons Antonia Mercé "La Argentina". In: escena.cdmae.cat. Centre de documentació i Museu de les Arts Escèniques, abgerufen am 18. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> In Deutschland gibt es eine Sammlung zu ihr im Deutschen Tanzarchiv Köln.

Literatur

Weblinks

Commons: La Argentina (dancer) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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