Notice: Unexpected clearActionName after getActionName already called in /var/www/html/includes/context/RequestContext.php on line 338
Arbeitsmethodik – Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie Zum Inhalt springen

Arbeitsmethodik

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Arbeitsmethode)

Der Begriff Arbeitsmethodik beschreibt die Techniken und Regeln für eine rationelle und effektive Gestaltung von Arbeitsprozessen unter möglichst minimalem Aufwand an Kapital, Arbeitskraft, Material und Zeit im Privatbereich und in Organisationen. Diese Methodik dient dem Selbstmanagement<ref>L.J. Seiwert: Selbstmanagement, Landsberg/Lech 1996</ref> von arbeitenden Menschen beispielsweise in Unternehmen, Hochschulen, Schulen, Behörden, Krankenhäusern und anderen Institutionen. Sie steht in enger Beziehung zu Lernmethoden (z. B. Bestehen von Prüfungen), zu Lehrtechniken, zu Problemlösungs- und Kreativitätstechniken und zu Techniken für eine wissenschaftliche Arbeit.<ref>H.J. Rahn: Techniken geistiger Arbeit, Hamburg 2011, S. 40 f., S. 91 f. und S. 114 f.</ref> Beim Erlernen von Arbeitsmethoden besteht die entscheidende Frage darin, wie Routinearbeit mit der richtigen Arbeitstechnik praktisch zu bewältigen ist, damit genügend Zeit für die planvolle geistige Arbeit übrig bleibt. Im Hinblick auf das Selbstmanagement gibt es folgende Schwerpunkte der Arbeitsmethodik:<ref>R.W. Stroebe: Arbeitsmethodik, 9. Aufl., Hamburg 2010, S. 9 ff.</ref>

Arten

  • Das Zeitmanagement ist die konsequente und zielorientierte Anwendung praktischer Arbeitstechniken, um sich selbst so zu führen und seine Bedingungen so zu organisieren, dass die zur Verfügung stehende Zeit sinnvoll genutzt wird.<ref>L.J. Seiwert: Mehr Zeit für das Wesentliche, 14. Aufl., Landsberg/Lech 1992, S. 14 ff.</ref> Um dieses persönliche Ziel zu erreichen, sind die Prioritäten richtig zu setzen und es sind zweitrangige Aufgaben an andere Personen zu delegieren. Der arbeitende Mensch darf sich nicht durch Nebensächlichkeiten vom richtigen Weg abbringen lassen, beispielsweise durch zu zeitaufwendiges und nicht effektives Telefonieren oder Bearbeiten von E-Mails. Überhaupt ist effektive Kommunikation für das Zeitmanagement von großer Bedeutung. Der arbeitende Mensch sollte einen aufgeräumten Schreibtisch haben, Terminkalender führen (lassen), Ordnung halten, Checklisten nutzen,<ref>G. Feyler: Hundertvierzig Checklisten, 4. Aufl., München 1992</ref> Tagesplanung verwirklichen, Zeitverlustanalysen vornehmen und messbare Zielformulierungen erwirken.
  • Das Stressmanagement hilft dem arbeitenden Menschen, den bestehenden Druck und die gegebene Anspannung zu bekämpfen. Hier können Techniken der Stressbewältigung,<ref>E. Crisand, U. Lyon, G. Schinagl: Anti-Stress-Training, 4. Aufl., Frankfurt/Main 2004</ref> Yoga, Meditation, Entspannungsübungen und Autogenes Training hilfreich sein. Letztere Alternative ist nach I.H. Schulz eine Möglichkeit der gezielten Selbstentspannung, indem sich der arbeitende Mensch in Ruhestellung mit geschlossenen Augen bestimmte Sätze suggeriert und sich damit selbst zur Ruhe bringt.
  • Das persönliche Energiemanagement als das geschickte Bemühen des arbeitenden Menschen um Einsparung von unnötig eingesetzter geistiger und körperlicher Energie. Neben der Energie, die der Mensch notwendigerweise in sinnvolle Arbeit steckt, verliert er häufig Energie durch starke Affekte, die sich beispielsweise in Wut, Ärger und Aggressionen äußern. Außerdem leidet mancher Arbeitende unter einem Energieabfluss, der dazu führt, dass er sich weniger leistungsfähig fühlt. Deshalb benötigt der Betroffene ein System der Energieaktivierung.<ref>G. Sator: Business Energy: Mehr Erfolg, Zeit und Geld durch geschicktes Energiemanagement, Zürich 2006</ref>
  • Das Selbstmanagement zur Lebensbewältigung beginnt mit dem Setzen persönlicher Ziele. Dann überlegt der arbeitende Mensch, wie er diese Ziele durch seine persönliche Planung erreichen kann. Um einen persönlichen Erfolg zu erzielen, versucht er die gesetzten Ziele zu realisieren. Dabei dienen die persönlichen Ziele als Soll-Größen zur Orientierung und zeigen ihm, wohin der Weg gehen soll. Sie beschreiben aus dem Blickwinkel der Gegenwart Zustände, die in der Zukunft erreicht werden sollen. So entsteht ein individueller Prozess der Lebensbewältigung.<ref>H.J. Rahn: Zum Sinn des Lebens, Erinnerungen und Postulate zur Lebensbewältigung, Hamburg 2012, S. 253–270</ref> Nach dem Konzept der persönlichen Ziele reagiert der arbeitende Mensch nicht nur auf äußere Anreize.<ref>J.C. Brunstein, G.W. Maier: Persönliche Ziele: Ein Überblick zum Stand der Forschung. In: Psychologische Rundschau, 47. Jg. (1996), S. 146–160</ref> Er erfüllt nicht nur das, was man von ihm fordert, sondern er handelt vor allem, um sich selbst gesetzte, persönliche Ziele zu verwirklichen.

In verschiedenen Wissenschaften werden spezielle Arbeitsverfahren und Arbeitsmethoden vorgeschlagen, z. B. Arbeitsmethoden in den Naturwissenschaften (u. a. in der Technik, Chemie, Metallbearbeitung), Arbeitstechniken für Juristen,<ref>M. Sikora: Kleine Arbeitsmethodik für Juristen, München 2012</ref> Methoden für Ökonomen, Psychologen bzw. für Pädagogen.<ref>H. Klippert: Methodentraining, 14. Aufl., Weinheim 2004</ref>

Literatur

  • E. Püschel: Selbstmanagement und Zeitplanung, Stuttgart 2010
  • L.J. Seiwert: Das 1 × 1 des Zeitmanagements, 20. Aufl., Landsberg/Lech 2001
  • R.W. Stroebe: Arbeitsmethodik, 9. Aufl., Hamburg 2010
  • H. Wagner: Persönliche Arbeitstechniken, 4. Aufl., Speyer 1992

Einzelnachweise

<references responsive />