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Schafstelze

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Schafstelze
Datei:Wiesenschafstelze.JPG

Wiesenschafstelze (Motacilla flava flava)

Systematik
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Stelzen und Pieper (Motacillidae)
Gattung: Stelzen (Motacilla)
Art: Schafstelze
Wissenschaftlicher Name
Motacilla flava
Linnaeus, 1758

Die Schafstelze (Motacilla flava) ist eine Vogelart aus der Familie der Stelzen und Pieper (Motacillidae).

Beschreibung

Die Art ist sehr vielgestaltig. So unterscheiden sich mehrere Unterarten, Männchen, Weibchen und Jungtiere. Kehle und Brust sind bei allen Männchen leuchtend gelb und bei den Weibchen blassgelb. Der Rücken ist bei allen Unterarten blassgrün. Die Körperlänge beträgt bei adulten Tieren 15 bis 16 cm.<ref name="svensson"></ref>

Ökologie

Ernährung

Schafstelzen ernähren sich hauptsächlich von Fliegen und anderen zarten Insekten, die von grasendem Vieh aufgescheucht werden. Während der Jagd läuft der Vogel mit zierlichen Schritten und wippt mit dem Schwanz, der im Vergleich zu den anderen europäischen Stelzen der kürzeste ist.

Lebensraum

Die Art liebt feuchte Wiesen und Felder in der Nähe von Gewässern. Die Schafstelze ist in den meisten Regionen Europas und Asiens zu finden und sogar im nordamerikanischen Alaska gibt es Populationen. Während die Art in den klimatisch begünstigteren Zonen ein Standvogel ist, migrieren die nördlichen und östlichen Populationen im Winter nach Afrika und ins südliche Asien. Die amerikanischen überwintern weiter südlich am Pazifik. Die Veränderung bzw. Verkleinerung der für die Schafstelze geeigneten Biotope wird als ein Grund für den massiven Rückgang der Population in den letzten knapp 30 Jahren in Europa angesehen. Mit einem Rückgang von 97 Mio. Exemplaren von 1980 bis 2017 ist die Schafstelze in der Europäischen Union der Vogel, dessen Population am zweitstärksten zurückgegangen ist (Platz 1: Haussperling). Insgesamt ist die Zahl der Vögel im genannten Zeitraum netto um 560 bis 620 Mio. Exemplare geschrumpft.<ref>Fiona Burns et al.: Abundance decline in the avifauna of the European Union reveals cross‐continental similarities in biodiversity change. In: Ecology and Evolution. Band 11, Nr. 23, 2021, S. 16647–16660, doi:10.1002/ece3.8282, PMID 34938463.</ref>

Brutbiologie

Datei:Motacilla flava MWNH 1580.JPG
Gelege, Sammlung Museum Wiesbaden
Datei:Cuculus canorus canorus MHNT.ZOO.2010.11.150.44.jpg
Links: Cuculus canorus canorus rechts: Motacilla flava, Sammlung Museum von Toulouse

Der Gesang ist unauffällig. Das Männchen balzt jedoch mit aufgeplusterter Brust und Flügelzittern vor dem blasser gefärbten Weibchen. Die Schafstelze ist ein Bodenbrüter, ihr Nest liegt meist gut versteckt in einer kleinen Bodenvertiefung zwischen Grasbüscheln. Als Nestmaterial werden trockene Grashalme und Würzelchen benutzt, die halbkugelige Nestmulde ist fein geglättet und mit Tierhaaren ausgepolstert. Die Brutzeit ist Mai bis Juli. Im Nest lassen sich vier bis sechs weißliche Eier finden, die sehr dichte graubraune Flecken haben. Es gibt zwischen Mai und August ein bis zwei Bruten, die das Weibchen alleine 11–12 Tage lang ausbrütet. Die Brut wird häufig zur Nahrungssuche unterbrochen. Beide Eltern füttern die Nestlinge 11–13 Tage. Die Jungen verlassen das Nest schon lange, bevor sie flügge werden.

Unterarten

Datei:Dinner time (Motacilla flava) (8822288852).jpg
Wiesenschafstelze mit Beute
Datei:Motacilla flava flavissima, Elmley 2.jpg
Englische Schafstelze
Datei:MotacillaFlavaIUCN.svg
Verbreitung der Schafstelze:
  • Brutgebiete
  • Ganzjähriges Vorkommen
  • Migration
  • Überwinterungsgebiete
  • In Deutschland werden außer der heimischen Unterart (Motacilla flava flava) vier weitere Unterarten regelmäßig beobachtet.<ref name="Barthel">Peter H. Barthel, Andreas J. Helbig: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Artenliste der Vögel Deutschlands (Memento vom 23. April 2018 im Internet Archive) In: Limicola, Band 19, Heft 2, 2005, ISSN 0932-9153, S. 89–111 (PDF; 367 kB).</ref> Die Männchen der einzelnen Unterarten sind (während Frühjahrszug und Brutzeit) so verschieden gezeichnet, dass man sie leicht unterscheiden kann:

    • Die Wiesenschafstelze<ref name="Barthel" /> Motacilla flava flava, die im westlichen Mitteleuropa zu finden ist, hat einen blaugräulichen Kopf mit weißem Überaugenstreif.
    • Die Nordische Schafstelze, auch Thunbergschafstelze,<ref name="Barthel" /> M. f. thunbergi hat einen dunkelgrauen Scheitel und schwarze Ohrdecken und kommt in Skandinavien vor.
    • Die Englische Schafstelze oder Gelbkopf-Schafstelze<ref name="Barthel" /> M. f. flavissima hat einen überwiegend gelben Kopf und ist in Großbritannien beheimatet.
    • Die Aschköpfige Schafstelze bzw. Aschkopf-Schafstelze<ref name="Barthel" /> M. f. cinereocapilla hat einen grauen Kopf und eine weiße Kehle. Sie ist in Italien zu finden.
    • Die Maskenstelze oder Maskenschafstelze<ref name="Barthel" /> M. f. feldegg fällt durch ihren schwarzen Kopf auf und brütet in den Balkanländern und der Türkei.

    Einige Autoren betrachten diese und andere Unterarten der Schafstelze als eigene Arten (Semi- bzw. Allospezies). Dementsprechend zählen in der Artenliste der Vögel Deutschlands (2005)<ref name="Barthel" /> nur die mitteleuropäischen Schafstelzen zur Art Motacilla flava und tragen dort den deutschen Namen Wiesenschafstelze.

    Weblinks

    Commons: Schafstelze (Motacilla flava) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
    Wiktionary: Schafstelze – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

    Einzelnachweise

    <references />