Notice: Unexpected clearActionName after getActionName already called in /var/www/html/includes/context/RequestContext.php on line 338
Weißer Sonntag – Wikipedia Zum Inhalt springen

Weißer Sonntag

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Barmherzigkeitssonntag)
Datei:Thoerl Pfarrkirche St Andrae Passion 16 Christus und der unglaeubige Thomas 08022013 277.jpg
Vorlage:Bibel/Link als Tagesevangelium im katholischen und evangelischen Gottesdienst: Jesus und Thomas am achten Tag nach der Auferstehung (um 1527; Fresko von Thomas von Villach, Pfarrkirche Thörl-Maglern)

Der Weiße Sonntag ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) ‚Sonntag in weißen [Gewändern]‘), seit 2000 auch als Sonntag der Göttlichen Barmherzigkeit (lat. Dominica de Divina Misericordia) begangen, ist der Sonntag nach Ostern und somit der zweite Sonntag der Osterzeit.<ref>Im Englischen hat der übersetzte Begriff Whitsunday allerdings eine andere Bedeutung, nämlich Pfingsten</ref> Mit dem Weißen Sonntag endet die Osteroktav, jene acht Tage vom Ostersonntag an, die nach der katholischen Liturgie alle als Hochfest und mit Gloria in der Messe und Te Deum im Stundengebet begangen werden. Der Termin ist vom Osterdatum abhängig und daher variabel; der früheste Termin des Weißen Sonntags ist der 29. März, der späteste Termin ist der 2. Mai.

Bezeichnung

Der Ursprung der Bezeichnung Weißer Sonntag ist nicht gewiss. Wahrscheinlich hängt er mit den weißen Taufgewändern zusammen, die in der frühen Kirche von den in der Osternacht Getauften bei den Gottesdiensten in den Tagen nach Ostern getragen wurden. Sie legten diese Gewänder am letzten Tag der Osteroktav ab, der daher Dies Dominica post alba „Sonntag nach den weißen Gewändern“ genannt wurde; zeitweise erfolgte das Ablegen bereits am Samstag nach Ostern (Sabbatum in albis). Im Missale Romanum von 1970 heißt der Sonntag Dominica secunda paschae „Zweiter Sonntag der Osterzeit“, jedoch ist im deutschen Sprachraum die Bezeichnung Weißer Sonntag wegen ihrer Verwurzelung in der Volksfrömmigkeit, u. a. als traditioneller Tag der Erstkommunion, weiter geläufig.<ref>Guido Muff: Weißer Sonntag. In: Walter Kasper (Hrsg.): Lexikon für Theologie und Kirche. 3. Auflage. Band 10. Herder, Freiburg im Breisgau 2001, Sp. 1052 f.</ref><ref>Bruno Kleinheyer: Sakramentliche Feiern I. Die Feiern der Eingliederung in die Kirche. Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 1989 (Gottesdienst der Kirche. Handbuch der Liturgiewissenschaft, Teil 7,1), S. 73.</ref>

Im Mittelalter wurde der Sonntag Invocabit, der erste Sonntag in der Fastenzeit, als „weißer Sonntag“ bezeichnet, weil in Rom die Taufbewerber, die in der Osternacht die Taufe empfangen wollten, an diesem Sonntag erstmals in weißen Taufkleidern in die Kirche zogen und am Gottesdienst teilnahmen. Erst ab dem 16. Jahrhundert wird der weiße Sonntag am Oktavtag von Ostern begangen.<ref>Guido Muff: Weißer Sonntag. In: Walter Kasper (Hrsg.): Lexikon für Theologie und Kirche. 3. Auflage. Band 10. Herder, Freiburg im Breisgau 2001, Sp. 1052 f.</ref><ref>Grotefend, Hermann: Taschenbuch der Zeitrechnung. 5. Auflage. 1922, S. 108.</ref>

Datei:QuasimodoIntroit.jpg
Gregorianischer Introitus Quasimodo

In der evangelischen Liturgie wird der Sonntag nach den ersten Worten des Introitus Quasi modo geniti infantes „Wie neugeborene Kinder“ als Quasimodogeniti (Wie die Neugeborenen) bezeichnet; der Introitus nimmt das Motiv der Wiedergeburt des Christen durch die Taufe auf.

Leseordnung

In der katholischen Leseordnung ist als Evangelium in allen drei Lesejahren Vorlage:Bibel/Link vorgesehen. Dort werden die Erscheinungen Jesu vor seinen Aposteln und insbesondere dem Apostel Thomas berichtet, die am ersten und achten Tag nach Jesu Auferstehung stattfanden. Die ersten Lesungen Vorlage:Bibel/Link (Lesejahr A), Vorlage:Bibel/Link (Lesejahr B) und Vorlage:Bibel/Link (Lesejahr C) berichten vom Leben in der Urgemeinde. Die zweiten Lesungen Vorlage:Bibel/Link (A), Vorlage:Bibel/Link (B) und Vorlage:Bibel/Link (C) betonen die Hoffnung, die in der Überwindung des Todes durch Christus für die Gläubigen liegt. Das Tagesgebet beginnt mit Deus misericordiae sempiternae.

Nach der evangelischen Perikopenordnung betont die alttestamentliche Lesung des Sonntags Quasimodogeniti (Vorlage:Bibel/Link) die Hoffnung, die Gott schenkt. Die Epistel (Vorlage:Bibel/Link) und das Sonntagsevangelium (Vorlage:Bibel/Link) sind dieselben wie in der katholischen Liturgie; auch hier geht es um die Sendung und die Absolutionsvollmacht der Jünger infolge der Begabung mit dem Heiligen Geist sowie die Überwindung der Glaubenszweifel des Jüngers Thomas.

Tag der Erstkommunion

Datei:Weißer Sonntag, Grünstadt, vor der Kath. Kirche 1957.jpg
Traditioneller Tag der Erstkommunion: Weißer Sonntag 1957 in Grünstadt, Einzug der Erstkommunikanten in die Kirche

In der katholischen Kirche ist der Weiße Sonntag traditionell der Tag für die gemeinsame feierliche Erstkommunion der Kinder. Die Praxis kam nach dem Konzil von Trient ab dem 17. Jahrhundert auf, nachdem in früheren Jahrhunderten die Kommunion bereits zusammen mit der Taufe erstmals empfangen wurde, wie es heute bei der Taufe von Jugendlichen und Erwachsenen üblich ist. Ab dem 19. Jahrhundert wurde der Termin für die ganze katholische Kirche verbindlich, seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil sind auch andere Termine in der Osterzeit möglich.<ref>Guido Muff: Weißer Sonntag. In: Walter Kasper (Hrsg.): Lexikon für Theologie und Kirche. 3. Auflage. Band 10. Herder, Freiburg im Breisgau 2001, Sp. 1052 f.</ref><ref>Manfred Becker-Huberti: Feiern, Fest, Jahreszeiten. Lebendige Bräuche im ganzen Jahr. Herder Verlag, Freiburg, Sonderausgabe 2001, ISBN 3-451-27702-6, S. 323.</ref>

Barmherzigkeitssonntag

Datei:Divine Mercy.jpeg
Barmherziger Jesus nach Schwester Faustyna

Am 30. April 2000 legte Papst Johannes Paul II. fest, dass der Sonntag nach Ostern in der ganzen römisch-katholischen Kirche als Barmherzigkeitssonntag (auch Sonntag zur göttlichen Barmherzigkeit, Fest der Barmherzigkeit Gottes) begangen werden solle.<ref>Johannes Paul II.: Predigt zur Heiligsprechung von Maria Faustyna Kowalska. In: vatican.va. Libreria Editrice Vaticana, 30. April 2000, abgerufen am 26. April 2019.</ref> Mit der Einführung dieses Themensonntags oder Ideenfestes erfüllte er einen Wunsch der Ordensfrau Maria Faustyna Kowalska, die er an diesem Tage heiligsprach.<ref>Hintergrund: Der Sonntag der göttlichen Barmherzigkeit und sein mystischer Ursprung. In: catholicnewsagency.com. CNA Deutsch / EWTN, 8. April 2018, abgerufen am 26. April 2019.</ref> Schwester Faustyna berief sich dabei auf Visionen, in denen ihr Jesus Christus sein Verlangen mitgeteilt habe, ein solches Fest zu begehen.<ref>Diego Lopez Marina: Sieben Dinge, die jeder über den Barmherzigkeitssonntag wissen sollte. In: catholicnewsagency.com. CNA Deutsch / EWTN, 8. April 2018, abgerufen am 26. April 2019.</ref> In Verbindung mit der Beichte und der Kommunion kann an diesem Tag ein vollkommener Ablass gewonnen werden.<ref>Das Fest der Barmherzigkeit. In: faustyna.pl. Kongregation der Schwestern der Muttergottes der Barmherzigkeit, abgerufen am 26. April 2019.</ref>

Der emeritierte Papst Benedikt XVI., der zur Zeit der Einsetzung des Festes als Joseph Ratzinger Präfekt der Glaubenskongregation war, berichtete in einem Brief im Mai 2020, es habe um die Frage des Termins für das Fest einen Dissens zwischen Johannes Paul II. und der Glaubenskongregation gegeben; die Kongregation habe den Termin zweimal abgelehnt, damit der traditionsreiche Tag der Osteroktav nicht mit einer neuen Botschaft überlagert werde. Schließlich habe es aber eine Einigung gegeben, beide Anlässe miteinander zu verbinden.<ref>Benedikt XVI. nennt Johannes Paul II. "befreienden Erneuerer". Brief an die Polnische Bischofskonferenz. In: domradio.de, 15. Mai 2020 online</ref>

Termin

Der Weiße Sonntag in den Jahren von 2019 bis 2033:

<templatestyles src="column-multiple/styles.css" />

  • 2019: [[:Vo
  • 2020: [[:Vo
  • 2021: [[:Vo
  • 2022: [[:Vo
  • 2023: [[:Vo
  • 2024: [[:Vo
  • 2025: [[:Vo
  • 2026: [[:Vo
  • 2027: [[:Vo
  • 2028: [[:Vo
  • 2029: [[:Vo
  • 2030: [[:Vo
  • 2031: [[:Vo
  • 2032: [[:Vo
  • 2033: [[:Vo

Literatur

  • Adolf Adam: Weißer Sonntag. In: Adolf Adam: Das Kirchenjahr. Schlüssel zum Glauben. Betrachtungen. Herder, Freiburg im Breisgau 1990, S. 99–103, ISBN 3-451-22098-9.

Weblinks

Wiktionary: Weißer Sonntag – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Weihnachtsfestkreis:
Advent: Adventssonntage

Weihnachtszeit: Heiliger Abend Weihnachten Weihnachtsoktav (mit Stephanustag, Unschuldige Kinder, Heilige Familie und Beschneidung des Herrn bzw. Hochfest der Gottesmutter) Erscheinung des Herrn Taufe des Herrn

ev: Epiphaniaszeit und Vorpassionszeit / rk: Zeit im Jahreskreis:
Sonntage (nach Epiphaniasvor der Passionszeit / im Jahreskreis) Darstellung des Herrn Verkündigung des Herrn

Osterfestkreis:
Fastenzeit/Passionszeit: Aschermittwoch Fastensonntage Palmsonntag Karwoche

Triduum Sacrum: Gründonnerstag Karfreitag Karsamstag Osternacht

Osterzeit: Ostern Osteroktav (mit Ostermontag und Weißem Sonntag) Sonntage Christi Himmelfahrt Pfingsten

ev: Trinitatiszeit / rk: Zeit im Jahreskreis:
Pfingstoktav (mit Pfingstmontag und Trinitatis) Sonntage (nach Trinitatis / im Jahreskreis) Fronleichnam Herz-Jesu-Fest Verklärung des Herrn Kreuzerhöhung Erntedankfest Kirchweihfest Reformationstag Allerheiligen Allerseelen Buß- und Bettag Totensonntag Christkönigsfest

Weitere Feste:
Marienfeste Apostelfeste Markustag Lukastag Josefstag Johannistag Michaelistag

Die farbigen Kästchen kennzeichnen die bevorzugte liturgische Farbe für das entsprechende Fest. Zum Ablauf des Kirchenjahres siehe beispielsweise die Perikopenordnung der evangelischen Kirche in Deutschland bzw. das Calendarium Romanum Generale für die römisch-katholische Kirche.

Vorlage:Klappleiste/Ende Vorlage:Hinweisbaustein