Weißer Sonntag
Der Weiße Sonntag ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) ‚Sonntag in weißen [Gewändern]‘), seit 2000 auch als Sonntag der Göttlichen Barmherzigkeit (lat. Dominica de Divina Misericordia) begangen, ist der Sonntag nach Ostern und somit der zweite Sonntag der Osterzeit.<ref>Im Englischen hat der übersetzte Begriff Whitsunday allerdings eine andere Bedeutung, nämlich Pfingsten</ref> Mit dem Weißen Sonntag endet die Osteroktav, jene acht Tage vom Ostersonntag an, die nach der katholischen Liturgie alle als Hochfest und mit Gloria in der Messe und Te Deum im Stundengebet begangen werden. Der Termin ist vom Osterdatum abhängig und daher variabel; der früheste Termin des Weißen Sonntags ist der 29. März, der späteste Termin ist der 2. Mai.
Bezeichnung
Der Ursprung der Bezeichnung Weißer Sonntag ist nicht gewiss. Wahrscheinlich hängt er mit den weißen Taufgewändern zusammen, die in der frühen Kirche von den in der Osternacht Getauften bei den Gottesdiensten in den Tagen nach Ostern getragen wurden. Sie legten diese Gewänder am letzten Tag der Osteroktav ab, der daher Dies Dominica post alba „Sonntag nach den weißen Gewändern“ genannt wurde; zeitweise erfolgte das Ablegen bereits am Samstag nach Ostern (Sabbatum in albis). Im Missale Romanum von 1970 heißt der Sonntag Dominica secunda paschae „Zweiter Sonntag der Osterzeit“, jedoch ist im deutschen Sprachraum die Bezeichnung Weißer Sonntag wegen ihrer Verwurzelung in der Volksfrömmigkeit, u. a. als traditioneller Tag der Erstkommunion, weiter geläufig.<ref>Guido Muff: Weißer Sonntag. In: Walter Kasper (Hrsg.): Lexikon für Theologie und Kirche. 3. Auflage. Band 10. Herder, Freiburg im Breisgau 2001, Sp. 1052 f.</ref><ref>Bruno Kleinheyer: Sakramentliche Feiern I. Die Feiern der Eingliederung in die Kirche. Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 1989 (Gottesdienst der Kirche. Handbuch der Liturgiewissenschaft, Teil 7,1), S. 73.</ref>
Im Mittelalter wurde der Sonntag Invocabit, der erste Sonntag in der Fastenzeit, als „weißer Sonntag“ bezeichnet, weil in Rom die Taufbewerber, die in der Osternacht die Taufe empfangen wollten, an diesem Sonntag erstmals in weißen Taufkleidern in die Kirche zogen und am Gottesdienst teilnahmen. Erst ab dem 16. Jahrhundert wird der weiße Sonntag am Oktavtag von Ostern begangen.<ref>Guido Muff: Weißer Sonntag. In: Walter Kasper (Hrsg.): Lexikon für Theologie und Kirche. 3. Auflage. Band 10. Herder, Freiburg im Breisgau 2001, Sp. 1052 f.</ref><ref>Grotefend, Hermann: Taschenbuch der Zeitrechnung. 5. Auflage. 1922, S. 108.</ref>
In der evangelischen Liturgie wird der Sonntag nach den ersten Worten des Introitus Quasi modo geniti infantes „Wie neugeborene Kinder“ als Quasimodogeniti (Wie die Neugeborenen) bezeichnet; der Introitus nimmt das Motiv der Wiedergeburt des Christen durch die Taufe auf.
Leseordnung
In der katholischen Leseordnung ist als Evangelium in allen drei Lesejahren Vorlage:Bibel/Link vorgesehen. Dort werden die Erscheinungen Jesu vor seinen Aposteln und insbesondere dem Apostel Thomas berichtet, die am ersten und achten Tag nach Jesu Auferstehung stattfanden. Die ersten Lesungen Vorlage:Bibel/Link (Lesejahr A), Vorlage:Bibel/Link (Lesejahr B) und Vorlage:Bibel/Link (Lesejahr C) berichten vom Leben in der Urgemeinde. Die zweiten Lesungen Vorlage:Bibel/Link (A), Vorlage:Bibel/Link (B) und Vorlage:Bibel/Link (C) betonen die Hoffnung, die in der Überwindung des Todes durch Christus für die Gläubigen liegt. Das Tagesgebet beginnt mit Deus misericordiae sempiternae.
Nach der evangelischen Perikopenordnung betont die alttestamentliche Lesung des Sonntags Quasimodogeniti (Vorlage:Bibel/Link) die Hoffnung, die Gott schenkt. Die Epistel (Vorlage:Bibel/Link) und das Sonntagsevangelium (Vorlage:Bibel/Link) sind dieselben wie in der katholischen Liturgie; auch hier geht es um die Sendung und die Absolutionsvollmacht der Jünger infolge der Begabung mit dem Heiligen Geist sowie die Überwindung der Glaubenszweifel des Jüngers Thomas.
Tag der Erstkommunion
In der katholischen Kirche ist der Weiße Sonntag traditionell der Tag für die gemeinsame feierliche Erstkommunion der Kinder. Die Praxis kam nach dem Konzil von Trient ab dem 17. Jahrhundert auf, nachdem in früheren Jahrhunderten die Kommunion bereits zusammen mit der Taufe erstmals empfangen wurde, wie es heute bei der Taufe von Jugendlichen und Erwachsenen üblich ist. Ab dem 19. Jahrhundert wurde der Termin für die ganze katholische Kirche verbindlich, seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil sind auch andere Termine in der Osterzeit möglich.<ref>Guido Muff: Weißer Sonntag. In: Walter Kasper (Hrsg.): Lexikon für Theologie und Kirche. 3. Auflage. Band 10. Herder, Freiburg im Breisgau 2001, Sp. 1052 f.</ref><ref>Manfred Becker-Huberti: Feiern, Fest, Jahreszeiten. Lebendige Bräuche im ganzen Jahr. Herder Verlag, Freiburg, Sonderausgabe 2001, ISBN 3-451-27702-6, S. 323.</ref>
Barmherzigkeitssonntag
Am 30. April 2000 legte Papst Johannes Paul II. fest, dass der Sonntag nach Ostern in der ganzen römisch-katholischen Kirche als Barmherzigkeitssonntag (auch Sonntag zur göttlichen Barmherzigkeit, Fest der Barmherzigkeit Gottes) begangen werden solle.<ref>Johannes Paul II.: Predigt zur Heiligsprechung von Maria Faustyna Kowalska. In: vatican.va. Libreria Editrice Vaticana, 30. April 2000, abgerufen am 26. April 2019.</ref> Mit der Einführung dieses Themensonntags oder Ideenfestes erfüllte er einen Wunsch der Ordensfrau Maria Faustyna Kowalska, die er an diesem Tage heiligsprach.<ref>Hintergrund: Der Sonntag der göttlichen Barmherzigkeit und sein mystischer Ursprung. In: catholicnewsagency.com. CNA Deutsch / EWTN, 8. April 2018, abgerufen am 26. April 2019.</ref> Schwester Faustyna berief sich dabei auf Visionen, in denen ihr Jesus Christus sein Verlangen mitgeteilt habe, ein solches Fest zu begehen.<ref>Diego Lopez Marina: Sieben Dinge, die jeder über den Barmherzigkeitssonntag wissen sollte. In: catholicnewsagency.com. CNA Deutsch / EWTN, 8. April 2018, abgerufen am 26. April 2019.</ref> In Verbindung mit der Beichte und der Kommunion kann an diesem Tag ein vollkommener Ablass gewonnen werden.<ref>Das Fest der Barmherzigkeit. In: faustyna.pl. Kongregation der Schwestern der Muttergottes der Barmherzigkeit, abgerufen am 26. April 2019.</ref>
Der emeritierte Papst Benedikt XVI., der zur Zeit der Einsetzung des Festes als Joseph Ratzinger Präfekt der Glaubenskongregation war, berichtete in einem Brief im Mai 2020, es habe um die Frage des Termins für das Fest einen Dissens zwischen Johannes Paul II. und der Glaubenskongregation gegeben; die Kongregation habe den Termin zweimal abgelehnt, damit der traditionsreiche Tag der Osteroktav nicht mit einer neuen Botschaft überlagert werde. Schließlich habe es aber eine Einigung gegeben, beide Anlässe miteinander zu verbinden.<ref>Benedikt XVI. nennt Johannes Paul II. "befreienden Erneuerer". Brief an die Polnische Bischofskonferenz. In: domradio.de, 15. Mai 2020 online</ref>
Termin
Der Weiße Sonntag in den Jahren von 2019 bis 2033:
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- 2019: [[:Vo
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- 2021: [[:Vo
- 2022: [[:Vo
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- 2024: [[:Vo
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- 2030: [[:Vo
- 2031: [[:Vo
- 2032: [[:Vo
- 2033: [[:Vo
Literatur
- Adolf Adam: Weißer Sonntag. In: Adolf Adam: Das Kirchenjahr. Schlüssel zum Glauben. Betrachtungen. Herder, Freiburg im Breisgau 1990, S. 99–103, ISBN 3-451-22098-9.
Weblinks
- Literatur von und über Weißer Sonntag im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Fasten- und Osterzeit in den christlichen Kirchen
- Erzbistum Köln: Handreichung für die Feier des Barmherzigkeitssonntags
- CNA Deutsch: Sieben Dinge, die jeder über den Barmherzigkeitssonntag wissen sollte
Einzelnachweise
<references />
Weihnachtsfestkreis:
Advent:
Adventssonntage
Weihnachtszeit: Heiliger Abend Weihnachten Weihnachtsoktav (mit Stephanustag, Unschuldige Kinder, Heilige Familie und Beschneidung des Herrn bzw. Hochfest der Gottesmutter) Erscheinung des Herrn Taufe des Herrn
ev: Epiphaniaszeit und Vorpassionszeit / rk: Zeit im Jahreskreis:
Sonntage
(nach Epiphanias –
vor der Passionszeit /
im Jahreskreis)
Darstellung des Herrn
Verkündigung des Herrn
Osterfestkreis:
Fastenzeit/Passionszeit:
Aschermittwoch
Fastensonntage
Palmsonntag
Karwoche
Triduum Sacrum: Gründonnerstag Karfreitag Karsamstag Osternacht
Osterzeit: Ostern Osteroktav (mit Ostermontag und Weißem Sonntag) Sonntage Christi Himmelfahrt Pfingsten
ev: Trinitatiszeit / rk: Zeit im Jahreskreis:
Pfingstoktav (mit
Pfingstmontag und
Trinitatis)
Sonntage
(nach Trinitatis /
im Jahreskreis)
Fronleichnam
Herz-Jesu-Fest
Verklärung des Herrn
Kreuzerhöhung
Erntedankfest
Kirchweihfest
Reformationstag
Allerheiligen
Allerseelen
Buß- und Bettag
Totensonntag
Christkönigsfest
Weitere Feste:
Marienfeste
Apostelfeste
Markustag
Lukastag
Josefstag
Johannistag
Michaelistag
Die farbigen Kästchen kennzeichnen die bevorzugte liturgische Farbe für das entsprechende Fest. Zum Ablauf des Kirchenjahres siehe beispielsweise die Perikopenordnung der evangelischen Kirche in Deutschland bzw. das Calendarium Romanum Generale für die römisch-katholische Kirche.