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Bewegung der Blockfreien Staaten

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Datei:2019-10-25 Non-Aligned Movement in Baku 1.jpg
18. Gipfel der Bewegung der Blockfreien Staaten in Baku (2019)
Datei:NAM Members.svg
Mitglieder (dunkelblau) und Beobachter (hellblau) der Bewegung der blockfreien Staaten

Die Bewegung der Blockfreien Staaten (kurz Bewegung der Blockfreien oder Blockfreien-Bewegung, englisch Non-Aligned Movement) ist eine Internationale Organisation von Staaten, deren erklärtes Ziel es war, sich im Ost-West-Konflikt nach dem Zweiten Weltkrieg neutral zu verhalten und keinem der beiden Militärblöcke anzugehören. Die Gründung der Organisation ging auf eine Initiative des jugoslawischen Präsidenten Josip Broz Tito, des ägyptischen Staatspräsidenten Nasser, des indischen Ministerpräsidenten Nehru sowie des indonesischen Präsidenten Sukarno zurück. Die Organisation konstituierte sich 1961 auf ihrer ersten Sitzung in Belgrad.<ref>Die dritte Himmelsrichtung im Ost-West-Konflikt. Abgerufen am 25. Juli 2019.</ref> Ihr traten viele ehemalige afrikanische und asiatische Kolonien bei, die sich soeben erst als Staaten konstituiert hatten oder noch um ihre Unabhängigkeit rangen.<ref>Bewegung der Blockfreien Staaten. Abgerufen am 6. Juli 2019.</ref>

Die Organisation verurteilte die Blockbildung in der Zeit des Ost-West-Konfliktes wegen der Gefahr eines Dritten Weltkrieges und setzte sich für die friedliche Koexistenz und Abrüstung ein. Die steigende Zahl der Mitglieder machte es der Organisation jedoch zunehmend schwer, sich auf eine gemeinsame Politik zu einigen. Mit der Auflösung des Warschauer Paktes Anfang der 1990er Jahre verlor sie an Bedeutung. Die heterogene Zusammensetzung der Bewegung machte es schwer, gemeinsame Ziele zu definieren und zu verfolgen.<ref>Deutsche Welle (www.dw.com): Blockfreie Staaten: Ein Relikt des Kalten Krieges | DW | 15.07.2009. Abgerufen am 25. Juli 2019.</ref> Die Staaten der Blockfreien-Bewegung vertreten 55 Prozent der Weltbevölkerung und halten nahezu zwei Drittel der Sitze in der UN-Generalversammlung.

Das Ziel der Organisation ist die Gleichberechtigung zwischen den Staaten und eine positive wirtschaftliche Entwicklung der Mitgliedstaaten.

Geschichte

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Teilnehmerstaaten an der Konferenz von Bandung (1955)

Auf Initiative des indischen Ministerpräsidenten Nehru und des jugoslawischen Ministerpräsidenten Tito trafen sich 1955 Abgesandte aus 23 asiatischen und 6 afrikanischen Staaten im indonesischen Bandung. Es handelte sich dabei um Staaten, die weder dem westlichen noch dem östlichen Bündnissystem angehörten.

Als wichtigste Persönlichkeiten im Verlauf der Konferenz von Bandung erwiesen sich die Staats- und Regierungschefs

Als Ergebnis der Konferenz verabschiedeten die 29 Staaten mehrere Resolutionen. In einer verurteilten sie „jede Form von Kolonialismus und Rassendiskriminierung“ und forderten die „Beachtung der Charta der Vereinten Nationen“. In einer weiteren Resolution sprachen sie sich für den „Abbau der Spannungen zwischen den Machtblöcken, eine allgemeine Abrüstung und ein Verbot von Kernwaffen“ aus. Bei der Konferenz von Bandung wurden auch erstmals Forderungen der Dritten Welt nach Gleichberechtigung und Gleichbehandlung gegenüber den ehemaligen Kolonialmächten laut. Der Geist von Bandung trug wesentlich zum Entkolonialisierungsprozess bei.

Aus den Ergebnissen der Konferenz bildete sich Anfang der 1960er Jahre die antiimperialistische Bewegung der Blockfreien Staaten. Während der Gründungsphase dieser Bewegung übernahmen Jugoslawien, Ägypten und Indien die Führungsrolle, bis diese mit der ersten Gipfelkonferenz vom 1. bis 6. September 1961 in Belgrad abgeschlossen wurde. Bei dieser Gipfelkonferenz waren 25 Staaten durch ihre Staatschefs vertreten.

In Europa waren insgesamt drei Staaten Mitglied dieser Bewegung – Jugoslawien, die Republik Zypern und Malta. Die Nachfolgestaaten Jugoslawiens (Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Montenegro, Nordmazedonien und Serbien) sind seit dem Zerfall Jugoslawiens im Jahr 1991/92 nicht mehr Mitglied der blockfreien Bewegung, haben jedoch noch einen Beobachterstatus, ebenso wie die Ukraine als Nachfolgestaat der Sowjetunion. Malta und Zypern haben nach ihrem Beitritt zur Europäischen Union ihren Austritt erklärt.

Datei:Iron Curtain map.svg
Europa zur Zeit des Eisernen Vorhangs.
  • Warschauer-Pakt-Staaten
  • NATO-Staaten
  • militärisch neutrale Staaten
  • Die SFR Jugoslawien (grün) war ein blockfreier realsozialistischer Staat und nicht Teil des Ostblocks (Tito-Stalin-Bruch im Sommer 1948, siehe Titoismus). Albanien (rote Streifen) war seit 1961/68 kein Ostblockstaat mehr.

    Mitglieder

    Datei:Tito-Denkmal in Mexiko-Stadt.jpg
    Josip-Broz-Tito-Denkmal am Paseo de la Reforma in Mexiko-Stadt. Ehrung für einen der Gründer der blockfreien Bewegung

    Folgende 120 Staaten waren 2012 Mitglieder der Blockfreien-Bewegung:<ref>Mitgliedsstaaten der Bewegung der Blockfreien Staaten. Abgerufen am 25. Juli 2019.</ref>

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    Ehemalige Mitglieder

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    Beobachter

    Die Organisation hat an 18 Staaten den offiziellen Beobachterstatus vergeben:<ref>Observer countries | NON-ALIGNED MOVEMENT (NAM). 7. Juli 2023, abgerufen am 4. Mai 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

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    Zuletzt schieden 2004 Malta und die Republik Zypern aus und besitzen nunmehr nur noch Beobachterstatus, während 2006 die Zahl der Mitglieder auf 118 anwuchs. Auch die Einigung auf klare gemeinsame politische Positionen macht deutlich, dass die Bewegung der blockfreien Staaten an Bedeutung gewinnt. In nahezu allen Redebeiträgen auf dem Gipfel von Havanna wurde die Notwendigkeit einer Süd-Süd-Kooperation betont, die in Anbetracht vieler bilateraler Wirtschaftskontakte zwischen den Mitgliedsstaaten weit über die Planungsphase hinausgekommen zu sein scheint. Viele der in Havanna beschlossenen Positionen fanden sich kurze Zeit später in den Redebeiträgen auf der Vollversammlung der Vereinten Nationen wieder.

    Vorsitzender der Blockfreien Staaten

    Vorsitzender der blockfreien Bewegung
    Name Staat von bis
    Josip Broz Tito JugoslawienDatei:Flag of Yugoslavia (1946-1992).svg Jugoslawien 1961 1964
    Gamal Abdel Nasser Vereinigte Arabische RepublikDatei:Flag of the United Arab Republic (1958–1971), Flag of Syria (1980–2024).svg Vereinigte Arabische Republik 1964 1970
    Kenneth Kaunda Sambia 1964Datei:Flag of Zambia (1964-1996).svg Sambia 1970 1973
    Houari Boumedienne AlgerienDatei:Flag of Algeria.svg Algerien 1973 1976
    William Gopallawa Sri LankaDatei:Flag of Sri Lanka.svg Sri Lanka 1976 1978
    Junius Richard Jayewardene 1978 1979
    Fidel Castro KubaDatei:Flag of Cuba.svg Kuba 1979 1983
    Neelam Sanjiva Reddy IndienDatei:Flag of India.svg Indien 1983
    Giani Zail Singh 1983 1986
    Robert Mugabe SimbabweDatei:Flag of Zimbabwe.svg Simbabwe 1986 1989
    Janez Drnovšek JugoslawienDatei:Flag of Yugoslavia (1946-1992).svg Jugoslawien 1989 1990
    Borisav Jović 1990 1991
    Stjepan (Stipe) Mesić 1991
    Branko Kostić 1991 1992
    Dobrica Ćosić 1992
    Suharto Indonesien[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Indonesien 1992 1995
    Ernesto Samper KolumbienDatei:Flag of Colombia.svg Kolumbien 1995 1998
    Andrés Pastrana 1998
    Nelson Mandela SudafrikaDatei:Flag of South Africa.svg Südafrika 1998 1999
    Thabo Mbeki 1999 2003
    Mahathir bin Mohamad Malaysia Malaysia 2003
    Abdullah Ahmad Badawi 2003 2006
    Fidel Castro KubaDatei:Flag of Cuba.svg Kuba 2006 2008
    Raúl Castro 2008 2009
    Husni Mubarak AgyptenDatei:Flag of Egypt.svg Ägypten 2009 2011
    Mohammed Hussein Tantawi 2011 2012
    Mohammed Mursi 2012
    Mahmud Ahmadineschad IranDatei:Flag of Iran.svg Iran 2012 2013
    Hassan Rohani 2013 2016
    Nicolás Maduro VenezuelaDatei:Flag of Venezuela.svg Venezuela 2016 2019
    İlham Əliyev AserbaidschanDatei:Flag of Azerbaijan.svg Aserbaidschan 2019 2024
    Yoweri Museveni UgandaDatei:Flag of Uganda.svg Uganda 2024<ref>Museveni explains Uganda's selection to host NAM summit. Auf monitor.co.ug (englisch) vom 22. März 2023, abgerufen am 13. August 2023.</ref>

    Gipfelkonferenzen

    Datei:2019-10-25 Non-Aligned Movement in Baku 2.jpg
    18. Gipfel in Baku (2019)
    1. 1961: Belgrad
    2. 1964: Kairo
    3. 1970: Lusaka
    4. 1973: Algier
    5. 1976: Colombo
    6. 1979: Havanna
    7. 1983: Neu-Delhi
    8. 1986: Harare
    9. 1989: Belgrad
    10. 1992: Jakarta
    11. 1995: Cartagena de Indias
    12. 1998: Durban
    13. 2003: Kuala Lumpur
    14. 2006: Havanna
    15. 2009: Scharm asch-Schaich
    16. 2012: Teheran
    17. 2016: Isla Margarita
    18. 2019: Baku
    19. 2021: Belgrad<ref>105 blockfreie Staaten feiern in Belgrad 60. Geburtstag der Bewegung. In: Kurier.at. 12. Oktober 2021, abgerufen am 12. Oktober 2021.</ref>
    20. 2024: Kampala, 19. Gipfelkonferenz<ref>Opening Session of the Senior Officials Meeting - 19th Summit of Heads of State & Government of the Non-Aligned Movement (NAM) 15-16 January, 2024. In: Projekt-Website https://nam.go.ug/. Abgerufen am 20. Januar 2024.</ref>

    2011 fand in Belgrad ein Treffen zum 50. Jahrestag der ersten Gipfelkonferenz statt.

    Siehe auch

    Literatur

    • Jürgen Dinkel: Die Bewegung Bündnisfreier Staaten. Genese, Organisation und Politik (1927–1992). (Studien zur Internationalen Geschichte. Band 37). Berlin/München 2015, ISBN 978-3-11-040418-0.
    • Anouar Abdel-Malek: Blockfreiheit. In: Historisch-kritisches Wörterbuch des Marxismus. Band 2, Argument-Verlag, Hamburg 1995, Sp. 267–275.
    • Christopher J. Lee (Hrsg.): Making a World after Empire. The Bandung Moment and its Political Afterlives. Ohio University Press, Athens, OH, 2010, ISBN 978-0-89680-277-3.
    • Volker Matthies: Die Blockfreien. Ursprünge, Entwicklung, Konzeptionen. Leske + Budrich, Opladen 1985, ISBN 3-8100-0391-3.
    • Marie-Luise Pörtner: Die Blockfreien-Bewegung seit 1989. Deutscher Universitäts-Verlag, Wiesbaden 1997, ISBN 3-8244-4209-4.
    • Hennie Strydom: The Non-Aligned Movement and the Reform of International Relations. In: Max Planck Yearbook of United Nations Law. Band 11. Martinus Nijhoff, Leiden 2007, S. 1–46 (mpil.de [PDF; 202 kB]).
    • Vijay Prashad: The Darker Nations. A People’s History of the Third World. New Press, New York/London 2007, ISBN 978-1-56584-785-9.

    Weblinks

    Einzelnachweise

    <references />

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