Celia Lovsky
Celia Lovsky, geboren und bis 1935 auch aktiv als Cäcilie Lvovsky, (* 21. Februar 1897<ref>Cäcilia Josefine Lovsky wurde am 21. Februar 1897 geboren und am 11. März 1897 getauft: Lutherische Stadtkirche (Wien): Cäcilia Josefine Lovskys Taufeintrag. Taufbuch TFB51, Fortlaufende Zahl 56 (1897-1897).</ref> in Wien, Österreich-Ungarn; † 12. Oktober 1979 in Los Angeles, Kalifornien) war eine österreichisch-US-amerikanische Schauspielerin.
Leben
Lovsky wurde als Cäcilia Josefine Lvovsky in Wien geboren und war die Tochter von Bratislav Lvovsky (1857–1910), einem tschechischen Komponisten, und seiner Frau Vallee, einer Cellistin. Sie studierte Theater an der österreichischen Königlichen Kunst- und Musik-Akademie. Lvovsky wurde in Gesang, Tanz und Schauspiel ausgebildet und begann ihre künstlerische Laufbahn 1916 am Wiener Hofoperntheater. Am 3. Mai 1919 heiratete Cäcilia Lvovsky den Schriftsteller Heinrich Vincenz Novak (1890–1955); laut einer Ergänzung des Traueintrags wurde die Ehe am 21. Dezember 1935 geschieden. 1922 hatte sie ein festes Engagement an der Neuen Wiener Bühne. Später sah man sie unter anderem am Frankfurter Schauspielhaus und an Berliner Bühnen.
Sie war eine Geliebte des Schriftstellers Karl Kraus<ref>Daniela Strigl: Beziehungen. Geliebte und Freundinnen, in: Katharina Prager · Simon Ganahl (Hrsg.): Karl Kraus-Handbuch. Leben – Werk – Wirkung. J.B. Metzler (2022), 41–57, hier 52.</ref> und trat als Schauspielerin in den Inszenierungen seiner Stücke „Die letzte Nacht“ (1923, aus dem Drama Die letzten Tage der Menschheit), Traumtheater (1924), Traumstück (1924) und Die Unüberwindlichen (1929) auf. 1930, 1931 und 1932 wirkte sie auch in den Radioaufführungen der bald von Kraus, bald von Cornelius Bronsgeest inszenierten Kraus’schen Offenbach-Bearbeitungen sowie in Kraus’ Bearbeitung von Nestroys Das Notwendige und das Überflüssige (1931) mit.
Sie zog nach Berlin, wo sie 1929 ihren späteren Ehemann Peter Lorre kennenlernte. Das Paar reiste nach Paris, nach London und in die Vereinigten Staaten. 1933 verließen sie Deutschland und flohen über Österreich und Großbritannien in die USA. Celia Lvovsky und Peter Lorre ließen sich 1945 scheiden. Danach setzte sie unter dem leicht veränderten Namen Celia Lovsky ihre Arbeit fort, die in Berlin mit der Ära des Tonfilms begonnen hatte. Für gewöhnlich spielte sie kleine bis mittlere Nebenrollen. Ihre vielleicht berühmteste Rolle ist die der T’Pau in der Raumschiff-Enterprise-Episode „Amok Time“; sie ist einer der wenigen Star-Trek-Darsteller, die im 19. Jahrhundert geboren wurden. Zu ihren Filmrollen zählten unter anderem Angela Raubal in der Filmbiografie Hitler (1962) und die „Exchange-Leaderin“ im Science-Fiction-Film … Jahr 2022 … die überleben wollen (1973).
Lovskys Schaffen als Filmschauspielerin umfasst Auftritte in mehr 130 Film- und Fernsehproduktionen. Ihre letzte Rolle spielte sie 1974 in der Serie Die Straßen von San Francisco. Sie starb 1979 im Alter von 82 Jahren in Los Angeles.
Filmografie (Auswahl)
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- 1930: Zweimal Hochzeit
- 1930: Der Hampelmann
- 1934: Der Mann, der zuviel wußte (The Man Who Knew Too Much)
- 1947: Eine Welt zu Füßen (The Foxes of Harrow)
- 1948: Brief einer Unbekannten (Letter from an Unknown Woman)
- 1948: Die Schlangengrube (The Snake Pit)
- 1949: Todesfalle von Chikago (Chicago Deadline)
- 1949: Captain Carey, U.S.A. (Captain Carey)
- 1950: Zwischen zwei Frauen (Bright Leaf)
- 1951: Der Mordprozeß O’Hara (The People Against O’Hara)
- 1952: Mein Herz singt nur für Dich (Because You’re Mine)
- 1953: War es die große Liebe? (The Story of Three Loves)
- 1953: Gardenia – Eine Frau will vergessen (The Blue Gardenia)
- 1953: Heißes Eisen (The Big Heat)
- 1954: Symphonie des Herzens (Rhapsody)
- 1954: Beeil dich zu leben (Make Haste to Live)
- 1954: Drei Münzen im Brunnen (Three Coins in the Fountain)
- 1954: Die wunderbare Macht (Magnificent Obsession)
- 1954: Damals in Paris (The Last Time I Saw Paris)
- 1955: Pantherkatze (New York Confidential)
- 1955: Die Intrige der Lily Scarlett (Duel on the Mississippi)
- 1955: Des Teufels rechte Hand (Texas Lady)
- 1956: Die Bestie (While the City Sleeps)
- 1956: Das schwache Geschlecht (The Opposite Sex)
- 1956: König der Hochstapler (Death of a Scoundrel)
- 1956: Der Dschungel von Manhattan (Rumble on the Docks)
- 1957: Fluch der Gewalt (Trooper Hook)
- 1957: Der Mann mit den 1000 Gesichtern (Man of a Thousand Faces)
- 1958: Hart am Wind (Twilight for the Gods)
- 1958: Jakobowsky und der Oberst (Me and the Colonel)
- 1959–1963: Alfred Hitchcock präsentiert (Alfred Hitchcock Presents, Fernsehserie, 3 Folgen)
- 1959: 77 Sunset Strip (Fernsehserie, Folge 1x27)
- 1959: Jazz-Ekstase (The Gene Krupa Story)
- 1960: Bonanza (Fernsehserie)
- 1960: Der Texaner (The Texan, Fernsehserie)
- 1960: Die Unbestechlichen (The Untouchables, Fernsehserie)
- 1962: Hitler
- 1963: Das große Abenteuer (The Great Adventure, Fernsehserie)
- 1964: Twilight Zone (The Twilight Zone, Fernsehserie)
- 1964: 36 Stunden (36 Hours)
- 1965: Die größte Geschichte aller Zeiten (The Greatest Story Ever Told)
- 1965: Harlow
- 1966: Der Flug des Schreckens (The Doomsday Flight, Fernsehfilm)
- 1966: Big Valley (The Big Valley, Fernsehserie)
- 1966–1968: FBI (The F.B.I., Fernsehserie)
- 1967: Chicago-Massaker (The St. Valentine’s Day Massacre)
- 1967: Raumschiff Enterprise (Star Trek, Fernsehserie)
- 1968: Die sechs Verdächtigen (The Power)
- 1970: Ihr Auftritt, Al Mundy (It Takes a Thief, Fernsehserie)
- 1970: Airport
- 1970–1974: Dr. med. Marcus Welby (Marcus Welby, M.D., Fernsehserie)
- 1973: Owen Marshall – Strafverteidiger (Owen Marshall: Counselor at Law, Fernsehserie)
- 1973: Die Waltons (The Waltons, Fernsehserie)
- 1973: … Jahr 2022 … die überleben wollen (Soylent Green)
- 1974: Notruf California (Emergency!, Fernsehserie)
- 1974: Die Straßen von San Francisco (The Streets of San Francisco, Fernsehserie)
Literatur
- Kay Weniger: 'Es wird im Leben dir mehr genommen als gegeben …'. Lexikon der aus Deutschland und Österreich emigrierten Filmschaffenden 1933 bis 1945. Eine Gesamtübersicht. S. 324 f., ACABUS-Verlag, Hamburg 2011, ISBN 978-3-86282-049-8
Weblinks
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Lovsky, Celia |
| ALTERNATIVNAMEN | Lovsky, Caecilie; Lvovsky, Cäcilie (Geburtsname) |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichisch-US-amerikanische Schauspielerin |
| GEBURTSDATUM | 21. Februar 1897 |
| GEBURTSORT | Wien, Österreich-Ungarn |
| STERBEDATUM | 12. Oktober 1979 |
| STERBEORT | Los Angeles, Kalifornien, Vereinigte Staaten |