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Kanton Luzern

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von CH-LU)
Kanton Luzern
Wappen
Wappen
Wappen
Fahne
Fahne
Fahne
Kanton der Schweizerischen Eidgenossenschaft
Kürzel/Kontrollschild: LU
Amtssprache: Deutsch
Hauptort: Luzern
Beitritt zum Bund: 1332
Fläche: Vorlage:Metadaten Fläche CH km²
Höhenbereich: Vorlage:Metadaten Höhenbereich CHFehler im Ausdruck: Nicht erkanntes Satzzeichen „[“ m ü. M.
Website: lu.ch
Bevölkerung
Einwohner: 440'866 (30. September 2025)<ref>Bevölkerungsstand am Ende des 3. Quartals 2025. In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik BFS, 4. Dezember 2025, abgerufen am 26. Januar 2026.</ref>
Einwohnerdichte: Fehler im Ausdruck: Nicht erkanntes Satzzeichen „[“ Einwohner pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne Bürgerrecht)
21,8 % (30. September 2025)<ref>Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Alter und Kanton, 3. Quartal 2025. In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik BFS, 4. Dezember 2025, abgerufen am 30. Januar 2026 (siehe XLSX-Datei; 26 kB).</ref>
Arbeitslosenquote: 2,3 % (31. Januar 2026)<ref>Arbeitslosenzahlen. In: seco.admin.ch. Staatssekretariat für Wirtschaft SECO, 6. Februar 2026, abgerufen am 9. Februar 2026 (siehe Publikation «Die Lage auf dem Arbeitsmarkt im Januar 2026» vom 6. Februar 2026 (PDF; 406 kB; Seite 12)).</ref>
Lage des Kantons in der Schweiz
Lage des Kantons in der Schweiz
Lage des Kantons in der Schweiz
Karte des Kantons
Karte des Kantons
Karte des Kantons
Einwohnergemeinden des Kantons
Einwohnergemeinden des Kantons
Einwohnergemeinden des Kantons

Koordinaten: 47° 6′ N, 8° 12′ O; CH1903: 657798 / 216835

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Luzern (Kürzel LU; {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) ist ein deutschsprachiger Kanton der Schweiz und zählt zur Grossregion Zentralschweiz (Innerschweiz). Der Hauptort und zugleich bevölkerungsreichste Ort ist die gleichnamige Stadt Luzern.

Geographie

Bodenfläche

Der Kanton hat Anteil am Mittelland, an den Voralpen und an den Schweizer Alpen. Der Grossteil gehört geografisch gesehen zum Mittelland, besteht aber nicht aus grossen, flachen Ebenen, sondern ist oft eine Hügellandschaft mit Ebenen. Typische Beispiele dafür sind das Luzerner Hinterland im Nordwesten des Kantons, das Entlebuch und das «Gäu» rund um den Sempachersee. Das Brienzer Rothorn, das Pilatusmassiv und das Rigimassiv sind alpine Regionen im Süd- bzw. Ostteil des Kantons.

Vom gesamten Kantonsgebiet sind:

  • 54,7 % landwirtschaftliche Nutzfläche, darunter
  • 30,1 % bestockte Flächen, darunter:
  • 8,4 % Siedlungsfläche, darunter:
    • 4,1 % Gebäudeareal
    • 2,7 % Verkehrsfläche
    • 0,7 % Industrieareal
    • 0,5 % besondere Siedlungsflächen
    • 0,4 % Erholungs- und Grünanlagen
  • 6,8 % unproduktive Fläche, darunter:
    • 4,4 % stehende Gewässer (Seen)
    • 0,9 % unproduktive Vegetation
    • 0,9 % vegetationslose Fläche
    • 0,5 % Fliessgewässer (Flüsse und Bäche)

Klima

Im Kanton Luzern gibt es trotz seiner geringen Grösse verschiedene Mikroklimazonen. Im Nordteil des Kantons regnet es bedeutend weniger als im Napfbergland oder im Pilatusgebiet. Ein besonders mildes Mikroklima haben die Orte am Fuss der Rigi, wo Südfrüchte und Palmen gedeihen.

Die Gegend um die Stadt Luzern weist ein besonderes Mikroklima auf. Einerseits erhält sie wegen des Pilatusmassivs reichlich Regen (was ihr bei den anderen Schweizern den Übernamen Schüttstein der Schweiz eintrug), andererseits sorgt der Föhn oft für überdurchschnittliche Temperaturen im Herbst und im Frühling.

Nachbarkantone

Der Kanton Luzern ist ein Binnenkanton und grenzt im Westen und Südwesten an den Kanton Bern, im Norden und Nordosten an den Kanton Aargau, im Osten an die Kantone Schwyz und Zug und im Süden an die Kantone Obwalden und Nidwalden.

Extrempunkte

Der höchste Punkt ist mit 2349,7 m ü. M. das Brienzer Rothorn im Südwesten des Kantons, der tiefste Punkt mit 403,1 m ü. M. die Reuss bei Honau an der Grenze zu den Kantonen Aargau und Zug. Der höchste Gipfel, der ganz im Kanton Luzern liegt, ist der Hengst (Schrattenfluh) mit 2092 m ü. M.

Seen

Die Seen Rotsee, Baldeggersee, Sempachersee, Mauensee, Soppensee liegen vollständig im Kantonsgebiet. Anteile hat der Kanton Luzern am Vierwaldstättersee, Zugersee und Hallwilersee.

Flüsse

Die bedeutendsten Fliessgewässer sind Reuss, Kleine Emme, Wigger, Luthern, Suhre, Pfaffneren und Entlen.

Bevölkerung

Per 30. September 2025 betrug die Einwohnerzahl des Kantons Luzern 440'866.<ref>Bevölkerungsstand am Ende des 3. Quartals 2025. In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik BFS, 4. Dezember 2025, abgerufen am 26. Januar 2026.</ref> Die Bevölkerungsdichte liegt mit 295 Einwohnern pro Quadratkilometer über dem Schweizer Durchschnitt (221 Einwohner pro Quadratkilometer). Der Ausländeranteil (gemeldete Einwohner ohne Schweizer Bürgerrecht) bezifferte sich am 30. September 2025 auf 21,8 Prozent, während landesweit 27,6 Prozent Ausländer registriert waren.<ref>Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Alter und Kanton, 3. Quartal 2025. In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik BFS, 4. Dezember 2025, abgerufen am 30. Januar 2026 (siehe XLSX-Datei; 26 kB).</ref> Per 31. Januar 2026 betrug die Arbeitslosenquote 2,3 Prozent gegenüber 3,2 Prozent auf eidgenössischer Ebene.<ref name="Arbeitslosenquote">Arbeitslosenzahlen. In: seco.admin.ch. Staatssekretariat für Wirtschaft SECO, 6. Februar 2026, abgerufen am 9. Februar 2026 (siehe Publikation «Die Lage auf dem Arbeitsmarkt im Januar 2026» vom 6. Februar 2026 (PDF; 406 kB; Seite 12)).</ref>

Der Spitzname Chatzestrecker für die Luzerner geht darauf zurück, dass man ihnen vorwarf, Katzen durch Strecken zu erlegen.<ref>Siehe Schweizerisches Idiotikon, Band XI, Spalte 2177 f., Stichwort Chatzenstrecker (Digitalisat), mit der aus dem Kanton Solothurn stammenden Erläuterung, «Chatzestrecker heissen die Luzerner, weil sie pflegten, wenn sie durch fremde Orte zogen und Katzen erwischten, dieselben zu strecken und auszubalgen, um den Balg zu Mützen zu verwenden»; siehe hierzu auch ebd. Band XI, Spalte 2159 unten, strecken unter Bedeutung 1aγ1 (Digitalisat). Laut Idiotikon geht der Spottname womöglich auf die Reformationszeit zurück. – Aus sprachlichen und historischen Gründen nicht haltbar ist die von einer Luzerner Confiserie im Hinblick auf eines ihrer Produkte vertretene Ansicht, man sage den Luzernern deshalb «Katzenstrecker», weil diese über den Chatzenstrick nach Einsiedeln wallfahrten; zur Etymologie des Passnamens siehe Viktor Weibel, unter Mitarbeit von Albert Hug: Schwyzer Namenbuch. Die Orts- und Flurnanmen des Kantons Schwyz. Band 5: Str–Z. Triner, Schwyz 2012, S. 22 (online).</ref>

Bevölkerungsentwicklung

Die Bevölkerungsentwicklung auf dem Gebiet des heutigen Kantons Luzern seit 1798:<ref>Zählungen 1798, 1816 und 1837 in: Der Geschichtsfreund, Band 107 (1954), nach doi:10.5169/seals-118431#81, Seite 112</ref><ref>Für 1850–2000: Bundesamt für Statistik Bern, Volkszählungsergebnisse</ref><ref>Ab 2001: Bundesamt für Statistik Bern, Schätzungen der ständigen Wohnbevölkerung per Ende Jahr - <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Statistik Schweiz – Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach Kantonen, Bezirken und Gemeinden 1991–2009 (Memento vom 12. Juni 2011 im Internet Archive)</ref> Am 27. April 2016 erreichte die Bevölkerung im Kanton Luzern erstmals die Marke von 400'000.<ref>Raphael Gutzwiller: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Er ist der 400 000. Luzerner (Memento vom 1. Mai 2016 im Internet Archive). In: Neue Luzerner Zeitung. 30. April 2016, S. 30</ref>

Jahr Einwohner
1798 089'117
1816 108'978
1837 124'521
1850 132'843
1860 130'504
1870 132'153
1880 134'708
1888 135'360
Jahr Einwohner
1900 146'519
1910 167'223
1920 177'073
1930 189'391
1941 206'608
1950 223'249
1960 253'446
1970 289'641
Jahr Einwohner
1980 296'159
1990 326'268
2000 350'504
2005 356'384
2010 377'610
2015 398'762
2016 400'018
2022 424'851
Jahr Einwohner
2023 432'744
2024 437'944
Bevölkerungsentwicklung im Kanton Luzern

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Quellen: Helvetische Volkszählung 1798, Kantonale Volkszählung 1816, Eidgenössische Volkszählung 1837, Bundesamt für Statistik, Volkszählungen 1850–2000; 2010 Schätzung per Ende Jahr; ab 2015 Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung der Schweiz<ref>Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung der Schweiz nach Bezirken und Gemeinden, 1991-2024. Bundesamt für Statistik, Neuchâtel, 27. August 2025, abgerufen am 17. März 2026.</ref>

Die Bevölkerung des Kantons wuchs zwischen 1850 und 1888 nur wenig. Damals wanderten viele ärmere Landbewohner in industrialisierte Regionen der Schweiz und nach Übersee aus. Mit dem Aufkommen des Fremdenverkehrs und der verstärkten Ansiedlung von Industriebetrieben änderte sich dies anschliessend. Das Bevölkerungswachstum hält bis heute an. Früher war der Hauptgrund für die starke Bevölkerungszunahme der Geburtenüberschuss; heute ist es die Zuwanderung.

Sprachen

2012 waren 90,4 Prozent der Bevölkerung deutsch-, 2,8 Prozent italienisch- und 1,7 Prozent französischsprachig.<ref name="BFS">Kennzahlen. Luzern. Bundesamt für Statistik (BFS), archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 3. Juli 2015; abgerufen am 23. Juni 2015.</ref> Des Weiteren war Englisch mit 2,9 Prozent vertreten.

Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden.Alemannische Dialekte

Im Kanton Luzern werden verschiedene Dialekte gesprochen, die sich teils nahestehen, teils deutlich unterscheiden. Untermundarten des Luzerndeutschen sind:

Der Dialekt des Entlebuchs neigt in vielem dem Berndeutschen zu, die Mundart des Schongaus weist schon ins aargauische Freiamt hinüber, und die Sprache der Rigigemeinden, die eine an den Kanton Schwyz angrenzende geographische Exklave im weiteren Sinne des Kantons Luzern bilden, kann dem Schwyzer Dialekt zugeordnet werden. Das typische hochalemannische Luzerndeutsch wird damit vor allem in der Grossregion Luzern-Sempach/Sursee-Seetal gesprochen.<ref>Ludwig Fischer: Luzerndeutsche Grammatik. 1. Aufl. 1960, 2. Aufl. Hitzkirch 1989. Zur Mundartgliederung des Kantons siehe S. 21–48 mit Karte S. 525.</ref><ref>Rudolf Hotzenköcherle: Zur sprachlichen Stellung und Struktur der Innerschweiz. In: Ders.: Die Sprachlandschaften der deutschen Schweiz (= Sprachlandschaft. Band 1). Hrsg. von Niklaus Bigler und Robert Schläpfer. Sauerländer, Aarau / Frankfurt a. M. / Salzburg 1984, S. 237–292; spezifisch zu Luzern S. 246–256.</ref>

Bedeutende Autoren, die in luzerndeutscher Mundart geschrieben haben, sind Jost Bernhard Häfliger, Josef Felix Ineichen, Josef Roos, Theodor Bucher («Zyböri») und Alfred Leonz Gassmann. Von Walter Haas stammt eine Geschichte der Luzerner Mundartliteratur.<ref>Walter Haas: Lozärnerspròòch. Eine Geschichte der luzerndeutschen Mundartliteratur mit einem Verfasserlexikon und einem Lesebuch. Räber, Luzern/Stuttgart 1968.</ref> Eine luzerndeutsche Grammatik mit Fokus auf der Mundart des «Gäus» (der Region Sursee) hat Ludwig Fischer verfasst,<ref>Ludwig Fischer: Luzerndeutsche Grammatik. Ein Wegweiser zur guten Mundart (= Grammatiken und Wörterbücher des Schweizerdeutschen. Band II). Hrsg. im Auftrage des Erziehungsdepartements des Kantons Luzern. Schweizer Spiegel, Zürich 1960. – [Nachdruck:] Mit einem Anhang zur Neuausgabe von Walter Haas. Comenius, Hitzkirch 1989.</ref> eine Lautlehre für das Amt Entlebuch Karl Schmid.<ref>Karl Schmid: Die Mundart des Amtes Entlebuch im Kanton Luzern (= Beiträge zur Schweizerdeutschen Grammatik. Band VII. Huber, Frauenfeld (Digitalisat).</ref>

Nationalsprachen

Trotz starker Zuwanderung aus dem Ausland im 20. Jahrhundert hat sich die Sprachlandschaft nicht stark gewandelt. Die Einwanderer integrieren sich sprachlich zumeist in der zweiten Einwanderergeneration (sogenannte Secondos) oder spätestens in der dritten Einwanderergeneration.

Entwicklung der Sprachen im Kanton Luzern 1880–2000
Sprache 1880 1900 1950 1960 1970 1980 1990 2000
Deutsch 134'155 143'337 216'647 239'068 263'310 269'327 289'160 311'543
Italienisch 294 2'204 3'587 10'126 15'635 11'638 9'192 6'801
Französisch 302 747 2'150 2'244 2'015 2'129 2'046 2'053
Rätoromanisch 5 64 338 466 525 642 473 388
Spanisch 33 203 4'473 3'681 2'015 2'491
Portugiesisch 2'567 3'126
Albanisch 6'768
Serbokroatisch 7'401
Türkisch 282 1'465 955
Englisch 123 253 485 820 697 1'643
Gesamt 134'708 146'519 223'249 253'446 289'641 296'159 326'268 350'504

Unter der älteren Wohnbevölkerung gibt es etliche Menschen ungarischer, tschechischer, slowakischer, polnischer und tibetischer Muttersprache (Flüchtlinge, zwischen 1939 und 1969 ins Land gelangt). Weitere grössere sprachliche Minderheiten sprechen Albanisch, Serbokroatisch, Griechisch, Niederländisch, Schwedisch, Kurdisch, Vietnamesisch, Arabisch, Somal und Tamilisch.

Nationalitäten

Nationalitäten im Kanton Luzern 2000–2015 (Angaben in Prozent)
Staatsangehörigkeit<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Lustat Jahrbuch 2012 – Bevölkerung (Memento vom 2. November 2013 im Internet Archive)S. 36 (abgerufen am: 6. Juni 2012).</ref> 2000 2005 2010 2015
Anzahl
2015
Anteil
SchweizDatei:Flag of Switzerland within 2to3.svg Schweiz 85,18 84,64 83,35 327'503 82,13
Europaische UnionDatei:Flag of Europe.svg Europäische Union<templatestyles src="FN/styles.css" /> 1, davon: 10,75 11,62 14,67 41'274 10,35
DeutschlandDatei:Flag of Germany.svg Deutschland 1,20 1,74 3,13 13'838 3,47
ItalienDatei:Flag of Italy.svg Italien 2,26 1,95 1,78 7'413 1,86
PortugalDatei:Flag of Portugal.svg Portugal 1,08 1,30 1,49 7'330 1,84
SpanienDatei:Flag of Spain.svg Spanien 0,71 0,55 0,45 2'057 0,52
KroatienDatei:Flag of Croatia.svg Kroatien 0,85 0,78 0,62 2'037 0,51
KosovoDatei:Flag of Kosovo.svg Kosovo 0 0 1,14 7'427 1,86
SerbienDatei:Flag of Serbia.svg Serbien<templatestyles src="FN/styles.css" /> 2 4,37 4,18 2,42 4'815 1,21
NordmazedonienDatei:Flag of North Macedonia.svg Nordmazedonien 0,85 0,69 0,61 2'301 0,58
Bosnien und HerzegowinaDatei:Flag of Bosnia and Herzegovina.svg Bosnien und Herzegowina 0,86 0,79 0,64 2'015 0,51
TurkeiDatei:Flag of Turkey.svg Türkei 0,43 0,41 0,45 1'565 0,39
Sri LankaDatei:Flag of Sri Lanka.svg Sri Lanka 0,17 0,52 0,46 1'423 0,36

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1 
2000: EU-15, 2005: EU-25, 2010: EU-27

<templatestyles src="FN/styles.css" />

2 
Serbien bis 2005 einschliesslich Montenegro und Kosovo

Religionen – Konfessionen

Vorlage:Hinweisbaustein

Der Kanton Luzern ist ein traditionell katholischer Kanton. Bei einer Gesamtbevölkerung von 406'506 Einwohnern waren 2017 im Kanton Luzern 246'799 Einwohner (60,71 Prozent) Mitglied der römisch-katholischen Kirche, während 41'622 Einwohner (10,24 Prozent) der evangelisch-reformierten Kirche angehörten.<ref>Bundesamt für Statistik: Ständige Wohnbevölkerung nach Konfessionen 2017 – Gemeinden Kanton Luzern. 29. November 2019, abgerufen am 18. August 2020.</ref>

Seit der Volkszählung 2000 liegen (ausser für die römisch-katholische und evangelisch-reformierte Kirche) keine genauen Zahlen zur Religionszugehörigkeit der Gesamtbevölkerung im Kanton mehr vor. Jedoch führt das Bundesamt für Statistik (BFS) Stichprobenerhebungen durch<ref name="Anmerkung Strukturerhebung">Seit der letzten Volkszählung im Jahr 2000 liegen für den Kanton Luzern keine Zahlen zur Religionszugehörigkeit der Gesamtbevölkerung (jeden Alters) mehr vor. Eine Ausnahme bilden die römisch-katholische und die evangelisch-reformierte Kirche, deren Mitglieder aufgrund der Kirchensteuer amtlich registriert werden. Seit 2010 basieren die Daten des Bundesamts für Statistik zu den Religionsgemeinschaften im Kanton Luzern auf einer Stichprobenerhebung, für welche Personen ab dem Alter von 15 Jahren befragt werden. Es gilt zu beachten, dass es sich bei den Resultaten der Erhebungen um Schätzungen handelt, die ein Vertrauensintervall aufweisen. Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.</ref>, bei welchen auch andere Religionsgemeinschaften im Kanton erfasst werden. Bei der Erhebung von 2017 bekannten sich drei Viertel aller Befragten ab 15 Jahren im Kanton Luzern zu einer christlichen Konfession, während sich ein Viertel zu einer anderen oder keiner Religion bekannte. Werden die Staatsangehörigkeit bzw. Herkunft der Befragten berücksichtigt, zeigt sich gemäss der Befragung jedoch ein weitaus differenzierteres Bild:

Luzerner Bevölkerung ab 15 Jahren nach Religion und Staatsangehörigkeit/Herkunft im Jahr 2017 (Stichprobenerhebung: gerundete Angaben in Prozent)<ref name="Strukturerhebung_2017">Ständige Wohnbevölkerung ab 15 Jahren nach Religionszugehörigkeit und Kanton, 2017. (XLSX; 377 kB) Bundesamt für Statistik, 2019, abgerufen am 18. August 2020.</ref><ref name="Anmerkung Strukturerhebung" />
Religion Total
der
Befragten
Schweizer
Staats-
angehörigkeit
Schweizer
ohne Migrations-
hintergrund
Schweizer
mit Migrations-
hintergrund
Ausländische
Staats-
angehörigkeit
Christentum 75 79 82 59 55
römisch-katholisch 60 65 69 37 38
evangelisch-reformiert 10 11 12 08 05
andere christliche Konfession 05 03 01 14 12
andere Religionen 05 03 00 20 19
muslimisch 04 02 00 14 16
übrige Religionsgemeinschaften 01 01 00 06 03
konfessionslos 18 17 16 20 25
keine Angabe 02 01 02 01 01

In den Zeiten der Reformation gelangten Schriften täuferischer und reformierter Richtung ins Gebiet des katholischen Kantons Luzern und führten zum Übertritt einzelner Personen. Die Regierung schritt allerdings energisch ein und unterdrückte die Reformation mittels Hinrichtungen und Landesverweisen. Im Mittelalter gab es zeitweise eine jüdische Gemeinde; Pogrome und schliesslich die Ausweisung der restlichen Juden machten ihr ein Ende. Deshalb blieb der Kanton bis ins 19. Jahrhundert rein katholisch.

Ab dem frühen 19. Jahrhundert liessen sich Reformierte im Kanton nieder. In der Luzerner Peterskapelle wurden seit 1826 reformierte Gottesdienste abgehalten. Zur verstärkten Zuwanderung kam es ab 1848, als im neuen Bundesstaat Schweiz die Niederlassungsfreiheit eingeführt wurde. Es entstanden reformierte und jüdische Gemeinden und – durch die Abspaltung von der römisch-katholischen Kirche – die christkatholische (altkatholische) Gemeinde.

Dennoch blieb der Kanton bis nach dem Zweiten Weltkrieg – abgesehen von einer stets anwachsenden Minderheit an Protestanten – katholisch geprägt, wie folgende Tabelle aufzeigt:

Konfessionen im Kanton Luzern 1850 bis 2000 (Volkszählungen)
Konfession 1850 1900 1950 1960 1970 1980 1990 2000
Katholiken 131'280 134'020 189'917 215'686 246'888 244'066 255'106 248'545
Protestanten 1'563 12'085 30'396 34'721 38'712 39'816 44'479 42'926
Juden 0 319 497 532 563 587 585 399
Christkatholiken 1'129 1'466 741 594 453 471
Muslime 6 372 1'691 6'123 13'227
Ostchristen 21 39 412 1'473 4'604 7'801
andere Religionen 1'243 2'883
Konfessionslose 769 1'672 4'979 10'396 20'681
Gesamt 132'843 146'519 223'249 253'446 289'641 296'159 326'268 350'504

Seit 1960 hat aber eine tiefgreifende Änderung eingesetzt. In den 1960er-Jahren wanderten orthodoxe Christen aus Jugoslawien und Griechenland und Muslime aus Jugoslawien ein. Seither ging der römisch-katholische Bevölkerungsanteil (trotz starker Zuwanderung katholischer Südeuropäer) von (1970) 85,2 Prozent auf (2000) 70,9 Prozent zurück.

Über 90 Prozent der Muslime sind Bosniaken, Albaner, Türken oder Kurden. Die orthodoxen Christen stammen fast gänzlich aus Südosteuropa. Unter den anderen Religionen sind der Hinduismus und der Buddhismus bedeutend. Die Hindus sind fast ausschliesslich Tamilen aus Sri Lanka. Die Buddhisten zerfallen in zwei Gruppen: Einerseits handelt es sich um Zuwanderer aus Südost- und Ostasien (Vietnam, Kambodscha, China, Tibet etc.), andererseits um einheimische Konvertiten.

Durch die gesunkene religiöse Verbundenheit nimmt der Anteil der Konfessionslosen durch Kirchenaustritte rasch zu (1970: 0,6 Prozent; 2000: 5,9 Prozent).

Als Körperschaften des öffentlichen Rechts werden durch die Luzerner Kantonsverfassung die römisch-katholische, die evangelisch-reformierte und die christkatholische Landeskirche anerkannt.

Wirtschaft

2022 betrug das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 31,9 Milliarden Franken (Platz 9 unter den 26 Kantonen).<ref>Bruttoinlandsprodukt (BIP) nach Grossregion und Kanton - 2008-2022 | Tabelle. Abgerufen am 13. Dezember 2024.</ref> Mit einem BIP pro Kopf von 75'544 Franken (2022) belegte der Kanton Platz 14.<ref>Kantonales Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Einwohner - 2008-2022 | Tabelle. Abgerufen am 13. Dezember 2024.</ref> 2012 wurden 234'924 Beschäftigte im Kanton Luzern gezählt, wovon 14'238 auf den primären (Urproduktion), 55'744 auf den sekundären (Industrie) und 164'942 auf den tertiären Sektor (Dienstleistung) entfielen. 30'413 Arbeitsstätten wurden 2012 im Kanton gezählt (davon 4'986 im primären, 4'591 im sekundären und 20'836 im tertiären Sektor). Die Arbeitslosenquote bezifferte sich per 31. Januar 2026 auf 2,3 Prozent gegenüber 3,2 Prozent auf eidgenössischer Ebene.<ref name="Arbeitslosenquote" />

Landwirtschaft

Insgesamt gibt es über 4'000 landwirtschaftliche Betriebe im Kanton Luzern.<ref name="schweine">Luzern: So sieht die Landwirtschaft im Kanton aus. In: luzernerzeitung.ch. 18. August 2022, abgerufen am 18. September 2022.</ref> Im Jahr 2020 wurden 11,2 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche des Kantons durch 465 Betriebe biologisch bewirtschaftet.<ref>Biologische Landwirtschaft, 2020. In: atlas.bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik, abgerufen am 11. Mai 2021.</ref> Der geringe Anteil kommt von daher, dass im Kanton sehr viel Nutztierhaltung betrieben wird. Insbesondere trägt der Kanton wesentlich zur Schweinefleischproduktion in der Schweiz bei. Fast jedes dritte Schwein in der Schweiz wird im Kanton Luzern gemästet.<ref name="schweine" /> Im Jahr 2023 beschloss die Kantonsregierung einen Aktionsplan, um den Bio-Anteil zu erhöhen.<ref>Livia Fischer: Bio: Kanton Luzern erarbeitet Aktionsplan. In: urnerzeitung.ch. 20. Mai 2023, abgerufen am 20. Mai 2023.</ref> Im Jahr 2021 trat im Kanton Luzern eine neue Phosphor-Verordnung in Kraft, welche den Bauern im Einzugsgebiet von Sempacher-, Baldegger- und Hallwilersee vorschreibt, weniger Gülle auszutragen und den Tierbestand nicht zu erhöhen.<ref>Bundesgericht bestätigt. Güllegesetz: Bundesgericht erteilt Luzerner Bauern eine Absage. In: SRF News. 23. Januar 2024, abgerufen am 24. Januar 2024.</ref>

Staatliche Organisation, Politik

Verfassung

Die neue Verfassung des Kantons Luzern von 2007<ref>Verfassung des Kantons Luzern vom 17. Juni 2007 (Stand 1. Januar 2008). Nr. 1. Kanton Luzern, abgerufen am 23. Juni 2015.</ref> trat am 1. Januar 2008 in Kraft. Zuvor galt die Staatsverfassung vom 29. Januar 1875, die seither über 40-mal teilrevidiert wurde.

Die letzte Verfassungsrevision war ein längerer Prozess. Eine Gruppe des Kantonsrates erarbeitete einen Entwurf. Bis Ende 2004 konnten interessierte Gruppierungen an der Vernehmlassung zu diesem teilnehmen. Der Grosse Rat des Kantons (heute Kantonsrat) verabschiedete den Entwurf der neuen Verfassung am 30. Januar 2007 mit 70 zu 45 Stimmen. An der Volksabstimmung vom 17. Juni 2007 wurde die Verfassung mit 51'273 zu 29'137 Stimmen bei einer Stimmbeteiligung von 34,31 Prozent angenommen; sie trat am 1. Januar 2008 in Kraft.

Legislative

Sitzverteilung ab 1. Juli 2023<ref>Wahlen im Kanton Luzern. Zwei Sitze frei: Wer von den Dreien zieht in die Regierung ein? In: srf.ch. 14. Mai 2023, abgerufen am 14. Mai 2023.</ref>
12
19
8
32
22
27
12 19 32 22 27 
Insgesamt 120 Sitze

Das gesetzgebende Organ (Legislative) bildet der 120-köpfige Kantonsrat (bis 2007 Grosser Rat genannt), der vom Volk nach dem Proporzwahlrecht gewählt wird.

Das stimm- und wahlberechtigte Volk nimmt mittels direktdemokratischer Möglichkeiten an der Gesetzgebung teil. 5'000 Stimmberechtigte können die Einleitung einer Total- oder Teilrevision der Verfassung beantragen (Verfassungsinitiative), 4'000 Stimmberechtigte den Erlass, die Änderung oder die Aufhebung eines Gesetzes (Gesetzesinitiative). Unbedingt der Volksabstimmung zu unterbreiten sind Verfassungsänderungen sowie Gesetze und Beschlüsse des Kantonsrates, die Ausgaben von mehr als 25 Millionen Franken nach sich ziehen (obligatorisches Referendum), auf Verlangen von 3'000 Stimmberechtigten oder einem Viertel der Gemeinden sonstige Gesetze sowie Ausgaben zwischen 3 und 25 Millionen Franken (fakultatives Referendum).

Mandatsverteilung des Luzerner Kantonsrates 1999–2023
Partei Sitze
2023<ref>Resultate Kanton. 2. April 2023, abgerufen am 3. April 2023.</ref>
Wähler-
anteil
2023 (%)
Sitze
2019
Wähler-
anteil
2019 (%)
Sitze
2015
Wähler-
anteil
2015 (%)
Sitze
2011<ref>Kantonsrat / Resultate Kanton. Sitzverteilung Basis Parteistimmen. Amt für Gemeinden des Kantons Luzern, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 15. Februar 2012; abgerufen am 6. Juni 2012.</ref>
Wähler-
anteil
2011 (%)<ref name="Kantonsratswahl 2011">Kantonsrat / Resultate Kanton. Parteistärke in % (Basis Wählerzahl). Amt für Gemeinden des Kantons Luzern, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 15. Februar 2012; abgerufen am 6. Juni 2012.</ref>
Sitze
2007
Wähler-
anteil
2007 (%)
Sitze
2003
Wähler-
anteil
2003 (%)
Sitze
1999
Wähler-
anteil
1999 (%)
Die Mitte (bis 2020: CVP) 32 27,31 34 27,51 38 30,86 39 31,29 46 37,31 44 35,88 48 39,84
Schweizerische Volkspartei (SVP) 27 23,05 22 19,63 29 24,11 27 22,27 23 19,03 26 19,88 22 17,02
FDP.Die Liberalen (FDP) 22 17,88 22 19,56 25 21,04 23 18,87 29 23,05 28 23,15 31 25,67
Sozialdemokratische Partei der Schweiz (SP) 19 14,14 19 13,84 16 11,85 0161 10,96 13 10,71 16 11,57 12 09,62
Grüne Partei der Schweiz (GPS) 12 10,24 0152 11,65 07 06,70 09 08,67 09 07,31 06 05,63 07 05,70
Grünliberale Partei (glp) 08 07,25 08 06,55 05 04,32 06 05,90 0 0 0 0 0 0

<templatestyles src="Wahldiagramm/styles.css" />

Wahlen zum Luzerner Kantonsrat 2023
Wahlbeteiligung: 40,3 %
 %
30
20
10
0
27,31
23,05
17,88
14,14
10,24
7,25
0,10
0,03
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2019
 %p
   4
   2
   0
  −2
  −4
−0,20
+3,42
−1,68
+0,30
−1,41
+0,70
−0,50
−0,63

1 davon 1 auf JUSO-Liste gewählt
2 davon 1 auf Junge Grüne-Liste gewählt

Exekutive

Das ausführende Organ (Exekutive) bildet ein von der stimm- und wahlberechtigten Bevölkerung nach dem Majorzwahlrecht gewählter fünfköpfiger Regierungsrat.

Mitglieder des Regierungsrates des Kantons Luzern per 1. Juli 2023<ref>Der Regierungsrat des Kantons Luzern. Staatskanzlei Luzern, abgerufen am 26. November 2023.</ref>
Regierungsrat Amtsbezeichnung Partei Departement
Fabian Peter Regierungsrat FDP Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartement
Reto Wyss Regierungspräsident Mitte Finanzdepartement
Michaela Tschuor Regierungsrätin Mitte Gesundheits- und Sozialdepartement
Armin Hartmann Regierungsrat SVP Bildungs- und Kulturdepartement
Ylfete Fanaj Regierungsrätin SP Justiz- und Sicherheitsdepartement

Der Vorsitzende des Regierungsrates wird wie sein Stellvertreter für ein Jahr gewählt und fungiert als «primus inter pares». Seine Amtsbezeichnung war bis zum Jahr 2007 «Schultheiss», diejenige seines Stellvertreters «Statthalter». Seit dem 1. Januar 2008 führt der Vorsitzende die Amtsbezeichnung «Regierungspräsident». Das Amt des Staatsschreibers hat seit 2020 Vincenz Blaser inne.

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Judikative

Als rechtsprechendes Organ (Judikative) fungiert als oberstes Luzerner Gericht das Kantonsgericht. Es wurde 2013 aus dem bisherigen Obergericht und dem bisherigen Verwaltungsgericht gebildet.

Die erstinstanzlichen Gerichte für Zivil- und Strafsachen werden durch Gesetz bezeichnet. Es handelt sich dabei um die Bezirksgerichte (bis 2007 Amtsgerichte genannt), das Kriminal-, das Arbeits-, das Jugend- und das Zwangsmassnahmengericht. Der ersten Instanz sind in vielen zivilrechtlichen Fällen die Schlichtungsbehörden vorgeschaltet, die die Streitparteien zu einer einvernehmlichen Lösung zu bewegen versuchen.

Vertretung auf Bundesebene

Der Kanton Luzern hat neun Sitze im Nationalrat und zwei im Ständerat.

Verwaltungsgliederung

Politische Gemeinden

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Datei:Karte Kanton Luzern 2013.png
Städte und Orte des Kantons Luzern

Die politischen Gemeinden des Kantons Luzern sind öffentlich-rechtliche Gebietskörperschaften. Sie erfüllen ihre eigenen und die ihnen vom Kanton übertragenen Aufgaben. Die Gemeinden geben sich selbst eine demokratische Organisation und legen deren Grundzüge in einer Gemeindeordnung fest. Ihre Autonomie wird durch die Kantonsverfassung gewährleistet.

Der Kanton bestand bis 2003 aus 107 Gemeinden. Ab 2004 gab es mehrere Gemeindefusionen, sodass seit 1. Januar 2021 80 Gemeinden existieren.<ref>Gemeindereform 2000+, Gemeindefusionen im Kanton Luzern</ref>

Von den insgesamt 79 politischen Gemeinden sind nachfolgend diejenigen aufgelistet, die mehr als 9'000 Einwohner per 31. Dezember 2024 zählten:<ref>Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach Bezirken und Gemeinden, 1991–2024. In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik, abgerufen am 28. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst).</ref>

Politische Gemeinde Einwohner Ausländeranteil
in Prozent
Luzern, Hauptort 86'234 23,9
Emmen 32'619 34,5
Kriens 30'008 17,2
Horw 15'817 17,6
Ebikon 14'788 20,8
Sursee 11'029 15,0
Hochdorf 10'067 20,9

Ämter

Datei:Karte Kanton Luzern Bezirke 2010.png
Ämter des Kantons Luzern

Der Kanton Luzern war lange Zeit in fünf Ämter (in anderen Kantonen Bezirke genannt) gegliedert. In der neuen Kantonsverfassung von 2007 werden sie nicht mehr genannt, es kommen ihnen damit keine verwaltungsmässigen Aufgaben mehr zu.

Einwohnerentwicklung in den Ämtern des Kantons Luzern per Ende Jahr
Amt Hauptort Einwohner
2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010
Entlebuch Schüpfheim 18'504 18'526 18'386 18'346 18'319 18'351 18'443 18'435
Hochdorf Hochdorf 61'743 62'192 62'671 63'209 64'108 65'001 65'486 65'856
Luzern Luzern 161'894 162'513 163'175 164'271 166'307 168'853 170'960 172'453
Sursee Sursee 64'205 64'714 65'372 66'251 67'305 68'338 69'432 70'634
Willisau Willisau 46'829 46'786 46'780 47'033 47'436 48'199 48'643 49'017

An die Stelle der Ämter sind nach Erlass der neuen Kantonsverfassung Wahlkreise und Gerichtsbezirke getreten, die mit den alten Ämtern nur teilweise übereinstimmen.

Wahlkreise

Datei:Karte Kanton Luzern Bezirke 2013.png
Wahlkreise des Kantons Luzern seit 1. Januar 2013

Der Kanton Luzern hat sechs Wahlkreise.<ref>Die Wahlkreise des Kantons Luzern. Staatskanzlei Luzern, abgerufen am 2. Dezember 2012.</ref>

Wahlkreis Einwohner
(31. Dezember 2024)
Fläche
in km²
BFS-Nr.
Entlebuch 024'375 Vorlage:Metadaten Fläche CH 0316
Hochdorf 077'308 Vorlage:Metadaten Fläche CH 0313
Luzern-Land 111'832 Vorlage:Metadaten Fläche CH 0312
Luzern-Stadt 086'234 0Vorlage:Metadaten Fläche CH 0311
Sursee 080'164 Vorlage:Metadaten Fläche CH 0314
Willisau 058'031 Vorlage:Metadaten Fläche CH 0315
Total (6) 437'9440' Vorlage:Metadaten Fläche CH0

Gerichtsbezirke

Für die Rechtsprechung in erster Instanz, die von den Bezirksgerichten ausgeübt wird, ist das Kantonsgebiet in vier Gerichtsbezirke gegliedert:<ref>Kantonsratsbeschluss über die Sitze der Gerichte und Schlichtungsbehörden und die Einteilung des Kantons in Gerichtsbezirke vom 10. Mai 2010 (Stand 1. Juni 2013). Nr. 261. Kanton Luzern, abgerufen am 23. Juni 2015.</ref>

  • Gerichtsbezirk Luzern (umfasst die Stadt Luzern)
  • Gerichtsbezirk Kriens (umfasst den Wahlkreis Luzern-Land ohne das Rontal)
  • Gerichtsbezirk Hochdorf (umfasst den Wahlkreis Hochdorf sowie das Rontal)
  • Gerichtsbezirk Willisau (umfasst die Wahlkreise Entlebuch, Sursee und Willisau)

Geschichte

Datei:Karte-Historische-Entwicklung-Luzern.png
Karte der territorialen Entwicklung des Luzerner Stadtstaates bis 1798

Während der Jungsteinzeit siedelten sich die ersten Menschen auf dem heutigen Kantonsgebiet an. Zwischen 800 und 300 v. Chr. wanderten Kelten in die Zentralschweiz ein. Um 15 v. Chr. wurde die Region von den Römern erobert und in das Römische Reich integriert.

Im 6. Jahrhundert übernahmen germanische Alemannen nach dem Verfall des Römischen Reiches die Zentralschweiz. Es entstanden erste Klöster und Stifte. Im Jahr 750 wurde Luceria gegründet, woraus sich die spätere Stadt Luzern entwickelte. Um 1290 ernannte König Rudolf I. von Habsburg die Stadt Luzern zur österreichischen Landstadt. Im Jahr 1332 schloss Luzern einen Bund mit den sogenannten Waldstätten Uri, Schwyz und Unterwalden. Mit deren Hilfe befreite sich Luzern 1386 in der Schlacht von Sempach von der Herrschaft der Habsburger. Die heutigen Grenzen des Kantons entsprechen etwa der Ausdehnung zu diesem Zeitpunkt.

Nach dem Einmarsch der Franzosen im Jahr 1798 wurde die Helvetische Republik, ein Einheitsstaat nach französischem Muster, ausgerufen, und Luzern verlor vorübergehend die Selbständigkeit. 1803 führte Napoleon die Mediationsverfassung ein, welche den Kantonen ein gewisses Mass an Souveränität zugestand. 1814, zu Beginn der Restaurationszeit, wurden nach dem Zusammenbruch der Macht von Kaiser Napoleon die Vorrechte der Aristokratie teilweise wiederhergestellt. Luzern war ein souveräner Staat in einem lockeren Staatenbund. Im Jahr 1848 wurde nach dem Sonderbundskrieg der schweizerische Bundesstaat gegründet.

Die bis 2007 geltende Kantonsverfassung von 1875 wurde mehrfach ergänzt und nachgeführt. Im Jahr 2001 setzte man eine Spezialkommission des Grossen Rates für die Totalrevision der Verfassung ein. Ihr Entwurf wurde 2006 im Kantonsparlament beraten und am 17. Juni 2007 vom Stimmvolk gutgeheissen. Am 1. Januar 2008 trat die neue Kantonsverfassung in Kraft.

Bildung

Das Bildungswesen im Kanton Luzern umfasst die Volksschulbildung, die Gymnasialbildung, die Berufsbildung und die Hochschulbildung.

Die obligatorische Volksschulbildung gliedert sich im Kanton Luzern in eine Kindergartenstufe, eine Primarstufe und eine Sekundarstufe I.<ref>Gesetz über die Volksschulbildung (VBG) des Kantons Luzern. In: Systematische Rechtssammlung des Kantons Luzern. Abgerufen am 2. Januar 2025.</ref> Der Kindergarten besteht aus einem vorobligatorischen Jahr (für Kinder ab 4 Jahren) und einem obligatorischen Jahr (für Kinder ab 5 Jahren).<ref>Schulsystem des Kantons Luzern. Dienststelle Volksschulbildung, abgerufen am 2. Januar 2026.</ref> Nach der sechsjährigen Primarschule wechseln die Kinder in die dreijährige Sekundarstufe I oder in das sechsjährige Langzeitgymnasium. Die Sekundarstufe I wird im Kanton Luzern typengetrennt geführt (Niveau A: höhere Anforderungen; Niveau B: erweiterte Anforderungen; Niveau C: grundlegende Anforderungen).<ref>Sekundarschule I des Kantons Luzern. Dienststelle Volksschulbildung, abgerufen am 2. Januar 2025.</ref>

Die Gymnasialbildung im Kanton Luzern besteht aus einem Langzeit- und einem Kurzzeitgymnasium, einer Maturitätsschule für Erwachsene und einem Passarellenkurs, welcher nach der Berufsmaturität den Zugang zu einer universitären Hochschule ermöglicht.<ref>Kantonsschulen im Kanton Luzern. Dienststelle Gymnasialbildung, abgerufen am 2. Januar 2026.</ref> Die Berufsbildung (berufliche Grundbildung) erfolgt im Kanton Luzern in rund 250 Lehrbetrieben. Sie dauert zwischen zwei und vier Jahren und wird mit einem eidgenössischen Berufsattest (EBA) oder einem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ) abgeschlossen.<ref>Lehrberufe: EFZ und EBA. Schweizerisches Dienstleistungszentrum Berufsbildung | Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung (SDBB), abgerufen am 2. Januar 2025.</ref> Ergänzt werden die Gymnasial- und die Berufsbildung durch das Angebot der Fachmittelschulen und der Vollzeitschulen mit Berufsmaturität.<ref>Berufslehre im Kanton Luzern. Dienststelle Berufs- und Weiterbildung, abgerufen am 2. Januar 2026.</ref>

Auf der Tertiärstufe verfügt der Kanton Luzern über eine Universität, eine Fachhochschule, eine Pädagogische Hochschule sowie verschiedene Institutionen der höheren Berufsbildung.<ref>Universitäten, Fachhochschulen und Höhere Berufsbildung im Kanton Luzern. Dienststelle Soziales und Gesellschaft, abgerufen am 2. Januar 2026.</ref>

Kultur

Der Kanton Luzern verfügt über ein vielfältiges Kulturleben, bestehend aus immateriellem und materiellem Kulturerbe.

Zum immateriellen Kulturerbe zählen die Luzerner Fasnacht, die Alpfeste (Älplerchilbi) sowie die zahlreichen Musikfeste (Blasmusik-, Gesangs-, Jodel- und Ländler- sowie Trachtenfeste) und Musikfestivals (u. a. Lucerne Festival). Auch die katholischen Bräuche wie zum Beispiel das St. Nikolaus-Brauchtum gehören zu dieser Festkultur. Weiter kennt Luzern eine der ältesten Theater-Traditionen von Europa, welche sich in einer mannigfaltigen Laien- und Profitheaterszene manifestiert. Insbesondere auf der Landschaft sind die lebendigen Traditionen ein wichtiger Teil der gesellschaftlichen Identität. Zusätzlich zum kirchlich geprägten Brauchtum existiert im Kanton Luzern eine Tradition der Magie, zu welcher auch übersinnliche Geschichten und mythische Sagen gehören. Eine der bekanntesten Sagen ist die Pilatus-Sage.<ref>Lebendige Traditionen im Kanton Luzern. Bundesamt für Kultur BAK, abgerufen am 9. März 2026.</ref>

Das materielle Kulturerbe des Kantons Luzern ist zahlreich und umfasst unter anderem archäologische Funde, mittelalterliche Kunst oder historische Bauten. Letztere, wie zum Beispiel das Löwendenkmal in Luzern, sind auch für den Tourismus von Bedeutung.<ref>Kulturgüterschutz im Kanton Luzern. In: Denkmalpflege des Kantons Luzern. Abgerufen am 9. März 2026.</ref> Museen von überregionaler Bedeutung sind der Gletschergarten (1873), das Bourbaki-Panorama (1889), das Verkehrshaus der Schweiz (1959), das Kunstmuseum Luzern (1873), das Picasso-Museum (1978) und die Sammlung Rosengart (2002), die in der Stadt Luzern angesiedelt sind.<ref>Luzern (Kanton). Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), abgerufen am 9. März 2026.</ref>

Siehe auch

Portal: Luzern – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Luzern

Literatur

  • Ebbe Nielsen, Hermann Fetz, August Bickel, Konrad Wanner, Stefan Jäggi, Franz Kiener, Anton Gössi, Gregor Egloff, Peter Kamber, Heidi Bossard-Borner, Max Huber, Peter Schnider, Marlis Betschart: Luzern (Kanton). In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  • Statistisches Jahrbuch des Kantons Luzern 2009, ISSN 1424-5620

Weblinks

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Einzelnachweise

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