Calamondinorange
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| Calamondinorange | ||||||||||||
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| Datei:Citrus × microcarpa Kalamondin 2018-10-06 02.jpg
Calamondinorange (Citrus ×microcarpa) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Citrus ×microcarpa | ||||||||||||
| Bunge |
Die Calamondinorange (Citrus ×microcarpa) ist eine Pflanze aus der Gattung der Zitruspflanzen (Citrus) innerhalb der Familie der Rautengewächse (Rutaceae). Sie ist eine in der Kultur entstandene Hybride aus der Mandarine (Citrus reticulata) und der Kumquat (Citrus japonica).
Auf den Philippinen wird sie Calamansi genannt (im Deutschen auch Kalamansi).
Im Englischen wird sie auch als „Panama orange“ bezeichnet.<ref>Geoff Burnie, Sue Forrester, Denise Greig, Sarah Guest, Michelle Harmony, Sue Hobley, Gregory Jackson, Peter Lavarack, Melanie Letgett, Ross McDonald, Stirling Macoboy, Bill Molyneux, Douglas Moodie, Judy Moore, Dalys Newman, Tim North, Kristo Pienaar, Graeme Purdy, Julie Silk, Stephen Ryan, Gina Schien: Botanica: The Illustrated A-Z of Over 10,000 Garden Plants and how to Cultivate Them. Hrsg.: Gordon Cheers. Tandem Verlag GmbH, 2004, S. 232 (archive.org).</ref>
Beschreibung
Vegetative Merkmale
Die Calamondinorange ist ein immergrüner Baum und erreicht Wuchshöhen von 2 bis 7,5 Metern. Sie wächst aufrecht und hat eine schlanke, zylindrische Form. Sie entwickelt eine sehr tiefe Pfahlwurzel. Bereits über dem Boden verzweigt sie stark. Sie ist leicht bedornt.<ref name=":0" />
Die Laubblätter sind wechselständig angeordnet und in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Der Blattstiel ist schmal geflügelt. Die Blattspreite ist nicht einfach, sondern gefiedert mit nur einem ausgebildeten Blättchen. Die Blättchen sind 4 bis 7,5 Zentimeter lang, eiförmig und an der Spreitenspitze leicht gezahnt. Die Blattoberseite ist dunkel-grün und glänzend, die -unterseite gelblich-grün.<ref name=":0">Julia Frances Morton: Fruits of warm climates. Hrsg.: Julia Frances Morton. Creative Resource Systems, Inc., Miami, Florida 1987, ISBN 0-9610184-1-0, S. 176–178 (purdue.edu [abgerufen am 9. Februar 2026]).</ref>
Der Kultivar ‘Tiger’ hat weiß gefleckte und geränderte Laubblätter. Der Kultivar ‘Variegata’ hat weiß gesprenkelte Laubblätter und grüne Früchte mit gezeichneter Oberfläche.<ref>Die große Pflanzen-Enzyklopädie A - Z. Band 1. Dorling Kindersley, Starnberg 2004, ISBN 3-8310-0657-1, S. 278 f.</ref>
Generative Merkmale
Die Blüten stehen in den Blattachseln nahe der Zweigspitzen in razemösen oder einzeln oder in Gruppen von zwei oder drei Blüten endständig in zymösen Blütenständen.<ref name=":0" /><ref name=":3">Nikiann G. Mapalo, Alma P. Rosillo-Magno: Morphological Events on the Development of Flowers, Fruits, and Seeds of Calamansi (×Citrofortunella microcarpa Bunge). 2018, doi:10.13140/RG.2.2.21298.12489 (researchgate.net [abgerufen am 10. Februar 2026]).</ref> Die Entwicklung der Knospen zu geöffneten Blüten dauert etwa 17 bis 23 Tage. Die duftenden, zwittrigen Blüten besitzen eine doppelte Blütenhülle.<ref name=":3" /> Die fünf Petalen (Kronblätter) sind schmalelliptisch, circa 2,5 Zentimeter breit und weiß.<ref name=":0" /> Die Blüten enthalten circa 20 fertile Staubblätter. Die Staubbeutel sind gelb und rundlich.<ref name=":3" />
Die Früchte verbleiben lange am Baum.<ref name=":1">Walter Reuther, Herbert John Webber, Leon Dexter Batchelor: The Citrus Industry. 1967, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 26. März 2009; abgerufen am 9. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Es sind Hesperidien, wie bei allen Vertretern der Gattung Citrus.<ref name=":2">Timothy M. A. Utteridge, Laura V. S. Jennings: Trees of New Guinea. Kew publishing, Richmond, United Kingdom 2021, ISBN 978-1-84246-750-3, S. 391 (researchgate.net [abgerufen am 9. Februar 2026]).</ref> Sie sind rundlich bis abgeflacht<ref name=":0" /> und haben einen Durchmesser von durchschnittlich 2,8 Zentimetern<ref name=":3" /> und maximal 4,5 Zentimetern.<ref name=":0" /> Die Schale ist glänzend, dunkel- bis hell-grün<ref name=":3" /> oder orange bis orange-rot und sehr dünn.<ref name=":0" /> Sie ist mit vielen Öldrüsen besetzt und duftet stark. Bei Reife ist sie leicht abzulösen. Das Fruchtfleisch ist in sechs bis zehn Segmente geteilt. Es ist orange, sehr saftig und stark sauer. Die Früchte enthalten keine bis fünf kleine, innen grüne Samen.<ref name=":0" /> Mit drei bis fünf Embryonen pro Samen sind diese polyembryonisch.<ref name=":0" /><ref name=":1" />
Die Samen keimen hypogäisch und benötigen dafür etwa vier Wochen. Die Kotyledonen (Keimblätter) verbleiben in der Samenschale. Das Hypokotyl ist gebogen und verfärbt sich von weiß nach grün. Die Primärblätter sind gegenständig mit verkürztem Petiolus (Blattstiel).<ref>L. H. Pammel, C. M. King: Germination of Trees and Shrubs. In: Proceedings of the Iowa Academy of Science. Band 36, Nr. 1, 1929, ISSN 0085-2236, S. 207 f. (uni.edu [abgerufen am 13. Februar 2026]).</ref>
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 18.<ref>Citrus × microcarpa bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum</ref>
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Ältere Pflanze
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Kultivar ‘Variegata’
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Blüte
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Früchte und Blätter
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Früchte, geerntet
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Illustration Francisco Manuel Blanco: Flora de Filipinas.
Anbau
Die Calamondinorange hat eine gute Kältetoleranz und kann in wärmeren Regionen im Freien angebaut werden. In kälteren Gebieten gedeiht sie auch als Kübelpflanze im Haus und trägt ebenfalls Früchte. Zudem ist sie sehr dekorativ, da die Früchte lange am Baum verbleiben.<ref>Richard Ray, Lance Walheim: Citrus: how to select, grow, and enjoy. Hrsg.: Bill Fisher. HP Books, Tucson, AZ 1980, ISBN 0-89586-076-7, S. 111, 139, 156 (archive.org [abgerufen am 6. Februar 2026]).</ref> Sie kann aus Samen gezogen werden, wird aber meistens durch Stecklinge vermehrt.<ref name=":0" />
Die Calamondinorange wird vor allem auf den Philippinen angebaut. Auch in anderen Gebieten Ostasiens und in der Karibik wird sie kultiviert.
Veredelung
Die Calamondinorange kann auf unter anderem auf folgende Unterlagen veredelt werden:<ref>J. J. Ferguson, W. S. Castle: Observations on the compatibility, growth, and cropping of calamondin, ‘Meiwa’ and ‘Nagami’ Kumquat on several rootstocks. In: Proceedings of the Florida State Horticultural Society. Heft 111, 1998, S. 180 182 (researchgate.net).</ref>
- Dreiblättrige Orange (Citrus trifoliata)
- Benton-Citrange
- Cleopatra-Mandarine
Als Unterlage eignet sie sich für:<ref>Edward O. Olson, E. F. Frolich: Bud-Union Crease of Calamondin—a Non-Infectious Disorder. In: International Organization of Citrus Virologists Conference Proceedings (1957-2010). Band 4, Nr. 4, 1968, ISSN 2313-5123, doi:10.5070/C57pd0j6bf (escholarship.org [abgerufen am 14. Februar 2026]).</ref>
- Rangpur
- Oneco-Mandarine
- Echte Limette
- Meyer-Zitrone
- Limequat ‘Eustis’
- Satsuma
Systematik
Die Calamondinorange ist eine Hybride aus der Mandarine (Citrus reticulata) und der Kumquat (Citrus japonica).<ref name=":4">D. J. Mabberley: Citrus (Rutaceae): A Review of Recent Advances in Etymology, Systematics and Medical Applications. In: Blumea - Biodiversity, Evolution and Biogeography of Plants. Band 49, Nr. 2, 10. Dezember 2004, ISSN 0006-5196, S. 481–498, doi:10.3767/000651904X484432 (ingentaconnect.com [abgerufen am 6. Februar 2026]).</ref>
Die Erstbeschreibung erfolgte 1832 durch den Botaniker Alexander von Bunge als Citrus microcarpa.<ref>Alexander von Bunge: Enumeratio plantarum quas in China boreali collegit. 1832, S. 84 (archive.org [abgerufen am 12. Februar 2026]).</ref><ref name=":02">Dirk Onno Wijnands: Nomenclatural note on the calamondin [Rutaceae]. In: Baileya. Volume 22, Nr. 3, Juni 1982, S. 134–136 (hathitrust.org [abgerufen am 12. Februar 2026]).</ref> Das Artepitheton microcarpa leitet sich vom altgriechischen Wort mikrokarpos ab und bedeutet „kleinfrüchtig“.<ref>Helmut Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. Birkhäuser, Basel 1976, ISBN 3-7643-0755-2, S. 246 (archive.org [abgerufen am 12. Februar 2026]).</ref>
1915 stellte Walter Tennyson Swingle die Kumquats und damit eine Elternart der Calamondinorange in die dafür neu geschaffene Gattung Fortunella.<ref></ref> Die Beschreibung der Nothogattung (Gattungshybride) ×Citrofortunella und der Calamodinorange als ×Citrofortunella mitis erfolgte 1973.<ref>John Ingram, Harold Emery Moore: Nomenclatural Notes for Hortus Third; Rutaceae. In: Baileya. Volume 19, Nr. 4, 1973, S. 170 (hathitrust.org [abgerufen am 12. Februar 2026]).</ref> Die Umkombination zu ×Citrofortunella microcarpa wurde 1982 veröffentlicht.<ref name=":02" />
Neuere Untersuchungen legen nahe, dass Fortunella zur Gattung Citrus gehört. Dementsprechend entfällt die Einordnung in die Nothogattung ×Citrofortunella. Stattdessen wird die Calamondinorange wieder zur Gattung Citrus gezählt.
Die älteren Bezeichnungen sind Synonyme: Citrus ×mitis <templatestyles src="Person/styles.css" />Blanco, ×Citrofortunella mitis <templatestyles src="Person/styles.css" />(Blanco) J.W.Ingram & H.E.Moore, ×Citrofortunella microcarpa <templatestyles src="Person/styles.css" />(Bunge) Wijnands,<ref name=":12">Citrus × microcarpa. In: POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew ScienceVorlage:Abrufdatum</ref> Citrus madurensis <templatestyles src="Person/styles.css" />Lour.<ref>Calamondin | Givaudan Citrus Variety Collection at UCR. Abgerufen am 16. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
- Elternarten der Calamondinorange
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Mandarine (Citrus reticulata)
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Frucht der Mandarine
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Kumquat (Citrus japonica)
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Frucht der Kumquat
Weitere Hybriden
Im Frühjahr 1909 kreuzte Walter Tennyson Swingle die Willits-Citrange mit der Calamondinorange. Die entstandene Hybride beschrieb er im August 1931 und bezeichnete sie als Glen-Citrangedin.<ref>Walter Tennyson Swingle, Thomas Ralph Robinson, E. M. Savage: New Citrus Hybrids. In: United States Department of Agriculture Circular. Nr. 181, August 1931, S. 13–15 (archive.org).</ref>
Die Faustrimedin (Citrus ×oliveri <templatestyles src="Person/styles.css" />Mabb.) ist eine Kreuzung von George W. Oliver zwischen der Australischen Fingerlimette und der Calamondinorange.<ref name=":4" />
Einzelnachweise
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Literatur
- Die große Pflanzen-Enzyklopädie A - Z. Band 1. Dorling Kindersley, Starnberg 2004, ISBN 3-8310-0657-1, S. 278 f.
- Bernhard Voß: Citruspflanzen: von tropisch bis winterhart; ein Sortenratgeber mit über 70 detaillierten Sortenbeschreibungen; mit besonderer Berücksichtigung der frostharten Sorten. Humbach & Nemazal, Pfaffenhofen 1997, ISBN 3-9805521-3-6.
- Berhard Voß: Zitruspflanzen: mit Mein-schöner-Garten-Profi-Tipps (= Mein schöner Garten). 1. Auflage. Kosmos, Stuttgart 2005, ISBN 3-440-10174-6.
- Walter Reuther, Herbert John Webber, Leon Dexter Batchelor: The Citrus Industry. 1967, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 5. Juli 2010; abgerufen am 5. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).