Casual Friday
Casual Friday (englisch „lässiger Freitag“) bezeichnet die Gepflogenheit in Unternehmen und Büros, freitags von einer bestehenden Kleiderordnung abzurücken.
Geschichte
Der Casual Friday nahm seinen Anfang in den USA der 1950er und 1960er Jahre, als Hewlett-Packard seinen Mitarbeitenden erlaubte, sich freitags legerer zu kleiden und an neuen Ideen zu arbeiten.<ref>Michael Shawn Malone: Bill & Dave: How Hewlett and Packard Built the World's Greatest Company. Penguin, 2007, ISBN 978-1-59184-152-4 (google.de [abgerufen am 18. Oktober 2021]).</ref> 1966 wurde zudem auf Hawaii der Aloha Friday eingeführt, der es den Angestellten dort gestattete freitags Hawaiihemden zu tragen.<ref>Mike Gordon: Aloha shirts, The Honolulu Advertiser, 2. Juli 2006 (Archivlink) und „Wear Aloha“ Exhibit Opens At Honolulu Hale'', 8. Juni 2006, abgerufen am 18. Oktober 2021.</ref><ref name=":2">Megan Garber: Casual Friday and the 'End of the Office Dress Code'. In: theatlantic.com. 25. Mai 2016, abgerufen am 18. Oktober 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Weitere Verbreitung fand der Casual Friday allerdings erst in den frühen 1990er Jahren, als Gegenbewegung zur aufwändigen amerikanischen Bürokleidung der 1980er Jahre, denn der sogenannte power suit war teuer und konnte zahlreiche Accessoires wie Krawattenspangen, Manschettenknöpfe und Kragennadeln umfassen. Der Casual Friday bedeutete, dass Männer zum Anzug keine Krawatte tragen mussten und Frauen beispielsweise auf einen Blazer verzichten konnten.<ref name=":0">Jackie O'Fee: Is casual Friday still relevant? In: NZ Business + Management. Band 31, Nr. 6, 1. Juli 2017.</ref> 1994 gab es in 497 der 1000 größten amerikanischen Unternehmen Casual Fridays, darunter beispielsweise General Motors, Ford und IBM.<ref>„Don't Thank the Boss for ‚Casual Friday‘; Men's Wear Angst.“ In: New York Times, 26. Juli 1994. Aufgerufen am 18. Oktober 2021.</ref>
Valerie Steele nannte die Einführung des Casual Friday die radikalste Veränderung der Arbeitsmode seit den 1970er Jahren, als Frauen das Recht einforderten, im Büro Hosen zu tragen.<ref name=":1">Anne D'Innocenzio: „Casual confusion: what to wear?“ In: WWD, Bd. 169, Nr. 75, 19. April 1995, S. 6–7.</ref> Die Verbreitung des Casual Friday ging einher mit einer generellen Lockerungen von Kleiderordnungen in der westlichen Welt.<ref name=":1" /> Modemarken wie Levi’s beförderten durch ihr Marketing bewusst die Entwicklung der Mode zu „business casual“, um den Absatz ihrer Produkte zu erhöhen.<ref name=":2" />
Heute gelten in vielen Unternehmen weniger strenge Kleiderordnungen, so sind etwa Krawatten oft optional und Damenkostüme seltener. Der Casual Friday verbreitete sich in den gesamten USA, in Europa und Asien. Er kann, je nach Unternehmen, Unterschiedliches bedeuten: von Polohemd bis T-Shirt, von Chinohose bis Jeans, von Rock bis Sommerkleid.<ref name=":0" />
Einige Unternehmen, insbesondere aus dem kreativen Bereich, haben einen Formal Friday eingeführt. Da die Mitarbeitenden dort üblicherweise leger gekleidet sind, wird am Freitag oder zumindest an einzelnen Freitagen bewusst formelle Kleidung getragen.<ref>Urban Dictionary: Formal Friday. Abgerufen am 18. Oktober 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name=":0" />
Einzelnachweise
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