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Langblättriges Waldvöglein

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Cephalanthera longifolia)

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Langblättriges Waldvöglein
Datei:Cephalanthera longifolia plant100604.jpg

Langblättriges Waldvöglein
(Cephalanthera longifolia)

Systematik
Familie: Orchideen (Orchidaceae)
Unterfamilie: Epidendroideae
Tribus: Neottieae
Untertribus: Limodorinae
Gattung: Waldvöglein (Cephalanthera)
Art: Langblättriges Waldvöglein
Wissenschaftlicher Name
Cephalanthera longifolia
(L.) Fritsch

Das Langblättrige Waldvöglein<ref name="FloraWeb" /> oder Schwertblättrige Waldvöglein (Cephalanthera longifolia) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Waldvöglein (Cephalanthera) innerhalb der Familie der Orchideengewächse (Orchidaceae).

Beschreibung

Das Langblättrige Waldvöglein ist ein ausdauernder, krautig wachsender Rhizomgeophyt. Die Pflanze erreicht Wuchshöhen von 20 bis 60 Zentimetern. Die mehr oder weniger zweizeilig angeordneten Laubblätter sind vier- bis sechsmal so lang wie breit und lanzettlich bis lineal-lanzettlich.

Datei:Cephalanthera longifolia flower.JPG
Blüten

Der traubige Blütenstand enthält in der Regel 8 bis 25 Blüten. Die rein weißen Blüten öffnen sich meist nur bis zur Hälfte. Die aufgerichtete Lippe weist vorne vier bis sieben orangefarbene Leisten auf. Die Blütezeit erstreckt sich von Mai bis Juli. Die Blüten werden fremdbestäubt und zeigen nur sehr geringen Fruchtansatz.

Die Chromosomenzahl der Art ist 2n = 32.<ref name="Oberdorfer2001" />

Datei:Cephalanthera longifolia 12.JPG
Schwertblättriges Waldvöglein (Cephalanthera longifolia)

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Langblättrigen Waldvögleins erstreckt sich von Nordafrika bis nach Mitteleuropa und bis in den östlichen Mittelmeerraum und weiter bis ins zentrale China.<ref name="WCSP" /> In Europa kommt es in fast allen Ländern vor; es fehlt nur in Island und Moldau und kam früher in den Niederlanden vor.<ref name="Euro+Med" /> Es fehlt im mitteleuropäischen Tiefland fast überall und kommt hier nur im östlichen Niedersachsen, Westthüringen und im westlichen Mecklenburg vereinzelt vor. Es steigt in den Mittelgebirgen mit kalkhaltigem oder sonst wie basenreichem Gestein und in den Alpen selten über Höhenlagen von 1200 Meter auf.<ref name="Aichele2000" /> In den Allgäuer Alpen kommt es zwischen Obertal und Engeratsgundsee in Bayern bis zu 1650 m Meereshöhe vor.<ref name="Dörr und Lippert" /> Nach Baumann und Künkele hat es in der Alpenländern folgende Höhengrenzen: Deutschland 10–1300 Meter, Frankreich 1–1930 Meter, Schweiz 200–1580 Meter, Liechtenstein 445–1480 Meter, Österreich 300–1490 Meter, Italien 75–1940 Meter und Slowenien 20–1490 Meter.<ref name="BaumannKünkele1998" /> In Griechenland kommt die Art bis 2000 Meter, im Himalaja bis 4000 Meter Meereshöhe vor.<ref name="BaumannKünkele1998" />

Im Hunsrück wird es vereinzelt oder in kleinen Populationen angetroffen.

Das Langblättrige Waldvögelein gedeiht am besten auf kalk- bzw. basenhaltigen, lockeren humusdurchsetzten Böden. Als Standort bevorzugt diese Halbschattenpflanze trockene Wälder und Säume, seltener auch Wiesen. Es bevorzugt Laubwälder und trockene Kiefernwälder oder Gebüsche auf Trockenrasen. Es bevorzugt eine geschützte Lage.<ref name="Aichele2000" /> Das Langblättrige Waldvögelein ist eine Charakterart der Kalk-Buchen-Wälder. Nach Oberdorfer ist es ein Charakterart der Klasse Querco-Fagetea, kommt aber auch in Gesellschaften des Verbands Erico-Pinion vor.<ref name="Oberdorfer2001" /> Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2+w+ (frisch aber stark wechselnd), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 3+ (unter-montan und ober-kollin), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).<ref name="InfoFlora" />

Naturschutz

Die Art ist in Deutschland durch die BArtSchV besonders geschützt.<ref name="Schmeil und Fitschen2024" />

Taxonomie

Das Schwertblättrige Waldvögelein wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum Tomus II, S. 950 als Serapias helleborine var. longifolia erstbeschrieben. Die Sippe wurde 1888 durch Karl Fritsch in Oesterreichische Botanische Zeitschrift Band 38, Seite 81 als Art Cephalanthera longifolia <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Fritsch in die Gattung Cephalanthera gestellt.<ref name="Euro+Med" /> Synonyme für Cephalanthera longifolia <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Fritsch sind: Serapias longifolia <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) L., Serapias helleborine var. longifolia <templatestyles src="Person/styles.css" />L., Cephalanthera xiphophyllum <templatestyles src="Person/styles.css" />Rchb.f.

Literatur

  • Ingrid Schönfelder, Peter Schönfelder: Kosmos Atlas Mittelmeer- und Kanarenflora. Über 1600 Pflanzenarten. 2. Auflage. Franckh-Kosmos, Stuttgart 2002, ISBN 3-440-09361-1.

Einzelnachweise

<references> <ref name="Aichele2000"> </ref> <ref name="FloraWeb"> Langblättriges Waldvöglein. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="BaumannKünkele1998">Helmut Baumann, Siegfried Künkele: Orchidaceae. In: Oskar Sebald u. a.: Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs. 1. Auflage Band 8, Seite 314. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 1998. ISBN 3-8001-3359-8</ref> <ref name="Dörr und Lippert">Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 1, IHW, Eching 2001, ISBN 3-930167-50-6, S. 389.</ref> <ref name="WCSP"> Rafaël Govaerts (Hrsg.): Cephalanthera - World Checklist of Selected Plant Families des Royal Botanic Gardens, Kew. Zuletzt eingesehen am 16. Dezember 2016.</ref> <ref name="Schmeil und Fitschen2024">Gerald Parolly: Cephalanthera. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024. ISBN 978-3-494-01943-7. S. 179.</ref> <ref name="Euro+Med"> World Checklist of Selected Plant Families 2010, The Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew. In: Datenblatt Cephalanthera longifolia In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="InfoFlora">Cephalanthera longifolia (L.) Fritsch In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> </references>

Weblinks