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Gesundheitsuntersuchung zur Früherkennung von Krankheiten

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(Weitergeleitet von Check-up)

Vorlage:Hinweisbaustein Die Gesundheitsuntersuchung zur Früherkennung von Krankheiten (auch Gesundheits-Check-up oder „Check-up 35“ genannt). In Österreich wird der Begriff Gesundenuntersuchung verwendet. Es handelt sich um eine Vorsorgeuntersuchung.

Eine Vorsorgeuntersuchung wird in Deutschland Versicherten der gesetzlichen Krankenversicherungen seit 1989 angeboten. Seit Ende 2018 haben erstmals auch junge Versicherte, zwischen 18 und 34 Jahren, einen Anspruch auf eine einmalige, für sie kostenlose, ärztliche Gesundheitsuntersuchung. Ab dem 35. Geburtstag besteht alle drei Jahre Anspruch auf die Untersuchung.<ref>Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses über die Gesundheitsuntersuchungen zur Früherkennung von Krankheiten (Gesundheitsuntersuchungs-Richtlinie). (PDF; 75 KB) Gemeinsamer Bundesausschuss, 19. Juli 2018, S. 3, abgerufen am 1. September 2019 (in Kraft getreten am 25. Oktober 2018; Angabe zu finden unter Abschnitt A.6): „Versicherte haben ab Vollendung des 18. Lebensjahres bis zum Ende des 35. Lebensjahres einmalig Anspruch auf eine ärztliche Gesundheitsuntersuchung. Versicherte haben ab Vollendung des 35. Lebensjahres alle drei Jahre Anspruch auf eine ärztliche Gesundheitsuntersuchung.“</ref><ref> Karl-Josef Steden: Vorsorgeuntersuchungen: Das Check-up. Vorsorge-Guide 2019: Das Check-up für Frauen und Männer. Ärzte sollen verstärkt gesundheitliche Risiken und Belastungen erfassen. In: Ihre Vorsorge (Eine Initiative der Regionalträger der Deutschen Rentenversicherung und der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See). wdv Gesellschaft für Medien & Kommunikation mbH & Co. OHG, 14. Januar 2019, abgerufen am 1. September 2019.</ref>

In Österreich kann die „Vorsorge-“ bzw. „Gesundenuntersuchung“ seit 1974 einmal jährlich von Personen ab 18. Lebensjahr kostenlos in Anspruch genommen werden.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Die Vorsorgeuntersuchung auf einen Blick (Memento vom 23. Juni 2015 im Internet Archive), Öffentliches Gesundheitsportal Österreichs vom 8. Januar 2015, abgerufen am 15. Juni 2015</ref> Die Vorsorge umfasst zahlreiche Erhebungen (Screeningtests), inklusive einer körperliche Untersuchung, eine Urinuntersuchung auf Blut-, Protein- und Glukoseausscheidung sowie die Bestimmung von mehrer Blutwerten im Bereich Cholesterin und Blutzucker.<ref name="aekn">Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Gesundheits-Check-up 35+.] Ärztekammer Niedersachsen, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 4. Januar 2017.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

Auswirkung

Die Gesundheitsuntersuchung beim Allgemeinmediziner soll der Früherkennung diverser Krankheiten wie Krebs dienen. Begleitet wurde dies von Auswertungen der internationalen, unabhängigen Cochrane Collaboration an 14 Studien seit der Einführung des Check-Ups bis 2012. Sie ergaben, dass bis zum Jahre 2012 nicht auffiel, ob mehr Leben durch die Früherkennung von Krankheiten gerettet wurden. Die Zahl der Todesfälle war nicht reduziert. Immerhin wurden 20 Prozent mehr Krankheiten diagnostiziert.<ref name="aerzteblatt"> Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Nordic Cochrane Center stellt Gesundheits-Check-up infrage.] Deutsches Ärzteblatt, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 6. Februar 2014.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref><ref> Vorsorgeuntersuchung nutzt weniger als erhofft, test.de vom 26. November 2014, abgerufen am 5. Februar 2015</ref>

Deutschland

Gesetzliche Grundlagen

Der Anspruch auf Gesundheitsuntersuchungen ist in § 25 SGB V beschrieben. Den Umfang beschreiben die Gesundheitsuntersuchungs-Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses.<ref>Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses über die Gesundheitsuntersuchungen zur Früherkennung von Krankheiten (Gesundheitsuntersuchungs-Richtlinie). (PDF; 75 KB) Gemeinsamer Bundesausschuss, 19. Juli 2018, abgerufen am 1. September 2019 (in Kraft getreten am 25. Oktober 2018).</ref>

In Deutschland haben gesetzlich versicherte Personen zwischen dem 18. und dem 35. Lebensjahr einmalig Anspruch auf einen sogenannten Gesundheits-Check-up. Ab dem Alter von 35 Jahren kann die Untersuchung alle drei Jahre in Anspruch genommen werden. Bei dieser Gesundheitsuntersuchung werden gesundheitliche Risiken und Belastungen erfasst und vom Arzt ausgewertet. Ziel ist es, häufig auftretende Krankheiten wie zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes mellitus beziehungsweise deren Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen.<ref>Gesundheitsvorsorge – Der Check-up für Erwachsene. In: kbv.de. Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), abgerufen am 24. April 2023.</ref>

Häufigkeit der Nutzung

Im Zeitraum von 2009 bis 2021 nahmen bei der AOK in einem Zeitraum von vier Jahren 64 % der Versicherten ab einem Alter von 35 Jahren an dem Programm teil. Der Anteil ist bei Frauen etwas höher als bei Männern und im Alter vom 65. bis zum 80. Lebensjahr mit 72 % (Frauen) bzw. 69 % (Männer) am höchsten.<ref>Fachrepositorium Lebenswissenschaften: Inanspruchnahme von Früherkennungsleistungen der gesetzlichen Krankenversicherung durch AOK-Versicherte im Erwachsenenalter. S. 43, doi:10.4126/frl01-006438493 (publisso.de [abgerufen am 30. August 2025]).</ref>

Österreich - Gesundenuntersuchung

Die Gesundenuntersuchung wurde mit der „Vorsorgeuntersuchung NEU“ am 1. Oktober 2005 auf ein größtenteils evidenzbasiertes Screening-Programm umgestellt. Das Ausmaß der Untersuchung wurde erweitert und ein wissenschaftliches Handbuch erstellt:<ref>https://www.aspik.at/Asub/zaeg/screening/zulange.htm</ref>

  • Gesamtheitliches Herz-Kreislauf Risikomanagement (Gesamtrisikoscores ermittlen, kein isoliertes Cholesterin oder Blutdruck messen)
  • Darmkrebsvorsorge für Menschen über 50 Jahre
  • Augenmerk auf Hör- und Sehleistung für über 65-Jährige
  • Einbeziehung von Parodontalerkrankungen
  • Verstärkung der Beraterrolle des Arztes
  • Einladesystem, um Akzeptanz innerhalb der Bevölkerung zu steigern.

2010 nahmen in Österreich 9,7 % aller anspruchsberechtigten Männer und 10,6 % der Frauen an der Gesundenuntersuchung teil. Insgesamt ist die Teilnahme sicher höher, da ja nicht alle Untersuchungen jährlich gemacht werden müssen. Diesbezügliche komplexere Analysen über längere Zeiträume, wie in Deutschland durchgeführt, fehlen.<ref> Statistik Austria: Vorsorgeuntersuchungen seit 1990 absolut und in % der Bevölkerung, abgerufen am 15. Juni 2015</ref>

Schweiz

In der Schweiz gibt es keinen zentralen, für die gesamte Bevölkerung vorgesehenen allgemeinen Gesundheits-Check-up wie in Deutschland oder Österreich. Die Vorsorge konzentriert sich stattdessen auf gezielte, risikobasierte Früherkennungsuntersuchungen (z. B. für bestimmte Krebsarten), deren Kosten unter Auflagen von der Grundversicherung übernommen werden. Allgemeine, umfassende Check-ups sind meist individuelle Angebote und werden nicht pauschal von der obligatorischen Krankenversicherung bezahlt.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />