Zum Inhalt springen

Clonsbach

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Clonsbach
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(40)&title=Clonsbach 49° 19′ N, 10° 22′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(40) 49° 18′ 32″ N, 10° 21′ 39″ O
 {{#coordinates:49,308888888889|10,360833333333|primary
dim=10000 globe= name=Clonsbach region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code type=city
  }}
Höhe: 430 m ü. NHN
Einwohner: 40 (25. Mai 1987)<ref name="OV 1987"/>
Postleitzahl: 91578
Vorwahl: 09823
Das Bild bitte nur als Dateipfad angeben!

Clonsbach (fränkisch: Glohnschba<ref>E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 61. Dort folgendermaßen transkribiert: „glōⁿschba“.</ref>) ist ein Gemeindeteil der Stadt Leutershausen im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern).<ref>Vorlage:BayernPortal Ortsteile</ref> Clonsbach liegt in der Gemarkung Jochsberg.<ref>Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 5. Oktober 2024.</ref>

Geografie

Der Weiler liegt am Hagenbach, einem rechten Zufluss der Altmühl. Im Norden liegt das Waldgebiet Waidlach, im Süden das Kudelholz, 0,5 km südöstlich die Tränkenloh. 0,75 km östlich befindet sich die Sommerleite. Die Staatsstraße 2249 verläuft nach Hagenau (3 km westlich) bzw. an Lenzersdorf vorbei nach Leutershausen (3,5 km östlich).<ref>Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 28. Juli 2023 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).</ref>

Geschichte und Ortsnamendeutung

Der Ort wurde erstmals in einer Wildbannurkunde von Kaiser Otto III. für den Bischof Heinrich von Würzburg, ausgestellt am 1. Mai 1000, als „Cnonoldesbah“ und sechster Grenzpunkt genannt.<ref>M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 139.</ref><ref>http://www.regesta-imperii.de/regesten/2-3-0-otto-iii/nr/1000-05-01_1_0_2_3_0_1111_1360.html (MGD O III. Nr. 358)</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivierte Kopie (Memento des Vorlage:IconExternal vom 4. März 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.geschichte.burgbernheim.de Urkunde vom 1. Mai 1000 Bild mit Übersetzung</ref>
Die Bedeutung des Bestimmungswortes Cnonold kann nicht sicher geklärt werden. Die Endung -walt/-old gibt es aber in vielen germanischen Personennamen<ref>Z. B. Berthold, Reinhold</ref>, deswegen könnte auch Cnonold ein Personenname sein. Jedoch gibt es für einen solchen Personennamen keine Belege.<ref>E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 61.</ref>

Um 1300 besaßen die Grafen von Oettingen in Clonsbach eine Hube.<ref>M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 191.</ref> Der Ort erscheint auch in den beiden ältesten Lehenbücher des Hochstifts Würzburg (1303–1345 bzw. 1345–1372); wahrscheinlich stammte der bischöfliche Besitz aus dem ehemaligen Besitz des Klosters Ansbach, als dieses im 11. Jahrhundert in ein Kanonikerstift umgewandelt wurde.<ref>M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 160.</ref> In brandenburg-ansbachischen Lehenbriefen des 15. Jahrhunderts für die Burg Jochsberg, so 1423 und 1459, ist ein Gut in Clonsbach als markgräflich verzeichnet.<ref>M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 636.</ref> Gegen Ende des 15. Jahrhunderts besaß Sigmund von Hoppingen genannt Sorge zu Sachsen Güter in Clonsbach; diese erwarben 1540 die brandenburg-ansbachischen Markgrafen Georg und Albrecht.<ref>M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 592 f.</ref> Entsprechend ist in einem markgräflichen Lehenbrief von 1544 für die Burg Jochsberg von einem Gut und einem Söldengütlein in Clonsbach als markgräflicher Besitz die Rede.<ref>M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 636.</ref> Im 16-Punkte-Bericht des brandenburg-ansbachischen Stadtvogteiamtes Leutershausen von 1608 heißt es, dass Clonsbach aus neun Mannschaften, d. h. Untertansfamilien, besteht, von denen sechs brandenburgisch und drei „edelmännisch“, nämlich den Herren von Eyb zu Wiedersbach zugehörig seien.<ref>M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2. S. 714.</ref> Im 16-Punkte-Bericht des gleichen Amtes von 1681 ist wiederum von neun Untertanen die Rede, wobei nur noch zwei Anwesen den Herren von Eyb gehören, ein Hof dagegen dem Vogtamt Jochsberg zugehörig ist.<ref>M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 719.</ref> Im Vertrag von 1710, der den Streit des hohenlohischen Hauses mit dem Fürstentum Brandenburg-Ansbach um hochfraischliche Angelegenheiten beendete, wurde Clonsbach Ansbach zugesprochen.<ref>M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 626 und 801.</ref>

Gegen Ende des Alten Reiches bestand Clonsbach aus neun Anwesen. Sechs Güter zinsten an das brandenburg-ansbachische Kastenamt Colmberg, ein Gut an das brandenburg-ansbachische Vogtamt Jochsberg und zwei Güter an die Herren von Eyb in Wiedersbach; die Hochgerichtsbarkeit und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das Stadtvogteiamt Leutershausen aus. Das Niedergericht lag für die colmbergschen Anwesen und für das jochsbergsche Anwesen beim Richteramt Brunst des Stadtvogteiamtes Leutershausen, für die beiden eybschen Anwesen bei deren Rittergut in Wiedersbach.<ref name="J846">M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 846.</ref><ref>Johann Bernhard Fischer: Clonspach. In: Statistische und topographische Beschreibung des Burggraftums Nürnberg, unterhalb des Gebürgs, oder des Fürstentums Brandenburg-Anspach. Zweyter Theil. Enthaltend den ökonomischen, statistischen und sittlichen Zustand dieser Lande nach den funfzehen Oberämtern. Benedict Friedrich Haueisen, Ansbach 1790, OCLC 159872968, S. 104 (Digitalisat).</ref><ref>J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 1, Sp. 534.</ref> Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justizamt Leutershausen und Kammeramt Colmberg.<ref name="J997"/>

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Clonsbach dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Jochsberg zugeordnet. Es gehörte auch der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Jochsberg an.<ref>Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3863: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Leutershausen 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 964.</ref> Der Ort war in der Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Leutershausen unterstellt außer den beiden ehemaligen Eybschen Güter (Haus Nr. 5 und 10), die von 1820 bis zum Tod des Gerichtshalters im Jahr 1839 dem Eybschen Patrimonialgericht I. Klasse Wiedersbach-Rammersdorf unterstellt waren.<ref>M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 959 und 997.</ref>

Am 1. Januar 1972 wurde Clonsbach im Zuge der Gebietsreform in Bayern in die Stadt Leutershausen eingemeindet.<ref name="J997">M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 997.</ref><ref>Leutershausen > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 28. März 2025.</ref>

Einwohnerentwicklung

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987
Einwohner 48 47 58 54 57 45 51 60 36 39 40
Häuser<ref>Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1885 bis 1987 als Wohngebäude.</ref> 11 11 10 9 9 9 8 9
Quelle <ref>Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, OCLC 1071656043, S. 16 (Digitalisat).</ref> <ref>Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, OCLC 635011891, S. 190 (Digitalisat).</ref> <ref>Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, OCLC 457951812, Sp. 988, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).</ref> <ref>Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, OCLC 183234026, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1154, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).</ref> <ref>K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, OCLC 1367926131, Abschnitt III, Sp. 1089 (Digitalisat).</ref> <ref>K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, DNB 361988931, OCLC 556534974, Abschnitt II, Sp. 1153 (Digitalisat).</ref> <ref>Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, DNB 361988923, OCLC 215857246, Abschnitt II, Sp. 1190 (Digitalisat).

</ref> || <ref>Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, OCLC 183218794, Abschnitt II, Sp. 1027 (Digitalisat).</ref> || <ref name="OV 1961">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, OCLC 230947413, Abschnitt II, Sp. 755 (Digitalisat).</ref> || <ref>Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, OCLC 220710116, S. 170 (Digitalisat).</ref> || <ref name="OV 1987">Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 328 (Digitalisat).</ref>

Religion

Der Ort ist seit Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Peter (Leutershausen) gepfarrt.<ref name="J846"/> Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach Kreuzerhöhung (Schillingsfürst) gepfarrt.<ref name="OV 1961"/>

Literatur

Weblinks

Commons: Clonsbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten

<references responsive />

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Vorlage:Klappleiste/Ende