Der Wachtturm verkündigt Jehovas Königreich
| Der Wachtturm verkündigt Jehovas Königreich
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|---|---|
| Beschreibung | Religiöse Zeitschrift |
| Sprache | 414<ref, Name="StatJW.ORG", > |
| Verlag | Wachtturm Bibel- und Traktat-Gesellschaft der Zeugen Jehovas, e. V., Selters (Taunus) (Deutschland) |
| Erstausgabe | Juli 1879 |
| Erscheinungsweise | jährlich (Ausgabe für die Öffentlichkeit), monatlich (Studienausgabe) |
| Verbreitete Auflage | 93.281.789 (Ausgabe für die Öffentlichkeit)<ref name="StatJW.ORG" /> gedruckte Exemplare |
| Chefredakteur | Dirk Ciupek |
| Herausgeber | Watch Tower Bible and Tract Society of Pennsylvania, N.Y., U.S.A. |
| Weblink | www.jw.org |
| Artikelarchiv | [1] |
Der Wachtturm (vollständiger Titel: Der Wachtturm verkündigt Jehovas Königreich, {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) ist eine religiöse Zeitschrift der Religionsgemeinschaft der Zeugen Jehovas und gilt als auflagenstärkste Zeitschrift der Welt.
Name und Zweck der Herausgabe
Der Name Der Wachtturm spielt auf Vorlage:Bibel/Link an, in dem ein Wächter auf einem Wachturm erwähnt wird.<ref name="A-Z137" /> Nach eigenen Angaben soll die Herausgabe dem Zweck dienen, Jehova zu ehren und den Lesern mit dem Hinweis auf Gottes Königreich Mut zu machen, durch das alles Böse beseitigt und ein irdisches Paradies geschaffen werde. Der Wachtturm möchte den Glauben an Jesus Christus fördern, der für die Menschheit gestorben sei und bereits als König im Himmel regiere. Der Wachtturm versteht sich als unpolitisch und erhebt den Anspruch, sich „konsequent auf die Bibel“ zu stützen.<ref name="StatJW.ORG" />
Inhalt, Verwendung
Die monatlich erscheinende Studienausgabe des Wachtturms richtet sich an regelmäßige Besucher der Gottesdienste der Zeugen Jehovas. Sie enthält vorwiegend Aufsätze, die in den am Wochenende in den Königreichssälen stattfindenden „Wachtturm-Studien“ besprochen werden.<ref name="Continuity249" /> Die Tagestexte der Zeugen Jehovas – Bibelverse mit Erklärungen oder Nutzanwendungen für jeden Tag des Jahres – werden jedes Jahr den Wachtturm-Studienausgaben des Vorjahres entnommen.<ref>Danny Cardoza: The JW Library App, Jehovah’s Witness Technological Change, and Ethical Object-Formation. In: Jacqueline H. Fewkes (Hrsg.): Anthropological Perspectives on the Religious Uses of Mobile Apps. Palgrave Macmillan, Cham 2019, S. 230.</ref>
Die dreimal im Jahr erscheinende Ausgabe für die Öffentlichkeit des Wachtturms enthält etwas einfachere Inhalte und soll biblische und religiöse Themen einer breiteren Öffentlichkeit näherbringen, auch solchen Menschen, die nicht religiös sind.<ref name="Continuity249">George D. Chryssides: Jehovah’s Witnesses. Continuity and Change. Ashgate, Farnham/Burlington 2016, S. 249.</ref>
Auflage, Verfügbarkeit
Der Wachtturm gilt als auflagenstärkste Zeitschrift der Welt.<ref>Philippe Barbey: Jehovah’s Witnesses: Between Tradition and Modernity. In: Chris Vonck (Hrsg.): Acta Comparanda. Subsidia III. The Jehovah’s Witnesses in scholarly perspective: What is new in the scientific study of the movement? Faculty for Comparative Study of Religions and Humanism. Wilrijk-Antwerpen 2016, S. 109.</ref> Nach eigenen Angaben wird die Ausgabe für die Öffentlichkeit derzeit (2019/2020) in einer durchschnittlichen Auflage von über 93 Millionen Exemplaren gedruckt.<ref name="StatJW.ORG" /> Die monatlich erscheinende Studienausgabe wird in einer Auflage von über 13 Millionen Exemplaren gedruckt.<ref>Der Wachtturm. (PDF) Studienausgabe (russisch). Dezember 2018, S. 3, abgerufen am 9. Dezember 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Der Wachtturm erscheint in mehr als 400 Sprachen simultan, darunter mehr als 30 Gebärdensprachen. Außerdem gibt es in 20 Sprachen Brailleschrift-Ausgaben.<ref>Zoe Knox: Jehovah’s Witnesses and the Secular World. From the 1870s to the Present. Palgrave Macmillan, London 2018, S. 8.</ref> In vielen Sprachen steht die Zeitschrift auf jw.org, der offiziellen Website der Religionsgemeinschaft, zum Download zur Verfügung: als E-Book (PDF, EPUB, RTF und Braille-BRL) sowie als Audiobook im MP3-Format.<ref>Gerhard Besier: Jehovas Zeugen in Deutschland. In: Gerhard Besier, Katarzyna Stokłosa (Hrsg.): Jehovas Zeugen in Europa – Geschichte und Gegenwart. Band 3. LIT Verlag, Berlin 2018, S. 249–250.</ref> Auf der für Windows, Android und iOS zur Verfügung stehenden offiziellen JW Library APP sind die Wachtturm-Ausgaben zurück bis zum Jahr 2000 aufrufbar, in der Wachtturm Online-Bibliothek (wol.jw.org) zurück bis 1950.<ref>Danny Cardoza: The JW Library App, Jehovah’s Witness Technological Change, and Ethical Object-Formation. In: Jacqueline H. Fewkes (Hrsg.): Anthropological Perspectives on the Religious Uses of Mobile Apps. Palgrave Macmillan, Cham 2019, S. 228–229.</ref>
Geschichte
Ursprung und Vorläufer
Im Jahr 1876 erhielt Charles Taze Russell eine Ausgabe der Zeitschrift {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), die von dem Adventisten Nelson H. Barbour in Rochester, New York, herausgegeben wurde. Russell wurde redaktioneller Mitherausgeber und Finanzier. Nach einem Streit über die Bedeutung des Loskaufsopfers trennten sich Barbour und Russell.<ref name="A-Z15">George D. Chryssides: The A to Z of Jehovah’s Witnesses. Scarecrow Press, 2008, S. 15.</ref> Russell gründete eine eigene Zeitschrift, die unter dem Titel Zion’s Watch Tower and Herald of Christ’s Presence erstmals im Juli 1879 in den Vereinigten Staaten erschien.<ref name="A-Z137" /> Der Name Watch Tower war schon zuvor von Russells Freund George Storrs für eines seiner Bücher (The Watch Tower: Or, Man in Death; and the Hope for a Future Life. 1850) verwendet worden.<ref name="A-Z137" />
Wechselnde Titel
Der exakte Titel der Zeitschrift wurde über die Jahre mehrfach leicht verändert.
- Die ersten Ausgaben hießen {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) (deutsch: Zions Wacht-Turm und Verkündiger der Gegenwart Christi)
- Ab 1909: {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) (deutsch: Der Wacht-Turm und Verkündiger der Gegenwart Christi)
- Ab 1931: {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) (deutsch: Der Wachtturm und Verkündiger der Gegenwart Christi)
- Ab Januar 1939: {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) (deutsch: Der Wachtturm und Verkündiger des Königreiches Christi)
- Seit März 1939: {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) (deutsch: ab Mai 1939 Der Wachtturm als Verkünder von Jehovas Königreich)
- ab 1957 deutsch: Der Wachtturm verkündet Jehovas Königreich
- seit 1983: Der Wachtturm verkündigt Jehovas Königreich<ref>Jehovas Zeugen in Gottes Vorhaben. Wachtturm-Gesellschaft, Wiesbaden 1960, S. 21.</ref><ref name="A-Z137">George D. Chryssides: The A to Z of Jehovah’s Witnesses. The Scarecrow Press, Lanham 2009, S. 137.</ref>
Der Wachtturm in Deutschland
Auf Deutsch erscheint Der Wachtturm ununterbrochen seit 1897;<ref>Detlef Garbe: Zwischen Widerstand und Martyrium. Die Zeugen Jehovas im „Dritten Reich“ (= Studien zur Zeitgeschichte, Band 42). Oldenbourg, München 1999, S. 44.</ref> davor schon vorübergehend ab 1886.<ref>Raik Zillmann: Zwischen Glaube und Familie. Religiös verschiedene Ehen bei Jehovas Zeugen. Springer, Wiesbaden 2015, S. 27.</ref>
Während der Zeit des Nationalsozialismus war die Verbreitung des Wachtturms verboten. Die Zeitschriften wurden nach der Beschlagnahmung der Druckmaschinen und der Verbrennung aller gelagerten Publikationen in Magdeburg illegal aus der Schweiz ins Deutsche Reich eingeführt, heimlich vervielfältigt und verteilt. Sie wurden auch in verschiedene Konzentrationslager geschmuggelt, in denen zahlreiche Bibelforscher, wie Jehovas Zeugen damals auch genannt wurden, aufgrund ihres Glaubens inhaftiert waren.<ref>Torsten Seela: Bücher und Bibliotheken in nationalsozialistischen Konzentrationslagern: das gedruckte Wort im antifaschistischen Widerstand der Häftlinge. K. G. Saur, München 1992.</ref>
Auch in der DDR wurde die Verbreitung des Wachtturms schon kurze Zeit nach der Staatsgründung untersagt und Anhänger der Lehre wurden wegen ihrer illegalen Tätigkeit zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Die Leser in der DDR erreichte die Zeitschrift wiederum durch Einschmuggeln, meist durch Besucher aus dem Westen und über West-Berlin.<ref>Berthold Petzinna: Der heimliche Leser in der DDR. In: Leipziger Jahrbuch zur Buchgeschichte. Band 17, 2008, S. 377 f.</ref>
Veränderungen in den letzten Jahrzehnten
Seit Beginn der 1990er Jahre wird Der Wachtturm nicht mehr verkauft, sondern kostenfrei an interessierte Leser abgegeben.<ref>Raik Zillmann: Zwischen Glaube und Familie. Religiös verschiedene Ehen bei Jehovas Zeugen. Springer, Wiesbaden 2015, S. 42–43.</ref>
Lange Zeit enthielt jede Ausgabe sowohl Texte, die sich an die Allgemeinheit wandten, als auch Studienartikel, die in den Gottesdiensten der Zeugen Jehovas besprochen wurden. Aufgrund der abnehmenden Bibelkenntnisse der Öffentlichkeit wird Der Wachtturm seit Januar 2008 jedoch in zwei verschiedenen Ausgaben herausgegeben: die vor allem für Zeugen Jehovas gedachte Studienausgabe und die Ausgabe für die Öffentlichkeit.<ref name="Continuity249" />
Die Seitenanzahl und Häufigkeit des Erscheinens der Zeitschrift wurde in mehreren Schritten reduziert. Dafür wird seit 2013 von einigen Wachtturm-Artikeln auf zusätzliches Material verwiesen, das auf jw.org, der offiziellen Website der Religionsgemeinschaft, veröffentlicht wird.<ref>George D. Chryssides: Jehovah’s Witnesses. Continuity and Change. Ashgate, Farnham/Burlington 2016, S. 246.</ref>
Weblinks
- JW.ORG: Offizielle Website von Jehovas Zeugen (über 1030 Sprachen einschließlich Deutsch)
- Der Wachtturm kostenlos als E-Book und Audiobook (deutsch und in vielen weiteren Sprachen)
- Der Wachtturm 1897–1916, deutsch
Einzelnachweise
<references> <ref name="StatJW.ORG"> Der Wachtturm. (PDF) Ausgabe für die Öffentlichkeit. Januar 2020, S. 2, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 9. Dezember 2019; abgerufen am 9. Dezember 2019. </ref> </references>