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Diisononylphthalat

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Di-iso-nonylphthalat)
Strukturformel
Struktur von Diisononylphthalat
Vereinfachte Strukturformel – Gemisch von zahlreichen Isomeren
Allgemeines
Name Diisononylphthalat
Andere Namen
  • Di-iso-nonylphthalat
  • Phthalsäurediisononylester
  • DINP (mehrdeutig)
Summenformel C26H42O4
Kurzbeschreibung

farblose Flüssigkeit mit sehr schwachem Geruch<ref name="GESTIS" />

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
EG-Nummer 249-079-5
ECHA-InfoCard 100.044.602
PubChem 590836
ChemSpider 513622
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 418,62 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig

Dichte

0,97 g·cm−3 (20 °C)<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>

Schmelzpunkt

−40 bis −46 °C<ref>International Chemical Safety Card (ICSC) für Vorlage:Linktext-Check bei der International Labour Organization (ILO)Vorlage:Abrufdatum</ref>

Siedepunkt

253–267 °C (700 Pa)<ref name="GESTIS" />

Dampfdruck

60 Pa (200 °C)<ref name="GESTIS" />

Löslichkeit
  • praktisch unlöslich in Wasser (<0,1 mg·l−1 bei 20 °C)<ref name="GESTIS" />
  • löslich in Aceton, Methanol, Ethanol und Benzol<ref name="crc"></ref>
Brechungsindex

1,486 ± 0,001<ref>Datenblatt Diisononyl Phthalate bei Parchem, abgerufen am 29. Dezember 2011.</ref>

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="GESTIS" />
keine GHS-Piktogramme

H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze<ref name="GESTIS" />
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C

Diisononylphthalat, abgekürzt DINP, ist ein Stoffgemisch aus organischen chemischen Verbindungen der Gruppe der Phthalate, das vor allem als Weichmacher eingesetzt wird. Es ist eine farblose Flüssigkeit mit sehr schwachem Geruch.

Zu beachten ist, dass unter der Bezeichnung DINP bzw. den CAS-Nummern bedingt durch die Herstellung ein Gemisch von Estern der Phthalsäure (zum großen Teil Isomere) mit leicht unterschiedlicher Art der Verzweigung der Alkoholgruppen verstanden wird.<ref name="BAUA">Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Datenblatt zu Diisononylphthalat (Memento vom 24. Dezember 2013 im Internet Archive) Stand: 12. März 2001.</ref> Unter CAS-Nummer Vorlage:CASRN wird dabei ein Stoffgemisch mit mehr als 50 % alkylsubstituierten Iso-Nonyl- aber auch Iso-Octyl- und Iso-Decyl-Alkoholen verstanden. Bei CAS-Nummer Vorlage:CASRN besteht der Alkoholanteil nur aus den Isomeren von Dimethylheptanol. In ihren Eigenschaften (auch toxikologisch) verhalten sich beide jedoch gleich.<ref name="BAUA" />

Gewinnung und Darstellung

Diisononylphthalat (3) wird unter Verwendung eines Titankatalysators durch Umsetzung von Phthalsäureanhydrid (1) mit zwei Äquivalenten Isononylalkohol (2, Isononanol, INA) unter Wasserabspaltung hergestellt:

Synthese von Diisononylphthalat
Synthese von Diisononylphthalat

Da der eingesetzte Isononylalkohol (2) ein komplexes Gemisch zahlreicher Isomerer ist, besteht das entstehende Diisononylphthalat (3) ebenfalls aus mehreren isomeren Verbindungen mit der Summenformel C26H42O4.

Eigenschaften

Diisononylphthalat ist eine farblose Flüssigkeit mit sehr schwachem Geruch.<ref name="GESTIS" /> Sie hat eine Viskosität von 72–82 mPa·s bei 20 °C.<ref name="Anna Wypych"></ref>

Verwendung

Diisononylphthalat wird als Weichmacher mit niedriger Flüchtigkeit und gutem Kälteverhalten eingesetzt (95 % davon für PVC, der Rest in Gummi, Farben, Klebstoffen, Lacken, Dichtmitteln und Lösungsmitteln).<ref>Arbeitsgemeinschaft PVC und Umwelt e. V.: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Marktdaten Weichmacher (Memento vom 3. Dezember 2013 im Internet Archive) (PDF; 35 kB).</ref> Es ähnelt hinsichtlich der Molekülstruktur und der Kettenlänge der Alkohole DEHP, zeigt aber in vielen Fällen sowohl in der Herstellung als auch in den Produkten bessere Eigenschaften, da es in Kunststoffen weniger mobil ist, was die Haltbarkeit und Qualität der Produkte verbessern kann.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Leitfaden zur Anwendung umweltverträglicher Stoffe (Memento vom 5. Juli 2006 im Internet Archive) (PDF; 85 kB) Herausgeber: UBA, Stand: Februar 2003.</ref>

Sicherheitshinweise

Diisononylphthalat darf vorsorglich nicht in Kinderspielzeug eingesetzt werden.<ref>Entscheidung der EU-Kommission vom 7. Dezember 1999Vorlage:Abrufdatum.</ref><ref>Bedarfsgegenständeverordnung in der Fassung vom 7. Februar 2011 (PDF; 348 kB) siehe Anlage 1 (zu § 3), Nr. 8b.</ref> Laut EU-Bericht liegen keine Hinweise auf akute Gefährdungen durch DINP beim Menschen vor, wohingegen Greenpeace ohne weitere Quellenangabe auf toxische Wirkungen im Tierversuch verweist.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Greenpeace-Bericht über PVC-Spielzeug (Memento vom 3. Dezember 2013 im Internet Archive).</ref> Im März 2018 stellte die ECHA nach erfolgter Prüfung durch den Ausschuss für Risikobewertung (RAC) fest, dass eine von dänischen Forschern befürchtete Reproduktionstoxizität nicht vorhanden ist und DINP weiterhin in Industrieprodukten eingesetzt werden kann.<ref>Anhang zu den ECHA-News (englisch) veröffentlicht am 16. März 2018, abgerufen am 22. März 2018.</ref>

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Externe Links zu erwähnten Verbindungen

<references group="S" />