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Gletscher-Nelke

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(Weitergeleitet von Dianthus glacialis)

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Gletscher-Nelke
Datei:Dianthus glacialis.jpg

Gletscher-Nelke (Dianthus glacialis)

Systematik
Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie: Nelkengewächse (Caryophyllaceae)
Unterfamilie: Caryophylloideae
Tribus: Caryophylleae
Gattung: Nelken (Dianthus)
Art: Gletscher-Nelke
Wissenschaftlicher Name
Dianthus glacialis
Haenke

Die Gletscher-Nelke<ref name="InfoFlora" /> (Dianthus glacialis) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Nelken (Dianthus glacialis) innerhalb der Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae).

Beschreibung

Datei:Dianthus glacialis 001.jpg
Habitus
Datei:Dianthus glacialis T44.jpg
Blüten von der Seite mit Kelch und Krone
Datei:Die Alpenpflanzen nach der Natur gemalt (Page 47) (7163756373).jpg
Illustration aus Die Alpenpflanzen nach der Natur gemalt, S. 47

Vegetative Merkmale

Die Gletscher-Nelke wächst als ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 3 bis 10 Zentimetern.<ref name="Hegi" /> Sie besitzt einen einfachen, einblütigen aufrechten Stängel sowie viele sterile Triebe.<ref name="Hegi" />

Die Laubblätter sind bei einer Länge von 2 bis 5 Zentimetern sowie einer Breite von 1 bis 2 Millimetern linealisch-lanzettlich mit stumpfem (gerundetem) oberem Ende. Die Grundblätter überragen die Stängel (nur bei dieser Art so). Die Blattscheiden sind etwa 2 Millimeter lang.<ref name="Hegi" />

Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht von Juli bis August.<ref name="InfoFlora" /> Auf einem Blütenstandsschaft befindet sich jeweils nur eine Blüte.

Die duftende,<ref name="Hegi" /> zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Der Kelch ist röhrenförmig, 12 bis 16 Millimeter lang, kahl, mit lanzettlichen Schuppen, die so lang sind wie der Kelch. Die purpurrosafarbene Krone weist einen Durchmesser von 15 bis 20 Millimetern auf. Die Kronblätter besitzen eine 8 bis 10 Millimeter lange gezähnte Platte und am Schlund dunklere Striche oder Punkte. Es sind zwei Griffel vorhanden.<ref name="Hegi" />

Die Kapselfrucht ist länger als der Kelch. Die Samen sind 1 bis 2 Millimeter lang.<ref name="Hegi" />

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 30.<ref name="InfoFlora" /><ref name="Oberdorfer2001" />

Vorkommen

Die Gletscher-Nelke ist ein ostalpin-karpatisches Florenelement.<ref name="InfoFlora" /> Die Gletscher-Nelke kommt in den östlichen Zentralalpen und in den Karpaten vor.<ref name="Hegi" /> Die Gletscher-Nelke kommt in Mitteleuropa nur südöstlich einer Linie vor, die etwa von Samnaun über Arosa bis ins Veltin führt. In Österreich kommt sie zerstreut bis selten in den Bundesländern Steiermark, Salzburg, Kärnten und Tirol vor.

Die Gletscher-Nelke ist mit der Alpen-Nelke (Dianthus alpinus) vikariierend. Die Gletscher-Nelke gedeiht meist in Rasen, Grus über Silikatgestein aber auch auf windexponierten Graten. Sie wächst in Höhenlagen von 1800 bis 2900 Metern.<ref name="Hegi" />

Die Gletscher-Nelke gedeiht in Mitteleuropa am besten auf schwach sauren, kalkarmen oder weitgehend entkalkten, steinigen und nur lückig bewachsenen Böden in alpinem Klima. Sie besiedelt Moränenschutt, steinige Matten und Rasen sowie windausgesetze Grate und felsige Hänge. Sie ist pflanzensoziologisch eine Charakterart des Elynetum.<ref name="Oberdorfer2001" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2 (mäßig trocken), Lichtzahl L = 5 (sehr hell), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 1 (alpin und nival), Nährstoffzahl N = 1 (sehr nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).<ref name="InfoFlora" /> Vorlage:Hinweisbaustein Die Gletscher-Nelke ist gut an das Leben im Hochgebirge angepasst, denn mit ihrem tief reichenden Wurzelsystem trägt sie zur Verfestigung von bewegtem Schutt bei; ebenso verschafft sie sich an windausgesetzten Stellen Halt. Im geschlossenen Verband mit höher wachsenden Arten kann sie sich allerdings nicht behaupten.

Merkwürdigerweise „vermeidet“ die Gletscher-Nelke vermutlich Kalkboden umso „konsequenter“, je weiter östlich sie wächst; im westlichen Teil ihres Areals gedeiht sie auch auf Kalk.

Systematik

Die Erstveröffentlichung von Dianthus glacialis erfolgte 1789 durch Thaddäus Haenke (1761–1817) in Nikolaus Joseph Freiherr von Jacquins Werk: Collectanea ad botanicam, chemiam et historiam naturalem spectantia, Band 2, Seite 84.<ref name="Euro+Med" />

Je nach Autor gibt es etwa zwei Unterarten:<ref name="Euro+Med" />

  • Dianthus glacialis subsp. gelidus <templatestyles src="Person/styles.css" />(Schott, Nyman & Kotschy) Tutin: Sie kommt nur in Polen und Rumänien vor.<ref name="Euro+Med" />
  • Dianthus glacialis <templatestyles src="Person/styles.css" />Haenke subsp. glacialis: Sie kommt in der Schweiz, in Liechtenstein, Österreich, Italien, im früheren Jugoslawien, in Polen und in Rumänien vor.<ref name="Euro+Med" />

Literatur

Einzelnachweise

<references> <ref name="InfoFlora"> Dianthus glacialis Haenke In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3131-5. S. 370. </ref> <ref name="Hegi">Gustav Hegi et al.: Dianthus. In: .</ref> <ref name="Euro+Med"> Karol Marhold, 2011+: Caryophyllaceae.: Datenblatt Dianthus glacialis In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> </references>

Weblinks