Bis(benzol)chrom
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| Strukturformel von Bis(benzol)chrom | |||||||||||||||||||
| Allgemeines | |||||||||||||||||||
| Name | Bis(benzol)chrom | ||||||||||||||||||
| Andere Namen |
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| Summenformel | C12H12Cr | ||||||||||||||||||
| Kurzbeschreibung |
braune bis schwarze, luftempfindliche Kristalle<ref name="Sigma" /> | ||||||||||||||||||
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | |||||||||||||||||||
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| Eigenschaften | |||||||||||||||||||
| Molare Masse | 208,22 g·mol−1 | ||||||||||||||||||
| Aggregatzustand |
fest | ||||||||||||||||||
| Dichte |
1,519 g·cm−3<ref name="Römpp">Eintrag zu Chrom-organische Verbindungen. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref> | ||||||||||||||||||
| Schmelzpunkt |
284–285 °C<ref name="Römpp" /> | ||||||||||||||||||
| Sublimationspunkt |
etwa 150 °C (im Hochvakuum)<ref name="Römpp" /> | ||||||||||||||||||
| Löslichkeit |
löslich in Benzol, schlecht löslich in Diethylether<ref name="eros">J. W. Herndon, Dibenzenechromium. In e-EROS Encyclopedia of Reagents for Organic Synthesis, 2001, Wiley, doi:10.1002/047084289X.rd020.</ref> | ||||||||||||||||||
| Sicherheitshinweise | |||||||||||||||||||
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| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). | |||||||||||||||||||
Bis(benzol)chrom (genau: Bis(η6-benzol)chrom(0)) oder auch Dibenzolchrom ist die organometallische Verbindung mit der Summenformel Cr(C6H6)2.
Bis(benzol)chrom ist ein brauner bis schwarzer, kristalliner Feststoff. Es ist empfindlich gegenüber Sauerstoff und muss deshalb unter Schutzgas gehandhabt werden.
Das Chromatom wird durch zwei parallele Moleküle Benzol jeweils sechsfach koordiniert (η6). Es handelt sich um den Prototyp eines Bis(aren)metall-Komplexes<ref name="CoordChemRev">Guido Pampaloni: Aromatic hydrocarbons as ligands. Recent advances in the synthesis, the reactivity and the applications of bis(η6-arene) complexes. In: Coordination Chemistry Reviews. Band 254, Nr. 5–6, März 2010, S. 402–419, doi:10.1016/j.ccr.2009.05.014.</ref> und spielte eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der Sandwichkomplexe in der Metallorganischen Chemie. Die Struktur ähnelt stark der Sandwichstruktur der Metallocene (Chromocen).
Geschichte
Bis(benzol)chrom wurde erstmals 1955 von Ernst Otto Fischer und Walter Hafner hergestellt und in derselben Forschungsgruppe von Erwin Weiß röntgenstrukturanalytisch charakterisiert ("Doppelkegelstruktur").<ref>E. O. Fischer, W. Hafner: Di-benzol-chrom. Über Aromatenkomplexe von Metallen. In: Zeitschrift für Naturforschung B. 10, 1955, S. 665–668 (PDF, freier Volltext).</ref> Die verwendete Methode wird deshalb auch als „Fischer-Hafner-Methode“ bezeichnet.<ref>Dietmar Seyferth: Bis(benzene)chromium. 2. Its Discovery by E. O. Fischer and W. Hafner and Subsequent Work by the Research Groups of E. O. Fischer, H. H. Zeiss, F. Hein, C. Elschenbroich, and Others. In: Organometallics. Band 21, Nr. 14, 2002, S. 2800–2820, doi:10.1021/om020362a (Open-access).</ref> E. O. Fischer erhielt 1973 zusammen mit Geoffrey Wilkinson den Nobelpreis für Chemie für seine Arbeit über die Chemie der Sandwichverbindungen (Aufklärung der Struktur von Ferrocen und die Synthese von Bis(benzol)chrom). Eine Probe Bis(benzol)chrom gehört zum Inventar des Deutschen Museums Bonn.<ref>Deutsches Museum Bonn: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Dibenzolchrom und Ferrocen ( vom 19. Januar 2016 im Internet Archive), abgerufen am 16. April 2018.</ref>
Gewinnung und Darstellung
Die Synthese von Bis(benzol)chrom erfordert Sauerstoff-freie Arbeitsmethoden (vgl. Schlenktechnik). Bei der zuerst durchgeführten Synthese, der heute als Fischer-Hafner-Methode bezeichneten Reaktion (auch als reduktive Friedel-Crafts-Methode bezeichnet), reagieren Chrom(III)-chlorid, Aluminium und Benzol in Gegenwart von Aluminiumchlorid. Das so dargestellte luftstabile<ref name="Elschenbroich">Christoph Elschenbroich: Organometallchemie. 6. Auflage. Vieweg+Teubner, Wiesbaden 2008, ISBN 978-3-8351-0167-8.</ref> Kation wird in einem weiteren Schritt mit Natriumdithionit zum Bis(benzol)chrom reduziert.<ref>Georg Brauer (Hrsg.) u. a.: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 3., umgearbeitete Auflage. Band III, Ferdinand Enke, Stuttgart 1981, ISBN 3-432-87823-0, S. 1840.</ref>
- <chem>CrCl3 + \frac{2}{3}Al + AlCl3 + 2C6H6 -> [Cr(C6H6)2]AlCl4 + \frac{2}{3}AlCl3</chem>
- <chem>[Cr(C6H6)2]AlCl4 + \frac{1}{2}Na2S2O4 -> [Cr(C6H6)2] + NaAlCl4 + SO2 ^</chem>
Eigenschaften
Physikalische Eigenschaften
Bis(benzol)chrom (18 Valenzelektronen) besitzt keine ungepaarten Elektronen und entsprechend kein magnetisches Moment. Das Kation (17 Valenzelektronen) besitzt ein ungepaartes Elektron und ein magnetisches Moment von 1,77 Bohrschen Magnetonen.<ref name="Elschenbroich" />
Wie in der dargestellten Festkörperstruktur zu sehen liegt Bis(benzol)chrom im Kristall in einer ekliptischen Konformation vor.
Chemische Eigenschaften
Bis(benzol)chrom reagiert mit Carbonsäuren zu Chrom(II)-carboxylaten, wie z. B. Chrom(II)-acetat mit einer Cr/Cr-Vierfachbindung.
Die Oxidation von Bis(benzol)chrom, z. B. durch Sauerstoff, führt zum grünfarbenen Kation [Cr(C6H6)2]+. Durch Carbonylierung wird der Halbsandwichkomplex η6-Benzol(tricarbonyl)chrom gebildet.
Verwendung
Bis(benzol)chrom wird in der Organischen Synthese als Katalysator zur Dehydrierung verwendet.<ref name="eros" />
Literatur
- Historische Würdigung: Wolfgang A. Herrmann: Dibenzechromium: Chemistry only for Chemists?, Z. Anorg. Allg. Chem., 2012, S. 1245–1247; doi:10.1002/zaac.201210011.
Einzelnachweise
<references />
- Seiten mit Skriptfehlern
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- Feuergefährlicher Stoff
- Beschränkter Stoff nach REACH-Anhang XVII, Eintrag 40
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:CAS-Nummer fehlt lokal
- Chromverbindung
- Metallorganische Verbindung
- Komplex
- Carbocyclischer Aromat