Notice: Unexpected clearActionName after getActionName already called in /var/www/html/includes/context/RequestContext.php on line 338
Gleichgeschlechtliche Ehe – Wikipedia Zum Inhalt springen

Gleichgeschlechtliche Ehe

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Eheöffnung)
Datei:World marriage-equality laws.svg
Rechtliche Situation für gleichgeschlechtliche Paare
  • Gleichgeschlechtliche Ehen
  • Gesetzgebung oder verbindliches Gerichtsurteil zur Begründung gleichgeschlechtlicher Ehen
  • Anerkennung im Ausland geschlossener gleichgeschlechtlicher Ehen
  • Andere Formen gleichgeschlechtlicher Partnerschaften
  • Eingeschränkte rechtliche Anerkennung (Partnerschaftsurkunden usw.)
  • Eingeschränkte Anerkennung im Ausland geschlossener gleichgeschlechtlicher Ehen (Aufenthaltsrecht für Ehepartner)
  • Land unterliegt einem internationalen Gerichtsurteil zur Anerkennung im Ausland geschlossener gleichgeschlechtlicher Ehen
  • Keine Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften
  • Die gleichgeschlechtliche Ehe ist eine Zivilehe, in der beide Partner das gleiche Geschlecht haben. Neben der Eheschließung existieren in manchen Staaten andere Rechtsinstitute zur Anerkennung gleichgeschlechtlicher Paare, insbesondere in Form der eingetragenen Partnerschaft.

    Das zivilrechtliche Konzept der Ehe umfasst eine Vielzahl von verbundenen Rechten und Pflichten, wie Erbrecht, Vertragsrecht und rechtliche Vertretung, Obsorge und (gemeinsame) Adoption, Aufenthaltsrecht, Steuerrecht, Versicherungswesen und Namensrecht, für die Partner und ihre Kinder.

    Die „Ehe für alle“ bzw. „Öffnung der Ehe“ – wie die Einführung eines Rechts auf Eheschließung für gleichgeschlechtliche Paare oft genannt wird – bedeutet die Gewährung gleicher Rechte und die volle rechtliche Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften seitens des Staates. Es wird damit die Erwartung verbunden, dass sie auch zu einem Abbau der Diskriminierung homosexueller Menschen in der Gesellschaft beiträgt.

    Der europäische Teil der Niederlande ermöglichte gleichgeschlechtlichen Paaren 2001 als erstes Land die Schließung einer Ehe. Derzeit ist gleichgeschlechtlichen Paaren in 39 Staaten (Andorra, Argentinien, Australien, Belgien, Brasilien, Chile, Costa Rica, Dänemark, Deutschland, Ecuador, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Kanada, Kolumbien, Kuba, Liechtenstein, Luxemburg, Malta, Mexiko, Nepal, Neuseeland, Niederlande, Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden, Schweiz, Slowenien, Spanien, Südafrika, Taiwan, Thailand, Uruguay, Vereinigte Staaten, Vereinigtes Königreich) landesweit die Eheschließung möglich. In weiteren Staaten gibt es derzeit Bemühungen, für gleichgeschlechtliche Paare die Möglichkeit zur Eheschließung zu schaffen (Siehe dazu auch den Detailartikel Rechtliche Situation für gleichgeschlechtliche Paare).

    Am 25. November 2025 urteilte der Europäische Gerichtshof, dass sämtliche EU-Mitgliedstaaten verpflichtet sind, im EU-Ausland geschlossene Ehen anzuerkennen.<ref name="Pressemitteilung-2025-11-25">Pressemitteilung Nr. 147/25. Urteil des Gerichtshofs in der Rechtssache C-713/23 | Wojewoda Mazowiecki. In: Gerichtshof der Europäischen Union. 25. November 2025, abgerufen am 27. November 2025: „Unionsbürgerschaft: Ein Mitgliedstaat ist verpflichtet, die Ehe zweier Unionsbürger gleichen Geschlechts anzuerkennen, die rechtmäßig in einem anderen Mitgliedstaat geschlossen wurde, in dem diese von ihrem Freizügigkeits- und Aufenthaltsrecht Gebrauch gemacht haben“</ref>

    Begriff

    Häufig werden umgangssprachlich statt des Begriffs „gleichgeschlechtliche Ehe“ die Begriffe „Homo-Ehe“,<ref>Homo-Ehe. In: sueddeutsche.de. Abgerufen am 25. Mai 2015.</ref> „lesbische Ehe“, „schwule Ehe“<ref>Ehe – Rechtschreibung, Bedeutung, Definition, Synonyme, Herkunft. In: duden.de. Abgerufen am 25. Mai 2015.</ref> und „homosexuelle Ehe“<ref>Kampagne für homosexuelle Ehe auf Youtube. In: rp-online.de. 30. April 2012, abgerufen am 25. Mai 2015.</ref> verwendet, mit den daran haftenden Einschränkungen bzw. semantischen Problemen. Beispielsweise kann mit „Homo-Ehe“ sowohl die gleichgeschlechtliche Ehe als auch die eingetragene Partnerschaft gemeint sein. Welche der beiden Möglichkeiten mit „Homo-Ehe“ letztlich genau gemeint ist, lässt sich dann nur mit Hintergrundwissen aus dem Zusammenhang erschließen. Der Ausdruck „lesbische Ehe“ umfasst keine Männerpaare. Der Ausdruck „schwule Ehe“ umfasst keine Frauenpaare.

    In englischen Texten ist von {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) oder {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), in französischen von {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) oder {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) die Rede.<ref>Map: Same-sex marriage in the United States. In: edition.cnn.com. 3. April 2015, abgerufen am 25. Mai 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Gay marriage. In: theguardian.com. 25. Mai 2015, abgerufen am 25. Mai 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Mariage gay: la contre-attaque du gouvernement après la «conversion» de Sarkozy. In: lefigaro.fr. 16. November 2014, abgerufen am 25. Mai 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Mariage homosexuel: Ségolène Royal n’aurait pas fait comme le gouvernement. In: lemonde.fr. 25. Mai 2013, abgerufen am 25. Mai 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

    Um die Verallgemeinerung von der Ehe zwischen Mann und Frau zur Ehe zwischen zwei Menschen auszudrücken, kann man von einer „geschlechtsunabhängigen Ehe“ (das Recht auf Eheschließung gilt für alle Paare unabhängig vom Geschlecht der Partner)<ref>Philipp Guttmann: #FreieWahl: Homosexuelle gleichstellen – für die geschlechtsunabhängige Ehe! Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 2. April 2015; abgerufen am 25. Mai 2015.</ref> oder von einer „gleichberechtigten Ehe“ (alle Paare sind in gleicher Weise berechtigt, eine Ehe zu schließen)<ref>Deutschland und die gleichberechtigte Ehe – Human Rights Watch. In: hrw.org. 9. Januar 2014, abgerufen am 25. Mai 2015.</ref> sprechen. Seit der französischen Präsidentschaftswahl 2012, bei der die Öffnung der Ehe ein Wahlversprechen des Wahlsiegers François Hollande war, hat sich auch außerhalb Frankreichs für denjenigen Ehebegriff, der die verschiedengeschlechtliche und gleichgeschlechtliche Ehe zusammenfasst, der von François Hollande geprägte Ausdruck „Ehe für alle“ (« {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) ») mehr und mehr durchgesetzt.<ref>Öffnung der Ehe. In: lsvd.de. 22. März 2013, abgerufen am 25. Mai 2015.</ref><ref>Ehe für alle in Slowenien. In: m-maenner.de. 4. März 2015, abgerufen am 25. Mai 2015.</ref> Diese Ausdrücke unterscheiden sich somit gegenüber dem Ausdruck „gleichgeschlechtliche Ehe“ dadurch, dass sie verschiedengeschlechtliche und gleichgeschlechtliche Ehen unter einem Begriff zusammenfassen, wie es dem Gedanken der Gleichberechtigung aller Menschen entspricht. Allerdings lässt der Begriff „gleichberechtigte Ehe“ eher an die Gleichberechtigung zwischen Ehefrau und Ehemann denken, während der Begriff „Ehe für alle“ ignoriert, dass in allen Staaten mehr oder weniger weit reichende Eheverbote bezüglich Heirat unter Verwandten bestehen.

    Staaten und Regionen mit gleichgeschlechtlicher Ehe

    Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht über diejenigen Staaten und Teilgebiete von Staaten, in denen gleichgeschlechtliche Paare bereits das Recht auf zivile Eheschließung haben oder bald haben werden.

    Staaten mit Recht auf gleichgeschlechtliche Eheschließung
    Staat in Kraft Beschluss durch Bemerkungen
    1 NiederlandeDatei:Flag of the Netherlands.svg Niederlande Vorlage:DatumZelle<ref>Wet openstelling huwelijk. In: wetten.overheid.nl (niederländisch).</ref><ref>Invoeringswet openbare lichamen Bonaire, Sint Eustatius en Saba</ref><ref>ECLI:NL:HR:2007:AZ6095</ref> Vorlage:DatumZelle Parlament
    • In den Karibischen Niederlanden können gleichgeschlechtliche Paare seit 10. Oktober 2012 Ehen schließen.
    • In Aruba, Curaçao und Sint Maarten kann eine in den Niederlanden geschlossene Ehe registriert werden. Gesetze, die explizit die Verschiedengeschlechtlichkeit der Eheleute nennen, finden auf gleichgeschlechtliche Paare keine Anwendung.
    2 Belgien Belgien Vorlage:DatumZelle<ref>Wet tot openstelling van het huwelijk voor personen van hetzelfde geslacht en tot wijziging van een aantal bepalingen van het Burgerlijk Wetboek. In: ejustice.just.fgov.be (niederländisch).</ref> Vorlage:DatumZelle Parlament
    3 Spanien[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Spanien Vorlage:DatumZelle<ref>Ley 13/2005, de 1 de julio, por la que se modifica el Código Civil en materia de derecho a contraer matrimonio auf boe.es (spanisch).</ref> Vorlage:DatumZelle Parlament
    4 Kanada[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Kanada Vorlage:DatumZelle<ref>Loi Concertnant Certaines Conditions de Fond du Mariage Civil. In: lois-laws.justice.gc.ca</ref> Vorlage:DatumZelle Parlament
    • Bereits seit dem 10. Juni 2003 wurde die Ehe in acht von zehn Provinzen und einem von drei Territorien durch Gerichtsentscheidungen geöffnet.
    5 SudafrikaDatei:Flag of South Africa.svg Südafrika Vorlage:DatumZelle<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Civil Union Act, 2006 (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive)</ref> Vorlage:DatumZelle Parlament
    6 NorwegenDatei:Flag of Norway.svg Norwegen Vorlage:DatumZelle<ref>Lov om endringer i ekteskapsloven, barnelova, adopsjonsloven, bioteknologiloven mv. (felles ekteskapslov for heterofile og homofile par). In: lovdata.no (norwegisch).</ref> Vorlage:DatumZelle Parlament
    7 Schweden[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Schweden Vorlage:DatumZelle<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Lag (2009:253) om ändring i äktenskapsbalken (Memento vom 9. Dezember 2017 im Internet Archive)</ref> Vorlage:DatumZelle Parlament
    8 Portugal[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Portugal Vorlage:DatumZelle<ref>Lei n.º 9/2010 de 31 de Maio. In: dre.pt (portugiesisch).</ref> Vorlage:DatumZelle Parlament
    • Zunächst hatten gleichgeschlechtliche Ehepaare kein Recht auf die Adoption von Kindern.<ref>Kein Adoptions recht für Paare in Portugal. In: queer.de. 15. März 2014, abgerufen am 29. Juni 2017.</ref> Am 18. Dezember 2015 wurde jedoch im Parlament ein Gesetz verabschiedet, das auch gleichgeschlechtlichen Paaren das gemeinschaftliche Adoptionsrecht sowie das Recht zur Stiefkind- oder Sukzessivadoption gibt.<ref>Portugal: Adoptionsrecht für Homo-Paare beschlossen. In: queer.de. 18. Dezember 2015, abgerufen am 29. Juni 2017.</ref>
    9 IslandDatei:Flag of Iceland.svg Island Vorlage:DatumZelle<ref>Lög um breytingar á hjúskaparlögum og fleiri lögum og um brottfall laga um staðfesta samvist (ein hjúskaparlög). In: althingi.is (isländisch).</ref> Vorlage:DatumZelle Parlament
    10 Argentinien[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Argentinien Vorlage:DatumZelle<ref>Ley 26.618</ref> Vorlage:DatumZelle Parlament
    11 DanemarkDatei:Flag of Denmark.svg Dänemark Vorlage:DatumZelle<ref>Lov om ændring af lov om ægteskabs indgåelse og opløsning, lov om ægteskabets retsvirkninger og retsplejeloven og om ophævelse af lov om registreret partnerskab. In: retsinformation.dk (dänisch).</ref> Vorlage:DatumZelle Parlament
    12 BrasilienDatei:Flag of Brazil.svg Brasilien Vorlage:DatumZelle<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Brazilian Gay Unions Must Be Registered As Marriages, Court Rules. (Memento vom 13. Dezember 2013 im Internet Archive) In: huffingtonpost.com (englisch).</ref> Vorlage:DatumZelle Gericht
    • Bereits seit dem 6. Januar 2012 wurde die Ehe in 15 von 26 Bundesstaaten und dem Bundesdistrikt durch Gerichtsentscheidungen geöffnet.
    13 Frankreich[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Frankreich Vorlage:DatumZelle<ref>LOI n° 2013-404 du 17 mai 2013 ouvrant le mariage aux couples de personnes de même sexe. In: legifrance.gouv.fr (französisch).</ref> Vorlage:DatumZelle Parlament
    14 UruguayDatei:Flag of Uruguay.svg Uruguay Vorlage:DatumZelle<ref>Sergio Miranda and Rodrigo Borda Become First Uruguay Gay Couple to Register for Marriage. In: huffingtonpost.com (englisch).</ref> Vorlage:DatumZelle Parlament
    15 Neuseeland[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Neuseeland Vorlage:DatumZelle<ref>Marriage (Definition of Marriage) Amendment Act 2013</ref> Vorlage:DatumZelle Parlament
    • In Tokelau sind gleichgeschlechtliche Eheschließungen nicht möglich.
    16 Luxemburg Luxemburg Vorlage:DatumZelle<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Mémorial A n° 125 de 2014 (Memento vom 16. September 2016 im Internet Archive)</ref> Vorlage:DatumZelle Parlament
    17 Vereinigte Staaten[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Vereinigte Staaten Vorlage:DatumZelle<ref>Obergefell et al. v. Hodges, Director, Ohio Department of Health, et al.</ref> Vorlage:DatumZelle Gericht
    • Bereits seit dem 17. Mai 2004 wurde die Ehe in 38 von 50 Staaten, dem Bundesdistrikt und einem von fünf Territorien durch Gerichtsentscheidungen oder Parlamentsbeschlüsse geöffnet.
    • In Amerikanisch-Samoa sind gleichgeschlechtliche Eheschließungen nicht möglich.
    18 Irland Irland Vorlage:DatumZelle<ref>Marriage Act 2015</ref> Vorlage:DatumZelle Parlament
    • Ermöglicht wurde die Eheöffnung für gleichgeschlechtliche Paare durch einen Volksentscheid am 22. Mai 2015, der die Verfassung entsprechend änderte.
    19 KolumbienDatei:Flag of Colombia.svg Kolumbien Vorlage:DatumZelle<ref>Marriage Equality Comes to Colombia. In: Advocate.com</ref> Vorlage:DatumZelle Gericht
    • Im April 2016 bestätigte das Verfassungsgericht in einer Grundsatzentscheidung die sofortige landesweite Eheöffnung.
    20 Finnland[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Finnland Vorlage:DatumZelle<ref>Finnland: Parlament bestätigt Ehe für alle. In: Queer.de</ref> Vorlage:DatumZelle Parlament
    • Die Eheöffnung war bereits am 12. Dezember 2014 im Parlament beschlossen worden. Da die Umstellung jedoch noch Zeit in Anspruch nahm und über mehrere Einsprüche aus dem Volk entschieden werden musste, hat sich die Einführung verzögert. Am 17. Februar 2017 hat das finnische Parlament mit 120 zu 48 Stimmen (bei zwei Enthaltungen) die Eheöffnung letztinstanzlich bestätigt.<ref>Finnish parliament confirms same-sex marriage law. In: Reuters.com</ref>
    21 MaltaDatei:Flag of Malta.svg Malta Vorlage:DatumZelle<ref>Malta Sex-Marriage-Law takes effect</ref> Vorlage:DatumZelle Parlament
    22 DeutschlandDatei:Flag of Germany.svg Deutschland Vorlage:DatumZelle Vorlage:DatumZelle<ref>Bundestag beschließt Ehe für alle – Angela Merkel stimmt dagegen. In: Spiegel Online. Abgerufen am 30. Juni 2017</ref> Parlament
    23 Australien[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Australien Vorlage:DatumZelle<ref>Der große Tag ist da! – Australien: Alle dürfen heiraten, In: queer.de, 9. Januar 2018.</ref> Vorlage:DatumZelle<ref>Finale Abstimmung – Australien öffnet die Ehe für Schwule und Lesben, In: queer.de, 7. Dezember 2017.</ref> Parlament
    24 Osterreich[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Österreich Vorlage:DatumZelle<ref>Ehe für Homosexuelle kommt 2019. In: Die Presse. 5. Dezember 2017 (diepresse.com [abgerufen am 5. Dezember 2017]).</ref> Vorlage:DatumZelle Gericht
    25 Taiwan[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Taiwan Vorlage:DatumZelle Vorlage:DatumZelle Parlament
    • Im Mai 2017 entschied das Verfassungsgericht in Taiwan, dass die gleichgeschlechtliche Ehe in Taiwan innerhalb von zwei Jahren ermöglicht werden muss. Eine Gesetzesänderung erfolgte 2019.
    26 EcuadorDatei:Flag of Ecuador.svg Ecuador Vorlage:DatumZelle<ref>Ecuador legalisiert gleichgeschlechtliche Ehe. In: Tagesschau. 30. Juni 2017 (tagesschau.de [abgerufen am 13. Juni 2019]).</ref> Vorlage:DatumZelle Gericht
    27 Vereinigtes Konigreich[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Vereinigtes Königreich Vorlage:DatumZelle<ref>Marriage (Same-sex couples) Act 2013</ref><ref>Marriage and Civil Partnership (Scotland) Act 2014</ref><ref>Same Sex Marriage and Civil Partnerships Ordinance 2015</ref> Vorlage:DatumZelle, 4. Februar 2014 und 9. Juli 2019 Parlament
    28 Costa RicaDatei:Flag of Costa Rica.svg Costa Rica Vorlage:DatumZelle<ref name="Mannschaft 2020-05-15">Newsredaktion: Schwule und Lesben dürfen in Costa Rica jetzt heiraten. In: Mannschaft.com. 15. Mai 2020, abgerufen am 16. Mai 2020.</ref> Vorlage:DatumZelle Gericht
    • Das Gericht hatte 2018 dem Präsidenten zur Einführung eine Frist von 18 Monaten gesetzt.
    29 ChileDatei:Flag of Chile.svg Chile Vorlage:DatumZelle Vorlage:DatumZelle<ref>Chile erlaubt gleichgeschlechtliche Ehe. Süddeutsche Zeitung (SZ.de), 7. Dezember 2021, abgerufen am 25. Dezember 2021.</ref> Parlament
    30 Schweiz[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Schweiz Vorlage:DatumZelle<ref>„Ehe für alle“ seit diesem Freitag auch in der Schweiz möglich RedaktionsNetzwerk Deutschland (rnd.de), 1. Juli 2022, abgerufen am 2. Juli 2022.</ref> Vorlage:DatumZelle<ref>«Ehe für alle» – Deutliches Ja zu gleichgeschlechtlichen Ehen. In: srf.ch. 26. September 2021, abgerufen am 26. September 2021.</ref> Volksentscheid
    31 SlowenienDatei:Flag of Slovenia.svg Slowenien Vorlage:DatumZelle<ref>Gleichstellung bei Ehe und Adoptionen: Slowenien legalisiert die Ehe für alle. RedaktionsNetzwerk Deutschland (rnd.de), 8. Juli 2022, abgerufen am 8. Juli 2022.</ref> Vorlage:DatumZelle Gericht
    • Das Urteil des Verfassungsgerichts vom 16. Juni 2022 wurde am 8. Juli 2022 veröffentlicht und ist sofort wirksam geworden.
    32 KubaDatei:Flag of Cuba.svg Kuba Vorlage:DatumZelle<ref>Gramma.cu: Ganó el Sí, se ha hecho justicia</ref> Vorlage:DatumZelle<ref>Kuba: Große Mehrheit für die Ehe für alle bei Queer.de am 26. September 2022</ref> Referendum Die Ehe für alle wurde bei einer Wahlbeteiligung von 74 % mit einer Mehrheit von 66,87 % angenommen.
    33 MexikoDatei:Flag of Mexico.svg Mexiko Vorlage:DatumZelle<ref>„Liebe ist Liebe“: Homo-Ehe in ganz Mexiko erlaubt. RedaktionsNetzwerk Deutschland, 27. Oktober 2022.</ref> Vorlage:DatumZelle<ref>Mexico supreme court says state laws limiting marriage to man and woman unconstitutional. Startribune.com, 12. Juni 2015.</ref> Gericht
    • Im Juni 2015 entschied der oberste Gerichtshof von Mexiko, dass das Verbot der gleichgeschlechtlichen Ehe gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz in der mexikanischen Verfassung verstößt.
    34 AndorraDatei:Flag of Andorra.svg Andorra Vorlage:DatumZelle Vorlage:DatumZelle Parlament
    35 NepalDatei:Flag of Nepal (with spacing).svg Nepal Vorlage:DatumZelle<ref>Nepal’s top court orders marriage registration of same-sex couples. In: EFE. 28. Juni 2023, abgerufen am 29. Juni 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)): „Nepal’s top court on Wednesday issued an interim order to the government to ensure the marriage registration of same-sex couples and other non-traditional heterosexual couples in the country.“</ref> Vorlage:DatumZelle Gericht Der Oberste Gerichtshof ordnete am 28. Juni 2023 eine vorläufige Ehe-Öffnung an, bis der Gesetzgeber die Forderung der Kläger umsetzt. Die Regierung erließ schrittweise entsprechende vorläufige Regelungen. Die erste gleichgeschlechtliche Ehe wurde am 29. November 2023 geschlossen.<ref name="pahichan2024" />
    36 EstlandDatei:Flag of Estonia.svg Estland Vorlage:DatumZelle<ref>Scott Reid: Estonia votes to legalise same-sex marriage. In: euronews. 20. Juni 2023, abgerufen am 20. Juni 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)): „The Estonian parliament has voted to legalise same-sex marriage.“</ref> Vorlage:DatumZelle Parlament
    37 Griechenland Griechenland Vorlage:DatumZelle<ref>Griechenland legalisiert die Ehe für alle. In: zdf.de. 15. Februar 2024, abgerufen am 16. Februar 2024: „In Griechenland können homosexuelle Paare ab sofort heiraten.“</ref> Vorlage:DatumZelle<ref>Griechenland erlaubt Homo-Ehe: „Ein Tag der Freude“. In: t-online.de. 16. Februar 2024, abgerufen am 16. Februar 2024: „Trotz massiver Kritik aus der griechisch-orthodoxen Kirche: Eine große Mehrheit hat im griechischen Parlament für die gleichgeschlechtliche Ehe gestimmt.“</ref> Parlament Die gleichgeschlechtliche Ehe wurde mit 69,29 % der anwesenden Abgeordneten angenommen.
    38 LiechtensteinDatei:Flag of Liechtenstein.svg Liechtenstein Vorlage:DatumZelle Vorlage:DatumZelle Parlament
    39 ThailandDatei:Flag of Thailand.svg Thailand Vorlage:DatumZelle<ref>Thailand: Thailand legalisiert gleichgeschlechtliche Ehe. 26. September 2024, abgerufen am 1. Januar 2025.</ref> Parlament Unterhaus und Senat hatten dem Gesetz im Dezember 2023 mit großer Mehrheit zugestimmt. König Maha Vajiralongkorn billigte es im September 2024.

    Historische Entwicklung und Initiativen zur Einführung

    Die gleichgeschlechtliche Ehe ist ein relativ junges Phänomen, das erst zu Beginn des 21. Jahrhunderts ermöglicht wurde.

    Aus dem Jahr 1580 wird allerdings von der Gründung einer portugiesischen Bruderschaft in der römischen Kirche San Giovanni a Porta Latina berichtet, deren Mitglieder versuchten, durch formale Eheschließung die religiöse Anerkennung ihrer Verbindung zu erreichen:

    „Sie hätten eine Messe veranstaltet und darin Mann mit Mann die Ehe nach denselben Ritualen wie bei unsren Trauungen geschlossen, das dabei übliche Evangelium gelesen und gemeinsam die Kommunion genommen, um dann zusammenzuziehn und miteinander zu schlafen…… acht, neun Portugiesen dieser kuriosen Sekte hat man jedoch verbrannt.“<ref>Michel de Montaigne: Tagebuch der Reise nach Italien über die Schweiz und Deutschland von 1580 bis 1581. Mit einem Essay von Hans Stilett. 7. Auflage. Eichborn, Die andere Bibliothek, Frankfurt 2002, S. 179.</ref>

    Im 20. Jahrhundert gab es lediglich eingetragene Partnerschaften, die Dänemark als erster Staat der Welt 1989 einführte. Der erste Staat der Welt, welcher die gleichgeschlechtliche Ehe erlaubte, waren die Niederlande 2001. In den folgenden Jahren kamen immer mehr Staaten hinzu, die eingetragene Partnerschaften bzw. die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare eingeführt haben. Für die Zukunft ist eine deutliche Zunahme der Zahl derjenigen Staaten zu erwarten, die gleichgeschlechtlichen Paaren das Recht auf Eheschließung ermöglichen. Vor allem in Europa, Lateinamerika sowie in der sonstigen westlichen Welt sind eine Vielzahl von Staaten diesbezüglich aufgeschlossen.

    In diesem Abschnitt werden geographisch nach Kontinenten geordnet weltweit die historischen Entwicklungen in denjenigen Staaten genauer beschrieben, in denen das Recht auf gleichgeschlechtliche Eheschließung entweder bereits besteht oder bald bestehen wird bzw. in denen es zumindest Initiativen zur Einführung des Rechts auf gleichgeschlechtliche Eheschließung gibt. Wenn es weder eine staatliche Anerkennung in einem bestimmten Land gibt, noch ausreichende Informationen zur Meinung der jeweiligen Bevölkerung vorliegen, werden diese Staaten nicht aufgelistet.

    Europa

    Datei:Same-sex marriage map Europe detailed.svg
    Rechtliche Situation für gleichgeschlechtliche Paare in Europa
  • Gleichgeschlechtliche Ehe
  • Eingetragene Partnerschaft
  • Unregistrierte Partnerschaft
  • Keine Anerkennung
  • Verfassungsverbot der gleichgeschlechtlichen Ehe
  • In Europa sind es derzeit vor allem west- und nordeuropäische Staaten, in denen gleichgeschlechtliche Paare das Recht auf Eheschließung haben. In einigen mittel- und südeuropäischen Staaten, wie beispielsweise Italien, dürfen gleichgeschlechtliche Paare derzeit nur eingetragene Partnerschaften schließen. Dort gab und gibt es jedoch bereits einige Initiativen zur Einführung gleichgeschlechtlicher Ehen. In Ost- und Südosteuropa erhalten gleichgeschlechtliche Partnerschaften dagegen vorwiegend überhaupt keine rechtliche Anerkennung; aufgrund der im Vergleich zur nordwesteuropäischen Bevölkerung homophoberen Bevölkerung in Ost- und Südosteuropa haben es Initiativen zur rechtlichen Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Paare in Ost- und Südosteuropa deutlich schwerer. Zusammenfassend sind hinsichtlich der rechtlichen Anerkennung gleichgeschlechtlicher Paare in Europa sowohl ein West-Ost-Gefälle als auch ein Nord-Süd-Gefälle erkennbar.

    In der Europäischen Union gilt, dass in einem Mitgliedstaat, in dem Paaren die Schließung einer Ehe und/oder Begründung einer eingetragenen Partnerschaft möglich ist, Eheurkunden und Partnerschaftsurkunden, die in einem anderen Mitgliedstaat ausgestellt wurden, in Hinsicht der Personenfreizügigkeit anerkannt werden. Der nicht freizügigkeitsberechtigte Partner hat ein Anrecht auf eine Aufenthaltsgenehmigung. Die Zuerkennung darüber hinausgehender Rechte obliegt der ausschließlichen Kompetenz der Mitgliedstaaten.<ref>Richtlinie 2004/38/EG über das Recht der Unionsbürger und ihrer Familienangehörigen, sich im Hoheitsgebiet der Mitgliedstaaten frei zu bewegen und aufzuhaltenVorlage:Abrufdatum</ref>

    Am 25. November 2025 stellte der Europäische Gerichtshof in einem Urteil fest, dass sämtliche EU-Staaten verpflichtet sind, innerhalb der EU geschlossene gleichgeschlechtliche Ehen anzuerkennen (Urteil ECJ 147/2025).<ref name="Pressemitteilung-2025-11-25" />

    Obwohl der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) bislang kein Recht für gleichgeschlechtliche Paare auf Eheschließung anerkannt hat, entwickelte sich seine Rechtsprechung über die Jahrzehnte hin zu einer freundlicheren Haltung gegenüber gleichgeschlechtlichen Paaren. Dies wurde zuletzt in einem Urteil deutlich, in dem eine Klage eines österreichischen Paares abgewiesen wurde, das auf das Recht zur Eingehung einer Ehe geklagt hatte. Mit der Einführung der eingetragenen Partnerschaft in Österreich (→ Eingetragene-Partnerschaft-Gesetz (EPG)) acht Jahre nach der Klageerhebung seien wesentliche Argumente der Kläger nicht mehr zutreffend. Gleichzeitig erkannte der Gerichtshof aber an, dass die Standards der europäischen Länder in diesem Bereich sich fortentwickeln. So verwarf er seine bisherige Argumentation, nach der gleichgeschlechtliche Paare kein „Familienleben“, sondern nur „Privatleben“ führen, und befand, dass Art. 8 EMRK (Respekt für Familienleben) mit Art. 14 EMRK (Diskriminierungsverbot) vereinbar sei, so dass sich andere mögliche Fälle ergeben könnten, in denen gleichgeschlechtliche Paare sich auf Art. 8 EMRK berufen könnten.<ref>European Commission on Sexual Orientation Law (ECSOL): <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />European Court of Human Rights • We are Family! (Memento vom 17. August 2011 im Internet Archive): “{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)” News vom 24. Juni 2010 (englisch).</ref><ref>Rechtskomitee Lambda zum Urteil des EGMR: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />RKL zum Wiener Landtagsbeschluss: Wir sind Familie – nun auch in Wien. (Memento vom 18. August 2011 im Internet Archive) (PDF; 35 kB) Presseaussendung des RKL, 24. Juni 2010, Helmut Graupner, RKL-Präsident und Rechtsanwalt im Fall Schalk & Kopf gg. Österreich zitierend.</ref>

    Eine 2006 durchgeführte Umfrage innerhalb der EU mit dem Thema Befürworten Sie gleichgeschlechtliche Ehen? ergab eine durchschnittliche Zustimmung von 44 %. Dabei gab es die größte Zustimmung in den Niederlanden mit 82 %, gefolgt von Schweden mit 71 %. Deutschland lag mit 52 % Zustimmung auf Platz sieben, Österreich mit 49 % auf Platz acht. In Polen, Griechenland, Bulgarien und Rumänien lag die Zustimmung allerdings unter 20 %. Bei der Frage, ob auch Adoptionen durch gleichgeschlechtliche Paare befürwortet werden, waren die Werte durchgehend niedriger.<ref name="angusreid"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Eight EU Countries Back Same-Sex Marriage. (Memento vom 16. Oktober 2013 im Internet Archive) In: angusreidglobal.com, abgerufen am 4. Dezember 2013 (englisch)</ref>

    Seitdem ist die Zustimmung deutlich gestiegen. Führend unter den sieben untersuchten Ländern waren laut einer YouGov-Umfrage vom 6. Januar 2013 Schweden und Dänemark mit jeweils 79 % Zustimmung. Auch Adoptionen durch gleichgeschlechtliche Paare werden der Umfrage zufolge in sechs der sieben Länder mehrheitlich befürwortet.<ref>YouGov-Umfrage. Januar 2013. Abgerufen am 11. April 2013 (PDF; 266 kB).</ref>

    Albanien

    In Albanien haben gleichgeschlechtliche Paare kein Recht auf Eheschließung.

    Am 29. Juli 2009 erklärte der damalige Premierminister Sali Berisha, dass seine Regierung die Öffnung der Ehe beabsichtige.<ref>digitaljournal.com</ref><ref>news.bbc.co.uk</ref> Es folgten jedoch keine Taten, da der Regierung im Parlament die für die Eheöffnung nötige Stimmenmehrheit fehlte.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />sgn.org (Memento vom 3. Dezember 2013 im Internet Archive)</ref>

    Umfragen zur gleichgeschlechtlichen Ehe in AlbanienDatei:Flag of Albania.svg Albanien
    Umfrageinstitut Datum Dafür Dagegen
    Ipsos Dezember 2022<ref>Attitudes towards LGBTIQ+ people in the Western Balkans. Analytical Report of Public Opinion Poll (PDF; 1,39 MB). LGBTI Equal Rights Association / Ipsos, Juni 2023.</ref> 26 % 70 %

    Andorra

    In Andorra haben gleichgeschlechtliche Paare ab 2023 ein Recht auf Eheschließung.<ref>Albert Belis: El nou codi de família tira endavant amb consens de majoria i oposició. In: el Periòdic. 22. Juli 2022, abgerufen am 25. Juli 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

    Am 31. März 2014 brachte die Sozialdemokratische Partei einen Gesetzentwurf zur Öffnung der Ehe ins Parlament ein.<ref>bondia.ad</ref><ref>andorradifusio.ad</ref><ref>consellgeneral.ad</ref> Am 29. Mai 2014 stimmte eine Mehrheit im Parlament jedoch gegen die Öffnung der Ehe.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivlink (Memento vom 31. Mai 2014 im Internet Archive)</ref>

    Belgien

    In Belgien haben gleichgeschlechtliche Paare das Recht auf Eheschließung.

    Als zweites Land der Welt öffnete Belgien im Jahr 2003 die Ehe.<ref>Art. 143 ZGB ZGB, doc</ref>

    Umfragen zur gleichgeschlechtlichen Ehe in Belgien Belgien
    Umfrageinstitut Datum Dafür Dagegen
    Ifop 29. Mai 2013<ref name="ifop">Ifop: Enquête sur la droitisation des opinions publiques européennes (PDF-Datei)</ref> 71 % 29 %
    Eurobarometer Mai/Juni 2015<ref name="Eurobarometer2015">Europäische Union: Special Eurobarometer 437: Discrimination in the EU in 2015. (PDF-Datei; 15 MB), Oktober 2015, S. T247–T248.</ref> 77 % 20 %
    Pew Research Center April–August 2017<ref name="pew">Religion and society (auf Englisch), Pew Research Center, 29. Mai 2018</ref> 82 % 10 %

    Bulgarien

    In Bulgarien haben gleichgeschlechtliche Paare kein Recht auf Eheschließung.

    Artikel 46 der bulgarischen Verfassung definiert die Ehe als Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau. Für die Einführung des Rechts auf gleichgeschlechtliche Eheschließung ist somit eine Verfassungsänderung notwendig.<ref>parliament.bg</ref>

    Im Jahr 2012 sagte der damalige bulgarische Premierminister Bojko Borissow, dass für die Einführung des Rechts auf gleichgeschlechtliche Eheschließung die Gesellschaft zunächst die Bereitschaft dazu zeigen müsse.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Бойко не наднича под юргани. (Memento vom 19. August 2013 im Internet Archive)</ref>

    Umfragen zur gleichgeschlechtlichen Ehe in Bulgarien[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Bulgarien
    Umfrageinstitut Datum Dafür Dagegen
    Eurobarometer Mai/Juni 2015<ref name="Eurobarometer2015" /> 17 % 68 %

    Dänemark

    In Dänemark haben gleichgeschlechtliche Paare das Recht auf Eheschließung.

    Nachdem Dänemark bereits 1989 als erstes Land überhaupt die standesamtliche Verbindung gleichgeschlechtlicher Paare („registrierte Partnerschaften“) zugelassen hatte, stimmte das Parlament am 7. Juni 2012 mit einer klaren Mehrheit (85 gegen 24 Stimmen) für ein Gesetz, das die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare öffnet und hier auch kirchliche Trauungen legalisiert. Es war von Manu Sareen, Minister für Gleichstellung und Kirche und Minister für nordische Zusammenarbeit in der Regierung von Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt, eingebracht worden. Die Neuregelung, die am 15. Juni 2012 in Kraft trat, gilt für alle Mitglieder der Volkskirche. Gleichgeschlechtliche Ehen werden zukünftig auch dem Wort nach als „Ehen“ eingestuft anstatt als „registrierte Partnerschaften“. Dennoch können Pastoren individuell gleichgeschlechtliche Eheschließungen ablehnen.<ref>@1@2Vorlage:Toter Link/religion.orf.atDänemark: Parlament legalisiert Homo-Ehe. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2025. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot In: religion.orf.at, 8. Juni 2012, abgerufen am 15. Juni 2012.</ref><ref name="CBC.ca" />

    Das Parlament Grönlands stimmte am 26. Mai 2015 einstimmig einer Resolution zur Teilnahme am dänischen Ehegesetz in seiner aktuellen Version zu.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivlink (Memento vom 29. Mai 2015 im Internet Archive)</ref> Im Parlament Dänemarks fand am 26. Mai 2015 die erste Lesung zum Gesetzentwurf zur Anwendung der derzeit in Dänemark geltenden Fassung des Ehegesetzes auf Grönland statt. Aufgrund der Parlamentswahlen im Juni 2015 wurde der Gesetzentwurf hinfällig und am 29. Oktober 2015 erneut eingebracht. Die erste Lesung fand am 5. November 2015 statt.<ref>L 35 Forslag til lov om ændring af myndighedsloven for Grønland, lov om ikrafttræden for Grønland af lov om ægteskabets retsvirkninger, retsplejelov for Grønland og kriminallov for Grønland</ref> Das Gesetz zur Eheöffnung in Grönland wurde am 1. April 2016 rechtskräftig.<ref>Naalakkersuisut (grönländische Regierung): <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vielse af homoseksuelle (Memento des Vorlage:IconExternal vom 6. Juni 2021 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/naalakkersuisut.gl</ref>

    Das Parlament der Färöer befürwortete am 29. April 2016 die Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Faroe Islands says yes to same-sex marriage. (Memento vom 8. November 2020 im Internet Archive) In: Gaystarnews</ref> Das dänische Parlament strich in der Folge im April 2017 denjenigen Artikel im Ehegesetz, der die Färöer von der Gültigkeit der gleichgeschlechtlichen Ehe ausnahm, und am 3. Mai 2017 erfolgte die Unterzeichnung der Gesetzesrevision durch die Königin.<ref>Faroes Islands same-sex marriage bill receives royal assent. In: Theperchybird.wordpress.com</ref>

    Umfragen zur gleichgeschlechtlichen Ehe in DanemarkDatei:Flag of Denmark.svg Dänemark
    Umfrageinstitut Datum Dafür Dagegen
    YouGov 27. Dezember 2012<ref>YouGov / EMEA Survey Results</ref> 79 % 16 %
    Eurobarometer Mai/Juni 2015<ref name="Eurobarometer2015" /> 87 % 9 %
    Pew Research Center April–August 2017<ref name="pew" /> 86 % 9 %

    Deutschland

    In Deutschland haben gleichgeschlechtliche Paare das Recht auf Eheschließung; am 1. Oktober 2017 ist ein Gesetz in Kraft getreten, das ihnen die Eheschließung ermöglicht. Zuvor konnten gleichgeschlechtliche Paare in Deutschland nur eine eingetragene Lebenspartnerschaft schließen, welche im Vergleich zur Zivilehe mit den gleichen Pflichten, aber weniger Rechten ausgestattet ist. Die Begründung neuer eingetragener Lebenspartnerschaften ist seit dem 1. Oktober 2017 nicht mehr möglich. Bestehende Partnerschaften bleiben aber bestehen.

    Seit dem 23. Juli 2009 ist es bereits ausnahmsweise möglich, dass, wenn in einer verschiedengeschlechtlichen Ehe ein Partner das personenstandsrechtliche Geschlecht ändert, die Ehe nach deutschem Recht weiterhin Bestand hat, obwohl beide Partner dann das gleiche Geschlecht haben. Die Ehe darf nach der ersatzlosen Streichung des § 8 Abs. 1 Nr. 2 Transsexuellengesetz ungeschmälert fortgeführt werden.<ref>Gesetz zur Änderung des Transsexuellengesetzes (Transsexuellengesetz-Änderungsgesetz – TSG-ÄndG) vom 17. Juli 2009. In: Bundesgesetzblatt. Abgerufen am 26. Januar 2025.</ref><ref>Bundesverfassungsgericht, 1. Senat: Bundesverfassungsgericht – Entscheidungen – Verfassungswidrigkeit des § 8 Abs 1 Nr 2 TSG: Erfordernis der Ehelosigkeit als Voraussetzung für die Feststellung und rechtliche Anerkennung des durch operativen Eingriff geänderten Geschlechts eines verheirateten Transsexuellen mit dem Recht auf Anerkennung der selbstbestimmten geschlechtlichen Identität und dem von Art 6 Abs 1 GG geschützten Interesse am Fortbestand der Ehe unvereinbar – § 8 Abs 1 Nr 2 TSG bis zum Inkrafttreten einer Neuregelung nicht anwendbar. 27. Mai 2008, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 25. Juni 2024; abgerufen am 26. Januar 2025.</ref> Dieser vergleichsweise seltene Fall wurde von Befürwortern der gleichgeschlechtlichen Ehe als ein Argument für die generelle Öffnung der Ehe angeführt; so auch in der Begründung zu dem am 30. Juni 2017 verabschiedeten Gesetz.

    SPD,<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Dittmar: Klares Signal zur Gleichstellung von Lesben und Schwule. (Memento vom 26. Juli 2014 im Internet Archive) In: spd.de</ref> Bündnis 90/Die Grünen,<ref>Entwurf eines Gesetzes zur Einführung des Rechts auf Eheschließung für Personen gleichen Geschlechts (PDF; 90 kB)</ref> Die Linke<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Öffnung der Ehe für Lesben und Schwule. (Memento vom 20. Oktober 2011 im Internet Archive) In: linksfraktion.de</ref> und FDP<ref>Homo-Lebensgemeinschaften: FDP fordert Gleichstellung. In: Abendzeitung München</ref><ref>Die FDP hofft auf einen Neuanfang. In: faz.net</ref> forderten die Öffnung der Zivilehe für gleichgeschlechtliche Paare.<ref>Jetzt fehlt nur noch die Union. In: LSVD.de</ref> Die Piratenpartei forderte die Abschaffung der Zivilehe bei gleichzeitiger Öffnung der eingetragenen Lebenspartnerschaft für verschiedengeschlechtliche Paare sowie die Öffnung der eingetragenen Lebenspartnerschaft für mehr als zwei Personen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Wahl- und Grundsatzprogramme / Wahlprogramm BTW13 / Familie und Gesellschaft (Memento vom 28. August 2013 im Internet Archive)</ref> Teile der CDU und CSU lehnten eine Öffnung der Zivilehe für gleichgeschlechtliche Paare strikt ab.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Sonstige Beschlüsse (Memento des Vorlage:IconExternal vom 21. September 2020 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.cdu.de (PDF; 179 kB)</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Gemeinsam erfolgreich für Deutschland. Regierungsprogramm 2013–2017. (Memento des Vorlage:IconExternal vom 12. Januar 2021 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.cdu.de In: cdu.de (PDF; 915 kB)</ref>

    Im April 2010 brachte der Senat von Berlin einen Entschließungsantrag zur Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare in den Bundesrat ein.<ref>Berliner Senat für Öffnung der Ehe. In: Queer.de</ref> Dieser scheiterte jedoch am Widerstand der von CDU, CSU und FDP regierten Bundesländer.<ref>Bundesrat lehnt Gleichstellung ab. In: Queer.de</ref> Im Anschluss daran brachte Bündnis 90/Die Grünen im Oktober 2010 einen Gesetzentwurf zur Gleichstellung der eingetragenen Partnerschaft mit der Ehe in den Bundestag ein.<ref>Grüne fordern Gleichstellung der Homo-Ehe. In: Queer.de</ref> Dieser scheiterte jedoch im Bundestag am Widerstand von CDU, CSU und FDP.<ref>Bundestag: Regierung lehnt Gleichstellung ab. In: Queer.de</ref> Auch mehrere weitere Versuche von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und der Partei Die Linke zur weiteren Gleichstellung der eingetragenen Partnerschaft mit der Ehe oder der Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare scheiterten am Widerstand der schwarz-gelben Koalition.<ref>Bremen will Gleichstellung im Bundesrat durchsetzen. In: Queer.de</ref><ref>Schwarz-Gelb lehnt Antrag auf Gleichstellung ab. In: Queer.de</ref> Die FDP begründete ihr regelmäßiges Stimmverhalten gegen die Öffnung der Zivilehe und gegen die Gleichstellung von eingetragenen Lebenspartnerschaften damit, dass ihr die Treue zum Koalitionspartner CDU/CSU wichtiger sei als die rechtliche Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Paare.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Brüderle: FDP bei Abstimmung über Homo-Ehe koalitionstreu. (Memento vom 14. März 2013 im Internet Archive) In: t-online.de</ref><ref>FDP versichert Union Koalitionstreue. In: Queer.de</ref>

    Im Juni 2011 beschloss das Bundesland Hamburg mit den Stimmen von SPD, der Grün-Alternativen Liste und der Partei Die Linke, eine Bundesratsinitiative zur Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare zu starten. CDU und FDP stimmten dagegen.<ref>Hamburg beschließt Bundesratsinitiative für Ehe-Öffnung. In: Queer.de, 23. Juni 2011</ref> Am 29. Juni 2011 brachte Bündnis 90/Die Grünen einen Gesetzentwurf zur Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare in den Bundestag ein. Dieser wurde nur von Der Linken unterstützt.<ref>Bundestag: Grüne beantragen Ehe-Öffnung. In: Queer.de, 1. Juli 2011</ref> Am 28. Juni 2012 wurde im Bundestag über einen Entwurf eines Gesetzes zur Einführung des Rechts auf Eheschließung für Personen gleichen Geschlechts abgestimmt. Bei 260 Ja-Stimmen zu 309 Nein-Stimmen wurde die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare mit den Stimmen von CDU, CSU und FDP abgelehnt.<ref>Endgültiges Ergebnis zur 187. Sitzung des Deutschen Bundestages am Donnerstag, 28. Juni 2012 (PDF; 132 kB)</ref> Die FDP begründete ihr Abstimmverhalten erneut mit ihrer Koalitionstreue gegenüber der CDU/CSU.<ref>Stenografischer Bericht 228. Sitzung Berlin, Donnerstag, den 14. März 2013</ref>

    Bei der Bundestagswahl 2013 erhielt die FDP nur 4,8 Prozent der Stimmen und kam nicht in den 18. Bundestag. CDU/CSU und SPD bildeten eine Koalition und vereinbarten in ihrem Koalitionsvertrag, bestehende Diskriminierungen von gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften beenden zu wollen. Sie konnten sich aber nicht auf eine Öffnung der Ehe oder die völlige rechtliche Gleichstellung der eingetragenen Lebenspartnerschaft mit der Ehe einigen.<ref>Gleichstellung von Homo-Paaren? CDU und CSU dementieren. In: Focus. 26. November 2013, abgerufen am 27. November 2025.</ref><ref>Dokumentation: Große Koalition vertagt die Gleichstellung. In: queer.de. 26. November 2013, abgerufen am 27. November 2025.</ref><ref>Deutschlands Zukunft gestalten – Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD. 18. Legislaturperiode. In: cdu.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 27. November 2013; abgerufen am 27. November 2025.</ref> Noch während der Koalitionsverhandlungen brachte Die Linke am 23. Oktober 2013 einen Gesetzentwurf zur Öffnung der Ehe in den Bundestag ein.<ref>Entwurf eines Gesetzes zur Einführung des Rechts auf Eheschließung für Personen gleichen Geschlechts. In: bundestag.de, 23. Oktober 2013</ref> Der Gesetzentwurf wurde vom Plenum des Bundestags am 19. Dezember 2013 in die Ausschüsse des Bundestages überwiesen.<ref>Streit um Ehe für Gleichgeschlechtliche. In: bundestag.de, 19. Dezember 2013</ref>

    Im Juni 2015 sprachen sich über 150 prominente Personen aus Politik, Sport, Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft in einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel dafür aus, die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare zu öffnen.<ref>Offener Brief an Merkel: Prominente fordern Gleichstellung der Homo-Ehe. In: Spiegel Online. Abgerufen am 22. Juli 2017.</ref>

    2022 waren knapp 3 Prozent von 781.500 geschlossenen Ehen gleichgeschlechtliche Ehen.<ref name="destatis-2024-02-08">Menschen in Deutschland bei erster Heirat immer älter – Durchschnittsalter auf neuem Höchststand. In: destatis.de. Statistisches Bundesamt, 8. Februar 2024, abgerufen am 8. Februar 2024.</ref>

    Urteile des Bundesverfassungsgerichts

    Artikel 6 Absatz 1 des deutschen Grundgesetzes stellt Ehe und Familie unter den besonderen Schutz der staatlichen Ordnung. Das Bundesverfassungsgericht hat am 17. Juli 2002 geurteilt, dass der Schutz der Ehe nicht in Gefahr ist, wenn gleichgeschlechtliche Lebenspartner gleiche Rechte erhielten:

    „Der besondere Schutz der Ehe in Art. 6 Abs. 1 GG hindert den Gesetzgeber nicht, für die gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaft Rechte und Pflichten vorzusehen, die denen der Ehe gleich oder nahe kommen.“<ref>Leitsätze zum Urteil des Ersten Senats vom 17. Juli 2002 – 1 BvF 1/01 –, – 1 BvF 2/01 –</ref>

    Am 7. Juli 2009 urteilte das Bundesverfassungsgericht noch deutlicher:

    „Es ist verfassungsrechtlich nicht begründbar, aus dem besonderen Schutz der Ehe abzuleiten, dass andere Lebensgemeinschaften im Abstand zur Ehe auszugestalten und mit geringeren Rechten zu versehen sind.“<ref>Leitsätze zum Beschluss des Ersten Senats vom 7. Juli 2009 – 1 BvR 1164/07 –</ref>

    Am 19. Februar 2013 stellte das Bundesverfassungsgericht im Rahmen seines Urteils zum Sukzessivadoptionsrecht zudem klar, dass auch gleichgeschlechtliche Lebenspartner mit Kindern eine Familie sind, die gemäß Artikel 6 Absatz 1 der Verfassung unter dem besonderen Schutz der staatlichen Ordnung steht:

    „Leben eingetragene Lebenspartner mit dem leiblichen oder angenommenen Kind eines Lebenspartners in sozial-familiärer Gemeinschaft, bilden sie mit diesem eine durch Art. 6 Abs. 1 GG geschützte Familie im Sinne des Grundgesetzes.“<ref name="BvL 1/11">Leitsätze zum Urteil des Ersten Senats vom 19. Februar 2013</ref>

    In der Begründung des Urteils vom 19. Februar 2013 findet sich zudem folgende Aussage des Bundesverfassungsgerichts, die zeigt, dass das Bundesverfassungsgericht es als einen Verstoß gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz in Artikel 3 Absatz 1 des Grundgesetzes ansieht, wenn gleichgeschlechtliche Paare nicht exakt dieselben adoptionsrechtlichen Möglichkeiten erhalten wie verschiedengeschlechtliche Paare:

    „Unterschiede zwischen Ehe und eingetragener Lebenspartnerschaft, welche die ungleiche Ausgestaltung der Adoptionsmöglichkeiten rechtfertigen könnten, bestehen nicht.“<ref name="BvL 1/11" />

    Neben den oben erwähnten Urteilen gab es in den letzten Jahren noch vier weitere Urteile des Bundesverfassungsgerichts zur rechtlichen Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Lebenspartner in einzelnen Rechtsbereichen.<ref>Leitsatz zum Beschluss des Ersten Senats vom 21. Juli 2010 – 1 BvR 611/07 –, – 1 BvR 2464/07 –</ref><ref>Bundesverfassungsgericht – Entscheidungen: Verfassungswidrigkeit der Ungleichbehandlung von verheirateten Beamten einerseits und in einer eingetragenen Lebensgemeinschaft lebenden Beamten andererseits hinsichtlich der Gewährung des Familienzuschlags der Stufe 1 gem § 40 Abs 1 Nr 1 BBesG zwischen 01.08.2001 und 01.01.2009. Differenzierung zwischen Ehe und anderen, in vergleichbarer Weise rechtlich verfassten Lebensformen kann bei Vergleichbarkeit des geregelten Lebenssachverhalts und des Normzwecks nicht allein mit Schutzgebot der Ehe gerechtfertigt werden. In: Bundesverfassungsgericht, 2. Senat. 19. Juni 2012, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 25. Juni 2024; abgerufen am 26. Januar 2025.</ref><ref>Bundesverfassungsgericht – Entscheidungen: Ungleichbehandlung von Ehegatten und eingetragenen Lebenspartnern im Grunderwerbsteuerrecht verfassungswidrig. In: Bundesverfassungsgericht, 1. Senat. 18. Juli 2012, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 13. Juli 2024; abgerufen am 26. Januar 2025.</ref><ref>Bundesverfassungsgericht – Entscheidungen: Verfassungswidrigkeit des Ausschlusses eingetragener Lebenspartner vom Ehegattensplitting im Einkommensteuerrecht. Ungleichbehandlung der Lebenspartnerschaft gegenüber der Ehe im Einkommensteuerrecht ohne sachliche Rechtfertigung. In: Bundesverfassungsgericht, 2. Senat. 7. Mai 2013, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 25. Juni 2024; abgerufen am 26. Januar 2025.</ref>

    Jedem dieser Gleichstellungsurteile ging eine Blockade der entsprechenden Gleichstellung seitens CDU, CSU und FDP im Bundestag voraus (siehe oben), so dass das Bundesverfassungsgericht die jeweilige Gleichstellung per Urteil erzwingen musste. Bundeskanzlerin Angela Merkel, CDU und CSU behaupteten dagegen öffentlich weiterhin entgegen der seit mehr als elf Jahren geltenden, verbindlichen und oben zitierten Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts, dass man wegen des besonderen Schutzes von Ehe und Familie in Artikel 6 Absatz 1 der Verfassung gleichgeschlechtliche Lebenspartner rechtlich nicht mit Eheleuten gleichstellen könne.<ref>youtube.com Das ARD-Sommerinterview mit Bundeskanzlerin Merkel</ref><ref>Video Stewens: Ehegattensplitting sinnvoll in der ZDFmediathekVorlage:Abrufdatum</ref><ref>mittelbayerische.de: Bundesverfassungsgericht: Ehegattensplitting auch für Homo-Ehe. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 15. Oktober 2014; abgerufen am 26. Januar 2025.</ref><ref>Sendung: tagesthemen 6. Juni 2013 22:30 Uhr</ref>

    Aufgrund der klaren Rechtsprechungslinie des Bundesverfassungsgerichts zu den Rechten gleichgeschlechtlicher Paare waren sich zahlreiche Verfassungsrechtsexperten sicher, dass das Bundesverfassungsgericht der Öffnung der Ehe aus verfassungsrechtlicher Sicht zustimmen würde.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />FDP schiebt Öffnung der Ehe auf die lange Bank und erklärt ihr Wahlprogramm zu Altpapier (Memento vom 12. August 2013 im Internet Archive)</ref><ref>markus: Öffnung der Ehe -. 10. Januar 2012, abgerufen am 26. Januar 2025.</ref> CDU, CSU und FDP behaupten dagegen, dass zur Öffnung der Ehe eine vorherige Verfassungsänderung nötig sei (Stand 2013).<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Stellungnahme der Bundesregierung zu dem Entwurf des Bundesrates für ein Gesetz zur Einführung des Rechts auf Eheschließung für Personen gleichen Geschlechts (BR-Drs. 196/13 – Beschluss) (Memento vom 11. Dezember 2013 im Internet Archive)</ref>

    Gesetzliche Regelung
    Datei:Erste gleichgeschlechtliche Eheschließung am 1. Oktober 2017 36.jpg
    Erste gleichgeschlechtliche Eheschließung am 1. Oktober 2017 im Goldenen Saal des Rathauses Schöneberg
    Datei:Tourbus der Demo für Alle vor dem Kanzleramt in Berlin 13.jpg
    Gegen-Demo am 15. September 2017 vor dem Bundeskanzleramt: Demo für alle
    Datei:Protest gegen die Demo für Alle vor dem Kanzleramt in Berlin 24.jpg
    Gegen-Gegen-Demo am 15. September 2017 vor dem Bundeskanzleramt: Ehe für alle

    Nachdem Bündnis 90/Die Grünen, FDP und SPD im Juni 2017 die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare zur Bedingung für eine Koalition nach der Bundestagswahl 2017 gemacht hatten, äußerte sich Bundeskanzlerin Merkel bei einer Podiumsdiskussion am 26. Juni 2017 auf die Frage „Wann darf ich meinen Freund Ehemann nennen?“<ref>Plötzlich berühmt. In: tagesschau.de. 30. Juni 2017, abgerufen am 3. Juli 2017.</ref> eines Teilnehmers dahingehend, dass sie sich eine Diskussion wünsche, die „eher in Richtung einer Gewissensentscheidung geht“.<ref>Merkel offen für „Ehe für alle“. In: faznet.de, 26. Juni 2017</ref> Eine für Merkel einschneidende Begebenheit hinsichtlich des Adoptionsrechts für gleichgeschlechtliche Paare soll ein lesbisches Paar in ihrem Wahlkreis gewesen sein, das mehrere Pflegekinder aufgenommen hatte. Denn wenn der Staat einem gleichgeschlechtlichen Paar Kinder zur Pflege gebe, könne sie nicht mehr so leicht mit der Frage des Kindeswohls (wie vor der Bundestagswahl 2013)<ref>Merkel rückt vom Nein zur Ehe für alle ab. In: Der Spiegel. 26. Juli 2016, abgerufen am 3. Juli 2017.</ref> argumentieren.<ref>Das ist das Paar, das Merkel zum Umdenken bei der Ehe für alle gebracht hat. In: Berliner Morgenpost. Berliner Morgenpost, Berlin, Germany, 28. Juni 2017, abgerufen am 3. Juli 2017.</ref>

    Am 28. Juni 2017 billigte daraufhin der Rechtsausschuss des Bundestags in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause mit den Stimmen von SPD, Linken und Grünen eine 2015 vom Bundesrat beschlossene Initiative des Bundeslandes Rheinland-Pfalz. Bei der letzten Bundestagssitzung vor der Sommerpause am 30. Juni 2017 wurde der Gesetzentwurf<ref>Entwurf eines Gesetzes zur Einführung des Rechts auf Eheschließung für Personen gleichen Geschlechts. (PDF) vom Bundesrat in seiner 936. Sitzung am 25. September 2015 beschlossen. In: Drucksache 18/6665. Deutscher Bundestag, 18. Wahlperiode, 11. November 2015, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 12. August 2017; abgerufen am 25. März 2018.</ref> mit den Stimmen von SPD, Linken und Grünen auf die Tagesordnung gesetzt. Bei der Abstimmung stimmten 393 Abgeordnete für die Gesetzesvorlage, 226 dagegen und 4 enthielten sich. Die Fraktionen der SPD, der Linken und der Grünen stimmten geschlossen dafür. Von der CDU/CSU-Fraktion stimmten 75 der 304 anwesenden Abgeordneten – 68 von der CDU (26,9 % aller CDU-Abgeordneten) und 7 von der CSU (12,5 % aller CSU-Abgeordneten) – dafür, 225 Unionsabgeordnete stimmten gegen den Gesetzesvorschlag. Unter den zustimmenden CDU-Abgeordneten waren u. a. CDU-Generalsekretär Peter Tauber, Kanzleramtsminister Peter Altmaier, der familienpolitische Fraktionssprecher Marcus Weinberg und die beiden früheren Bundesfamilienministerinnen Ursula von der Leyen und Kristina Schröder; Bundeskanzlerin Angela Merkel stimmte dagegen.<ref>Barbara Galaktionow: Bundestag beschließt die „Ehe für alle“. In: sueddeutsche.de, 30. Juni 2017. Hier sind die Namen aller zustimmenden Unionsabgeordneten aufgeführt.</ref><ref name="ZeitOnline">Große Mehrheit stimmt für Ehe für alle. In: zeit.de, 30. Juni 2017.</ref>

    Am 7. Juli 2017 ließ auch der Bundesrat das vom Bundestag beschlossene Gesetz passieren. Es handelte sich um ein Einspruchsgesetz;<ref name="ZeitOnline" /> die bayerische Staatsregierung erklärte, auf eine Anrufung des Vermittlungsausschusses zu verzichten.<ref>Bundesrat gibt grünes Licht für Ehe für alle. In: Der Spiegel, 7. Juli 2017</ref> Bundespräsident Steinmeier fertigte das Gesetz am 20. Juli 2017 aus.<ref>Bundespräsident Steinmeier unterzeichnet Gesetz zur Ehe für alle, Spiegel Online, 21. Juli 2017.</ref> Am 28. Juli 2017 wurde es im Bundesgesetzblatt verkündet.

    Am 1. Oktober 2017 trat das Gesetz zur Einführung des Rechts auf Eheschließung für Personen gleichen Geschlechts in Kraft.<ref name="inkrafttretenDE" /> Am 6. März 2018 verzichtete Bayerns Staatsregierung auf eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht.<ref>Bayern verzichtet auf Klage gegen Ehe für alle. Zeit Online, 6. März 2018.</ref>

    Ergebnis der Bundestagsabstimmung am 30. Juni 2017<ref>Namentliche Abstimmung: Eheschließung für Personen gleichen Geschlechts. Deutscher Bundestag, 30. Juni 2017.</ref>
    Partei Dafür Dagegen Enthaltung
    CDU/CSU 075 225 4
    SPD 192 000 0
    Linke 063 000 0
    Grüne 063 000 0
    Fraktionslos 000 001 0
    Gesamt 393 226 4
    63,1 % 36,3 % 0,6 %
    Umfragen zur gleichgeschlechtlichen Ehe in DeutschlandDatei:Flag of Germany.svg Deutschland
    Umfrageinstitut Datum Dafür Dagegen
    YouGov Vorlage:DatumZelle<ref>YouGov / EMEA Survey Results</ref> 66 % 24 %
    Ipsos Vorlage:DatumZelle<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Same-Sex Marriage – Citizens in 16 Countries Assess Their Views on Same-Sex Marriage for a Total Global Perspective.] In: IPSOS. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 9. Juni 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> 67 % 20 %
    Ifop Vorlage:DatumZelle<ref name="ipsos" /> 74 % 26 %
    Emnid Vorlage:DatumZelle<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig „Der Begriff Homo-Ehe ist eine Verfälschung“.] In: Focus. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 9. Juni 2018.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> 68 % 27 %
    SUZ Vorlage:DatumZelle<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Einstellungen gegenüber Lesben, Schwulen und Bisexuellen in Deutschland.] In: Antidiskriminierungsstelle des Bundes. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 9. Juni 2018.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.antidiskriminierungsstelle.deVorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> 82,6 % 17,4 %
    Pew Research Center April–August 2017<ref name="pew" /> 75 % 23 %

    Estland

    Das Einkammerparlament Estlands stimmte am 20. Juni 2023 für die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare. Das beschlossene Gesetz trat mit dem 1. Januar 2024 in Kraft und gibt gleichgeschlechtlichen Paaren auch erstmals die Möglichkeit zur gemeinschaftlichen Adoption und zur Stiefkindadoption.<ref>Estland öffnet die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare. In: queer.de. 20. Juni 2023, abgerufen am 20. Juni 2023: „Das Einkammernparlament Estlands hat am Dienstag mit 55 zu 34 Stimmen bei einer Enthaltung für die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare gestimmt. Mit dem beschlossenen Gesetz wird das Familiengesetz so geändert, dass zwei Personen unabhängig ihres Geschlechts die Ehe eingehen können. Gleichgeschlechtliche Paare erhalten damit auch erstmals die Möglichkeit zur gemeinschaftlichen Adoption oder die Möglichkeit zur Stiefkindadoption.“</ref>

    Bereits im Januar 2017 hatte der Verwaltungsgerichtshof von Tallinn entschieden, dass eine gleichgeschlechtliche Ehe zwischen zwei Männern, die im Ausland geheiratet haben, in Estland anerkannt werden müsse.<ref name="queer170126">Estland: Erstmals Ehe zwischen Männern anerkannt. queer.de, 26. Januar 2017, abgerufen am 19. September 2017.</ref>

    Umfragen zur gleichgeschlechtlichen Ehe in EstlandDatei:Flag of Estonia.svg Estland
    Umfrageinstitut Datum Dafür Dagegen
    ASi 13. September 2012<ref name="ASi">Uuring: eestlased pole samasooliste kooselu registreerimise vastu. 13. September 2012, abgerufen am 26. Januar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> 34 % 60 %
    EHRC 10. April 2017<ref name="EHRC">EHRC Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Avaliku arvamuse uuring LGBT teemadel (2017).] Estonian Human Rights Center, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> 39 % 53 %
    Turu-uuringute AS 9. Mai 2023<ref name="Turu-uuringute AS">Majority of Estonian residents support same-sex marriage. In: ERR News. 9. Mai 2023, abgerufen am 26. Januar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> 53 % 39 %

    Finnland

    In Finnland haben gleichgeschlechtliche Paare seit dem 1. März 2017 das Recht auf Eheschließung.<ref>Gleichgeschlechtliche Paare in Finnland dürfen heiraten. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 1. März 2017</ref>

    Im September 2013 startete eine Unterschriftensammlung der Organisation Tahdon 2013 mit dem Ziel, über eine Volksinitiative einen Gesetzesentwurf zur Änderung des Ehegesetzes in das Parlament einzubringen. Die Aktivisten sammelten bei ihrer Kampagne über 160.000 Unterschriften.<ref>Finnland: 13.000 Kirchenaustritte nach Streit über Homo-Ehe. In: Spiegel Online, 1. Dezember 2014</ref>

    Der Entwurf wurde am 13. Dezember 2013 in das Parlament eingebracht; die erste Lesung fand am 20. Februar 2014 statt. Im Justizausschuss fand am 25. Juni 2014 eine Abstimmung statt, in der der Entwurf mit 10 zu 6 Stimmen abgelehnt wurde. Der Bericht, mit der Empfehlung an das Plenum, das Gesetzesvorhaben zu verwerfen, wurde am 20. November 2014 veröffentlicht. In einer Parlamentsabstimmung am 28. November 2014 wurde der Bericht jedoch mit 105 zu 92 Stimmen abgewiesen. Der Gesetzesentwurf wurde am 3. Dezember 2014 vom Großen Ausschuss und am folgenden Tag nochmals vom Plenum beraten. Am 12. Dezember 2014 wurde der Gesetzentwurf in einer Parlamentsabstimmung mit 101 zu 90 Stimmen angenommen.

    Damit das reformierte Ehegesetz seine Wirkung entfalten und tatsächlich auf gleichgeschlechtliche Paare angewandt werden konnte, mussten jedoch noch Rahmengesetze verabschiedet werden. Ein entsprechender Gesetzesentwurf wurde am 15. Oktober 2015 in das Parlament eingebracht. Die erste Lesung fand am 22. Oktober 2015 statt.<ref>RP 65/2015 rd Regeringens proposition till riksdagen med förslag till vissa lagändringar till följd av en ändring av äktenskapslagen</ref> Am 11. Dezember 2015 empfahl der Rechtsausschuss die Annahme des Gesetzentwurfs mit einigen Änderungen.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Valiokunnan mietintö LaVM 7/2015 vp HE 65/2015 vp.] In: Parliament of Finland. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 1. März 2017.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Der Gesetzentwurf wurde am 17. Februar 2016 in einer Parlamentsabstimmung mit 106 zu 42 Stimmen angenommen.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Parliament approves same-sex marriage legislation.] In: Yle. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 1. März 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Das Gesetz<ref>Lag om ändring av äktenskapslagen</ref> trat am 1. März 2017 in Kraft.<ref>Lag om ändring av äktenskapslagen</ref>

    Umfragen zur gleichgeschlechtlichen Ehe in Finnland[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Finnland
    Umfrageinstitut Datum Dafür Dagegen
    Taloustutkimus 13. Mai 2014<ref>yle.fi</ref> 65 % 27 %
    Pew Research Center April–August 2017<ref name="pew" /> 64 % 26 %

    Frankreich

    In Frankreich haben gleichgeschlechtliche Paare seit dem 18. Mai 2013 das Recht auf Eheschließung. An diesem Tag trat das entsprechende Gesetz in Kraft. Frankreich war damit das 9. Land in Europa und das 14. Land weltweit, das die gleichgeschlechtliche Ehe einführte.<ref name="lepoint2022">Isabelle Missiaen: Dix ans du mariage pour tous : le bilan en chiffres. In: lepoint.fr. 22. April 2023, abgerufen am 22. April 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Das erste gleichgeschlechtliche Paar schloss am 29. Mai 2013 in Montpellier die Ehe.<ref>Erste Homo-Ehe in Frankreich geschlossen. In: spiegel.de, 29. Mai 2013, abgerufen am 30. Mai 2013.</ref> Dabei war Gleichstellungsministerin Najat Vallaud-Belkacem anwesend, allerdings nicht in offizieller Funktion, sondern als Freundin des Paares.<ref>Matthieu Deprieck: Premier mariage gay: pourquoi Najat Vallaud-Belkacem est la seule ministre à Montpellier. In: L’Express. 29. Mai 2013, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 30. Mai 2013; abgerufen am 30. Mai 2013 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

    Seit 1999 gab es bereits den zivilen Solidaritätspakt ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), PACS), eine eingetragene Lebensgemeinschaft, die sowohl Paaren gleichen als auch unterschiedlichen Geschlechts offensteht.<ref>Le pacte civil de solidarité, réflexions et propositions de réforme. In: vie-publique.fr. 1. November 2004, abgerufen am 22. April 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> 2011 hatte das Verfassungsgericht in Paris entschieden, dass es nicht gegen die Verfassung verstoße, gleichgeschlechtlichen Paaren die Ehe zu verwehren. Gleichzeitig sei dem Gesetzgeber freigestellt, ob er gleichgeschlechtlichen Paaren die Ehe ermöglichen wolle. Die konservative Regierung unter dem Staatsoberhaupt Nicolas Sarkozy hatte sich jedoch stets dagegen ausgesprochen.<ref>Bald Eheöffnung in Frankreich? In: Queer.de.</ref><ref>L’interdiction du mariage homosexuel est conforme à la Constitution. 28. Januar 2011, abgerufen am 26. Januar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

    Die Präsidentschaftswahlen im Mai 2012 gewann François Hollande, der im Wahlkampf versprochen hatte, die gleichgeschlechtliche Ehe einzuführen.<ref>Frankreich: Ehe-Öffnung für 2013 angekündigt. In: Queer.de</ref> Ein entsprechender Gesetzesentwurf, der zudem ein gemeinschaftliches Adoptionsrecht beinhaltete, wurde im November 2012 vom Kabinett verabschiedet<ref>Frankreich: Kabinett beschließt Ehe-Öffnung. In: Queer.de, 7. November 2012.</ref> und am 12. Februar 2013 in der Nationalversammlung beschlossen. Am 9. April 2013 stimmten auch die Abgeordneten des Senats, in dem die Regierungsparteien über die Mehrheit verfügten, dem Entwurf zu.<ref>Erfolg nach Zehn-Stunden-Debatte: Französischer Senat bewilligt Homo-Ehe in Frankreich. In: focus.de, 10. April 2013, abgerufen am 11. April 2013.</ref> Die übrigen Teilgesetze, darunter auch das gemeinschaftliche Adoptionsrecht, wurden einen Tag später beschlossen. Eine zweite Lesung des Gesetzes im Parlament erfolgte im Mai 2013.<ref>Gleichstellung: Homosexuelle Paare in Frankreich dürfen bald heiraten. In: fr-online.de, 12. April 2013, abgerufen am 12. April 2013.</ref>

    Das Vorhaben sorgte für erbitterte Kontroversen in der Öffentlichkeit. Als Hintergrund wurde auf eine seit der Französischen Revolution bestehende Spaltung des Landes in Anhänger und Gegner der Monarchie und der Rechte der katholischen Kirche verwiesen.<ref>Thomas Hanke: Homo-Ehe: Das gespaltene Frankreich. In: Handelsblatt Online. 27. Mai 2013, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 13. Dezember 2013; abgerufen am 27. Mai 2013.</ref> Im Januar 2013 demonstrierten zwischen 300.000 (laut Polizei) und 800.000 (laut der demonstrierenden Organisation) Menschen gegen die Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe.<ref>Hunderttausende gegen Homo-Ehe. In: tagesschau.de. 13. Januar 2013, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 9. Januar 2014; abgerufen am 3. März 2016.</ref> Kurz darauf demonstrierten 125.000 (Polizei) / 400.000 (Organisation) Menschen für die Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe.<ref>Massendemo für die Ehe-Öffnung. In: Queer.de, 27. Januar 2013, abgerufen am 27. November 2025.</ref> Zwischen den Abstimmungen in den verschiedenen Kammern gab es weitere Protestaktionen der Gegner des Projektes, u. a. eine weitere Massendemonstration Ende März in Paris,<ref>Bilderstrecke leFigaro.fr, 27. März 2013.</ref> die je nach Quelle zwischen 300.000 (Polizei) und 1,4 Millionen (Organisation) Personen versammelte.<ref>Mariage gay ; les organisateurs promettent « une nouvelle manifestation ». In: Le Monde. 24. März 2013 (lemonde.fr [abgerufen am 26. Januar 2025]).</ref>

    Am 12. Februar 2013 nahm die Nationalversammlung das Gesetz zur Eheöffnung und das Recht gleichgeschlechtlicher Ehepaare, Kinder zu adoptieren, mit einer Mehrheit von 329 zu 229 Stimmen an.<ref>Analyse du scrutin: Scrutin public sur l’ensemble du projet de loi ouvrant le mariage aux couples de personnes de même sexe. Assemblée nationale, 12. Februar 2013, abgerufen am 28. April 2013 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die bürgerlichen Oppositionsparteien stimmten nahezu geschlossen dagegen.

    Ergebnis der Abstimmung in der Assemblée nationale am 12. Februar 2013
    Groupe Pro Kontra Neutral Abstimmende/Gesamt
    Parti socialiste (PS) und Assoziierte 283 004 05 292/295
    Europe Écologie-Les Verts 017 000 00 17/17
    Parti radical de gauche und Assoziierte 013 002 00 15/16
    Union pour un mouvement populaire (UMP) 003 187 05 195/196
    Nouveau Centre und Assoziierte 004 025 00 29/29
    Parti communiste und Assoziierte 009 004 00 13/15
    Andere und Fraktionslose 000 007 00 7/7
    Gesamt 329 229 10 568/575

    Am 12. April stimmte auch der französische Senat mit einer Mehrheit von 171:165 dem Gesetz mit kleineren Änderungen zu.<ref>Mariage pour tous: le détail du vote au Sénat. Abgerufen am 28. April 2013 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Daraufhin wurde die modifizierte Gesetzesvorlage erneut der französischen Nationalversammlung vorgelegt. Diese nahm das Gesetz am 23. April 2013 erneut, diesmal mit einer Mehrheit von 331:225 Stimmen, an.<ref>Analyse du scrutin n° 511, Deuxième séance du 23/04/2013: Scrutin public sur l’ensemble du projet de loi ouvrant le mariage aux couples de personnes de même sexe (2e lecture). Assemblée nationale, 23. April 2013, abgerufen am 28. April 2013 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

    Datei:French parliament votes for same-sex marriage.ogv
    Abstimmung am 23. April 2013 im französischen Parlament über die Öffnung der Ehe
    Zweite Lesung des Gesetzes in der Assemblée nationale am 23. April 2013
    Groupe Pro Kontra Neutral Abstimmende/Gesamt
    Parti socialiste (PS) und Assoziierte 281 004 04 289/292
    Europe Écologie-Les Verts 017 000 00 17/17
    Parti radical de gauche und Assoziierte 013 002 00 15/16
    Union pour un mouvement populaire (UMP) 006 183 05 194/196
    Nouveau Centre und Assoziierte 005 025 00 30/30
    Parti communiste und Assoziierte 009 004 01 14/15
    Andere und Fraktionslose 000 007 00 7/8
    Gesamt 331 225 10 566/575

    Am 17. Mai 2013 unterzeichnete Präsident François Hollande das Gesetz (Promulgation), am 18. Mai wurde es im Journal officiel veröffentlicht.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />tagesschau.de: Homo-Ehe in Frankreich nun offiziell, Hollande unterzeichnet Gesetz (Memento vom 7. Juni 2013 im Internet Archive)</ref> Da im Gesetz kein besonderes Datum des Inkrafttretens genannt wurde, trat es, wie in Frankreich üblich, am Tage der Veröffentlichung in Kraft.

    Das Gesetz modifizierte zugleich das internationale Privatrecht Frankreichs dahingehend, dass eine Ehe zwischen zwei Personen gleichen Geschlechts in Frankreich auch dann geschlossen werden kann, wenn nur das Recht eines Staates, dem einer der beiden Heiratswilligen angehört oder in dem er seinen Wohnsitz hat, die Ehe gleichgeschlechtlicher Paare erlaubt.<ref>Art. 202-1 Abs. 2 Code civil: « Toutefois, deux personnes de même sexe peuvent contracter mariage lorsque, pour au moins l’une d’elles, soit sa loi personnelle, soit la loi de l’Etat sur le territoire duquel elle a son domicile ou sa résidence le permet. »</ref> Nach einem Urteil des Berufungsgerichts Chambéry vom 22. Oktober 2013<ref>Cour d’appel de Chambéry, Urteil v. 22. Okt. 2013 – n° 13/02258; besprochen von Tobias Lutzi: Das neue französische IPR der gleichgeschlechtlichen Ehe und der ordre public international, IPRax 2014, 292.</ref> gilt dies auch für Heiratswillige, die einem Staat angehören, mit welchem Frankreich ein (grundsätzlich vorrangiges) bilaterales Abkommen über das auf Eheschließungen anwendbare Recht geschlossen hat (wie etwa Marokko); die stark umstrittene Entscheidung, gegen die noch im Dezember 2014 78 französische Juristen in einem offenen Brief protestiert hatten,<ref>La France imposera-t-elle le mariage homosexuel au Maroc? In: Figaro Vox, 15. Dezember 2014.</ref> wurde 2015 höchstrichterlich durch den französischen Kassationshof bestätigt.<ref>Cour de cassation, Première chambre civile, Urteil v. 28. Januar 2015 – n° 13/50059; besprochen von Tobias Lutzi: Der gleichberechtigte Zugang zur Ehe als Teil des französischen ordre public international, IPRax 2015, 381.</ref>

    Umfragen zur gleichgeschlechtlichen Ehe in Frankreich[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Frankreich
    Umfrageinstitut Datum Dafür Dagegen
    Ifop 29. Mai 2013<ref name="ifop" /> 52 % 48 %
    BVA 26. April 2014<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />bva.fr (Memento des Vorlage:IconExternal vom 19. Juni 2023 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bva.fr</ref> 55 % 42 %
    Ifop 15. November 2014<ref>atlantico.fr</ref> 68 % 32 %
    Eurobarometer Mai/Juni 2015<ref name="Eurobarometer2015" /> 67 % 31 %
    Pew Research Center April–August 2017<ref name="pew" /> 73 % 23 %
    Statista 7. Juni 2022<ref>Opinion des Français vis-à-vis du mariage pour les couples du même sexe en 2021. Statista, 7. Juni 2022, abgerufen am 22. April 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), 19 % der Befragten erklärten, in der Frage unentschieden zu sein).</ref> 59 % 22 %

    In den ersten zehn Jahren seit Einführung der Ehe für alle wurden in Frankreich 70.000 gleichgeschlechtliche Ehen geschlossen. Ihr Anteil lag Anfang der 2020er Jahre bei etwa 3 % aller Eheschließungen. 2022 heirateten in Frankreich etwa 7.000 gleichgeschlechtliche Paare, während in demselben Zeitraum etwa 10.000 neue Lebenspartnerschaften (PACS) zwischen Menschen gleichen Geschlechts eingetragen wurden. Demgegenüber blieben bei heterosexuellen Paaren die Eheschließungen zahlreicher als die abgeschlossenen PACSe.<ref name="lepoint2022" />

    Mehrere Spitzenpolitiker der bürgerlichen Rechten, die sich in der Debatte zur Einführung 2012–2013 gegen die Ehe für alle ausgesprochen hatten, bekannten später, ihre Meinung geändert zu haben, darunter bereits 2014 Valérie Pécresse (Präsidentschaftskandidatin 2022 Les Républicains) und 2023 Innenminister Gérald Darmanin.<ref name="lepoint2022" />

    Griechenland

    In Griechenland haben gleichgeschlechtliche Paare ein Recht auf Eheschließung. Am 23. Dezember 2015 beschloss das griechische Parlament zunächst die Einführung eingetragener Lebenspartnerschaften für Personen gleichen Geschlechts.<ref>Athen billigt gleichgeschlechtliche Partnerschaft. In: Tagesschau.de, 23. Dezember 2015</ref><ref>Griechenland gibt Homo-Paaren die „Ehe light“. In: queer.de, 22. Dezember 2015</ref> Am 15. Februar 2024 folgte der Beschluss, auch die gleichgeschlechtliche Ehe einzuführen.<ref>Lisa Pausch: Griechenland: Griechenland erlaubt gleichgeschlechtliche Ehen. In: Die Zeit. 16. Februar 2024, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 26. Januar 2025]).</ref> Die erste Eheschließung fand Anfang März statt.<ref>Tasos Kokkinidis: First Wedding of Same-Sex Couple Takes Place in Greece. In: Greek Reporter, 3. März 2024.</ref>

    Im Jahr 2008 entdeckte die Organisation OLKE, die für die Rechte Homosexueller in Griechenland kämpft, dass im griechischen Ehegesetz nur von „Personen“, nicht aber von einer Verschiedengeschlechtlichkeit als Voraussetzung für eine Eheschließung die Rede ist. Daraufhin vollzog der Bürgermeister von Tilos, Anastasios Aliferis, am 3. Juni 2008 gleichgeschlechtliche Eheschließungen. Diese Ehen wurden jedoch nur wenig später von griechischen Gerichten für nichtig erklärt.

    Umfragen zur gleichgeschlechtlichen Ehe in Griechenland Griechenland
    Umfrageinstitut Datum Dafür Dagegen
    Kapa Research 20. September 2010<ref>Article. In: Ta Nea (tanea.gr). 8. Dezember 2006, abgerufen am 26. Januar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> 39 % 52 %
    Focus Bari 12. Mai 2015<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />focusbari.gr (Memento vom 23. Juli 2019 im Internet Archive)</ref> 56 % 35 %
    Metron Analysis 28. Januar 2024<ref>Public opinion in Greece favours same-sex marriage but raises concerns on adoption. In: Neos Kosmos. 28. Januar 2024, abgerufen am 26. Januar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> 62 % 36 %

    Irland

    In Irland haben gleichgeschlechtliche Paare das Recht auf Eheschließung.

    Im Januar 2015 brachte die Regierung einen Gesetzentwurf zu einer Verfassungsreform in das Parlament ein. Nachdem das Repräsentantenhaus dem Entwurf am 11. März 2015 zugestimmt hatte, wurde er am 27. März 2015 mit 29 zu 3 Stimmen auch vom Senat angenommen.<ref>Thirty-fourth Amendment of the Constitution (Marriage Equality) Act 2015 – No. C34 of 2015. Houses of the Oireachtas, 21. Januar 2015, abgerufen am 26. Januar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Verfassungsänderungen bedürfen neben der Zustimmung des Parlaments auch der Zustimmung des Volkes. Ein Referendum wurde am 22. Mai 2015 abgehalten und der Gesetzentwurf dabei mit 62,1 % angenommen. Der Präsident unterzeichnete den Gesetzentwurf am 29. August 2015.

    Ein von der Regierung erarbeiteter Gesetzentwurf zur Änderung des Ehegesetzes, um der verfassungsrechtlichen Definition der Ehe Wirkung zu verleihen, wurde am 23. September 2015 in das Parlament eingebracht. Die Zustimmung durch das Repräsentantenhaus erfolgte am 7. Oktober 2015. Der Senat stimmte am 22. Oktober 2015 zu. Die Presidential Commission, die Vertretung des Präsidenten bei dessen Abwesenheit, unterzeichnete den Gesetzentwurf am 29. Oktober 2015. Das Gesetz trat zum 16. November 2015 in Kraft.<ref>Marriage Act 2015 – No. 35 of 2015. Houses of the Oireachtas, 15. September 2015, abgerufen am 26. Januar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

    Umfragen zur gleichgeschlechtlichen Ehe in Irland Irland
    Umfrageinstitut Datum Dafür Dagegen
    Red C 21. Februar 2014<ref>Henry McDonald: Majority of Irish voters support legal marriage for LGBT couples – poll. In: The Guardian. 21. Februar 2014, ISSN 0261-3077 (theguardian.com [abgerufen am 26. Januar 2025]).</ref> 76 % 19 %
    Pew Research Center April–August 2017<ref name="pew" /> 66 % 27 %

    Island

    In Island haben gleichgeschlechtliche Paare das Recht auf Eheschließung.

    Am 11. Juni 2010 stimmte das isländische Parlament einstimmig einem Gesetz zur Öffnung der Ehe zu. Nach Ratifizierung durch den Staatspräsidenten trat es am 27. Juni in Kraft.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Zum ersten Mal in Island: Regierungschefin heiratet eine Frau. (Memento vom 3. Juli 2010 im Internet Archive) In: RP Online, 28. Juni 2010. Abgerufen am 30. Juni 2010</ref>

    Italien

    In Italien haben gleichgeschlechtliche Paare kein Recht auf Eheschließung.

    Am 15. März 2013 brachten einzelne Abgeordnete zwei Gesetzesentwürfe zur Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare in den Senat ein. Ein dritter Entwurf wurde am 5. April 2013 eingebracht. Die Beratungen durch die zuständigen Ausschüsse wurden am 18. Juni 2013 aufgenommen.<ref>Atto Senato n. 15</ref><ref>Atto Senato n. 204</ref><ref>Atto Senato n. 393</ref>

    Im Februar 2015 entschied der Oberste Gerichtshof, dass ein Recht auf gleichgeschlechtliche Eheschließung nicht aus der Verfassung abgeleitet werden kann.<ref>Michael K. Lavers: Italy high court rejects same-sex marriage. 12. Februar 2015, abgerufen am 26. Januar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im Februar 2016 stimmte der italienische Senat, im Mai des gleichen Jahres die Abgeordnetenkammer für die Einführung von eingetragenen Partnerschaften. Gleichgeschlechtliche Paare werden damit u. a. im Namensrecht, Erbrecht und beim Bezug von Sozialleistungen mit Ehepaaren gleichgestellt.<ref>Renzi setzt Gesetz zur Stärkung homosexueller Paare im Senat durch. In: Die Zeit, 25. Februar 2016, abgerufen am 31. März 2016</ref>

    Umfragen zur gleichgeschlechtlichen Ehe in Italien[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Italien
    Umfrageinstitut Datum Dafür Dagegen
    Ifop 29. Mai 2013<ref name="ifop" /> 42 % 58 %
    Demos 14. Oktober 2014<ref>demos.it</ref> 55 % 42 %
    Eurobarometer Mai/Juni 2015<ref name="Eurobarometer2015" /> 55 % 35 %
    Pew Research Center April–August 2017<ref name="pew" /> 59 % 38 %

    Kroatien

    In Kroatien haben gleichgeschlechtliche Paare kein Recht auf Eheschließung.

    Gleichgeschlechtliche Paare haben seit dem 5. August 2014 die Möglichkeit, eine eingetragene Lebenspartnerschaft zu begründen, welche mit den gleichen Pflichten und Rechten wie die Zivilehe ausgestattet ist. Die einzige Ausnahme bildet die Adoption von Kindern. Jedoch ist der sog. Partnerschafts-Vormund der Stiefkindadoption ähnlich.

    Am 1. Dezember 2013 stimmten bei einem von der Organisation „Im Namen der Familie“ initiierten Volksentscheid etwa zwei Drittel der Wähler für und etwa ein Drittel der Wähler gegen die verfassungsrechtliche Definition der Ehe als eine Verbindung von Mann und Frau. Knapp 38 % der kroatischen wahlberechtigten Bevölkerung beteiligten sich an diesem Volksentscheid.<ref>ksta.de</ref>

    Umfragen zur gleichgeschlechtlichen Ehe in Kroatien[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Kroatien
    Umfrageinstitut Datum Dafür Dagegen
    Pilar’s barometer 4. Juni 2014<ref>barometar.pilar.hr</ref> 17 % 61 %
    Eurobarometer Mai/Juni 2015<ref name="Eurobarometer2015" /> 37 % 54 %

    Liechtenstein

    In Liechtenstein haben gleichgeschlechtliche Paare seit dem 1. Januar 2025 ein Recht auf Eheschließung. Zuvor hatten gleichgeschlechtliche Paare das Recht, ihre Partnerschaft eintragen zu lassen.

    Am 16. Mai 2024 stimmten im Liechtensteiner Landtag 24 von 25 Abgeordneten für die Ehe für alle. Das neue Gesetz trat am 1. Januar 2025 in Kraft.<ref>Liechtenstein sagt Ja zur Ehe für alle! DBNA, 21. Mai 2024, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 25. Mai 2024; abgerufen am 25. Mai 2024.</ref>

    Luxemburg

    In Luxemburg haben gleichgeschlechtliche Paare das Recht auf Eheschließung.

    Am 18. Juni 2014 beschloss das luxemburgische Parlament die Öffnung der Ehe mit 56 Ja-Stimmen und 4 Nein-Stimmen. Alle Regierungsparteien sowie die christlich-demokratische Oppositionspartei stimmten für die Eheöffnung.<ref>Nur vier Gegenstimmen: Luxemburg öffnet Ehe für Schwule und Lesben. Abgerufen am 26. Januar 2025.</ref>

    Umfragen zur gleichgeschlechtlichen Ehe in Luxemburg Luxemburg
    Umfrageinstitut Datum Dafür Dagegen
    Politmonitor 10. März 2013<ref>Politmonitor: Breite Mehrheit für Homo-Ehe. In: Luxemburger Wort. 10. Mai 2013, abgerufen am 26. Januar 2025.</ref> 82 % 17 %

    Malta

    In Malta haben gleichgeschlechtliche Paare das Recht auf Eheschließung.

    Am 12. Juli 2017 beschloss das maltesische Parlament ein Gesetz zur Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare.<ref name="MaltaParlament" />

    Umfragen zur gleichgeschlechtlichen Ehe in MaltaDatei:Flag of Malta.svg Malta
    Umfrageinstitut Datum Dafür Dagegen
    MaltaToday 5. Juni 2012<ref>maltatoday.com.mt</ref> 46 % 51 %
    Eurobarometer Mai/Juni 2015<ref name="Eurobarometer2015" /> 65 % 29 %

    Niederlande

    In den Niederlanden und ihren drei Besonderen Gemeinden in der Karibik haben gleichgeschlechtliche Paare das Recht auf Eheschließung. In den karibischen Ländern des KönigreichsAruba, Curaçao und Sint Maarten – kann die gleichgeschlechtliche Ehe zwar nicht geschlossen werden, innerhalb des Königreichs geschlossene Ehen müssen laut einem Gerichtsurteil des Hohen Rates von 2007 aber anerkannt werden.<ref>Aruba moet homohuwelijk erkennen. In: De Volkskrant. 13. April 2007, abgerufen am 30. Januar 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

    Als erstes Land der Welt öffneten die Niederlande mit dem Gesetz zur Öffnung der Ehe {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) vom 21. Dezember 2000 die Ehe. Der Gesetzentwurf wurde während der zweiten Legislaturperiode des aus PvdA, VVD und D66 bestehenden „violetten Kabinetts“ vorgeschlagen. In beiden Kammern der Generalstaaten stimmten zusätzlich SP und GroenLinks dafür und die christlichen Parteien CDA, RPF/GPV und SGP dagegen. In der Zweiten Kammer stimmten jedoch drei Mitglieder von CDA für und ein Mitglied von PvdA gegen den Entwurf.<ref>Wet openstelling huwelijk. In: Eerste Kamer. Abgerufen am 24. Januar 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Das Gesetz trat zum 1. April 2001 in Kraft.<ref name="CBC.ca" /> Für die Besonderen Gemeinden wurde 2010 beschlossen, dass die gleichgeschlechtliche Ehe nach der Auflösung der Niederländischen Antillen ebenfalls dort gelten soll.<ref>Homohuwelijk op drie Antilliaanse eilanden legaal. In: NRC Handelsblad. 12. Mai 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 30. Januar 2016; abgerufen am 30. Januar 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Ein entsprechendes Gesetz wurde im selben Jahr erlassen und trat am 10. Oktober 2012 in Kraft.<ref>Wet van 17 mei 2010 tot aanpassing van wetten in verband met de nieuwe staatsrechtelijke positie van Bonaire, Sint Eustatius en Saba als openbaar lichaam binnen Nederland, Staatsblad 2010, 350, abgerufen am 30. Januar 2016 (niederländisch).</ref><ref>Eerste homohuwelijk in Caribisch Nederland. In: De Volkskrant. 4. Dezember 2012, abgerufen am 30. Januar 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

    Umfragen zur gleichgeschlechtlichen Ehe in den NiederlandeDatei:Flag of the Netherlands.svg Niederlanden
    Umfrageinstitut Datum Dafür Dagegen
    Ifop 29. Mai 2013<ref name="ifop" /> 85 % 15 %
    Eurobarometer Mai/Juni 2015<ref name="Eurobarometer2015" /> 91 % 7 %
    Pew Research Center April–August 2017<ref name="pew" /> 86 % 10 %

    Norwegen

    In Norwegen haben gleichgeschlechtliche Paare das Recht auf Eheschließung. Am 11. Juni 2008 beschloss das norwegische Parlament ein Gesetz zur Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare, das am 1. Januar 2009 in Kraft trat.<ref name="CBC.ca">Same-sex marriage around the world. In: CBC News Canada, 29. Mai 2009, aktualisiert am 7. Februar 2012.</ref><ref>Norwegen: Ehe-Öffnung steht bevor. In: Queer.de, 6. Juni 2008</ref><ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Norway legalises gay marriage.] In: Pink News. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 9. Juni 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Am 30. Januar 2017 beschloss die Generalsynode der Lutherischen Volkskirche {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) eine Liturgie für die kirchliche Trauung von gleichgeschlechtlichen Paaren.<ref name="WZOnline">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Kirchliche Trauung für Homosexuelle.] In: Wiener Zeitung. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 9. Juni 2018.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

    Umfragen zur gleichgeschlechtlichen Ehe in NorwegenDatei:Flag of Norway.svg Norwegen
    Umfrageinstitut Datum Dafür Dagegen
    Ipsos 18. Juni 2013<ref name="ipsos" /> 78 % 17 %
    Pew Research Center April–August 2017<ref name="pew" /> 72 % 19 %

    Österreich

    In Österreich hatten gleichgeschlechtliche Paare bis Ende 2018 kein Recht auf Eheschließung, mit Ausnahme von fünf gleichgeschlechtlichen Paaren, die mit einer Klage vor dem Verfassungsgerichtshof Recht bekamen. Die Heirat zweier Frauen am 12. Oktober 2018 gilt als die erste gleichgeschlechtliche Trauung in Österreich.<ref>In Wien gab sich erstes gleichgeschlechtliches Paar das Jawort – derStandard.at. Abgerufen am 15. Juni 2019.</ref>

    Am 20. November 2013 brachte die Partei Die Grünen – Die Grüne Alternative einen Gesetzesentwurf zur Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare in den Nationalrat ein. Die erste Lesung fand am 17. Dezember 2013 statt. Im Anschluss an die erste Lesung wurde der Entwurf an den Justizausschuss weitergeleitet, welcher am 25. Juni 2014 die weitere Beratung vorläufig aussetzte.<ref>Allgemeines bürgerliches Gesetzbuch, Änderung | Parlament Österreich. Abgerufen am 26. Januar 2025.</ref> Am 12. Juni 2014 brachte die Partei NEOS – Das Neue Österreich und Liberales Forum einen Gesetzentwurf in den Nationalrat ein. Die erste Lesung fand am 24. September 2014 statt.<ref>Allgemeines bürgerliches Gesetzbuch, Änderung | Parlament Österreich. Abgerufen am 26. Januar 2025.</ref>

    Ein Entschließungsantrag der Partei Die Grünen – Die Grüne Alternative wurde am 18. Juni 2015 noch mit 110 zu 26 Stimmen vom Nationalrat abgelehnt. Am 29. Juni 2017 – nachdem die ÖVP unter Sebastian Kurz die Koalition mit der SPÖ aufgekündigt hatte – wurde auch der Antrag der NEOS zur Abstimmung gebracht. Er wurde von der SPÖ, den Grünen und NEOS unterstützt. Da jedoch alle Abgeordneten der ÖVP, der FPÖ und des Teams Stronach gegen den Antrag stimmten, fand die gleichgeschlechtliche Ehe in Österreich erneut keine Mehrheit.

    Am 17. Oktober 2017 gab der österreichische Verfassungsgerichtshof bekannt, dass er die „Ehe für alle“ prüfe, da eine Differenzierung zwischen eingetragener Partnerschaft und Ehe eventuell eine unzulässige Diskriminierung von Personen gleichgeschlechtlicher sexueller Orientierung sei.<ref>news.ORF.at. Abgerufen am 17. Oktober 2017.</ref> Mit einem Erkenntnis vom 4. Dezember 2017<ref>Erkenntnis G 258-259/2017-9 vom 4. Dezember 2017. (PDF) In: Website des österreichischen Verfassungsgerichtshofs. 4. Dezember 2017, abgerufen am 5. Dezember 2017.</ref> hob das Höchstgericht die gesetzlichen Regeln mit 31. Dezember 2018 auf, welche gleichgeschlechtlichen Paaren bisher den Zugang zur Ehe verwehrten, und gleichzeitig auch jene Regelungen, die verschiedengeschlechtlichen Paaren den Zugang zur eingetragenen Partnerschaft verbauten. Die „Ehe für alle“ trat am 1. Jänner 2019 in Kraft.<ref>VfGH macht Weg für „Ehe für alle“ frei. In: news.ORF.at. 5. Dezember 2017, abgerufen am 5. Dezember 2017.</ref><ref>Verfassungsgericht öffnet Ehe für Homosexuelle ab 2019. In: derStandard.at. 5. Dezember 2017, abgerufen am 5. Dezember 2017.</ref> Als erstes gleichgeschlechtliches Paar nach der Öffnung der „Ehe für alle“ heirateten zwei Frauen am 1. Jänner 2019 um 0:05 Uhr in Velden am Wörther See.<ref>Erste „Ehe für Alle“ um kurz nach Mitternacht geschlossen. In: derStandard.at. Abgerufen am 2. Januar 2019.</ref> Seit 1. August 2019 dürfen auch gleichgeschlechtliche Paare, bei denen ein Partner aus einem Land stammt, in dem die gleichgeschlechtliche Ehe nicht möglich ist, in Österreich die Ehe schließen.<ref>Nationalrat beseitigt letzte Hürden bei der „Ehe für alle“. In: Parlamentskorrespondenz Nr. 764. Österreichisches Parlament, 2. Juli 2019, abgerufen am 1. August 2019.</ref>

    Umfragen zur gleichgeschlechtlichen Ehe in Osterreich[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Österreich
    Umfrageinstitut Datum Dafür Dagegen
    Market-Institut Linz 3. November 2013<ref>Umfrage: Mehrheit will Ehe und Adoptionsrecht für Homosexuelle. In: derStandard.at. 3. November 2013, abgerufen am 3. Dezember 2017.</ref> 61 % 33 %
    Market/ORF 21. Mai 2014<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Österreich, ein Hafen der Ehe.] In: Wiener Zeitung. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 9. Juni 2018.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> 73 % 24 %
    Eurobarometer Mai/Juni 2015<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Discrimination in the EU in 2015.] , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> 71 % 23 %
    Pew Research Center April–August 2017<ref name="pew" /> 72 % 25 %

    Polen

    In Polen haben gleichgeschlechtliche Paare kein Recht auf Eheschließung. Es stehen ihnen auch keine anderen Rechtsinstitute wie eingetragene Partnerschaft offen.

    Der auf Initiative der damaligen Senatsmarschallin Alicja Grześkowiak in die Verfassung vom 2. April 1997 aufgenommene Artikel 18 weist den nachfolgenden Wortlaut auf:

    „Małżeństwo jako związek kobiety i mężczyzny, rodzina, macierzyństwo i rodzicielstwo znajdują się pod ochroną i opieką Rzeczypospolitej Polskiej.”

    „Die Ehe als Verbindung von Frau und Mann, Familie, Mutterschaft und das Elternrecht stehen unter Schutz und in Obhut der Republik Polen.“<ref>Konstytucja Rzeczypospolitej Polskiej</ref><ref>Verfassung der Republik Polen</ref>

    Die im politischen Diskurs vorherrschende Meinung ist, dass dieser Artikel die Ehe als Verbindung von Frau und Mann definiert und höchstens die Einführung von eingetragenen Partnerschaften zulässt.<ref>Miller: „Związki partnerskie można przyjąć w oparciu o obecną konstytucję”. In: gazeta.pl, 22. März 2013, abgerufen am 28. Dezember 2020.</ref> Eine abweichende Meinung, am prominentesten vertreten von der ehemaligen Beauftragten für Bürgerrechte, Oberverwaltungsrichterin und Verfassungsrichterin Ewa Łętowska, sowie vom Warschauer Juraprofessor Michał Pietrzak, ist, dass, der Semantik des Satzes folgend, die Verfassung lediglich den besonderen Schutz von Ehen als Verbindung von Frau und Mann begründet. Demnach garantiere die Verfassung zwar keinen besonderen Schutz von Ehen, die keine Verbindung von Frau und Mann sind, verbiete diese jedoch auch nicht, so dass sie durch ein einfaches Gesetz eingeführt werden könnten.<ref>Prof. Łętowska: małżeństwa jednopłciowe można wprowadzić bez zmiany konstytucji. In: prawo.pl, 12. September 2015, abgerufen am 28. Dezember 2020.</ref><ref>Małgorzata Łojkowska: Konstytucja nie zakazuje małżeństw jednopłciowych. In: polityka.pl, 12. Februar 2019, abgerufen am 28. Dezember 2020.</ref>

    Für die im Ausland geschlossenen Ehen ist es für polnische Bürger erforderlich, die ausländische Eheurkunde in eine polnische Eheurkunde umzuschreiben, um den geänderten Familiennamen in Ausweisdokumenten führen zu können. Gemäß der Rechtsprechung des Naczelny Sąd Administracyjny (Oberstes Verwaltungsgericht, AZ II OSK 1298/13 vom 17. Dezember 2014 und AZ II OSK 1112/16 vom 28. Februar 2018) dürfen jedoch für die im Ausland geschlossenen gleichgeschlechtlichen Ehen keine polnischen Urkunden erstellt werden, da dies dem Ordre public widerspreche.<ref>Aleksandra Tarka: Homoseksualny ślub nie może być uznany w Polsce. In: rp.pl, 2. März 2018, abgerufen am 5. Januar 2021.</ref><ref name="Sondel">Karolina Sondel-Maciejewska: Zawieranie przez obywateli polskich jednopłciowych związków małżeńskich i partnerskich za granicą a ich skutki na terenie RP. Abgerufen am 5. Januar 2021.</ref> Die im Ausland geschlossenen gleichgeschlechtlichen Ehen gelten als nichtig ex tunc.<ref name="Sondel" />

    Im Juni 2020 kündigte Robert Biedroń, Politiker der Vereinigten Linken, die Einreichung eines Gesetzesentwurfs über die gleichgeschlechtliche Ehe durch seine Partei an, obgleich er seiner Initiative selbst keinerlei Erfolgschancen einräumte.<ref>Renata Kim: Robert Biedroń złoży w sejmie ustawę o równości małżeńskiej. In: newsweek.pl, 19. Juni 2020, abgerufen am 16. Mai 2022.</ref> Der Entwurf wurde am 19. Juni 2020 durch die Sejm-Abgeordnete Anna Maria Żukowska zusammen mit dem Projekt des Gesetzes über eingetragene Partnerschaften eingereicht und mit dem Eingangsaktenzeichen EW-020-193/20 versehen, jedoch am 6. Juli 2020 durch die Sejmmarschallin zur (außerplenarischen) Beratung weitergeleitet und seitdem (Stand 16. Mai 2022) weder zur ersten Lesung angenommen noch sonst weiterverhandelt.<ref>Projekty ustaw skierowane do konsultacji (niezakończony proces legislacyjny). In: sejm.gov.pl, abgerufen am 16. Mai 2022.</ref><ref>projekt: Ustawa z dnia … 2020 roku o równości małżeńskiej. In: sejm.gov.pl, abgerufen am 16. Mai 2022.</ref>

    Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte gab im Dezember 2023 polnischen homosexuellen Paaren Recht, die ihr Land verklagt hatten, weil es dort keine Möglichkeit zur Eintragung einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft gibt.

    Der Europäische Gerichtshof entschied im November 2025, dass Polen gleichgeschlechtliche Ehen, die in anderen EU-Mitgliedstaaten geschlossen wurden, anerkennen muss.<ref>Egzona Hyseni, Martha Wilczynski: Polen muss gleichgeschlechtliche Ehe anerkennen. In: tagesschau.de. 25. November 2025, abgerufen am 25. November 2025.</ref>

    Umfragen zur gleichgeschlechtlichen Ehe in Polen Polen
    Umfrageinstitut Datum Dafür Dagegen
    CBOS April 2001<ref name="CBOS">Postawy wobec gejów i lesbijek. Kominikat z badań, Centrum Badania Opinii Społecznej (CBOS), Warschau 2010, S. 14; abgerufen am 5. Januar 2021.</ref> 24 % 69 %
    CBOS Juli 2005<ref name="CBOS" /> 22 % 72 %
    CBOS Mai 2008<ref name="CBOS" /> 18 % 76 %
    CBOS April 2010<ref name="CBOS" /> 16 % 78 %
    CBOS 9. Oktober 2013<ref>Piotr Pacewicz: Polski rekord tolerancji: 40 proc. z nas akceptuje związki partnerskie dla homoseksualistów. In: wyborcza.pl, 9. Oktober 2013, abgerufen am 28. Dezember 2020.</ref> 30 % k. A.
    Eurobarometer Mai/Juni 2015<ref name="Eurobarometer2015" /> 28 % 61 %
    IPSOS 26. Juni 2017<ref>Piotr Pacewicz: Po raz pierwszy w Polsce zwolennicy jednopłciowych związków partnerskich są w większości. Może już czas. In: OKO Press, 26. Juni 2017, abgerufen am 28. Dezember 2020.</ref> 38 % 57 %
    IPSOS 25. Februar 2019<ref>Anton Ambroziak: Rekordowe poparcie dla związków partnerskich i równości małżeńskiej, SONDAŻ OKO.press. In: OKO Press, 25. Februar 2019, abgerufen am 28. Dezember 2020.</ref> 41 % 54 %
    IBRiS 9. Dezember 2019<ref>Zuzanna Dąbrowska: Sondaż: Polacy nie chcą adopcji dzieci przez pary jednopłciowe. In: Rzeczpospolita, 9. Dezember 2019, abgerufen am 28. Dezember 2020. Zitat: „Jeszcze bardziej nieprzychylna jest opinia badanych dotycząca małżeństw jednopłciowych: 64,6 proc. jest im przeciw, a 27,2 – za.” („Noch stärker abweisend ist die Meinung hinsichtlich der gleichgeschlechtlichen Ehen: 64,6 % sind dagegen und 27,2 % dafür.“)</ref> 28,2 % 64,6 %
    CBOS 6.–16. September 2021<ref>Sondaż: W Polsce wciąż większość przeciw prawom dla par tej samej płci. In: Rzeczpospolita, 12. Oktober 2021, abgerufen am 16. Mai 2022. Zitat: „Również 34 proc. osób uważa, że pary jednopłciowe powinny mieć prawo do zawierania związków małżeńskich. Innego zdania jest 56 proc. badanych.” („Auch meinen 34 % der Personen, gleichgeschlechtliche Paare sollten das Recht auf die Schließung der Ehe haben. Gegenteiliger Meinung sind 56 % der Befragten.“)</ref> 34 % 56 %
    IPSOS 6.–8. September 2022<ref>Anton Ambroziak: Wyborcy opozycji: w przyszłym Sejmie chcemy równości małżeńskiej dla osób LGBT [SONDAŻ OKO.PRESS]. OKO Press, 22. September 2022, abgerufen am 23. September 2022.</ref> 48 % 47 %

    Portugal

    In Portugal haben gleichgeschlechtliche Paare das Recht auf Eheschließung.

    Im Oktober 2008 brachte die sozialistische Partei Bloco de Esquerda ein Gesetz zur Öffnung der Ehe ein.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Só eu sei porque Nao Fico em casa.] In: Diario de Noticias. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Die Vorlage wurde jedoch im Parlament abgelehnt.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Portuguese Parliament says no to gay marriage.] In: USA Today. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

    Im März 2009 kündigte die Regierung Portugals an, dass sie die Öffnung der Ehe unterstützen werde, wenn sie im Herbst wiedergewählt würde.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Casamentos na próxima legislatura.] In: Diário de Notícias. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

    Am 17. Dezember 2009 wurde bekannt, dass die damalige Regierung Portugals einen Gesetzentwurf vorbereitet hatte, der gleichgeschlechtliche Ehen ermöglichen sollte.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Regierung billigt Homo-Ehe in Portugal.] Rhein-Zeitung, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 4. Dezember 2013.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

    Am 8. Januar 2010 in Erster Lesung und am 12. Februar 2010 in Zweiter Lesung nahm das Parlament in Lissabon das Gesetz an.<ref>Portugals Parlament stimmt für Homo-Ehe. In: NZZ</ref> Die aktuelle Fassung des Gesetzentwurfs sieht eine Öffnung der standesamtlichen Ehe für Personen gleichen Geschlechts vor, klammert aber weiterhin das gleiche Adoptionsrecht wie für Ehepaare unterschiedlichen Geschlechts aus.<ref>Portugal beschließt Öffnung der Ehe. In: queer.de, 8. Januar 2010.</ref>

    Den Gesetzentwurf legte Mitte März 2010 der Staatspräsident Aníbal Cavaco Silva dem Verfassungsgericht vor und schickte vier von fünf Artikeln des Gesetzes wegen möglicher Verfassungswidrigkeit an das portugiesische Verfassungsgericht zur Prüfung.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Portugals neues Ehegesetz vor dem Verfassungsgericht. (Memento vom 23. März 2010 im Internet Archive) In: Queernews.at</ref> Dabei ließ er nur den Artikel, der die Adoption für die gleichgeschlechtliche Ehe ausschließen soll, nicht verfassungsrechtlich überprüfen.

    Am 9. April 2010 erklärte das Verfassungsgericht die vorgelegten Artikel für verfassungskonform und am 17. Mai wurde das Gesetz von Staatspräsident Silva unterzeichnet.<ref>Portugal's president ratifies gay marriage law. In: cbsnews.com, abgerufen am 4. Dezember 2013</ref>

    Es trat am 31. Mai 2010 in Kraft, nachdem es im amtlichen Gesetzblatt veröffentlicht wurde.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Marriage Ban Turned Down (Memento vom 17. August 2011 im Internet Archive)</ref>

    Unterdessen war ein lesbisches Paar vor dem Verfassungsgericht des Landes gescheitert. Es hatte im Juli 2007 ein Verfahren eröffnet, um auf die Öffnung der Ehe zu klagen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Quero-as casadas na Primavera. (Memento vom 19. August 2012 im Internet Archive) In: Diário de Notícias</ref> Im Jahre 2004 wurde ein Diskriminierungsverbot aufgrund der sexuellen Orientierung in die Verfassung aufgenommen.

    Umfragen zur gleichgeschlechtlichen Ehe in Portugal[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Portugal
    Umfrageinstitut Datum Dafür Dagegen
    Eurosondagem 11. Januar 2010<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Portuguese Split on Same-Sex Marriage. (Memento vom 24. September 2014 im Internet Archive)</ref> 45,5 % 49,5 %
    Eurobarometer Mai/Juni 2015<ref name="Eurobarometer2015" /> 61 % 33 %
    Pew Research Center April–August 2017<ref name="pew" /> 59 % 28 %

    Rumänien

    Obwohl in der rumänischen Verfassung die Ehe nicht exklusiv als Verbindung von Mann und Frau definiert ist, spricht das Gesetz einzig von Ehen zwischen Mann und Frau.

    siehe: Verfassungsreferendum in Rumänien 2018 Am 6. und 7. Oktober 2018 stimmte die Bevölkerung über die Verankerung des Verbots der gleichgeschlechtlichen Ehe in der Verfassung ab, wofür die „Koalition für die Familie“ fast drei Millionen Unterschriften gesammelt hatte. Da sich für die Gültigkeit einer Volksabstimmung mindestens 30 % aller Wahlberechtigten am Referendum beteiligen müssen, scheiterte dieses wegen der Beteiligung von nur 20,41 % deutlich. Allerdings könnte die niedrige Beteiligung auch damit zusammenhängen, dass der sozialliberalen Regierung vorgeworfen wurde, mit diesem Referendum nur vom Streit um geplante Strafrechtsänderungen ablenken zu wollen, die korruptionsverdächtigen Politikern zugutekommen würden.<ref>Triumph für Homosexuelle in Rumänien – umstrittenes Referendum gescheitert. In: NZZ Online, abgerufen am 15. Oktober 2018.</ref>

    Umfragen zur gleichgeschlechtlichen Ehe in RumänienDatei:Flag of Romania.svg Rumänien
    Umfrageinstitut Datum Dafür Dagegen
    Eurobarometer Mai/Juni 2015<ref>web.archive.org Special Eurobarometer 437 In: equineteurope.org, abgerufen am 9. Januar 2018. (PDF; 14,3 MB)</ref> 21 % 71 %

    Schweden

    In Schweden haben gleichgeschlechtliche Paare das Recht auf Eheschließung.

    Ein entsprechender Beschluss des Reichstages trat am 1. Mai 2009 in Kraft. Die im Reichstag vertretenen Parteien waren mit Ausnahme der Christdemokraten für die Änderung im Ehegesetz. Am 1. April 2009 stimmte das Parlament dem Gesetz mit 261 zu 22 Stimmen zu.<ref>Schweden öffnet die Ehe. In: queer.de</ref>

    In Schweden kann die Ehe auch juristisch verbindlich in der Kirche geschlossen werden. Deshalb war ein Beschluss der evangelisch-lutherischen Schwedischen Kirche erforderlich. Die Kirche hatte sich schon früher für die Rechte von gleichgeschlechtlichen Paaren eingesetzt,<ref>Swedish PM Faces Revolt Over Gay Marriage</ref><ref>Schwedische Kirche macht beim CSD mit. In: Queer.de</ref> die Segnung einer eingetragenen Partnerschaft war ebenfalls möglich. Im Oktober 2009 stimmte eine Mehrheit (176 Ja-Stimmen, 62 Nein-Stimmen, 11 Enthaltungen) im Kirchenparlament für die Öffnung der kirchlichen Eheschließung für gleichgeschlechtliche Paare, die seit dem 1. November 2009 in jeder Kirchengemeinde die Ehe eingehen können.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vigsel av samkönade (Memento vom 31. Juli 2014 im Internet Archive)</ref>

    Umfragen zur gleichgeschlechtlichen Ehe in Schweden[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Schweden
    Umfrageinstitut Datum Dafür Dagegen
    Ipsos 18. Juni 2013<ref name="ipsos"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Ipsos (Memento vom 27. Oktober 2014 im Internet Archive)</ref> 81 % 14 %
    Eurobarometer Mai/Juni 2015<ref name="Eurobarometer2015" /> 90 % 7 %
    Pew Research Center April–August 2017<ref name="pew" /> 88 % 7 %

    Schweiz

    Seit 1. Juli 2022 besteht die gleichgeschlechtliche Ehe.

    Die Möglichkeit, eine eingetragene Partnerschaft zu schließen, existierte in der Schweiz vom 1. Januar 2007 bis 30. Juni 2022 (siehe Partnerschaftsgesetz). Jedoch ist es bereits seit 2005 möglich, dass zwei Personen nach geltender Rechtsprechung eine Ehe weiterführen, sofern ein Partner sein Geschlecht ändert und aus einem bis dahin verschiedengeschlechtlichen Ehepaar rechtlich ein gleichgeschlechtliches Ehepaar wird.

    Am 5. Dezember 2013 brachte die Grünliberale Partei eine parlamentarische Initiative zur Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare bei gleichzeitiger Öffnung der Eingetragenen Partnerschaft für verschiedengeschlechtliche Paare ein. Die Justizkommissionen beider Räte der Bundesversammlung empfahlen 2015 die Annahme des Gesetzesvorhabens. Wegen nötiger Abklärungen über die möglichen Auswirkungen einer «Ehe für alle» in den verschiedenen Rechtsbereichen verlängerte der Nationalrat die Behandlungsfrist der Initiative bis 2019.<ref>13.468 – Parlamentarische Initiative – Ehe für alle</ref>

    Im Juli 2018 entschied die Rechtskommission des Nationalrates (RK-N) mit 16 zu 9 Stimmen, die Ehe für alle ohne Verfassungsänderung umzusetzen und dies in zwei Etappen zu tun: Bis Februar 2019 sollte die Verwaltung eine erste Gesetzesänderung erarbeiten, die die wesentlichen Elemente zur Öffnung der Ehe einschließlich des Bürgerrechts und des Zugangs zur Adoption regelt. In einer zweiten Etappe sollen weitere Fragen wie der Zugang zur Fortpflanzungsmedizin, die Regelung der Hinterlassenenrenten und das Abstammungsrecht geregelt werden.<ref>Medienmitteilung RK-N vom 6. Juli 2018</ref> Am 14. März 2019 unterbreitete die RK-N die erste Vorlage zur Vernehmlassung bis am 21. Juni 2019. Der Gesetzesentwurf sah als Variante auch den Zugang zur Samenspende für gleichgeschlechtliche weibliche Ehepaare vor.<ref>Medienmitteilung RK-N vom 14. März 2019</ref>

    Die Öffnung der Ehe wurde 2019 von der SP, der FDP, den Grünen, der GLP, der BDP und einer Mehrheit der CVP unterstützt, von der SVP hingegen abgelehnt.<ref>Die SVP schert aus bei der Ehe für alle. tagesanzeiger.ch</ref> Noch 2012 hatte die CVP die Eidgenössische Volksinitiative «Für Ehe und Familie – gegen die Heiratsstrafe» eingereicht, die u. a. die Ehe in der Bundesverfassung als Lebensgemeinschaft zwischen Mann und Frau definiert hätte. Die Vorlage wurde im Februar 2016 knapp abgelehnt. Das Bundesgericht hob die Abstimmung im April 2019 jedoch wegen falscher Informationen des Bundesrates über die finanziellen Auswirkungen auf.<ref>Parlament befasst sich erneut mit der Heiratsstrafe. tagblatt.ch</ref> Die CVP zog die Initiative zurück, um sie ohne die Ehedefinition neu zu lancieren.

    Am 18. Dezember 2020 stimmte die Bundesversammlung in der Schlussabstimmung einer Änderung des Zivilgesetzbuches zu, die die Ehe auch gleichgeschlechtlichen Paaren öffnet und lesbischen Paaren die medizinisch unterstützte Fortpflanzung ermöglicht. Der Ständerat nahm die Vorlage mit 24 gegen 11 Stimmen an,<ref name="parlament.ch">AB N 18. Dezember 2020, Geschäft 13.468</ref> der Nationalrat mit 136 gegen 48 Stimmen.<ref name="parlament.ch" /> Die Vorlage wurde dabei von drei Vierteln der SVP-Fraktion und der Hälfte der CVP- bzw. Mitte-Fraktion abgelehnt, von den übrigen Fraktionen unterstützt.<ref>Abstimmungsprotokoll vom 18. Dezember 2020 des Nationalrates</ref> Die rechtskonservative Partei EDU kündigte gegen das Gesetz das Referendum an. Am 12. April 2021 reichten drei Referendumskomitees genügend Unterschriften ein, um eine Referendumsabstimmung zu bewirken.<ref>Referendum gegen die «Ehe für alle» zustande gekommen. In: admin.ch. Bundeskanzlei, 27. April 2021, abgerufen am 27. April 2021.</ref> In der Volksabstimmung vom 26. September 2021 stimmte das Volk der Vorlage, die die Ehe für alle ermöglicht, mit einer Mehrheit von 64,1 Prozent zu.<ref name="resultat">Vorlage Nr. 647 Provisorisches amtliches Ergebnis. Bundeskanzlei, 26. September 2021, abgerufen am 26. September 2021. (admin.ch)</ref> Die geänderte Rechtslage trat am 1. Juli 2022 in Kraft.<ref name="srf-sept21" /><ref>Die «Ehe für alle» tritt am 1. Juli 2022 in Kraft. Der Bundesrat, 17. November 2021, abgerufen am 19. November 2021.</ref>

    Abstimmungsresultat vom 26. September 2021

    Änderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches («Ehe für alle»)<ref name="resultat" />
    Kanton Ja (%) Nein (%) Beteiligung (%)
    Kanton AargauDatei:CHE Aargau COA.svg Aargau 64,05 35,95 53,27
    Kanton Appenzell AusserrhodenDatei:Wappen Appenzell Ausserrhoden matt.svg Appenzell Ausserrhoden 57,24 42,76 53,91
    Kanton Appenzell InnerrhodenDatei:Wappen Appenzell Innerrhoden matt.svg Appenzell Innerrhoden 50,82 49,18 48,16
    Kanton Basel-LandschaftDatei:Coat of arms of Kanton Basel-Landschaft.svg Basel-Landschaft 67,15 32,85 52,95
    Kanton Basel-StadtDatei:Wappen Basel-Stadt matt.svg Basel-Stadt 73,96 26,04 58,67
    Kanton BernDatei:CHE Bern COA.svg Bern 65,16 34,84 51,60
    Kanton Freiburg Freiburg 62,31 37,69 51,23
    Kanton GenfDatei:CHE Canton de Genève écu seul COA.svg Genf 65,15 34,85 51,29
    Kanton GlarusDatei:Wappen Glarus matt.svg Glarus 61,12 38,88 42,37
    Kanton GraubündenDatei:CHE Graubünden COA.svg Graubünden 62,75 37,25 47,72
    Kanton JuraDatei:Wappen Jura matt.svg Jura 61,13 38,87 44,37
    Kanton LuzernDatei:Wappen Luzern matt.svg Luzern 66,17 33,83 54,52
    Kanton NeuenburgDatei:Wappen Neuenburg matt.svg Neuenburg 63,43 36,57 45,81
    Kanton NidwaldenDatei:Wappen Nidwalden matt.svg Nidwalden 61,57 38,43 57,17
    Kanton ObwaldenDatei:Wappen Obwalden matt.svg Obwalden 59,26 40,74 56,21
    Kanton SchaffhausenDatei:Wappen Schaffhausen matt.svg Schaffhausen 61,81 38,19 70,76
    Kanton SchwyzDatei:Wappen Schwyz matt.svg Schwyz 56,48 43,52 54,31
    Kanton SolothurnDatei:Wappen Solothurn matt.svg Solothurn 66,16 33,84 52,30
    Kanton St. GallenDatei:Coat of arms of canton of St. Gallen.svg St. Gallen 59,31 40,69 51,13
    Kanton TessinDatei:CHE Ticino COA.svg Tessin 52,92 47,08 47,95
    Kanton ThurgauDatei:Wappen Thurgau matt.svg Thurgau 57,22 42,78 52,24
    Kanton UriDatei:Wappen Uri matt.svg Uri 58,25 41,75 48,95
    Kanton WaadtDatei:Wappen Waadt matt.svg Waadt 65,02 34,98 52,52
    Kanton WallisDatei:Wappen Wallis matt.svg Wallis 55,51 44,49 51,58
    Kanton ZugDatei:Wappen Zug matt.svg Zug 66,11 33,89 61,15
    Kanton ZürichDatei:CHE Zürich COA.svg Zürich 69,11 30,89 54,61
    Eidgenössisches Wappen Schweizerische Eidgenossenschaft 64,10 35,90 52,60
    Umfragen zur gleichgeschlechtlichen Ehe in der Schweiz[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Schweiz
    Umfrageinstitut Datum Dafür Dagegen
    Ifop 29. Mai 2013<ref name="ifop" /> 63 % 37 %
    Tamedia Dezember 2017<ref>queer.de</ref> 72 % 25 %
    Pew Research Center April–August 2017<ref name="pew" /> 75 % 24 %
    Tamedia Februar 2020<ref>Kommt jetzt die Ehe für alle? Mehrheit der Schweizer ist dafür. In: Bluewin. 10. Februar 2020, abgerufen am 13. Juni 2020.</ref> 61 % 36 %
    gfs-zürich Herbst 2020<ref>Schweizer Bevölkerung ist deutlich für die Ehe für alle. In: Mannschaft Magazin. 9. November 2020, abgerufen am 9. November 2020.</ref> 82 % 18 %

    Serbien

    In Serbien haben gleichgeschlechtliche Paare kein Recht auf Eheschließung. Es gibt jedoch Initiativen zur Einführung des Rechts auf gleichgeschlechtliche Ehe.<ref>Marriage and Divorce in Serbia – Vladisavljevic Law Office – Advokat Beograd. In: Advokatiubeogradu.rs, 6. Dezember 2012, abgerufen am 15. Mai 2021.</ref><ref>LGBT, gleichgeschlechtliche Ehe und Serbien – BBC News auf Serbisch. In: Bbc.com, 1. April 2021, abgerufen am 15. Mai 2021.</ref>

    Slowakei

    In der Slowakei haben gleichgeschlechtliche Paare kein Recht auf Eheschließung.

    Am 4. Juni 2014 beschloss das slowakische Parlament, die gleichgeschlechtliche Ehe in der Verfassung zu verbieten. 102 Abgeordnete stimmten für die Verfassungsänderung, 18 waren dagegen. Die Verfassungsänderung legt die Ehe in der Verfassung als einen Bund zwischen Mann und Frau fest und wurde von der regierenden sozialdemokratischen Partei Smer-SD des Ministerpräsidenten Robert Fico in Zusammenarbeit mit der größten Oppositionspartei des Landes, der katholisch-konservativen KDH, verfasst. Die beiden Parteien wollten eine öffentliche Debatte vermeiden und berieten von Mai 2014 bis Anfang Juni 2014 stets hinter verschlossenen Türen über die Verfassungsänderung. Eine öffentliche Anhörung fand nicht statt. Vertretern von anderen Parteien wurde erst wenige Stunden vor der Debatte in einem Parlamentsausschuss eine Kopie des Beschlusses ausgehändigt.<ref>queer.de</ref><ref>taz.de</ref>

    Umfragen zur gleichgeschlechtlichen Ehe in der SlowakeiDatei:Flag of Slovakia.svg Slowakei
    Umfrageinstitut Datum Dafür Dagegen
    Eurobarometer Mai/Juni 2015<ref name="Eurobarometer2015" /> 24 % 69 %

    Slowenien

    In Slowenien haben gleichgeschlechtliche Paare seit Juli 2022 das Recht auf Eheschließung.

    Am 15. Dezember 2014 wurde ein Gesetzesentwurf zur Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare in das Parlament eingebracht. Die erste Lesung fand am 16. Januar 2015 statt. Am 10. Februar 2015 empfahl der Ausschuss für Arbeit, Familie, Soziale Angelegenheiten und Behinderte den Entwurf anzunehmen. Die Zustimmung der Nationalversammlung erfolgte am 3. März 2015 in zweiter Lesung mit 51 zu 28 Stimmen. Am 10. März 2015 stimmte der Nationalrat mit 23 zu 14 Stimmen dafür, kein Veto einzulegen.<ref>Zakon o spremembah in dopolnitvah Zakona o zakonski zvezi in družinskih razmerjih</ref>

    Um ein Referendum zu erwirken, müssen innerhalb 35 Tagen 40.000 Unterschriften gesammelt werden. Ein Antrag zur Durchführung einer Unterschriftenaktion wurde am 10. März 2015 in das Parlament eingebracht. Am 23. März 2015 startete die Bürgerinitiative für Familie und Kinderrechte eine Petition, die am 26. April 2015 abgeschlossen werden sollte. Ebenfalls am 23. März 2015 reichte eine Gruppe von 23 Abgeordneten eine Resolution mit dem Ziel, ein Referendum zu verhindern, in die Nationalversammlung ein. Diese Resolution wurde am 26. März 2015 mit 53 zu 21 Stimmen angenommen. Die gestartete Unterschriftenaktion wurde damit vorzeitig abgebrochen.

    Das Verfassungsgericht urteilte am 22. Oktober 2015, dass das Parlament mit der Entscheidung, ein etwaiges Referendum für verfassungswidrig zu erklären, seine Kompetenzen überschritten hat. Die Kompetenz, zu entscheiden, ob ein Referendum gegen Artikel 90 der Verfassung verstößt, obliegt allein dem Verfassungsgericht. Ein solches Urteil kann es allerdings erst aussprechen, nachdem ein Referendum stattfand.<ref>rtvslo.si</ref> In der am 20. Dezember 2015 durchgeführten Volksabstimmung sprachen sich rund 63 % der Abstimmenden gegen das Gesetz aus, das erforderliche Quorum von 342.800 Nein-Stimmen wurde ebenfalls erreicht.<ref>Slowenien: Referendum gegen Ehe-Öffnung erfolgreich. Queer.de, 20. Dezember 2015, abgerufen am 20. Dezember 2015.</ref>

    Am 24. Februar 2017 trat ein Gesetz in Kraft, das die gleichgeschlechtliche Partnerschaft der Ehe fast gleichstellt. Das Gesetz war zehn Monate zuvor verabschiedet worden und räumt weitgehend die gleichen Rechte wie gemischtgeschlechtlichen Ehepaaren ein. Eine Adoption von Kindern aus einer vorherigen Partnerschaft ist möglich, nicht jedoch die Adoption fremder Kinder.<ref>Bobby Rae: Same-sex marriage is legal in Slovenia from today. In: PinkNews. 24. Februar 2017, abgerufen am 25. Februar 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

    Am 8. Juli 2022 veröffentlichte das Verfassungsgericht von Slowenien ein Grundsatzurteil vom 16. Juni 2022, wonach die Ehe mit sofortiger Wirkung geöffnet wird.<ref>Slovenia Legalises Same-Sex Marriage and Adoptions. Total-Slovenia-News (STA), 8. Juli 2022, abgerufen am 8. Juli 2022.</ref>

    Die aufgrund des Urteils nötigen gesetzlichen Änderungen wurden im Oktober 2022 vom slowenischen Parlament beschlossen und traten am 1. Februar 2023 in Kraft.<ref>Slowenien: Ehe ist geöffnet. queer.de, 2. Februar 2023, abgerufen am 3. Februar 2023.</ref>

    Umfragen zur gleichgeschlechtlichen Ehe in SlowenienDatei:Flag of Slovenia.svg Slowenien
    Umfrageinstitut Datum Dafür Dagegen
    Delo Stik 16. Februar 2015<ref>rtvslo.si</ref> 59 % 37 %

    Spanien

    Datei:Spanish parliament votes for same-sex marriage.ogv
    Abstimmung am 30. Juni 2005 im spanischen Parlament über die Öffnung der Ehe
    Datei:Familienbuch spanien region valencia.jpg
    Familien- bzw. Stammbuch aus Spanien aus dem Jahr 2006, in beiden Zeilen „Herr/Frau“ vorgesehen

    In Spanien haben gleichgeschlechtliche Paare das Recht auf Eheschließung.

    Im April 2004 startete die damals neu gewählte spanische Regierung, angeführt von der Spanischen Sozialistischen Arbeiterpartei (PSOE) und Premierminister José Luis Rodríguez Zapatero, eine Kampagne und ein Gesetzesvorhaben für die Öffnung der Ehe und das volle Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Spain’s new government to legalize gay marriage (Memento vom 13. Oktober 2009 auf WebCite)</ref> Das Vorhaben der spanischen Regierung traf auf heftigen Widerstand seitens der römisch-katholischen Kirche, welche der spanischen Regierung vorwarf, einen Angriff auf die Kirche und auf traditionelle Werte zu starten, Ehe und Familie zu schwächen und zu beschädigen, Menschen unglücklich zu machen und das Wohl der gesamten Gesellschaft zu gefährden. Die römisch-katholische Kirche forderte gläubige Menschen in Spanien auf, Widerstand gegen das Gesetzesvorhaben zu leisten.<ref>Spanish bishops decry legislation weakening marriage July 20, 2005. In: Catholic World News News Feature. catholicculture.org, abgerufen am 26. Januar 2025.</ref> Im ganzen Land gab es Massenproteste mit Tausenden von Menschen gegen das Gesetzesvorhaben, aber auch Demonstrationen für das Gesetzesvorhaben.<ref>Renwick McLean: Spaniards Protest Bill on Gay Marriage. In: The New York Times. 19. Juni 2005, ISSN 0362-4331 (nytimes.com [abgerufen am 26. Januar 2025]).</ref> Laut einer damaligen Umfrage vom Juni 2005 waren 75 % der Spanier daraufhin der Ansicht, dass die Kirche den Bezug zur sozialen Realität verloren hat,<ref>Giles Tremlett: Bishops to lead gay law protest. In: The Guardian. 17. Juni 2005, ISSN 0261-3077 (theguardian.com [abgerufen am 26. Januar 2025]).</ref> und 66 % der Spanier sprachen sich für und nur 26 % gegen die Öffnung der Ehe aus.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Spain: Gay marriage bill clears hurdleSpain: Gay marriage bill clears hurdle (Memento vom 27. Dezember 2007 im Internet Archive)</ref>

    Am 30. Juni 2005 beschloss das spanische Parlament schließlich mit 187 Ja-Stimmen, 147 Nein-Stimmen und 4 Enthaltungen die Einführung des Rechts auf Eheschließung für gleichgeschlechtliche Paare. Drei Tage später, am 3. Juli 2005, trat das Gesetz in Kraft und gleichgeschlechtliche Paare dürfen seitdem in Spanien heiraten und Kinder adoptieren.<ref>Spanisches Verfassungsgericht bestätigt Gesetz zur Homosexuellen-Ehe. In: Der Standard, 6. November 2012.</ref>

    Die konservative Opposition in Form der spanischen Volkspartei (PP) reichte am 30. September 2005 eine Klage vor dem spanischen Verfassungsgericht gegen das neue Ehegesetz ein. Im Oktober 2005 beschloss das Verfassungsgericht die Klage zu prüfen,<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Spain’s Highest Court Agrees To Hear Gay Marriage Challenge (Memento vom 31. Oktober 2005 im Internet Archive)</ref> urteilte jedoch gut sieben Jahre später, im November 2012, dass es nicht gegen die Verfassung verstößt, wenn gleichgeschlechtliche Paare ebenfalls das Recht auf Eheschließung und das Recht auf Adoption von Kindern haben.<ref>Same-sex marriage upheld by Spain’s highest court. In: tribunedigital-chicagotribune. (chicagotribune.com [abgerufen am 26. Januar 2025]).</ref>

    Am 27. Juni 2007 gab das spanische Justizministerium bekannt, dass in den zwei Jahren seit Einführung des Gesetzes 3.340 Paare geheiratet haben. Tatsächlich könnte diese Zahl dreifach höher liegen, weil die Daten der nicht-informatisierten Kommunen sowie diejenigen der Autonomen Gemeinschaft Baskenland nicht berücksichtigt werden konnten. Nach Angaben des Ministeriums waren von diesen 3.340 Ehen 2.375 solche zwischen Männern und 965 zwischen Frauen. Madrid ist die autonome Region, in der die höchste Zahl registriert wurde (1.060), gefolgt von Katalonien (871), Andalusien (399), Valencia (263), Balearische Inseln (116), Asturien (101), Kastilien und Leon, (89); Aragon (86), Kanarische Inseln (83), Murcia (61), Kastilien–La Mancha (56), Extremadura (54), Galicien (31), Kantabrien (28), Navarra (25) und La Rioja (13).

    Umfragen zur gleichgeschlechtlichen Ehe in Spanien[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Spanien
    Umfrageinstitut Datum Dafür Dagegen
    Ifop 29. Mai 2013<ref name="ifop" /> 71 % 29 %
    Eurobarometer Mai/Juni 2015<ref name="Eurobarometer2015" /> 84 % 10 %
    Pew Research Center April–August 2017<ref name="pew" /> 77 % 13 %

    Tschechien

    In Tschechien haben gleichgeschlechtliche Paare kein Recht auf Eheschließung. Jedoch haben gleichgeschlechtliche Paare die Möglichkeit, ihre Partnerschaft eintragen zu lassen. Am 29. April 2021 stimmte das Unterhaus des tschechischen Parlaments einem Gesetzentwurf zur Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe in erster Lesung zu, nahm aber gleichzeitig in erster Lesung einen Antrag zur Definition der Ehe als Verbindung von Mann und Frau an.<ref>Historische Abstimmung: Tschechien: Parlament stimmt für die Ehe für alle – und dagegen. In: Queer.de. 29. April 2021, abgerufen am 29. April 2021.</ref>

    Umfragen zur gleichgeschlechtlichen Ehe in Tschechien[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Tschechien
    Umfrageinstitut Datum Dafür Dagegen
    CVVM 9. Juni 2014<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivlink (Memento vom 14. August 2014 im Internet Archive)</ref> 45 % 48 %
    Eurobarometer Mai/Juni 2015<ref name="Eurobarometer2015" /> 57 % 36 %
    Median Februar 2018<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Poll: Most Czechs for same-sex marriages (auf Englisch) (Memento des Vorlage:IconExternal vom 23. November 2020 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.praguemonitor.com, Prague Daily Monitor, 20. April 2018</ref> 75 % 19 %
    CVVM März/Mai 2023<ref>Mehrheit der Menschen in Tschechien für die Ehe für alle. In: queer.de. 22. Juni 2023, abgerufen am 22. Juni 2023: „Nach einer neuen Erhebung des Meinungsforschungsinstituts CVVM unterstützen 58 Prozent der Menschen in Tschechien die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare – 38 Prozent sind dagegen.“</ref> 58 % 38 %

    Ungarn

    In Ungarn haben gleichgeschlechtliche Paare kein Recht auf Eheschließung. Jedoch haben gleichgeschlechtliche Paare das Recht, ihre Partnerschaft eintragen zu lassen.

    Seit dem 1. Januar 2012 ist die Ehe in der ungarischen Verfassung explizit als eine Verbindung von Mann und Frau definiert. Für die Einführung des Rechts auf gleichgeschlechtliche Eheschließung in Ungarn ist somit eine Verfassungsänderung notwendig.<ref>Stephen Gray: New Hungarian constitution comes into effect with same-sex marriage ban. In: PinkNews. 3. Januar 2012, abgerufen am 26. Januar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

    Am 29. Juni 2015 brachte die Oppositionspartei Magyar Liberális Párt Gesetzentwürfe zur Änderung des Ehegesetzes und der Verfassung in das Parlament ein.<ref>T/5423 Magyarország Alaptörvényének 6. módosítása</ref><ref>T/5424 Az azonos neműek házasságkötéséhez szükséges jogi feltételek megteremtéséről</ref>

    Umfragen zur gleichgeschlechtlichen Ehe in Ungarn Ungarn
    Umfrageinstitut Datum Dafür Dagegen
    Eurobarometer Mai/Juni 2015<ref name="Eurobarometer2015" /> 39 % 53 %

    Vereinigtes Königreich

    Im Vereinigten Königreich haben gleichgeschlechtliche Paare das Recht auf Eheschließung.

    Im September 2011 kündigte die britische Gleichstellungsministerin Lynne Featherstone an, die Ehe werde im Vereinigten Königreich innerhalb der nächsten vier Jahre geöffnet.<ref>Vereinigtes Königreich will Ehe öffnen. In: Schwulissimo</ref> Im März 2012 stellte Featherstone den Gesetzentwurf zur Eheöffnung für England und Wales der Öffentlichkeit vor,<ref>Großbritannien vor Ehe-Öffnung. In: queer.de</ref> der am 5. Februar 2013 im House of Commons mit 400 zu 175 Stimmen deutlich angenommen wurde.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />tagesschau.de: Britisches Unterhaus stimmt für die Homo-Ehe (Memento vom 8. Februar 2013 im Internet Archive)</ref> Am 4. Juni 2013 stimmte auch das britische House of Lords dem Gesetzesentwurf zu,<ref>Gay marriage bill: Peers back government plans. In: BBC</ref> worauf das neue Gesetz von der Königin am 17. Juli 2013 unterzeichnet wurde.<ref>Same-sex marriage becomes law in England and Wales. In: BBC</ref> Die Artikel des Gesetzes treten schrittweise in Kraft. Der Artikel, der die Eheschließung ermöglicht, trat am 13. März 2014 in Kraft.

    Das schottische Parlament hat die Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe am 4. Februar 2014 beschlossen.<ref>Reuters, 4. Februar 2014</ref> Das Gesetz trat am 16. Dezember 2014 in Kraft. Im April 2016 wurde die gleichgeschlechtliche Ehe auf der Isle of Man erlaubt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Same-sex marriage finally approved in Isle of Man. (Memento vom 27. Mai 2022 im Internet Archive) In: Gaystarnews</ref> Zuletzt wurde am 22. Oktober 2019 in Nordirland die gleichgeschlechtliche Ehe legalisiert;<ref>Ehe für alle und Abtreibungen in Nordirland legalisert. Spiegel Online, 22. Oktober 2019.</ref> das Gesetz trat am 13. Januar 2020 in Kraft.<ref>Peter Coulter: Same-sex marriage now legal in Northern Ireland. BBC News, 13. Januar 2020 (englisch)</ref>

    Umfragen zur gleichgeschlechtlichen Ehe im Vereinigtes Konigreich[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Vereinigten Königreich
    Umfrageinstitut Datum Dafür Dagegen
    BBC Radio 5 28. März 2014<ref name="bbc">BBC</ref> 68 % 26 %
    Pew Research Center April–August 2017<ref name="pew" /> 77 % 20 %

    Zypern

    In Zypern haben gleichgeschlechtliche Paare kein Recht auf Eheschließung. Jedoch haben gleichgeschlechtliche Paare das Recht, ihre Partnerschaft eintragen zu lassen.

    Umfragen zur gleichgeschlechtlichen Ehe in Zypern RepublikDatei:Flag of Cyprus.svg Zypern
    Umfrageinstitut Datum Dafür Dagegen
    SIGMALIVE 17. Februar 2014<ref name="SIGMALIVE">SIGMALIVE: https://www.sigmalive.com/news/local/101742/dimoskopisi-apodoxi-i-oxi-tis-omofylofilias-stin-kypro</ref> 39 % 58 %

    Amerika

    Datei:State recognition of same-sex relationships (North America).svg
    Rechtliche Situation für gleichgeschlechtliche Paare in Nordamerika
  • Gleichgeschlechtliche Ehe
  • Andere Formen von Partnerschaften (Bermuda)
  • Datei:State recognition of same-sex relationships (South America).svg
    Rechtliche Situation für gleichgeschlechtliche Paare in Südamerika
  • Gleichgeschlechtliche Ehe
  • Eingetragene Partnerschaft
  • Land unterliegt dem IAKMR-Gutachten
  • Keine Anerkennung
  • Verfassungsverbot gleichgeschlechtlicher Ehen
  • Homosexuelle Handlungen illegal
  • In vielen Staaten des Kontinents Amerika wird über das Thema der Eheöffnung für gleichgeschlechtliche Paare diskutiert. Bis 2017 hatten neun unabhängige Staaten (Argentinien, Brasilien, Chile, Costa Rica, Ecuador, Kanada, Kolumbien, Uruguay und die Vereinigten Staaten) und einige Bundesstaaten Mexikos die gleichgeschlechtliche Ehe legalisiert.

    Am 9. Januar 2018 beschloss der Interamerikanische Gerichtshof für Menschenrechte, dass die gleichgeschlechtliche Ehe ein Menschenrecht ist. Wegen dieser rechtsverbindlichen Entscheidung war Costa Rica gezwungen, innerhalb von 18 Monaten die gleichgeschlechtliche Ehe einzuführen<ref name="Presse 2018-08-10" /> – am 26. Mai 2020 wurde sie legalisiert.<ref name="Tagesspiegel 2020-05-27" /><ref name="Mannschaft 2020-05-15" />

    Seit Ende 2022 ist in allen Bundesstaaten Mexikos eine gleichgeschlechtliche Ehe möglich.

    Der Beschluss des Gerichtshofes wird auch die Legalisierung der gleichgeschlechtlichen Ehe in mehreren Ländern Amerikas erleichtern: Barbados, Bolivien, Chile, die Dominikanische Republik, El Salvador, Guatemala, Haiti, Honduras, Mexiko, Nicaragua, Panama, Paraguay, Peru und Suriname.<ref>Joe Morgan: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />A court has just ordered these 16 countries to make same-sex marriage legal. (Memento vom 10. Januar 2018 im Internet Archive) In: Gay Star News. 10. Januar 2018, abgerufen am 27. Mai 2020 (englisch).</ref>

    Argentinien

    In Argentinien haben gleichgeschlechtliche Paare das Recht auf Eheschließung.

    Am 16. November 2009 erhielt das erste gleichgeschlechtliche Paar in der Hauptstadt Buenos Aires einen Trauschein, nachdem es erfolgreich vor Gericht geklagt hatte und die Stadt auf eine Berufung verzichtete.<ref>Buenos Aires issues first gay marriage licence following last week’s court ruling. In: PinkNews, abgerufen am 18. November 2009</ref> Die eigentliche Trauung wurde zwar wenig später von einem anderen Gericht aufgeschoben, jedoch erhielt das Paar Ende Dezember in der Stadt Ushuaia in der Provinz Tierra del Fuego doch noch die Möglichkeit, die Ehe rechtskräftig zu schließen.<ref>Gay couple become first in Latin America to marry. In: PinkNews, abgerufen am 29. Dezember 2009</ref> Es handelt sich damit um die erste gleichgeschlechtliche Ehe in Lateinamerika.

    Im Mai 2010 befürwortete das argentinische Parlament<ref>Julie Bolcer: Argentinas Lower House OKs Gay Marriage Bill in Advocate, 5. Mai 2010.</ref> und im Juli 2010 der argentinische Senat ein Gesetz zur landesweiten Eheöffnung.<ref>Marriage Equality Bill signed in Buenos Aires. In: Advocate, 21. Juli 2010.</ref>

    Im Februar 2017 distanzierte sich die katholische Kirche in Argentinien von der dortigen Pfadfinderbewegung, weil diese zuvor in ihren Lehrbüchern die Formulierung „Ehe als Bund zwischen Mann und Frau“ durch „… als Bund zwischen zwei Personen“ ersetzt hatte. Hier sei ein Punkt erreicht worden, an dem es „kein Zurück mehr“ gebe.<ref>Argentiniens Kirche bricht mit Pfadfindern. In: orf.at, 12. Februar 2017, abgerufen am 12. Februar 2017.</ref>

    Bermuda

    Am 5. Mai 2017 öffnete das britische Überseegebiet Bermuda durch Beschluss des Obersten Gerichtshofs die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare.<ref name="fb">Bermuda: Gericht öffnet die Ehe für Homo-Paare. In: queer.de, 6. Mai 2017</ref> Wenige Monate später wurde die Regelung per Gesetz rückgängig gemacht.<ref>Bermuda becomes first jurisdiction in the world to repeal same-sex marriage In: theguardian.com, 8. Februar 2018, abgerufen am 27. Mai 2018</ref>

    Brasilien

    In Brasilien haben gleichgeschlechtliche Paare das Recht auf Eheschließung.

    In Brasilien wurde seit 2011 die Eheöffnung parlamentarisch beraten. 171 Abgeordnete und Senatoren unter Führung des Sozialisten Jean Wyllys, dem ersten bekennenden homosexuellen Parlamentarier des Landes, hatten eine Initiative zur Öffnung der Ehe und zum Ende der Diskriminierung Homosexueller gestartet.<ref name="queer.de">Uruguay und Brasilien debattieren Ehe-Öffnung. In: queer.de</ref> Am 25. Oktober 2011 urteilte der Oberste Gerichtshof in Brasília, eine gleichgeschlechtliche Ehe zwischen zwei Frauen zu gewähren.<ref>Erfolg vor Gericht, Brasilien auf dem Weg zur Eheöffnung. In: queer.de</ref>

    Am 14. Mai 2013 gab der Nationale Justizrat (Conselho Nacional de Justiça) bekannt, dass gleichgeschlechtlichen Paaren landesweit das Recht auf Eheschließung zusteht. Die Entscheidung trat zum 16. Mai 2013 in Kraft. Die Ämter wurden vom Gericht angewiesen, gleichgeschlechtlichen Paaren das Recht auf Eheschließung nicht mehr zu verweigern.

    Vor der Eheöffnung im ganzen Land gab es bereits Eheöffnungen durch Gerichtsentscheidungen in zahlreichen Teilgebieten Brasiliens, wie die folgende Tabelle aufzeigt.

    Vorlage:Hinweisbaustein

    Historische Entwicklung des Rechts auf gleichgeschlechtliche Eheschließung
    in Teilgebieten von BrasilienDatei:Flag of Brazil.svg Brasilien vor der Eheöffnung im ganzen Land
    Teilgebiet Typ in Kraft Beschluss
    1 Alagoas Bundesstaat 6. Januar 2012 6. Januar 2012
    2 Sergipe Bundesstaat 15. Juli 2012 5. Juli 2012
    3 Espírito Santo Bundesstaat 15. August 2012 15. August 2012
    4 Bahia Bundesstaat 26. November 2012 4. Oktober 2012
    5 Distrito Federal do Brasil Bundesdistrikt 1. Dezember 2012 1. Dezember 2012
    6 Piauí Bundesstaat 17. Dezember 2012 14. Dezember 2012
    7 São Paulo Bundesstaat 20. Dezember 2012 18. Dezember 2012
    8 Ceará Bundesstaat 15. März 2013 7. März 2013
    9 Mato Grosso do Sul Bundesstaat 2. April 2013 25. März 2013
    10 Paraná Bundesstaat 3. April 2013 26. März 2013
    11 Rio de Janeiro Bundesstaat 19. April 2013 18. April 2013
    12 Rondônia Bundesstaat 26. April 2013 26. April 2013
    13 Santa Catarina Bundesstaat 29. April 2013 29. April 2013
    14 Paraíba Bundesstaat 29. April 2013 29. April 2013

    Chile

    In Chile wurde am 7. Dezember 2021 die gleichgeschlechtliche Ehe von der Abgeordnetenkammer angenommen (82 Ja, 20 Nein, 2 Enthaltungen).<ref>Chile erlaubt gleichgeschlechtliche Ehe. Zeit Online, 7. Dezember 2021, abgerufen am 8. Dezember 2021.</ref> Gleichzeitig wurde die automatische Scheidung von Transgender-Personen aufgehoben, die ihren Namen und ihr rechtliches Geschlecht ändern lassen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Cámara aprueba el matrimonio igualitario y queda en condiciones de convertirse en ley (Memento vom 7. Dezember 2021 im Internet Archive). CNN-Chile, 7. Dezember 2021</ref>

    2012 wurde eine Klage bei der Interamerikanischen Kommission für Menschenrechte eingereicht.<ref name="blade-2015">Michael K. Lavers: Chilean government to end opposition to same-sex marriage. Washington Blade, 18. Februar 2015, abgerufen am 8. Dezember 2021</ref>

    Der Gesetzesentwurf zur Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare wurde erstmals im Dezember 2014 in das Parlament eingebracht.<ref>Michael K. Lavers: Same-sex marriage bill introduced in Chile. Washington Blade, 8. Dezember 2014, abgerufen am 8. Dezember 2021</ref>

    Im Februar 2015 verkündete die Regierung, das derzeitige Ehegesetz nicht verteidigen zu wollen.<ref name="blade-2015" />

    Im Dezember 2021 verabschiedeten beide Kammern des Parlaments ein Gesetz zur Eheerlaubnis; Präsident Sebastián Piñera unterzeichnete es. Das Gesetz<ref>Aden Choate: Love Wins: Chile Legalizes Same-Sex Marriage And Adoption. OWP – The Organization for World Peace, 12. Dezember 2021, abgerufen am 25. Dezember 2021</ref> trat am 9. März 2022 in Kraft.<ref>In Chile hat zum ersten Mal ein homosexuelles Paar geheiratet. Frankfurter Allgemeine, FAZ.NET, 10. März 2022, abgerufen am 28. März 2022.</ref>

    Costa Rica

    Costa Rica führte die gleichgeschlechtliche Ehe am 26. Mai 2020 ein.<ref name="Tagesspiegel 2020-05-27">Gleichstellung von Lesben und Schwulen: Costa Rica führt die Ehe für alle ein. In: Tagesspiegel.de. 27. Mai 2020, abgerufen am 27. Mai 2020.</ref><ref name="NBCnews 2020-05-26">Tim Fitzsimons: Lesbian couple become Costa Rica’s first same-sex spouses. In: NBCnews.com. 26. Mai 2020, abgerufen am 11. Juni 2020 (englisch).</ref> Anderthalb Jahre zuvor hatte der Interamerikanische Gerichtshof für Menschenrechte beschlossen, dass die gleichgeschlechtliche Ehe ein Menschenrecht ist. Wegen dieser rechtsverbindlichen Entscheidung war auch die Regierung Costa Ricas gezwungen, innerhalb von 18 Monaten die gleichgeschlechtliche Ehe zu legalisieren.<ref name="Presse 2018-08-10" /><ref name="Mannschaft 2020-05-15" /> Im August 2018 hatte das Verfassungsgericht von Costa Rica (Corte Suprema de Justicia) geurteilt, dass bis zum Februar 2020 die gleichgeschlechtliche Ehe gesetzlich erlaubt werden muss. Präsident Carlos Alvarado Quesada begrüßte seinerzeit dieses Urteil.<ref>Christian Lütjens: Costa Rica bekommt Ehe für alle. In: Maenner.media. 10. August 2018, abgerufen am 11. Juni 2020.</ref>

    Ecuador

    In Ecuador stimmte das Verfassungsgericht im Juni 2019 für die Legalisierung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare.<ref>tagesschau.de: Ecuador legalisiert gleichgeschlechtliche Ehe, zuletzt abgerufen am 13. Juni 2019</ref>

    Falklandinseln

    Im März 2017 wurde auf dem britischen Überseegebiet der Falklandinseln die gleichgeschlechtliche Ehe durch Parlamentsbeschluss ermöglicht.<ref name="fb" />

    Kanada

    Datei:Wedding-chantelois-gomez.jpg
    Hochzeit von Mathieu Chantelois und Marcelo Gomez in Toronto, eine der ersten gleichgeschlechtlichen Ehen in Kanada

    In Kanada haben gleichgeschlechtliche Paare das Recht auf Eheschließung.

    Das Gesetz Bill C-38<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Bill C-38 (Memento vom 10. Dezember 2005 im Internet Archive) (PDF-Dokument)</ref> zur Eheöffnung wurde am 28. Juni 2005 im kanadischen Unterhaus und am 19. Juli 2005 im kanadischen Senat verabschiedet. Das Gesetz trat am 20. Juli 2005 in Kraft.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Dokumentation des Gesetzgebungsverfahren (Memento vom 15. März 2009 im Internet Archive)</ref>

    Vor der Eheöffnung im ganzen Land gab es bereits Eheöffnungen durch Gerichtsentscheidungen in zahlreichen Teilgebieten Kanadas, wie die folgende Tabelle aufzeigt.

    Historische Entwicklung des Rechts auf gleichgeschlechtliche Eheschließung
    in Teilgebieten von Kanada[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Kanada vor der Eheöffnung im ganzen Land
    Teilgebiet Typ in Kraft Beschluss durch
    1 Ontario Provinz 10. Juni 2003 10. Juni 2003 Gericht
    2 British Columbia Provinz 8. Juli 2003 8. Juli 2003 Gericht
    3 Québec Provinz 19. März 2004 19. März 2004 Gericht
    4 Yukon Territorium 14. Juli 2004 14. Juli 2004 Gericht
    5 Manitoba Provinz 16. September 2004 16. September 2004 Gericht
    6 Nova Scotia Provinz 24. September 2004 24. September 2004 Gericht
    7 Saskatchewan Provinz 5. November 2004 5. November 2004 Gericht
    8 Neufundland und Labrador Provinz 21. Dezember 2004 21. Dezember 2004 Gericht
    9 New Brunswick Provinz 23. Juni 2005 23. Juni 2005 Gericht

    Kolumbien

    In Kolumbien haben gleichgeschlechtliche Paare das Recht auf Eheschließung.

    Am 26. Juli 2011 entschied das Verfassungsgericht von Kolumbien, dass gleichgeschlechtliche Paare das Recht darauf haben, ihre Partnerschaft mit denselben Rechten und Pflichten wie verschiedengeschlechtliche Paare auch eintragen zu lassen, und das Parlament von Kolumbien wurde durch das höchstgerichtliche Urteil verpflichtet, bis 20. Juni 2013 ein Gesetz zu verabschieden, welches gleichgeschlechtlichen Paaren dies ermöglicht. Würde das Parlament das Urteil nicht bis zum 20. Juni 2013 umsetzen, hätten gleichgeschlechtliche Paare in Kolumbien automatisch das Recht, bei einem Notar oder Richter ihre Partnerschaft eintragen zu lassen. Jedoch spezifizierte das Verfassungsgericht von Kolumbien dabei nicht, ob gleichgeschlechtliche Paare das Recht auf Eheschließung haben.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein. In: Advocate.com</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Colombian court says Congress must decide on gay marriage. (Memento vom 15. September 2018 im Internet Archive) In: CNN</ref><ref name="buenosairesherald">Colombia lawmakers reject controversial gay marriage bill. In: buenosairesherald.com, 24. April 2013, abgerufen am 4. Dezember 2013.</ref>

    Eine Gesetzesvorlage zur gleichgeschlechtlichen Ehe wurde im April 2013 abgelehnt.<ref name="buenosairesherald" /> Im September 2013 trugen die ersten gleichgeschlechtlichen Paare ihre Partnerschaft in Form einer Ehe ein.<ref>Two same-sex couples married in Columbia. In: Advocate.com</ref> Einige der ersten Ehen wurden jedoch von Gerichten annulliert.<ref>J. Lester Feder: Same-Sex Couple Wins Legal Challenge to Their Marriage in Colombia. In: buzzfeed.com, 18. Oktober 2013, abgerufen am 1. Dezember 2013.</ref> Im April 2016 bestätigte das Verfassungsgericht in einer weiteren Grundsatzentscheidung die sofortige landesweite Eheöffnung.<ref>Marriage Equality Comes to Colombia. In: Advocate.com</ref>

    Kuba

    In einer Volksabstimmung über ein neues Familienrecht am 25. September 2022 nahm bei einer Wahlbeteiligung von 74 % eine Mehrheit von 66,87 % das Gesetz an. Es sieht gleichgeschlechtliche Ehen und deren Adoptionsrecht vor.<ref>Kuba: Große Mehrheit für die Ehe für alle. Queer.de, 26. September 2022.</ref>

    Mexiko

    Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.

    Die Regelung des Familienrechts in Mexiko obliegt den Bundesstaaten. Gleichgeschlechtliche Paare haben in Coahuila, Quintana Roo und dem Hauptstadtbezirk das Recht auf Eheschließung.

    Gleichgeschlechtliche Ehen können im Gebiet von Mexiko-Stadt seit 4. März 2010 geschlossen werden.<ref>Mexico City law allowing same-sex unions takes effect. In: CNN, 4. März 2010</ref> Weithin gibt es die gleichgeschlechtliche Ehe im Bundesstaat Quintana Roo, seit September 2014 im Bundesstaat Coahuila<ref>Mexikanischer Bundesstaat öffnet Ehe. In: queer.de</ref>, seit Juni 2015 im Bundesstaat Chihuahua<ref>Mexican state to allow same-sex marriage. In: WashingtonBlade</ref> und seit Dezember 2015 im Bundesstaat Nayarit.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Fourth Mexico state legalizes gay marriage. (Memento vom 30. Juli 2019 im Internet Archive) In: Gaystarnews</ref>

    Seit Ende 2022 ist in allen Bundesstaaten eine gleichgeschlechtliche Ehe möglich.

    Uruguay

    In Uruguay haben gleichgeschlechtliche Paare das Recht auf Eheschließung.

    Die Senatorin Margarita Percovich von der Breiten Front, die sich im Jahr 2007 bereits erfolgreich für die Einführung von eingetragenen Partnerschaften eingesetzt hatte, kündigte im Mai 2009 an, ein Gesetz zur Öffnung der Ehe ins Parlament einzubringen.<ref>Uruguayan Socialists Prepare „Homosexual Marriage“ Legislation. In: lifesitenews.com</ref> Dieser Vorstoß wurde 2011 vom Abgeordneten Sebastián Sabini von der regierenden Partei der Breiten Front mit einem Gesetzentwurf vorangetrieben.<ref name="queer.de" /> Am 12. Dezember 2012 wurde der Gesetzentwurf zur Eheöffnung mit breiter Mehrheit im Parlament angenommen.<ref>Uruguay: Parlament stimmt für Ehe-Öffnung. In: queer.de</ref>

    Am 10. April 2013 stimmte nach dem Senat auch das Unterhaus mit einer breiten Mehrheit dem Gesetz zu.<ref>Uruguay sagt „Ja“ zur Homo-Ehe. Deutsche Welle, 11. April 2013.</ref>

    Vereinigte Staaten

    In den Vereinigten Staaten haben gleichgeschlechtliche Paare das Recht auf Eheschließung.

    Mangels Regelung im Bundesrecht oblag die Entscheidung über gleichgeschlechtliche Ehen in den USA den einzelnen Bundesstaaten. Daher unterschied sich die rechtliche Situation je nach Staat stark, bevor der Oberste Gerichtshof im Urteil Obergefell v. Hodges am 26. Juni 2015 ein verfassungsmäßiges Recht auf Eingehung einer gleichgeschlechtlichen Ehe feststellte.<ref name="zeitzul062015">Höchstes US-Gericht erklärt Homo-Ehe landesweit für zulässig. In: Zeit Online</ref><ref>Höchstes Gericht der USA legitimiert die Homo-Ehe. In: Hamburger Abendblatt. 27. Juni 2015, S. 3.</ref>

    Im März 2015 ermöglichten bereits 37 Staaten sowie die Hauptstadt Washington, D. C., gleichgeschlechtliche Ehen. Demgegenüber bestand ein generelles Verbot, welches fast immer auch eingetragene Partnerschaften einschloss und in den einzelnen Verfassungen einiger Staaten verankert bleibt, fast nur noch im klassischen Bible Belt und den dünn besiedelten Staaten der Great Plains. Solche Verbote wurden jedoch nichtig, wenn ein Gericht entschied, dass dies gegen die Bundesverfassung verstößt, was in zahlreichen Fällen auch geschah. Nur wenige (neben der Hauptstadt nur elf), meist urban geprägte und allgemein sehr liberale Staaten öffneten die Ehe durch einen Parlamentsbeschluss oder Volksentscheid; in den anderen erfolgte dies durch Gerichtsentscheidung.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name Vorlage:Cite book/URL In: The New York Times. Abgerufen am 30. Mai 2014 (english).Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref> Die Staaten wehrten sich hier zumeist sehr stark, so dass die Klagen – mit einem relativ klaren Tenor, dass das Verbot gegen die US-Verfassung verstoße – fast durchweg bis zu den Bundesberufungsgerichten durch die Instanzen wanderten, welche die zweithöchste gerichtliche Ebene darstellen.<ref>Matt Baume: Six New Lawsuits Complicate Marriage Equality Fight: March 17 MNW. In: American Foundation for Equal Rights. YouTube, 17. März 2014, abgerufen am 30. Mai 2014.</ref>

    Mit der Entscheidung des Obersten Gerichtshofs vom 26. Juni 2015 fiel ein endgültiges Urteil für die Öffnung der Ehe in den gesamten USA.<ref>David Boies, Jeffrey Rosen: Gay Marriage in America: What Does the Supreme Court Decision Mean? (Full Session). In: The Aspen Institute. Youtube, 1. Juli 2014, abgerufen am 30. Mai 2014.</ref><ref>Joan Frawley Desmond: Supreme Court Could Decide Another Landmark Marriage Case by 2015. National Catholic Register, 20. Februar 2014, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 22. März 2014; abgerufen am 30. März 2014.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ncregister.com</ref> Der Gerichtshof erklärte das Verbot gleichgeschlechtlicher Ehen in einer Entscheidung 5:4 für unvereinbar mit dem Grundsatz der Gleichheit vor dem Gesetz, der im 14. Zusatzartikel der Verfassung festgeschrieben ist, und damit für verfassungswidrig.<ref name="zeitzul062015" /> Damit muss von nun an jeder der fünfzig Bundesstaaten die Eheschließung gleichgeschlechtlicher Paare im eigenen Bundesstaat sowie die Anerkennung anderswo geschlossener Ehen garantieren.

    Im Durchschnitt der USA werden gleichgeschlechtliche Ehen seit etwa 2011 von einer Mehrheit der Bevölkerung unterstützt, wobei sich die Ergebnisse in den verschiedenen Bundesstaaten stark unterscheiden.

    Umfragen zur gleichgeschlechtlichen Ehe in den Vereinigte Staaten[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  USA
    Umfrageinstitut Datum Dafür Dagegen
    Gallup 17. März 1996<ref name="gallup">Gallup: Marriage</ref> 27 % 68 %
    Gallup 9. Februar 1999<ref name="gallup" /> 35 % 62 %
    Gallup 4. Mai 2004<ref name="gallup" /> 42 % 55 %
    Gallup 25. August 2005<ref name="gallup" /> 37 % 59 %
    Gallup 11. Mai 2006<ref name="gallup" /> 39 % 58 %
    Gallup 13. Mai 2007<ref name="gallup" /> 46 % 53 %
    Gallup 11. Mai 2008<ref name="gallup" /> 40 % 56 %
    Gallup 10. Mai 2009<ref name="gallup" /> 40 % 57 %
    Gallup 6. Mai 2010<ref name="gallup" /> 44 % 53 %
    Gallup 8. Mai 2011<ref name="gallup" /> 53 % 44 %
    Gallup 18. Dezember 2011<ref name="gallup" /> 48 % 48 %
    Gallup 6. Mai 2012<ref name="gallup" /> 50 % 48 %
    Gallup 29. November 2012<ref name="gallup" /> 53 % 46 %
    Washington Post/ABC 10. März 2013<ref>Gay marriage support hits new high in Post-ABC poll</ref> 58 % 36 %
    Gallup 7. Mai 2013<ref name="gallup" /> 53 % 45 %
    Gallup 14. Juli 2013<ref name="gallup" /> 54 % 43 %
    Gallup 21. Mai 2014<ref name="gallup" /> 55 % 42 %
    Gallup 19. Mai 2015<ref>Record-High 60 % of Americans Support Same-Sex Marriage. In: Gallup.com, 19. Mai 2015, abgerufen am 23. Mai 2015.</ref> 60 % 37 %
    Gallup 2018<ref>Two in Three Americans Support Same-Sex Marriage (auf Englisch)</ref> 67 % 31 %
    Gallup 1. Juni 2022<ref>Gallup Inc: Same-Sex Marriage Support Inches Up to New High of 71%. 1. Juni 2022, abgerufen am 1. August 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> 71 %

    Venezuela

    Im Januar 2014 wurde ein Gesetzesentwurf zur Öffnung der Ehe in die Nationalversammlung eingebracht.<ref>Ryan Mallett-Outtrim: Venezuelans Call for Legalization of Same-Sex Marriage, updated. In: Venezuelanalysis. 9. Januar 2014, abgerufen am 26. Januar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Eine erste Abstimmung wurde Ende 2015[veraltet]Bitte nutze in Fällen, in denen die Jahreszahl bereits in der Vergangenheit liegt, {{Veraltet}} anstatt {{Zukunft}} erwartet.

    Afrika

    Datei:African homosexuality laws.svg
    Rechtliche Situation für gleichgeschlechtliche Paare in Afrika
    Homosexuelle Handlungen legal:
  • Gleichgeschlechtliche Ehe
  • Eingeschränkte Anerkennung im Ausland geschlossener gleichgeschlechtlicher Ehen (Aufenthaltsrecht für Ehepartner)
  • Keine Anerkennung
  • Homosexuelle Handlungen illegal:
  • Ausgesetzte Gefängnisstrafe
  • Gefängnisstrafe
  • Ausgesetzte Todesstrafe
  • Todesstrafe
  • In vielen Staaten Afrikas steht Homosexualität unter Strafe, in einigen drohen lange Haftstrafen, in einigen wenigen sogar die Todesstrafe. Demnach kommt auch die Entwicklung neuer Gesetzesinitiativen zur staatlichen Anerkennung gleichgeschlechtlicher Paare nur äußerst langsam voran.

    Das einzige afrikanische Land, in dem gleichgeschlechtliche Paare das Recht auf Eheschließung genießen, ist Südafrika (Stand: Februar 2015): Im November 2006 votierte das südafrikanische Parlament mit 230 zu 41 Stimmen für einen Gesetzentwurf, der den Zugang zur bürgerlichen Ehe für gleichgeschlechtliche Paare öffnete.<ref name="CBC.ca" />

    In Namibia ist seit dem 30. Dezember 2024 die gleichgeschlechtliche Ehe gesetzlich verboten (siehe auch Homosexualität in Namibia).<ref>New marriage law excluding same-sex unions reflects Namibian culture, tradition – president’s spokesperson. The Namibian, 25. Januar 2025.</ref>

    Asien

    Datei:Asia homosexuality laws.svg
    Rechtliche Situation für gleichgeschlechtliche Paare in Asien
  • Gleichgeschlechtliche Ehe
  • Eingetragene Partnerschaft
  • Eingeschränkte Anerkennung gleichgeschlechtlicher Paare
  • Gesetz zur Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe wird erarbeitet
  • Anerkennung ausländischer gleichgeschlechtlicher Ehen
  • Teilweise Anerkennung ausländischer gleichgeschlechtlicher Ehen
  • Keine Anerkennung
  • Äußerungs- und Versammlungsfreiheit eingeschränkt
  • De jure unter Strafe, de facto keine Strafverfolgung
  • Haftstrafe
  • Lebenslange Haft
  • Ausgesetzte Todesstrafe
  • Todesstrafe
  • Das erste asiatische Land, das gleichgeschlechtlichen Paaren die Eheschließung erlaubte, war 2019 Taiwan. 2023 folgte Nepal; in beiden Fällen lagen den Legalisierungen Gerichtsurteile zugrunde. 2025 folgte Thailand als drittes Land des Kontinents. Relativ viele Staaten verhängen Strafen für Homosexuelle, deren Maß bis hin zur Todesstrafe reicht, und/oder schränken ihre Meinungsfreiheit ein. In einigen wenigen asiatischen Staaten – wie zum Beispiel Israel – gibt oder gab es jedoch Bemühungen, gleichgeschlechtliche Paare von staatlicher Seite her anzuerkennen.

    Israel

    Israel erkennt gleichgeschlechtliche Ehen an, die in anderen Ländern geschlossen wurden. Im Mai 2012 und im Dezember 2013 scheiterten Anträge zur Einführung des Rechts auf gleichgeschlechtliche Eheschließung im Parlament.<ref>Lahav Harkov: Knesset rejects marriage equality bill. In: The Jerusalem Post. 16. Mai 2012, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 22. Mai 2012; abgerufen am 28. Mai 2012.</ref>

    Umfragen zur gleichgeschlechtlichen Ehe in IsraelDatei:Flag of Israel.svg Israel
    Umfrageinstitut Datum Dafür Dagegen
    Channel 10 Juni 2018<ref>Most Israelis favor same-sex marriage, but half of MKs mum on issue. In: The Times of Israel. 5. Juni 2018, abgerufen am 31. Mai 2021 (englisch).</ref> 58 % ?

    Japan

    Um in Japan das Recht auf Eheschließung für gleichgeschlechtliche Paare einzuführen, bedürfte es einer verfassungsändernden Mehrheit im japanischen Parlament; denn in Artikel 24 der japanischen Verfassung heißt es: „Die Ehe soll nur auf dem gegenseitigen Einvernehmen beider Geschlechter basieren und durch die Kooperation sowie gleichen Rechte von Mann und Frau als Basis aufrechterhalten werden.“<ref>The Constitution of Japan. Abgerufen am 26. Januar 2025.</ref>

    Am 17. März 2021 urteilte das Bezirksgericht Sapporo, gleichgeschlechtlichen Paaren die Vorteile der Ehe rechtlich gänzlich vorzuenthalten, verletze das verfassungsmäßig verbriefte Recht auf Gleichbehandlung.<ref>Gerichtsurteil: Japans Ablehnung gleichgeschlechtlicher Ehe verstösst gegen die Verfassung. NZZ Online, 17. März 2021, abgerufen am 17. März 2021.</ref>

    Umfragen zur gleichgeschlechtlichen Ehe in JapanDatei:Flag of Japan.svg Japan
    Umfrageinstitut Datum Dafür Dagegen
    Nihon Yoron Chōsakai 2. März 2014<ref>Search results. In: The Japan Times. 26. Januar 2025, abgerufen am 26. Januar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> 42,3 % 52,4 %
    Shūdō-Universität Hiroshima 28. November 2015 51,7 % 41,3 %

    Kambodscha

    Obwohl gleichgeschlechtliche Paare in Kambodscha kein Recht auf Eheschließung haben, gaben Behörden in den Provinzen Kandal, Takeo, Prey Veng und Kampong Chhnang innerhalb der letzten zwanzig Jahre Heiratsurkunden an insgesamt mindestens 15 weibliche Paare aus.<ref>Lesbians legally married in Cambodia despite no law change. In: Gay Star News. 6. Mai 2013 (gaystarnews.com [abgerufen am 26. Januar 2025]).</ref>

    Nepal

    2008 hat der Oberste Gerichtshof des Landes entschieden, dass jegliche Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung verboten ist.<ref>Nepal to court gay tourism. In: PinkNews.co.uk, 20. Januar 2010.</ref> Die 2010 eingesetzte Kommission zum Studium der Gesetzeslage anderer Länder veröffentlichte im Februar 2015 ihren Bericht mit der Empfehlung, die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare zu öffnen.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Nepal panel recommends legalising same sex marriage.] In: Hindustan Times. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 9. Juni 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Im Juni 2023 hat das Oberste Gericht schließlich verfügt, dass die Ehe für alle eingeführt wird, womit das Parlament aufgefordert war, eine entsprechende gesetzliche Grundlage zu schaffen.<ref>Nepal erlaubt Ehe für alle. 2. Juli 2023, abgerufen am 9. Juli 2023.</ref> Nachdem auf die Gerichtsentscheidung hin das nationale Zivilstandsamt (Department of National ID and Civil Registration) die Kommunen in einem Runderlass aufgefordert hatte, entsprechende Ehebescheinigungen auszustellen, wurde im Distrikt Lamjung am 29. November 2023 eine erste Ehe zwischen zwei Männern amtlich anerkannt. Damit war Nepal das erste Land in Südasien und nach Taiwan das zweite in Asien, das die gleichgeschlechtliche Ehe legalisierte. Nachdem in der Folge jedoch andere amtliche Stellen die Anerkennung gleichgeschlechtlicher Ehen zunächst abgelehnt hatten, wurde nach Lobbyarbeit einer Betroffenen-NGO im April 2024 noch ein zweiter Erlass, diesmal direkt vom Innenministerium, an alle lokalen Behörden gerichtet mit der Anordnung, gleichgeschlechtliche Ehen zu bescheinigen und bis zu einer endgültigen gesetzlichen Regelung in ein separat zu führendes vorläufiges Eheschließungsregister einzutragen. LGBT-Vertreter begrüßten den Schritt.<ref name="pahichan2024">In landmark move, Nepal’s govt circular allows same-sex marriage. In: pahichan.com. 27. April 2024, abgerufen am 8. Mai 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

    Taiwan

    Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden. Im Oktober 2013 wurde ein Gesetzesentwurf zur Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare in das Parlament eingebracht.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />atimes.com (Memento vom 3. November 2013 im Internet Archive)</ref> Die erste Lesung fand im Dezember 2014 statt.<ref>chinapost.com.tw</ref>

    Zwei Gesetzesentwürfe zur Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Paare in der Ehe haben am 8. November 2016 die erste Lesung im Parlament passiert und wurden anschließend an Unterausschüsse zur weiteren Diskussion verwiesen.<ref>Gay marriage amendments pass first legislative reading. In: focustaiwan.tw. Abgerufen am 2. Dezember 2016.</ref>

    Am 24. Mai 2017 urteilte das Verfassungsgericht, dass die bisherige Gesetzeslage gegen die in der Verfassung verankerten Rechte auf Gleichbehandlung und Eingehung der Ehe verstoße, und setzte dem Gesetzgeber eine Frist von zwei Jahren, um gleichgeschlechtlichen Paaren die Ehe zu öffnen.<ref>Ruling puts Taiwan on verge of being first in Asia to have same-sex marriage. In: ChinaPost.com.tw. Abgerufen am 24. Mai 2017.</ref> Am 24. Mai 2019 wurde Taiwan zum ersten Staat in Asien, der die gleichgeschlechtliche Ehe einführte.<ref>Taiwan becomes first in Asia to legalize same-sex marriage. 17. Mai 2019, abgerufen am 8. Februar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

    Umfragen zur gleichgeschlechtlichen Ehe in Taiwan[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Taiwan
    Umfrageinstitut Datum Dafür Dagegen
    Institut für Soziologie bei Academia Sinica 9. Juli 2013<ref name="taiwannews"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Over half of Taiwanese support gay marriage: Survey (Memento vom 9. März 2016 im Internet Archive)</ref> 53 % 37 %
    Kuomintang November 2016<ref>Most favor new law for gay unions: survey Taipei Times (auf Englisch)</ref> 52 % 43 %

    In der Gruppe der 20- bis 29-Jährigen betrug die Zustimmungsrate 78 %.<ref name="taiwannews" /> Noch vor zehn Jahren waren 25 % dafür und 55 % dagegen.<ref>53 % in Taiwan unterstützen Legalisierung von gleichgeschlechtlichen Ehen. China Observer, 7. August 2013, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 12. Februar 2015; abgerufen am 16. März 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

    Thailand

    Im Jahre 2014 befand sich ein Gesetzentwurf zur Öffnung der Ehe im thailändischen Parlament. Dieser Gesetzentwurf stieß bei ersten Beratungen auf Zustimmung einer Mehrheit im Parlament, rückte jedoch aufgrund der aufflammenden politischen Krise in Thailand in den Hintergrund.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Thai marriage equality bill unable to proceed due to political crisis.] , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 8. November 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> 2023 stimmte das Parlament schließlich mit 369 gegen 10 Stimmen dem Gesetz zu.<ref>Matthias Müller: Der Durchbruch ist nah: In Thailand dürfen Homosexuelle bald heiraten. In: Neue Zürcher Zeitung, 21. Dezember 2023.</ref> Am 18. Juni 2024 stimmte auch der Senat für die Ehe für alle.<ref>Thailand passes landmark Bill recognising same-sex marriage. In: CNA. 18. Juni 2024, abgerufen am 18. Juni 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)): „The senate upper house gave final approval – by 130 votes to four, with 18 abstentions – to changes to the marriage law allowing same-sex couples to tie the knot. The new legislation will now go to King Maha Vajiralongkorn for royal assent and come into force 120 days after publication in the official Royal Gazette.“</ref> Das Gesetz wurde von König Maha Vajiralongkorn am 25. September 2024 unterschrieben und trat am 23. Januar 2025 in Kraft.<ref>Thailand: „Ehe für alle“ startet mit Massenhochzeit. 23. Januar 2025, abgerufen am 23. Januar 2025.</ref>

    Türkei

    Während der Neuschreibung der türkischen Verfassung forderte die Oppositionspartei BDP eine Liberalisierung der Ehegesetze und eine Einbeziehung der gleichgeschlechtlichen Ehe. Die größte Oppositionspartei des türkischen Parlamentes, die CHP, unterstützte den Vorschlag. Die größte Partei im Parlament AKP ist gegen die gleichgeschlechtliche Ehe, obwohl Präsident Erdoğan, der Parteivorsitzende der AKP, bei der Gründung seiner Partei im Jahre 2002 noch komplett gleiche Rechte für LGBT-Bürger unterstützte. Gemäß einer Antwort auf eine Anfrage der Barış ve Demokrasi Partisi aus dem Jahr 2012 ist eine parlamentarische Diskussion über die gleichgeschlechtliche Ehe dann zu erwarten, wenn alle politischen Parteien sich in den Ausschüssen versammeln, um eine neue Verfassung zu etablieren.<ref>BDP’nin eşcinsel evlilik isteği tartışılıyor. In: Haber10. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 30. Juni 2012; abgerufen am 24. Juli 2012.</ref><ref>Kaos GL: LGBT Initiative from Prime Minister Erdoğan! In: ILGA Europe. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 24. Juli 2012; abgerufen am 24. Juli 2012.</ref> In einer Umfrage über die türkische Haltung zur Sexualität unterstützten 3,6 % der Türken die gleichgeschlechtliche Ehe.<ref>Bekâret ve eşcinsellik … In: Radikal. Abgerufen am 10. Februar 2013.</ref>

    Australien und Ozeanien

    Datei:Same-sex marriage map Oceania.svg
    Rechtliche Situation für gleichgeschlechtliche Paare in Ozeanien
  • Gleichgeschlechtliche Ehe
  • Anerkennung im Ausland geschlossener gleichgeschlechtlicher Ehen
  • Keine Anerkennung
  • Verfassungsverbot der gleichgeschlechtlichen Ehe
  • De jure unter Strafe, de facto keine Strafverfolgung
  • Homosexuelle Handlungen illegal
  • Australien

    In Australien haben gleichgeschlechtliche Paare ein Recht auf Eheschließung.

    Am 13. September 2013 kündigte die Regierung des Australian Capital Territory (ACT) einen Gesetzentwurf zur Öffnung der Ehe im ACT an.<ref>Oliver Milman: Australian Capital Territory to legalise same-sex marriage by end of year. In: The Guardian. 22. Mai 2014, abgerufen am 25. Mai 2015.</ref> Am 10. Oktober 2013 kündigte der australische Justizminister George Brandis im Namen der konservativen Bundesregierung an, dass die Bundesregierung dagegen vor Gericht ziehen würde, sollte das ACT die Eheöffnung für sich allein beschließen.<ref>Same-sex marriage law High Court challenge confirmed. In: smh.com.au. 10. Oktober 2013, abgerufen am 25. Mai 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Regierung des ACT ignorierte die Drohung des Justizministers und das Parlament des ACT beschloss am 22. Oktober 2013 die Öffnung der Ehe im ACT.<ref>Jessica Marszalek: ACT legalises same-sex marriage. In: news.com.au. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 12. Juli 2014; abgerufen am 25. Mai 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die konservative australische Regierung machte ihre Drohung wahr, legte Einspruch vor dem Obersten Gericht Australiens ein und bekam Recht; das Gesetz zur Öffnung der Ehe im ACT wurde am 12. Dezember 2013 für nichtig erklärt. Das Oberste Gericht Australiens begründete die Aufhebung des Gesetzes allerdings nicht damit, dass gleichgeschlechtliche Paare kein Recht auf Eheschließung hätten, sondern damit, dass eine Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe nur bundesweit möglich sei und nicht nur in einem Teil Australiens. Die Bundesregierung sei frei, darüber zu entscheiden, ob sie die gleichgeschlechtliche Ehe in ganz Australien einführen wolle.<ref>The Commonwealth v Australian Capital Territory [2013] HCA 55 (12 December 2013). 12. Dezember 2013, abgerufen am 25. Mai 2015.</ref><ref>Adam Withnall: Australia: Gay marriage law reversed by high court less than a week after first weddings. In: Independent. 12. Dezember 2013, abgerufen am 25. Mai 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die (konservative) australische Regierung sprach sich allerdings weiterhin in weiten Teilen gegen die Öffnung der Ehe aus.

    Wie bereits im Sommer 2014 zum ersten Mal bekannt geworden, sprechen sich im australischen Parlament immer mehr Abgeordnete für eine freie Abstimmung ohne Fraktionszwang zur Eheöffnung aus. Nach dem Coming-out des Schwimmstars Ian Thorpe im australischen Fernsehen im Jahr 2014 war im darauffolgenden Jahr das irische Referendum zur Eheöffnung ein weiterer Auslöser für eine erneute Debatte. Allerdings sprachen sich nach wie vor viele Abgeordnete der Regierungsparteien und auch der damalige Premierminister Tony Abbott gegen die Eheöffnung aus. Die Liberal Party of Australia, die größte Regierungspartei, entschied sich gegen eine Freigabe der Abstimmung für ihre Abgeordneten. Bis September 2016 wurden 21 Gesetzentwürfe zur gleichgeschlechtlichen Ehe ins australische Parlament eingebracht; keiner wurde angenommen. Die amtierende Regierung schlug vor, im Jahr 2017 ein landesweites Referendum über die gleichgeschlechtliche Ehe abzuhalten; dies wurde jedoch zweimal, im November 2016 und im August 2017, vom Senat abgelehnt. Die dortige Mehrheit von Labor Party und Grünen argumentierte, ein Referendum würde zu hohe Kosten verursachen und eine kontroverse öffentliche Debatte würde der LGBT-Community möglicherweise Schaden zufügen. Die Senatoren wünschten stattdessen eine Abstimmung im Parlament. Die Regierung kündigte schließlich an, in den Monaten September bis November 2017 eine landesweite freiwillige Befragung per Post zu dieser Frage abzuhalten. Bei dieser Volksabstimmung votierten 62 Prozent der Teilnehmenden (Stimmbeteiligung rund 80 Prozent) für die Öffnung der Ehe.<ref>Patrick Zoller: Australien sagt «Ich will» zur gleichgeschlechtlichen Ehe. In: NZZ.ch. 15. November 2017, abgerufen gleichentags.</ref> Malcolm Turnbull, Premierminister von September 2015 bis August 2018, gilt als Befürworter der gleichgeschlechtlichen Ehe.

    Die oppositionelle Labor Party unterstützte in ihrem Wahlprogramm die gleichgeschlechtliche Ehe; sie erlaubte ihren Parlamentsabgeordneten eine Gewissensentscheidung zu diesem Thema.

    Am 7. Dezember 2017 beschloss das australische Parlament die Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe.<ref>Damien Cave, Jacqueline Williams: Australia Makes Same-Sex Marriage Legal. In: The New York Times. 7. Dezember 2017, ISSN 0362-4331 (Online [abgerufen am 7. Dezember 2017]).</ref>

    Neuseeland

    In Neuseeland, mit Ausnahme Tokelaus, haben gleichgeschlechtliche Paare das Recht auf Eheschließung.

    Am 17. April 2013 stimmte das neuseeländische Parlament in dritter und letzter Lesung für ein Gesetz zur eherechtlichen Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Paare. Es trat im August 2013 in Kraft.<ref>Neuseeland führt Homo-Ehe ein. In: Deutsche Welle. 17. April 2013, abgerufen am 29. Juni 2017.</ref>

    US-amerikanisches Territorium Guam

    Im US-amerikanischen Territorium Guam wurde im Juni 2015 die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet.<ref>Karsten O’Reagan: Guam Just Recognized Gay Marriage & It’s The First US Territory To Do So – But Won’t Be The Last. In: bustle.com. 5. Juni 2015, abgerufen am 29. Juni 2017.</ref>

    Britisches Territorium Pitcairninseln

    Im britischen Territorium Pitcairninseln wurde die Ehe unter gleichgeschlechtlichen Paaren im Mai 2015 zugelassen.<ref>Ehe-Öffnung auf den Pitcairninseln. In: queer.de. 20. Juni 2015, abgerufen am 29. Juni 2017.</ref>

    Religion und gleichgeschlechtliche Ehe

    Viele Religionsgemeinschaften lehnen gleichgeschlechtliche Ehen ab und bieten deshalb auch keine Möglichkeit, eine Ehe mit einer religiösen Zeremonie zu schließen. Eine Reihe, überwiegend protestantische Glaubensgemeinschaften, sehen das anders und bieten gleichgeschlechtlichen Paaren religiöse Feiern dazu an. Von diesen sind hier einige aufgeführt.

    Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.

    Christentum

    <templatestyles src="column-multiple/styles.css" />

    Judentum

    Trivia

    Nach einem großen internationalen Wettbewerb der Fluggesellschaft SAS feierte das Berliner Paar Shantu Bhattacharjee und Aleksandar Mijatovic im Jahr 2010 die weltweit erste gleichgeschlechtliche Hochzeit über den Wolken. Sie gewannen eine Abstimmung in den Sozialen Medien mit über 80.000 Stimmen. Christofer Fjellner, Mitglied des Europäischen Parlaments, vollzog die Hochzeitszeremonie während eines Fluges vom Flughafen Stockholm/Arlanda zum Newark Liberty International Airport. Wenig später folgte ihnen auf dem gleichen Flug mit Ewa Tomaszewicz und Gosia Rawinska das erste lesbische Pärchen.<ref>Himmlisch: Hochzeit über den Wolken – Bilder & Fotos. In: welt.de. Abgerufen am 16. Oktober 2023.</ref><ref>Andy Towle: Scandinavian Airlines Holds In-Flight Double Gay Wedding – Towleroad Gay News. 7. Dezember 2010, abgerufen am 16. Oktober 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

    Siehe auch

    Literatur

    • Juan J. Fernández, Mark Lutter: Supranational cultural norms, domestic value orientations and the diffusion of same-sex union rights in Europe, 1988–2009. In: International Sociology, Nr. 28, 2013, S. 102–120 (online).
    • Marc Schüffner: Eheschutz und Lebenspartnerschaft, eine verfassungsrechtliche Untersuchung des Lebenspartnerschaftsrechts im Lichte des Art. 6 GG (= Schriften zum öffentlichen Recht, Band 1077). Duncker & Humblot, Berlin 2007, ISBN 978-3-428-12438-1 (Dissertation FU Berlin 2006, 789 Seiten).
    • Manfred Bruns, Rainer Kemper: LPartG – Handkommentar. 2. Auflage. Nomos, Baden-Baden 2005, ISBN 3-8329-1182-0.

    Weblinks

    Einzelnachweise

    <references responsive> <ref name="inkrafttretenDE"> Art. 3 des Gesetzes zur Einführung des Rechts auf Eheschließung für Personen gleichen Geschlechts </ref> <ref name="srf-sept21"> «Ehe für alle» kommt wohl bereits am 1. Juli 2022. In: srf.ch. 26. September 2021, abgerufen am 26. September 2021. </ref> </references>

    Vorlage:Hinweisbaustein