Eisen(II)-disulfid
Eisen(II)-disulfid ist das Disulfid des zweiwertigen Eisens mit der Formel FeS2. Natürlich kommt es mineralisch als Pyrit und als Markasit vor.
Gewinnung und Darstellung
Eisen(II)-disulfid kann durch Erhitzen von Eisen(II)-sulfid mit Schwefel hergestellt werden:
- <math>\mathrm{FeS + S \longrightarrow FeS_2}</math>
Ebenso entsteht Eisen(II)-disulfid beim Überleiten von Schwefelwasserstoff H2S über Eisen(III)-oxid bei Rotglut:<ref>Vorlage:Holleman-Wiberg</ref>.
- <math>\mathrm{Fe_2O_3 + 4\ H_2S \longrightarrow 2\ FeS_2 + 3\ H_2O + H_2}</math>
Eigenschaften
Reines Eisen(II)-disulfid bildet gold- bzw. messinggelbe Kristalle. In der kubischen Kristallform kommt Eisen(II)-disulfid in der Natur als Pyrit vor. Erhitzt man Pyrit an der Luft („Rösten“), so spaltet er Schwefel ab und verbrennt dabei zu Schwefeldioxid SO2 und Eisen(III)-oxid Fe2O3:
- <math>\mathrm{4\ FeS_2 + 11\ O_2 \longrightarrow 2\ Fe_2O_3 + 8\ SO_2}</math>
Es reagiert, ebenso wie Eisen(II)-sulfid, mit Säuren unter Bildung von Schwefelwasserstoff (das in diesem Falle zunächst gebildete Disulfan (H2S2) ist bei Normalbedingungen instabil und zerfällt zu H2S und Schwefel).
Verwendung
Früher wurde Eisen(II)-disulfid in großen Mengen für die Herstellung von Schwefelsäure H2SO4 verwendet.<ref>Pearson: Anorganische Chemie, 2010, S. 287.</ref> Heutzutage wird es für die Kathode der Lithium-Eisensulfid-Batterie benutzt.<ref>Vorlage:Literatur</ref> In steinzeitlichen Schlagfeuerzeugen wurde Schwefelkies benutzt, um Funken zu schlagen.<ref>Vorlage:Literatur</ref>
Einzelnachweise
<references />