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Goethe und Anna Amalia – Eine verbotene Liebe

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Ettore Ghibellino)

Goethe und Anna Amalia – eine verbotene Liebe? ist ein 2003 erstmals (unter dem Titel: J. W. Goethe und Anna Amalia - eine verbotene Liebe?) in Weimar im Verlag Dr. A. J. Denkena erschienenes Sachbuch des Autors Ettore Ghibellino.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein., Denkena Verlag, 2007.</ref>

Inhalt

Die klassische Goethe-Forschung reflektiert auf eine platonische Liebe zwischen Goethe und Charlotte von Stein.

Der Autor Ettore Ghibellino entwickelt die Hypothese, dass zwischen der Herzogin Anna Amalia von Sachsen-Weimar-Eisenach und Johann Wolfgang von Goethe ein leidenschaftliches Liebesverhältnis bestanden habe. Als Belege führt er unter anderem eine ganze Reihe von Briefen der Zeitgenossen, vor allem aber die Briefe und Notizen Goethes an Charlotte von Stein (über 1.600) an. Ebenso Goethes Drama Tasso, das in verschleierter Form Goethes Verhältnis zu Anna Amalia in den Personen des Dichters Tasso und der Prinzessin Leonore darstelle. Die an Charlotte von Stein gerichteten Briefe der Liebe und Verehrung seien in Wahrheit an die Herzogin gerichtet gewesen. Die weimarische Hofdame habe dabei lediglich die Funktion der verschwiegenen Vermittlerin zwischen den Liebenden gehabt. Bis zu ihrem Tode habe sie das der Herzogin gegebene Versprechen der Verschwiegenheit gehalten.

Kontroverse

Die Mehrheit der germanistischen Fachwelt lehnt Ghibellinos These ab. Nach Auffassung der Klassik Stiftung Weimar halte er sich nicht an die Grundlagen wissenschaftlicher Arbeitsmethoden. Er ignoriere Dokumente, die seiner These widersprächen, und er gehe manipulativ mit den Quellen um. Diesen Vorwurf retournierte Ghibellino an seine Kontrahenten.<ref>„Die Quellen sind vergiftet“, Der Spiegel, Nr. 30, 21. Juli 2008, Interview mit Ghibellino.</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Erwiderung zur Stellungnahme der Klassik Stiftung Weimar (Memento des Vorlage:IconExternal vom 12. September 2011 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.annaamalia-goethe.de von der "Anna Amalia und Goethe Akademie zu Weimar", Mai 2008</ref> Der Historiker Joachim Berger, der über Anna Amalia promoviert wurde, warf Ghibellino in einer Fernsehdokumentation vor, er „reiße in den Briefen auftauchende Wörter aus dem Zeitzusammenhang und verkenne ihre historische Bedeutung“.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Beitrag (Memento vom 23. März 2009 im Internet Archive) in der Sendung LeseZeichen des Bayerischen Rundfunks, 21. September 2008</ref>

Neuere Forschungen weisen darauf, dass 1776 eine Intimbeziehung zwischen Anna Amalia und Goethe entstand, von der er sich allerdings aus Gründen löste. Anna Amalia liebte Goethe, er liebte sie nicht und entzog sich ihrer auf ihn höchstpersönlich ausgerichteten Zuneigung immer auf das Neue. Seine tiefe Liebe galt der Charlotte von Stein, die ihn als verheiratete Frau streng auf der platonischen Ebene hielt. Diese Dreier-Konstellation wird mehrfach dargestellt. Anna Amalia hasste nach zeitgenössichen Aussagen Charlotte von Stein regelrecht. Die Kunstgestaltung in Weimar mit dem Deckenbild im Wittumspalais, der Gestaltung des Tiefurter Parkes und des Empfangsraumes im Tiefurter Schlösschen, der Sphinx-Brunnen, das Römische Haus als Tempel der Herzogin Anna Amalia, die ursprüngliche Gestaltung des Einganges zum Ilmpark in den 90er Jahren und nicht zuletzt die Gestaltung in Goethes Haus am Frauenplan zeigen in verbundenen Linien die Beziehung zwischen Goethe und Anna Amalia. Beide stellen ihre gegenteilige Sicht dar. Der Liebste ist geflohen, er verweigert die Sinnlichkeit. Das Unsichtbare im Sichtbaren ist höcht bemerkenswert. Bezeichnenderweise schweigt Ghibellino zu Nolls Forschungen einschließlich der Analyse des Tasso und dessen Bedeutung in der Kommunikation zwischen dem Dichter und der Fürstin.<ref>Veit Noll: Goethe im Wahnsinnn der Liebe. Oder: Liebe kontra Recht und Moral.</ref>

Ausgaben

  • Ettore Ghibellino: J. W. Goethe und Anna Amalia - eine verbotene Liebe. Denkena Verlag, Weimar 2003, 193 S., ISBN 3-936177-04-X
    − 2., erweiterte Auflage: Goethe und Anna Amalia - eine verbotene Liebe? ebd. 2004, 368 S., ISBN 978-3-936177-04-6
    − 3., veränderte Auflage: Goethe und Anna Amalia - eine verbotene Liebe? ebd. 2007, 293 S., ISBN 978-3-936177-88-6
    – Übersetzung: Goethe and Anna Amalia. A forbidden love? Carysfort Press, Dublin 2007, 360 S., ISBN 978-1-904505-24-2

Literatur

  • Cora Lee Kluge: Rezension zu „J. W. Goethe und Anna Amalia: eine verbotene Liebe.“ In: Monatshefte für deutschsprachige Literatur und Kultur, Vol. 96, No. 1 (2004), S. 130–132, University of Wisconsin Press, Madison, Wisconsin, ISSN 0026-9271.
  • Otto Werner Förster: Der Ketzer aus Weimar. Ettore Ghibellino meint, Herzogin Anna Amalia sei Goethes 'Frau von Stein' gewesen. In: Triangel. - Halle, Mitteldeutscher Rundfunk, ISSN 1432-9476. Bd. 12, 2007, Heft 10 (Oktober), S. 6–9, (mit Illustrationen).
  • Ilse Nagelschmidt (Hrsg.): Alles um Liebe. Anna Amalia und Goethe, 1. interdisziplinäres Symposium (30./31. März 2007); Tagungsband nebst zwei Anhängen. Denkena Verlag, Weimar 2008, 277 S., ISBN 978-3-936177-10-7
  • Fritz Egli: Fiktionen im Gewand der Wissenschaft. In: Weimarer Beiträge 3/2008, S. 439–443
  • Veit Noll: Goethe im Wahnsinn der Liebe. Oder: Liebe kontra Recht und Moral. In: Veit Noll: Zwei Teilnehmende des Weimarer Kulturkreises um Anna Amalia und Goethe in der Zeit von 1775 bis 1785. Aufsätze mit Bezug auf Johann August von Einsiedel (1754–1837) und Emilie von Werthern (1757–1844) zu Goethe und Anna Amalia. Verlag Egon Wogel, Salzwedel 2009, S. 25–168.
  • Veit Noll: Goethe im Wahnsinn der Liebe. Bd. 1: Die Flucht 1786, Forschungsverlag Salzwedel 2014, ISBN 978-3-9816669-2-2; Bd. 2: "Tassos" Botschaft, Forschungsverlag Salzwedel 2016, ISBN 978-3-9816669-4-6, Bd. 3: `Roma - Amor´, Forschungsverlag Salzwedel 2024, ISBN 978-3-9816669-6-0.

Weblinks

Rezensionen

Einzelnachweise

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