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Fächer-Ahorn

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Fächer-Ahorn
Datei:Acer palmatum0.jpg

Fächer-Ahorn (Acer palmatum)

Systematik
Eurosiden II
Ordnung: Seifenbaumartige (Sapindales)
Familie: Seifenbaumgewächse (Sapindaceae)
Unterfamilie: Rosskastaniengewächse (Hippocastanoideae)
Gattung: Ahorne (Acer)
Art: Fächer-Ahorn
Wissenschaftlicher Name
Acer palmatum
Thunb.

Der Fächer-Ahorn (Acer palmatum) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Ahorne (Acer) in der Familie der Seifenbaumgewächse (Sapindaceae). Der Fächer-Ahorn kam ursprünglich in Japan, Korea und China vor. Viele Sorten werden als Zierpflanzen verwendet.<ref name="FoC2008" />

Beschreibung

Datei:Acer palmatum amoemum 4zz.jpg
Stamm und Borke
Datei:Acer palmatum - Aceraceae - Thunb. ex Murray - Fächer-Ahorn - Japan. Korea -13019 - Botanischer Garten der Universität Wien (47658342991).jpg
Zweig mit gestielten, gelappten Laubblättern und Blütenständen
Datei:Acer palmatum SZ145.png
Illustration aus Philipp Franz von Siebold, Joseph Gerhard Zuccarini: Flora Japonica, Sectio Prima (Tafelband), 1870
Datei:2020-04-19 11 22 18 Leaves and flowers on a green-leaved Japanese Maple in spring along Calvin Avenue in the Parkway Village section of Ewing Township, Mercer County, New Jersey.jpg
Blütenstände
Datei:Acer seed.jpg
Herbstgefärbte Laubblätter und Flügelnüsse

Vegetative Merkmale

Der Fächer-Ahorn wächst als sommergrüner, laubabwerfender Baum mit Wuchshöhen bis zu 15 Metern<ref name="FoC2008" /> oder einige Sorten als Strauch mit schirmartig geneigten Ästen. Die glatte Borke ist grünlich-grau oder hellbraun.<ref name="FoC2008" /> Die kahle Rinde der Zweige ist grünlich-grün.<ref name="FoC2008" /> Die relativ kleinen, kegelförmigen Winterknospen sind purpurfarben-rötlich mit fünf Paaren bewimperter Knospenschuppen, sie verkahlen früh.<ref name="FoC2008" /><ref name="FoJapan1965" /> Es sind meist keine Endknospen vorhanden.<ref name="FoC2008" />

Die gegenständig an den Zweigen angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und -spreite gegliedert. Der rötliche Blattstiel ist 2 bis 6 Zentimeter lang.<ref name="FoC2008" /><ref name="FoJapan1965" /> Die häutigen bis pergamentartigen Blattspreiten sind bei einer Länge von 3 bis 6 Zentimetern sowie einer Breite von 4 bis 8 Zentimetern im Umriss fast kreisförmig mit herzförmiger bis gestutzter Spreitenbasis. Sie sind bis etwa zu ihrer Mitte in meist fünf oder sieben Blattlappen handförmig gelappt.<ref name="FoC2008" /><ref name="FoJapan1965" /> Die Blattlappen sind lanzettlich mit lang zugespitzten oberen Enden.<ref name="FoC2008" /> Die Ränder der Blattlappen sind unregelmäßig doppelt gesägt.<ref name="FoC2008" /><ref name="FoJapan1965" /> Anfangs sind die Blattflächen gelblich-braun flaumig behaart, verkahlen schon früh und es verbleiben an den Blattnerven, auf der Blattunterseite, Haarbüschel (Indument).<ref name="FoC2008" />

Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht je nach Standort von April oder Mai<ref name="FoC2008" /><ref name="FoJapan1965" /> bis Juni, gleichzeitig mit dem Blattaustrieb.<ref name="FoC2008" /> Unter jedem Blütenstandsschaft befinden sich ein oder zwei Paare Tragblätter.<ref name="FoC2008" /> Der dünne Blütenstandsschaft ist 3 bis 5 Zentimeter lang.<ref name="FoJapan1965" /> Der Fächer-Ahorn ist andromonözisch. 10 bis 20 Blüten befinden sich in einem halb hängenden schirmtraubigen-rispigen Blütenstand, der 3 bis 4 Zentimeter lang ist.<ref name="FoC2008" />

Die Blüte ist bei einem Durchmesser von 4 bis 6 Millimetern radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle.<ref name="FoJapan1965" /> Die fünf purpurfarben-roten Kelchblätter sind bei einer Länge von etwa 3 Millimetern länglich bis verkehrt-lanzettlich und in der Nähe ihres Randes flaumig behaart.<ref name="FoC2008" /> Die fünf hellgelben bis rosafarben-weißen, kahlen Kronblätter sind breit-verkehrt-eiförmig.<ref name="FoC2008" /> Die acht Staubblätter sind auf der Innenseite des Diskus insertiert und überragen bei einer Länge von 3,5 Millimetern die Blütenkrone.<ref name="FoC2008" /> In weiblichen Blüten sind die Staubblätter kürzer.<ref name="FoC2008" /> Der Fruchtknoten ist kahl.<ref name="FoC2008" /> Der relativ lange Griffel endet in einer deutlichen Narbe. In männlichen Blüten ist der rudimentäre Stempel winzig.

Die kahle Spaltfrucht ist insgesamt etwa 1,5 Zentimeter lang<ref name="FoC2008" /> und zerfällt in zwei Nussfrüchte mit jeweils einem Flügel, hier handelt sich um eine Flügelnussfrucht (Samara). Die Flügel spreizen in einem stumpfen Winkel ab. Die Nussfrucht ist elliptisch-konvex und mit nur undeutlichen Nerben und dünner Wand.<ref name="FoC2008" />

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 26.<ref name="FoC2008" /><ref name="IPCN" />

Vorkommen

Der Fächer-Ahorn stammt ursprünglich aus Japan sowie Korea.<ref name="FoC2008" /> Er gedeiht in Japan in Wäldern und im Dickicht von der Ebene bis in die Berge.<ref name="FoJapan1965" />

Taxonomie

Die Erstveröffentlichung von Acer palmatum erfolgte 1784 durch Carl Peter Thunberg in J. A. Murray: Systema Vegetabilium. Editio decima quarta, S. 911: „palmatum. 8. A. fol. palmatis ſerratis glabris, flor. umbellatis. Thunb. l. c. M.“ Damit beschreibt er die Form der Blätter als handflächenartig, den Blattrand als gesägt und die Blattoberfläche als unbehaart. Die Blüten stehen schirmtraubig.<ref name="murray" />

Das Artepitheton palmatum leitet sich vom lateinischen Wort palma für „Handfläche“ ab und bezieht sich auf die Blattform.

Zierpflanze

Datei:Acer palmatum Shigitatsu-sawa 3.jpg
Acer palmatum Sorte ‚Shigitatsu-sawa‘

Von der Art Fächer-Ahorn sind etwa 500 Sorten bekannt.<ref name="Stahl1992" /> Während der Fächer-Ahorn in seiner Heimat zu großen Bäumen heranwachsen kann, ist dies bei nach Europa importierten Exemplaren und Züchtungen eher selten und dauert sehr lange. Der Grund hierfür ist das in Europa insgesamt kühlere und trockenere Klima, kombiniert mit kürzeren Vegetationsperioden. Er blüht im Mai bis Juni mit roten, später braunen Blütentrauben.

Der Fächer-Ahorn wird in den gemäßigten Gebieten der Welt vornehmlich als Zierpflanze genutzt und geschätzt. Die Gründe dafür liegen meist in der grazilen Form und der intensiven Herbstfärbung begründet. In Japan ist er eine der wichtigsten Baumarten der traditionellen Gartengestaltung und kündigt den Herbst an.<ref name="Pigeat2007" /> Dort werden vornehmlich die ursprünglichen grünen Sorten verwendet. Eine breite Verwendung findet der Fächer-Ahorn auch in der Bonsaikunst. Aus dieser Verbindung gingen auch viele gezüchtete Sorten hervor, die den gestellten Anforderungen entsprechen. Je nach Sorte haben die Laubblätter mehr „Finger“, sind stärker geschlitzt, besitzen eine andere Farbe (teils auch nur zu bestimmten Jahreszeiten) oder die Rinde ist rauer als gewöhnlich. Oft sind auch mehrere Merkmale kombiniert. Für die Sorten existiert ein System, das sie explizit in Kategorien einordnet.<ref name="Vertrees1993" />

Der Fächer-Ahorn gedeiht als Zierpflanze am besten an einem sonnigen bis halbschattigen Standort auf lockeren und humosen Böden mit guter Drainage und leicht saurem pH-Wert.<ref>Acer palmatum (Fächerahorn). Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 20161024; abgerufen am 11. November 2009.</ref> Staunässe führt sehr schnell zu einem Absterben der Feinwurzeln durch Sauerstoffmangel. Der Austrieb ist je nach Sorte gelblich bis leuchtend rot. Gleiches gilt für die sehr intensive Herbstfärbung.

Schnitt

Datei:Acer palmatum Kiyo-hime 0zz.jpg
Als Bonsai gestaltete Sorte ‘Kiyo-hime’

Bedingt verträgt der Fächer-Ahorn den Rückschnitt nicht sehr gut, bei der Bonsaigestaltung jedoch werden die Pflanzen regelmäßig geschnitten<ref name="Adams2006" /><ref name="Stahl1992" /> und zum Teil über Jahrhunderte in ihrer Form gehalten und diese verfeinert. Oft bildet der Fächer-Ahorn aus dem alten Holz nur schlecht neue Triebe. Man sollte der Pflanze immer etwas junges Holz mit schlafenden Augen stehen lassen, so dass ein Neuaustrieb erfolgen kann. Zum Selbstschutz trocknet der Ahorn nach dem Schnitt immer etwas zurück, wobei eventuell schlafende Augen auch betroffen sein könnten. Schneidet man auf junge Seitentriebe zurück, sollte anschließend ein Wundverschlussmittel aufgetragen werden. Am besten sind hierfür japanische, die man im Bonsai-Fachhandel erhält. Besonders schnell verschließt sich die Wunde, wenn sich oberhalb von ihr ein vitaler Ast befindet. Der von dort nach unten gerichtete Materialstrom fördert die Wundkallusbildung und hilft, die Wunde schnell zu schließen.

Bei der Bonsai-Gestaltung wird ab einer gewissen Reife zur Förderung der Feinverzweigung beim Neuaustrieb aller Blätter jeweils immer die Triebspitze entfernt. Dadurch wird der Ahorn angeregt, schlafende Knospen zu wecken. Er bildet dann kürzere Blattabstände und kleinere Blätter, zwei Dinge, die bei der Bonsai-Gestaltung elementar wichtig sind. Gleichzeitig bremst das den Baum auch in seinem Wachstum.

Zuchtformen

Datei:Acer palmatum Liberec 1.jpg
Sorte ‘Ornatum’

Es gibt viele Sorten (zufällige Auswahl):

Verwendung

In Japan werden eingelegte gelbe Blätter in einem Teigmantel frittiert als Tempura gegessen. Auch die Blätter des Japanischen Ahorns werden genutzt.<ref>Momiji Tempura: Taking a bite out of Autumn bei Soulhub, abgerufen am 1. August 2024.</ref>

Literatur

  • J. D. Vertrees: Japanische Ahorne. (Originaltitel: Japanese Maples). Deutsch von Marion Zerbst. Ulmer, Stuttgart 1993, ISBN 3-8001-6444-2.
  • Aceraceae.: Acer L.: 4. Acer palmatum Thunb., S. 608. In: Jisaburo Ohwi: Flora of Japan, englische Übersetzung mit einer Überarbeitung, Washington, Smithsonian Institution, 1965. eingescannt bei biodiversitylibrary.org.
  • Tingzhi Xu, Yousheng Chen, Piet C. de Jong, Herman John Oterdoom, Chin-Sung Chang: Aceraceae. In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China, Volume 11: Oxalidaceae through Aceraceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2008, ISBN 978-1-930723-73-3. Acer palmatum Thunberg in Murray, S. 526 -textgleich online wie gedrucktes Werk.

Weblinks

Commons: Fächer-Ahorn (Acer palmatum) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Fächer-Ahorn – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

<references> <ref name="IPCN">Acer palmatum bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum</ref> <ref name="Vertrees1993">J. D. Vertrees: Japanische Ahorne. (Originaltitel: Japanese Maples). Deutsch von Marion Zerbst. Ulmer, Stuttgart 1993, ISBN 3-8001-6444-2.</ref> <ref name="Stahl1992">Horst Stahl: Bonsai – Vom Grundkurs zum Meister. Doppelband, Kosmos Verlag, Stuttgart 1992, S. 20, ISBN 3-440-08875-8.</ref> <ref name="Adams2006">Peter Adams: Bonsai with Japanese Maples. Timber Press, Portland 2006, ISBN 0-88192-809-7.</ref> <ref name="Pigeat2007">Jean-Paul Pigeat, Fabrice Moireau: Gärten im Japan-Stil Gärten im Japan-Stil. Ulmer, Stuttgart (Hohenheim), 2007, ISBN 9783800154005.</ref> <ref name="JC Raulston Arboretum">@1@2Vorlage:Toter Link/jcrancsu.eduJapanese Maples at the JC Raulston Arboretum (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im März 2025. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot.</ref> <ref name="NCstateUni">NC State University: Acer palmatum Cultivars. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 19. November 2013; abgerufen am 27. März 2010.</ref> <ref name="FoJapan1965">Aceraceae.: Acer L.: 4. Acer palmatum Thunb., S. 608. In: Jisaburo Ohwi: Flora of Japan, englische Übersetzung mit einer Überarbeitung, Washington, Smithsonian Institution, 1965. eingescannt bei biodiversitylibrary.org.</ref> <ref name="FoC2008">Tingzhi Xu, Yousheng Chen, Piet C. de Jong, Herman John Oterdoom, Chin-Sung Chang: Aceraceae. In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China, Volume 11: Oxalidaceae through Aceraceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2008, ISBN 978-1-930723-73-3. Acer palmatum Thunberg in Murray, S. 526 -textgleich online wie gedrucktes Werk.</ref> <ref name="murray">Johan Andreas Murray: Caroli a Linné equitis Systema Vegetabilium secundum Classes Ordines Genera Species cum characteribus et differentiis. ed. XIV. Dieterich, Göttingen 1784, S. 911.</ref> </references>