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Kaiserkrone (Pflanze)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Fritillaria imperialis)

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Kaiserkrone
Datei:YellowCrownImperials.JPG

Kaiserkrone Fritillaria imperialis

Systematik
Monokotyledonen
Ordnung: Lilienartige (Liliales)
Familie: Liliengewächse (Liliaceae)
Unterfamilie: Lilioideae
Gattung: Fritillaria
Art: Kaiserkrone
Wissenschaftlicher Name
Fritillaria imperialis
L.

Die Kaiserkrone (Fritillaria imperialis) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Fritillaria in der Familie der Liliengewächse (Liliaceae). Sie wird als Zierpflanze genutzt und ist in Mitteleuropa seit spätestens 1573 in Kultur.

Beschreibung

Vegetative Merkmale

Die Kaiserkrone ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 50 bis 150 Zentimetern erreicht. Dieser Geophyt bildet Zwiebeln als Überdauerungsorgane aus. Die Zwiebeln verströmen einen auffallend strengen Geruch, der nach Meinung vieler Hobbygärtner Wühlmäuse abschreckt.<ref name="giftpflanzen.com" /> Der Stängel ist beblättert. Die einfachen Laubblätter sind lanzettlich und parallelnervig.

Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht von April bis Mai. Oberhalb der Blüten ist ein Laubblattschopf vorhanden. Drei bis sechs (selten bis acht) Blüten bilden einen Scheinquirl. Die hängenden, zwittrigen Blüten sind dreizählig und weisen einen Fuchsgeruch auf. Innen befindet sich eine perlmuttfarbige Nektardrüse mit einem Durchmesser von 5 Millimetern. Die sechs gleichgestaltigen, hell- bis dunkelorangefarbenen oder gelben Blütenhüllblätter sind 40 bis 55 (selten bis 60) Millimeter lang. Es sind sechs freie Staubblätter vorhanden. Die Bestäubung erfolgt durch Bienen.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 24.<ref name="IPCN" />

Vorkommen

Datei:Ters lale kırmızı.jpg
Fritillaria imperialis in der Provinz Hakkâri, Türkei

Die Kaiserkrone kommt in der südöstlichen Türkei, im nördlichen Irak, im westlichen sowie südlichen Iran, in Afghanistan, in Pakistan und in Kaschmir vor. Sie besiedelt hier steinige Hänge und Gebüsche in Höhenlagen von 1250 bis 3000 Metern.

Systematik

Datei:Fritillaria distribution map.png
Verbreitungskarte von zehn Arten „Fritillaria“ in Europa sowie West- und Mittelasien. (Versuch einer Darstellung gemäß der in den jeweiligen Wikipedia Seiten (en,de,ru,fr) angegebenen natürlichen Verbreitung)

Die Erstveröffentlichung von Fritillaria imperialis erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum Band 1, Seite 303.<ref name="Tropicos" />

Von Fritillaria imperialis gibt es etwa zwei Varietäten:<ref name="WCSP" />

  • Fritillaria imperialis <templatestyles src="Person/styles.css" />L. var. imperialis (Syn.: Fritillaria corona-imperialis <templatestyles src="Person/styles.css" />Panz., Fritillaria corona-imperialis <templatestyles src="Person/styles.css" />Gaertn., Fritillaria imperialis var. maxima <templatestyles src="Person/styles.css" />Eeden, Fritillaria aintabensis <templatestyles src="Person/styles.css" />Post, Fritillaria imperialis var. rubra-maxima auct., Fritillaria imperialis var. longipetala auct.): Sie kommt von der südlichen und östlichen Türkei bis zum nordwestlichen Iran und von Afghanistan bis zum westlichen Himalaja vor.<ref name="WCSP" />
  • Fritillaria imperialis var. kashmirensis <templatestyles src="Person/styles.css" />Wietsma: Diese 2014 erstbeschriebene Varietät kommt im westlichen Himalaja vor.<ref name="WCSP" />

Giftigkeit

Wie die meisten Fritillaria-Arten ist die Kaiserkrone für den Menschen giftig. Vor allem die Zwiebel – aber auch die übrige Pflanze – enthält eine Reihe von giftigen Alkaloiden, darunter Fritillin und das Steroidalkaloid Imperialin, das zu Kreislaufbeschwerden, Erbrechen und Krämpfen führen kann, bei hohen Dosen (besonders bei Kindern) auch zum Herzstillstand.<ref name="giftpflanzen.com" /> Zur Behandlung werden Spasmolytika verabreicht.

Nutzung

Die Kaiserkrone ist eine häufige Zierpflanze in Rabatten und Staudenbeeten. Sie ist eine alte Gartenpflanze des Orients. In Mitteleuropa ist sie seit spätestens 1573 in Kultur. Es gibt zahlreiche Sorten mit gelben, orangefarbenen oder ziegelroten Blüten.

Auswahl:

  • ‘Prolifera’ (‘Crown on Crown’): hellorange Blüten in zwei Kränzen übereinander
  • ‘Aureovariegata’: weißgelb berandete Blätter, braunorange Blüten
  • ‘Lutea maxima’: gelbe Blüten
  • ‘Orange Billian’: große, orange, bräunlich überlaufene Blüten, Pflanze widerstandsfähig
  • ‘The Premiere’: frühe Blütezeit, orangegelbe Blüten, purpurne Nerven

Im Juli 2011 wurde sie vom niederländischen Internationalen Blumenzwiebel-Centrum (IBC) zur Blumenzwiebel des Jahres 2011 gewählt.<ref name="Blumenzwiebel" />

Philatelistisches

In Ergänzung der Briefmarkendauerserie Blumen gab die Deutsche Post AG ein Postwertzeichen im Wert von 60 Eurocent heraus. Die Marke zeigt eine Fritillaria imperialis rubra. Erstausgabetag war der 5. Dezember 2013. Der Entwurf stammt von den Grafikern Stefan Klein und Olaf Neumann in Iserlohn.

Trivialnamen

Für die Kaiserkrone bestehen bzw. bestanden auch die weiteren deutschsprachigen Trivialnamen: Kaiserkron (niederdeutsch), Königskron, Königslilien und Kronblume.<ref name="Pritzel-Jessen 1882" />

Quellen

Literatur

Einzelnachweise

<references> <ref name="giftpflanzen.com"> giftpflanzen.com </ref> <ref name="Blumenzwiebel"> gartentechnik.de eingesehen am 16. Juli 2011 </ref> <ref name="Pritzel-Jessen 1882"> Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, S. 155 (online). </ref> <ref name="IPCN"> Fritillaria imperialis bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="Tropicos"> Fritillaria imperialis bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="WCSP">Vorlage:WCSP</ref> </references>

Weblinks

Commons: Kaiserkrone (Fritillaria imperialis) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien