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Stern-Flockenblume

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Stern-Flockenblume
Datei:Centaurea calcitrapa 01.JPG

Stern-Flockenblume (Centaurea calcitrapa)

Systematik
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Carduoideae
Tribus: Cynareae
Gattung: Flockenblumen (Centaurea)
Art: Stern-Flockenblume
Wissenschaftlicher Name
Centaurea calcitrapa
L.

Die Stern-Flockenblume<ref name="FloraWeb" /><ref name="InfoFlora" /> (Centaurea calcitrapa), auch Fußangel-Flockenblume<ref name="InfoFlora" /> genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Flockenblumen (Centaurea) innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae).

Beschreibung

Datei:Centaurea calcitrapa Sturm28.jpg
Illustration aus Sturm
Datei:Centaurea calcitrapa.JPG
Habitus und Blütenkörbe
Datei:Centaurea calcitrapa 7.jpg
Blütenstände
Datei:Centaurea calcitrapa kz06.jpg
Blattrosette

Vegetative Merkmale

Die Stern-Flockenblume ist eine zweijährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 10 bis 50,<ref name="InfoFlora" /> selten bis zu 100 Zentimetern erreicht.<ref name="FloraWeb" /> Die oberirdischen Pflanzenteile sind spinnwebig behaart und im oberen Bereich kahl (Indument). Der Stängel wächst aufrecht oder aufsteigend, kriechend-aufsteigende und ist vom Grund an wiederholt sparrig verzweigt,<ref name="InfoFlora" /> so dass zickzackartig gebogene Zweige entstehen.

Die Laubblätter sind beiderseits zerstreut kurz flaumig behaart.<ref name="FloraWeb" /><ref name="Hegi1987" /> Die unteren Laubblätter sind bis zu 8 Zentimeter lang und fiederschnittig geteilt.<ref name="FloraWeb" /> Ihre bis zu 2,5 Zentimeter langen Blattabschnitte sind lanzettlich, „gezähnelt“ und fast stechend. Die grundständigen Laubblätter sind zur Anthese schon vertrocknet.<ref name="Hegi1987" /> Die Stängelblätter sind sitzend, fiederspaltig mit lanzettlichen bis spießförmigen, entfernt gesägten Abschnitten.<ref name="Hegi1987" /><ref name="FloraWeb" />

Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht je nach Standort von Juli bis August<ref name="FloraWeb" /> Juni bis Oktober.<ref name="InfoFlora" /> Die hell-lila körbchenförmigen Blütenstände befinden sich einzeln endständig an den Stängeln und von den obersten Laubblättern gestützt oder, sehr zahlreich, sitzend in den Blattachseln.<ref name="InfoFlora" /> Die Hülle ist bei Durchmessern von bis zu 1 Zentimetern, einer Höhe von etwa 10 Millimetern sowie einer Breite von etwa 6 Millimetern birnenförmig<ref name="Hegi1987" /> oder eiförmig.<ref name="InfoFlora" /> Die dachziegelartig angeordneten Hüllblätter haben einen 1 bis 3 Zentimeter langen,<ref name="FloraWeb" /> sehr kräftigen, endständigen, abgeknickten, blass-gelben Stachel und an der Seite wenige kleine Zähne.<ref name="InfoFlora" /> Es sind nur Röhrenblüten vorhanden, die fünfzipflig und fahl-purpurfarben sind. Die äußeren Blüten sind steril und nicht „strahlend“.

Die weißliche Achäne ist bei einer Länge von 2 bis 4,<ref name="InfoFlora" /> selten bis zu 7 Millimetern eiförmig mit einem Haarkranz. Ein Pappus fehlt.<ref name="Hegi1987" /><ref name="FloraWeb" />

Chromosomensatz

Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 10; es liegt Diploidie mit einer Chromosomenzahl von 2n = 20 vor.<ref name="FloraWeb" /><ref name="InfoFlora" /><ref name="Oberdorfer2001" />

Ökologie

Bei der Stern-Flockenblume handelt es sich um einen skleromorphen Hemikryptophyten und eine bienne, hapaxanthe Pflanze.<ref name="FloraWeb" /><ref name="InfoFlora" />

Centaurea calcitrapa ist proterandrisch.<ref name="FloraWeb" /> Blütenökologisch handelt es sich um Körbchenblumen mit ausschließlich Röhrenblüten und mit völlig verborgenem Nektar.<ref name="FloraWeb" /> Als Belohnung für Bestäuber ist Nektar vorhanden.<ref name="FloraWeb" /> Die Bestäubung erfolgt durch Insekten. Bestäuber sind Bienen, Hummeln, Wespen, Bombyliden sowie Syrphiden.<ref name="FloraWeb" />

Die Ausbreitung der Diasporen, es sind die Achänen, erfolgt durch Anemochorie und Epichorie.<ref name="FloraWeb" />

Gallbildungen werden durch Eriophyes centaureae und Urophora macrura hervorgerufen.<ref name="Hegi1987" /> Centaurea calcitrapa ist Wirtspflanze für die Pilzart Puccinia calcitrapae.<ref name="Hegi1987" />

Vorkommen

Centaurea calcitrapa kommt ursprünglich in Süd- sowie Südosteuropa, Nordafrika, Makaronesien und Westasien bis Iran und Arabien<ref name="Dimkić2020" /> vor. Es gibt Fundortangaben für Madeira, die Kanarischen Inseln, Algerien, Marokko, Tunesien, Gibraltar, Spanien, die Balearen, Portugal,<ref name="FloraOn" /> Andorra, Frankreich,<ref name="TelaBotanica" /> Monaco, Korsika, Sardinien, Italien, San Marino, Sizilien,<ref name="PortalFoItaly" /> Malta, die Schweiz, Liechtenstein, Österreich, Deutschland, Belgien, Luxemburg, die Niederlande, das Vereinigte Königreich, Irland, Norwegen, Lettland, Polen, Ungarn, Tschechien,<ref name="Pladias" /> die Slowakei, Serbien, den Kosovo, Bosnien und Herzegowina, Kroatien, Bulgarien, Montenegro, Albanien, Rumänien, Nordmazedonien, Griechenland, Kreta, Inseln in der östlichen Ägäis, Zypern, die Türkei, Syrien, den Libanon, Jordanien, Ägypten, die Ukraine und die Krim.<ref name="Euro+Med" /><ref name="GRIN" /> Sie in vielen Gebieten der Welt ein Neophyt und gilt als invasive Pflanzenart. In Deutschland und Großbritannien gilt sie als Archäophyt.

Die Stern-Flockenblume wächst in Mitteleuropa an sonnig-warmen Hängen, an Wegesrändern und Ruderalstandorten in Pflanzengesellschaften der Verbände Polygonion avicularis und Sisymbrion. In Südeuropa kommt sie auch in Pflanzengesellschaften des Verbands Hordeion vor.<ref name="Oberdorfer2001" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2 (mäßig trocken), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 4+ (warm-kollin), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 2 (subozeanisch).<ref name="InfoFlora" />

Systematik

Die Erstveröffentlichung von Centaurea calcitrapa erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus II, Seite 917.<ref name="Linné1753" /><ref name="Tropicos" /><ref name="Euro+Med" /> Das Artepitheton "calcitrapa" bedeutet „Fußangel“ und bezieht sich auf die stacheligen Blütenkörbe.<ref name="Hegi1987" /> Synonyme für Centaurea calcitrapa <templatestyles src="Person/styles.css" />L. sind: Calcitrapa stellaris <templatestyles src="Person/styles.css" />Hill, Centaurea adulterina <templatestyles src="Person/styles.css" />DC., Centaurea calcitrapoides <templatestyles src="Person/styles.css" />L., Centaurea myacantha <templatestyles src="Person/styles.css" />DC., Centaurea horrida <templatestyles src="Person/styles.css" />Ten. non Centaurea horrida <templatestyles src="Person/styles.css" />Badarò, Centaurea calcitrapa subsp. horrida <templatestyles src="Person/styles.css" />Arcang.<ref name="Euro+Med" />

Je nach Autor gibt es von Centaurea calcitrapa etwa drei Unterarten:<ref name="Euro+Med" />

  • Centaurea calcitrapa <templatestyles src="Person/styles.css" />L. subsp. calcitrapa<ref name="Euro+Med" />
  • Centaurea calcitrapa subsp. angusticeps <templatestyles src="Person/styles.css" />(H.Lindb.) Meikle (Syn.: Centaurea angusticeps <templatestyles src="Person/styles.css" />H.Lindb.): Dieser Endemit kommt nur auf Zypern vor.<ref name="Euro+Med" />
  • Centaurea calcitrapa subsp. cilicica <templatestyles src="Person/styles.css" />(Boiss. & Balansa) Wagenitz (Syn.: Centaurea cilicica <templatestyles src="Person/styles.css" />Boiss. & Balansa): Sie kommt in der Türkei vor.<ref name="Euro+Med" />

Nutzung

Im Vulture-Gebiet in Lukanien wurden die jungen Blätter von den ansässigen Albanern (Arbëreshe) gebraten und gegessen.

Die Stern-Flockenblume diente außerdem als Volksheilmittel gegen Augentripper, Fieber, Gelbsucht und Hautkrankheiten.<ref name="Dimkić2020" /> Nach neueren Untersuchungen enthält die Pflanze Antioxidantien.<ref name="Pieroni2002" />

Trivialnamen

Die Stern-Flockenblume hat folgende deutschsprachige Trivialnamen: Sterndistel, Wegdistel, Wollendistel. Historisch belegt sind: Zeisala (althochdeutsch), Zeisela (mittelhochdeutsch), Zeisele (mittelhochdeutsch), Zeselswrze (mittelhochdeutsch), Caudetrape (mittelhochdeutsch), Chaussetrappe (mittelhochdeutsch), Sterredistel (mittelniederdeutsch).<ref name="Pritzel-Jessen1882" />

Quellen

Literatur

  • Hans-Joachim Zündorf, Karl-Friedrich Günther, Heiko Korsch, Werner Westhus (Hrsg.): Flora von Thüringen. Die wildwachsenden Farn- und Blütenpflanzen Thüringens. Weissdorn, Jena 2006, ISBN 3-936055-09-2.
  • Ehrentraud Bayer, Karl-Peter Buttler, Xaver Finkenzeller, Jürke Grau: Pflanzen des Mittelmeerraums (= Die farbigen Naturführer). Mosaik, München 1986.

Einzelnachweise

<references> <ref name="FloraWeb"> Centaurea calcitrapa L., Stern-Flockenblume. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="InfoFlora"> Centaurea calcitrapa L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Tropicos"> Centaurea calcitrapa L. bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Linné1753"> Carl von Linné: Species Plantarum, Tomus II, 1753, S. 917. eingescannt. </ref> <ref name="Euro+Med"> Werner Greuter (2006+): Compositae (pro parte majore). In: Werner Greuter, E. von Raab-Straube (Hrsg.): Compositae. Datenblatt Centaurea calcitrapa In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="Pritzel-Jessen1882"> Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, S. 86. (eingescannt). </ref> <ref name="Hegi1987"> Gerhard Wagenitz et al.: Familie Compositae II. S. 978–980. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 2. Auflage Band VI, Teil 3, Verlag Paul Parey, Berlin, Hamburg 1987, ISBN 3-489-86020-9. </ref> <ref name="Pieroni2002"> A. Pieroni, V. Janiak, C. M. Dürr, S. Lüdeke, E. Trachsel, M. Heinrich: In: vitro antioxidant Activity of non-cultivated Vegetables of ethnic Albanians in Southern Italy. In: Phytotherapy Research, Volume 16, 2002, S. 467–473. doi:10.1002/ptr.1104 </ref> <ref name="Dimkić2020"> Ivica Dimkić, Marija Petrović, Milan Gavrilović, Uroš Gašić, Petar Ristivojević, Slaviša Stanković, Peđa Janaćković: New perspectives of purple starthistle (Centaurea calcitrapa) leaf extracts: phytochemical analysis, cytotoxicity and antimicrobial activity. In: AMB Express 10, 183, 2020, 2. doi:10.1186/s13568-020-01120-5 </ref> <ref name="PortalFoItaly"> Datenblatt mit Fotos und Verbreitung in Griechenland bei Portale della Flora d'Italia - Portal to the Flora of Italy. </ref> <ref name="Pladias"> calcitrapa Datenblatt mit Fotos und Verbreitung in Tschechien bei Pladias – Database of the Czech Flora and Vegetation. </ref> <ref name="TelaBotanica"> Datenblatt mit Fotos und Verbreitung in Frankreich bei Tela Botanica. </ref> <ref name="FloraOn"> Datenblatt mit Fotos und Verbreitung in Portugal bei Flora on. </ref> </references>

Weblinks