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Tauern-Enzian

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Gentiana frigida)

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Tauern-Enzian
Datei:Horec1b.jpg

Tauern-Enzian (Gentiana frigida)

Systematik
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Enzianartige (Gentianales)
Familie: Enziangewächse (Gentianaceae)
Gattung: Enziane (Gentiana)
Art: Tauern-Enzian
Wissenschaftlicher Name
Gentiana frigida
Haenke

Der Tauern-Enzian (Gentiana frigida) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Enziane (Gentiana) innerhalb der Familie der Enziangewächse (Gentianaceae). Sein Hauptverbreitungsgebiet liegt in den Karpaten und er kommt in den Ostalpen nur in der Obersteiermark in den Niederen Tauern vor.

Beschreibung

Datei:Atlas der Alpenflora (10192479864).jpg
Illustration aus Atlas der Alpenflora
Datei:Gentiana frigida a1.jpg
Tauern-Enzian (Gentiana frigida)
Datei:Gentiana frigida a3.jpg
Gegenständige Laubblätter, Blütenknospe und offene Blüte

Vegetative Merkmale

Der Tauern-Enzian ist eine ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 5 bis 10, selten bis zu 15 Zentimetern. Die Stängel sind einfach und aufrecht.<ref name="FloraEuropaea1972" />

Die gegenständigen Laubblätter stehen an der Stängelbasis in einer Rosette gedrängt. Die unteren Laubblätter sind kurz gestielt, die oberen sind sitzend. Die einfache, etwas fleischige Blattspreite ist eilanzettlich bis linealisch-lanzettlich mit stumpfem oberen Ende und einem Blattnerv.<ref name="FloraEuropaea1972" /> Sie ist ganzrandig.<ref name="Hegi1966" />

Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht von Juli bis September. Die Blüten stehen einzeln und endständig, oder einzeln bis zu dritt in den oberen Blattachseln. Sie sind sitzend.<ref name="Hegi1966" />

Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch mit doppelter Blütenhülle. Die fünf grünen Kelchblätter sind fast der Hälfte ihrer Länge verwachsen. Die fünf Kelchzähne sind stumpf. Die Krone ist gelblich-weiß mit hellblauen Rückenstreifen<ref name="Hegi1966" /> und blauen Punkten im Schlund. Die Krone ist trichterförmig bis glockig und 2 bis 3,5 Zentimeter lang. Die Anhängsel zwischen den Kronblattzipfeln sind spitz dreieckig. Die Staubblätter sind frei. Die Narbenlappen sind nicht gefranst. Die Kapselfrüchte enthalten viele Samen. Die Samen sind mit weißen häutigen Lamellen bedeckt.<ref name="Hegi1966" />

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 24.<ref name="FloraEuropaea1972" />

Ökologie

Beim Tauern-Enzian handelt es sich um einen Hemikryptophyten. Die Blüten sind proterandrische Hummelblumen.<ref name="Hegi1966" />

Vorkommen und Gefährdung

Das Hauptverbreitungsgebiet des Tauern-Enzian liegt in den Karpaten. In den Ostalpen kommt er nur in der Obersteiermark in den Niederen Tauern vor, dort ist er selten und potentiell gefährdet.<ref name="nhm-wien" /> Er wächst in steinigen Rasen und Felsfluren auf kalkfreien Böden der alpinen Höhenstufe<ref name="nhm-wien" /> in Höhenlagen bis zu 2400 Metern.<ref name="Hegi1966" /> Er findet in den Alpen sein Optimum in Gesellschaften des Verbands Caricion curvulae.<ref name="Aeschimann" />

Taxonomie

Die Erstveröffentlichung von Gentiana frigida erfolgte 1789 durch Thaddäus Peregrinus Haenke in Nicolaus Joseph von Jacquin: Collecteana, 2, S. 13. Ein Synonym für Gentiana frigida <templatestyles src="Person/styles.css" />Haenke ist Gentianodes frigida <templatestyles src="Person/styles.css" />(Haenke) Á.Löve & D.Löve.<ref name="Tropicos" /><ref name="Euro+Med" />

Belege

Einzelnachweise

<references> <ref name="FloraEuropaea1972"> Thomas Gaskell Tutin: Gentiana. In: </ref> <ref name="Euro+Med"> Karol Marhold: Gentianaceae.: Gentiana frigida. In: Euro+Med Plantbase – the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Berlin 2011.</ref> <ref name="Tropicos"> Gentiana frigida bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum</ref> <ref name="nhm-wien"> Gentianaceae / Gentiana frigida (Gentianoides frigida) - Tauern-Enzian / Steirischer Enzian / Kälte-Enzian - Datenblatt mit Fotos bei Botanik im Bild / Flora von Österreich, 2007-02-15.</ref> <ref name="Aeschimann">David Aeschimann, Konrad Lauber, Daniel Martin Moser, Jean-Paul Theurillat: Flora alpina. Band 2, Seite 14. Bern, Stuttgart, Wien Haupt-Verlag, 2004. ISBN 3-258-06600-0</ref>. <ref name="Hegi1966">Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 1. Auflage, unveränderter Textnachdruck Band V, Teil 3. Verlag Carl Hanser, München 1966. S. 2003.</ref> </references>

Weblinks

  • Thomas Meyer, Michael Hassler: Mittelmeer- und Alpenflora. [1]