Deutscher Fransenenzian
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| Deutscher Fransenenzian | ||||||||||||
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| Datei:Gentianella germanica 280908b.jpg
Deutscher Fransenenzian (Gentianella germanica) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Gentianella germanica | ||||||||||||
| (Willd.) Börner |
Der Deutsche Fransenenzian (Gentianella germanica), besser Deutscher Kranzenzian<ref name="FloraWeb" /> genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Kranzenziane (Gentianella) innerhalb der Familie der Enziangewächse (Enziangewächse).
Beschreibung
Vegetative Merkmale
Der Deutsche Fransenenzian ist eine ein- oder zweijährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 5 bis 25,<ref name="FloraWeb" /> selten bis zu 30 Zentimetern erreicht. Der Stängel verzweigt sich meist erst im oberen Bereich.
Die Laubblätter sind kreuzgegenständig angeordnet. Die unteren Laubblätter sind spatelig bis verkehrt-eiförmig, nach oben hin werden sie eiförmig-lanzettlich und enden immer spitz. Die mittleren Stängelblätter sind dreieckig-eiförmig mit spitzem oberem Ende und am breitesten im unteren Viertel oder seltener unteren Drittel.<ref name="FloraWeb" />
Generative Merkmale
Die Blütezeit reicht von Mai bis Oktober.<ref name="FloraWeb" />
Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Der Kelch ist ungefähr halb so lang wie die Kronröhre. Die fünf grünen Kelchblätter sind verwachsen. Die fünf Kelchzipfel sind gleich lang. Der Rand der Kelchzipfel ist schwach zurückgerollt und rau bis schwach gewimpert. Der Hauptnerv der Kelchzipfel ist rau.<ref name="FloraWeb" /> Die Einbuchtungen zwischen den Kelchzipfeln sind spitz. Die fünf rötlich-violetten Kronblätter sind verwachsen. Fruchtknoten und Kapselfrucht ist meist etwa 6 (4 bis 7,5) Millimeter lang gestielt.<ref name="FloraWeb" />
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 36.<ref name="FloraWeb" />
Ökologie
Blütenökologisch handelt es sich um Stieltellerblumen, deren Kronröhre durch ein Haargitter für einkriechende Insekten verschlossen ist. Der Nektar ist nur langrüsseligen Insekten zugänglich; dagegen ist ein „Einbruch“ durch seitliches Anbeißen nicht selten.<ref>Deutscher Fransenenzian Gentianella germanica Beschreibung Steckbrief Systematik. Abgerufen am 8. Februar 2025.</ref>
Inhaltsstoffe
Die Laubblätter enthalten den Bitterstoff Gentiopikrin.
Vorkommen
Der Deutsche Fransenenzian kommt in Mitteleuropa und weiten Teilen Westeuropas und auch Osteuropas vor. Es gibt Fundangaben für Frankreich, Großbritannien, Belgien, die Niederlande, Luxemburg, Deutschland, die Schweiz, Österreich, Italien, Polen, Tschechien, Slowenien, Kroatien, Albanien, Bulgarien und Rumänien.<ref name="Euro+Med" /> Er besiedelt Magerrasen, Flachmoore, Wiesen, Matten, Triften und Schafweiden in Höhenlagen bis zu 2700 Metern. Die Meereshöhe von 2700 Metern erreicht er am Ewigschneehorn im Berner Oberland.<ref name="Hegi1966" /> Er gedeiht am besten auf mäßig trockenen, lehmigen, kalkreichen Böden.<ref name="Oberdorfer2001" /> Er ist eine Charakterart des Verbandes Mesobromion und kommt in Südwestdeutschland besonders gern im Gentiano-Koelerietum vor.<ref name="Oberdorfer2001" />
Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2+w+ (frisch aber stark wechselnd), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 3 (montan), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 2 (subozeanisch).<ref name="InfoFlora" />
Systematik
Die Erstveröffentlichung erfolgte 1798 unter dem Namen (Basionym) Gentiana germanica durch Karl Ludwig Willdenow in Species Plantarum 4. Auflage Band 1 Teil 2 Seite 1346. Die Neukombination zu Gentianella germanica <templatestyles src="Person/styles.css" />(Willd.) Börner wurde 1912 durch Carl Julius Bernhard Börner in Eine Flora für das deutsche Volk Seite 542 veröffentlicht. Synonyme für Gentianella germanica <templatestyles src="Person/styles.css" />(Willd.) Börner sind: Gentiana polymorpha <templatestyles src="Person/styles.css" />Wettst. subsp. polymorpha, Gentiana solstitialis <templatestyles src="Person/styles.css" />Wettst., Gentiana rhaetica <templatestyles src="Person/styles.css" />A.Kern. & Jos.Kern., Gentiana solstitialis <templatestyles src="Person/styles.css" />Wettst., Gentiana wettsteinii <templatestyles src="Person/styles.css" />Murb., Gentianella germanica <templatestyles src="Person/styles.css" />(Willd.) E.F.Warb., Gentianella pilosa <templatestyles src="Person/styles.css" />(Wettst.) Á.Löve & D.Löve, Gentiana campestris subsp. germanica <templatestyles src="Person/styles.css" />(Willd.) Murb., Gentiana germanica subsp. kerneri <templatestyles src="Person/styles.css" />(Dörfl. & Wettst.) Schinz & Thell., Gentiana germanica subsp. rhaetica <templatestyles src="Person/styles.css" />(A.Kern. & Jos.Kern.) Hayek, Gentiana germanica subsp. semleri <templatestyles src="Person/styles.css" />Vollm., Gentiana germanica subsp. solstitialis <templatestyles src="Person/styles.css" />(Wettst.) Vollm., Gentiana germanica <templatestyles src="Person/styles.css" />Willd. subsp. germanica, Gentiana polymorpha subsp. germanica <templatestyles src="Person/styles.css" />(Willd.) Dostál, Gentiana rhaetica <templatestyles src="Person/styles.css" />A.Kern. & Jos.Kern. subsp. rhaetica, Gentiana rhaetica subsp. kerneri <templatestyles src="Person/styles.css" />Wettst., Gentianella germanica subsp. rhaetica <templatestyles src="Person/styles.css" />(A.Kern. & Jos.Kern.) Holub, Gentianella germanica subsp. semleri <templatestyles src="Person/styles.css" />(Vollm.) Holub, Gentianella germanica subsp. solstitialis <templatestyles src="Person/styles.css" />(Wettst.) Jovet & R.Vilm., Gentianella germanica subsp. solstitialis <templatestyles src="Person/styles.css" />(Wettst.) Holub.<ref name="Euro+Med" />
Von Gentianella germanica gibt es etwa drei Unterarten:<ref name="Euro+Med" />
- Gentianella germanica <templatestyles src="Person/styles.css" />(Willd.) Börner subsp. germanica: In den Allgäuer Alpen steigt sie in Bayern am Westabhang des Entschenkopfs bis zu einer Höhenlage von 1700 Metern auf.<ref name="Dörr-Lippert" />
- Gentianella germanica subsp. saxonica <templatestyles src="Person/styles.css" />W.Hempel: Sie kommt in Deutschland im sächsischen Hügelland vor und wurde 1981 erstbeschrieben.<ref name="Euro+Med" /> Nach Rothmaler 2005 ist sie aber wie die Unterarten Gentianella germanica subsp. solstitialis <templatestyles src="Person/styles.css" />(Wettst.) Jovet & R.Vilm. und Gentianella germanica subsp. semleri <templatestyles src="Person/styles.css" />(Vollm.) Holub keine eigenständige Unterart, sondern zu Gentianella germanica subsp. germanica zu stellen.<ref name="Rothmaler2005" />
- Rätischer Enzian (Gentianella germanica subsp. rhaetica <templatestyles src="Person/styles.css" />(A.Kern. & Jos.Kern.) Hayek; Syn.: Gentiana germanica subsp. rhaetica <templatestyles src="Person/styles.css" />(A.Kern. & Jos.Kern.) Hayek; Gentianella rhaetica <templatestyles src="Person/styles.css" />(A.Kern. & Jos.Kern.) Á.Löve & D.Löve): Diese von manchen Autoren von der subsp. germanica unterschiedene Unterart kommt in der Schweiz vor, besonders in Graubünden.<ref name="FloraHelvetica" />
Quellen
Literatur
- Bertram Münker: Wildblumen Mitteleuropas (= Steinbachs Naturführer). Neue, bearb. Sonderausgabe. Mosaik, München 1996, ISBN 3-576-10563-8.
- Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. Die häufigsten mitteleuropäischen Arten im Portrait. 7., korrigierte und erweiterte Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01424-1.
Einzelnachweise
<references> <ref name="FloraWeb"> Gentianella germanica (Willd.) Börner, Deutscher Kranzenzian. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="InfoFlora"> Gentiana germanica Willd. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Dörr-Lippert"> Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, IHW, Eching 2004, ISBN 3-930167-61-1, S. 348. </ref> <ref name="Euro+Med"> Karol Marhold (2011+): Gentianaceae. Datenblatt Gentianella germanica In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="Rothmaler2005"> Eckehart J. Jäger, Klaus Werner: Exkursionsflora von Deutschland. Band 4: Gefäßpflanzen: Kritischer Band. 10. Auflage, Elsevier Verlag, München 2005, ISBN 3-8274-1496-2. S. 525. </ref> <ref name="FloraHelvetica"> Konrad Lauber, Gerhart Wagner: Flora Helvetica. Flora der Schweiz. Verlag Paul Haupt, Bern, Stuttgart, Wien, 1996, ISBN 3-258-05405-3, S. 798. </ref> <ref name="Hegi1966"> Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 1. Auflage, unveränderter Textnachdruck Band V, Teil 3. Verlag Carl Hanser, München 1966. S. 2036–2040. </ref> </references>