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Gerlachsheim

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Gerlachsheim
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Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(1666)&title=Gerlachsheim 49° 35′ N, 9° 43′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(1666) 49° 34′ 46″ N, 9° 43′ 3″ O
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Fläche: 8,75 km²
Einwohner: 1666 (9. Jan. 2024)<ref name="Einwo2024">Lauda-Königshofen in Zahlen. Abgerufen am 16. Juni 2024.</ref>
Bevölkerungsdichte: 190 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1974
Eingemeindet nach: Lauda
Postleitzahl: 97922
Vorwahl: 09343
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Gerlachsheim ist ein Stadtteil von Lauda-Königshofen im Main-Tauber-Kreis in Baden-Württemberg.

Geographie

Datei:Landesarchiv Baden-Wuerttemberg Generallandesarchiv Karlsruhe H-1 Nr. 548 Bild 1 (4-468333-1) Gemarkungen Gerlachsheim (Lauda-Königshofen) und Kützbrunn (Grünsfeld).jpg
Gemarkung von Gerlachsheim, 1908, daneben die Gemarkung von Kützbrunn

Gerlachsheim liegt im untersten Tal des Grünbachs an dessen linkem Ufer kurz vor seiner Mündung in die Tauber. Jenseits des Grünbachs ragt der Herrenberg auf, an dessen süd- und südwestexponierten Steillagen Weinberge liegen.<ref name="Ortsteil Lauda-Königshofen" />

Geschichte

Erstmals tauchte Gerlachsheim im vierten Jahrhundert auf. 1952–54 fand man dort vier Gräber mit reichen Grabbeigaben, die darauf schließen lassen, dass eine alemannische Adelsfamilie hier ihren Sitz hatte. 1197 wurde ein Nonnenkloster errichtet. Der damalige Name des Ortes war Lützelluden (Kleinlauda), später nannte man es Kleingerlachsheim. Nachdem das Kloster 1525 verwüstet und geplündert wurde und sich viele Nonnen einer neuen Lehre anschlossen, lebten nur noch zwei Nonnen im Kloster Gerlachsheim. Dieses wurde daraufhin im Jahre 1552 von Bischof Friedrich von Würzburg aufgelöst und das Gebiet fiel an die Hofkammer. Diese musste es jedoch nach einem langwierigen Prozess an den Abt des Klosters Oberzell zurückgeben. Im 18. Jahrhundert wurde das Gerlachsheimer Kloster mit dem Kloster Oberzell als Priorat vereint. Zwischen 1723 und 1730 wurde eine neue Kirche errichtet. Nach der im Reichsdeputationshauptschluss verfügten Säkularisation 1802/1803 diente Gerlachsheim als Residenz des Fürsten Franz Wilhelm zu Salm-Reifferscheidt-Krautheim. Dessen Sohn Konstantin zu Salm-Reifferscheidt verkaufte 1838 das Kloster an Baden. Bis 1864 diente das Gerlachsheimer Kloster als Bezirksamtsgebäude. Ab 1874 wurde es als Taubstummenanstalt verwendet, die ab 1935 sukzessive aufgelöst wurde. Während des Zweiten Weltkriegs beherbergte die Klosteranlage zwangsumgesiedelte Slowenen, nach Kriegsende diente sie als zentrales Durchgangslager für Vertriebene.<ref>Thomas Fricke: Klöster in Baden-Württemberg: Kloster. Abgerufen am 19. Februar 2018.</ref> Seit 1952 nutzt der Main-Tauber-Kreis die ehemaligen Konventgebäude als Alters- und Pflegeheim.

1774 wurde Gerlachsheim mit Heckfeld und Beckstein zur Stadt Lauda hinzugefügt. Durch das Bezirksamt Gerlachsheim war Gerlachsheim von 1813 bis 1864 ein Verwaltungsbezirk in Baden, vergleichbar mit einem heutigen Landkreis.<ref name="Gerlachsheim-Geschichte" /><ref name="Bezirksämter" />

Am 1. Januar 1974 wurde Gerlachsheim in die Stadt Lauda eingegliedert und kam mit dieser am 1. Januar 1975 zu Lauda-Königshofen.<ref name="Umgliederungen" />

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Heilig Kreuz

In Gerlachsheim befindet sich mit der Barockkirche Heilig Kreuz ein regional bekanntes Bauwerk.<ref name="Ortsteil Lauda-Königshofen" />

Rokoko-Freigruppe der Schmerzensmutter

Vor dem ehemaligen Klostergebäude befindet sich die Rokoko-Freigruppe der Schmerzensmutter. Sie wurde 1751 errichtet.<ref name="Ortsteil Lauda-Königshofen" />

Barockbrücke

Auf einer im Ort befindlichen Barockbrücke, die den Grünbach überspannt, sind vier Brückenheilige dargestellt: Der heilige Kilian, der heilige Burkard, der heilige Michael und der heilige Nepomuk.<ref name="Ortsteil Lauda-Königshofen" />

Winzerhaus Buchler

In der Ortsmitte befindet sich das Winzerhaus Buchler. Dabei handelt es sich um ein stattliches Fachwerkhaus der einstigen Weinhändlerdynastie Buchler.<ref name="Ortsteil Lauda-Königshofen" /> Das Buchler-Palais wurde von der Denkmalstiftung Baden-Württemberg im Juni 2017 zum Denkmal des Monats gewählt.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Gerlachsheim liegt mit einem Haltepunkt an der Frankenbahn. 2024 wurde der Haltepunkt neu gebaut und dabei etwa 700 Meter in östlicher Richtung verlegt. Die Bundesstraße 290 führt am Ort vorbei.


Weinanbau

Die Weinberge am Herrenberg, die von Winzern in Gerlachsheim bewirtschaftet werden, gehören zur Reblage Herrenberg des badischen Frankenlandes.<ref name="Ortsteil Lauda-Königshofen" />

Tourismus

Wegen des ehemaligen Prämonstratenserklosters Gerlachsheim mit seiner Barockkirche Heilig Kreuz und seiner Lage an der Romantischen Straße sowie am Taubertalradweg ist Gerlachsheim ein beliebtes Reiseziel.<ref name="Lauda-Königshofen" /><ref>„Der Klassiker“ - Tourismusverband Liebliches Taubertal. In: liebliches-taubertal.de. Abgerufen am 3. August 2020.</ref><ref>2. Tagesetappe - Weikersheim über Bad Mergentheim bis Tauberbischofsheim - Tourismusverband Liebliches Taubertal. In: liebliches-taubertal.de. Abgerufen am 3. August 2020.</ref> Der Grünbachtalradweg führt von Gerlachsheim in das Grünbachtal flussaufwärts in Richtung Grünsfeld.

Der etwa 180 km lange Jakobsweg Main-Taubertal führt ebenfalls durch Gerlachsheim.<ref>Jakobsweg Main-Taubertal (Pilgerweg) - wanderkompass.de. In: wanderkompass.de. Abgerufen am 3. August 2020.</ref>

Ansässige Unternehmen

In Gerlachsheim wurde im Jahre 1734 eine Brauerei gegründet, die im Ort bis 1930 als Brauerei Zipf geführt wurde. Ab 1930 verlegte der aus dem Ort stammende Heinrich Zipf, der die Brauerei seit 1902 betrieb, den Firmensitz nach Tauberbischofsheim, wo das Unternehmen als Zipf-Bräu noch bis zur Mitte der 1980er Jahre bestand.<ref name="Brauerei-Zipf" />

Verkehr

Persönlichkeiten

Vereine

In Gerlachsheim sind auch einige Vereine beheimatet.:<ref name="Vereine-Gerlachsheim" />

  • Anglergemeinschaft Gerlachsheim
  • Förderverein Lindenschule Gerlachsheim e. V.
  • Heimat- und Kulturverein Gerlachsheim 1995 e. V.
  • Kath. Frauengemeinschaft Gerlachsheim
  • Kath. Kirchenchor Gerlachsheim
  • KJG Gerlachsheim
  • Musikkapelle Gerlachsheim
  • Männergesangverein Liederkranz 1862 Gerlachsheim e. V.
  • Sozial-Karitativer Förderverein Hl. Kreuz e. V.
  • Tennisclub Gerlachsheim e. V.
  • Verein für Obst- und Gartenbau, Garten und Landschaft e. V. Gerlachsheim
  • VfR Gerlachsheim

Literatur

  • Einweihung des neuen Altars in der katholischen Pfarrkirche Heilig-Kreuz in Gerlachsheim, am 9. September 1990, Kirchenführer, Hrsg.: Katholisches Pfarramt Hl. Kreuz Gerlachsheim, Gerlachsheim 1990, 63 Seiten.

Weblinks

Commons: Gerlachsheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references>

<ref name="Ortsteil Lauda-Königshofen">Gerlachsheim. In: lauda-koenigshofen.de. Abgerufen am 20. November 2022.</ref> <ref name="Gerlachsheim-Geschichte">Taubertal.de: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Geschichte von Gerlachsheim (Memento des Vorlage:IconExternal vom 5. März 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.taubertal.de. Online auf www.taubertal.de. Abgerufen am 22. Januar 2016.</ref><ref name="Bezirksämter"></ref> <ref name="Umgliederungen"></ref> <ref name="Lauda-Königshofen">Stadt Lauda-Königshofen: Die Gemeinden des lieblichen Taubertals. online auf http://www.liebliches-taubertal.de/. Abgerufen am 22. Januar 2016.</ref> <ref name="Brauerei-Zipf">Zipf, Tauberbischofsheim. Brauhaus Faust oHG, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 8. November 2017; abgerufen am 7. November 2017.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.faust.de</ref> <ref name="Vereine-Gerlachsheim">Vereine Gerlachsheim: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Die Vereine in Gerlachsheim (Memento des Vorlage:IconExternal vom 4. März 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.lauda-koenigshofen.de. online auf http://www.lauda-koenigshofen.de/. Abgerufen am 22. Januar 2016.</ref> </references>

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