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Hochlandkärpflinge

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(Weitergeleitet von Goodeidae)

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Hochlandkärpflinge
Datei:Goodeid fishes (10.3897-zookeys.885.38152) Figure 1.jpg

A Allotoca goslinei, B Alloophorus robustus, C Ameca splendens, D Chapalichthys encaustus, E Goodea atripinnis, F Skiffia lermae, G Xenotaenia resolanae, H Xenotoca doadrioi

Systematik
Barschverwandte (Percomorphaceae)
Ovalentaria
Überordnung: Ährenfischverwandte (Atherinomorphae)
Ordnung: Zahnkärpflinge (Cyprinodontiformes)
Unterordnung: Cyprinodontoidei
Familie: Hochlandkärpflinge
Wissenschaftlicher Name
Goodeidae
Jordan & Gilbert, 1883

Die Hochland- oder Zwischenkärpflinge (Goodeidae) sind eine Familie kleiner Süßwasserfische aus der Ordnung der Zahnkärpflinge (Cyprinodontiformes). Die zu Ehren des US-amerikanischen Ichthyologen George Brown Goode benannte Familie umfasst 45 Arten.

Übersicht

Hochlandkärpflinge leben nur in Mexiko, vor allem im kühlen Hochland, und in Nevada. Sie kommen in schlammigen Tümpeln vor, ebenso in klaren, schnell fließenden Flüssen. Die meisten Wohngewässer sind steinig, mit wenig Pflanzenwuchs, trocknen in der Trockenzeit fast aus und verwandeln sich in der Regenzeit in reißende Flüsse. Die Unterschiede zwischen den Geschlechtern sind bei den Hochlandkärpflingen wenig ausgeprägt.

Merkmale

Die Unterfamilie Empetrichthyinae wurde früher der großen, polyphyletischen Familie Cyprinodontidae zugeordnet. Den Arten der Empetrichthyinae fehlen Bauchflossen und Beckengürtel. Die Epibranchiale ist Y-förmig. Die Rückenflosse weist einen rudimentären Stachelstrahl und elf Weichstrahlen auf, die Brustflossen 16 bis 17 Flossenstrahlen. Ein aus der Afterflosse gebildetes Begattungsorgan fehlt, die Afterflosse ist normal ausgebildet. Die Anzahl der Wirbel liegt bei 28 oder 31, die Anzahl der Schuppen entlang der Seitenlinie bei 26 bis 30. Sie werden fünf bis sechs Zentimeter lang. Die Empetrichthyinae kommen ausschließlich im südlichen Nevada vor.<ref name="Nelson">Nelson (2006), Seite 286.</ref>

Die Arten der Unterfamilie Goodeinae können langgestreckt oder hochrückig sein. Die Maximallänge liegt bei 20 Zentimeter. Bauchflossen und Beckengürtel sind vorhanden. Die Rückenflosse weist einen rudimentären Stachelstrahl und 14 bis 15 Weichstrahlen auf, die Brustflossen 15 bis 16 Flossenstrahlen. Die Anzahl der Wirbel liegt bei 37, die Anzahl der Schuppen entlang der Seitenlinie bei 30 bis 35. Manche Arten sind überwiegend Fleischfresser: an der Wasseroberfläche erbeuten sie kleine Insekten oder Mückenlarven. Andere Arten ernähren sich überwiegend von Algen oder den Blattspitzen von Wasserpflanzen. Es gibt auch Planktonfresser. Die Goodeinae kommen in Zentralmexiko, vor allem im Einzugsgebiet des Río Lerma vor.<ref name="Nelson" />

Fortpflanzung

Die Befruchtung erfolgt bei den Arten der Unterfamilie Empetrichthyinae extern, die Fische sind ovipar. Die Unterfamilie Goodeinae ist vivipar, wie die Lebendgebärenden Zahnkarpfen (Poeciliinae). Zur inneren Befruchtung sind bei den Männchen die sechs bis acht vorn liegenden, kurzen und sehr eng zusammen liegenden Flossenstrahlen der Afterflosse durch eine Einbuchtung von der übrigen Afterflosse getrennt und zu einem Andropodium genannten Begattungsorgan umgebildet. Das Andropodium kann nicht nach vorn geklappt werden, wie das Gonopodium der Lebendgebärenden Zahnkarpfen. Die Ovarien sind teilweise zu einem einzigen, mittigen Organ zusammengewachsen, in dem sich die Entwicklung der Jungen vollzieht. Im Unterschied zu den Lebendgebärenden Zahnkarpfen ist für jeden Wurf eine neue Begattung nötig. Eine Speicherung der Spermien findet nicht statt. Da die kleinen Eier aber dotterarm sind, ist eine Ernährung durch den mütterlichen Organismus notwendig. Dazu weisen die Embryos sogenannte Trophotaenien (eine Art Nabelschnüre) auf, bandartige Verlängerungen des Analbereichs, die mit Falten in der Eierstockwand verbunden sind und durch die sie ernährt werden und der Gasaustausch vonstattengeht. Die Jungfische werden ohne Eihülle geboren, es handelt sich also um eine echte Viviparie. Die Trophotaenien sind auch bei neugeborenen Jungfischen noch sichtbar.<ref name="Nelson" /><ref>Sterba (1990), Seite 578.</ref>

Systematik und Arten

Die Familie Goodeidae umfasst zwei Unterfamilien mit 19 Gattungen und 43 Arten:

  • Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden. Unterfamilie Empetrichthyinae <templatestyles src="Person/styles.css" />Jordan, Evermann & Clark, 1930
  • Crenichthys baileyi albivallis <templatestyles src="Person/styles.css" />Williams & Wilde, 1981
  • Crenichthys baileyi baileyi (<templatestyles src="Person/styles.css" />Gilbert, 1893)
  • Crenichthys baileyi grandis <templatestyles src="Person/styles.css" />Williams & Wilde, 1981
  • Crenichthys baileyi moapae <templatestyles src="Person/styles.css" />Williams & Wilde, 1981
    Datei:Crenichthys baileyi moapae.jpg
    Crenichthys baileyi moapae
  • Crenichthys baileyi thermophilus <templatestyles src="Person/styles.css" />Williams & Wilde, 1981
  • Empetrichthys latos concavus <templatestyles src="Person/styles.css" />Miller, 1948
  • Empetrichthys latos latos <templatestyles src="Person/styles.css" />Miller, 1948
  • Empetrichthys latos pahrump <templatestyles src="Person/styles.css" />Miller, 1948
  • Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden.Unterfamilie Goodeinae <templatestyles src="Person/styles.css" />Jordan & Gilbert, 1883
    • Tribus Goodeini <templatestyles src="Person/styles.css" />Jordan & Gilbert, 1883
      • Gattung Goodea <templatestyles src="Person/styles.css" />Jordan, 1880
Synonyme: G. calientis (<templatestyles src="Person/styles.css" />Jordan & Snyder, 1899); G. gracilis <templatestyles src="Person/styles.css" />Hubbs & Turner, 1939; G. luitpoldii (<templatestyles src="Person/styles.css" />Steindachner, 1894); G. martini <templatestyles src="Person/styles.css" />de Buen, 1946; G. xalisconis (<templatestyles src="Person/styles.css" />Jordan & Snyder, 1899)
  • Tribus Ataeniobiini <templatestyles src="Person/styles.css" />Hubbs & Turner, 1939
  • Gattung Ataeniobius <templatestyles src="Person/styles.css" />Hubbs & Turner, 1939
  • Tribus Zoogoneticini <templatestyles src="Person/styles.css" />Hubbs, 1924
  • Gattung Alloophorus <templatestyles src="Person/styles.css" />Hubbs & Turner, 1939
Synonym: Alloophorus maculatus (<templatestyles src="Person/styles.css" />Regan, 1904)
  • Gattung Ameca <templatestyles src="Person/styles.css" />Miller & Fitzsimons, 1971
Synonym: C. peraticus <templatestyles src="Person/styles.css" />Álvarez, 1963
  • Gattung Xenoophorus <templatestyles src="Person/styles.css" />Hubbs & Turner, 1939
Synonyme: X. erro <templatestyles src="Person/styles.css" />Hubbs & Turner, 1939; X. exsul <templatestyles src="Person/styles.css" />Hubbs & Turner, 1939
  • Gattung Xenotoca <templatestyles src="Person/styles.css" />Hubbs & Turner, 1939
  • Xenotoca variata <templatestyles src="Person/styles.css" />Bean, 1887 (Veränderlicher Hochlandkärpfling)
Synonym: X. ferruginea (<templatestyles src="Person/styles.css" />Bean, 1887)
  • Gattung ‘Xenotoca’
  • Tribus Characodontini <templatestyles src="Person/styles.css" />Regan, 1907
Synonyme: C. audax <templatestyles src="Person/styles.css" />Smith & Miller, 1986; C. garmani <templatestyles src="Person/styles.css" />Jordan & Evermann, 1898 – Meist wird C. garmani noch als gültige Art betrachtet, weil die Typlokalität mit „Parras“ angegeben ist und somit weit entfernt vom bekannten Verbreitungsgebiet bei Victoria de Durango liegen würde. Diese Angabe ist allerdings höchstwahrscheinlich fehlerhaft.
  • Unbenannter Tribus
  • Gattung Allotoca <templatestyles src="Person/styles.css" />Hubbs & Turner, 1939
  • Untergattung Allotoca s.s. <templatestyles src="Person/styles.css" />Hubbs & Turner, 1939
Synonym: A. miniatus (<templatestyles src="Person/styles.css" />Meek, 1902)
  • Allotoca dugesii (<templatestyles src="Person/styles.css" />Bean, 1887) (Stahlblauer Kärpfling)
Synonym: A. vivipara <templatestyles src="Person/styles.css" />de Buen, 1940
  • Untergattung Neoophorus <templatestyles src="Person/styles.css" />Hubbs & Turner, 1939
  • Tribus Girardinichthyini <templatestyles src="Person/styles.css" />Hubbs & Turner, 1939
Synonym: G. limnurgus (<templatestyles src="Person/styles.css" />Jordan & Evermann, 1927)
Synonyme: G. geddesi (<templatestyles src="Person/styles.css" />Regan, 1904); G. innominatus <templatestyles src="Person/styles.css" />Bleeker, 1860; G. variegatus (<templatestyles src="Person/styles.css" />Günther, 1866)
  • Gattung Neotoca <templatestyles src="Person/styles.css" />Hubbs & Turner, 1939
  • Neotoca bilineata (<templatestyles src="Person/styles.css" />Bean, 1887) (Zweilinien-Kärpfling)
  • Gattung Skiffia <templatestyles src="Person/styles.css" />Meek, 1902
  • Skiffia francesae <templatestyles src="Person/styles.css" />Kingston, 1978 (Frances Hochlandkärpfling)
  • Skiffia lermae <templatestyles src="Person/styles.css" />Meek, 1902 (Lerma-Hochlandkärpfling)
Synonym: S. variegata <templatestyles src="Person/styles.css" />Meek, 1902
  • Tribus Ilyodontini <templatestyles src="Person/styles.css" />Doadrio & Domínguez-Domínguez, 2004
Synonyme: I. paraguayense <templatestyles src="Person/styles.css" />Eigenmann, 1907; I. xantusi (<templatestyles src="Person/styles.css" />Hubbs & Turner, 1939)
Synonyme: I. cortesae <templatestyles src="Person/styles.css" />Paulo-Maya & Trujillo-Jiménez, 2000; I. lennoni <templatestyles src="Person/styles.css" />Meyer & Förster, 1983
  • Gattung Xenotaenia <templatestyles src="Person/styles.css" />Turner, 1946
  • Xenotaenia resolanae <templatestyles src="Person/styles.css" />Turner, 1946 (Resolana-Hochlandkärpfling)

Aquaristik

Als Aquarienfische sind die Hochlandkärpflinge nicht sonderlich beliebt, da sie mit wenigen Ausnahmen keine ansprechenden Farben zeigen und häufig kühlere Temperaturen zum Wohlbefinden brauchen. Die farbenprächtigeren Ausnahmen sind z. B. Characodon lateralis oder Ameca splendens. Viele Arten sind in ihrer Existenz gefährdet. Zwei Arten gibt es nur noch im Aquarium (Ameca splendens<ref>Ameca splendens auf Fishbase.org (englisch)</ref><ref>[[[:Vorlage:IUCN/Weblink]] Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:IUCN“ ist nicht vorhanden.] in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 1996. Eingestellt von: Contreras-Balderas, S. & Almada-Villela, P., 1996. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> und Skiffia francesae<ref>Skiffia francesae auf Fishbase.org (englisch)</ref><ref>[[[:Vorlage:IUCN/Weblink]] Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:IUCN“ ist nicht vorhanden.] in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 1996. Eingestellt von: Contreras-Balderas, S. & Almada-Villela, P., 1996. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref>), andere Arten kommen nur noch in Restbeständen vor. Die Erhaltungszuchten von Goodeiden werden von engagierten Aquarianern vorangetrieben.

Literatur

  • Harro Hieronimus: Die Hochlandkärpflinge, Westarp Wissenschaften, Magdeburg 1995, ISBN 3-89432-408-2.
  • John Lyons, Kyle R. Piller, Juan Miguel Artigas-Azas, Omar Dominguez-Dominguez, Pablo Gesundheit, Michael Köck, Martina Medina-Nava, Norman Mercado-Silva, Arely Ramírez García, Kearstin M. Findley: Distribution and current conservation status of the Mexican Goodeidae (Actinopterygii, Cyprinodontiformes). ZooKeys (2019), 885: 115–158. doi:10.3897/zookeys.885.38152
  • Joseph S. Nelson: Fishes of the World. 4th edition. John Wiley & Sons, Hoboken NJ u. a. 2006, ISBN 0-471-25031-7.
  • Günther Sterba: Süsswasserfische der Welt. 2. Auflage. Urania, Leipzig/Jena/Berlin 1990, ISBN 3-332-00109-4.

Einzelnachweise

<references />

Weblinks

Commons: Goodeidae – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Hochlandkärpflinge auf Fishbase.org (englisch)
  • goodeiden.de Umfassende Seite zum Thema, stellt alle Arten und Lebensräume detailliert vor
  • dglz.de Deutsche Gesellschaft für Lebendgebärende Zahnkarpfen
  • mgmechanics.de Webpräsenz über einige ausgewählte Arten von Goodeiden
  • home.clara.net Unterstützung der biologischen Abteilung der Universität Morelia zur Erforschung und Erhaltung der Hochlandkärpflinge (englisch)