Notice: Unexpected clearActionName after getActionName already called in /var/www/html/includes/context/RequestContext.php on line 338
Eurovision Song Contest 1965 – Wikipedia Zum Inhalt springen

Eurovision Song Contest 1965

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
10. Eurovision Song Contest
Datei:ESC 1965 Logo.PNG
Datum 20. März 1965
Austragungsland Vorlage:ITA-1946
Austragungsort
Auditorium Rai di Napoli, Neapel
Austragender Fernsehsender RAI
Moderation Renata Mauro
Pausenfüller Mario del Monaco
Teilnehmende Länder 18
Gewinner LuxemburgDatei:Flag of Luxembourg.svg Luxemburg
Siegertitel France Gall: Poupée de cire, poupée de son
Erstmalige Teilnahme IrlandDatei:Flag of Ireland.svg Irland
Zurückkehrende Teilnehmer SchwedenDatei:Flag of Sweden.svg Schweden
Abstimmungsregel In jedem Land vergab eine Jury 1, 3 und 5 Punkte an die drei besten Titel. Sollte nur ein Lied nominiert sein, erhielte dies alle 9 Punkte. Sollten es zwei Titel sein, erhielte der erste Titel 6 und der zweite Titel 3 Punkte
DanemarkDatei:Flag of Denmark.svg ESC 1964LuxemburgDatei:Flag of Luxembourg.svg ESC 1966

Der 10. Gran Premio Eurovisione della Canzone, so der offizielle Titel in diesem Jahr, fand am 20. März 1965 im italienischen Neapel statt, da im Vorjahr die Italienerin Gigliola Cinquetti gewonnen hatte.

Besonderheiten

Es siegte die für Luxemburg angetretene französische Interpretin France Gall mit dem Lied Poupée de cire, poupée de son, das auch von den Plattenkäufern und Radiohörern anerkannt und zu einem Hit wurde. Geschrieben hatte das Siegerlied Serge Gainsbourg, der einige Jahre später gemeinsam mit Jane Birkin den Skandalsong Je t'aime ... moi non plus veröffentlichte. France Gall selbst feierte bis in die späten Achtzigerjahre große Erfolge.

Auch wieder gab es Länder, die keinen Punkt erhielten. Dieses Jahr waren es Belgien, Deutschland, Finnland und Spanien. Für Belgien, Finnland und Spanien war es das zweite Mal – für Deutschland sogar das zweite Mal in Folge.

Die Regel, dass der Beitrag in einer Landessprache erfolgen musste, wurde für den Eurovision Song Contest 1965 aufgehoben. Es war sogar ausdrücklich erlaubt, eine andere Sprache zu nutzen. Von dieser neuen Regel machte nur Schweden Gebrauch. So sang Ingvar Wixell die englische Fassung „Absent Friends“ von „Annorstädes vals“.<ref name="Feddersen">Jan Feddersen: Ein Lied kann eine Brücke sein. 1. Auflage. Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 2002, ISBN 3-455-09350-7. S. 74.</ref>

Dies war die erste internationale Finalteilnahme von Serge Gainsbourg mit einem seiner berüchtigten, sexuell zweideutigen Texte. Im Gegensatz zu den Interpretinnen Minouche Barelli 1967 und Joëlle Ursull 1990 war sich France Gall dieser Doppeldeutigkeiten nicht bewusst, sang den Titel aber gerade deshalb mit jener naiven Ausstrahlung, die sich Gainsbourg für die Präsentation erhofft hatte. Der Schlüssel zum Verstehen der Untertöne ist dabei der im Liedtext verwendete Ausdruck „la chaleur des garçons“ (Die Hitze der Jungs), eine relativ deutliche Umschreibung der männlichen sexuellen Begierde. Die Hitze der Jungs, vor der sich die Wachspuppe noch fürchtet, die doch so gern wie die Chiffonpuppen wäre, will heißen: wie jene Mädchen, die bereits sexuelle Erfahrungen gemacht haben. Ebenfalls bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass „Poupée de cire, poupée de son“ keinerlei Wertungspunkte von den beiden einzigen rein französischsprachigen Jurys aus Monaco und Frankreich erhielt, in denen sicher auch die Untertöne des Textes eher erkannt und verstanden wurden. Durch den Erfolg des Liedes entwickelten sich die Begriffe „Poupée de cire“ und „Poupée de son“ zu geflügelten Worten. „Poupée de cire“ (Wachspuppe) bezeichnet umgangssprachlich ein Mädchen, das „geschmolzen“, d. h. entjungfert werden möchte, „Poupée de son“ (Sprechpuppe/Singpuppe) eine Frau, die beim Sex laut stöhnt bzw. beim Orgasmus schreit (Stöhnpuppe/Schreipuppe). Bis heute gehen die Meinungen über das Lied weit auseinander. Was die einen avantgardistisch nennen, halten die anderen für schlicht obszön. Unbestritten ist, dass „Poupée de cire, poupée de son“ zu den bekanntesten Eurovisionssiegertiteln gehört. France Gall selbst lehnte es im späteren Verlauf ihrer Karriere entschieden ab, das „dumme Lied“ jemals wieder zu singen oder auch nur darüber zu sprechen. Sie zählte daher zu den wenigen Eurovisionssiegern, die sich 1981 nicht an der großen Jubiläumsgala im norwegischen Mysen beteiligten.

Der Eurovision Song Contest 1965 war der erste, der von einigen Intervision-Ländern live übertragen wurde – darunter auch von der Sowjetunion.<ref name="Feddersen" />

Teilnehmer

Datei:ESC 1965-66 Map.svg
  • Teilnehmende Länder
  • Schweden kehrte nach der einjährigen Pause zurück und Irland nahm zum ersten Mal teil. Somit gab es mit 18 Ländern einen neuen Teilnehmerrekord.

    Wiederkehrende Interpreten

    Land Interpret Vorherige(s) Teilnahmejahr(e)
    JugoslawienDatei:Flag of Yugoslavia (1946-1992).svg Jugoslawien Vice Vukov 1963
    OsterreichDatei:Flag of Austria.svg Österreich Udo Jürgens 1964
    Spanien 1945Datei:Flag of Spain (1945 - 1977).svg Spanien Conchita Bautista 1961

    Dirigenten

    Jedes Lied wurde mit Live-Musik begleitet – folgende Dirigenten leiteten das Orchester bei dem/den jeweiligen Land/Ländern:

    Abstimmungsverfahren

    Es galt das im Vorjahr eingeführte Abstimmungsverfahren. Jedes Land konnte insgesamt neun Punkte vergeben, wovon der Erstplatzierte innerhalb der Jury fünf Punkte, der Zweite drei Punkte und der Dritte einen Punkt erhielt. Sollte nur ein Lied nominiert sein, erhielte dies alle neun Punkte. Sollten es zwei sein, erhielte das Erste sechs Punkte und das Zweite drei Punkte.

    Platzierungen

    Platz Startnr. Land Interpret Titel
    (M = Musik; T = Text)
    Sprache Übersetzung Punkte
    01. 15 LuxemburgDatei:Flag of Luxembourg.svg Luxemburg France Gall Poupée de cire, poupée de son
    M/T: Serge Gainsbourg
    Französisch Wachspuppe, Singpuppe 32
    02. 02 Vereinigtes KonigreichDatei:Flag of the United Kingdom.svg Vereinigtes Königreich Kathy Kirby I Belong
    M: Peter Lee Sterling; T: Phil Peters
    Englisch Ich gehöre 26
    03. 11 FrankreichDatei:Flag of France.svg Frankreich Guy Mardel N’avoue jamais
    M: Guy Mardel; T: Françoise Dorin
    Französisch Gib niemals zu 22
    04. 06 OsterreichDatei:Flag of Austria.svg Österreich Udo Jürgens Sag ihr, ich laß sie grüßen
    M: Udo Jürgens; T: Frank Bohlen
    Deutsch 16
    05. 13 ItalienDatei:Flag of Italy.svg Italien Bobby Solo Se piangi se ridi
    M: Gianni Marchetti, Roberto Satti; T: Mogol, Roberto Satti
    Italienisch Wenn du weinst, wenn du lachst 15
    06. 04 IrlandDatei:Flag of Ireland.svg Irland Butch Moore I’m Walking the Streets in the Rain
    M/T: Teresa Conlon, George Prendergast, Joe Harrigan
    Englisch Ich gehe die Straßen im Regen 11
    07. 14 DanemarkDatei:Flag of Denmark.svg Dänemark Birgit Brüel For din skyld
    M: Jørgen Jersild; T: Poul Henningsen
    Dänisch Dir zuliebe 10
    08. 18 SchweizDatei:Flag of Switzerland within 2to3.svg Schweiz Yovanna Non – à jamais sans toi
    M: Bob Calfati; T: Jean Charles
    Französisch Nein – für immer ohne dich 08
    09. 09 MonacoDatei:Flag of Monaco.svg Monaco Marjorie Noël Va dire à l’amour
    M: Raymond Bernard; T: Jacques Mareuil
    Französisch Geh und erzähle der Liebe 07
    10. 10 SchwedenDatei:Flag of Sweden.svg Schweden Ingvar Wixell Absent Friend
    M: Dag Wirén; T: Alf Henrikson
    Englisch Abwesender Freund 06
    11. 01 NiederlandeDatei:Flag of the Netherlands.svg Niederlande Conny Vandenbos Het is genoeg
    M: Johnny Holshuyzen; T: Joke van Soest
    Niederländisch Es ist genug 05
    12. 17 JugoslawienDatei:Flag of Yugoslavia (1946-1992).svg Jugoslawien Vice Vukov Čežnja
    M: Julijo Marić; T: Zarko Roje
    Kroatisch Sehnsucht 02
    13. 07 NorwegenDatei:Flag of Norway.svg Norwegen Kirsti Sparboe Karusell
    M/T: Jolly Kramer-Johansen
    Norwegisch Karussell 01
    12 PortugalDatei:Flag of Portugal.svg Portugal Simone de Oliveira Sol de inverno
    M: Carlos Nobrega e Sousa; T: Jeronimo Bragança
    Portugiesisch Wintersonne 01
    15. 03 Spanien 1945Datei:Flag of Spain (1945 - 1977).svg Spanien Conchita Bautista Qué bueno, qué bueno!
    M/T: Antonio Figueroa Egea
    Spanisch Wie gut, wie gut 00
    05 Deutschland BundesrepublikDatei:Flag of Germany.svg BR Deutschland Ulla Wiesner Paradies, wo bist du?
    M: Hans Blum; T: Barbara Kist
    Deutsch 00
    08 BelgienDatei:Flag of Belgium (civil).svg Belgien Lize Marke Als het weer lente is
    M: Jef van den Berg; T: Jaak Dreesen
    Niederländisch Wenn es wieder Frühling ist 00
    16 FinnlandDatei:Flag of Finland icon.svg Finnland Viktor Klimenko Aurinko laskee länteen
    M: Toivo Kärki; T: Reino Helismaa
    Finnisch Die Sonne geht im Westen unter 00

    Punktevergabe

    Land Abstimmungsergebnisse
    Punkte NiederlandeNiederlande
    NL
    Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich
    UK
    Spanien 1945Datei:Flag of Spain (1945 - 1977).svg
    ES
    IrlandDatei:Flag of Ireland.svg
    IR
    Deutschland BundesrepublikDatei:Flag of Germany.svg
    DE
    OsterreichÖsterreich
    AT
    NorwegenDatei:Flag of Norway.svg
    NO
    BelgienDatei:Flag of Belgium (civil).svg
    BE
    MonacoDatei:Flag of Monaco.svg
    MC
    SchwedenSchweden
    SE
    FrankreichFrankreich
    FR
    PortugalPortugal
    PT
    Vorlage:ITA-1946
    IT
    DanemarkDänemark
    DK
    LuxemburgDatei:Flag of Luxembourg.svg
    LU
    FinnlandDatei:Flag of Finland icon.svg
    FI
    JugoslawienDatei:Flag of Yugoslavia (1946-1992).svg
    YU
    SchweizDatei:Flag of Switzerland within 2to3.svg
    CH
    Votings
    NiederlandeDatei:Flag of the Netherlands.svg Niederlande 05 5 01
    Vereinigtes KonigreichDatei:Flag of the United Kingdom.svg Vereinigtes Königreich 26 5 1 6 3 1 5 5 07
    Spanien 1945Datei:Flag of Spain (1945 - 1977).svg Spanien 00 00
    IrlandDatei:Flag of Ireland.svg Irland 11 3 5 3 03
    DeutschlandDatei:Flag of Germany.svg Deutschland 00 00
    OsterreichDatei:Flag of Austria.svg Österreich 16 3 5 5 3 04
    NorwegenDatei:Flag of Norway.svg Norwegen 01 1 01
    BelgienDatei:Flag of Belgium (civil).svg Belgien 00 00
    MonacoDatei:Flag of Monaco.svg Monaco 07 5 1 1 03
    SchwedenDatei:Flag of Sweden.svg Schweden 06 3 3 02
    FrankreichDatei:Flag of France.svg Frankreich 22 1 3 1 3 5 3 1 5 08
    PortugalDatei:Flag of Portugal.svg Portugal 01 1 01
    ItalienDatei:Flag of Italy.svg Italien 15 3 1 1 3 3 3 1 07
    DanemarkDatei:Flag of Denmark.svg Dänemark 10 5 5 02
    LuxemburgDatei:Flag of Luxembourg.svg Luxemburg 32 5 1 3 5 5 3 1 1 5 3 10
    FinnlandDatei:Flag of Finland icon.svg Finnland 00 00
    JugoslawienDatei:Flag of Yugoslavia (1946-1992).svg Jugoslawien 02 1 1 02
    SchweizDatei:Flag of Switzerland within 2to3.svg Schweiz 08 3 5 02
    Die Tabelle ist senkrecht nach der Auftrittsreihenfolge geordnet, waagerecht nach der chronologischen Punkteverlesung.

    Vergabe der Höchstwertungen

    Anzahl Land erhalten von
    4 LuxemburgDatei:Flag of Luxembourg.svg Luxemburg Niederlande, BR Deutschland, Österreich, Finnland
    Vereinigtes KonigreichDatei:Flag of the United Kingdom.svg Vereinigtes Königreich Spanien, Belgien, Dänemark, Schweiz
    2 DanemarkDatei:Flag of Denmark.svg Dänemark Schweden, Luxemburg
    FrankreichDatei:Flag of France.svg Frankreich Monaco, Jugoslawien
    OsterreichDatei:Flag of Austria.svg Österreich Irland, Portugal
    1 IrlandDatei:Flag of Ireland.svg Irland Italien
    MonacoDatei:Flag of Monaco.svg Monaco Vereinigtes Königreich
    NiederlandeDatei:Flag of the Netherlands.svg Niederlande Norwegen
    SchweizDatei:Flag of Switzerland within 2to3.svg Schweiz Frankreich

    Deutsche Vorausscheidung

    Die deutsche Vorausscheidung Ein Lied für Neapel fand am 27. Februar 1965 statt.

    Siehe auch

    Weblinks

    Commons: Eurovision Song Contest 1965 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

    Einzelnachweise

    <references />

    Vorlage:Klappleiste/Anfang 1956 Lugano • 1957 Frankfurt am Main • 1958 Hilversum • 1959 Cannes • 1960 London • 1961 Cannes • 1962 Luxemburg • 1963 London • 1964 Kopenhagen • 1965 Neapel • 1966 Luxemburg • 1967 Wien • 1968 London • 1969 Madrid • 1970 Amsterdam • 1971 Dublin • 1972 Edinburgh • 1973 Luxemburg • 1974 Brighton • 1975 Stockholm • 1976 Den Haag • 1977 London • 1978 Paris • 1979 Jerusalem • 1980 Den Haag • 1981 Dublin • 1982 Harrogate • 1983 München • 1984 Luxemburg • 1985 Göteborg • 1986 Bergen • 1987 Brüssel • 1988 Dublin • 1989 Lausanne • 1990 Zagreb • 1991 Rom • 1992 Malmö • 1993 Millstreet • 1994 Dublin • 1995 Dublin • 1996 Oslo • 1997 Dublin • 1998 Birmingham • 1999 Jerusalem • 2000 Stockholm • 2001 Kopenhagen • 2002 Tallinn • 2003 Riga • 2004 Istanbul • 2005 Kiew • 2006 Athen • 2007 Helsinki • 2008 Belgrad • 2009 Moskau • 2010 Oslo • 2011 Düsseldorf • 2012 Baku • 2013 Malmö • 2014 Kopenhagen • 2015 Wien • 2016 Stockholm • 2017 Kiew • 2018 Lissabon • 2019 Tel Aviv • 2020 Rotterdam2021 Rotterdam • 2022 Turin • 2023 Liverpool • 2024 Malmö • 2025 Basel • 2026 Wien Vorlage:Klappleiste/Ende