Hallers Segge
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| Datei:Carex halleriana.jpg
Hallers Segge (Carex halleriana) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Carex halleriana | ||||||||||||
| Asso |
Hallers Segge (Carex halleriana), auch Grundstielige Segge<ref name="FloraWeb" /> oder Grundblütige Segge<ref name="Schultze-Motel1980" /> genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Seggen (Carex) innerhalb der Familie der Sauergrasgewächse (Cyperaceae).
Beschreibung
Vegetative Merkmale
Hallers Segge ist eine ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 10 bis 40 Zentimetern. Sie bildet durch schiefe Rhizome dichtrasige Bestände aus. Der Stängel ist schlank, dreikantig und unter 1 Millimeter dick;<ref name="Schultze-Motel1980" /> an seiner Basis sind zerfaserte, dunkel-braune Blattscheiden vorhanden und im oberen Bereich ist er rau. Die Laubblätter sind ungefähr so lang wie der Stängel und mit einer Breite von 1 bis 2,5 Millimetern relativ schmal.
Generative Merkmale
Die Blütezeit reicht von März bis Juni. Hallers Segge ist eine verschiedenährige Segge. Es sind ein bis sechs weibliche Ährchen vorhanden, die jeweils ungefähr zehn Blüten enthalten und mit einer Länge von 6 bis 15 Millimetern breit-eiförmig sind. Die oberen ein bis drei weiblichen Ährchen sind fast sitzend und dem männlichen Ährchen angenähert. Die unteren ein bis drei weiblichen Ährchen stehen auf 10 bis 20 Zentimeter langen, dünnen, rauen Stielen und entspringen am Stängelgrund.<ref name="Schultze-Motel1980" /> Die Spelzen sind rot-braun, ihr Rand ist hell und ihr Mittelstreifen grün. Spelzen sind bei den weiblichen Blüten eiförmig-lanzettlich mit spitzem oberen Ende und ungefähr so lang wie die Fruchtschläuche. Die Fruchtschläuche sind 4 bis 5 Millimeter lang, dreikantig, kurz geschnäbelt und nach oben behaart;<ref name="Schultze-Motel1980" /> sie sind braun mit einer grünen Spitze.<ref name="Schultze-Motel1980" /> Das einzelne männliche Ährchen ist 5 bis 25 Millimeter lang, 1 bis 4 Millimeter breit, sitzend bis kurz gestielt. Die Spelzen der männlichen Blüten sind stumpf und häutig.<ref name="Schultze-Motel1980" />
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 50, 52 oder 54.<ref name="Oberdorfer2001" />
Vorkommen und Gefährdung
Hallers Segge ist vom Mittelmeerraum mit dem nordwestlichen Afrika bis Mitteleuropa und Afghanistan verbreitet.<ref name="POWO" /> Vereinzelt kommt sie in den wärmsten Lagen der Alpen, am Alpenfuß, in Nieder- und Oberösterreich, im Schweizer Jura, am Isteiner Klotz<ref name="RegionaturCH" /> und im Nahegebiet bei Münster-Sarmsheim und Idar-Oberstein vor.<ref name="Aichele2000" /><ref name="Schmeil-Fitschen2024" />
Hallers Segge wächst in Gebüschen, lichten Wäldern und auf Felshängen. Hallers Segge gedeiht am besten auf flachgründigen, steinigen, trockenen, kalk- und basenreichen Böden, in sehr warmen Standorten.<ref name="Aichele2000" /> Sie kommt in Mitteleuropa in Pflanzengesellschaften der Verbände Berberidion, Geranion sanguinei, Xerobromion, Quercion pubescentis und Carpinion vor.<ref name="Oberdorfer2001" /> Sie steigt im Schweizer Jura bis 1100 Meter und im Kanton Wallis bis in eine Höhenlage von 1500 Meter.<ref name="Schultze-Motel1980" />
Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 1 (sehr trocken), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 5 (basisch), Temperaturzahl T = 4+ (warm-kollin), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).<ref name="InfoFlora" /> Vorlage:Hinweisbaustein Carex halleriana gilt in Deutschland in der Roten Liste der gefährdeten Pflanzen nach Metzing et al. 2018 als „extrem selten“, dies ist eine Verbesserung der Einstufung gegenüber der vorhergehenden Roten Liste von Korneck et al. 1998.<ref name="FloraWeb" />
Taxonomie
Die Erstveröffentlichung von Carex halleriana erfolgte 1779 durch Ignacio Jordán de Asso y del Río in Synopsis Stirpium indigenarum Aragoniae, S. 133. Das Artepitheton halleriana ehrt den Schweizer Mediziner, Botaniker und Dichter Albrecht von Haller (1708–1777).<ref name="Schultze-Motel1980" /> Synonyme für Carex halleriana <templatestyles src="Person/styles.css" />Asso sind: Carex alpestris <templatestyles src="Person/styles.css" />All., Carex gynobasis <templatestyles src="Person/styles.css" />Chaix, Carex tenuifolia <templatestyles src="Person/styles.css" />Poir., Carex rhizantha <templatestyles src="Person/styles.css" />J.F.Gmel., Carex ptychocarpa <templatestyles src="Person/styles.css" />Link, Carex diversiflora <templatestyles src="Person/styles.css" />Host.<ref name="POWO" />
Quellen
Literatur
Einzelnachweise
<references> <ref name="FloraWeb"> Carex halleriana Asso, Grundstielige Segge. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="InfoFlora"> Carex halleriana Asso In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Aichele2000"> </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Schultze-Motel1980"> Wolfram Schultze-Motel: Familie Cyperaceae. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 3. Auflage, Band II, Teil 1. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1980, ISBN 3-489-54020-4, S. 197–198. </ref> <ref name="Schmeil-Fitschen2024"> Michael Koltzenburg: Carex. S. 248. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 97. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024, ISBN 978-3-494-01943-7. </ref> <ref name="RegionaturCH"> Isteiner Klotz bei www.regionatur.ch, zuletzt abgerufen am 19. Juni 2016 </ref> <ref name="POWO"> Datenblatt Carex halleriana bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science. </ref> </references>
Weblinks
- Hallers Segge. In: BiolFlor, der Datenbank biologisch-ökologischer Merkmale der Flora von Deutschland.
- Thomas Meyer: Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben).
- Günther Blaich: Datenblatt mit Fotos.
- Bilder: Blütenstand im Detail mit männlichem und weiblichen Ährchen, Blütenstände