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Der Hörverlag

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der Hörverlag
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Gründung   1993<ref>Konstanze Crüwell: Wer nicht lesen will, muß hören. In: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 15. Oktober 1995, S. 26.</ref>
Sitz   München
Leitung   Robert Wildgruber
Verlagsgruppe   Penguin Random House
Gattung   Hörbücher, Hörspiele
Website   www.penguin.de

Der Hörverlag (Eigenschreibweise der Hörverlag, zuvor der Hör Verlag) ist ein deutscher Hörbuch- und Hörspielverlag mit Sitz in München. Er besteht seit 1993 und wurde 2010 Teil der Verlagsgruppe Random House (heute Penguin Random House Verlagsgruppe).<ref>Christian Gehl: Random House kauft Hörverlag. In: Werben & Verkaufen, 14. Oktober 2010, abgerufen am 14. November 2014.</ref> Der Hörverlag zählt seit seiner Gründung zu den umsatzstärksten Vertretern der Branche.<ref>Gerlinde Freis: Der Hörbuchmarkt im deutschsprachigen Raum. Struktur und Ökonomie einer vielversprechenden Branche. Diplomica, Hamburg 2008, ISBN 978-3-8366-6584-1, S. 95.</ref> Außerdem war er maßgeblich an der Aufwertung des Hörbuchs zu einem selbstständigen Medium beteiligt.<ref>"Wir glauben an die Zukunft des Hörbuchmarktes". In: Buchreport, 13. Oktober 2010, abgerufen am 14. November 2014.</ref><ref>Claudia Baumhöver. Verlegerin des Jahres 2007. In: Süddeutsche Zeitung, 4. Dezember 2007, S. 16.</ref> Eine der ersten Produktionen des Hörverlags war Sofies Welt.<ref>Gemeinsame Aktion für den Buchhandel von WDR 5, Klett-Cotta und Hörverlag. In: Buchmarkt, 8. November 2001, abgerufen am 14. November 2014.</ref> Der Hörverlag wurde bis 2015 von Claudia Baumhöver geleitet.<ref>Claudia Baumhöver (50). In: Buchmarkt, 27. Februar 2009, abgerufen am 28. Dezember 2014.</ref> Ihr Nachfolger ist Robert Wildgruber.<ref>Wildgruber folgt auf Baumhöver. In: Börsenblatt, 13. April 2015, abgerufen am 15. Dezember 2015.</ref>

Geschichte

Datei:Claudia Baumhöver Hörbuchpreis 2009.jpg
Verlagsleiterin Claudia Baumhöver bei der Verleihung des Deutschen Hörbuchpreises (2009)

Initiator des Hörverlags war der Verlag der Autoren, der ihn zusammen mit Stefanie Hunzinger, Klett-Cotta und dem Carl Hanser Verlag im Herbst 1993 gründete. Als Vorbild für den Zusammenschluss diente der Deutsche Taschenbuch Verlag.<ref name="Rühle (1994)">Arnd Rühle: Ein Verlag für Hörer. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21. Januar 1994, S. 64.</ref> Im angelsächsischen Raum waren die sogenannten Wortkassetten bereits sehr erfolgreich, was in Deutschland wiederholt werden sollte.<ref>Michael Esser: Kino für die Ohren. In: Die Zeit, 22. März 1996.</ref> Der Hörverlag wurde am 14. September 1993 ins Handelsregister eingetragen, sein Sitz befand sich zunächst bei Klett-Cotta in Stuttgart.<ref>Unternehmensregister. Bundesanzeiger Verlag, abgerufen am 14. November 2014 (Amtsgericht Stuttgart, HRB 16066).</ref> Leiterin des Hörverlags wurde Claudia Baumhöver, die 2007 von der Fachzeitschrift Buchmarkt als „Verlegerin des Jahres“ ausgezeichnet wurde.<ref>Bettina Weiguny: Eine Verlegerin ohne Buch. In: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 9. Dezember 2007, S. 38.</ref> Bis 1994 beteiligten sich weitere Verlage am Hörverlag, unter anderem der Österreichische Bundesverlag, Piper, Schott Music und Suhrkamp.<ref name="Rühle (1994)" /> Die Beteiligung des Piper Verlags währte nur kurz, an seine Stelle trat später Kiepenheuer & Witsch.<ref name="Amtsgericht München">Unternehmensregister. Bundesanzeiger Verlag, abgerufen am 14. November 2014 (Amtsgericht München, HRB 115577).</ref><ref>Im Porträt: der Hörverlag. In: Musikwoche, abgerufen am 28. Dezember 2014.</ref>

1994 gründete man mit Ariola, Goldmann, Langenscheidt und anderen die „Initiative Wort Cassette“ (IWC), die die Verbreitung von Hörbüchern fördern sollte.<ref name="Frankfurter Allgemeine (1994)">Noch kein guter Markt für Wortkassetten. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 8. Oktober 1994, S. 17.</ref> Zu diesem Zeitpunkt befand sich der Sitz des Hörverlags bereits in München.<ref name="Amtsgericht München" /> 2004 begann die Zusammenarbeit mit BBC Audio, durch die das Angebot an englischsprachigen Hörbüchern ausgebaut werden sollte.<ref>Der Hörverlag kooperiert mit BBC Audio. In: Börsenblatt, 6. Oktober 2004, abgerufen am 14. November 2014.</ref> Ein Jahr später gründete der Hörverlag mit dem Focus Magazin Verlag und Tomorrow Focus die „Claudio Medien GmbH“.<ref>Neues Hörbuch-Portal von Focus und Hörverlag. In: Rheinische Post, 20. Juli 2005.</ref> Das Unternehmen entwickelte ein Download-Portal für den legalen Abruf von Hörbüchern im MP3-Format, das anlässlich der Frankfurter Buchmesse gestartet wurde.<ref>Katrin Hildebrand: Wie bei Großmutter. In: Frankfurter Rundschau, 29. Oktober 2005, S. 20.</ref> 2008 wurde bekannt, dass sich der Hörverlag für eine stärkere Regulierung des Marktes einsetzte, einschließlich einer Preisbindung für Hörbücher.<ref>Jennifer Lachman: Hörverlag ruft nach mehr Regulierung. In: Financial Times Deutschland, 14. Oktober 2008.</ref> Außerdem engagierte man sich für den Schutz geistigen Eigentums und gegen die Piraterie von Hörbüchern.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Die Magie der Zahlen – Tischgespräch mit Claudia Baumhöver. (Memento des Vorlage:IconExternal vom 16. April 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.muenchen.ihk.de In: Wirtschaft – Das Magazin, IHK München und Oberbayern, September 2007, abgerufen am 28. Dezember 2014.</ref><ref>Literatur für die Ohren. In: Kölner Stadt-Anzeiger, 12. März 2009, abgerufen am 28. Dezember 2014.</ref>

Im Oktober 2010 kündigte die Verlagsgruppe Random House an, den Hörverlag vorbehaltlich der Zustimmung der Wettbewerbsbehörden zu übernehmen.<ref>Random House schluckt Hörverlag. In: Nürnberger Nachrichten, 15. Oktober 2010, S. 17.</ref> Das Programm umfasste damals circa 600 bis 800 Titel.<ref>Random House will Hörverlag kaufen. In: Süddeutsche Zeitung, 12. Oktober 2010, S. 23.</ref> Beobachter sprachen im Zuge der Übernahme von einem „Verdrängungskampf auf einem schwindenden Markt“.<ref>J. Güntner: Verdrängungskampf auf einem schwindenden Markt. Random House übernimmt den Hörverlag. In: Neue Zürcher Zeitung, 3. November 2010, S. 54.</ref> Gründe für den Zusammenschluss waren in erster Linie der bessere Zugriff auf Lizenzen sowie die Herausforderungen digitaler Märkte.<ref>Random House plant Übernahme vom Hörverlag. In: Buchmarkt, 12. Oktober 2010, abgerufen am 28. Dezember 2014.</ref><ref>„Wir erleben gerade eine Medienrevolution“. In: Buchreport Spezial 2013, S. 11–15.</ref> Nach der Übernahme löschte man den Hörverlag aus dem Handelsregister<ref name="Amtsgericht München" />, er blieb aber auch unter dem Dach der Verlagsgruppe eine selbstständige Organisation mit eigenem Programm.

Programm

Datei:Rufus Beck Tonstudio 2005.jpg
Rufus Beck im Tonstudio bei den „Harry Potter“-Aufnahmen (2005)

Das Angebot des Hörverlags setzte sich zu Beginn etwa zur Hälfte aus Belletristik und zu jeweils einem Viertel aus Kinder- und Sachliteratur zusammen.<ref name="Frankfurter Allgemeine (1994)" /> Sein erstes Programm umfasste rund 50 Titel.<ref>Hörbücher machen es möglich: Mit Goethe im Stau. In: Saarbrücker Zeitung, 12. Oktober 1995.</ref> Größere Beachtung erhielt die fünfzehnteilige Produktion von Sofies Welt des Südwestfunks und Mitteldeutschen Rundfunks, die in den folgenden Jahren zum Bestseller und über 100.000 Mal verkauft wurde.<ref>Sybille Neth: Sophies Welt im Walkman. Der neugegründete Münchner Hörverlag will künftig Radiokunst als Audiobooks vermarkten. In: Süddeutsche Zeitung, 29. Mai 1995, S. 12.</ref><ref>Das Hörspiel "Sofies Welt" konnte mittlerweile 100.000 mal verkauft werden und landet in den BuchMarkt-Bestseller-Charts auf Platz 1. In: Buchmarkt, 30. November 1999, abgerufen am 14. November 2014.</ref> Mitte der 1990er Jahre übernahm der Hörverlag mit Cotta’s Hörbühne ein rund 80 Titel umfassendes Programm von Klett-Cotta.<ref>Miriam Freudig: Bücher extra für Staus und lange Autofahrten. In: Stuttgarter Zeitung, 22. November 1995.</ref> Zu den ersten Werken, die der Hörverlag 1996 auf Compact Disc statt auf Kassette veröffentlichte, zählten Rainer Werner Fassbinders Ganz in weiß und Keiner ist böse und keiner ist gut.<ref>Eva-Maria Lenz: Keiner böse und keiner gut. Hörspiele Rainer Werner Fassbinders auf CD. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 4. Juni 1996, S. 40.</ref>

1998 startete der Hörverlag mit Suhrkamp und Terzio die LiteraMedia-Reihe: Zeitgleich zum Buch von Suhrkamp veröffentlichte man ein passendes Hörbuch sowie eine multimedial aufbereitete Fassung auf CD.<ref>Dirk Fuhrig: Lesen, Hören, Sehen. Suhrkamp, HörVerlag und Terzio starten „LiteraMedia“-Reihe. In: Frankfurter Rundschau, 10. Oktober 1998, S. 99.</ref> 2000 erschien im Hörverlag mit „The Spoken Arts Treasury“ eine bedeutende Sammlung US-amerikanischer Poesie im O-Ton.<ref>Tilman Spreckselsen: Die Stimmen der Dichter. Der Münchner Hörverlag hat den wichtigsten Schatz amerikanischer Poesie gehoben. In: Die Welt, 9. Dezember 2000, S. 8.</ref> Zu einem der kommerziell erfolgreichsten Stoffe entwickelte sich Harry Potter, von dem bis 2008 über 3,2 Millionen Exemplare verkauft wurden.<ref name="Kournioti (2008)">Alexandra Kournioti: Hörverlag auf Trophäenjagd. In: Bayerische Staatszeitung, 31. Oktober 2008, S. 6.</ref> 2013 brachte der Hörverlag den Hobbit auch auf Schallplatte heraus.<ref>Anne-Marie Maaß: Ein echtes Sammlerstück: Der Hobbit kommt auf die Platte. In: Nordkurier, 20. September 2013, S. 25.</ref>

Jährlich erscheinen im Hörverlag etwa 150 neue Werke auf Compact Disc sowie insgesamt ca. 100 parallel oder ausschließlich als Download. Derzeit umfasst das Programm rund 1.000 lieferbare Titel.<ref>Offizielle Website des Hörverlags. Verlagsgruppe Random House, abgerufen am 28. Dezember 2014.</ref> Neben aktuellen Titeln beinhaltet das Programm des Hörverlags auch Klassiker und Originalaufnahmen.<ref>Kai Luehrs-Kaiser: Ich habe einen Traum im Ohr. In: Die Welt, 19. Juli 2014, S. 6.</ref><ref>Auf Wiederhoeren. „Audio-Books“ verkaufen sich immer besser – ob Märchen, Krimi, Weltliteratur oder Gedichte. In: Der Tagesspiegel, 3. Januar 1996.</ref><ref>Johannes Breckner: Zwei Stimmen für Mann. In: Darmstädter Echo, 10. Februar 2014.</ref><ref>Herrlich antiquierter Krimi. In: Kölnische Rundschau, 3. Juli 2002.</ref> Ein Drittel des gesamten Programms wurde mit Auszeichnungen wie der hr2-Hörbuchbestenliste, dem Deutschen Hörbuchpreis, Preis der deutschen Schallplattenkritik oder HörKules gewürdigt.<ref name="Kournioti (2008)" /> 2024 war das Hörbuch Jahrhundertstimmen 1945-2000 – Deutsche Geschichte in über 400 Originalaufnahmen von Christiane Collorio (Hrsg.); Ines Geipel (Hrsg.); Ulrich Herbert (Hrsg.); Michael Krüger (Hrsg.); Hans Sarkowicz (Hrsg.) als erstes Hörbuch überhaupt für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Koordinaten: 48° 7′ 55″ N, 11° 37′ 18″ O

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