Notice: Unexpected clearActionName after getActionName already called in /var/www/html/includes/context/RequestContext.php on line 338
Heil dir, o Oldenburg – Wikipedia Zum Inhalt springen

Heil dir, o Oldenburg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Heil dir, o Oldenburg!)

Heil dir, o Oldenburg ist die Landeshymne des ehemaligen Großherzogtums sowie ab 1918 des Freistaates Oldenburg. Zunächst entstand durch die Oldenburger Großherzogin Cäcilie eine Melodie als Lied ohne Worte. Erst später, im Jahr 1844, wurde diese Melodie von Theodor von Kobbe mit einem Text unterlegt.

Im Gegensatz zu den Texten vieler Regionalhymnen deutscher Staaten aus dem 19. Jahrhundert handelt es sich hierbei nicht um einen Lobgesang auf den Fürsten, sondern um einen Preis des Landes. Ein auf dieselbe Melodie gedichteter und früher gedruckter Text (Heil unserm Großherzog, dem Landesvater) des Kaplans Johann Mathias Seling (1792–1860) entsprach mehr dem Muster anderer Landeshymnen, konnte sich aber nicht durchsetzen.

Liedtexte

Heil dir, o Oldenburg! (in der Erstfassung von Theodor von Kobbe) <poem style="margin-left:2em; float:left;">1. Heil dir, o Oldenburg, Heil deinen Farben! Gott schütz’ Dein edles Roß, er segne deine Garben, Heil deinem Fürsten, Heil, der treu dir zugewandt, Der dich so gern beglückt, o Vaterland! 3. Muthig Dein Wimpel fleucht durch alle Meere, Wohin Dein Krieger zeucht, zollt man ihm Ruhm und Ehre; Schleudert den fremden Kiel der Sturm an Deinen Strand, Birgt ihn der Lootsen Schaar mit treuer Hand.</poem> <poem style="margin-left:1em; float:left;">2. Ehr’ deine Blümelein, pfleg’ ihre Triebe, Blau und Roth blühen sie, die Freundschaft wie die Liebe; Wie deine Eichen stark, wie frei des Meeres Fluth, Sei deutscher Männer Kraft Dein höchstes Gut. 4. Wer Deinem Herde naht, fühlt augenblicklich, Daß er hier heimisch ist, er preiset sich so glücklich; Führt ihn sein Wanderstab durch alle Länder durch,

Du bleibst sein liebstes Land, mein Oldenburg!<ref>Humoristische Blätter, Nr. 37, 12. September 1844.</ref></poem>

Preisende Verse auf den Fürsten wurden später aber sehr wohl angefügt. So gewann der Westersteder Auktionator und Heimatdichter Wilhelm Geiler 25 Goldmark für folgende kurz nach der Reichsgründung entstandene und 1872 auf einem Volksfest in Westerstede zuerst gesungene Strophe: <poem style="margin-left:2em;">Heil, deinem Fürsten, Heil! Er half bei Zeiten, Das herrlich große Werk, Das Deutsche Reich bereiten, Als er zum blut’gen Strauß Mit Preußen sich verband. Hoch unser Fürstenhaus! Hoch Vaterland!<ref>Hans Jürgen Hansen: Heil Dir im Siegerkranz : Die Hymnen der Deutschen. Stalling Verlag, Oldenburg/Hamburg 1978, ISBN 3-7979-1950-6, S. 18.</ref></poem>

Heil dir, o Oldenburg! (in der Fassung von 1900) <poem style="margin-left:2em; float:left;">1. Heil Dir, o Oldenburg! Heil Deinen Farben! Gott schütz’ dein edles Roß, er segne deine Garben! Heil deinem Fürsten, Heil, der treu dir zugewandt, der dich so gern beglückt, o Vaterland!</poem> <poem style="margin-left:1em; float:left;">2. Ehr’ deine Blümelein, pfleg’ ihre Triebe, blau und rot blühen sie, die Freundschaft und die Liebe. Wie deine Eichen stark, wie frei des Meeres Flut,

sei deutscher Männer Kraft dein höchstes Gut.<ref>Heil dir, o Oldenburg : Oldenburgische Volkshymne von Cäcilie, Großherzogin von Oldenburg. Oldenburg 1900.</ref></poem>

Nach der Abdankung des Großherzogs Friedrich August im Jahre 1918 wurde im Wesentlichen das Wort „Fürsten“ durch „Volke“ ersetzt und der Text sinngemäß verändert.

Bereits vor der Zeit des Nationalsozialismus wurde das Wort „Fürsten“ in der ersten Strophe durch „Führer“ ersetzt.<ref>Katholischer Lehrerverband des Deutschen Reiches: Heil dir, o Oldenburg : Lesebuch für das 3. und 4. Schuljahr. Katholischer Lehrerverband des Deutschen Reiches, Dortmund (ca. 1927).</ref>

Oldenburg-Lied (Vorschlag des Ollnborger Kring (1929)) <poem style="margin-left:2em; float:left;">1. Heil Dir, o Oldenburg! Heil Deinen Farben! Gott schütz dein edles Roß, er segne deine Garben! Wie deine Eichen stark, wie frei des Meeres Flut, sei deutscher Männerkraft dein höchstes Gut!</poem> <poem style="margin-left:1em; float:left;">2. Ehr’ deine Blümelein, pfleg’ ihre Triebe, blau und rot blühen sie, die Freundschaft und die Liebe. Schleudert den fremden Kiel der Sturm an deinen Strand, birgt ihn der Lotsen Schar mit treuer Hand.</poem> <poem style="margin-left:1em; float:left;">3. Wer deinem Herde naht, fühlt augenblicklich, daß er hier heimisch ist, er preiset sich so glücklich: Führt ihn sein Wanderstab auch alle Länder durch, du bleibst sein liebstes Land,

mein Oldenburg!<ref name="Friedl">Hans Friedl: Heil dir, o Oldenburg. Ausgewählte Materialien zur Geschichte des Oldenburg-Liedes. Herausgegeben von der Oldenburgischen Landschaft, Oldenburg 1993, ISBN 3-89442-140-1.</ref></poem>

Heil dir, o Oldenburg (Vorschlag der Oldenburgischen Landschaft 1980, nach Hermann Bitter (1893–1980)) <poem style="margin-left:2em; float:left;">1. Heil dir, o Oldenburg! Heil deinen Farben! Gott schütz’ dein edles Roß, Er segne deine Garben! Heil deinem Volke, Heil! Das treu dir zugewandt, Das du so hoch beglückst, Mein Vaterland!</poem> <poem style="margin-left:1em; float:left;">2. Ehr’ deine Blümelein, Pfleg’ ihre Triebe, Sie blühen blau und rot, Die Freundschaft und die Liebe. Wie deine Eichen stark, Wie frei des Meeres Flut, Sei freier Menschen Kraft Dein höchstes Gut!</poem> <poem style="margin-left:1em; float:left;">3. Wer deinem Herde naht, Fühlt augenblicklich, Daß er hier heimisch ist, Er preiset sich so glücklich. Führt ihn sein Wanderstab Auch alle Länder durch, Du bleibst sein liebstes Land,

Mein Oldenburg!<ref name="Friedl" /></poem>

Heute wird meist eine dreistrophige Version gesungen, die aus Versen der originalen vier Strophen zusammengesetzt ist.

Die zweite Strophe wurde im Jahr 2015 geändert. Statt, wie bisher „freier Männer Kraft“, schlägt die Oldenburgische Landschaft vor, „freier Menschen Kraft“ zu singen.<ref>Oldenburgische Landschaft: Liedtafel zu „Heil Dir, o Oldenburg“, 2015</ref>

Melodie

<score sound raw> % Quelle: https://digital.lb-oldenburg.de/ihd/content/titleinfo/332224 % einschließlich der merkwürdiger Dynamik dort. \header { tagline = ##f } %\paper { #(set-paper-size "a4") } \layout { indent = 0 \context { \Score \remove "Bar_number_engraver" } }

global = { \key a \major \time 4/4 }

soprano = \relative c { \global

 a2\f a4 a\< | cis4. b8\> a2\! \breathe | e'4.\< (a8) gis ([fis]) e\> (d)\! | cis4. (d8) b2 |
 a2\mf a4 a | cis4._">" b8 a4 \breathe cis | b8 ([dis]) e\< (fis) gis4. fis8\> | fis2 e\! |
 d!2\p b4 fis' | e4._"<" cis8\> cis4\! \breathe e\mf | a_">" fis e dis | e1\< |
 e2\f cis4 a'_">" | gis4. fis8 fis4 \breathe d | cis2\< b\> | a2. r4\! \bar "|."

}

alto = \relative c { \global

 a2 e4 e | a4. gis8 a2 | cis4. (e8) e [d] cis b | a4. (b8) g2 |
 a2 a4 a | gis4. gis8 a4 a8 ais | b4 e e4. dis?8 | dis2 b |
 b2 gis4 d' | cis4. cis8 cis4 b | a a gis fis | gis2 (b4 d?) |
 cis2 cis4 e | e4. d8 d4 b | a2 gis | a2. r4 \bar "|."

}

tenor = \relative c { \global

 a2 cis4 cis | e4. d8 cis2 | a' a4 a8 fis | e2 e |
 a2 fis4 fis gis eis? fis fis | fis gis8 ais b4. a8 | a2 gis |
 gis2 b4 b | cis4. a8 a4 b | cis cis b b | b1 |
 a2 a4 a | a4. a8 a4 fis | e2 e4 (d) | cis2. r4 \bar "|."

}

bass = \relative c { \global

 a2 cis4 a | <e e'>4. <e e'>8 a2 | a4. (cis8) d4 d | e2 e |
 a2 fis4 fis | eis cis fis fis8 e | dis4 cis b4. b8 | b2 e |
 e2 e4 gis | a4. a,8 a4 gis | fis a b b | e2 (gis) |
 a2 a,4 cis | d4. d8 d4 d | e2 <e e,> | a,2. r4 \bar "|."

}

verse = \lyricmode {

 Heil dir, o Ol -- den -- burg! Heil dei -- nen Far -- ben!
 Gott schütz’ dein ed -- les Ross, er seg -- ne dei -- ne Gar -- ben!
 Heil dei -- nem Für -- sten, Heil, der treu dir zu -- ge -- wandt,
 der dich so gern be -- glückt, o Va -- ter -- land!

}

\score {

 \new ChoirStaff <<
   \new Staff \with { midiInstrument = "brass section" \consists "Merge_rests_engraver" }
   <<
     \new Voice = "soprano" { \voiceOne \soprano }
     \new Voice = "alto" { \voiceTwo \alto }
   >>
   \new Lyrics \with { \override VerticalAxisGroup #'staff-affinity = #CENTER }
     \lyricsto "soprano" \verse
     \new Staff \with { midiInstrument = "brass section" \consists "Merge_rests_engraver" }
   <<
     \clef bass
     \new Voice = "tenor" { \voiceOne \tenor }
     \new Voice = "bass" { \voiceTwo \bass }
   >>
 >>
 \layout { }
 \midi { \tempo 4=105 }

} </score> Quelle<ref>„Heil dir, o Oldenburg!“: Oldenburgische Volkshymne / von Cäcilie, Großherzogin von Oldenburg. Für Männerchor gesetzt von G. Götze. [Text: v. Kobbe] (1900)</ref>

Literatur

  • Erhard Brüchert: „Braucht Oldenburg ein Heimatlied?“ In: Nordwest-Heimat, Beilage der Nordwest-Zeitung, 17. März 2012.
  • Ursula Maria Schute: „Heil Dir, o Oldenburg“. In: Das Land Oldenburg. Mitteilungsblatt der Oldenburgischen Landschaft, Nr. 103, II. Quartal 1999.
  • Hans Friedl: Heil dir, o Oldenburg. Ausgewählte Materialien zur Geschichte des Oldenburg-Liedes. Herausgegeben von der Oldenburgischen Landschaft, Oldenburg 1993, ISBN 3-89442-140-1.
  • Richard Tantzen: „Zur Geschichte des Oldenburg-Liedes“. In: Oldenburger Jahrbuch Bd. 63, Oldenburg 1964.
  • Katholischer Lehrerverband des Deutschen Reiches: „Heil dir, o Oldenburg“ in Lesebuch für das 3. und 4. Schuljahr. Katholischer Lehrerverband des Deutschen Reiches, Dortmund (ca. 1927).
  • Hans Jürgen Hansen: Heil Dir im Siegerkranz – Die Hymnen der Deutschen. Stalling-Verlag, Oldenburg/Hamburg 1978, ISBN 3-7979-1950-6.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />