Notice: Unexpected clearActionName after getActionName already called in /var/www/html/includes/context/RequestContext.php on line 338
Harry Haft – Wikipedia Zum Inhalt springen

Harry Haft

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Hertzka Haft)

Harry Haft (* 28. Juli 1925 in Bełchatów, Polen<ref name="einestages">Benjamin Knaack: Boxen auf Leben und Tod. einestages vom 9. Juni 2009, abgerufen am 27. November 2009.</ref>; † 3. November 2007 in Pembroke Pines, Florida, USA; ursprünglich Hercka Haft, auch Hertzko Haft, später auch Herschel Haft; nach dem Zweiten Weltkrieg evtl. auch vorübergehend Moses Friedler) war ein Profiboxer<ref>Harry Haft. Boxrec Encyclopaedia, abgerufen am 27. November 2009 (englisch)</ref> und Überlebender des KZ Auschwitz.

Leben

Als 14-Jähriger erlebte Harry Haft im September 1939 den Einmarsch der Wehrmacht in Polen. Zwei Jahre später wurde er, weil er Jude war, nach Auschwitz deportiert. Wegen seiner kräftigen Statur bildete ihn dort ein SS-Aufseher zum Boxer aus, und er musste vor den Wachmannschaften an Schaukämpfen – buchstäblich – auf Leben und Tod teilnehmen: Der Verlierer wurde unmittelbar von den Nationalsozialisten ermordet. Die Kämpfe fanden im Konzentrationslager Jaworzno statt, das in einer Kohlengrube nördlich von Auschwitz lag. Nach 76 Kämpfen in diesem Konzentrationslager wurde das Lager in Jaworzno wegen der heranrückenden Roten Armee aufgelöst und die Häftlinge auf Todesmärsche geschickt. Erst im April 1945 gelang es Haft zu fliehen. Dabei tötete er einen SS-Offizier und eignete sich dessen Uniform und Papiere an. Aus Furcht, verraten zu werden, erschoss er ein älteres Ehepaar, das ihm zuvor Unterkunft gewährt hatte.<ref name="einestages"/>

1948 wanderte Harry Haft mit Hilfe eines Onkels in die USA aus. Hier verdiente er sich seinen Lebensunterhalt als Preisboxer, diesmal in von der Mafia kontrollierten Schaukämpfen, auch gegen Rocky Marciano.<ref>Johanna Herzing: K.o. im KZ. Deutschlandfunk vom 10. Mai 2009, abgerufen am 27. November 2009.</ref> Als Profiboxer bestritt er 22 Kämpfe, von denen er 14 gewann.<ref>Harry Haft in der BoxRec-DatenbankVorlage:BoxRec ID/Wartung/Wikidata-Kenner verschieden von lokalem KennerVorlage:BoxRec ID/Wartung/Wikidata-Bezeichnung von lokaler Bezeichnung verschieden, abgerufen am 27. November 2009 (englisch)</ref>

Sein ältester Sohn Alan Scott wurde 1950 geboren. Ihm vertraute Harry Haft erst kurz vor seinem Tod seine Lebensgeschichte an, die 2006 mit Hilfe der Fachhistoriker John Radzilowski und Mike Silver in den USA veröffentlicht wurde. Die deutsche Übersetzung Eines Tages werde ich alles erzählen erschien 2009 im Göttinger Verlag Die Werkstatt.

Im April 2007 wurde Haft in die National Jewish Sports Hall of Fame aufgenommen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Inductee Details, Harry Haft (Memento vom 27. Februar 2010 im Internet Archive), abgerufen am 27. November 2009 (englisch)</ref>

Rezeption

Auf der Basis von Hafts Lebensgeschichte gestaltete Reinhard Kleist einen Fortsetzungscomic<ref>Fortsetzungscomic Der Boxer </ref>, der von April bis September 2011 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung veröffentlicht wurde und als Album-Ausgabe<ref>Rezension Carlsen Album auf ComicRadioShow.com Der Boxer</ref> im Mai 2012 beim Hamburger Carlsen Verlag erschien.

Diese Graphic Novel wurde vom Theater Augsburg in Kooperation mit dem Jungen Theater Augsburg zu einer Live-Performance ausgearbeitet. Am 8. November 2015 war die Premiere der Uraufführung, bei der Sebastian Baumgart die Rolle des Sprechers übernahm.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein. auf den Seiten des Theaters Augsburg</ref>

In dem auf seinem Leben basierenden Spielfilm The Survivor (2021) wird Haft von Ben Foster gespielt.

Literatur

  • Alan S. Haft: Eines Tages werde ich alles erzählen. Die Überlebensgeschichte des jüdischen Boxers Hertzko Haft. Verlag Die Werkstatt, Göttingen 2009. ISBN 978-3-89533-638-6.
  • Reinhard Kleist: Der Boxer. Die wahre Geschichte des Hertzko Haft. Carlsen, Hamburg 2012. ISBN 978-3-551-78697-5.

Weblink

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein