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Quecksilber(II)-sulfat – Wikipedia Zum Inhalt springen

Quecksilber(II)-sulfat

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von HgSO4)

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Strukturformel
Quecksilberion Sulfation
Allgemeines
Name Quecksilber(II)-sulfat
Andere Namen
  • Merkurisulfat
  • Schwefelsaures Quecksilberoxyd
Summenformel HgSO4
Kurzbeschreibung

weißer Feststoff<ref name="GESTIS" />

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 231-992-5
ECHA-InfoCard 100.029.083
PubChem 16685312
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 296,68 g·mol−1
Aggregatzustand

fest<ref name="GESTIS" />

Dichte

6,47 g·cm−3<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>

Schmelzpunkt

Zersetzung bei 450 °C<ref name="GESTIS" />

Löslichkeit

Zersetzung in Wasser<ref name="GESTIS" />

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),<ref name="CLP_100.240.785">Nicht explizit in Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP) gelistet, fällt aber mit der angegebenen Kennzeichnung unter den Gruppeneintrag Vorlage:Linktext-Check in der Datenbank ECHA CHEM der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA)Vorlage:Abrufdatum Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.</ref> ggf. erweitert<ref name="GESTIS" />
Gefahrensymbol [[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 300+310+330​‐​314​‐​317​‐​341​‐​373​‐​410
P: 260​‐​273​‐​280​‐​303+361+353​‐​304+340+310​‐​305+351+338<ref name="GESTIS" />
MAK

0,1 mg·m−3<ref name="GESTIS" />

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Quecksilber(II)-sulfat ist eine chemische Verbindung des Schwermetalls Quecksilber mit der Summenformel HgSO4. Beim Erhitzen auf etwa 450 °C oder Einwirkung von energiereichem Licht zersetzt sich der Stoff und bildet elementares Quecksilber und Schwefeloxide. Wie die Verbindung selbst sind diese äußerst giftig und sollten deshalb nicht eingeatmet werden.

Gewinnung und Darstellung

Quecksilber(II)-sulfat kann aus Quecksilber und konzentrierter Schwefelsäure hergestellt werden.<ref>Erwin Riedel: Anorganische Chemie, S. 750.</ref>

<math>\mathrm{Hg + 2 \ H_2SO_4 \rightarrow HgSO_4 + SO_2 + 2 \ H_2O}</math>

Es kann nur aus schwefelsaurer Lösung auskristallisiert werden, da sich in wässriger Lösung schwerlösliches basisches Quecksilbersulfat HgSO4·2 HgO bildet. Dieses ist ein hellgelbes Pulver, das sich an Licht zersetzt und früher in der Pharmazie eingesetzt wurde.

<math>\mathrm{3 \ HgSO_4 + 2 \ H_2O \rightarrow HgSO_4 \cdot 2 \ HgO + 2 \ H_2SO_4}</math>

In wenig Wasser bzw. in einer leicht mit Schwefelsäure angesäuerten Lösung bildet es ein Monohydrat aus HgSO4·H2O.<ref name="Remy">Heinrich Remy: Lehrbuch der Anorganischen Chemie Band II, Seite 640–641, Leipzig 1973, Akademische Verlagsgesellschaft Geest & Portig K.-G.</ref>

Eigenschaften

Quecksilber(II)-sulfat ist ein weißes, nicht brennbares Pulver. Bei seiner Zersetzungstemperatur von 450 °C erglüht es und zerfällt in Quecksilber, Schwefeldioxid und zu einem geringen Teil auch in Schwefeltrioxid. Mit Alkalisulfaten bildet es Doppel- oder Komplexsalze aus, z. B.: K2SO4·3 HgSO4·2 H2O.<ref name="Remy" /> Es kristallisiert in einer orthorhombischen Struktur mit der Raumgruppe Pn21m (Raumgruppen-Nr. 31, Stellung 5)Vorlage:Raumgruppe/31.5 und den Gitterparametern a = 4,778 Å, b = 4,812 Å und c = 6,572 Å.<ref>K. Aurivillius, C. Stålhandske: Reinvestigation of the crystal structures of HgSO4 and CdSO4. In: Zeitschrift für Kristallographie, 153, 1980, S. 121–129, doi:10.1524/zkri.1980.153.14.121.</ref>

Verwendung

Quecksilber(II)-sulfat wird als Katalysator bei der Produktion von Acetaldehyd aus Ethin und Wasser verwendet. Dabei entsteht Methylquecksilber als Nebenprodukt.

In wässriger Lösung wird es als Denigés-Reagenz (benannt nach dem französischen Biochemiker Georges Denigés) zum Nachweis von Isoolefinen und tertiären Alkoholen verwendet, die in Gegenwart von Säure leicht zu Isoolefinen dehydratisiert werden können. Ein positiver Nachweis wird durch einen festen gelben oder roten Niederschlag angezeigt.<ref>Katsuhiko Ichikawa, Koichi Fujita, Osamu Itoh: Relation between Denigés Reaction and Oxymercuration. In: Bulletin of the Institute for Chemical Research, Kyoto University. Band 42, Nr. 4, 25. August 1964, hdl:2433/76026, S. 221–226.</ref><ref>E. M. Marks, D. Lipkin: Reaction of Aliphatic Ethers With Denigès' Reagent. In: The Journal of Organic Chemistry. Band 3, Nr. 6, 1939, S. 598–602, doi:10.1021/jo01223a008.</ref>

Sicherheitshinweise

Quecksilber(II)-sulfat ist sowohl für Tiere, als auch für den Menschen ein giftiger Stoff. Quecksilbersulfat ist ein Umweltgift und darf nicht auf normalem Wege entsorgt werden, da es besonders für Gewässer und deren Bewohner eine Bedrohung darstellt.

Einzelnachweise

<references />