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Holcim

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Holcim Award)
Holcim AG<ref>Internet-Auszug: CHE-100.136.893. Handelsregister des Kantons Zug, abgerufen am 28. September 2021.</ref>

colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | LogoHolcim2021.svg
Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN CH0012214059
Gründung 1912/2001 (Holding)
Sitz Zug, SchweizDatei:Flag of Switzerland within 2to3.svg Schweiz
Leitung Miljan Gutovic (CEO)
Mitarbeiterzahl 65'000 (2024)<ref name="AR_24">Holcim 2024 Annual Report. Abgerufen am 6. Juli 2025.</ref>
Umsatz 26,4 Mrd. CHF (2024)<ref name="AR_24" />
Branche Baustoffe
Website www.holcim.com
Stand: 31. Dezember 2023

Die Holcim AG mit Hauptsitz in Zug in der Schweiz zählt zu den grössten Baustoffproduzenten der Welt. Laut Forbes Global 2000 belegt Holcim Rang 275 unter den grössten börsenorientierten Unternehmen der Welt (Stand 2024).<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Forbes Global 2000.] , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 31. Oktober 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

Der Name Holcim leitet sich aus dem früheren Unternehmensnamen Holderbank (nach dem gleichnamigen Ort) und vom französischen Substantiv ciments für Zement ab. Nach der Fusion mit Lafarge im Jahr 2016 hiess der Konzern vorübergehend LafargeHolcim. Im Jahr 2021 wurde der Konzern wieder in Holcim umbenannt.

Geschichte

Gründung und Expansion

Datei:Ciment Portland Tourah 1927.jpg
Aktienmuster der Société Egyptienne Ciment Portland Tourah-Le Caire aus dem Jahr 1927 mit Unterschrift von Ernst Schmidheiny als Präsident. Das von ihm gegründete Zementwerk wurde zum Vorzeigeunternehmen Ägyptens.<ref>Geschäftsbericht 2011 Holcim Ltd. (PDF; 10,8 MB) In: Holcim Ltd. 2011, S. 22–24, abgerufen am 1. Juni 2023.</ref>

Im Dorf Holderbank im Kanton Aargau in der Schweiz wurde das Unternehmen 1912 als Aargauische Portlandcementfabrik Holderbank-Wildegg gegründet.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Kleine Zementgeschichte, Holcim AG (Memento vom 24. September 2015 im Internet Archive) vom 24. März 2010</ref> In den 1920er Jahren – bereits unter dem Firmennamen Holderbank respektive Holderbank Cement und Beton (HCB) bekannt – expandierte es nach Europa und 1927 nach Ägypten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen Beteiligungen im nord- und südamerikanischen Raum hinzu, ab den 1970er Jahren auch solche in Asien. Seit 1958 ist der Konzern börsennotiert.

Von 1996 bis 2003 war die Eternit AG mit Sitz in Niederurnen eine Konzerngesellschaft der Holcim.<ref>Veronika Feller-Vest: Eternit. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 2. März 2007, abgerufen am 14. Februar 2024.</ref> 1997 wurde die Firma Etertub als Tochtergesellschaft der Eternit AG gegründet.<ref name="Etertub">Etertub AG trotz Wirtschaftskrise mit Volldampf in die Zukunft. In: glarus24.ch. 30. Mai 2009, abgerufen am 14. Februar 2024.</ref> Das 1995 gekaufte Unternehmen wurde 2003 an die BA Holding um den Investor Bernhard Alpstaeg, welcher seit Jahren als Mehrheitsaktionär und Leiter der Swisspor-Gruppe amtet, verkauft.<ref>Holcim verkauft die Eternit AG. In: swissinfo.ch. 12. November 2003, abgerufen am 14. Februar 2024.</ref> Bei der Etertub AG erfolgte ein Management-Buy-out.<ref name="Etertub" />

Anfang 2005 übernahm Holcim für insgesamt etwa 3,5 Milliarden Euro die britische Aggregate Industries und die indische ACC-Gruppe. 2005 begann eine strategische Allianz mit Cemento de El Salvador, die 2010 übernommen wurde. Die Familiendynastie Schmidheiny besitzt seit Oktober 2011 mehr als 20 % der Aktien.<ref>Schmidheiny kauft wieder Holcim-Aktien. In: 20 Minuten, 6. Oktober 2011.</ref>

Holcim war 2005, 2006 und 2007 Leader of Industry im Dow Jones Sustainability Index und hat sich verpflichtet, bis 2010 den konzernweiten Ausstoss von Kohlendioxid gegenüber 1990 um 20 Prozent zu senken.

Fusion mit Lafarge

Am 7. April 2014 teilten Holcim und Lafarge mit, einen «Zusammenschluss unter Gleichen durch Aktientausch» anzustreben. Der neue Synergien nutzende Konzern LafargeHolcim hat seinen Sitz in der Schweiz, fast 140'000 Mitarbeiter und über 30 Mrd. Euro Jahresumsatz.<ref>Zementriesen Holcim und Lafarge fusionieren. ORF.at vom 7. April 2014</ref><ref name="fusion"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Zusammenschluss zu LafargeHolcim, des fortschrittlichsten Konzerns der Baustoffbranche. (Memento vom 21. Juli 2015 im Internet Archive) Medienmitteilung vom 7. April 2014 (PDF)</ref> Die Fusion der beiden Unternehmen wurde am 14. Juli 2015 mit der Umbenennung der Holcim Ltd. in LafargeHolcim Ltd. und der zusätzlichen Notierung der Aktien an der Euronext Paris abgeschlossen.<ref name="nzz-118580520">Lafarge-Holcim feiert. In: nzz.ch. 15. Juli 2015, abgerufen am 14. Oktober 2018.</ref>

An der Generalversammlung vom 4. Mai 2021 haben die Aktionäre die beantragte Umfirmierung des Holdingnamens von LafargeHolcim Ltd. in Holcim Ltd. genehmigt. Der neue Holdingname wird mit Eintragung im Handelsregister wirksam. Zudem genehmigten sie die Verlegung des Hauptsitzes von Rapperswil-Jona nach Zug.<ref>Aktionärinnen und Aktionäre genehmigen alle Anträge an der Generalversammlung 2021. (PDF) LafargeHolcim Ltd., 4. Mai 2021, abgerufen am 4. Mai 2021.</ref>

Im Herbst 2021 stieg Holcim aus dem brasilianischen Markt aus und verkaufte für 1,03 Milliarden Dollar ihre Unternehmen an Companhia Siderúrgica Nacional.<ref>Reuters: Holcim: Zementriese stößt Brasilien-Geschäft ab. In: handelsblatt.com. 10. September 2021, abgerufen am 31. Januar 2024.</ref>

Infolge der Sanktionen gegen Russland seit dem Überfall auf die Ukraine kündigte Holcim Ende März 2022 an, aus dem Russland-Geschäft aussteigen zu wollen, und suchte für ihre drei in Russland betriebenen Zementwerke – mit über 1000 Angestellten – einen Käufer.<ref>Eveline Kobler: Wegen Ukraine-Krieg — Holcim beendet Geschäfte in Russland. In: srf.ch. 29. März 2022, abgerufen am 29. März 2022.</ref><ref>Dominik Feldges: Carlsberg, Heineken und Holcim verlassen Russland fluchtartig. In: nzz.ch. 29. März 2022, abgerufen am 29. Januar 2024.</ref> Holcim bestellte 2023 Elektro-Lkw Volvo FH Electric. Die ersten 130 Fahrzeuge werden in den Jahren 2023 und 2024 ausgeliefert, die übrigen der 1000 Fahrzeuge bis 2030.<ref>Andreas Donath: Holcim: Volvo erhält Auftrag über 1.000 Elektro-Lkw. In: golem.de. 23. Mai 2023, abgerufen am 3. Februar 2024.</ref>

Im Januar 2024 kündigte Holcim Pläne an, 100 % seines Nordamerika-Geschäfts auszugliedern<ref>Holcim spin-off of North American business planned for June. In: Reuters. 14. April 2025 (reuters.com [abgerufen am 23. Juni 2025]).</ref>. Am 23. Juni 2025 schloss das Unternehmen diesen Prozess mit der Börsenkotierung von Amrize ab<ref>John Revill: Cement maker Holcim completes $30 billion North American spin-off. In: Reuters. 23. Juni 2025 (reuters.com [abgerufen am 23. Juni 2025]).</ref>. Holcim bleibt weiterhin an der SIX Swiss Exchange gelistet und wird seine Strategie «NextGen Growth 2030» so wie im März 2025 vorgestellt umsetzen. Mit Hauptsitz in der Schweiz und einer Kotierung an der SIX Swiss Exchange nimmt Holcim führende Positionen in Europa, Lateinamerika sowie in Asien, dem Nahen Osten und in Afrika ein<ref>Holcim spin-off of North American business planned for June. In: Reuters. 14. April 2025 (reuters.com [abgerufen am 23. Juni 2025]).</ref>.

Aktionäre

Teilweise unterschiedliche Werte je nach Quelle:<ref>https://www.holcim.com/investors/shareholder-information</ref><ref>https://ch.marketscreener.com/kurs/aktie/HOLCIM-LTD-2956274/unternehmen/</ref><ref>https://www.holcim.com/sites/holcim/files/docs/28022025-finance-holcim-fy-2024-report-full-en.pdf</ref>

Nicht mehr aufgeführt:

Konzernstruktur

Vor der Fusion mit Lafarge war Holcim alleine bereits in mehr als weltweit 70 Ländern tätig.

Unternehmen und Marken

Holcim unterscheidet zwischen «Mitgliedern» (Unternehmen oder Unternehmensgruppen, die zum Konzern gehören) und Marken des Konzerns.<ref>Our brands and members holcim.com, abgerufen am 26. Juni 2024.</ref>

Datei:Holcim Logo.svg
Logo Holcim
Datei:Lafarge (Unternehmen) logo.svg
Logo Lafarge

Unternehmen

  • Aggregate Industries
  • Disensa
  • Elevate
  • Geocycle
  • Holcim
  • Lafarge
  • PRB Group

Marken

  • Aggneo
  • Airium
  • Ductal
  • DYNAMax
  • EcoCycle
  • EcoPact
  • EcoPlanet
  • Hydromedia
  • Tector

Holcim in der Schweiz

Datei:Eclepens-Holcim.jpg
Holcim-Werk in Eclépens (2007)

In der Schweiz kontrolliert Holcim heute mehr als die Hälfte des Zementmarktes und hält bedeutende Anteile im Kies- und Betonmarkt. Das schweizweit älteste Werk des Konzerns in Brunnen wurde im Juni 2008 geschlossen, da zur Verbesserung der Energieeffizienz und zur Einhaltung der neuen Vorgaben der Luftreinhalteverordnung für die nicht mehr zeitgemässe Anlage hohe Investitionskosten angefallen wären.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Medienmitteilung der Holcim (Schweiz) AG (Memento vom 12. Dezember 2011 im Internet Archive), 16. Januar 2008</ref> Für die verbliebenen 44 Mitarbeiter wurde in Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften Syna und Unia ein Sozialplan ausgearbeitet.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Gemeinsame Medienmitteilung der Gewerkschaften Syna, Unia und der Holcim (Schweiz) AG (Memento vom 12. Dezember 2011 im Internet Archive), 15. Februar 2008.</ref>

Holcim in Deutschland

Datei:Holcim-Werk, Dotternhausen im Zollernalbkreis (2019).jpg
Holcim-Werk in Dotternhausen (2019)
Datei:DotternhausenZementwerkFunkturmPlettenberg2018-05-09-12-09-17.jpg
Luftbild des Steinbruchs des Zementwerks Dotternhausen

Deutsche Holcim-Werke befinden sich unter anderem in der Nähe von Hannover in Sehnde-Höver, dem Werk der ehemaligen Nordcement AG (später Alsen AG), in Lägerdorf nördlich von Hamburg,<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />150 Jahre Zementproduktion in Lägerdorf (Memento vom 9. Februar 2019 im Internet Archive)</ref> dem Werk der ehemaligen Alsen-Breitenburg GmbH, sowie seit 2004 im baden-württembergischen Dotternhausen, südwestlich von Balingen, dem Werk der früheren Rohrbach Zement GmbH & Co. KG. Auch die mittlerweile stillgelegte Zementfabrik in Hemmoor der früher börsennotierten Hemmoor Zement AG gehörte seit 1972 zur Holcim-Gruppe.

Daneben unterhält bzw. unterhielt Holcim eine Reihe von Abbaubetrieben für von Bau- und Baustoffindustrie benötigte Rohstoffe, darunter die Schinkel Grube, die Kreidegrube Saturn und die Höver Grube. Im seit 2008<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Holcim Kies und Beton GmbH erwirbt neue Kieswerke und ein Trockensandwerk (Memento vom 28. Juni 2012 im Internet Archive). Pressemitteilung Holcim-Süd. 1. April 2008, abgerufen am 23. August 2012.</ref> zur Gruppe gehörenden Kieswerk in Rheinzabern fällt als Nebenprodukt Gold aus Sekundärablagerungen des Rheins (Rheingold) an. Dieses Werk ist gleichzeitig der einzige offizielle Goldproduzent Deutschlands.<ref>Christoph Seidler: Schatzsucher heben das Rheingold. Spiegel Online, 23. August 2012. Abgerufen am 23. August 2012.</ref>

Kennzahlen

  • Wiederkehrender EBITDA: 6,153 Milliarden CHF
  • Konzerngewinn: 2,072 Milliarden CHF
  • Wertminderungen/Abschreibungen: 3,501 Milliarden CHF
  • Produktionskapazität Zement: 318,4 Millionen t
  • Absatz Zuschlagstoffe: 278,7 Millionen t
  • Absatz Transportbeton: 50,6 Mio. m³

Stand: 31. Dezember 2017<ref name="gb2013" />

Stiftung

Der Baustoffkonzern gründete 2003 die Holcim Foundation for Sustainable Construction, welche im Oktober 2015 in LafargeHolcim Foundation for Sustainable Construction umbenannt wurde. Die Stiftung veranstaltet einen globalen Architekturwettbewerb zum Thema nachhaltigen Bauens (Holcim Awards). Alle drei Jahre werden zunächst in den fünf Weltregionen jeweils drei Architekturprojekte prämiert. Beurteilungskriterien sind Nachhaltigkeit, ökologische und ästhetische Qualität, ethische Anforderungen und Wirtschaftlichkeit. Die 15 Gewinner nehmen anschliessend an der globalen Endausscheidung teil, die erstmals im April 2006 stattfand. Das Preisgeld ist für die Branche ungewöhnlich hoch, es beträgt pro Wettbewerbsrunde insgesamt 2 Millionen US-Dollar. Zu den Preisträgern gehören unter anderem Christoph Ingenhoven, Diébédo Francis Kéré und realities:united. Im Jahr 2021 wurde die Stiftung wieder auf den alten Namen umbenannt.

Startup- und Digitalisierungs-Initiative

Ende 2018/Anfang 2019 startete das Unternehmen die «Plants of Tomorrow»-Initiative, um Automatisierungstechnologie und Robotik, Künstliche Intelligenz, prädiktive Instandhaltung («Predictive Maintenance») und digitale Zwillingstechnologien («Digital Twins») im gesamten Produktionsprozess seiner 270 Werke einsetzen.<ref>LafargeHolcim: «Plants of Tomorrow» Industry 4.0 for cement production. In: lafargeholcim.com. LafargeHolcim, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 13. Juli 2019; abgerufen am 18. Juli 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> LafargeHolcim verspricht sich davon dauerhaft operative Effizienzsteigerung von 15 bis 20 Prozent.<ref>LafargeHolcim: Industrie 4.0 für die Zementproduktion: LafargeHolcim lanciert die «Plants of Tomorrow». (PDF) In: lafargeholcim.com. LafargeHolcim, 9. Juli 2019, abgerufen am 17. Juli 2019.</ref> Im Rahmen der Digitalisierungs-Bestrebungen gründete LafargeHolcim die «LH Maqer»-Plattform als Digital- und Startup-Accelerator. Unter anderem soll LH Maqer Startups Zugang zum Baustoffsektor bieten, um gemeinsam mit dem Konzern Innovationen in grossem Umfang voranzutreiben. Unterhalb der Marke LH Maqer wurden industrie-spezifische Segmente wie der «LH Manufacturing Maqer» gegründet.

Kritik

Im Jahr 2008 wurde Holcim für den Negativpreis Public Eye Award nominiert. Der Grund war das Verhalten der indischen Tochtergesellschaft Associated Cement Companies, die Holcim im Jahr 2005 übernommen hatte. Dem Konzern wurde damals vorgeworfen, sich in Indien nicht an die Mindestlöhne zu halten, zweifelhafte Methoden beim Ankauf von Land anzuwenden und die Preise für Zement in die Höhe zu treiben.<ref>Public Eye Swiss Award (PDF-Datei; 104 kB)</ref>

Holcim wird vorgeworfen, in der Gemeinde Schalkholz in Schleswig-Holstein einen Kiesabbau illegal als Mülldeponie genutzt zu haben. Dort sollen Bauschutt, Teerbrocken und Kunststoffe vergraben worden sein. Holcim hatte geplant, die Kiesgrube dementsprechend zu nutzen, allerdings keine Genehmigung beantragt. Holcim kündigte 2015 gegenüber dem NDR-Magazin Panorama 3 an, die Vorgänge zu prüfen und vorhandene «Fremdmaterialien» zu entfernen.<ref>Jörg Hilbert: Auf der Spur eines Müllskandals. In: NDR.de. 10. Februar 2015, abgerufen am 11. Februar 2015.</ref>

Für Wilkenburg bei Hannover reichte das Unternehmen 2014 einen Antrag auf Kiesabbau im Landschaftsschutzgebiet Obere Leine ein, an dem es seit der Entdeckung des römischen Marschlagers von Wilkenburg im Jahr 2015 im geplanten Abbaugebiet festhält.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Holcim ist weiter am Kiesabbau interessiert (Memento vom 23. August 2017 im Internet Archive) in: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 21. August 2017.</ref> Der Abbau würde die archäologischen Reste des Lagers zerstören. Archäologen des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege möchten die Fundstelle als Forschungsreserve für zukünftig verbesserte Untersuchungsmethoden erhalten.<ref>Römerlager: Region will Kiesabbau genehmigen bei ndr.de vom 2. Februar 2017</ref>

Im Jahr 2016 gab es erste Berichte, wonach Lafarge vor der Fusion mit Holcim in den Jahren 2013 und 2014 Schutzgeld an den Islamischen Staat (IS) gezahlt hatte, um so ein Zementwerk in Syrien vor der Schliessung und eventuellen Einnahme des IS zu schützen.<ref>woz: Lafarge machte angeblich Geschäfte mit dem IS. In: tagesanzeiger.ch. 21. Juni 2016, abgerufen am 9. März 2024.</ref> Das Werk wurde im September 2014 geschlossen und die Mitarbeiter evakuiert. Nach einer internen Untersuchung der Geschehnisse in Syrien gab LafargeHolcim im März 2017 zu, dass in Syrien Gelder an «Dritte» geflossen sind, um den Betrieb aufrechterhalten zu können sowie den Mitarbeitern sicheren Zugang zum Werk zu gewährleisten. Die Empfänger der Gelder seien jedoch nicht mehr genau ermittelbar.<ref>ntv.de, jwu/rts: Empfänger nicht ermittelbar: Lafarge zahlte Schutzgeld in Syrien. In: n-tv.de. 2. März 2017, abgerufen am 10. Februar 2024.</ref> Man gab auch an, dass die getroffenen Massnahmen «nicht akzeptierbar» gewesen seien.<ref>https://www.lafargeholcim.com/sites/lafargeholcim.com/files/atoms/files/03022017-press-lafargeholcim-syria-de.pdf</ref> Im Zusammenhang mit der Syrienaffäre gab LafargeHolcim im April 2017 bekannt, dass Eric Olsen (CEO) im Juli des Jahres das Unternehmen verlassen wird.<ref>https://www.lafargeholcim.com/sites/lafargeholcim.com/files/atoms/files/04242017-press-lafargeholcim-ceo-departure-de.pdf</ref> Im Mai wurde ausserdem bekannt gegeben, dass Jan Jenisch, zuvor CEO der Sika AG, zum 16. Oktober 2017 den Posten als CEO übernimmt.<ref>https://www.lafargeholcim.com/new-ceo-jan-jenisch</ref> Im Oktober 2022 zahlte das Unternehmen wegen der Syrienaffäre eine Strafe von 778 Millionen US-Dollar, nachdem es sich vor einem US-amerikanischen Gericht schuldig bekannt hatte.<ref>Johannes Ritter: Schweizer Zementkonzern Holcim büßt für Terrorfinanzierung. In: FAZ.net. 18. Oktober 2022, abgerufen am 18. Oktober 2022.</ref>

Um gegen den Ausbau des Steinbruchs der Holcim (Schweiz) AG – eine Tochtergesellschaft von LafargeHolcim – auf dem Mormont im Kanton Waadt zu demonstrieren, haben Umweltaktivisten im Oktober 2020 den Mormont mit der ZAD de la colline besetzt.<ref>Die ZAD de la Colline wird geräumt, der deutschschweizer Klimastreik unterstützt mit einer friedlichen Blockade. In: presseportal-schweiz.ch. ClimateStrike, 27. März 2021, abgerufen am 30. März 2021.</ref><ref>Felicie Notter: «Zone à défendre» – Schutzzonen-Besetzung in der Romandie: Die neue Form des Protests. Schweizer Radio und Fernsehen (SRF), 11. Dezember 2020, abgerufen am 30. März 2021.</ref>

Holcim gilt wegen seiner hohen Treibhausgasemissionen als eines der klimaschädlichsten Unternehmen der Welt.<ref>Klaus Ammann: Mitschuld an Hitzewellen - Die klimaschädlichsten Firmen könnten unter Druck geraten. In: srf.ch. 11. September 2025, abgerufen am 11. September 2025.</ref> Im Dezember 2025 liess das Kantonsgericht Zug eine zivilrechtliche Klimaschutz-Klage von vier Bewohnern der indonesischen Insel Pari gegen Holcim zu.<ref>Steffen Wurzel: Klimaschutz: Inselbewohner dürfen gegen Zementkonzern klagen. In: tagesschau.de. 22. Dezember 2025, abgerufen am 22. Dezember 2025.</ref> Die Kläger werfen dem Unternehmen eine Mitverantwortung für den weltweiten Klimawandel vor. Sie verlangen, dass Holcim seinen CO2-Ausstoss reduziert und nötige Klimaanpassungs-Projekte auf der Insel Pari finanziert. Ausserdem fordern sie Schadenersatz in Höhe von umgerechnet rund 15.000 Euro.<ref>Franziska Kring: Vier Indonesier verklagen Zementkonzern Holcim. In: lto.de. 3. September 2025, abgerufen am 22. Dezember 2025.</ref>

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

<references> <ref name="gb2013">Holcim Ltd.: Jahresbericht 2013. (PDF) Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 24. September 2015; abgerufen am 30. April 2014.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.holcim.com</ref> </references>

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