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Industrie- und Handelskammer zu Köln

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Industrie- und Handelskammer zu Köln
Datei:Logo IHK Koeln.svg
Kammer
Organisationsform Körperschaft des öffentlichen Rechts
Gründungsjahr 1797
Sitz Köln, Geschäftsstellen in Bergheim,
Gummersbach und Leverkusen
Homepage https://www.ihk.de/koeln
Präsidentin Nicole Grünewald
Hauptgeschäftsführer Uwe Vetterlein<ref>Kölner Stadt-Anzeiger vom 17. Februar 2021: Suche der IHK Köln beendet. Uwe Vetterlein soll Hauptgeschäftsführer werden, von Hendrik Geisler Corinna Schulz, abgerufen am 23. Februar 2021</ref>
Mitglieder
Zugehörige Rund 150.000
Vollversammlung 92 Mitglieder (plus 14 kooptierte Mitglieder)
Präsidium 1 Präsidentin + 9 Vizepräsidenten
Kennzahlen
Mitarbeiteranzahl 250
Beitragssumme 41,8 Mio. Euro2024
Hebesatz 0,18 %
Bilanzsumme 77,9 Mio. Euro2024
Datei:IHK Köln (3864-66).jpg
Hauptsitz der IHK Köln in Köln, Unter Sachsenhausen 10–26 (2009)

Die Industrie- und Handelskammer zu Köln (IHK Köln) ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und hat die gesetzliche Aufgabe, das Gesamtinteresse der rund 150.000 zugehörigen Gewerbetreibenden und Unternehmen in den kreisfreien Städten Köln und Leverkusen sowie dem Oberbergischen Kreis, dem Rhein-Erft-Kreis und dem Rheinisch-Bergischen Kreis zu vertreten.<ref>Der Bezirk der IHK Köln.</ref>

Sitz

Die IHK Köln hat ihren Hauptsitz in Köln an Unter Sachsenhausen 10–26 und betreibt Geschäftsstellen in Bergheim, Gummersbach und Leverkusen. 2025 ist die IHK Köln wegen der Modernisierung des Hauptgebäudes im Interimsgebäude Unter Sachsenhausen 5-7 ansässig.

Organisation

Vollversammlung

Zu den Hauptaufgaben der Vollversammlung gehören die Festlegung des Wirtschaftsplans und der wirtschaftspolitischen Richtlinien der IHK, die Bildung von Ausschüssen und örtlichen Wirtschaftsgremien sowie die Entscheidung über Änderungen in der IHK-Satzung.

Die Vollversammlung ist das höchste Gremium der IHK Köln – durch das demokratisch legitimierte Votum der Vollversammlung gewinnen die Positionen und Forderungen auf kommunaler, regionaler sowie Landes- und Bundesebene einen besonderen Wert. Das Gremium repräsentiert einen Querschnitt aller Branchen und Geschäftszweige der Wirtschaft im Bezirk der IHK Köln. Es wählt aus den eigenen Reihen das Präsidium.<ref>Die Vollversammlung der IHK Köln - kurz erklärt. In: ihk.de. IHK Köln, 2020, abgerufen am 6. Januar 2023.</ref>

Im Herbst 2024 wurde die aktuelle Vollversammlung mit 92 direkt gewählten Mitgliedern von den Mitgliedsunternehmen gewählt. Im Januar 2025 wurde in der konstituierenden Sitzung der Vollversammlung die Präsidentin und das Präsidium gewählt.

Präsidium

Die IHK wird gemeinsam durch die Präsidentin Nicole Grünewald und den Hauptgeschäftsführer Uwe Vetterlein vertreten.<ref>Das Präsidium der IHK Köln. In: ihk.de. IHK Köln, 2020, abgerufen am 6. Januar 2023.</ref> Das Präsidium besteht aus der Präsidentin und den neun Vizepräsidenten Stefan Bisanz, Mike Gahn, Tina Gerfer, Mariska Hoffmann, Petra Mayer, Michael Metten, Hendrik Pilatzki, Elmar Schuhmacher und Hilmar Wisplinghoff.

Hauptgeschäftsführer

Am 8. März 2021 wurde Uwe Vetterlein von der Vollversammlung als Hauptgeschäftsführer bestellt.<ref>Kölner Stadt-Anzeiger vom 17. Februar 2021: Suche der IHK Köln beendet. Uwe Vetterlein soll Hauptgeschäftsführer werden, von Hendrik Geisler und Corinna Schulz, abgerufen am 22. Februar 2021</ref> Zuvor war er bereits Hauptgeschäftsführer der IHK Darmstadt. Seit dem 1. September 2021 ist er offiziell als Hauptgeschäftsführer der IHK Köln im Amt.<ref>report-K Kölner Wirtschaft vom 1. September 2021: IHK Köln. Neuer Hauptgeschäftsführer nimmt Arbeit auf, abgerufen am 2. September 2021</ref> Im Dezember 2023 wurde sein Vertrag vom Präsidium um zweieinhalb Jahre bis 2028 verlängert.<ref>Vollversammlung der Kammer - Kölner IHK-Spitze will mit Arbeiten vor Baugenehmigung starten, von Thorsten Breitkopf und Corinna Schulz. In: Kölner Stadt-Anzeiger Wirtschaft vom 5. Dezember 2023, abgerufen am 2. Juni 2024</ref>

Geschäftsfelder

Die IHK Köln gliedert ihre Aufgaben neben zwei Querschnittsbereichen "Organisation, Personal und Finanzen" sowie "Marketing, Veranstaltungen und Vertrieb" in die drei Geschäftsfelder: „Wirtschaft und Politik“, „Beratung und Service“ sowie „Aus- und Weiterbildung“.<ref>Organigramm der IHK Köln. In: ihk.de. IHK Köln, 2022, abgerufen am 23. August 2023.</ref>

Aus- und Weiterbildung

Datei:IHK Köln Medaille 1986 Berufsausbildung.jpg
Medaille der IHK zu Köln (1986) für Verdienste um die Berufsbildung, verliehen an Gerhard Hund

Im Bereich Aus- und Weiterbildung sind die Themen Prüfungswesen und Bildungsrecht, Ausbildung, Weiterbildung sowie die Fachkräftesicherung gebündelt.

Wirtschaft und Politik

Themen des Geschäftsbereichs „Wirtschaft und Politik“ sind Wirtschaftspolitik, Stadt und Raum sowie Energie, Nachhaltigkeit und Transformation.

Beratung und Service

Im Geschäftsbereich Beratung und Service sind Unternehmensservices, der Bereich International sowie gewerberechtliche Themen zusammengefasst.

Gremien

Zur Vorbereitung der politischen Positionen der Vollversammlung und um einen Interessenausgleich verschiedener Mitgliedsgruppen zu ermöglichen, gibt es verschiedene Gremien in der IHK Köln. Das sind die politischen Ausschüsse Digitales & Innovation, Stadt- & Regionalentwicklung, Internationales, Mobilität, Rechts- & Steuerpolitik, Umwelt & Energie sowie Wirtschaftspolitik. Als Fachausschüsse tagen der Berufsbildungsausschuss und der Sachverständigenausschuss. Dazu existieren diverse Branchengremien, Arbeitskreise und in der Region die Beratenden Versammlungen und Wirtschaftsgremien.<ref>Die Ausschuss-Struktur der IHK Köln. In: IHK Köln. IHK Köln, 8. Dezember 2022, abgerufen am 11. Dezember 2023.</ref>

Geschäftsstellen

Zur Betreuung der Unternehmen und Betriebe vor Ort ist die IHK Köln mit drei Geschäftsstellen in Gummersbach<ref>Geschäftsstelle Oberberg. In: ihk.de. IHK Köln, 2020, abgerufen am 6. Januar 2023.</ref> (für den Oberbergischen Kreis), in Leverkusen<ref>Geschäftsstelle Leverkusen Rhein-Berg. In: ihk.de. IHK Köln, 2020, abgerufen am 6. Januar 2023.</ref> (für die kreisfreie Stadt Leverkusen und den Rheinisch-Bergischen Kreis) sowie in Bergheim<ref>Geschäftsstelle Rhein-Erft. In: ihk.de. IHK Köln, 2020, abgerufen am 6. Januar 2023.</ref> (für den Rhein-Erft-Kreis) präsent.

Geschäftszahlen 2024

Die IHK Köln verfügt über Betriebserträge von 55,5 Millionen Euro, die überwiegend durch Mitgliedsbeiträge entstehen. Der Grundbeitrag liegt zwischen 35 Euro und 2.350 Euro pro Unternehmen. Unternehmen, die nicht im Handelsregister eingetragen sind und weniger als 5.200 Euro Gewinn pro Jahr erzielen, sind vom Beitrag befreit. Im Übrigen wird für die Mitgliedsunternehmen eine Umlage von 0,18 Prozent des Gewerbeertrages erhoben.<ref>IHK Köln: Unsere Finanzdaten auf einen Blick. </ref>

Gesetzliche Mitgliedschaft

In Deutschland sind alle Unternehmen – ausgenommen Handwerksbetriebe, Freie Berufe und landwirtschaftliche Betriebe – gesetzlich zu einer standortabhängigen Mitgliedschaft in der IHK verpflichtet.<ref>Einige Fakten rund um die DIHK. Abgerufen am 6. Januar 2023.</ref> Die gesetzlichen Rahmenbedingungen werden vom Bundesgesetz, den ergänzenden Landesgesetzen sowie der jeweiligen IHK-Satzungen vorgegeben.<ref>Rechtsgrundlagen. In: ihk.de. IHK Köln, 2020, abgerufen am 6. Januar 2023.</ref>

Das Bundesverfassungsgericht bestätigte im Beschluss vom 7. Dezember 2001<ref>1 Senat Bundesverfassungsgericht: Bundesverfassungsgericht - Entscheidungen - Schutzbereich von GG Art 9 Abs 1 nicht berührt - Zulässigkeit von Zwangsverbänden zur Erfüllung öffentlicher Aufgaben. 7. Dezember 2001, abgerufen am 6. Januar 2023.</ref> die Zulässigkeit der Pflichtmitgliedschaft in Industrie- und Handelskammern. Die Vereinigungsfreiheit des Art. 9 Abs. 1 GG schütze nicht vor einer gesetzlich angeordneten Eingliederung in eine öffentlich-rechtliche Körperschaft. Aus verfassungsrechtlicher Sicht sei nicht zu beanstanden, dass der Gesetzgeber weiterhin von der Erfüllung öffentlicher Aufgaben durch die Industrie- und Handelskammern ausgeht.<ref>Bundesverfassungsgericht - Presse - Zur IHK-Zwangsmitgliedschaft. Abgerufen am 6. Januar 2023.</ref>

Geschichte

Datei:Cologne Germany Kaufmanns-Gehilfenbrief-IHK-Köln-Frontside-01.jpg
Kaufmanns-Gehilfenbrief der IHK Köln aus dem Jahr 1951

Die Geschichte der IHK Köln begann mit der Gründung des sogenannten Handelsvorstands am 8. November 1797 in Köln. 1794 hatte die Geschichte der Stadt Köln als freie Reichsstadt mit dem Einzug der französischen Truppen geendet; ab 1801 gehörten die Stadt und das gesamte Rheinland zur französischen Republik. In Frankreich wurden nach einer Anordnung von Napoleon I. im Jahr 1802 die ersten Handelskammern errichtet – die Chambre de Commerce in Köln war 1803 die erste Kammer, die auf späterem preußischem beziehungsweise deutschem Gebiet errichtet wurde und in die der Handelsvorstand aufging. Die IHK Köln ist somit die älteste kontinuierlich bestehende deutsche Handelskammer.

Der Bezirk der Handelskammer wurde 1891 um den Landkreis Köln erweitert. Im Zuge der Eingemeindung der Stadt Mülheim am Rhein wurde am 1. April 1914 die Handelskammer Mülheim am Rhein aufgelöst und fusionierte am 27. Mai 1914 mit der IHK Köln.<ref>Geschichte der IHK Köln. 2020, abgerufen am 6. Januar 2023.</ref> Mit den Gebieten im links- und rechtsrheinischen Teil von Köln war die IHK Bonn von 1934 bis 1945 Bestandteil der IHK Köln – 1943 wurde der heutige Oberbergische Kreis aufgenommen und 1977 kam Leverkusen hinzu. Aufgrund der kontinuierlichen Ausweitung der Organisation der IHK Köln unterstützten immer mehr Unternehmen die Arbeit – die bedeutendsten Unternehmer wurden zu Präsidenten ernannt. Allmählich genügte ausschließlich ehrenamtliches Engagement der Unternehmer nicht mehr. 1862 wurde Hermann Weibezahn zum ersten hauptamtlichen Syndikus, heute Hauptgeschäftsführer, ernannt.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde die IHK Köln 1933 gleichgeschaltet und Präsident sowie der Hauptgeschäftsführer ausgetauscht. Die Selbstverwaltung der Wirtschaft wurde abgeschafft und das Führerprinzip eingeführt: Der Präsident wurde ernannt und ernannte seinerseits die Kammermitglieder. 1943 erfolgte eine reichsweite Auflösung der Industrie- und Handelskammern; sie wurden durch die Gauwirtschaftskammern (hier die Gauwirtschaftskammer Köln-Aachen) ersetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm die IHK Köln die Tätigkeit am 25. Mai 1945 wieder auf; die Mitgliederversammlung tagte ab dem 5. Mai 1947 wieder. Die IHK Köln saß seit 1932 an der Anschrift Unter Sachsenhausen 4, das Gebäude ging im Juni 1943 im Bombenhagel unter. Ein neues Gebäude, entworfen vom Architekten Karl Hell,<ref>Wolfram Hagspiel, Hiltrud Kier: Köln. Architektur der 50er Jahre. In: Stadt Köln (Hrsg.): Stadtspuren – Denkmäler in Köln. Band 6. J.P. Bachem, Köln 1986, ISBN 3-7616-0858-6, S. 45 (Mit historischen Aufnahmen und neuen Fotos von Dorothea Heiermann).</ref> wurde an Unter Sachsenhausen 10-26 errichtet und am 4. Februar 1952 feierlich eingeweiht, da an dem bisherigen Standort die Nord-Süd-Fahrt geplant wurde. Die Aufgaben der IHK Köln erweiterten sich zunehmend. Mit dem IHK-Gesetz von 1956 fanden die IHKs endgültig ihre rechtliche Grundlage. Nach der Wiedervereinigung half die IHK Köln mit, IHKs in den neuen Ländern aufzubauen.<ref>Geschichte der IHK Köln. In: ihk.de. IHK Köln, 2020, abgerufen am 6. Januar 2023.</ref>

2019 fasste die Vollversammlung den Beschluss zum Erwerb und Bezug eines Lofthauses an der Schanzenstraße im Kölner Stadtteil Mülheim für einen Betrag von rund 39 Millionen Euro, da die Sanierung des alten Hauptsitzes Unter Sachsenhausen mit rund 57 Millionen Euro teurer ausfallen würde. Der Kammerumzug war für 2022 geplant.<ref>Kölner Stadt-Anzeiger vom 9. Oktober 2019, „Kalkulation bestätigt Beschluss zum Umzug der IHK Köln ist wirksam“. Abgerufen am 1. Mai 2021.</ref> 2021 hat die Vollversammlung der IHK Köln beschlossen, sich wieder von dem Lofthaus zu trennen, weil es als IHK-Gebäude nicht geeignet war.<ref>IHK Köln: IHK Köln bleibt am Standort. </ref><ref>Ralf Arenz: Zentrale in Köln-Mülheim: IHK verabschiedet sich vom Lofthaus. 20. September 2021, abgerufen am 17. September 2025.</ref> Ein Anforderungsprofil und darauf aufbauend ein Raum- und Nutzungskonzept für ein zukünftiges Gebäude der IHK Köln wurde erstellt.<ref>Die IHK Köln der Zukunft: Einblicke und Ausblicke. Abgerufen am 2. Dezember 2022.</ref>

Auf der Grundlage des Raum- und Nutzungskonzepts hat die Vollversammlung der IHK Köln im Dezember 2022 einen Grundsatzbeschluss zur Modernisierung und Weiterentwicklung des Bestandsgebäudes Unter Sachsenhausen 10-26 getroffen. Für den Zeitraum der Baumaßnahme ist die IHK Köln Ende 2024 in ein Interimsquartier Unter Sachsenhausen 5-7 umgezogen. Die Fertigstellung der Modernisierung ist für 2028 geplant.<ref>Protokoll der Vollversammlung der IHK Köln vom 8. Dezember 2022. In: IHK Köln. 8. Dezember 2022, abgerufen am 11. Dezember 2023.</ref>

Persönlichkeiten

Präsidenten

Literatur

  • Mathieu Schwann: Geschichte der Kölner Handelskammer. Neubner, Köln 1906.
  • Hermann Kellenbenz, Klara van Eyll: Die Geschichte der unternehmerischen Selbstverwaltung in Köln 1797–1914. Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv, Köln 1972, ISBN 3-933025-00-1.
  • Klara van Eyll, Friedrich W. Henning, Günther Schulz, Ulrich S. Soénius, Jürgen Weise: Die Geschichte der unternehmerischen Selbstverwaltung in Köln 1914–1997. Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv, Köln 1997, ISBN 3-933025-01-X.

Weblinks

Commons: Industrie- und Handelskammer zu Köln – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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Koordinaten: 50° 56′ 34,1″ N, 6° 57′ 4,1″ O

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