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Taur Matan Ruak

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(Weitergeleitet von José Maria Vasconcelos)
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Taur Matan Ruak (2023)
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Taur Matan Ruak (2018)

Taur Matan Ruak (tetum für „Zwei scharfe Augen“, portugiesischer Name: José Maria Vasconcelos, * 10. Oktober 1956 in Osso Huna, Verwaltungsamt Baguia, Gemeinde Baucau/Portugiesisch-Timor) war von 2012 bis 2017 Präsident Osttimors. Bis zum 6. Oktober 2011 war er der militärische Oberbefehlshaber der Verteidigungskräfte Osttimors im Range eines Generalmajors. Davor war er der letzte Kommandant der FALINTIL, des militärischen Arms des osttimoresischen Widerstands gegen die indonesische Besatzung (1975–1999).

Seit dem 20. Mai 2017 ist Taur Matan Ruak Vorsitzender der Partidu Libertasaun Popular (PLP) und war vom 22. Juni 2018 bis 30. Juni 2023 Premierminister Osttimors. Im Juni 2020 übernahm er bis 2023 zusätzlich das Amt des Innenministers.

Werdegang

Kolonialzeit

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Die Pousada de Baucau (1970)

Taur Matan Ruak wurde in Osso Huna, nahe dem Ort Baguia, im Osten der damaligen Kolonie Portugiesisch-Timor geboren. 1960 zog Taur Matan Ruak mit seinem Onkel nach Dili, wo er von 1963 bis 1968 die Grundschule besuchte.<ref name="Infopress">Infopress: Timor-Leste: PR Taur Matan Ruak termina mandato mas deve candidatar-se a PM , 17. März 2017, abgerufen am 17. März 2017.</ref>

In Baucau bekam Taur Matan Ruak 1971 im Alter von 15 Jahren eine Anstellung in der Pousada de Baucau. Nur 18 Monate später organisierte er den ersten Streik der Hotelmitarbeiter gegen ungerechte Arbeitsverhältnisse. Ruak verlangte Gehaltserhöhungen, bessere Verpflegung und Respekt gegenüber den Angestellten. Seine Ziele erreichte er nicht. Taur Matan Ruak führt dies darauf zurück, dass das Gericht in Dili Partei für die Arbeitgeber ergriffen hatte.<ref name="Infopress" />

Anfang 1973 erhielt Taur Matan Ruak eine Anstellung im Hotel Resende in Dili. Auch hier organisierte er 1974 einen Streik gegen die Arbeitsbedingungen. Auch dieser Streit endete erfolglos vor dem Gericht in Dili.<ref name="Infopress" /> In dieser Zeit kämpften auch andere Persönlichkeiten, die später eine Rolle in der Politik spielten, für die Arbeiterrechte, so José Ramos-Horta und Xanana Gusmão.

Nach der Nelkenrevolution in Portugal 1974 begann der Entkolonisierungsprozess. Nach einem kurzen Bürgerkrieg setzte sich die linksorientierte FRETILIN durch und begann mit dem Aufbau einer Verwaltung. Taur Matan Ruak schloss sich in dieser Zeit der FRETILIN an. Am 28. November rief die Führung der FRETILIN die Unabhängigkeit Osttimors von der Kolonialmacht Portugal aus.

Besatzungszeit

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Die Höhle am Foho Susugua in Namanei diente Taur Matan Ruak als Unterschlupf
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Taur Matan Ruak bei der 25-Jahr-Feier der FALINTIL (2000)

Nach der Eroberung Dilis durch Indonesien am 7. Dezember 1975, neun Tage nach der Ausrufung der Unabhängigkeit, ging Taur Matan Ruak als Mitglied der FALINTIL in die Berge zum Kampf gegen die Invasoren. Damals war die FALINTIL noch die Parteiarmee der FRETILIN. Als Kämpfer der FALINTIL war Taur Matan Ruak an Gefechten mit der indonesischen Armee in Dili, Aileu, Maubisse, Ossu, Venilale, Uato-Lari und schließlich Laga beteiligt. Ende 1976 erhielt Taur Matan Ruak sein erstes Kommando. Er wurde Chef für den Sektor Centro-Leste mit Zentrum in Venilale.<ref name="Infopress" />

Ab 1977 begann die indonesische Armee gezielt Stützpunkte der FALINTIL zu zerstören. Am 22. November 1978 fiel die letzte Widerstandsbasis am Matebian. Taur Matan Ruak war unter den Kämpfern, die Xanana Gusmão am Tag darauf am Monte Legumau wieder versammelte, um den Guerillakrieg neu zu organisieren. Im Dezember 1978 kam der Chef der Bewegung Nicolau dos Reis Lobato bei Kämpfen mit der indonesischen Armee ums Leben. Gusmão wurde zum neuen Chef der FALINTIL und führte den Hauptwiderstand im Zentrum Timors, während Taur Matan Ruak in den Osten geschickt wurde, um dort den Guerillakrieg zu führen. Während Taur Matan Ruak nach FALINTIL-Überlebenden der Vernichtungsaktion der indonesischen Armee (ABRI) suchte, wurde er am 31. März 1979 von Soldaten der Indonesier in Ossu gefangen genommen. 23 Tage später gelang Taur Matan Ruak die Flucht. Ein Begleiter von ihm, der nicht fliehen konnte, wurde später in Uato-Lari hingerichtet.<ref name="Infopress" /><ref name="CAVR7.2"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />„Chapter 7.2 Unlawful Killings and Enforced Disappearances“ (Memento vom 5. November 2013 im Internet Archive) (PDF; 2,5 MB) aus dem „Chega!“-Report der CAVR (englisch).</ref>

Im März 1981 wurde Taur Matan Ruak zum Assistenten des FALINTIL-Oberbefehlshabers Xanana Gusmão und zuständig für die Operationen im Ost- und später im Zentralsektor. 1983 übernahm Taur Matan Ruak die strategische Planung von Kommandooperationen im Ponta-Leste-Sektor, dem östlichsten Teil Timors. Zwischen 1984 und 1986 diente er als Militärberater für Kommandooperationen im Westsektor. 1985 wurde Taur Matan Ruak zum stellvertretenden FALINTIL-Oberbefehlshaber ernannt und nach 1986 zuständig für alle Kommandooperationen in Osttimor. Im November 1992 wurde Gusmão durch die Indonesier gefangen genommen. Ma'huno Bulerek Karathayano übernahm die Führung bis zu seiner Verhaftung 1993, während Taur Matan Ruak zum Chief-of-Staff wurde. Ma'huno wurde 1993 gefangen genommen und sein Nachfolger Nino Konis Santana kam am 11. März 1998 bei einem Unfall um. Nun wurde Taur Matan Ruak zum Kommandeur der FALINTIL.<ref name="Infopress" />

1999 beendete die FALINTIL den bewaffneten Widerstand und am 30. August entschied sich die Bevölkerung Osttimors in einem Referendum für die Unabhängigkeit von Indonesien. Die Vereinten Nationen entsendeten eine internationale Eingreiftruppe (INTERFET), um für Ruhe und Ordnung zu sorgen, nachdem pro-indonesische Milizen die Bevölkerung terrorisierten. Die FALINTIL griff in den Konflikt, entsprechend den Verpflichtungen zum Waffenstillstand, nicht ein. Osttimor kam unter UN-Verwaltung und wurde für die Unabhängigkeit vorbereitet, in die es 2002 entlassen wurde.

Verteidigungskräfte Osttimors

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Generalmajor Taur Matan Ruak (2009)

Bereits am 20. August 2000 wurde die FALINTIL in die neuen Verteidigungskräfte Osttimors umgewandelt. Taur Matan Ruak wurde zum Oberbefehlshaber und Brigadegeneral ernannt. Ab 2009 war Taur Matan Ruak Generalmajor. Anfang 2006 desertierten fast die Hälfte der Streitkräfte, nachdem Beschwerden über ungerechte Behandlung in der Armee erfolglos gewesen waren. Taur Matan Ruak entließ daraufhin die 591 Soldaten, was zu Protesten führte, die später in Gewalt umschlugen. Dies gilt als Auslöser der schwersten Unruhen in Osttimor seit der Unabhängigkeit, in dessen Folge 150.000 Osttimoresen aus ihren Häusern fliehen mussten, über 37 Menschen starben und der Premierminister Marí Alkatiri zurücktreten musste. Der ethnische Konflikt zwischen östlichen und westlichen Osttimoresen trat offen hervor. Die Vereinten Nationen empfahlen in einem Bericht zu den Unruhen von 2006 ein Ermittlungsverfahren gegen Taur Matan Ruak. Er und zwei Minister sollen für die Waffenverteilung an Zivilisten verantwortlich gewesen sein, die gegen die Rebellen eingesetzt wurden. Der Bericht kam zu dem Schluss, dass Taur Matan Ruak versagt habe, die Unruhen zu verhindern. Die Erschießung unbewaffneter Polizisten durch Soldaten am 24. April könne ihm aber nicht zur Last gelegt werden. Die Minister waren noch vor Alkatiri zurückgetreten und 2007 zu Haftstrafen verurteilt worden. Gegen Taur Matan Ruak wurde nicht ermittelt.

Am 2. September 2011 reichte Taur Matan Ruak seinen Abschied von den Streitkräften ein. Er wolle nach über 30 Jahren als Soldat nun endlich Zivilist werden.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Channel News Asia, 2. September 2011, Timor Leste army chief resigns ahead of polls (Memento des Vorlage:IconExternal vom 18. August 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.channelnewsasia.com</ref> Die Amtsübergabe an Generalmajor Lere Anan Timur erfolgte am 6. Oktober.

Staatspräsident

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Taur Matan Ruak bei den Feierlichkeiten zum Unabhängigkeitstag Osttimors 2015 in Oe-Cusse Ambeno

Am 10. Oktober, seinem Geburtstag, kündigte Taur Matan Ruak an, dass er bei den Präsidentschaftswahlen in Osttimor 2012 antreten werde.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Abola, 10. Oktober 2011, Taur Matan Ruak é candidato às próximas presidenciais (Memento vom 11. Oktober 2011 im Internet Archive)</ref> Bei der ersten Runde am 17. März 2012 erhielt er 25,71 % und belegte damit Platz 2 hinter dem FRETILIN-Kandidaten Francisco „Lú-Olo“ Guterres. Die zweite Runde fand am 16. April statt. Dabei gewann Taur Matan Ruak 61,23 % der Stimmen. Am 20. Mai 2012 wurde Taur Matan Ruak zum Staatspräsidenten vereidigt.<ref name="STAE2prov">STAE: Rezultadu Provisorio Total Huosi 13 Distritu. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 13. Januar 2013; abgerufen am 4. Januar 2016.</ref>

Nachdem auch die FRETILIN mit der Regierungsumbildung am 16. Februar 2015 an der Regierung beteiligt wurde, gab es im Nationalparlament Osttimors keine Opposition mehr. Taur Matan Ruak sieht sich spätestens seitdem als korrigierender Gegenpol zu Parlament und Regierung (Zitat: “Since there is no opposition party, the president takes on the role.”). Gegen den Haushaltsplan von 2016 legte er sein Veto ein. Zu viele Großprojekte würden durchgeführt und zu wenig für die Verbesserung der Grundversorgung der Bevölkerung getan; diese Kritik übte zuvor die FRETILIN selbst an der Regierung von CNRT, PD und FM. Das Parlament wies das Veto des Präsidenten einstimmig zurück.<ref name="SEAGlobe">Southeast Asia Globe: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />No end to Timor-Leste’s political infighting, 20. Mai 2016 (Memento vom 23. Mai 2016 im Internet Archive), abgerufen am 23. Mai 2016.</ref><ref>Timor Haunian Doben: @1@2Vorlage:Toter Link/www.timorhauniandoben.comPresidente de Timor-Leste vetou proposta de Orçamento Geral do Estado para 2016, 29. Dezember 2015 (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Januar 2023. Suche im Internet Archive ), abgerufen am 1. März 2016.</ref>

Datei:Besuch des Präsidenten in Irabin de Baixo 22-06-2015 No. 2.jpg
Präsident Taur Matan Ruak beim Besuch in Irabin de Baixo (2015)
Datei:2015-12-11 Samalari (Baucau), CdS Rui Sertório Magno Sequeira und Taur Matan Ruak.jpg
Taur Matan Ruak erhält in Samalari die lokale Kleidung durch den Chefe de Suco überreicht (2016)

Anfang 2016 kam es zum Streit um den militärischen Oberbefehlshaber. Regierung und Parlament schlugen eine Verlängerung der Amtszeit von Lere Anan Timur vor, doch Taur Matan Ruak ernannte als neuen Oberbefehlshaber der Verteidigungskräfte Osttimors (F-FDTL) Filomeno Paixão.<ref>SAPO Notícias: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />PR timorense exonera chefe das Forças de Defesa, nomeia novo comandante, 9. Februar 2016 (Memento vom 23. Mai 2016 im Internet Archive), abgerufen am 1. März 2016.</ref> Von Seiten der Regierung und des Parlaments wurde diese Entscheidung als Verfassungsbruch angesehen. Aus den Reihen der Abgeordneten wurden Rufe nach einem Amtsenthebungsverfahren gegen den Präsidenten laut.<ref>The Age: Impeachment calls heating up in East Timor, 22. Februar 2016, abgerufen am 1. März 2016.</ref> Taur Matan Ruak begründete am 25. Februar in einer Rede vor dem Parlament seine Entscheidung damit, dass es sonst zu einem Beförderungsstau in der F-FDTL gekommen wäre. In derselben Rede warf er den Ex-Premierministern und Parteiführern von CNRT und FRETILIN Xanana Gusmão und Marí Alkatiri vor, dass Verwandte von ihnen bei staatlichen Aufträgen bevorzugt werden würden. Das gleiche Verhalten hätte zum Sturz des indonesischen Diktators Suharto geführt. Auch gegen den FRETILIN-Vorsitzenden Francisco „Lú-Olo“ Guterres erhob Taur Matan Ruak Korruptionsvorwürfe gemacht. Außerdem kritisierte der Präsident die geplanten Großprojekte in Oe-Cusse Ambeno und an der Südküste. Stattdessen sollte mehr Geld zur Steigerung der Lebensqualität der Bevölkerung investiert werden.<ref>Speech By His Excellency The President Of The Republic, Taur Matan Ruak, To National Parliament On The Dismissal Of Major-General Lere Anan Timur, 26. Februar 2016, abgerufen am 1. März 2016.</ref> Das Tribunal de Recurso de Timor-Leste entschied nach einer Beschwerde der Regierung, dass die Entscheidung über den militärischen Oberbefehlshaber „charakteristisch für die politische Funktion der Ausübung der Macht“ des Präsidenten sei, und wies damit die Forderung nach einstweiliger Verfügung gegen die Ernennung Paixãos zurück. Das Gericht könne nicht gegen einen politischen Akt vorgehen, auch wenn er womöglich illegal sei. Daher erklärte sich das Gericht für nicht zuständig.<ref>RTP: Mudança de comando militar timorense está dentro das competências do PR, diz tribunal , 8. März 2016, abgerufen am 8. März 2016.</ref> Am 15. April wurde ein neuer Vorschlag der Regierung veröffentlicht, nach dem neuer Generalstabschef Pedro Klamar Fuik werden sollte. Noch am selben Tag akzeptierte Taur Matan Ruak den Vorschlag, doch war das genaue Prozedere der Amtsübergabe noch nicht beschlossen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Presseerklärung des Präsidenten Osttimors vom 15. April 2016 (Memento vom 16. April 2016 im Internet Archive), abgerufen am 16. April 2016.</ref><ref>SAPO: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Novo comando das forças de Defesa timorenses representa "transição geracional" - PR, 15. April 2016 (Memento vom 23. Mai 2016 im Internet Archive), abgerufen am 17. April 2016.</ref> Da der CNRT der Meinung war, dass die PD den Präsidenten im Konflikt unterstützt habe, kündigte er die Koalition mit ihr auf. Im Parlament wurden die PD-Mitglieder aus dem Präsidium gewählt, die Kabinettsmitglieder der PD erklärten ihren Parteiaustritt.<ref>Timor Agora: Ministro da Educação timorense fica no Governo para garantir "estabilidade governativa", 7. Mai 2016, abgerufen am 8. Mai 2016.</ref>

Taur Matan Ruak gelang es, wie er versprochen hatte, als erster Präsident alle 442 Sucos des Landes in seiner Amtszeit zu besuchen.<ref name="Infopress" /> Laut Matadalan online nutzte Taur Matan Ruak seine Dienstreisen durch das Land, um seine Popularität für die späteren Parlamentswahlen auszubauen.<ref name="Monline" />

Premierminister

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Taur Matan Ruak bei seiner Vereidigung zum Premierminister 2018

Zur im Dezember 2015 neu gegründeten PLP wurde von Beginn an Taur Matan Ruak eine große Nähe nachgesagt. Am 3. März 2017 bestätigte Taur Matan Ruak die bisherigen Vermutungen, dass er bei den Parlamentswahlen in Osttimor am 8. Juli 2017 mit ihr antreten werde, um Premierminister zu werden.<ref>Timor Agora: Taur: “Hau nia Partidu Mak PLP, Prontu Kompete CNRT-Fretilin” , 5. März 2017, abgerufen am 5. März 2017.</ref> Im Dezember zuvor hatte er schon eine weitere Kandidatur bei der zuvor stattfindenden Neuwahl des Präsidenten abgelehnt.<ref name="SEAGlobe" /><ref name="TP">Timor Post: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Adérito Soares Lidera Partidu Libertasaun Popular, 11. Dezember 2015 (Memento vom 21. Dezember 2015 im Internet Archive), abgerufen am 11. Dezember 2015.</ref> Solange er Staatspräsident war, war ihm die politische Arbeit innerhalb einer Partei verwehrt. Nur die Mitgliedschaft in einer Partei war zulässig. Die Amtsübergabe an seinen gewählten Nachfolger Francisco „Lú-Olo“ Guterres fand um Mitternacht am 20. Mai 2017 statt.<ref name="Monline">Matadalan online: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Taur Harii Partidu Tanba Kauza Lei Pensaun Vitalísia, 21. November 2015 (Memento vom 21. Dezember 2015 im Internet Archive), abgerufen am 11. Dezember 2015.</ref> Am Nachmittag wurde Taur Matan Ruak auf dem ersten Nationalkongress der PLP zum Parteivorsitzenden gewählt.<ref>Tatoli (ANTIL): Taur Rekoñese Tama PLP Hanesan Risku, 20. Mai 2017, abgerufen am 20. Mai 2017.</ref>

Bei den Parlamentswahlen in Osttimor 2017 trat Taur Matan Ruak auf Platz 1 der Liste der PLP an<ref>La’o Hamutuk 2017 Timor-Leste Parliamentary Election – List of Parliamentary slates from all parties, abgerufen am 14. Juli 2017.</ref> und zog so als Abgeordneter in das Nationalparlament ein. Er verzichtete dann aber am 6. September auf seinen Sitz zugunsten von Signi Chandrawati Verdial.<ref>Tatoli: Taur Matan Ruak Renunsia Kargu Deputadu, 5. September 2017, abgerufen am 11. September 2017.</ref>

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Taur Matan Ruak (2021)

Bei den Parlamentswahlen 2018 vertrat Taur Matan Ruak die PLP in der Dreierspitze der Aliança para Mudança e Progresso (AMP) und zog auf Platz 2 der AMP-Liste in das Parlament ein.<ref>Wahllisten der Parlamentswahlen 2018</ref> Drei Wochen nach den vorgezogenen Neuwahlen nominierte die AMP Taur Matan Ruak zu ihrem Kandidaten für das Premierministeramt.<ref>e-global.pt: Timor-Leste: Taur Matan Ruak nomeado primeiro ministro timorense, 1. Juni 2018, abgerufen am 5. Juni 2018.</ref> Auf seinen Sitz im Nationalparlament verzichtete Taur Matan Ruak bereits zur ersten Sitzung am 13. Juni.<ref>Tafara: @1@2Vorlage:Toter Link/tafara.tlXanana TMR La Partisipa Iha Plenaria. Fidelis Sira Hakarak Fo Opurtunidade Ba Deputadu Jovens, 13. Juni 2018 (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Januar 2023. Suche im Internet Archive ), abgerufen am 13. Juni 2018.</ref> Am 22. Juni 2018 wurde Taur Matan Ruak zum Premierminister vereidigt und führt die VIII. konstitutionelle Regierung Osttimors. Nachdem diese 2020 mit ihrem Haushaltsplan im Parlament gescheitert war, reichte Taur Matan Ruak am 24. Februar 2020 seinen Rücktritt ein.<ref name="Tatoli2020-02-26">Tatoli: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Prime Minister Taur Resigns, Clearing the Path for New Coalition Government, 26. Februar 2020 (Memento vom 17. April 2022 im Internet Archive), abgerufen am 26. Februar 2020.</ref> Aufgrund der drohenden COVID-19-Pandemie in Osttimor nahm Taur Matan Ruak aber nach Absprache mit Präsident Guterres sein Rücktrittsgesuch am 8. April wieder zurück.<ref>LUSA: Última Hora - Covid-19: PM timorense retira pedido de demissão apresentado a 22 de fevereiro, 8. April 2020, abgerufen am 8. April 2020.</ref>

Es kam zum Wechsel in der Koalition und einem Umbau der Regierung. Der CNRT schied aus und die FRETILIN trat ein. Auch ein Vertreter der PD erhielt einen Posten. Taur Matan Ruak übernahm am 24. Juni 2020 zusätzlich das Amt des Innenministers.<ref>Premierminister Osttimors: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Estrutura orgânica do VIII Governo Constitucional toma de posse completo-re estruturado 2020, 24. Juni 2020 (Memento des Vorlage:IconExternal vom 7. Juni 2023 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.gpm.gov.tl, abgerufen am 25. Juni 2020.</ref>

Bei den Parlamentswahlen 2023 führte Taur Matan Ruak die Liste der PLP an. Die Partei konnte nur noch vier Sitze für sich gewinnen.<ref>La’o Hamutuk: Liste der gewählten Kandidaten 2023.</ref> Gleich in der ersten Sitzung verzichtete Taur Matan Ruak auf seinen Sitz im Parlament.<ref name="Sitzung 2022-06-22">Lusa: Presidente do parlamento timorense pede esforços conjuntos aos líderes políticos, 22. Juni 2023.</ref>

Familie und Sonstiges

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Taur Matan Ruak und seine Frau Isabel da Costa Ferreira (2013)
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Taur Matan Ruak mit seiner Tochter Tamarisa beim ASEAN-Gipfel (2023)

Taur Matan Ruak ist das älteste Kind von António de Vasconcelos und Albertina Amaral. Er hat fünf Schwestern und zwei Brüder.<ref name="Infopress" /> Der Bruder Francisco de Vasconcelos ist seit 2018 für die PLP Abgeordneter im Nationalparlament.<ref>East Information Service: Lista PLP, Taur ho Nia Alin tama Numeru Kiik, 12. Juni 2017, abgerufen am 18. Juli 2018.</ref> Wie der verstorbene Bruder Agostinho de Vasconselos (1970–2014) ist Francisco im Zivilberuf Pastor. Der Cousin Francisco Maria de Vasconcelos war ziviler Stabschef des Präsidenten Francisco Guterres und war Oberhaupt der Protestantischen Kirche in Osttimor (IPTL).

Die Familie ist im Allgemeinen protestantischen Glaubens. Taur Matan Ruak wechselte aber zum katholischen Glauben, als er die Anwältin Isabel da Costa Ferreira heiratete. Sie war bis 2006 Vize-Justizministerin und Beraterin für Menschenrechte der ersten Regierung Alkatiri. Zusammen haben Taur Matan Ruak und Isabel da Costa Ferreira zwei Töchter und einen Sohn.<ref name="TS2011">Tempo Semanal, 14. Juli 2011, Political Earthquake: Major General Taur Matan Ruak to Run for President.</ref> Isabel da Costa Ferreira starb 2023 an Krebs.<ref>SAPO: Morreu mulher do primeiro-ministro timorense, ex-candidata presidencial, 18. Juni 2023, abgerufen am 18. Juni 2023.</ref>

Taur Matan Ruak gehört zur Ethnie der Naueti und spricht Naueti, Makasae (die beiden Hauptsprachen seiner Heimat), Tetum, Portugiesisch und hat sich selbst Englisch beigebracht.<ref name="TS2011" />

Taur Matan Ruak ist Träger des Ordem de Timor-Leste (Collar 2009 und Grand Collar 2017), des Ordem da Guerrilha (2006) und der Medalha Halibur (2008).<ref>dnoticias.pt: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Estanislau da Silva é o novo PM de Timor, 19. Mai 2007 (Memento vom 22. März 2018 im Internet Archive), abgerufen am 22. März 2018.</ref>

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Commons: Taur Matan Ruak – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Belege

Einzelnachweise

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Nicolau dos Reis Lobato (1975–1977) | António Mau Lear Duarte Carvarino (1977–1979) | Marí Bin Amude Alkatiri (2002–2006) | José Ramos-Horta (2006–2007) | Estanislau da Silva (2007) | Xanana Gusmão (2007–2015) | Rui Maria de Araújo (2015–2017) | Marí Bin Amude Alkatiri (2017–2018) | Taur Matan Ruak (2018–2023) | Xanana Gusmão (seit 2023)

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Francisco Xavier do Amaral (1975–1977) | Nicolau dos Reis Lobato (1977–1978) | Xanana Gusmão (2002–2007) | José Ramos-Horta (2007–2012) | Taur Matan Ruak (2012–2017) | Francisco Guterres (2017–2022) | José Ramos-Horta (seit 2022)

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Taur Matan Ruak (2002–2011) | Lere Anan Timur (2011–2022) | Falur Rate Laek (seit 2022)

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Rogério Lobato (20. August 1975 – ?) | Fernando do Carmo (? – 7. Dezember 1975 †) | Nicolau dos Reis Lobato (Mai 1976 – 31. Dezember 1978 †) | Xanana Gusmão (1981 – 20. November 1992) | Ma'huno Bulerek Karathayano (1992 – 5. April 1993) | Nino Konis Santana (April 1993 – 11. März 1998 †) | Taur Matan Ruak (1998 – 1. Februar 2001)

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