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Mucor

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Köpfchenschimmel)

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Mucor
Datei:Mucor spec. - Lindsey 1b.jpg

Mucor mucedo

Systematik
Reich: Pilze (Fungi)
Abteilung: unsichere Stellung (incertae sedis)
Unterabteilung: Mucoromycotina
Ordnung: Mucorales
Familie: Mucoraceae
Gattung: Mucor
Wissenschaftlicher Name
Mucor
Fresen.

Mucor, auch Mukor oder Köpfchenschimmel genannt, ist eine Gattung der Schimmelpilze mit rund 40 Arten, die sich von totem organischem Material ernährt.

Vorkommen

Mucor-Arten kommen überall in der Umwelt vor, überwiegend auf pflanzlich-organischem Material, wie feuchtem Brot, Obst oder Gemüse und Stalldung. Seltener findet man diese in Tieren und Menschen.

Pathogenität

Datei:Mucor racemosus.jpeg
Typische Kultur von Mucor
Datei:Robert Hooke Micrographia Schematic 12 Upper Part.png
Eine Art der Gattung Mucor war der erste je beobachtete Mikroorganismus. Zeichnung aus Robert Hookes Micrographia von 1665.
Datei:Köpfchenschimmel.jpg
Köpfchenschimmel auf einer Aubergine
Datei:Sporangia of mucor.jpg
Sporangien des Köpfchenschimmels
Datei:Mucor detail.jpg
Detail des Köpfchenschimmels

Mucor-Arten sind Verursacher der Mucormycosen. Durch Einatmen gelangt dieser Schimmelpilz in die Lunge, von wo er über das Blut zu anderen Organen gelangt. Später kann auch eine Ausbreitung in das Zentrale Nervensystem erfolgen. Pseudothrombosen kommen sehr selten vor. Dies geschieht durch Einwachsen des Pilzes durch die Gefäßwände. Eine Infektion findet im Regelfall nur bei stark abwehrgeschwächten Patienten (u. a. durch AIDS, Chemotherapie oder Knochenmarktransplantation) statt, verläuft dort aber schnell fortschreitend und sehr häufig tödlich. Auch Patienten mit Eisenüberladung, die mit Eisen-mobilisierenden Medikamenten behandelt werden (Deferoxamin),<ref>Cornelia Lass-Flörl: DFP: Pilzerkrankungen – Diagnose und Therapie für die Praxis. In: Österreichische Ärztezeitung. Nr. 6, 25. März 2014, S. 22–31 (aerztezeitung.at [PDF]).</ref><ref>Gebrauchsinformation: Information für Anwender, Desferal® 500 mg – Trockenstechampullen, Deferoxamin. (PDF) Novartis, abgerufen am 24. Mai 2021 (Fachinformation).</ref> sowie Patienten mit schlecht eingestelltem Diabetes mellitus oder dauerhafter Cortisontherapie sind gefährdet.

Im Verlauf der COVID-19-Pandemie in Indien traten Häufungen von Mucormycosen bei COVID-19-Patienten auf. Der „Schwarze Pilz“ wurde in Rajasthan und Telangana zu einer Epidemie erklärt.<ref>Auf Covid-19 folgt Pilzinfektion: Neu-Delhi eröffnet „Schwarzer Pilz“-Stationen. Auf: n-tv.de, Stand: 21. Mai 2021.</ref> Bis zum 23. Mai 2021 wurden fast 9.000 Fälle der ansonsten seltenen Mucormykose in indischen Krankenhäusern gezählt.<ref>Soutik Biswas: Black fungus: India reports nearly 9,000 cases of rare infection. BBC News, abgerufen am 23. Mai 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Therapie

Die Therapie von Mucormykosen ist problematisch, was zum einen an der schwer kranken Patientenklientel liegt, die vorrangig von dieser Infektion betroffen ist (Patienten auf Intensivstationen, schwer Immunsupprimierte, Patienten mit vielen Begleiterkrankungen) und zum anderen in dem Umstand begründet ist, dass viele der gebräuchlichen Antimykotika keine oder nur geringe Wirksamkeit gegen Mucor-Arten aufweisen. Fluconazol, Voriconazol und Echinocandine wie Caspofungin sind unwirksam. Wirksamkeit besitzen liposomales Amphotericin B (AmBisome), Posaconazol und Isavuconazol.<ref>Treatment for Mucormycosis. CDC, abgerufen am 23. Mai 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Da eine rein medikamentöse Sanierung eines größeren Infektionsherdes häufig nicht gelingt, ist oft die chirurgische Resektion des Herdes erforderlich. Falls der Patient die Infektion überlebt, muss dies dann mit einer Defektheilung erkauft werden (beispielsweise bei einer Augeninfektion einer Enukleation des Augapfels).<ref></ref>

Zucht

Die Anzucht kann auf Kimmig-Agar erfolgen. Das Wachstum auf der Agarplatte zeigt sich nach wenigen Tagen in langfasrigen, grobwolligen Hyphengeflechten. Das Mycel ist erst weiß, später grau mit zahlreichen schwarzen Pünktchen, den Sporangien.

Arten (Auswahl)

Literatur

  • Hans Rieth: Mykologische Diagnostik. Merck, Darmstadt 1986, ISBN 978-3-928865-14-2

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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