Körber (Unternehmensgruppe)
| Körber AG
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| colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | Koerber Logo black.svg | |
| Rechtsform | Aktiengesellschaft |
| Gründung | 14. Juli 1946<ref>Josef Schmid, Dirk Wegner: Kurt A. Körber. Annäherungen an einen Stifter, S. 48.</ref> |
| Sitz | Hamburg, Deutschland |
| Leitung | Stephan Seifert, Vorstandsvorsitzender<ref>Impressum der Unternehmenswebsite, abgerufen am 20. November 2025.</ref> |
| Mitarbeiterzahl | 12.817 (2024)<ref name="Kennzahlen-2024">Körber AG: Kennzahlen. In: koerber.com. Abgerufen am 24. November 2025.</ref> |
| Umsatz | 2,8 Mrd. Euro (2024)<ref name="Kennzahlen-2024" /> |
| Branche | Maschinenbau, Technologie |
| Website | koerber.com |
Die Körber AG mit Sitz in Hamburg ist eine Management-Holding, die als Aktiengesellschaft den Körber-Konzern mit den drei Geschäftsfeldern Pharma, Supply Chain und Technologies führt.<ref name="ÜberU">Körber AG: Über uns. In: koerber.com. Abgerufen am 24. November 2025.</ref> Mit mehr als 12.500 Mitarbeitern<ref name="Kennzahlen-2024" /> und mehr als 100 Standorten<ref name="ÜberU" /> erzielte die Gruppe 2024 einen Umsatz von rund 2,8 Milliarden Euro.<ref name="Kennzahlen-2024" /> Vorlage:Hinweisbaustein
Geschichte
1946 bis 1992
Kurt A. Körber bahnte in Hamburg am 14. Juli 1946 die ersten Geschäfte an. Am 1. Februar 1947 errichtete er die Hauni Maschinenfabrik Körber & Co. KG (ab 1958: Hauni-Werke Körber & Co. KG).<ref>Siehe Josef Schmid, Dirk Wegner: Kurt A. Körber. Annäherungen an einen Stifter, S. 48 und S. 54. Siehe auch Evelyn Hauser, aktualisiert von M. L. Cohen: Körber AG. In: International Directory of Company Histories. Bd. 173, S. 352.</ref> Innerhalb des Stadtteils Bergedorf zog das Unternehmen, das sich anfänglich ausschließlich mit dem Bau von Maschinen für die Tabakindustrie befasste, 1953 an einen neuen Standort; ein Jahr später beschäftigte es mehr als 1.000 Mitarbeiter.<ref>Josef Schmid, Dirk Wegner: Kurt A. Körber. Annäherungen an einen Stifter, S. 65.</ref> Die internationale Expansion begann 1948: Kurt A. Körber stellte über den exilierten Eric Warburg Kontakte zu US-amerikanischen Zigarettenherstellern her,<ref>Josef Schmid, Dirk Wegner: Kurt A. Körber. Annäherungen an einen Stifter, S. 74.</ref> reüssierte mit seinen Maschinen 1951 auf einer Amsterdamer Fachmesse für Tabak<ref>Josef Schmid, Dirk Wegner: Kurt A. Körber. Annäherungen an einen Stifter, S. 62.</ref> und erreichte mit seinem Unternehmen 1953 einen Exportanteil von 80 Prozent – in 48 Staaten waren damals Maschinen aus den Hauni-Werken im Einsatz.<ref>Josef Schmid, Dirk Wegner: Kurt A. Körber. Annäherungen an einen Stifter, S. 69.</ref> 1955 errichtete das Unternehmen eine Niederlassung in Richmond (Virginia), der bis Mitte der 1960er-Jahre weitere folgten.<ref>Josef Schmid, Dirk Wegner: Kurt A. Körber. Annäherungen an einen Stifter, S. 75 f.</ref>
1970 setzte mit dem Kauf von E. C. H. Will, einem in Hamburg-Lokstedt ansässigen Hersteller von Maschinen für die Papierverarbeitung, die Diversifikation ein. Die neue Sparte wurde 1976 mit dem Zukauf der Womako Maschinenkonstruktion GmbH (Stuttgart) gestärkt.<ref>Josef Schmid, Dirk Wegner: Kurt A. Körber. Annäherungen an einen Stifter, S. 84 f.</ref> Auf Bitten des Bundeskanzlers Helmut Schmidt erwarb Körber 1978 den Schleifmaschinen-Hersteller Blohm in Bergedorf.<ref>Evelyn Hauser, aktualisiert von M. L. Cohen: Körber AG. In: International Directory of Company Histories. Bd. 173, S. 354.</ref> Daraus entstand die damals dritte Sparte des Unternehmens.<ref>Josef Schmid, Dirk Wegner: Kurt A. Körber. Annäherungen an einen Stifter, S. 85–87.</ref> Durch die Übernahme der Schaudt Maschinenbau GmbH (Stuttgart und Ellwangen) im Jahr 1983 ergab sich auch hier eine breitere Basis.<ref name="Annäherungen-88">Josef Schmid, Dirk Wegner: Kurt A. Körber. Annäherungen an einen Stifter, S. 88.</ref> Mitte der 1980er-Jahre erwirtschaftete der Konzern erstmals einen Umsatz von mehr als einer Milliarde DM.<ref name="Annäherungen-88" />
Am 17. Juni 1987 erfolgte die Konzernumbildung durch Gründung der Körber AG, in ihr ging die Hauni-Werke Körber & Co. KG auf.<ref>Josef Schmid, Dirk Wegner: Kurt A. Körber. Annäherungen an einen Stifter, S. 89.</ref>
Seit 1992
Nach dem Tod des Gründers Kurt A. Körber am 10. August 1992 ging das Eigentum an der Körber AG auf die Körber-Stiftung über. Diese Stiftung hielt bis dahin 34,9 Prozent der Aktien und war aus der zum 1. Januar 1981 vollzogenen Fusion der 1959 gegründeten Kurt A. Körber Stiftung mit der 1969 errichteten Hauni Stiftung hervorgegangen.<ref>Josef Schmid, Dirk Wegner: Kurt A. Körber. Annäherungen an einen Stifter, S. 85, S. 91, S. 123, S. 172 und S. 179.</ref> Die jährliche Dividende der Aktiengesellschaft wird seither vollständig an die gemeinnützige Körber-Stiftung ausgeschüttet.<ref>Kurt A. Körber und seine Stiftung. In: Bergedorfer Zeitung, 16. Dezember 2014.</ref>
1995 wurde die Körber AG zur Management-Holding, die die damals drei Konzernsparten führte.<ref name="IDCH-173-353">Evelyn Hauser, aktualisiert von M. L. Cohen: Körber AG. In: International Directory of Company Histories. Bd. 173, S. 353.</ref> Schleifring, also der Schleifmaschinen-Bereich, stand in den 1990er-Jahren aufgrund von Restrukturierungskosten, Wechselkursen, schwankenden Rohstoffpreisen und einem harten Preiskampf in der Branche unter Druck.<ref>Evelyn Hauser, aktualisiert von M. L. Cohen: Körber AG. In: International Directory of Company Histories. Bd. 173, S. 355.</ref> Die Sparte der Papierverarbeitung expandierte in diesen Jahren, unter anderem durch den Kauf von zwei italienischen Unternehmen für die Herstellung und Verpackung von Tissue-Produkten,<ref>Körber AG: Korsettstangen für die ostdeutschen Werkzeugmaschinen. Programme und Firmen gekauft. In: Handelsblatt, 8. Juli 1994.</ref> ferner durch den Einstieg<ref>Körber AG steigt bei Winkler ein. In: Handelsblatt, 3. Januar 2001.</ref> beziehungsweise die Mehrheitsbeteiligung an einem Maschinenbauer für die Produktion von Briefumschlägen und anderen Papierprodukten.<ref>Maschinenbauer Körber wächst durch Zukäufe. In: Wirtschaftswoche online, 2. Juni 2005.</ref> Im Bereich der Papierverarbeitungsmaschinen veräußerte Körber 2012 mehrere Tochterunternehmen, unter anderem E. C. H. Will.<ref>Körber AG verkauft Paper Systems an Investorengruppe. In: Deutscher Drucker Nr. 7, 1. März 2012.</ref>
2002 war das Unternehmen in einen neuen Markt eingestiegen, den für die Verpackung von pharmazeutischen Produkten.<ref>Körber steigt in neues Segment ein. In: Handelsblatt, 19. Dezember 2001.</ref> Dieser Bereich wurde in den Folgejahren durch Zukäufe ausgebaut<ref>André Herbst: Innovativ, aber ohne Erfolg: Aus für den MediFalter. In: Bergedorfer Zeitung, 1. Februar 2013. Körber geht nach Tschechien und lässt falten. In: Hamburger Morgenpost, 31. Mai 2006. Maschinenbauer Körber nutzt Krise für Zukäufe. In: Handelsblatt, 6. Mai 2009. Seidenader übernommen. In: Packreport, 1. Februar 2011. Erwerb von Werum. In: Packreport, 28. April 2014. Erwerb der Fargo Automation durch Körber abgeschlossen. In: neue-verpackung.de. 4. Januar 2017, abgerufen am 25. Januar 2021.</ref> und bildete ab 2009 eine eigene Konzernsparte.<ref name="IDCH-173-353" />
Infolge einer Reihe von Umstrukturierungen gliederte sich Körber 2015 in sieben Sparten: Automation, Logistik-Systeme, Werkzeugmaschinen, Pharma-Systeme, Tissue, Tabak und Unternehmensbeteiligungen.<ref>Evelyn Hauser, aktualisiert von M. L. Cohen: Körber AG. In: International Directory of Company Histories. Bd. 173, S. 353 und S. 356.</ref> Zwischenzeitlich kam 2017 das Geschäftsfeld Körber Digital hinzu, das sich mit der Digitalisierung des Konzerns und der Entwicklung neuer digitaler Geschäftsmodelle befasste.<ref>Niklas Wirminghaus: Körber macht aus seiner Digitaleinheit eine Start-up-Fabrik. In: Capital. 29. Juni 2020, abgerufen am 28. Januar 2021.</ref> Ein Jahr später wurden die Sparten Werkzeugmaschinen und Automation veräußert.<ref>Körber-Konzern verkauft Sparten: Gewinn fast verfünffacht. In: Die Welt. 3. Juni 2019, abgerufen am 25. Januar 2021. Stefan Weinzierl: Verkauft: United Grinding hat neue Eigentümer. In: produktion.de. 3. Juli 2018, abgerufen am 25. Januar 2021.</ref>
Im Februar 2022 kaufte Körber für mehr als 1,1 Milliarden Euro die Post- und Paketlogistiksparte der Siemens Logistics mit Hauptsitz in Konstanz und gliederte sie in das Körber-Geschäftsfeld Supply Chain ein.<ref>Walter Rosenberger: Körber AG übernimmt in Konstanz: Wer ist der Konzern, der das Paket-Geschäft von Siemens kauft? In: suedkurier.de. 11. Februar 2022, abgerufen am 24. November 2025.</ref>
Seit September 2022 tritt der Konzern mit seinen Geschäftsfeldern und Unternehmen unter einer Marke auf: Körber.<ref>René Soukup: Zieht Hauni von Bergedorf nach Stapelfeld? Was dafür spricht. In: Hamburger Abendblatt. 27. September 2022, abgerufen am 1. Dezember 2022.</ref> Das Unternehmen verkaufte 2023 sein Geschäftsfeld Tissue an Valmet.<ref>Valmet schließt Übernahme der Tissue-Sparte von Körber ab. In: euwid-papier.de. 3. November 2023, abgerufen am 14. Dezember 2023.</ref> Im August 2024 machte das Unternehmen bekannt, dass Körber Supply Chain Software, ein Joint Venture von Körber und KKR und Anbieter von End-to-End Supply-Chain-Software-Lösungen, MercuryGate International übernehmen werde, einen Anbieter von Transportmanagementsystemen.<ref>Therese Meitinger: Logistik-IT: Körber SCS übernimmt TMS-Spezialisten MercuryGate. In: logistik-heute.de. 6. August 2024, abgerufen am 24. November 2025.</ref> Seit März 2025 tritt der Bereich unter der Marke Infios auf.<ref>Gunnar Knüpffer: Infios: Körber Supply Chain Software positioniert sich unter neuer Marke. In: Logistik Heute. 12. März 2025, abgerufen am 24. November 2025.</ref> Ebenfalls 2024 teilte das Unternehmen mit, es werde rund 200 Millionen Euro in eine neue „Fabrik der Zukunft“, in Bergedorf investieren; dieses Technologiezentrum<ref>Axel Höpner: „Deshalb haben wir 70 Prozent der Firma verkauft“. In: Handelsblatt, 4. August 2025.</ref> soll Anfang 2027 bezogen werden.<ref>Christina Rückert: 200 Millionen Euro für Körbers neue Fabrik. In: Hamburger Abendblatt, 31. August 2024.</ref>
Konzernstruktur
Der Konzern ist in drei Geschäftsfeldern aktiv:<ref name="ÜberU" />
- Das Geschäftsfeld Pharma bietet Lösungen für Prozesse bei der Herstellung, Prüfung und Verpackung von Arzneimitteln sowie für die Rückverfolgbarkeit dieser Produkte.
- Der Schwerpunkt des Geschäftsfelds Supply Chain liegt auf Technologien für die Logistik. Das Leistungsangebot umfasst Produkte für die Paket- und Brieflogistik<ref>Körber AG: Paketlogistik. In: koerber-supplychain.com. Abgerufen am 24. November 2025 (Informationen auf der Website des Unternehmens).</ref>, Software, Automatisierungslösungen, Sprachanwendungen, Robotik sowie Transportsysteme.
- Das Geschäftsfeld Technologies entwickelt Lösungen in den Bereichen Maschinen, Anlagen, Software, Messgeräte, Aromen sowie Serviceangebote mit dem Schwerpunkt in der Tabakindustrie sowie der Genuss- und Nahrungsmittelbranche.<ref>Hauni wird Körber. In: Die Tabak Zeitung, 24. August 2022</ref>
Auszeichnung
2024: Marke des Jahrhunderts<ref>Körber ist Marke des Jahrhunderts. In: wirtschaftszeit.de. 2. Dezember 2024, abgerufen am 24. November 2025 (Pressemeldung der Körber AG).</ref>
Literatur
- Evelyn Hauser, aktualisiert von M. L. Cohen: Körber AG. In: International Directory of Company Histories. Bd. 173, St. James Press, Farmington Hills, San Francisco, New York [u. a.] 2016, S. 351–356 (englisch).
- Josef Schmid, Dirk Wegner: Kurt A. Körber. Annäherungen an einen Stifter. Mit einem Vorwort von Helmut Schmidt. Edition Körber-Stiftung, Hamburg 2002, ISBN 978-3-89684-020-2.
Weblinks
Einzelnachweise
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Koordinaten: 53° 33′ 2,3″ N, 10° 1′ 39,5″ O
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