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Carl von Ghega

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(Weitergeleitet von Karl Ritter von Ghega)
Datei:Ghega-lithografie-kriehuber-1851.jpg
Carl von Ghega, Lithografie von Joseph Kriehuber 1851
Datei:Wien, Zentralfriedhof, 2017-11 CN-08.jpg
Ehrengrab von Carl Ritter von Ghega auf dem Wiener Zentralfriedhof

Carl<ref group="Anm.">Die Schreibweise Karoli de Ghega auf seinem ersten Grabstein (der im Grabmalhain des Währinger Parks erhalten ist) ist darauf zurückzuführen, dass die Inschrift in lateinischer Sprache gesetzt ist und sein Name im (hier fälschlicherweise mit K geschriebenen) Genitiv Caroli (von Carolus) auftritt.</ref> Ritter von Ghega (* 10. Jänner 1802 in Venedig; † 14. März 1860 in Wien<ref>Pfarre St. Stephan, Sterbebuch 03-45, 1855-1868, S. 136., abgerufen am 7. Juli 2024.</ref><ref>Tagesneuigkeiten. In: (Grazer) Tagespost, 17. März 1860, S. 7 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/gpt</ref>) war ein österreichischer Ingenieur mit albanischen Wurzeln und der Erbauer der Semmeringbahn von Gloggnitz bis Mürzzuschlag.

Leben

Carlo Ghega wurde als Sohn albanischer Eltern in Venedig geboren. Ursprünglich sollte er wie sein Vater Anton de Ghega Marineoffizier werden, allerdings zeigte sich früh, dass seine mathematische Begabung größer als seine Liebe zum Meer war. Nach dem Besuch des k. k. Militärkollegiums ging er mit 15 Jahren zum Studium an die Universität Padua, wo er bereits nach einem Jahr sein Diplom als Ingenieur und Architekt erhielt und ein weiteres Jahr später, bereits mit 17 Jahren, den Doktortitel für Mathematik.

Seine Ingenieurslaufbahn begann er mit Straßen- und Wasserbauten in Venetien. Unter anderem wirkte er am Bau der Strada d’Alemagna, der Straße von Treviso nach Cortina d’Ampezzo, mit. Bereits 1833 veröffentlichte er sein erstes Fachbuch. In der Zeit von 1836 bis 1840 war er Bauleiter für die Teilstrecke Lundenburg bis Brünn der Kaiser-Ferdinand-Nordbahn. Während dieser Zeit (1836–1837) studierte er auch das Eisenbahnwesen in England und anderen europäischen Staaten. Im Jahr 1842 wurde Ghega Gesamtplanungsleiter der zukünftigen südlichen Staatseisenbahn, weshalb er im selben Jahr eine Studienreise in die USA unternahm, um die dortigen Bahnstrecken in Gebirgen zu studieren. Die auf dieser Reise gewonnenen Erkenntnisse flossen nicht nur in die Planung und den Bau der Semmeringbahn ein, sondern auch in zwei Publikationen. Ghega veröffentlichte die meisten seiner Schriften parallel zur deutschen auch in identischen italienischen und französischen Ausgaben.

Datei:Ghega-Denkmal Bahnhof Semmering.jpg
Das Ghega-Denkmal im Bahnhof Semmering

Nach seiner Rückkehr zu den Staatseisenbahnen wurde er mit der Planung für die Errichtung der Bahnlinie Richtung Süden, von Gloggnitz über Mürzzuschlag und Graz bis nach Triest beauftragt. Die Bahnüberquerung des Semmerings wurde von vielen seiner Zeitgenossen als technisch aufwändig bis hin zu ‚nicht möglich‘ angesehen. Aber bereits 1844 legte er einen Plan für die Überwindung des Semmerings vor, der den Betrieb mit herkömmlichen Dampflokomotiven mit Adhäsionsantrieb vorsah, unter Verzicht auf Zahnstangen oder den Seilebenen-Betrieb. Noch bevor der Bau beschlossen wurde, begann Ghega bereits die Konstruktion von Lokomotiven voranzutreiben, die derartige Steigungen überwinden können.

Der Baubeginn für die Semmeringbahn war 1848. Noch vor der Fertigstellung 1854 wurde der Ingenieur im Jahr 1851 in den Ritterstand erhoben. Carl Ritter von Ghega entwarf in den Jahren 1853/1854 ein Eisenbahnnetz für die gesamte Habsburger Monarchie und wurde in den darauf folgenden Jahren mit dem Entwurf für Eisenbahnstrecken in Siebenbürgen beauftragt, jedoch konnte er dieses Projekt nicht mehr zu Ende führen, da er bereits am 14. März 1860 in Wien in seinem Wohnhaus an der Ecke Rotenturmstraße/Lugeck an Tuberkulose starb. Das Leichenbegängnis fand am 16. März auf dem Währinger Friedhof statt.<ref>Tages-Neuigkeiten. In: Fremden-Blatt, 16. März 1860, S. 4 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/fdb</ref><ref>Tageneuigkeiten. In: Ost-Deutsche Post, 17. März 1860, S. 3 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/ode</ref>

1858 wurde die letzte Eisenbahn in der Donaumonarchie privatisiert, ein halbes Jahr später wurde auch die Dienststelle Ghegas aufgelöst. Sein in der Öffentlichkeit weitgehend unbekanntes Leben war Stoff für fünf Romane und zahlreiche Mythen.

Datei:Borovnica viaduct-Ghega's original plan.jpg
Ghegas Originalplan des Franzdorfer Viadukts

Würdigung

Schriften

  • Dell’ottante a diottra. Stromento geodetico per tracciare in pianta l’andamento delle curve circolari. G. B. Merlo, Venedig 1833. – Volltext online.
  • Die Baltimore-Ohio Eisenbahn über das Alleghany-Gebirg mit besonderer Berücksichtigung der Steigungs- und Krümmungsverhältnisse. Kaulfuß Witwe und Prandel, Wien 1844, OBV.
  • Über nordamerikanischen Brückenbau und Berechnung des Tragvermögens der Howe’schen Brücken. Kaulfuss Prandel, Wien 1845. – Volltext online.
  • Uebersicht der Hauptfortschritte des Eisenbahnwesens in dem Jahrzehnde 1840–1850 und die Ergebnisse der Probefahrten auf einer Strecke der Staatsbahn ueber den Semmering in Oesterreich. Sollinger, Wien 1853. – Text online, Atlas online.
  • Malerischer Atlas der Eisenbahn über den Semmering: mit vorausgehender historisch-statistischer Übersicht der im Betriebe stehenden Eisenbahnen in Österreich. (Bd. 1: Text, Bd. 2: Atlas). Gerold, Wien 1854/55 Digitalisat

Literatur

  • Constantin von Wurzbach: Ghega, Karl Ritter von. In: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich. 5. Theil. Verlag der typogr.-literar.-artist. Anstalt (L. C. Zamarski & C. Dittmarsch.), Wien 1859, S. 166–168 (Digitalisat).
  • Ghega, Karl von. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 1, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1957, S. 436 f. (Direktlinks auf S. 436, S. 437).
  • Paul Mechtler: Ghega, Karl Ritter von. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 6. Duncker & Humblot, Berlin 1964, ISBN 3-428-00187-7, S. Vorlage:VonBis (deutsche-biographie.de).
  • Alfred Niel: Carl Ritter von Ghega: ein Leben für die Eisenbahnen in Österreich. Pospischil, Wien 1977.
  • Herbert Grasinger: Auf den Spuren von Ghega entlang der historischen Semmeringbahn: Wanderführer. Höller, Ternitz 1998, ISBN 3-85226-073-6.
  • Piero Del Negro: Ghega, Carlo. In: Mario Caravale (Hrsg.): Dizionario Biografico degli Italiani (DBI). Band 53: Gelati–Ghisalberti. Istituto della Enciclopedia Italiana, Rom 1999.
  • Aldo Rampati: Carlo Ghega: il cavaliere dei alpi. Italo-Svevo-Publ., Triest 2002.
  • Wolfgang Pap: UNESCO Weltkulturerbe Semmeringbahn: zum Jubiläum 150 Jahre Semmeringbahn 1854–2004. Tourismusregion NÖ Süd, Semmering 2003.
  • Wolfgang Straub: Carl Ritter von Ghega. Der geniale Pionier des Eisenbahnzeitalters im profunden Porträt. Styria, Graz 2004, ISBN 3-2221-3138-4.
  • Günter Dinhobl: Bahnbrechend zum "Culturpflug unserer Zeit". Kulturwissenschaftliche Zugänge zur Eisenbahngeschichte (= Innovationsmuster in der österreichischen Wirtschaftsgeschichte, Bd. 4). Studienverlag, Innsbruck-Wien-Bozen 2009, ISBN 978-3-7065-4558-7.
  • Christian Schuhböck: Weltkulturerbe Semmeringbahn. Führer zur ersten UNESCO-Eisenbahn-Welterbestätte der Welt. Kral-Verlag, Berndorf 2009/2010, ISBN 978-3-902447-70-8.
  • Johann Werfring: „Carl Ritter von Ghega starb nicht kinderlos“. In: Wiener Zeitung, 7. Oktober 2010, Beilage „ProgrammPunkte“, S. 7.
  • Günter Dinhobl: Die Semmeringbahn. Eine Baugeschichte der ersten Hochgebirgseisenbahn der Welt. Böhlau, Wien 2018, ISBN 3-205-20212-0.
  • Hubert Held: Carl Ghega und die Handelsstraße von der oberen Adria zum Bodensee. In: Tiroler Heimat. Zeitschrift für Regional- und Kulturgeschichte Nord-, Ost- und Südtirols, Bd. 8 (2022).
  • Toni Häflinger, Günter Dinhobl (Hrsg.): Weltkulturerbe in Österreich – die Semmeringeisenbahn erhalten und gestalten. Birkhäuser, Basel 2021, ISBN 978-3-0356-2454-0.

Weblinks

Einzelnachweise

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Anmerkungen

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