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Dickschaliger Kartoffelbovist

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Dickschaliger Kartoffelbovist
Datei:2009-09-03 Scleroderma citrinum Pers 55647 crop.jpg

Dickschaliger Kartoffelbovist (Scleroderma citrinum)

Systematik
Unterklasse: Agaricomycetidae
Ordnung: Steinpilzartige (Boletales)
Unterordnung: Sclerodermatineae
Familie: Kartoffelbovistverwandte (Sclerodermataceae)
Gattung: Kartoffelboviste (Scleroderma)
Art: Dickschaliger Kartoffelbovist
Wissenschaftlicher Name
Scleroderma citrinum
Pers.

Der Dickschalige oder Gemeine Kartoffel-/Hartbovist (Scleroderma citrinum) ist eine giftige Pilzart aus der Familie der Kartoffelbovistverwandten.

Merkmale

Datei:Scleroderma citrina 051106low.jpg
Mit Sporenpulver gefüllter, am Scheitel aufgerissener, alter Fruchtkörper
Datei:Scleroderma citrinum (3).jpg
Ein grobschuppiges Exemplar des Dickschaligen Kartoffelbovists

Makroskopische Merkmale

Der Dickschalige Kartoffelbovist bildet 3–10(–18) cm durchmessende Fruchtkörper. Sie sind länglich-rund geformt, sehr fest und gelblich bis gelbbräunlich gefärbt. Die Hülle (Peridie) ist 2–3 mm dick und hart; die Oberfläche ist felderig oder rissig-schuppig, manchmal aber auch ziemlich glatt. Ein Stiel fehlt, an der Basis hängen Myzelfäden. Bei Reife reißt der Fruchtkörper an der Oberseite ein, sodass die Sporen in Staubwolken ins Freie gelangen können. Das innere Fleisch (Gleba) ist nur jung leicht gelblich, wird aber schnell bräunlich bis schwärzlich und ist mit feinen weißlichen Adern durchzogen. Die Fruchtmasse ist zunächst sehr fest und zerfällt später in Sporenstaub. Der Geruch und Geschmack sind stechend knoblauchartig beziehungsweise metallisch.

Mikroskopische Merkmale

Die Sporen sind rundlich und besitzen ein dunkles erhabenes Netz. Sie sind ohne das Netz gemessen 8–13 Mikrometer groß.

Artabgrenzung

Der Leopardenfell-Hartbovist und der Braunwarzige Hartbovist, die früher unter dem Namen Dünnschaliger Kartoffelbovist zusammengefasst wurden, sind bräunlich gefärbt und haben eine weniger derbe Oberfläche.

Ökologie und Phänologie

Der Dickschalige Kartoffelbovist ist in sandigen, trockenen Nadel- und Mischwäldern auf versauertem Substrat zu finden. Er ist vom Sommer bis zum Spätherbst, von Juli bis November häufig anzutreffen.

Giftwirkung

Der Verzehr des Dickschaligen Kartoffelbovists kann zu Verdauungsbeschwerden wie Erbrechen und Bauchschmerzen führen. Zudem können Schweißausbrüche sowie niedriger Blutdruck mit Schwindel und Kollaps, möglicherweise bis zur Bewusstlosigkeit, auftreten. Die Giftwirkung kann schon 30 bis 45 Minuten nach der Pilzmahlzeit einsetzen.<ref name="toxinfo"/> Auch Sehstörungen und rauschartige Zustände sind jedenfalls in einzelnen Fällen vorgekommen.<ref name="Kiessling"/> Welche Stoffe für die Giftwirkung verantwortlich sind, ist nicht bekannt.<ref name="toxinfo"/>

Quellen

Literatur

  • Ewald Gerhardt BLV Handbuch Pilze. BLV, München 2006, ISBN 3-8354-0053-3. S. 496
  • Bruno Cetto: Enzyklopädie der Pilze, Band 4, BLV München, 1988, ISBN 3-405-13477-3
  • Rose Marie Dähncke: 1200 Pilze, AT Verlag, Aarau · Stuttgart, 1993, ISBN 3-85502-503-7

Einzelnachweise

<references> <ref name="Kiessling"> Rosemarie Kießling: Eine Vergiftung mit Scleroderma Verrucosum (Bull.) Pers. 1801. In: Deutsche Gesellschaft für Mykologie. Abgerufen am 13. Januar 2014. </ref>

<ref name="toxinfo"> Gemeiner Kartoffelbovist. In: Pilzdatenbank des Giftnotrufs München. Abgerufen am 13. Januar 2014. </ref> </references>

Weblinks